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	<title>Redaktion, Autor bei ostdeutschland.info</title>
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	<description>Impulse für den Osten</description>
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	<title>Redaktion, Autor bei ostdeutschland.info</title>
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	<item>
		<title>Buchvorstellung: „Jenseits der Brandmauer“ von Monchi</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-jenseits-der-brandmauer-von-monchi/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Mecklenburg-Vorpommern finden am Wochenende Landtagswahlen statt. Die AfD und die SPD liefern sich einen Kampf um Platz eins. In seinem Buch beschreibt Feine Sahne Fischfilet-Frontmann Monchi, wie die AfD zur dominierenden Partei im Bundesland wurde und warum die „Brandmauer” in seiner Heimat Jarmen nicht funktioniert.</p>
<p>BUCHTIPP:<br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-10407" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Monchi_Jenseits-der-Brandmauer_2026_Cover.jpg" alt="Das Cover von Monchi: Jenseits der Brandmauer" width="280" height="457"><br />
Monchi: „Jenseits der Brandmauer: Über mein Leben in der ostdeutschen Provinz“, Verlag Kiepenheuer &#38; Witsch, Köln 2026, 240 Seiten, 20 [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-jenseits-der-brandmauer-von-monchi/">Buchvorstellung: „Jenseits der Brandmauer“ von Monchi</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In Mecklenburg-Vorpommern finden am Wochenende Landtagswahlen statt. Die AfD und die SPD liefern sich einen Kampf um Platz eins. In seinem Buch beschreibt Feine Sahne Fischfilet-Frontmann Monchi, wie die AfD zur dominierenden Partei im Bundesland wurde und warum die „Brandmauer” in seiner Heimat Jarmen nicht funktioniert.</p>
<p><span id="more-10346"></span></p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>BUCHTIPP: </strong>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-10407" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Monchi_Jenseits-der-Brandmauer_2026_Cover.jpg" alt="Das Cover von Monchi: Jenseits der Brandmauer" width="280" height="457"></p>
<p>Monchi: „Jenseits der Brandmauer: Über mein Leben in der ostdeutschen Provinz“, Verlag Kiepenheuer &amp; Witsch, Köln 2026, 240 Seiten, 20 € (Hardcover).</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p class="isSelectedEnd">Monchi heißt bürgerlich Jan Gorkow und wurde 1987<!--TgQPHd|||[]--> in Neubrandenburg geboren. Er ist der charismatische Frontmann der Punkrock-Band Feine Sahne Fischfilet. Sein Buch beginnt am Abend der Bundestagswahl 2025. In seiner Heimatstadt Jarmen in Vorpommern erhielt die AfD 54 Prozent der Zweitstimmen und damit die absolute Mehrheit. Auch landesweit war sie erfolgreich: In Mecklenburg-Vorpommern gewann sie in 719 von 726 Gemeinden. Monchi erklärt, warum das Konzept der Brandmauer in Jarmen nicht funktioniert und weshalb er diese Idee kritisch sieht. Für ihn ist der Begriff „Brandmauer“ vor allem ein Großstadtbegriff und ein politisches Konzept, das sich in der Provinz nicht umsetzen lässt. Er und viele andere Menschen in Deutschland würden längst jenseits dieser Brandmauer leben – an Orten, an denen man der AfD nicht mehr aus dem Weg gehen könne. Zu den AfD-Wählern gehören auch Bekannte von Monchi. Er will diese Menschen aber nicht aufgeben und er erläutert, warum es aus seiner Sicht ein Fehler wäre, die 10,3 Millionen AfD-Wähler (Bundestagswahl 2025) auszugrenzen.</p>
<p>Monchi geht auch auf die Gründe für das Erstarken der AfD ein. Er berichtet von den Problemen im ländlichen Gesundheitswesen. Er erzählt beispielhaft vom Alltag seiner Mutter, die als Zahnärztin arbeitet. Manche ihrer Patienten müssen aufgrund der wenigen Praxen bis zu 30 Kilometer fahren. Das sorgt für Frust. Außerdem zeigt Monchi, dass in Jarmen immer mehr Geschäfte schließen. Er berichtet, dass der Bürgermeister jeden Unternehmer, der sich neu in Jarmen niederlässt, mit einem Blumenstrauß begrüßt. Auch Monchi sieht jede Neueröffnung als Hoffnungsschimmer.</p>
<p>Eine Lösung im Umgang mit der AfD sieht Monchi darin, Jarmen attraktiv für Menschen aus anderen Gebieten in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland zu machen, damit diese in die Kleinstadt ziehen. Hilfreich findet er Angebote für die Menschen vor Ort, sodass Menschen zusammenkommen. Ein Beispiel, wie Monchi den Zusammenhalt der Gemeinde fördert, ist das von ihm und seiner Band organisierte jährliche Festival „Wasted in Jarmen“. Ihm zufolge besuchen auch Menschen das Festival, die vermutlich zu den 54 Prozent AfD-Wählern gehören. Das Event bietet eine Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen, und auch Jugendliche aus der politisch rechten Bubble könnten hier ein Interesse für Punkrock entwickeln und so eine Wandlung durchmachen. Als weiteres Beispiel verweist der Musiker auf den Bau eines Skateparks in Jarmen. Dieser war durch Spenden bei Lesungen von Monchi, Konzerten und zum Teil aus Geldern der Gemeinde Jarmen möglich geworden. Der Skatepark soll dazu beitragen, dass Jugendlichen in Jarmen eine Perspektive und ein Freizeitangebot ermöglicht werden. Monchi will auch um die jungen Menschen in Jarmen kämpfen und verhindern, dass die AfD sie für sich gewinnen kann.</p>
<p>Monchi nimmt die Leserschaft mit auf eine Reise durch seine eigene Kindheit und beschreibt, wie er selbst zu einem politisch links geprägten Menschen wurde. Dies geschah auf einer Schulparty. Mehrere Dorfnazis traten auf ihn ein und verletzten ihn schwer. Ab diesem Zeitpunkt befasste er sich immer mehr mit Politik, beschäftigte sich mit der ideologischen Bedeutung der Nazis und engagierte sich bei Protesten. Monchi nennt auch zwei Menschen, die ihn als jungen Menschen stark geprägt haben: zum einen Ralph Krüger, Mitglied der Ultras von Hansa Rostock mit Affinität zu Punkrock, zum anderen den Pfarrer Lothar König. Sowohl Krüger als auch König mahnten ihn dazu, seinen Blick auch über sein linkspolitisches Umfeld hinaus zu richten.</p>
<p>Monchis Buch ist ein Aufruf, nicht in Schwarz-Weiß-Kategorien zu denken, und ein Plädoyer für ein Miteinander trotz unterschiedlicher politischer Ansichten. Am Beispiel von Jarmen macht er deutlich, welche Umstände zum Erstarken der AfD in Vorpommern geführt haben und wie durch Engagement der Kontakt zu Menschen, die zur AfD tendieren, aufrechterhalten werden kann. So zeigt er eine mögliche Lösung im Umgang mit den Wählern dieser Partei auf, ohne sie auszugrenzen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ostdeutsches Energieforum 2026: Zwischen Netzen, Speichern und Populismus</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/odef-2026-energiepolitik-zwischen-netzen-speichern-und-populismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Event]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 30. September bis 1. Oktober 2026 findet im Campus Jahnallee der Universität Leipzig sowie digital das 15. Ostdeutsche Energieforum statt. Besucher erwartet ein umfassendes und abwechslungsreiches Programm. ostdeutschland.info ist erneut Medienpartner.</p>
<p><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10470" class="wp-image-10470" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/ostdeutsches-energieforum-2026.jpg" alt="Das Leitthema des 15. Ostdeutschen Energieforums lautet „Sicherheit in unsicheren Zeiten“. Abbildung: Ostdeutsches Energieforum" width="600" height="306">Das Leitthema des 15. Ostdeutschen Energieforums lautet „Sicherheit in unsicheren Zeiten“. Abbildung: Ostdeutsches Energieforum<br />
Nach ihren „Windmühlen der Schande“ hat die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel in der jüngsten Haushaltsdebatte des Bundestags [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/odef-2026-energiepolitik-zwischen-netzen-speichern-und-populismus/">Ostdeutsches Energieforum 2026: Zwischen Netzen, Speichern und Populismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vom 30. September bis 1. Oktober 2026 findet im Campus Jahnallee der Universität Leipzig sowie digital das 15. Ostdeutsche Energieforum statt. Besucher erwartet ein umfassendes und abwechslungsreiches Programm. ostdeutschland.info ist erneut Medienpartner.</p>
<p><span id="more-10468"></span></p>
<div id="attachment_10470-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10470-2" class="wp-image-10470" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/ostdeutsches-energieforum-2026.jpg" alt="Das Leitthema des 15. Ostdeutschen Energieforums lautet „Sicherheit in unsicheren Zeiten“. Abbildung: Ostdeutsches Energieforum" width="600" height="306"><p id="caption-attachment-10470-2" class="wp-caption-text">Das Leitthema des 15. Ostdeutschen Energieforums lautet „Sicherheit in unsicheren Zeiten“. Abbildung: Ostdeutsches Energieforum</p></div>
<p>Nach ihren „Windmühlen der Schande“ hat die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel in der jüngsten Haushaltsdebatte des Bundestags energiepopulistisch noch einen draufgelegt. In ihrer Rede erklärte sie: „Die sogenannte Energiewende ist verlorenes, verbranntes Geld ... Das ist eine energiepolitische Geisterfahrt.“</p>
<h2><span class="title-bg">Sicherheit in unsicheren Zeiten</span></h2>
<p>Wie Populismus, parteipolitische Interessen oder politische Grundsätze eine realistische Klima- und Energiekommunikation beeinflussen, darüber diskutieren auf dem Ostdeutschen Energieforum in Leipzig am 1. Oktober der Journalist und Podcaster Paul Ronzheimer und der Politikwissenschaftler Wolfgang Muno.</p>
<div id="attachment_10471-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10471-2" class="wp-image-10471" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/E81A3533.jpg" alt="Das Ostdeutsche Energieforum erwartet in diesem Jahr über 500 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Energiewirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Kommunen. Abbildung: Ostdeutsches Energieforum" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10471-2" class="wp-caption-text">Das Ostdeutsche Energieforum erwartet in diesem Jahr über 500 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Energiewirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Kommunen. Abbildung: Ostdeutsches Energieforum</p></div>
<p>Die ostdeutschen Unternehmerverbände als Veranstalter des Forums haben auch zur Jubiläumsausgabe ein so spannendes wie kontroverses Programm zusammengestellt, das die Konflikte aufgreift, die die Energiepolitik derzeit bestimmen. Unter dem Leitthema „Sicherheit in unsicheren Zeiten“ kommen am 30. September und 1. Oktober 2026 in Leipzig über 500 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Energiewirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Kommunen zusammen.</p>
<p>Das Ostdeutsche Energieforum widmet sich unter anderem diesen Fragen:</p>
<ol>
<li>Wie lassen sich Unternehmen und private Haushalte dauerhaft mit bezahlbarer Energie versorgen?</li>
<li>Wie werden Netze, Speicher und neue Erzeugungsanlagen sinnvoll aufeinander abgestimmt?</li>
<li>Welchen konkreten Nutzen haben die Regionen, in denen Windräder, Solarparks, Trassen, Speicher oder Rechenzentren entstehen?</li>
</ol>
<h2><span class="title-bg">Ostdeutschland als strategische Brücke</span></h2>
<p>Auch das Fremdeln der Autoindustrie mit der Energiewende, der Konflikt zwischen Stromnetzen und Speichern sowie der Druck auf die Kommunen bei der Wärmeplanung stehen auf der Agenda. Gleichzeitig beleuchtet das Ostdeutsche Energieforum 2026 die Energiezukunft aus europäischer Perspektive. Europas Strategie ist dabei zentraler Bezugspunkt für die Energiewende in der Region. Grenzüberschreitende Strom- und Wasserstoffinfrastrukturen, gemeinsame Reservekapazitäten und ein integrierter Strommarkt können Versorgung und Preise stabilisieren. Ostdeutschland liegt strategisch günstig – als Brücke zwischen Nordsee-Wind, Ostsee-Offshore, polnischen Netzknoten und süddeutschen Lastzentren.</p>
<p>Zum Programm gehört auch der Wirtschaftsempfang der IHK zu Leipzig am Abend des 30. September im Design Offices Leipzig in der Alten Hauptpost am Augustusplatz. Wie in den Vorjahren kann das Ostdeutsche Energieforum wieder im Live-Stream online auf der Website verfolgt werden.</p>
<p>Anmeldung und Programm unter:<br>
<a href="http://www.ostdeutsches-energieforum.de">www.ostdeutsches-energieforum.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Jägerschnitzel. Der Ost-Ost-Blick #9: Das Volk hat gesprochen</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/jaegerschnitzel-der-ost-ost-blick-9-das-volk-hat-gesprochen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unser Kolumnist Julian Nejkow hat vor der Landtagswahl seiner Verwunderung über die Entwicklung in Sachsen-Anhalt Ausdruck verliehen. Am Ende wagte er eine Prognose. Diese kann er nun in der Pfeife rauchen. Wie hat er den Wahlabend wahrgenommen?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8046" class="wp-image-8046" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Nejkow.jpg" alt="Julian Nejkow, 1988 in Thüringen geboren, ist Deutsch-Bulgare mit Bindestrichidentität. Er hat Politikwissenschaft in Jena und Dresden studiert. Seit 2021 beschäftigt er sich verstärkt mit Ostdeutschland. Abbildung: Paul Glaser" width="600" height="600">Julian Nejkow, 1988 in Thüringen geboren, ist Deutsch-Bulgare [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/jaegerschnitzel-der-ost-ost-blick-9-das-volk-hat-gesprochen/">Jägerschnitzel. Der Ost-Ost-Blick #9: Das Volk hat gesprochen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Kolumnist Julian Nejkow hat vor der Landtagswahl seiner Verwunderung über die Entwicklung in Sachsen-Anhalt Ausdruck verliehen. Am Ende wagte er eine Prognose. Diese kann er nun in der Pfeife rauchen. Wie hat er den Wahlabend wahrgenommen?</p>
<p><span id="more-10435"></span></p>
<div id="attachment_8046-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8046-2" class="wp-image-8046" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Nejkow.jpg" alt="Julian Nejkow, 1988 in Thüringen geboren, ist Deutsch-Bulgare mit Bindestrichidentität. Er hat Politikwissenschaft in Jena und Dresden studiert. Seit 2021 beschäftigt er sich verstärkt mit Ostdeutschland. Abbildung: Paul Glaser" width="600" height="600"><p id="caption-attachment-8046-2" class="wp-caption-text">Julian Nejkow, 1988 in Thüringen geboren, ist Deutsch-Bulgare mit Bindestrichidentität. Er hat Politikwissenschaft in Jena und Dresden studiert. Seit 2021 beschäftigt er sich verstärkt mit Ostdeutschland. Abbildung: Paul Glaser</p></div>
<p>Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer kommentierte den Volksentscheid zum Nichtraucherschutzgesetz einst wie folgt: „Das Volk hat gesprochen.“ Ähnlich pathetisch äußerte sich der ehemalige Ministerpräsident der Linken, Bodo Ramelow, nach seiner schallenden Niederlage bei der Landtagswahl in Thüringen im Jahr 2024, bei der die Wahlbeteiligung bei historischen 73 Prozent lag: „Es ist ein Fest der Demokratie.“ Die Wähler drittelten die Linke jedoch fast.</p>
<p>Bei einer Wahlbeteiligung von 78 Prozent kann man mit Fug und Recht behaupten: Das Volk in Sachsen-Anhalt hat gesprochen. Zu verdanken ist das, so fair muss man sein, der AfD. Über 150.000 Menschen (zehn Prozent der Wahlberechtigten), die zuvor nicht gewählt hatten, entschieden sich diesmal für die AfD. Die Wahrnehmung der anderen Parteien war dort anscheinend eine andere. In verschiedenen Spitzenrunden von Frei bis Hoppermann, von Klüssendorf bis Pantisano gewann man stets den Eindruck, sie hätten andere Zahlen vorliegen als die ersten Hochrechnungen. Sie sahen einen Erdrutschsieg der AfD mit 44 Prozent, einen historischen Absturz der CDU unter 20 Prozent, Grüne und SPD deutlich drin, BSW überraschend drin und schließlich unklare Mehrheitsverhältnisse. Das Auftreten von Hoppermann, Klüssendorf und Pantisano in einer Runde mit dem zugeschalteten Chrupalla erinnerte eher an das Bällebad des großen M: Hoppermann schmeißt die dunkelroten Bälle angeekelt aus dem Bad, aber die drei sind sich einig, dass auch die blauen raus müssen. Chrupalla schaute diesem Treiben erstaunt zu. Bis Pantisano eine Wutrede hielt und Chrupalla als „größte Flachzange Berlins“ bezeichnete, was dieser cool konterte.</p>
<p>Nicht nur in dieser Runde entstand der Eindruck – und der daraus resultierende Vorwurf: „Sachsen-Anhalter, wie könnt ihr nur (wählen)?“ Schaut man sehr genau in die Wahlergebnisse, so wird eines augenfällig. Die Wähler haben keineswegs beliebig gewählt. In Halle und Magdeburg errang die Linke drei Direktmandate, während die CDU eine deutliche Mehrheit bei den Zweitstimmen erzielte. Die gepriesene Unvereinbarkeit der Parteien im Wahlverhalten der Wähler zerfiel wie Staub. Sven Schulze verlor seinen Wahlkreis, Ulrich Siegmund gewann seinen souverän. 2026 errang die AfD 38/41 Direktmandate, die CDU 40/41. Das Volk hat gesprochen. Und nun? Die Verhältnisse sind kompliziert. Siegmund ließ sich am späteren Abend zu der Aussage hinreißen, er könne sich eine Neuwahl ohne Mehrheit vorstellen. Das ist dünnes Eis.</p>
<p>Wenn Siegmund sich tatsächlich in einem möglichen dritten Wahlgang mit Enthaltungen des BSW wählen lässt, hat er später im Parlament beispielsweise für einen Haushalt keine Mehrheit. Doch machen wir nicht den zweiten vor dem ersten Schritt. Zunächst steht die Wahl des Landtagspräsidenten an. Auch dafür braucht man eine Mehrheit – und auch hier ist das BSW das Zünglein an der Waage! Es scheint also eines klar: dass nichts klar ist. Wie es weitergeht? Da scheine ich der falsche Ansprechpartner zu sein, denn bei <a href="https://ostdeutschland.info/jaegerschnitzel-der-ost-ost-blick-8-im-rueckwaertsgang-nach-vorn/" target="_blank" rel="noopener">der Prognose</a> habe ich mich kolossal geirrt. Insofern schließe ich mit Sokrates: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>BUCHTIPP:</strong>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-8127" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Nejkow_Hoellenjahre.jpg" alt width="200" height="284">Julian Nejkow: „Höllenjahre – von jetzt auf gleich”, epubli, Berlin 2024, 336 Seiten, 19,90 € (Softcover).</p>
<p>Mehr Informationen unter <a href="http://www.Ölbart.de" target="_blank" rel="noopener">ölbart.de</a>.</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/jaegerschnitzel-der-ost-ost-blick-9-das-volk-hat-gesprochen/">Jägerschnitzel. Der Ost-Ost-Blick #9: Das Volk hat gesprochen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buchvorstellung: „Selbstregulierung des Herzens“ von Peggy Mädler</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-peggy-maedler/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=9892</guid>

					<description><![CDATA[<p>Peggy Mädlers Roman verbindet die Themen Kybernetik und zwischenmenschlichen Beziehungen. Der Erzählstrang reicht von den 1960er-Jahren in der DDR bis in die Gegenwart.</p>
<p>BUCHTIPP:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-9879" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/Maedler_Selbstregulierung-des-Herzens_Cover.png" alt="Das Cover von Peggy Mädlers Roman Selbstregulierung des Herzens" width="280" height="457"><br />
Peggy Mädler: „Selbstregulierung des Herzens“, Galiani Verlag, Berlin 2026, 304 Seiten, 23 € (Hardcover).</p>
<p>Die Handlung beginnt in den 1960er-Jahren der DDR. Damals wurde Kybernetik als eine Möglichkeit gesehen, nicht nur die Technik, sondern auch die Gesellschaft zu verbessern. Man hoffte, dadurch [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-peggy-maedler/">Buchvorstellung: „Selbstregulierung des Herzens“ von Peggy Mädler</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Peggy Mädlers Roman verbindet die Themen Kybernetik und zwischenmenschlichen Beziehungen. Der Erzählstrang reicht von den 1960er-Jahren in der DDR bis in die Gegenwart.</p>
<p><span id="more-9892"></span></p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>BUCHTIPP: </strong>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-9879" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/Maedler_Selbstregulierung-des-Herzens_Cover.png" alt="Das Cover von Peggy Mädlers Roman Selbstregulierung des Herzens" width="280" height="457"></p>
<p>Peggy Mädler: „Selbstregulierung des Herzens“, Galiani Verlag, Berlin 2026, 304 Seiten, 23 € (Hardcover).</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Die Handlung beginnt in den 1960er-Jahren der DDR. Damals wurde Kybernetik als eine Möglichkeit gesehen, nicht nur die Technik, sondern auch die Gesellschaft zu verbessern. Man hoffte, dadurch mehr Freiheit und Selbstbestimmung zu erreichen. Mädler erzählt ihre Geschichte sachlich und ohne die DDR zu verklären. Sie verwendet eine distanzierte Erzählhaltung und nutzt Begriffe aus der Kybernetik, um das Verhalten ihrer Figuren zu beschreiben.</p>
<p>Die Geschichte dreht sich um Georg Paschke, der aus einer Arbeiterfamilie stammt. Um ihn herum bildet sich ein Kreis aus Georgs Freunden Roland und Marlies sowie seiner späteren Frau Helga. Im Laufe der Jahre stößt die Künstlerin Mona dazu. Sie versucht, in einem Staat, der alles regulieren will, ausreichend Freiheit für ihre Bilder zu erlangen.</p>
<p>Georg arbeitet zunächst auf dem Bau, beginnt aber 1960 ein Ökonomiestudium. Während dieser Zeit debattiert er mit Roland und Marlies, angeregt durch die Vorlesungen von Professor Benders, über die wirtschaftliche Ausrichtung des Landes. Roland plädiert für marktwirtschaftliche Reformen, Marlies hingegen verteidigt die Planwirtschaft. Georg selbst positioniert sich zwischen diesen Extremen. Er entwickelt eine Faszination für die neuen Großrechner, die versprechen, komplexe Datenströme in binäre Abläufe zu übersetzen. Die drei Freunde betrachten die Wirtschaft als regelbasiertes System und überlegen, wie die Planwirtschaft der DDR mithilfe der Kybernetik verbessert werden kann.</p>
<p>Mit dem Scheitern des Prager Frühlings im Jahr 1968 zerschlagen sich die Hoffnungen auf wirtschaftliche Verbesserungen und eine gesellschaftliche Liberalisierung. Das studentische Gefüge zerbricht. 1969 flieht Roland über die Donau in den Westen, während Georg den Weg in eine innere und berufliche Nische wählt. Er verlässt die Hochschule und arbeitet fortan als Programmierer im Rechenzentrum. Dort schreibt er mühsam Programme auf Lochkarten, oft nach dem Trial-and-Error-Prinzip, während die eigentliche Rechentechnik für ihn unerreichbar hinter einer Glasscheibe bleibt.</p>
<p>Die Autorin benutzt das technische Vokabular aus Regelkreisen, Rückkopplungen und Impulsen, um die emotionale Zurückhaltung ihrer Protagonisten zu schildern. Diese im Krieg geborene Generation hat gelernt, ihre Gefühle zu kontrollieren. Emotionale Vorsicht prägt auch Georgs Annäherung an Mona. Ihre Versuche, ihn bei der Arbeit künstlerisch zu porträtieren, scheitern an den Absurditäten der DDR‑Mangelwirtschaft. So manipuliert beispielsweise ein Mitarbeiter im Rechenzentrum ein Programm zur Fischverteilung, um sich exklusiv Aal zu sichern. Die daraufhin einsetzende Untersuchung der Staatssicherheit wegen Sabotageverdachts verschärft die Sicherheitsvorkehrungen im Betrieb und verhindert Monas Kunstaktion. Solche Vorfälle verdeutlichen, wie die staatliche Kontrolle selbst in die kleinsten privaten und beruflichen Nischen hineinreichte.</p>
<p>Die Fragilität dieser Rückzugsorte veranschaulicht der Roman unter anderem anhand einer Bungalowsiedlung in einem Dorf nahe Wandlitz bei Berlin. Georg und seine Familie bauen sich dort Ende der 1960er-Jahre aus alten Türen von Abbruchhäusern ein Wochenendhaus, um sich ins Private zurückzuziehen. Doch die vermeintliche Abgeschiedenheit erweist sich als Trugschluss. Mitte der 1970er-Jahre wird unmittelbar hinter den Grundstücken ein Stacheldrahtzaun errichtet. Erst nach der Wende erfahren die Bewohner, dass sich dahinter der geheime, dreistöckige Atomschutzbunker der DDR befand. Die Siedler bewegen sich unter den Ferngläsern patrouillierender Soldaten und versuchen, sich zwischen Vorsicht, Anpassung und kleinen Gesten der Annäherung, wie dem Reichen von Bier durch den Zaun, zu arrangieren.</p>
<p>Mitte der 1980er-Jahre verödet Monas sommerlicher Zufluchtsort nahe Bernau. In diesem Zeitraum stellen immer mehr ihrer Künstlerfreunde Ausreiseanträge und werden daraufhin mit Berufsverboten und sozialer Isolation belegt. Mit dem Zusammenbruch der DDR und dem Verlust seiner Arbeit gerät Georg in den 1990er-Jahren aus dem Gleichgewicht. Mit inzwischen fünfzig Jahren beginnt für ihn eine Phase der Selbstbefragung bei langen Läufen durch die brandenburgischen Wälder. Der Roman beschreibt den Übergang von der Scham über das eigene Mitläufertum zum Trotz.</p>
<p>Peggy Mädler zeigt, wie sich die Hoffnungen ihrer Figuren im Laufe der Zeit verändern. Georg und seine Freunde glauben zunächst daran, die DDR durch neue Ideen verbessern zu können. Nach dem Scheitern dieser Hoffnungen ziehen sie sich immer mehr ins Private zurück und versuchen, trotz der staatlichen Kontrolle ihren eigenen Freiraum zu bewahren. Auch nach der Wende müssen sie mit den Folgen ihrer früheren Entscheidungen und der Veränderungen in ihrem Leben umgehen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-peggy-maedler/">Buchvorstellung: „Selbstregulierung des Herzens“ von Peggy Mädler</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Jägerschnitzel. Der Ost-Ost-Blick #8: Im Rückwärtsgang nach vorn</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/jaegerschnitzel-der-ost-ost-blick-8-im-rueckwaertsgang-nach-vorn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Sep 2026 05:30:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diesmal widmet sich Julian Nejkow der bevorstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Seine Verwunderung ist groß. Am Ende wagt er eine Prognose.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8046-3" class="wp-image-8046" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Nejkow.jpg" alt="Julian Nejkow, 1988 in Thüringen geboren, ist Deutsch-Bulgare mit Bindestrichidentität. Er hat Politikwissenschaft in Jena und Dresden studiert. Seit 2021 beschäftigt er sich verstärkt mit Ostdeutschland. Abbildung: Paul Glaser" width="600" height="600">Julian Nejkow, 1988 in Thüringen geboren, ist Deutsch-Bulgare mit Bindestrichidentität. Er hat Politikwissenschaft in Jena und Dresden studiert. Seit 2021 beschäftigt er sich verstärkt mit [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Diesmal widmet sich Julian Nejkow der bevorstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Seine Verwunderung ist groß. Am Ende wagt er eine Prognose.</p>
<p><span id="more-10429"></span></p>
<div id="attachment_8046-4" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8046-4" class="wp-image-8046" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Nejkow.jpg" alt="Julian Nejkow, 1988 in Thüringen geboren, ist Deutsch-Bulgare mit Bindestrichidentität. Er hat Politikwissenschaft in Jena und Dresden studiert. Seit 2021 beschäftigt er sich verstärkt mit Ostdeutschland. Abbildung: Paul Glaser" width="600" height="600"><p id="caption-attachment-8046-4" class="wp-caption-text">Julian Nejkow, 1988 in Thüringen geboren, ist Deutsch-Bulgare mit Bindestrichidentität. Er hat Politikwissenschaft in Jena und Dresden studiert. Seit 2021 beschäftigt er sich verstärkt mit Ostdeutschland. Er ist einer der Podcast-Hosts von „Nach meiner Kenntnis sofort!“ Abbildung: Paul Glaser</p></div>
<p>„Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern.“ André Malraux muss es wissen, schließlich blickte er auf ein turbulentes Leben als Künstler, Schriftsteller, Soldat und Politiker zurück. Doch man sollte Malraux nicht falsch verstehen. Der Franzose lebte nie in der Vergangenheit, sondern ließ sie in sein der Zukunft zugewandtes Wirken einfließen. Immer wieder denke ich daran, wenn ich als politischer Beobachter auf die aktuellen Geschehnisse blicke.</p>
<p>Sachsen-Anhalt ist ein junges, „neues“ Bundesland: 1947 gegründet, 1990 wiederentdeckt und neu gegründet. In Bezug auf das Alter seiner Bewohner verhält es sich jedoch anders: Mit im Schnitt 48,3 Jahren lebt hier die älteste Bevölkerung eines Bundeslandes. So mag es doch ein wenig verwundern, dass gerade und vor allem Menschen dieser Generation zu über 40 Prozent dem 35-jährigen Havelberger Ulrich Siegmund vertrauen, der laut Spiegel „der gefährlichste Mann Deutschlands“ ist. Der Kaufmann mit Studienabschluss gründete Unternehmen und wird abschätzig gern als der „Raumduftverkäufer“ bezeichnet. Nach einem kurzen Intermezzo in der CDU ist er, trotz seines jungen Alters, ein Urgestein der AfD geworden. Kurze Berufsbiografie, beeindruckende Parteikarriere. Spitzenkandidat der AfD bei den Landtagswahlen am Sonntag.</p>
<p>Dort hört meine Verwunderung nicht auf. Siegmund ist ein Mann, der die „gute alte Zeit“ zurück will. Konkret spricht er vom Sachsen-Anhalt der 90er-Jahre, als er selbst noch ein Kleinkind war und als von 1994 bis 2002 die SPD regierte. Als die Menschen in Scharen in die „alten Bundesländer“ abwanderten, der Hauptarbeitgeber das Arbeitsamt war, die Infrastruktur zurückgebaut wurde oder verfiel und die Dagebliebenen sich in vielerlei Hinsicht neu orientieren mussten – neben rechten Gewaltexzessen und einer „Zonenberichterstattung“, die keine Gelegenheit ausließ, ein ödes, rückständiges Land und Volk zu brandmarken.</p>
<p>Sein zwölf Jahre älterer Konkurrent ist Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) aus Quedlinburg, der Stadt mit dem Titel UNESCO-Weltkulturerbe. Schulze ist Wirtschaftsingenieur und verfügt über sieben Jahre Berufsbiografie. Danach eine Parteikarriere: seit 2014 in Europa, dann ab 2021 Minister in Sachsen-Anhalt, seit Januar Ministerpräsident. Im Vergleich zu Siegmund ist er unprätentiös und pragmatisch – eigentlich Werte, die in Sachsen-Anhalt Sympathie finden.</p>
<p>Doch dort geht meine Verwunderung weiter. In Sachsen-Anhalt scheint bei dieser Wahl alles anders zu sein. In einem nicht gekannten Ausmaß finden hier derzeit eine Mobilisierung und eine Politisierung statt. Nicht nur, dass Siegmund regelmäßig große Säle und Marktplätze füllt. Die Menschen bedienen auch fleißig den Wahl-O-Mat und kennen sich, was Reporter aus der ganzen Republik verwundert, gut mit den Wahlprogrammen aus oder geben es vor. Einer sagt ganz unverblümt in die Kamera: „Ich weiß, was die wollen, das will ich auch.“</p>
<p>„Alles ist möglich“, lautet der Slogan der AfD. „Sachsen-Anhalt stärker machen“, titelt die CDU. Das gipfelt in der tragischen Komik, dass die AfD einen pompösen Wahlkampfabschluss in Magdeburg mit allem, was die AfD zu bieten hat, zelebrieren wird. Das kann oder will die CDU nicht riskieren. Buhrufe einer möglichen Rede von Friedrich Merz gelten als gewiss.</p>
<p>Auch da hört meine Verwunderung noch nicht auf. Sind doch Ostdeutsche eher dafür bekannt, Menschen im Rampenlicht und glamouröse Gestalten kritisch zu betrachten. Siegmund ist eher Poppolitiker, Schulze der pragmatische Problemlöser. Doch der spröde wirkende Schulze dringt nicht durch. Da helfen auch keine Verweise auf das knapp 100-seitige Parteiprogramm der CDU, das von den 150 Seiten der AfD als „Regierungsprogramm“ locker überholt wird. Die geneigten Leser wissen, dass solche Programme in der Regel, wenn überhaupt, nur von Parteifunktionären gelesen werden und vielleicht noch dem ein oder anderen Experten.</p>
<p>So bleibt eine Frage noch zu beantworten: Wie geht das alles aus?</p>
<p>Meine Prognose: AfD 38 Prozent, CDU 25 Prozent, Linke 12 Prozent, SPD 8 Prozent, Grüne 6 Prozent, der Rest wird es wohl nicht schaffen. Möge man mich nach der Wahl an meiner Prognose messen.</p>
<p>Und dann würde ich allen Sachsen-Anhaltern Goethes Ausspruch zurufen: „Nur was sich ändert, bleibt bestehen.“ Oder vielleicht doch: „Zurück in die Zukunft.“</p>
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<td><strong>BUCHTIPP:</strong>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-8127" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Nejkow_Hoellenjahre.jpg" alt width="200" height="284">Julian Nejkow: „Höllenjahre – von jetzt auf gleich”, epubli, Berlin 2024, 336 Seiten, 19,90 € (Softcover).</p>
<p>Mehr Informationen unter <a href="http://www.Ölbart.de" target="_blank" rel="noopener">ölbart.de</a>.</p></td>
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		<title>Buchvorstellung: „Niewiedervereinigung“ von Paula Fürstenberg</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-niewiedervereinigung-von-paula-fuerstenberg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>36 Jahre nach der Wiedervereinigung blickt Schriftstellerin Paula Fürstenberg zurück auf gebrochene Versprechen. Sie zeigt auf, warum für sie und andere Nachwendekinder die Idee der inneren Einheit fehlgeschlagen ist.</p>
<p>BUCHTIPP:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-10350" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Fuerstenberg-Niewiedervereinigung.jpg" alt="Das Cover von Paula Fürstenbergs Buch „Niewiedervereinigung“" width="280" height="458"><br />
Paula Fürstenberg: „Niewiedervereinigung: 100 Zwischenrufe zur deutschen Einheit“, Kiepenheuer &#38; Witsch Verlag, Köln 2026, 256 Seiten, 18 € (Hardcover).</p>
<p>Die Idee zum Buch entwickelte sich bei Paula Fürstenberg über fast zehn Jahre. Seit 2017 begleitet sie der Gedanke, [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-niewiedervereinigung-von-paula-fuerstenberg/">Buchvorstellung: „Niewiedervereinigung“ von Paula Fürstenberg</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>36 Jahre nach der Wiedervereinigung blickt Schriftstellerin Paula Fürstenberg zurück auf gebrochene Versprechen. Sie zeigt auf, warum für sie und andere Nachwendekinder die Idee der inneren Einheit fehlgeschlagen ist.<span id="more-9893"></span></p>
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<td><strong>BUCHTIPP: </strong>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-10350" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Fuerstenberg-Niewiedervereinigung.jpg" alt="Das Cover von Paula Fürstenbergs Buch „Niewiedervereinigung“" width="280" height="458"></p>
<p>Paula Fürstenberg: „Niewiedervereinigung: 100 Zwischenrufe zur deutschen Einheit“, Kiepenheuer &amp; Witsch Verlag, Köln 2026, 256 Seiten, 18 € (Hardcover).</p></td>
</tr>
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<p>Die Idee zum Buch entwickelte sich bei Paula Fürstenberg über fast zehn Jahre. Seit 2017 begleitet sie der Gedanke, dass wir die Einheit nicht brauchen. Das unhinterfragte gesellschaftliche Ziel von 1990, Ost- und Westdeutschland müssten zu einer Einheit zusammenwachsen, sei nicht nötig. Sie glaube auch nicht mehr ans Zusammenwachsen. Dabei unterscheidet die Autorin zwischen politischer und innerer Einheit. Mit „Niewiedervereinigung“ meint sie nicht die vollzogene politische Einheit, sondern deren mentale, geistige, kulturelle und emotionale Seite. Sie versteht den 9. November 1989 als demokratisches und den 3. Oktober 1990 als nationalistisches Momentum.</p>
<p>Ausgehend davon blickt die Autorin auf ihre Nachwendekindheit und Ostsozialisierung zurück. Zentrales Gefühl ihrer Kindheit in den 1990er-Jahren sei es gewesen, durchgehalten zu haben. An einen „Stolz auf das Erreichte“, wie er von Bundeskanzlern und Bundespräsidenten propagiert wurde, kann sie sich im Zusammenhang mit ihrer Kindheit in Potsdam nicht erinnern. Das Verhältnis zu ihrer Elterngeneration beschreibt sie als „Emotrouble Ost“. Einerseits empfindet sie Dankbarkeit: Ihre Eltern waren 1989 auf die Straße gegangen, hatten die Diktatur abgeschafft sowie Arbeitslosigkeit und Abstieg ertragen. Andererseits steht die Anklage, die Nachwendekinder mit Armut, Arbeitslosigkeit und Nazis allein gelassen zu haben. Fürstenberg wirft ihrer Elterngeneration vor, den Kontakt zu den Nachwendekindern abgebrochen und ihnen eine ökologische Katastrophe hinterlassen zu haben. Ihre eigene Generation versteht sie als „68er des Ostens“: Sie stehe für weniger Konfrontation und Wut, dafür für mehr „Verstehen wollen“ und Trauerarbeit. Ihr Fazit zur Nachwendekindheit ist dennoch ernüchternd: Deutschland habe es zum zweiten Mal in seiner Geschichte verpasst, eine antifaschistische Gesellschaft zu bilden. Von Versprechen wie „blühenden Landschaften” und Antifaschismus sei wenig geblieben. Stattdessen folgten Arbeitslosigkeit, Abwanderung und rechte Gewalt.</p>
<p>Die Leserschaft erhält einen Eindruck von Fürstenbergs Jugend in Potsdam, die sie in einem politisch linken Umfeld erlebte und in der sie nahezu täglich rechte Aufmärsche verhinderte. Diese „Baseballschlägerjahre“ haben sie geprägt. Dabei erkennt sie eine Verdrängungskultur ihrer Generation, von der sie selbst betroffen ist. Beim Ausräumen ihres Jugendzimmers findet sie akribisch gesammelte Zeitungsartikel über rechtsextreme Übergriffe in ihrer Gegend. Sie kann sich jedoch nicht daran erinnern, dass diese Vorfälle damals Thema gewesen wären. Auch einen Angriff auf ihren Freund Jonas hat sie anders in Erinnerung: Erst im erneuten Gespräch mit ihm erfährt sie, dass nicht nur ein Rechtsextremist, sondern sieben beteiligt waren und seine Verletzungen deutlich schwerer waren. Fürstenberg schließt daraus, dass sie den Vorfall verdrängt hat. Sie hält fest, dass man den Osten nicht ohne seine Gewalt erzählen könne. Aus Angst vor Klischees über die bestehende rechte Gewalt in Teilen Ostdeutschlands zu schweigen, sei falsch.</p>
<p>Die Autorin wirft auch einen Blick auf die „ostdeutsche Vergessenskultur“. Im Rahmen der Recherchen zu ihrem Debütroman besuchte sie das Stasigefängnis in Berlin-Hohenschönhausen. Als der ehemalige Insasse und Tourguide die Gruppe fragte, wer in der DDR geboren sei, hob nur sie die Hand. Er erklärte, Ostdeutsche würden den Ort selten besuchen. Fürstenberg versteht das Nichtbesuchen historischer Orte und das Nichtlesen von Stasiakten als Beispiel für ostdeutsche Vergessenskultur und als Ausdruck eines Gar-nicht-wissen-Wollens.</p>
<p>Eine weitere Erinnerungslücke sieht sie bei der Volkskammerwahl im März 1990: Viele ältere Ostdeutsche könnten sich nicht mehr daran erinnern, was sie gewählt hatten, obwohl es die erste freie Wahl in der DDR war. Fürstenberg erinnert daran, dass die Wähler damit zugleich für den bedingungslosen Beitritt zur BRD, die Ausdehnung des Grundgesetzes und die sofortige Währungsunion stimmten. Sie seien in dieser freien Wahl also keineswegs passiv gewesen. Kolonialisierungsvorwürfe gegenüber Westdeutschland seien demnach nicht berechtigt, denn der Westen habe den Osten nicht gegen seinen Willen eingenommen.</p>
<p>Auch die westdeutsche Seite kritisiert Fürstenberg. Politiker wie Helmut Kohl oder Christian Wulff beschrieben den 3. Oktober 1990 als Glücksgefühl und Freudentag. Gleichzeitig belagerten am selben Abend 200 Nazis das besetzte Haus „Kötschauer Mühle“ in Zerbst (Sachsen-Anhalt), setzten es in Brand und zwangen die Hausbesetzer, auf das Dach zu fliehen, um nicht zu verbrennen. Für Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderung, queere Menschen, obdachlose Menschen, Jüdinnen und Juden sowie Linke war der 3. Oktober deshalb kein Freudentag, sondern der Beginn lebensgefährlicher Zeiten, wie die Autorin schreibt.</p>
<p>Um eine echte Einheit zu erreichen, fordert Fürstenberg, das demokratische Momentum zu stärken. Dazu gehört für sie, den Nationalfeiertag vom 3. Oktober auf den 9. Oktober (Demonstrationen in Leipzig im Jahr 1989) oder den 4. November (die größte Demonstration in der Geschichte der DDR in Ostberlin) zu verlegen. So soll eine nationalistische Anschlussfähigkeit verhindert werden. Zudem solle Forsa jährlich fragen, wie es um die 1989 errungene Demokratie und ihr Versprechen von Teilhabe für alle stehe, statt zu fragen, ob die Deutschen als Volk zusammengewachsen seien. Die ostdeutsche Wut sollte nicht als grundsätzliche Ablehnung der Demokratie verstanden werden, sondern als Kritik an der Ausgestaltung der indirekten, parteipolitischen Demokratie.</p>
<p>Paula Fürstenberg betrachtet die Wende aus einem ungewohnten Blickwinkel. Ihr Buch hilft, den Umgang der Nachwendekinder mit der Wiedervereinigung zu verstehen und erklärt, warum gerade diese Generation die 1990er- und 2000er-Jahre mit vergleichsweise wenigen positiven Erlebnissen verbindet. Das Buch regt an, die Zeit seit dem 3. Oktober 1990 mit anderen Augen zu betrachten und zu verstehen, wie es zu einer Stärkung nationalistischer Kräfte in Deutschland kommen konnte.</p>
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		<title>Weltmeister, Rennstrecken, Hightech – Sachsen-Anhalt spielt vorne mit</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/weltmeister-rennstrecken-hightech-sachsen-anhalt-spielt-vorne-mit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ob Fußball, Handball, Schwimmen, Rhönradturnen oder Motorsport. Athleten aus Sachsen-Anhalt bringen in verschiedensten Disziplinen national und international beachtete Leistungen. So werden die Sportler zu Aushängeschildern des Bundeslandes.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10393" class="wp-image-10393" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/SC-Magdeburg-Handball.jpg" alt="Das Team des SC Magdeburg feiert auf dem Alten Markt in Magdeburg den Gewinn der deutschen Handballmeisterschaft 2025/2026. Abbildung: Michael Taeger/Jan Huebner" width="600" height="400">Das Team des SC Magdeburg feiert auf dem Alten Markt in Magdeburg den Gewinn der deutschen Handballmeisterschaft 2025/2026. Abbildung: Michael Taeger/Jan Huebner<br />
Die letzten Sekunden laufen [...]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ob Fußball, Handball, Schwimmen, Rhönradturnen oder Motorsport. Athleten aus Sachsen-Anhalt bringen in verschiedensten Disziplinen national und international beachtete Leistungen. So werden die Sportler zu Aushängeschildern des Bundeslandes.</p>
<p><span id="more-10389"></span></p>
<div id="attachment_10393-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10393-2" class="wp-image-10393" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/SC-Magdeburg-Handball.jpg" alt="Das Team des SC Magdeburg feiert auf dem Alten Markt in Magdeburg den Gewinn der deutschen Handballmeisterschaft 2025/2026. Abbildung: Michael Taeger/Jan Huebner" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10393-2" class="wp-caption-text">Das Team des SC Magdeburg feiert auf dem Alten Markt in Magdeburg den Gewinn der deutschen Handballmeisterschaft 2025/2026. Abbildung: Michael Taeger/Jan Huebner</p></div>
<p>Die letzten Sekunden laufen herunter. Die GETEC-Arena steht Kopf. Etwa 6.600 Zuschauer treiben den SC Magdeburg nach vorn. Nebenan strömen Zehntausende in die Avnet Arena zum Heimspiel des 1. FC Magdeburg. Währenddessen dröhnen in Oschersleben die Motoren über den Asphalt. Drei Sportarten, drei Schauplätze, eine Gemeinsamkeit: Sport bewegt Sachsen-Anhalt und ist tief verwurzelt. Emotional, gesellschaftlich und wirtschaftlich, so die <a href="https://www.investieren-in-sachsen-anhalt.de/wirtschaftsfoerderung?gad_source=1&amp;gad_campaignid=23830403465&amp;gbraid=0AAAAArFFB5ktQtMWhAqD-kgk7K_tmXbSb&amp;gclid=CjwKCAjw-rTUBhAiEiwADv8gBP-_VfIwkBeWNVkaeLdNhYNY91XAVDD5saw9mDU0RcFj749xobqtWBoCvXwQAvD_BwE" target="_blank" rel="noopener">Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt</a> (IMG Sachsen-Anhalt).</p>
<p>Dass der Sport hier seit Jahrzehnten einen besonderen Stellenwert genießt, zeigt schon das Stadtbild in der Landeshauptstadt. Auf dem Breiten Weg erinnert der „Sports Walk of Fame“ an Olympiasieger, Weltmeister und Erfolgstrainer. QR-Codes erzählen ihre Geschichten digital weiter. Doch der Blick richtet sich längst nicht nur zurück. Sport gehört heute zwischen Altmark und Harz zu den Top-Standortfaktoren.</p>
<div id="attachment_10395-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10395-2" class="wp-image-10395" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/FCM_Avnet-Arena_Foto-FCM_Norman-Seidler-2.jpg" alt="Die Fans des 1.FC Magdeburg beim Heimspiel. Der FCM und der SCM sind die sportlichen Aushängeschilder Sachsen-Anhalts. Abbildung: Norman Seidler, 1. FC Magdeburg" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10395-2" class="wp-caption-text">Die Fans des 1. FC Magdeburg beim Heimspiel. Der FCM und der SCM sind die großen sportlichen Aushängeschilder Sachsen-Anhalts. Abbildung: Norman Seidler, 1. FC Magdeburg</p></div>
<h2><span class="title-bg">Sportliche Aushängeschilder für Sachsen-Anhalt</span></h2>
<p>Besonders deutlich wird das bei den beiden großen Aushängeschildern. Wenn der 1. FC Magdeburg oder der SC Magdeburg Heimspieltag haben, reisen Fans aus dem gesamten Bundesgebiet an. Sie übernachten in Hotels, essen in Restaurants, nutzen Bus und Bahn und beleben den Einzelhandel. Hinzu kommen Einnahmen aus Sponsoring, Merchandising und Ticketverkauf. Was auf dem Spielfeld passiert, setzt eine wirtschaftliche Kette in Gang, von der zahlreiche Branchen profitieren. Fernsehübertragungen liefern Bilder aus Magdeburg regelmäßig in Millionen Wohnzimmer. Vor allem der SC Magdeburg hat sich mit seinen jüngsten Erfolgen zu einer internationalen Spitzenmarke entwickelt. Deutsche Meisterschaften, Champions-League-Titel oder der Gewinn der Klub-Weltmeisterschaft haben den Verein weltweit bekannt gemacht. Die beiden Traditionsvereine sind längst mehr als erfolgreiche Mannschaften – sie sind Markenbotschafter für Sachsen-Anhalt.</p>
<div id="attachment_10398-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10398-2" class="wp-image-10398" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/WM-2025_Leipzig_Spirale.jpg" alt="Die Rhönradturnerin Sophie Julius bei der WM 2025 in Leipzig. Abbildung: IMG Sachsen-Anhalt" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10398-2" class="wp-caption-text">Die Rhönradturnerin Sophie Julius bei der WM 2025 in Leipzig. Abbildung: IMG Sachsen-Anhalt</p></div>
<h2><span class="title-bg">Athleten schreiben hier Geschichte</span></h2>
<p>Seit Jahrzehnten bringt das Land Athletinnen und Athleten hervor, die bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen Medaillen gewinnen. Schwimmer wie der Olympiasieger und Weltrekordhalter Lukas Märtens, der Olympiasieger und mehrfache Weltmeister Florian Wellbrock, Weltmeisterin Isabel Gose oder Weltklasse-Kanuten wie Yul Oeltze stehen ebenso für diese Tradition wie die Radsportlegende Gustav-Adolf „Täve“ Schur, dessen Name bis heute weit über den Sport hinaus bekannt ist. Im Boxsport gehört Magdeburg seit Jahren zu den wichtigsten Adressen Deutschlands. Mit SES Boxing hat einer der erfolgreichsten deutschen Boxställe hier seinen Sitz. Europa- und Weltmeister wurden aufgebaut, internationale Titelkämpfe organisiert und regelmäßig bundesweit im Fernsehen übertragen. Auch sie machen Sachsen-Anhalt weit über die Landesgrenzen hinaus sichtbar. Und auch dort, wo das öffentliche Interesse kleiner ist, entstehen große Geschichten. Die 19-jährige Rhönradturnerin Sophie Julius aus Magdeburg etwa gewann jüngst zwei Weltmeistertitel und zeigt, wie breit der Leistungssport in Sachsen-Anhalt aufgestellt ist.</p>
<h2><span class="title-bg">Motorsport wird zum Testlabor</span></h2>
<p>Das gilt, wenn auch auf andere Art, für die Motorsport Arena Oschersleben. Wer an Deutschlands nördlichste Rennstrecke denkt, hat zuerst die spektakulären Rennen, volle Tribünen und internationale Rennserien vor Augen. Tatsächlich tut sich hier aber auch sehr viel zwischen den Rennwochenenden. Die Anlage arbeitet an nahezu 365 Tagen im Jahr und hat sich als vielseitiges Mobilitäts- und Veranstaltungszentrum entwickelt.</p>
<div id="attachment_10396-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10396-2" class="wp-image-10396" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/DTM-im-Juli-2026_Foto-Rebekka-Winter_Ring-Race-Shoot-2.jpg" alt="Die Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) im Juli 2006 in Oschersleben. Sie gilt als die bekannteste deutsche Automobilsport-Rennserie für GT3-Sportwagen. Abbildung: Rebekka Winter" width="600" height="337"><p id="caption-attachment-10396-2" class="wp-caption-text">Die Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) im Juli 2006 in Oschersleben. Sie gilt als die bekannteste deutsche Automobilsport-Rennserie für GT3-Sportwagen. Abbildung: Rebekka Winter</p></div>
<p>Zwischen den großen Motorsportevents wird die Strecke zum Testlabor für Fahrzeughersteller, zur Bühne für Produktpräsentationen und zum Treffpunkt für Unternehmen. Hersteller nutzen die Bedingungen für Testfahrten und Fahrzeugerprobungen, Teams bereiten sich auf Wettbewerbe vor, Firmen veranstalten Kundenevents, Incentives oder Fahrprogramme. Auch Motorradtrainings und spezielle Fahrerlebnisse gehören zum ganzjährigen Angebot. Im Fahrsicherheitszentrum der Arena dreht sich alles um Kontrolle und Sicherheit. Privatpersonen und Unternehmen mit ihren Fuhrparks trainieren gefährliche Situationen auf speziell präparierten Flächen.</p>
<h2><span class="title-bg">Die Wirtschaft hinter dem Sport</span></h2>
<p>Sportliche Erfolgsgeschichten werden häufig auch hinter den Kulissen mitgeschrieben. Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen entwickeln Ausrüstung, erforschen Bewegungsabläufe, programmieren digitale Anwendungen oder produzieren Material für den Wettkampf. Frisch im Bundesland niedergelassen hat sich <a href="https://www.sport-thieme.de/">Sport Thieme</a>. Das Familienunternehmen gilt als Europas Marktführer für Sportgeräte und hat seine Logistikaktivitäten in Haldensleben gebündelt. Vom Bördekreis aus verlassen jährlich Millionen Produkte das Lager – vom Tischtennisball über Therapiegeräte bis hin zu kompletten Sportanlagen. Vereine, Schulen, Fitnessstudios und Reha-Einrichtungen in ganz Europa werden aus Sachsen-Anhalt beliefert.</p>
<p>Sport wird heute auch digital gedacht. Das zeigt unter anderem das Magdeburger Start-up <a href="https://www.mycrocast.com/de/startseite/">Mycrocast</a>. Seine Audiotechnologie ermöglicht es, Live-Kommentare in Echtzeit auf Smartphones zu übertragen – unabhängig davon, wo sich die Zuschauer im Stadion befinden. Das Angebot soll vor allem Menschen mit einer Sehbehinderung ermöglichen, die Spiele zu verfolgen. Die Technologie kam bereits bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 und vielen Top-Spielen zum Einsatz.</p>
<h2><span class="title-bg">Wo die Zukunft trainiert</span></h2>
<p>Dass aus Ideen marktfähige Produkte werden, ist kein Zufall. Sachsen-Anhalt verfügt über eine Forschungslandschaft, in der Sport, Digitalisierung und Gesundheitswissenschaften immer enger zusammenwachsen. So bewegt man sich an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg unter anderem zwischen Gesundheits- und Rehabilitationssport, der Verbindung von Sport und Technologie sowie einem breiten Hochschulsport. Zur Förderung von Unternehmensgründungen im Bereich der Digitalisierung von Sport, Bewegung und Gesundheit hat die Uni das Digi Sports Lab im Angebot – wo kostenlos getestet, entwickelt und realisiert werden kann.</p>
<p>Auch die Hochschule Magdeburg-Stendal setzt auf sportliche Felder, bietet unter anderem die Studiengänge Gesundheitsmanagement und Gesundheitsfördernde Organisationsentwicklung an. Im neuen Biomechanik-Labor werden Lauf- und Bewegungsabläufe millimetergenau ausgewertet, um Verletzungen vorzubeugen und Trainingsmethoden zu verbessern. Gleichzeitig entwickelt sich rund um die Universitätsmedizin mit dem Health + IT Campus Magdeburg ein Netzwerk, das Spitzenmedizin, Prävention, Forschung und Unternehmen enger miteinander verbindet.</p>
<div id="attachment_10397-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10397-2" class="wp-image-10397" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Das-Team-von-Magdeburg-eSports.jpg" alt="Das Team von Magdeburg eSports gewinnt den ESBD-Vereinspokal. Abbildung: Maria Manneck" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10397-2" class="wp-caption-text">Das Team von Magdeburg eSports gewinnt den ESBD-Vereinspokal. Abbildung: Maria Manneck</p></div>
<h2><span class="title-bg">Digitale Spielfelder</span></h2>
<p>Dass Digitalisierung inzwischen selbst zum Spielfeld geworden ist, zeigt ein weiterer Wachstumsmarkt: E-Sport. Längst verfolgen weltweit Millionen Menschen digitale Wettkämpfe, professionelle Teams werden von Sponsoren unterstützt und große Turniere füllen Arenen. Auch Sachsen-Anhalt ist an dieser Entwicklung beteiligt. Mit Netzwerken wie Games &amp; XR Mitteldeutschland und dem E-Sport Hub Sachsen-Anhalt gibt es Strukturen, die Unternehmen, Vereine und Entwickler zusammenbringen. Zudem engagieren sich die Akteure, um politische Rahmenbedingungen für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Nutzung von E-Sport im Land weiter voranzutreiben. Der Magdeburg eSports e.V. gilt als einer der mitgliederstärksten gemeinwohlorientierten Vereine seiner Art. Die Mitglieder engagieren sich für die Gaming-Community in Magdeburg, veranstalten Treffen und Themenabende, bieten unter anderem Jugendtrainings an, um Medien- und Digitalkompetenz zu stärken, und kooperieren mit Unternehmen, Schulen und der Otto-von-Guericke-Universität.</p>
<h2><span class="title-bg">Präzision „Made in Sachsen-Anhalt“</span></h2>
<p>Bei Spielen ganz anderer Art macht ein Produkt aus Sachsen-Anhalt den professionellen Unterschied: Ob beim Biathlon Weltcup oder bei Olympischen Spielen – häufig entscheidet Munition aus Schönebeck über Hundertstel. Mit einer Investition von rund 15 Millionen Euro hat der internationale Konzern Nammo seinen Standort im Salzlandkreis im Sommer 2026 deutlich ausgebaut. In der neuen Produktionshalle entstehen hochwertige Sportmunitionen für den internationalen Markt. Vor allem im Biathlon genießt die Marke Lapua einen exzellenten Ruf. Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina vertraute die überwiegende Mehrheit der Athletinnen und Athleten auf Munition aus Schönebeck.</p>
<h2><span class="title-bg">Wo Sport ganze Regionen bewegt</span></h2>
<p>Dabei sein ist alles – die wirtschaftliche Kraft des Sports zeigt sich überall dort, wo Veranstaltungen Gäste anziehen und Regionen beleben. Neben vielen anderen bedeutenden Läufen bringt der Magdeburg Marathon Jahr für Jahr mehrere Tausend Läuferinnen und Läufer an den Start. Der Tangermünder Elbdeichmarathon im Frühling gehört zu den beliebtesten Landschaftsläufen Deutschlands. Im Magdeburger Herrenkrugpark treffen sich Besucher zu den traditionsreichen Pferderennen, auf der Elbe sorgen Drachenbootrennen für volle Ufer, und Triathlon- oder Radsportveranstaltungen locken Aktive ebenso wie Zuschauer nach Sachsen-Anhalt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Buchvorstellung: „Handwerk Ost“</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-handwerk-ost/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie passten private Handwerksbetriebe in die DDR-Planwirtschaft und was motivierte Menschen dazu, in ihnen zu arbeiten? In ihrem Buch geben Alexia Pooth und Thomas Schaarschmidt einen Einblick in den Alltag des privaten Handwerks in der DDR. Sie beschreiben dessen Entwicklung bis heute.</p>
<p>BUCHTIPP:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-9073" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/03/Pooth_Alexia_Handwerk_Ost_2026.jpg" alt="Das Cover von Alexia Pooth und Thomas Schaarschmidts Buch, Handwerk Ost" width="280" height="399"><br />
Alexia Pooth, Thomas Schaarschmidt: „Handwerk Ost: Arbeits- und Lebenswelten zwischen Plan und Markt“, Berlin 2026, 360 Seiten, 28 €.</p>
<p>Das Buch [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie passten private Handwerksbetriebe in die DDR-Planwirtschaft und was motivierte Menschen dazu, in ihnen zu arbeiten? In ihrem Buch geben Alexia Pooth und Thomas Schaarschmidt einen Einblick in den Alltag des privaten Handwerks in der DDR. Sie beschreiben dessen Entwicklung bis heute.</p>
<p><span id="more-10099"></span></p>
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<tbody>
<tr>
<td><strong>BUCHTIPP: </strong>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-9073" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/03/Pooth_Alexia_Handwerk_Ost_2026.jpg" alt="Das Cover von Alexia Pooth und Thomas Schaarschmidts Buch, Handwerk Ost" width="280" height="399"></p>
<p>Alexia Pooth, Thomas Schaarschmidt: „Handwerk Ost: Arbeits- und Lebenswelten zwischen Plan und Markt“, Berlin 2026, 360 Seiten, 28 €.</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Das Buch zeichnet die Entwicklung des ostdeutschen Handwerks von der Gründung der DDR über die Umbruchzeit 1989/90 bis zur Jahrtausendwende und darüber hinaus nach. Grundlage ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Forschungsprojekt zur Gesellschaftsgeschichte des ostdeutschen Handwerks, das 2021 am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam durchgeführt wurde. Dafür interviewten die Kunst- und Kulturhistorikerin Alexia Pooth und der Zeithistoriker Thomas Schaarschmidt Handwerkerinnen und Handwerker verschiedener Gewerke. In ihren Erinnerungen berichten diese über ihre Ausbildung, den Arbeitsalltag in privaten Handwerksbetrieben der DDR, die Herausforderungen ihres Berufs und die Entwicklung des ostdeutschen Handwerks über mehrere Jahrzehnte. Zusätzlich zu den Interviews griffen die Autoren auf bestehende Literatur und Forschungsarbeiten zurück.</p>
<p>Zu Beginn ordnet das Buch die Entwicklung des Handwerks in der DDR historisch ein. Bereits unmittelbar nach der Staatsgründung wurde das Handwerk durch gesetzliche Vorgaben von der Industrie abgegrenzt und stärker staatlich reguliert. Dazu gehörte, dass der Staat Handwerksbetriebe mit über zehn Mitarbeitenden der Industrie zurechnete. Mit dem Gesetz zur Förderung des Handwerks von 1950 sowie der Förderung der Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH) ab 1955 wurden genossenschaftliche Betriebe gegenüber privaten Handwerksbetrieben unter anderem bei der Materialversorgung und Kreditvergabe bevorzugt. Um die Importabhängigkeit von der Bundesrepublik zu verringern und die wirtschaftliche Krise zu überwinden, führte die DDR 1963 das „Neue Ökonomische System der Planung und Leitung“ (NÖS) ein. In diesem Zusammenhang wurde die Örtliche Versorgungswirtschaft (ÖVW) in den Räten der Kreise, Städte und Gemeinden geschaffen, um das private und genossenschaftliche Handwerk in das Reformprogramm einzubinden. Auf das NÖS folgte 1967 das Ökonomische System des Sozialismus (ÖSS).</p>
<p>Mit dem Machtwechsel zu Erich Honecker 1971 wurden NÖS und ÖSS beendet und es kam zu einer planwirtschaftlichen Zentralisierung, wie zuvor in den 1950er-Jahren. Die örtlichen Staatsorgane wurden gestärkt, die Handwerkskammern den Räten der Bezirke unterstellt, die Lehrlingszuteilung reglementiert und die Meisterausbildung in das staatliche Bildungssystem integriert. Nachdem sich Mitte der 1970er-Jahre Produktionsprobleme und Nachwuchssorgen zeigten, reagierte der Staat mit einer höheren Zahl an Gewerbegenehmigungen, besseren Kreditbedingungen, Steuererleichterungen und einer Ausweitung der Lehrlingszahlen. In den 1980er-Jahren nahm das private Handwerk schließlich eine nicht zu ersetzende Stellung ein, da sich die wirtschaftliche Lage verschlechterte und ein Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage entstand. Der Staat musste den Autoren zufolge akzeptieren, dass das private Handwerk seine Dienstleistungen schneller, freundlicher und kundenorientierter anbot als staatliche Betriebe.</p>
<p>Einen weiteren Schwerpunkt des Buches bilden Ausbildung und Berufsalltag. Anhand der Interviews sowie bestehender Forschung und vorhandener Literatur arbeiten die Autoren fünf unterschiedliche Gruppen heraus, die aus verschiedenen Gründen einen Handwerksberuf ergriffen – von Handwerkskindern über junge Menschen, denen der Weg zum Abitur oder Studium verwehrt blieb, bis hin zu Jugendlichen, die im Handwerk größere persönliche Freiräume oder bessere Verdienstmöglichkeiten sahen. Darüber hinaus wird erläutert, wie Schülerinnen und Schüler der Polytechnischen Oberschule beispielsweise durch das Fach Produktive Arbeit (PA) an das Berufsleben herangeführt wurden. Die Zeitzeugenberichte vermitteln zugleich einen anschaulichen Eindruck vom Arbeitsalltag. Sie schildern die technische Ausstattung der Betriebe, die Planbilanzen, die schwierige Materialbeschaffung und den Umgang mit staatlichen Vorgaben. So berichten die Buchbinder Cornelius und Christian Rüss, wie ein Buchbinder zur damaligen Zeit im Papierkontor in Berlin dringend benötigte Pappe mithilfe von Tauschgeschäften beschaffen konnte und dabei immer Gefahr lief, gegen das Gesetz zur spekulativen Warenhortung zu verstoßen.</p>
<p>Darüber hinaus thematisiert das Buch die finanziellen Spielräume privater Handwerker, die Urlaubsregelungen sowie die sogenannte Feierabendarbeit. Dabei wird zwischen der offiziell erwünschten Arbeit für das sozialistische Gemeinwohl und privat ausgeführten, nicht erfassten Arbeiten unterschieden. Zugleich zeigen die Interviews, dass diese Grenzen in der Praxis häufig fließend waren.</p>
<p>Ein weiterer Schwerpunkt ist die Umbruchzeit 1989/90 und der Übergang des privaten Handwerks von der DDR in die Bundesrepublik. Anhand verschiedener Lebensgeschichten wird deutlich, wie unterschiedlich Handwerker diese Zeit erlebten. Während der Weimarer Kfz-Mechaniker Rainer Pirnke von einem bereits gut etablierten Betrieb profitierte und den Wandel erfolgreich bewältigte, entschied sich der Optiker Stefan Scharnbeck bewusst gegen eine Anstellung im Industrieladen von Zeiss Jena und für die Selbstständigkeit mit einem Optikerladen in Potsdam. Rückblickend erklärt er, die Wende sei für ihn fünf Jahre zu früh gekommen, da der für seinen Privatbetrieb aufgenommene Kredit noch nicht abbezahlt war.</p>
<p>Viele Interviewte nutzten nach Angaben der Autoren die Gespräche des Forschungsprojektes, auf dem das Buch basiert, um ihre Berufsbiografie zu reflektieren. Dabei war ihnen wichtig, den Alltag des privaten Handwerks in der DDR möglichst authentisch darzustellen. Diese Authentizität wird im Buch gut spürbar. Alexia Pooth und Thomas Schaarschmidt verbinden historische Einordnungen mit den persönlichen Erinnerungen der Interviewteilnehmer und eröffnen einen anschaulichen Einblick in ein für die DDR und Ostdeutschland prägendes Thema, das bislang von der Geschichtswissenschaft vergleichsweise wenig behandelt wurde.</p>
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		<title>In eigener Sache: Unsere Leserumfrage</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/in-eigener-sache-unsere-leserumfrage/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ostdeutschland.info vor zwei Jahren online gegangen ist, wussten wir zwar, was wir vorhaben, aber nicht, ob das auch jemanden interessiert. Mittlerweile ist klar: Unser Infoportal genießt eine hohe Aufmerksamkeit. Nun wollen wir Sie, unsere Leser, näher kennenlernen. Bitte nehmen Sie bis zum 20. September an unserer kurzen Umfrage teil. Es gibt auch etwas zu gewinnen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10386" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Ost-Info-Umfrage-2026-Kachel_neu.jpg" alt="Die Leserumfrage von ostdeutschland.info. Abbildung: ostdeutschland.info" width="600" height="337"><br />
Wer wir sind, was wir vorhaben und mitunter denken, das finden Sie [...]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ostdeutschland.info vor zwei Jahren online gegangen ist, wussten wir zwar, was wir vorhaben, aber nicht, ob das auch jemanden interessiert. Mittlerweile ist klar: Unser Infoportal genießt eine hohe Aufmerksamkeit. Nun wollen wir Sie, unsere Leser, näher kennenlernen. Bitte nehmen Sie bis zum 20. September an unserer kurzen Umfrage teil. Es gibt auch etwas zu gewinnen.</p>
<p><span id="more-10258"></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10386" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Ost-Info-Umfrage-2026-Kachel_neu.jpg" alt="Die Leserumfrage von ostdeutschland.info. Abbildung: ostdeutschland.info" width="600" height="337"></p>
<p>Wer wir sind, was wir vorhaben und mitunter denken, das finden Sie 24/7 auf unserer Website. Wer dagegen Sie sind, wissen wir eigentlich nur über Ihre Zuschriften und Social-Media-Kommentare. Das wollen wir nun ändern. Durch unsere Umfrage möchten wir mehr von Ihnen kennenlernen und mehr von Ihnen wissen.</p>
<p>Uns interessiert, wie viele von Ihnen Ostdeutsche sind und was Sie über den Osten denken. Wo sind Unterschiede spürbar und was muss ggf. noch geschehen, damit zusammenwächst, was zusammengehört? Haben Sie Lieblingsbücher zu Ostdeutschland? Welche ostdeutschen Persönlichkeiten finden Sie sympathisch, welche nicht gerade wohltuend?</p>
<h2><span class="title-bg">Mitmachen hilft – und lohnt sich!</span></h2>
<p>Unsere Umfrage umfasst 24 kurze Fragen. Das schaffen Sie in fünf Minuten. Alle Angaben werden anonym ausgewertet. Personenbezogene Daten erhält ausschließlich ostdeutschland.info. Mit Ihrer Teilnahme <span style="color: #ff3eb5;">bis zum 20. September 2026</span> tragen Sie zu einem aktuellen Stimmungsbild bei und helfen uns, die ostdeutschland.info-Leser besser zu verstehen. Außerdem sichern Sie sich mit ihr die Chance auf einen attraktiven Gewinn. Unter allen Teilnehmern verlosen wir:</p>
<ul>
<li>25 Sammelbände „Denke ich an Ostdeutschland ... “, Band 1, Berlin 2024, 224 Seiten, Hardcover im Wert von je 79,90 € und</li>
<li>25 Sammelbände „Denke ich an Ostdeutschland ... “, Band 2, Berlin 2025, 224 Seiten, Hardcover im Wert von je 79,90 €.</li>
</ul>
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                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-10265 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-08-03 14:31:12" data-filename="PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein-400x600.jpg" data-slide-type="image"><a href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" target="_blank" aria-label="Jetzt bestellen." class="metaslider_image_link"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein-400x600.jpg" height="600" width="400" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... (Band 2). Jetzt bestellen!" class="slider-10263 slide-10265 msDefaultImage" title="Denke ich an Ostdeutschland ... (Band 2). Jetzt bestellen!"></a></li>
            </ul>
        </div>
        
    </div>
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<p>Die Gewinner werden nach Ablauf der Befragung informiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.</p>
<h2><span class="title-bg">Unsere Leserumfrage 2026</span></h2>
[contact-form-7]
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			</item>
		<item>
		<title>Buchvorstellung: „Die Jugend malt wieder Hakenkreuze“</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-die-jugend-malt-wieder-hakenkreuze/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rechtsextreme Symbole und Haltungen normalisieren sich zunehmend im Alltag. Die Journalistin Manuela Müller ist diesem Phänomen auf den Grund gegangen. Sie zeigt am Beispiel ihrer sächsischen Heimat, wie sich eine Generation junger Menschen in Ostdeutschland radikalisiert hat.</p>
<p>BUCHTIPP:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-10094" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Mueller_Die-Jugend-malt-wieder-Hakenkreuze_Cover_2026.jpg.jpg" alt width="280" height="459"><br />
Manuela Müller: „Die Jugend malt wieder Hakenkreuze – Von der Radikalisierung einer Generation“, Tropenverlag, Stuttgart 2026, 240 Seiten, 18 € (Klappenbroschur).</p>
<p>Müller, die als Reporterin bei der Freien Presse Chemnitz arbeitet, blickt auf Erfahrungen aus ihrer [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-die-jugend-malt-wieder-hakenkreuze/">Buchvorstellung: „Die Jugend malt wieder Hakenkreuze“</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Rechtsextreme Symbole und Haltungen normalisieren sich zunehmend im Alltag. Die Journalistin Manuela Müller ist diesem Phänomen auf den Grund gegangen. Sie zeigt am Beispiel ihrer sächsischen Heimat, wie sich eine Generation junger Menschen in Ostdeutschland radikalisiert hat.</p>
<p><span id="more-10208"></span></p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>BUCHTIPP: </strong>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-10094" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Mueller_Die-Jugend-malt-wieder-Hakenkreuze_Cover_2026.jpg.jpg" alt width="280" height="459"></p>
<p>Manuela Müller: „Die Jugend malt wieder Hakenkreuze – Von der Radikalisierung einer Generation“, Tropenverlag, Stuttgart 2026, 240 Seiten, 18 € (Klappenbroschur).</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Müller, die als Reporterin bei der Freien Presse Chemnitz arbeitet, blickt auf Erfahrungen aus ihrer eigenen Kindheit zurück und sie spricht mit Betroffenen, die von ihren Erfahrungen mit dem wachsenden Rechtsextremismus berichten. Gleich zu Beginn nimmt die Autorin die Leserschaft mit auf einen Spaziergang, den sie gemeinsam mit ihrer jugendlichen Tochter in Zwickau unternommen hat. Dabei entdecken Mutter und Tochter schockiert Hakenkreuze an Holztoren, Straßenlaternen und auf einer schmalen Mauer zwischen zwei Garagentoren.</p>
<p>Einen Einblick in die Radikalisierung junger Menschen erhält Müller unter anderem durch das Gespräch mit Judith. Sie erzählt der Autorin von ihrem dreizehnjährigen Sohn Kurt. Alles beginnt bei einem gemeinsamen Einkaufsbummel: Kurt nimmt eine Jacke der Marke „Lonsdale“ vom Kleiderhaken und probiert sie an. Judith beschreibt, dass ihr Sohn zum ersten Mal sehr genau weiß, welche Kleidung er tragen möchte. Er nennt den Stil „Casual Style“ und bevorzugt die Marken Lonsdale, Fred Perry und Lyle &amp; Scott. Judith denkt sich zunächst nichts dabei und kauft Kurt die Lonsdale-Jacke. Erst später stößt sie im Internet auf Bilder von rechtsextremen Jugendlichen und beginnt, die Radikalisierung ihres Sohnes zu realisieren. Doch es bleibt nicht bei der Kleidung. Kurt bringt in seinem Zimmer Sticker der AfD mit der Aufschrift „Abschiebeoffensive starten!“ an. Als Judith diese entdeckt, verpflichtet sie ihn, sie wieder zu entfernen. Nur widerwillig kommt der Junge ihrer Aufforderung nach. Auch Flaggen möchte Kurt in seinem Zimmer aufhängen und bringt eines Tages die Reichskriegsflagge mit. Diese muss er umgehend wieder zurückbringen.</p>
<p>Als Manuela Müller Judith besucht, entdeckt sie Sticker der AfD mit der Aufschrift „Zwickau wählt blau“ sowie Aufkleber der Hooligan-Gruppierung „Faust des Ostens“ von Dynamo Dresden. Judith erklärt, dass diese Dinge Zugeständnisse an Kurt seien, um ihren Sohn nicht zu verlieren. In ihrem Gespräch beschreibt sie den immer wiederkehrenden Kampf gegen Kurts weitere Radikalisierung.</p>
<p>Neben Eltern kommen auch Jugendliche zu Wort, die die Veränderungen bei Freunden oder Klassenkameraden beobachten. Eine von ihnen ist Anna. Bei ihrem Schwarm entdeckt sie die Radikalisierung, als sie auf sein Instagram-Profil stößt. Gleichzeitig erzählt sie von ihrer besten Freundin Leonie, die sie seit der Grundschule kennt und die zunehmend in die rechte Szene abrutscht. Was zunächst mit dem Entfernen und Überkleben von Stickern mit politisch linken Parolen beginnt, entwickelt sich bei Leonie immer weiter. Sie schimpft auf Linke, Homosexuelle und Ausländer und hängt schließlich ein Poster von AfD-Chefin Alice Weidel in ihrem Zimmer auf. Ein anderes Beispiel ist Max. Er wird während seiner Schulzeit mit Rechtsextremismus konfrontiert. Aus Trotz entwickelt er dabei zunehmend politisch linke Überzeugungen. Er erzählt von einer ehemaligen Freundin, deren Vater abends in der Küche die rechtsradikale Band „Landser“ zum „Abspannen“ hört und die Musik lauter dreht. Außerdem berichtet Max von Mädchen, die „Lipsync“ – also Synchronsingen – zum Landser-Lied „Arisches Kind“ machen und damit auf Instagram Likes sammeln.</p>
<p>Doch Müller beschränkt ihre Recherche nicht nur auf Gespräche mit Jugendlichen und deren Umfeld. Für ihr Buch besucht sie auch Simson-Treffen von Jugendlichen und spricht mit dem Organisator Dominic Würfel. Er zeigt sich schockiert über Vorfälle mit Hakenkreuzen und „Sieg-Heil“-Grüßen und versucht, die Schwierigkeiten, die er mit seinen Festivalbesuchern hat, von den Medien fernzuhalten. Auch mit der Zwickauer Oberbürgermeisterin Constance Arndt spricht Müller über ihre Erfahrungen als Politikerin im Kampf gegen die Radikalität von Jugendlichen.</p>
<p>Manuela Müller versucht in ihrem Buch, die Radikalisierung einer Generation junger Menschen in Ostdeutschland zu verdeutlichen. Dafür verbindet sie eigene Erfahrungen und Entdeckungen mit den Informationen aus Gesprächen mit Betroffenen, um die Wege und Beweggründe hinter der Radikalisierung zu verstehen. Aus diesem Zusammenspiel entsteht eine beeindruckende Lektüre. Das Buch zeigt, mit welchen Mitteln Rechtspopulisten bei jungen Menschen erfolgreich sind, wie Rechtsradikalität in manchen Regionen zur Normalität geworden ist und wie Jugendliche in die rechte Szene abdriften.</p>
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