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	<title>Wissenschaft Archive - ostdeutschland.info</title>
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	<description>Impulse für den Osten</description>
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	<title>Wissenschaft Archive - ostdeutschland.info</title>
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	<item>
		<title>Der Osten als Avantgarde #10: Ein Land – zwei Frauenbilder</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/der-osten-als-avantgarde-10-ein-land-zwei-frauenbilder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Mar 2026 06:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Netzwerk der gemeinnützigen Initiative DenkRaumOst hat es sich zum Ziel gesetzt, Ostdeutschlands Charme sichtbar zu machen. In Teil zehn ihrer Kolumne erzählt Jolina Oelsner, wie ostdeutsche Werte sie als Frau sozialisiert haben und dass der Osten beim Thema Frauenbilder vorreitende Perspektiven einbringt.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8980" class="wp-image-8980" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/03/Jolina_Oelsner.png" alt="Jolina Oelsner hat Design- und Innovationsmanagement (B.A.) sowie einen Doppelmaster in Innovationsmanagement, Sustainability &#38; Entrepreneurship an der TU Berlin und Management an der SGH Warschau absolviert. In ihrer Arbeit verbindet sie Erfahrungen [...]
</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/der-osten-als-avantgarde-10-ein-land-zwei-frauenbilder/">Der Osten als Avantgarde #10: Ein Land – zwei Frauenbilder</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Netzwerk der gemeinnützigen Initiative DenkRaumOst hat es sich zum Ziel gesetzt, Ostdeutschlands Charme sichtbar zu machen. In Teil zehn ihrer Kolumne erzählt Jolina Oelsner, wie ostdeutsche Werte sie als Frau sozialisiert haben und dass der Osten beim Thema Frauenbilder vorreitende Perspektiven einbringt.</p>
<p><span id="more-8976"></span></p>
<div id="attachment_8980" style="width: 410px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8980" class="wp-image-8980" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/03/Jolina_Oelsner.png" alt="Jolina Oelsner hat Design- und Innovationsmanagement (B.A.) sowie einen Doppelmaster in Innovationsmanagement, Sustainability &amp; Entrepreneurship an der TU Berlin und Management an der SGH Warschau absolviert. In ihrer Arbeit verbindet sie Erfahrungen aus Beratung, Startups und NGOs mit einem besonderen Fokus auf die Förderung diverser und insbesondere von Frauen geführter Startups. Sie engagiert sich in der Vernetzung von Gründer:innen, in der Bewertung und Begleitung von Gründungsvorhaben sowie in internationalen und entwicklungspolitischen Projekten." width="400" height="424"><p id="caption-attachment-8980" class="wp-caption-text">Jolina Oelsner hat Design- und Innovationsmanagement studiert und einen Doppelmaster in Innovationsmanagement, Sustainability &amp; Entrepreneurship. In ihrer Arbeit verbindet sie Erfahrungen aus Beratung, Start-ups und NGOs mit einem besonderen Fokus auf die Förderung diverser und insbesondere von Frauen geführter Start-ups.</p></div>
<p>Ich wurde gut zehn Jahre nach der Wende in Magdeburg geboren, also lange, nachdem die DDR nicht mehr existierte, und doch mit vielen ihrer Werte sozialisiert. Aufgewachsen bin ich mit dem Selbstverständnis, dass Frauen arbeiten, Verantwortung übernehmen und auch Karriere machen. Geprägt von gegenseitiger Unterstützung und der Haltung, dass Frauen sich in ihrem Erfolg einander stärken und Dinge auch einfach mal anpacken. Erst später wurde mir bewusst, dass diese Selbstverständlichkeit nicht überall geteilt wird und Sozialisierung, Strukturen und Erwartungen bis heute unterschiedlich wirken. Genau dort beginnt meine persönliche Perspektive auf Frauenrollen zwischen Ost und West.</p>
<p>2021 gründete sich ein frauengeführter Verein und ich war mittendrin. Ich hörte viele Lebensgeschichten und Erfahrungen meiner Mitstreiterinnen. So auch eines Nachmittags, als mir eine Praktikantin erzählte, wie stolz sie auf ihre Mutti sei, weil diese arbeite und Karriere gemacht habe. Nach ein paar Nachfragen stellte sich heraus, dass sie eine der wenigen unter den damaligen Schulkameradinnen gewesen war, die überhaupt berufstätig war. Die meisten anderen Frauen in ihrem Umfeld hatten sich als Hausfrauen der Kindererziehung gewidmet. Das hat mich tatsächlich ziemlich überrascht. Dies war eine Realität, die ich nur aus dem Fernsehen kannte. Nicht, dass Karriere etwas Besonderes war, sondern weil es als Errungenschaft klang, überhaupt arbeiten zu gehen. Später erfuhr ich, dass dies kein Einzelfall ist. Für rund die Hälfte der Frauen in Westdeutschland war das Hausfrauenmodell lange Zeit Realität oder zumindest prägend. Für mich war das irritierend. Mir wurde klar, wie sehr sich mein eigenes, ostdeutsches Verständnis davon unterschied, was normal für andere war. In meinem Umfeld kannte und kenne ich bis heute keine Frau, die nicht erwerbstätig war oder ist. Diese Sozialisierung spiegelte sich auch in Zahlen: bevor die Mauer fiel. In der DDR waren vor dem Mauerfall über 90 Prozent der Frauen berufstätig, der höchste Wert weltweit. <a href="https://www.sozialpolitik-aktuell.de/files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Arbeitsmarkt/Datensammlung/PDF-Dateien/tabIV31.pdf" target="_blank" rel="noopener">Laut Studien</a> von 2024 liegt die Erwerbstätigenquote von Frauen in Deutschland heute bei rund 75 Prozent.</p>
<p>Für mich war Arbeit bis dahin nie ein Zeichen von Emanzipation, sondern selbstverständlich. Frauen arbeiteten. Punkt. Nicht aus besonderem Ehrgeiz, nicht als politisches Statement, sondern weil es normal und notwendig war. Zu Hause zu bleiben stand kaum zur Debatte und wurde sogar eher verpönt. Vielmehr galt: Wirtschaftliche Eigenständigkeit gehörte zum Frausein dazu, weil Mutterschaft und Beruf keine Gegensätze waren, sondern parallel gedacht wurden. Entsprechend war auch die Infrastruktur ausgerichtet: Krippen und Kindergärten waren länger geöffnet und flächendeckend verfügbar. Frühkindliche Betreuung mit klarem Erziehungsauftrag war im Osten strukturell verankert, um Familie und Beruf zu vereinbaren. Anfang der 2000er ging ich selbstverständlich in Krippe und Kindergarten. Es war normal, dass beide Eltern arbeiten gingen, und dies habe ich auch nie in Frage gestellt. Wenn ich krank war, gab es pro Elternteil Krankheitstage, gleichwertig aufgeteilt. Wurden diese überschritten, verbrachte ich Zeit am Arbeitsplatz meines Vaters, nichts Ungewöhnliches. Anders als die Sozialisierung im Westen, dort wurden arbeitende Frauen schnell als Rabenmütter betitelt.</p>
<p>Im Gespräch mit der Praktikantin wurde mir bewusst, dass das, was ich für selbstverständlich hielt, andernorts als Fortschritt galt. Dass Töchter stolz darauf sind, dass ihre Mütter arbeiten, überrascht mich bis heute. Aber es sind eben nicht alle aufgewachsen wie ich, wie meine Mutti und meine Omas. Ich kannte keine Bewunderung dafür, dass eine Mutti arbeitet. Ich kannte Bewunderung dafür, wie sie es tat. Vorbilder sah ich in der Kompetenz und Verantwortung, nicht in der bloßen Erwerbstätigkeit.</p>
<p>Der Osten, über den oft als „Nachzügler“ gesprochen wird, war und ist in Fragen der weiblichen Selbstverständlichkeit in vielem weiter, als ihm heute zugestanden wird. Bis heute begegnen mir noch immer Aussagen, die die positiven Eigenschaften der DDR hintenanstellen oder gar ignorieren. So las ich kürzlich auf Linkedin, Frauen hätten bis 1977 in Deutschland nicht ohne Erlaubnis des Mannes arbeiten dürfen oder bis 1958 kein eigenes Konto eröffnen können. Für die BRD stimmte das. In der DDR hingegen brauchten Frauen weder Zustimmung zur Erwerbstätigkeit, noch zur Kontoeröffnung</p>
<p>Auffällig ist, dass deutsche Geschichte häufig nur aus westdeutscher Perspektive erzählt wird. Doch auch die Erfahrungen und Werte der Menschen aus Ostdeutschland sind Teil dieser Geschichte. Denn auch wenn die DDR nicht mehr existiert, tun es die Menschen immer noch, und ihre Sozialisierung verschwand nicht mit dem Mauerfall. Dass diese unterschiedlichen Prägungen bei der Wiedervereinigung aufeinandertrafen, wurde lange kaum berücksichtigt. Besonders Frauen in meiner Familie beschrieben diese Zeit teils als Rückschritt in wirtschaftlicher Eigenständigkeit und Emanzipation. Ein Beispiel: Nach der Hochzeit meiner Eltern 1995 wurde meine Mutti, nachdem mein Vater in ihr Konto aufgenommen worden war, in der Ansprache der Bank plötzlich außen vor gelassen. Auf den ersten Blick eine Kleinigkeit, tatsächlich aber Ausdruck eines Rollenverständnisses, in dem Männer als finanzielle Hauptverantwortliche galten, so wie es in Westdeutschland sozialisiert wurde. Ein Rückschritt, der jedoch Frustration bei vielen Frauen auslöste, so auch bei meiner Mutti.</p>
<p>Die Wiedervereinigung brachte vieles zusammen, machte aber nicht alle Erfahrungen gleich sichtbar. Ostdeutsche Frauen brachten ein Frauenbild mit, das auf Selbstständigkeit und wirtschaftlicher Teilhabe beruhte. Es würde sich lohnen, dieses Bild wieder stärker in den Blick zu nehmen. Um zu lernen und als Erinnerung daran, welche fortschrittlichen Gedanken aus östlicher Richtung für die heutige Gesellschaft kamen. Leider wurde es lange Zeit nur aus einer Perspektive erzählt.</p>
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<td><strong>Die nächsten Live-Termine von DenkRaumOst</strong>
<p><a href="http://www.denkraumost.de/events">denkraumost.de/events</a></p></td>
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<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/der-osten-als-avantgarde-10-ein-land-zwei-frauenbilder/">Der Osten als Avantgarde #10: Ein Land – zwei Frauenbilder</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Osten als Avantgarde #8: Industriekultur Ost – Wie anders geht Osten?</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/der-osten-als-avantgarde-8-industriekultur-ost-wie-anders-geht-osten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Dec 2025 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Netzwerk der gemeinnützigen Initiative DenkRaumOst hat es sich zum Ziel gesetzt, den Charme Ostdeutschlands sichtbar zu machen. In Teil acht ihrer Kolumne zeigt Prof. Joseph Hoppe, Leiter des Berliner Zentrum Industriekultur bzi und ehemals Vize-Direktor des Deutschen Technikmuseums in Berlin, die Entwicklung der ostdeutschen Industriekultur von 1945 bis heute auf.</p>
<p><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8568" class="wp-image-8568" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/12/bzi-Team-Joseph-Hoppe-05.jpg" alt="„Die Landschaft der Industriekultur Ost ist nicht grau, sondern " width="600" height="400">„Die Landschaft der Industriekultur Ost ist nicht grau, sondern auffallend bunt und vielfältig“, sagt [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/der-osten-als-avantgarde-8-industriekultur-ost-wie-anders-geht-osten/">Der Osten als Avantgarde #8: Industriekultur Ost – Wie anders geht Osten?</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Netzwerk der gemeinnützigen Initiative DenkRaumOst hat es sich zum Ziel gesetzt, den Charme Ostdeutschlands sichtbar zu machen. In Teil acht ihrer Kolumne zeigt Prof. Joseph Hoppe, Leiter des Berliner Zentrum Industriekultur bzi und ehemals Vize-Direktor des Deutschen Technikmuseums in Berlin, die Entwicklung der ostdeutschen Industriekultur von 1945 bis heute auf.</p>
<p><span id="more-8549"></span></p>
<div id="attachment_8568" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8568" class="wp-image-8568" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/12/bzi-Team-Joseph-Hoppe-05.jpg" alt="„Die Landschaft der Industriekultur Ost ist nicht grau, sondern " width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8568" class="wp-caption-text">„Die Landschaft der Industriekultur Ost ist nicht grau, sondern auffallend bunt und vielfältig“, sagt Prof. Joseph Hoppe, Leiter des Berliner Zentrum Industriekultur bzi. Abbildung: Lea Geisberg, bzi</p></div>
<p>Industriekultur ist für viele ein schwieriger, unzugänglicher Begriff. Gemeint sind damit alle Überlieferungen und Erbschaften der Industrialisierung: materielle und immaterielle, Gebäude, Infrastrukturen, aber auch Erzählungen und Mentalitäten, Lebenserfahrungen und Haltungen.</p>
<p>Damit ist schon klar: Es gibt so viele unterschiedliche Industriekulturen, wie es unterschiedliche Industrielandschaften gab und gibt. Aufblühen und Verfallen von industriellen Clustern zeigen regional unterschiedliche Verlaufsformen der Transformation. Sie unterscheiden sich in Tempo, Rigorosität und Härte. Aber eines ist schon bei oberflächlichem Hinsehen klar: Die ostdeutschen Industrieregionen haben eine entscheidende Gemeinsamkeit in der Verarbeitung von vielfachem Strukturwandel und Brüchen, die sich so wahrscheinlich nirgendwo sonst in Europa finden lässt.</p>
<p>Diese sehr spezielle Entwicklung seit 1945 ist auch nach 1990 nicht mit westdeutschen Entwicklungen synchronisiert worden. Generationen der Arbeit und Generationen an individuellen Biografien sind durch die Besonderheiten dieser Abläufe tief geprägt worden. Sie gipfeln in der Erfahrung eines extrem schnell verlaufenden und tiefgreifenden Strukturbruchs nach der politischen Wende 1989/90. Die branchenübergreifende, großflächige Deindustrialisierung der 90er-Jahre prägte Narrative und Interpretationsmuster, deren tiefgreifende Wirkung sich nicht allein auf die Erlebnisgeneration erstreckt. „Prekarisierung“ und „Entwertung der Lebensleistung“ sind hervorstechende Motive im Konsens des Ostens, die sich als schwere politische Hypothek erwiesen haben.</p>
<p>Auf dem Gebiet der DDR hatte sich seit 1945 eine Energie- und Industrielandschaft mit spezifischen Elementen des Arbeitens und der Technologien entwickelt, in der sich Relikte der Vorkriegszeit mit innovativen Konzepten mischten. Werfen wir einen Blick auf die Hauptmotive dieser Entwicklung:</p>
<ul>
<li>Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam es auf dem Gebiet der SBZ (sowjetische Besatzungszone) zu umfassenden Demontagen und Dislozierungen durch die sowjetischen Besatzungskräfte, die es so nirgendwo sonst in Deutschland gab.</li>
<li>In mehreren Wellen enteignete die SED Produktionsmittel, Grund und Boden; seit Generationen überkommene Eigentumsverhältnisse wurden aufgebrochen. Zwangssozialisierungen zerschlugen lange funktionierende Kooperationen zwischen Betrieben und in den Lieferketten.</li>
<li>Die unvermeidliche Integration in die arbeitsteiligen Strukturen des RGW (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) garantierte vor allem der Wirtschaft der Sowjetunion viele Vorteile und verhinderte zum Teil in der DDR technologische Innovation (Beispiel Luftfahrt).</li>
<li>Vor dem Mauerbau hatte die DDR den Braindrain wertvoller Arbeitskräfte in Richtung Westen zu verkraften: Hunderttausende von Fachkräften verließen das Land. Verluste in ähnlicher Größenordnung ereignen sich erneut nach dem Fall der Mauer. Schrumpfende Städte und demografische Schieflagen sind bis heute die Folge.</li>
<li>Modernisierungsversuche der DDR-Führung mithilfe von Krediten aus dem Westen sollten in den letzten Jahren vor dem Mauerfall Anpassungen an internationale Märkte ermöglichen. Sie hatten bei weitem nicht die angestrebten Erfolge, schufen aber neue Abhängigkeiten.</li>
<li>Der Zusammenbruch großer Teile der DDR-Produktivkräfte nach der Wende ist historisch beispiellos.</li>
<li>Das disruptive und oft unverständliche Agieren der Treuhand in den ersten Jahren nach der Vereinigung hatte gravierende sozioökonomische Folgen und wird immer noch als traumatische Erfahrung geteilt.</li>
<li>Der Alltag vieler Beschäftigter erfuhr radikale Veränderungen durch den Verlust gesellschaftlicher Mikroorganisationen in den Betrieben und im Arbeitsumfeld; langjährige soziale Bindungen fallen weg, die gewohnten Einrichtungen in den volkseigenen Betrieben verschwinden ersatzlos.</li>
<li>In den letzten Jahrzehnten konnten immerhin in einem Teil der ehemaligen Industrieregionen durch aufwändige Programme erfolgreich Konzepte der Reindustrialisierung und Reorganisation umgesetzt werden, neue Cluster sind auf den Fundamenten der alten entstanden (Chemie, Braunkohle, Mikroelektronik, Kfz-Bau). Andere Regionen hingegen betrachten sich als vergessen und ohne Hoffnung.</li>
<li>Mit dem vereinbarten Ausstieg aus der Braunkohle-Industrie steht ein neuerlicher massiver Strukturbruch bevor, allerdings abgefedert durch ein milliardenschweres Programm. Es bleibt abzuwarten, ob neue Energie- oder Industrielandschaften entstehen, die auch hinreichend Beschäftigung bieten werden.</li>
</ul>
<p>Alle diese Prozesse fanden und finden nicht jenseits der Haustüren und Köpfe der betroffenen Menschen statt. Sie haben offenkundig und tiefgründig in den emotionalen und mentalen Strukturen der Menschen in Ostdeutschland ihren Niederschlag gefunden. Die Verbindung von industriekulturellen Prozessen und einer besonderen Art von Bewusstheit und Unterbewusstsein in den ostdeutschen Regionen ist bislang nicht oft angesprochen worden. Dabei liegt es auf der Hand, dass nicht nur politische oder ideologische Faktoren ein ostdeutsches Gefühl des Andersseins beeinflusst haben, sondern dass es vor allem diese Verkettung von Verlusten, Niederlagen, materiellen Einbußen und Entfremdungen ist, die tiefsitzende Prägungen ausgebildet haben.</p>
<p>Deswegen hat das Berliner Zentrum Industriekultur sein diesjähriges Forum für Gesellschaft und Industriekultur im Oktober 2025 dem Thema „<a href="https://industriekultur.berlin/erforschen/forum-industriekultur/" target="_blank" rel="noopener">Industriekultur.Ost. Wie geht Osten?</a>“ gewidmet. Mehr als ein Dutzend Expertinnen und Experten aus allen Teilen Ostdeutschlands kamen zusammen, um über Bestandsaufnahme und Perspektiven zu sprechen. In mehreren „Runden Tischen“ konnten unterschiedliche Aspekte behandelt werden. Eine Zusammenfassung würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen, zumal demnächst alle Beiträge unter der genannten Webadresse als Video abrufbar sein werden. Nur kurz: Es gab viel zu berichten, Menschen aus ganz unterschiedlichen Regionen und beruflichen Hintergründen fanden schnell eine gemeinsame Sprache, der Reichtum vor allem der ehrenamtlichen Initiativen und Projekte hat immer wieder überrascht. Und vor allem: Die Landschaft der Industriekultur Ost ist nicht grau, sondern auffallend bunt und vielfältig, und viele Erzählungen sind gar nicht mehr so sehr von Motiven des Niedergangs und Verlusts geprägt.</p>
<p>Viele typische Narrative der Industriekultur Ost tragen einen neuen „Ostimismus“ in sich und haben zugleich einen besonderen Stellenwert für Kommunen und Regionen. Das gibt es so in Restdeutschland nicht zu besichtigen, und in Ostdeutschland ist es immer noch zu wenig bekannt. Als Beleg hier ein von der Soziologin Julia Gabler <a href="https://www.youtube.com/watch?v=-dJblSKxJP0" target="_blank" rel="noopener">zitierter Link</a> zu einem tollen Song von Bernadette La Hengst: Mach aus Ruinen Magie!</p>
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<td><strong>Die nächsten Live-Termine von DenkRaumOst</strong>
<p><a href="http://www.denkraumost.de/events">denkraumost.de/events</a></p></td>
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<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/der-osten-als-avantgarde-8-industriekultur-ost-wie-anders-geht-osten/">Der Osten als Avantgarde #8: Industriekultur Ost – Wie anders geht Osten?</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Mit der Studienstiftung des Ostens durch die gläserne Decke: Richard Künzel im Interview</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/mit-der-studienstiftung-des-ostens-durch-die-glaeserne-decke-richard-kuenzel-im-interview/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Dec 2025 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Basis für die in Gründung befindliche Studienstiftung des Ostens steht. 2028 sollen die ersten Stipendiaten aufgenommen werden. Wir sprachen mit dem Vorstandsvorsitzenden Richard Künzel.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8470" class="wp-image-8470" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/12/Richard_Kuenzel_1_Credit-Benjamin-Jenak.jpg" alt="Richard G. Künzel wurde 1996 in Reichenbach im Vogtland (Sachsen) geboren. Er studierte Psychologie in Dresden, Eichstätt und Harvard als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Aktuell promoviert er in Psychologie an der Technischen Universität Dresden in Zusammenarbeit mit der Harvard T.H. Chan School of Public Health. Im Sommer gründete [...]
</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/mit-der-studienstiftung-des-ostens-durch-die-glaeserne-decke-richard-kuenzel-im-interview/">Mit der Studienstiftung des Ostens durch die gläserne Decke: Richard Künzel im Interview</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Basis für die in Gründung befindliche Studienstiftung des Ostens steht. 2028 sollen die ersten Stipendiaten aufgenommen werden. Wir sprachen mit dem Vorstandsvorsitzenden Richard Künzel.</p>
<p><span id="more-8433"></span></p>
<div id="attachment_8470" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8470" class="wp-image-8470" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/12/Richard_Kuenzel_1_Credit-Benjamin-Jenak.jpg" alt="Richard G. Künzel wurde 1996 in Reichenbach im Vogtland (Sachsen) geboren. Er studierte Psychologie in Dresden, Eichstätt und Harvard als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Aktuell promoviert er in Psychologie an der Technischen Universität Dresden in Zusammenarbeit mit der Harvard T.H. Chan School of Public Health. Im Sommer gründete er mit Beatrice von Braunschweig und Uli Prantz die „Initiative Studienstiftung des Ostens“ und ist deren Gründungsvorsitzender. Mit seiner Initiative wird er vom überparteilichen Fördernetzwerk JoinPolitics gefördert. Abbildung: Benjamin Jenak" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8470" class="wp-caption-text">Richard Künzel wurde 1996 im Vogtland (Sachsen) geboren. Der Vorstandsvorsitzende der Initiative Studienstiftung des Ostens ist derzeit auch Psychologie-Doktorand an der TU Dresden in Zusammenarbeit mit der Harvard School of Public Health. Abbildung: Benjamin Jenak</p></div>
<h2><span class="title-bg"><strong>ostdeutschland.info: Richard, am 23. November knallten bei euch die Sektkorken. Was ist passiert?</strong></span></h2>
<p><strong>Richard Künzel:</strong> Wir haben einen großen Meilenstein erreicht. Nach über einem Jahr Planung und Konzeption haben wir die „<a href="https://studienstiftung-des-ostens.de/">Initiative Studienstiftung des Ostens</a>“ gegründet. Angefangen hat alles auf einer studentischen Veranstaltung während meiner Zeit an der Harvard University. Dort bemerkte ich zum ersten Mal, wie sehr die Struktur der Nachwuchsförderung am Osten vorbei geht und wie dringend wir ein ostdeutsches Förderwerk brauchen. Nachdem ich Beatrice und Uli mit ins Team geholt hatte, haben wir unsere Idee fast ein Jahr lang in intensiven Gesprächen herausfordern lassen. Unser Fazit: Für eine erfolgreiche Zukunft des Ostens braucht es ein zusätzliches, regionales Förderwerk, das die hellsten Köpfe unserer Region vernetzt und unterstützt. Wir arbeiten daran, dass das bald Realität ist. Die Initiative für das künftige Förderwerk haben wir nun gegründet.</p>
<h2><span class="title-bg"><strong>Wer gehört zum Vorstand, wer noch zu den Gründungsmitgliedern?</strong></span></h2>
<p>Zum Vorstand gehören neben mir die Co-Gründer Beatrice von Braunschweig und Uli Prantz sowie unsere Mentorin Kerstin Günther, welche langjährige Erfahrung als Geschäftsführerin und Aufsichtsrätin aus dem Wirtschafts- und Forschungssektor mitbringt.</p>
<p>Zu den Gründungsmitgliedern zählen aber auch starke Unterstützerinnen wie Christiane Kilian, Vorständin der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen, und Heike Kahl, die Gründungsgeschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Mit David Brähler, Leiter des Vorstandsbüros der Sächsischen Aufbaubank, und Katrin Weymar haben wir Expertise aus dem Wirtschafts- und Finanzsektor im Team. Hinzu kommen noch Prof. Dr. Raj Kollmorgen aus der Wissenschaft und der Jurist Philipp Hartewig.</p>
<div id="attachment_8471" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8471" class="wp-image-8471" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/12/Teamfoto-2-Richard-Kuenzel-Beatrice-vBraunschweig-Uli-Prantz-vlnr.png" alt="Die drei Gründer der Studienstiftung des Ostens. Richard Künzel, Beatrice von Braunschweig und Uli Prantz (von links nach rechts). Abbildung: Studienstiftung des Ostens" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8471" class="wp-caption-text">Die drei Gründer der Studienstiftung des Ostens. Richard Künzel, Beatrice von Braunschweig und Uli Prantz (von links nach rechts). Abbildung: Initiative Studienstiftung des Ostens e.V. i. Gr.</p></div>
<h2><span class="title-bg"><strong>Was soll die Studienstiftung des Ostens einmal bieten?</strong></span></h2>
<p>Mit der Stiftung wollen wir den hellsten Köpfen unserer Region ermöglichen, sich zu echten Verantwortungsträgern in der Region und für die Region zu entwickeln. Das geht am besten mit einem Stipendium während Studium und Ausbildung, denn ein Stipendium kann ein echtes Sprungbrett sein. Ich habe das selbst erlebt: Ich komme aus einem kleinen Dorf in Sachsen, bin dazu noch der Erste in meiner Familie, der studiert hat. Ohne Stipendium hätte ich vermutlich nicht studieren können, geschweige denn an der US-amerikanischen Universität Harvard forschen. Doch solche Stipendien sind für Nachwuchstalente aus unserer Region nur schwer erreichbar. Mit der Studienstiftung des Ostens wollen wir ein Stipendienprogramm aufbauen, das junge Nachwuchstalente aus dem Osten Deutschlands während ihres Studiums finanziell unterstützt, ihnen auch außerhalb des Hörsaals Workshops und Akademien zur Weiterentwicklung bietet und vor allem ein starkes Netzwerk aus aktuellen und zukünftigen Verantwortungsträgern bildet.</p>
<h2><span class="title-bg"><strong>Soll die Studienstiftung des Ostens nur für Ostdeutsche offen sein und wer würde ggf. als ostdeutsch gelten? </strong></span></h2>
<p>Wir wollen alle jungen und talentierten Studierenden fördern, die in und für unsere Region Verantwortung übernehmen wollen. Das nimmt natürlich Nachwuchstalente in den Fokus, die aus der Region kommen. Doch es gibt auch so viele weitere junge Menschen, die sich bewusst für den Osten entscheiden und sich hier engagieren. Auch sie wollen wir mitnehmen, denn unsere Zukunft gestalten wir alle zusammen.</p>
<h2><span class="title-bg"><strong>Woher sollen die Fördermittel kommen?</strong></span></h2>
<p>Am besten aus allen Sektoren der Gesellschaft, maßgeblich aber von den ostdeutschen Bundesländern. Denn traditionell werden die hellsten Köpfe einer Region aus Mitteln des Bundes bzw. der Länder gefördert. Bayern macht es seit 20 Jahren beispielhaft vor: Das Elitenetzwerk Bayern ist ein Förderwerk des dortigen Wissenschaftsministeriums. Der Grund ist: Stipendien brauchen eine langfristige Finanzierungssicherheit – das kann so in der Regel nur eine staatliche Finanzierung sichern. Die Länder profitieren von dieser Förderung langfristig auch am meisten.</p>
<h2><span class="title-bg"><strong>Wie sieht euer Zeitplan aus?</strong></span></h2>
<p>Den ersten Schritt haben wir gemeistert – die Initiative mit einer gemeinnützigen Vereinsstruktur steht. In den kommenden zwei Jahren bauen wir die Struktur der Stiftung auf und werben die Mittel für die künftigen Stipendien ein. Wir hoffen, dass wir ab 2028 die ersten Stipendiaten aufnehmen können.</p>
<h2><span class="title-bg"><strong>Es gibt Tausende Stipendienprogramme in Deutschland sowie 13 große Begabtenförderungswerke. Warum braucht es da noch dieses?</strong></span></h2>
<p>Das stimmt, es gibt viele erfolgreiche Stipendienprogramme – allen voran die der 13 „Begabtenförderungswerke“. Das Problem ist: Diese Förderwerke werden getragen von politischen Parteien, Wirtschaftsverbänden oder Religionsgemeinschaften. Wir beobachten seit Langem, dass vor allem Parteien und Religionsgemeinschaften im Osten gesellschaftlich kaum verankert sind. Nachwuchstalente im Osten fühlen sich von diesen Institutionen und damit auch von ihren Nachwuchsförderprogrammen nicht angesprochen. Schon seit Jahren hängt die Zahl der ostdeutschen Stipendiaten hinter dem zurück, was eigentlich gebraucht würde.</p>
<p>Ein weiterer Grund ist: Es fehlen starke Netzwerke in der Region, die Talente untereinander und mit aktuellen Verantwortungsträgern vernetzen. Und Netzwerke, die auf die Besonderheit der Region mit ihrer Geschichte und der Sozialisation ihrer Bürger eingehen. Das können etablierte Strukturen leider nicht in dem Maße leisten, wie wir es brauchen, um unsere Region nach vorne zu bringen.</p>
<h2><span class="title-bg"><strong>Warum ist ein Stipendium heute eigentlich so wichtig?</strong></span></h2>
<p>Weil es ein Leben sprichwörtlich verändern kann. Ich habe das selbst erlebt. Ohne Stipendium wäre ein Studium für mich nie möglich gewesen, geschweige denn meine Promotion. Ein Stipendium ermöglicht die Freiheit zur Entwicklung – fachlich, aber auch persönlich – und den Blick über den Tellerrand hinaus. Ein Stipendium ist eines der effektivsten Mittel, wie Talente zu echten Verantwortungsträgern werden – die brauchen wir besonders im Osten zahlreich.</p>
<h2><span class="title-bg"><strong>Wie bist du auf die Idee zu einer solchen Studienstiftung gekommen?</strong></span></h2>
<p>Entstanden ist die Idee während meiner Zeit in Harvard. Dort habe ich viele deutsche Stipendiaten getroffen, doch die kamen meistens aus München, Heidelberg oder Bonn. Stipendiaten aus Dresden, Leipzig oder Halle (Saale) habe ich selten getroffen. Dort habe ich zum ersten Mal verstanden, wieso ostdeutsche Talente so selten zu Spitzenpositionen kommen. Das Problem wurzelt bereits in der Nachwuchsförderung.</p>
<p>Daraus ist die Initiative der „Studienstiftung des Ostens“ entstanden – die Idee gab es aber schon einmal, wie ich später erfahren habe. Die Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ hat eine solche in ihrem Abschlussbericht 2020 gefordert. Doch umgesetzt wurde sie leider nie. Wir möchten diese Forderung nun vorantreiben und umsetzen.</p>
<div id="attachment_8472" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8472" class="wp-image-8472" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/12/SdO_Logo_R-W-1.png" alt="Das Logo der Studienstiftung des Ostens. Abbildung: Studienstiftung des Ostens" width="600" height="244"><p id="caption-attachment-8472" class="wp-caption-text">Das Logo der Studienstiftung des Ostens. Abbildung: Initiative Studienstiftung des Ostens e.V. i. Gr.</p></div>
<h2><span class="title-bg"><strong>Es gibt gelegentlich Kritik an den Begabtenförderungswerken – sie schließen viele aus, reproduzieren bestehende Ungleichheiten und fördern vor allem den eigenen Nachwuchs … Wie steht ihr dazu?</strong></span></h2>
<p>Die Begabtenförderungswerke leisten eine wertvolle Arbeit, ohne die mancher Lebensweg nicht möglich wäre. Diese Struktur wollen wir weiter ausbauen und verhindern, dass die Lücke zwischen Ost und West noch größer wird, als sie bereits ist.</p>
<p>Die Förderung der hellsten Köpfe unseres Landes ist von Grund auf vielfältig und pluralistisch – diese Vielfalt wollen wir erweitern und ein starkes Netzwerk für unsere Region aufbauen.</p>
<h2><span class="title-bg"><strong>Wie kann man euch unterstützen?</strong></span></h2>
<p>Die größte Hilfe ist, unsere Mission zu teilen. Wir haben ein großes Ziel, doch erreichen können wir das nur gemeinsam. Das beginnt natürlich bereits mit der Finanzierung unserer Arbeit – 2026 werden wir eine Crowdfunding-Kampagne starten und hoffen auf viele Unterstützerinnen und Unterstützer.</p>
<h2><span class="title-bg"><strong>Vielen Dank und viel Erfolg.</strong></span></h2>
<p><em>Die Fragen stellte Robert Nehring.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/mit-der-studienstiftung-des-ostens-durch-die-glaeserne-decke-richard-kuenzel-im-interview/">Mit der Studienstiftung des Ostens durch die gläserne Decke: Richard Künzel im Interview</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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		<title>Marketing im Osten: Wo die Deutschen unterschiedlich ticken und kaufen</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/marketing-im-osten-wo-die-deutschen-unterschiedlich-ticken-und-kaufen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Dec 2025 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=8423</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn es um Marken, Marketing und Medien geht, bildet Ostdeutschland einen eigenen Identitätsraum, der er eine entsprechende Ansprache erfordert. Das hat die Werbeagentur Zebra Group mithilfe einer Umfrage herausgefunden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8424" class="wp-image-8424" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/12/Depositphotos_71193161_XL.jpg" alt="Junge Ostdeutsche nutzen der Zebra-Studie zufolge am stärksten neue Medien. Abbildung: Lev Dolgachov, Depositphotos" width="600" height="400">Nur noch zehn Prozent der jungen Ostdeutschen konsumieren klassische Medien (im Westen jeder Zweite). Dafür liegen sie der Zebra-Studie zufolge bei der Nutzung neuer Medien vorn. Abbildung: Lev Dolgachov, Depositphotos<br />
2024 beauftragte [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es um Marken, Marketing und Medien geht, bildet Ostdeutschland einen eigenen Identitätsraum, der er eine entsprechende Ansprache erfordert. Das hat die Werbeagentur Zebra Group mithilfe einer Umfrage herausgefunden.</p>
<p><span id="more-8423"></span></p>
<div id="attachment_8424" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8424" class="wp-image-8424" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/12/Depositphotos_71193161_XL.jpg" alt="Junge Ostdeutsche nutzen der Zebra-Studie zufolge am stärksten neue Medien. Abbildung: Lev Dolgachov, Depositphotos" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8424" class="wp-caption-text">Nur noch zehn Prozent der jungen Ostdeutschen konsumieren klassische Medien (im Westen jeder Zweite). Dafür liegen sie der Zebra-Studie zufolge bei der Nutzung neuer Medien vorn. Abbildung: Lev Dolgachov, Depositphotos</p></div>
<p>2024 beauftragte die Zebra Group das Marktforschungsinstitut Civey <a href="https://zebra.de/ost-west-studie" target="_blank" rel="noopener">mit einer Studie</a> unter Deutschen in den Kategorien „Vorwende-Ostdeutsche“ und „Vorwende-Westdeutsche“ (geboren vor 1989) sowie „Nachwende-Ostdeutsche“ und „Nachwende-Westdeutsche“ (geboren nach 1989). Insgesamt wurden 5.000 Personen über 18 Jahren aus Ost- und Westdeutschland befragt.</p>
<h2><span class="title-bg">Die Ostdeutschen: selbstbewusst und familienorientiert</span></h2>
<p>Der erste Teil der Studie beschäftigte sich mit persönlichen Eigenschaften. Auf die Frage, welche Eigenschaften einen selbst beschreiben, gibt es beim Thema „Selbstbewusstsein“ und „Rebellion“ Unterschiede zwischen Ost und West. Beim Thema Selbstbewusstsein schneiden alle fünf neuen Bundesländer besser ab als die elf alten Bundesländer. Mecklenburg-Vorpommern liegt mit 39,9 Prozent an der Spitze, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 38,1 Prozent und Thüringen mit 36,8 Prozent. Bei der Eigenschaft „Rebellion“ sieht es komplett anders aus. Hier sind die neuen Bundesländer die Schlusslichter: Mecklenburg-Vorpommern erreicht mit 8,6 Prozent den niedrigsten Wert.</p>
<p>Einigkeit besteht dagegen beim Thema „Karriereorientierung“. Nur 5,5 Prozent der Ost- und Westdeutschen betrachten sich als karriereorientiert, während sich 23,9 Prozent der Ostdeutschen und 23,7 Prozent der Westdeutschen als „zurückhaltend“ einschätzen. Sehr starke Werte gibt es jeweils bei der „Familienorientierung“. Die Ostdeutschen erreichen 39,9 Prozent, die Westdeutschen 33,1 Prozent.</p>
<h2><span class="title-bg">Starker Zusammenhalt in Ostdeutschland</span></h2>
<p>Bei der Selbsteinschätzung gibt es starke Unterschiede zwischen den Generationen. In puncto Karriereorientierung erreichen Nachwende-Ostdeutsche (15,2 Prozent) und Nachwende-Westdeutsche (10,1 Prozent) höhere Werte als die Vertreter der Vorwendegeneration. Die Familienorientierung ist in der Nachwendegeneration dafür geringer (28 Prozent in Ostdeutschland und 25,9 Prozent in Westdeutschland). Unterschiede zwischen den beiden Nachwendegenerationen gibt es bei der „Anpassungsfähigkeit“ und „Feinfühligkeit“. Die befragten Nachwende-Ostdeutschen schneiden mit 18,5 Prozent bei Anpassungsfähigkeit und 16,5 Prozent bei Feinfühligkeit schlechter ab als die Nachwende-Westdeutschen mit 26,2 bzw. 24,9 Prozent. Spannend ist bei der Anpassungsfähigkeit auch, dass die befragten Vorwende-Ostdeutschen mit 34,1 Prozent stark abschneiden.</p>
<p>Bei den regionalen Eigenschaften werden die Unterschiede zwischen Ost und West an zwei Themen deutlich. So empfinden die Ost-Bundesländer mit 45,6 Prozent „Heimatliebe“ für ihre Region, während es bei den West-Bundesländern nur 30,7 Prozent sind. Die Einschätzung der Lebensqualität ist bei den westdeutschen Befragten mit 47,2 Prozent höher als bei den ostdeutschen Befragten (35,6 Prozent). Die ostdeutschen Bundesländer schneiden beim Thema Zusammenhalt stark ab. Die Vorwende-Ostdeutschen erreichen 21,9 Prozent, die Nachwende-Ostdeutschen 19,3 Prozent. Bei den Nachwende-Westdeutschen (3,8 Prozent) und den Vorwende-Westdeutschen (13,2 Prozent) ist dieser Wert niedriger.</p>
<h2><span class="title-bg">Nachwende-Ostdeutsche setzen auf neue Medien</span></h2>
<p>Auch beim Medienkonsum gibt es zwischen beiden Teilen Deutschlands erhebliche Unterschiede. Die Befragten in den neuen Bundesländern erreichen einen Wert von 10,6 Prozent bei klassischen Medien (Thüringen ist mit 46,1 Prozent ein Ausreißer nach oben). Die westdeutschen Bundesländer erreichen hier 47 Prozent.</p>
<p>Beim Thema Medienkonsum werden auch Generationsunterschiede sichtbar. So konsumieren die befragten Nachwende-Westdeutschen mit 31,8 Prozent deutlich mehr „klassische Medien“ als die Nachwende-Ostdeutschen (10,6 Prozent). Bei „neuen Medien“ ist es genau umgekehrt. Hier schneiden die Nachwende-Ostdeutschen mit 65,7 Prozent sehr stark ab, während die Nachwende-Westdeutschen einen Wert von 47 Prozent erreichen. Auch zwischen der Nachwende- und der Vorwendegeneration gibt es deutliche Unterschiede beim Konsum neuer Medien. Die Vorwende-Deutschen in Ost und West erreichen beide einen Wert von unter 20 Prozent beim Konsum neuer Medien.</p>
<h2><span class="title-bg">Ostdeutsche kaufen öfter online</span></h2>
<p>Eine sehr starke Einigkeit beider Teile Deutschlands zeigt sich der Umfrage zufolge beim Thema Markentreue. 57,2 Prozent der ostdeutschen und 60,7 Prozent der westdeutschen Befragten geben an, dass sie bei einem einmal ausgesuchten Produkt bleiben. Nachwende-Ostdeutsche (77,1 Prozent) und Nachwende-Westdeutsche (73,1 Prozent) liegen hier mit ihren Werten sehr nah beieinander. Unterschiede zeigen sich bei den befragten Ostdeutschen bei der Suche nach alternativen Marken. Die Vorwende-Ostdeutschen erreichen mit 22,4 Prozent den höchsten Wert, während die Nachwende-Ostdeutschen mit 9,7 Prozent den niedrigsten Wert erzielen.</p>
<p>Eine weitere Einigkeit gibt es beim Konsum von Büchern, Mode und Elektronik. 34,1 Prozent im Osten und 40,8 Prozent im Westen bevorzugen den Vor-Ort-Einkauf. Beim Online-Shopping liegt Brandenburg mit 38,3 Prozent an der Spitze. Die jungen Ostdeutschen schneiden beim Online-Shoppen mit 44,6 Prozent am besten ab, beim Vor-Ort-Einkauf kommen sie mit 27,6 Prozent auf den niedrigsten Wert. Bei den Nachwende-Westdeutschen ist der Anteil der Vor-Ort-Einkäufer mit 38,6 Prozent deutlich höher.</p>
<h2><span class="title-bg">Ostdeutsche schätzen realitätsnahe Werbung</span></h2>
<p>Die Umfrageteilnehmer wurden auch gefragt, welche Eigenschaften für sie gute Werbung ausmachen. Dabei zeigen sich Unterschiede zwischen den Bundesländern. Zwar schneidet Humor mit 41,8 Prozent am besten ab, jedoch sind die Werte in Westdeutschland (Bremen und Hamburg) deutlich höher als im Osten. Die höchsten Werte bei der Eigenschaft „Realitätsnähe“ wurden jedoch in Mecklenburg-Vorpommern (36,9 Prozent) erzielt, aber auch Brandenburg (35,1 Prozent), Thüringen (35,1 Prozent) und Sachsen-Anhalt (33,5 Prozent) schneiden hier stark ab. Unterschiede gibt es bei den Vorlieben von Nachwende-Ost- und Nachwende-Westdeutschen. Während Nachwende-Westdeutsche Inspiration und Fantasie schätzen, sehen Nachwende-Ostdeutsche Regionalität und Realitätsnähe als wichtigstes Kriterium.</p>
<p>Laut der Studie sehen 41 Prozent in beiden Teilen Deutschlands Werbung kritisch. Die höchsten Werte bei „kritisch“ erreichen ein westdeutsches Bundesland (Schleswig-Holstein mit 44,5 Prozent) und ein ostdeutsches Bundesland (Thüringen mit 43,3 Prozent). Bei der noch stärkeren Eigenschaft „skeptisch“ sind drei ostdeutsche Bundesländer die Spitzenreiter. Sachsen kommt auf 40,1 Prozent, Brandenburg auf 40,9 Prozent und Sachsen-Anhalt auf 39,6 Prozent. Einen starken Unterschied gibt es bei der Offenheit gegenüber Werbung. Hier schneiden Vorwende-Ostdeutsche (7,3 Prozent) und Nachwende-Ostdeutsche (8,1 Prozent) niedriger ab als Vorwende-Westdeutsche (12,1 Prozent) und Nachwende-Westdeutsche (14,3 Prozent).</p>
<p>Als Fazit bleibt, dass die Studie sowohl verbindende Eigenschaften als auch Unterschiede deutlich machte. Letztere betrafen nicht nur Ost- und Westdeutschland, sondern auch die ost- und westdeutschen Generationen untereinander. Genauso wurden aber Verbindungen bei beiden Generationen deutlich.</p>
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		<title>Buchvorstellung: „Vereint in Zerrissenheit“ von Nora Zabel</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-vereint-in-zerrissenheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2025 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=6869</guid>

					<description><![CDATA[<p>In der öffentlichen Diskussion geht die junge Nachwende-Generation oft unter. Was bewegt die ostdeutsche Generation Z? Das Buch „Vereint in Zerrissenheit“ von Nora Zabel zeigt die Herausforderungen dieser Generation, die zwischen zwei Welten steht.</p>
<p>In ihrem Buch führt die Autorin und CDU-Politikerin Gespräche mit Wissenschaftlern, Politikern, Zeitzeugen, Bekannten, ihrer besten Freundin, ihrem Sozialkundelehrer aus der Schulzeit und ihren Eltern. So entsteht ein sehr persönlicher und tiefgehender Eindruck von der Zerrissenheit der zweiten Generation nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung Deutschlands.<br />
Zabel verdeutlicht [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-vereint-in-zerrissenheit/">Buchvorstellung: „Vereint in Zerrissenheit“ von Nora Zabel</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In der öffentlichen Diskussion geht die junge Nachwende-Generation oft unter. Was bewegt die ostdeutsche Generation Z? Das Buch „Vereint in Zerrissenheit“ von Nora Zabel zeigt die Herausforderungen dieser Generation, die zwischen zwei Welten steht.</p>
<p><span id="more-6869"></span></p>
<p>In ihrem Buch führt die Autorin und CDU-Politikerin Gespräche mit Wissenschaftlern, Politikern, Zeitzeugen, Bekannten, ihrer besten Freundin, ihrem Sozialkundelehrer aus der Schulzeit und ihren Eltern. So entsteht ein sehr persönlicher und tiefgehender Eindruck von der Zerrissenheit der zweiten Generation nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung Deutschlands.</p>
<p>Zabel verdeutlicht die Gegensätze innerhalb der ostdeutschen Generation Z. Da sind zum einen die Daheimgebliebenen. Sie sind nicht für ein Studium oder eine Arbeitsstelle aus Ostdeutschland weggezogen. Auf der anderen Seite gibt es die Zurückkehrer: Sie haben Ostdeutschland einmal verlassen und sind immer wieder zurückgekehrt oder ganz in die ostdeutsche Heimat zurückgezogen. In dem Buch wird auch auf deutsch-deutsche Unterschiede innerhalb der Generation Z eingegangen: Ein Teil ist sehr ortsgebunden und heimatverbunden, der andere sehr weltoffen. Zabel bezieht sich hierbei auf den britischen Publizisten David Goodhart, der diese beiden Gruppen als „Somewheres“ und „Anywheres“ bezeichnet.</p>
<p>Die Leser werden auf eine Reise durch die biografischen Stationen der Autorin mitgenommen, die 1996 in Mecklenburg-Vorpommern geboren wurde. Ein Bereich beschäftigt sich mit ihrer ostdeutschen Identität. Zabel schreibt über politische Gespräche in ihrer Kindheit am Küchentisch, bei denen es weder Political Correctness noch Selbstzensur oder soziale Anpassung gab. Was einen im Kopf beschäftigte, wurde gesagt. Der Leser erfährt, wie die Autorin als Arbeiterkind in einem Dorf bei Schwerin mit Simson-Mopeds, Fußballspielen beim örtlichen Fußballverein und Erntefest aufwächst. Er bekommt einen Eindruck von der politischen Prägung Zabels im Klassenzimmer und dem ersten Kontakt mit Widerspruch.</p>
<p>Das Thema „Demokratie in Krisenzeiten“ zeigt Zabel am Beispiel von Veränderungen auf, die sie erlebt, wenn sie von ihrem Studienort Heidelberg in ihre mecklenburgische Heimat zurückkehrt. Sie geht auf die Veränderung der Sprache sowie auf verschiedene Realitäten in ihrem privaten Umfeld ein. Dabei stellt sie die Realität der einen Seite Ostdeutscher, die an die liberale Demokratie glauben, der Realität der Abgehängten, Enttäuschten und Skeptiker gegenüber. Zabel veranschaulicht unter anderem, wie die AfD ostdeutsche Jugendliche über TikTok erfolgreich anspricht, und gibt ein Gespräch mit einer Freundin wieder, die als Lehrerin an einer Regionalschule in Mecklenburg-Vorpommern arbeitet und die die verschiedenen Realitäten im Schulalltag mitbekommt.</p>
<p>Beim Thema Bildung schreibt die Autorin über ihre ersten Begegnungen mit Kommilitonen aus Westdeutschland, die ihr zufolge selbstverständlich zwischen Englisch und Deutsch gewechselt haben. Sie beschreibt diese Generation als junge Menschen, die sich als Teil einer Zukunft sehen, die für sie bereitsteht. Laut Zabel haben die Eltern dieser Generation ihren Kindern eine gewisse Sicherheit mit auf den Weg gegeben, wodurch Vertrauen in die Zukunft entstanden ist. Demgegenüber steht die ostdeutsche Generation Z, der dieses Vertrauen fehlt. Für sie wünscht sich Zabel, dass sie irgendwann eine abgesicherte Generation sein kann. Zabel geht auch auf das „Sylt-Video“ ein, das sie auf Twitter veröffentlicht hat und mit dem sie eine mediale Debatte ausgelöst hat.</p>
<p>Zabel richtet am Ende einen Aufruf an ihre Generation, sich politisch zu beteiligen und Verantwortung zu übernehmen. Sie weist darauf hin, dass demokratische Strukturen auf aktives Engagement angewiesen sind. Das Buch zeichnet ein Porträt der ostdeutschen Generation Z, stellt ihre unterschiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Herausforderungen dar und vermittelt das Bild eines Ostdeutschlands, das weiß, wie weit der Weg zur eigenen Einheit noch entfernt ist und trotzdem nicht die Hoffnung verliert.</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>BUCHTIPP: </strong>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-8342" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/11/Zabel_Vereint-in-Zerrissenheit_2025.png" alt width="280" height="457">Nora Zabel (Hg.): „Vereint in Zerrissenheit. Die ostdeutsche Generation Z zwischen zwei Welten“, Droemer Verlag, Berlin 2025, 192 Seiten, 21 € (Hardcover mit Fotos).</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
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]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Christin Bohmann: Ostdeutsche Erfahrungen. Ressource in unsicheren Zeiten</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/christin-bohmann-ostdeutsche-erfahrungen-ressource-in-unsicheren-zeiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2025 06:30:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=6883</guid>

					<description><![CDATA[<p>Christin Bohmann, Chefredakteurin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6885" class="wp-image-6885 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/08/Christin-Bohmann_DIAO2.png" alt="Christin Bohmann Chefredakteurin Mitteldeutscher Rundfunk (MDR). Abbildung: MDR/KIRSTEN NIJHOF" width="710" height="1000">Christin Bohmann, Chefredakteurin Mitteldeutscher Rundfunk (MDR). Abbildung: MDR/KIRSTEN NIJHOF<br />
„Ich hab mich nie als Ostdeutsche gefühlt – schon gar nicht, als ich im Ausland gelebt habe.“ Das sagte [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/christin-bohmann-ostdeutsche-erfahrungen-ressource-in-unsicheren-zeiten/">Christin Bohmann: Ostdeutsche Erfahrungen. Ressource in unsicheren Zeiten</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Christin Bohmann, Chefredakteurin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-6883"></span></p>
<div id="attachment_6885" style="width: 720px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6885" class="wp-image-6885 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/08/Christin-Bohmann_DIAO2.png" alt="Christin Bohmann Chefredakteurin Mitteldeutscher Rundfunk (MDR). Abbildung: MDR/KIRSTEN NIJHOF" width="710" height="1000"><p id="caption-attachment-6885" class="wp-caption-text">Christin Bohmann, Chefredakteurin Mitteldeutscher Rundfunk (MDR). Abbildung: MDR/KIRSTEN NIJHOF</p></div>
<p>„Ich hab mich nie als Ostdeutsche gefühlt – schon gar nicht, als ich im Ausland gelebt habe.“ Das sagte mir kürzlich eine Freundin. Sie stammt wie ich aus Ostdeutschland, lebt heute in der Schweiz – und findet die andauernde Debatte über das „Ostdeutschsein“ eher ermüdend. Viele Ostdeutsche fühlen sich nicht ostdeutsch. Warum auch? Herkunft sollte kein Label sein. Und trotzdem bleibt sie relevant, ob gewollt oder nicht: in Lebensläufen, in Bewerbungsgesprächen, in Aufstiegsfragen.</p>
<p>Die klassische Karrierebibel sieht keine ostdeutschen Lebensläufe vor. Brüche, Lücken, nicht anerkannte Berufsabschlüsse und Wartezeiten fürs komplizierte Nachdiplomieren müssen erklärt werden. Viele ostdeutsche Biografien beinhalten genau das: Lebenswege mit plötzlichen Veränderungen, zweite und dritte Karrierepfade, Phasen von Arbeitslosigkeit und quälende Existenzfragen. Für viele Personalerinnen und Personaler sind das Warnzeichen, bisweilen Ausschlusskriterien.</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Einseitige Darstellung untergräbt Vertrauen und verstärkt Entfremdung.”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg"><span style="color: #000000;">Wäre da nicht die Realität</span></span></h2>
<p>Das ist selbstverständlich nur ein Aspekt von vielen, warum Ostdeutsche in Führungspositionen immer noch unterrepräsentiert sind, wie der Elitenmonitor alljährlich zeigt. Aber die Diskrepanz ist weithin spürbar: zwischen dem Wunsch, Herkunft als irrelevant zu behandeln, und dem Fakt, dass Herkunft nach wie vor Aufstiegschancen beeinflusst.</p>
<p>Doch was die Gesellschaft, die Arbeitswelt, unsere Gemeinschaft durch die Sichtbarkeit dieser Brüche verpasst, wiegt aus meiner Sicht viel schwerer: Ostdeutsche Erfahrungen setzen sich aus Momenten des Perspektivwechsels zusammen, dem Wissen um die Unbeständigkeit des Status quo. Diese kollektive Erfahrung ist kein Makel, sondern eine Ressource – gerade in einer Zeit, die Wandel fordert. Diese Überzeugung hat einerseits biografische Ursprünge, andererseits ist sie Credo meiner Verantwortung als Chefredakteurin des MDR.</p>
<p>Ich bin 1987 in Gera geboren, aufgewachsen in den Neunzigerjahren in einem Ostdeutschland, das sich in vielerlei Hinsicht im Aufbruch befand und doch von Unsicherheit geprägt blieb. Für mich und meine Freunde war „ostdeutsche Identität“ in der Kindheit und lange darüber hinaus kein erklärtes Thema. Wir waren einfach, was wir waren. Vieles veränderte sich schnell: Landstraßen, Läden, Lehrpläne. Was wir davon bewusst mitbekamen, war vor allem Bewegung – kein Stillstand.</p>
<div id="attachment_6887" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6887" class="wp-image-6887" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/08/25-04-02_MTM25_StageA_imostennichtsneues_©MTM_Daniel_Reiche.jpg" alt="Christin Bohmann bei den Medientagen Mitteldeutschland zum Thema „Im Osten nichts Neues? Ostdeutschland in den Medien“. Abbildung: MTM/Daniel Reiche" width="600" height="375"><p id="caption-attachment-6887" class="wp-caption-text">Christin Bohmann bei den Medientagen Mitteldeutschland zum Thema „Im Osten nichts Neues? Ostdeutschland in den Medien“. Abbildung: MTM/Daniel Reiche</p></div>
<h2><span class="title-bg">Anerkennung für Anpassung</span></h2>
<p>Die Prägung durch die Nachwendejahre zeigte sich für mich zunächst mehr in einem Grundgefühl der Elterngeneration als in konkreten Erzählungen: Anpassung war notwendig. Flexibilität war die Überlebensstrategie. Wer ging, waren oftmals Väter, die in den alten Bundesländern „auf Montage“ waren und nur am Wochenende heimkehrten. Wer blieb, waren die Mütter und Großeltern, ebenfalls eingebunden in einen selbstverständlichen, durch Arbeit oder Arbeitslosigkeit geprägten Alltag. Mein Leben, auch meinen Blick auf Arbeit, hat das bis heute geprägt. Der Wille, die Dinge selbst bestimmen zu können und unbedingt selbst handlungsfähig zu bleiben, ist an vielen Tagen Antrieb, an manchen bleibt die Erkenntnis: Nicht alles lässt sich mit eigener Motivation lösen, nicht alle Umstände sind selbst gestaltbar.</p>
<p>Trotzdem empfand ich damals nie, dass Herkunft mein Leben bestimmte. Ich war neugierig auf die Welt und begann nach dem Abitur 2005 ein Studium der Germanistik, Journalistik und Komparatistik. Erst als ich für ein Erasmus-Semester nach Dublin ging, wurde mir klar, wie stark Herkunft Identität prägen kann. Ich wechselte auf gewisse Weise unfreiwillig meine Perspektive. Im Ausland war ich plötzlich eine Deutsche – eine Zuschreibung, die mir bis dahin, oh ja, fremd gewesen war. Im Auslandssemester lernte ich das Fremdsein als einen Erfahrungsraum kennen. Herkunft war nicht mehr unsichtbar. Sie war Teil dessen, wie ich wahrgenommen wurde – und dann auch, wie ich mich selbst wahrnahm. Valerie Schönian hat das einmal als „Mehr-Werden“ beschrieben.</p>
<p>Nach meinem Studium und den ersten Berufsjahren war ostdeutsche Herkunft für mich dennoch weiter kein vordergründiges Thema. Ich sah mich als Teil einer Generation, die über Herkunft hinausdenken wollte – die sich nicht durch Grenzziehungen beschreiben ließ, sondern durch Offenheit und Neugier. Als ich meine ersten Schritte im Journalismus machte, wurde ich von einem Kollegen beim ersten Gespräch in der Redaktion in Berlin gefragt, woher ich denn komme. Ich erzählte ihm von meinem Geburtsort in Thüringen und dass ich unter anderem in Leipzig studiert hatte. Er bemerkte daraufhin gleichermaßen erstaunt wie lobend, dass man ja gar nicht an meiner Aussprache höre, dass ich aus dem Osten käme. Ich fand das schmeichelhaft, hatte ich mir beim Radio-Sprechtraining an der Uni kleinere dialektale Ausprägungen abgewöhnt, und es war wohl auch nett gemeint.</p>
<p>Ich kann mich nicht mehr an den Namen des Kollegen erinnern, wohl aber, wie mir nach und nach dämmerte, was ich da eigentlich als positiv empfunden hatte. Damals empfand ich die Bemerkung als Kompliment – ein Zeichen dafür, „angekommen“ zu sein. Heute, mit Abstand, zeigt sie mir, wie tief das ungeschriebene Ideal verankert war: Anpassung als Voraussetzung für Anerkennung.</p>
<p>In den vergangenen Jahren ist Ostdeutschland wieder stärker ins Zentrum gesellschaftlicher Debatten gerückt. Und dass Identität heute wieder eine stärkere Rolle spielt, hat viel mit den Multikrisen unserer Zeit zu tun. In einer Welt voller Unsicherheiten suchen Menschen nach Ankern – und Herkunft wird einer dieser Anker. Auch die ostdeutsche Erfahrung wird dadurch wieder sichtbarer: als Erzählung von Anpassung, Wandel und Gestaltungskraft.</p>
<div id="attachment_6888" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6888" class="wp-image-6888" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/08/1_MDR_Zentrale_©MDR_Robert_Hensel.jpg" alt="Das Hochhaus der MDR-Zentrale in Leipzig. 3_Christin Bohmann (links) bei einem Herbsttreffen der Medienfrauen. Abbildung: MDR/Robert Hensel" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-6888" class="wp-caption-text">Das Hochhaus der MDR-Zentrale in Leipzig. Abbildung: MDR/Robert Hensel</p></div>
<h2><span class="title-bg">Ostdeutschland als Kompetenzraum</span></h2>
<p>Als Chefredakteurin des Mitteldeutschen Rundfunks trage ich heute auch Verantwortung dafür, wie sichtbar ostdeutsche Lebenslagen in der Öffentlichkeit sind. Ich verstehe viele Menschen aus meiner Generation, wenn sie sagen, dass sie sich nicht ostdeutsch fühlen oder es ablehnen, qua ihrer Herkunft als Ostdeutsche benannt zu werden. Weil sie sich damit limitiert fühlen. Und dennoch: Ostdeutschsein ist für mich keine kulturelle Identität im klassischen Sinn. Vielmehr ist es eine geteilte Erfahrung, eine Summe von Erlebnissen, die viele Ostdeutsche miteinander verbindet, eine in Teilen gemeinsame Perspektive – unabhängig davon, ob sie heute in Leipzig oder in Stuttgart leben. Für mich bedeutet ostdeutsche Identität vor allem eines: eine gemeinsame Prägung durch Erfahrung. Die Sichtbarkeit und Akzeptanz ostdeutscher Erfahrungen ist daher auch keine Geste der Höflichkeit. Sie ist Anerkennung von Realität, und sie ist Voraussetzung für Vertrauen.</p>
<p>Unsere Gesellschaft steht heute unter Druck: wirtschaftliche Rezession, Ängste vor Krieg, globale Instabilität. Gerade jetzt können ostdeutsche Erfahrungen wichtig sein. Wer nach 1989 in Ostdeutschland aufgewachsen ist, weiß über die Erfahrungen der Elterngeneration und damit aus dem eigenen unmittelbaren Erleben, wie es ist, Sicherheiten zu verlieren und trotzdem neue Wege zu finden. Anpassungsfähigkeit, Pragmatismus und Gestaltungskraft sind Fähigkeiten, die heute dringender gebraucht werden denn je. Dieses Wissen gehört aktiv eingebunden: in die Gestaltung wirtschaftlicher Transformation, in neue Ansätze sozialer Gerechtigkeit, in politische Entscheidungsprozesse. Ostdeutschland ist kein Rückzugsraum. Es kann Kompetenzraum für das ganze Land sein.</p>
<p>Eine kürzlich veröffentlichte, aufwendige Analyse der Produktionsfirma Hoferichter &amp; Jacobs in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig für den MDR zeigt, dass die überregionale Berichterstattung über Ostdeutschland häufig von wenigen etablierten Negativthemen geprägt ist. Mehr als 300 Millionen Presseartikel hat das Forschungsteam analysiert und dabei festgestellt, dass besonders zu Jahrestagen insgesamt stärker über Ostdeutschland berichtet und Ostdeutschland wieder zum „Besonderen“ erklärt wird. Und dass die Berichte häufig pauschalisieren und offensichtlich mit Stereotypen arbeiten anstatt mit Differenzierungen. Selten werden in Artikeln, die das Wort „ostdeutsch“ enthalten, positive Zuschreibungen verwendet. Machtlosigkeit und Benachteiligung sind viel stärker verbreitet als Erzählungen über Erfolge und Empowerment.</p>
<p>Diese einseitige Darstellung untergräbt Vertrauen und verstärkt Entfremdung. Als Chefredakteurin sehe ich es als meine Aufgabe, dem entgegenzuwirken: durch bewusste Vielfalt der Perspektiven in journalistischen Produkten, durch kontinuierliche Berichterstattung über ostdeutsche Lebenslagen, nicht nur bei Wahlen oder Krisen, und durch gezielte Dialogaktionen mit den Menschen vor Ort.</p>
<div id="attachment_6889" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6889" class="wp-image-6889" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/08/Medienfrauentreffen_2023_Leipzig_©MDR_Kirsten_Nijhof.jpg" alt="Christin Bohmann (links) bei einem Herbsttreffen der Medienfrauen. Abbildung: MDR/KIRSTEN NIJHOF" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-6889" class="wp-caption-text">Christin Bohmann (links) bei einem Herbsttreffen der Medienfrauen. Abbildung: MDR/KIRSTEN NIJHOF</p></div>
<h2><span class="title-bg">Perspektivwechsel ermöglichen</span></h2>
<p>Gute Berichterstattung heißt in diesem Kontext auch, die eigene Prägung zu hinterfragen, andere Sichtweisen zu ermöglichen und von allen Teilen Deutschlands mit offenem Blick zu erzählen. Im Redaktionsalltag wird spürbar, wie unbewusste Normen wirken: Wenn Vermögen selbstverständlich vorausgesetzt wird, wo keines ist. Wenn weibliche Erwerbstätigkeit als Besonderheit verstanden wird, obwohl sie in Ostdeutschland die Regel war. Solche blinden Flecken zu erkennen, ist keine Kleinigkeit. Diese ständigen Perspektivwechsel sind zentral, um wirklich gerechte und vielfältige Erzählungen zu schaffen. Ein kritisches Bewusstsein für diese Unterschiede ist die Grundlage dafür, dass sich alle Menschen in medialen Bildern wiederfinden können – nicht nur ein Teil der Gesellschaft. Darum ist es umso wichtiger, dass wir Medienschaffenden diese Erfahrungen sichtbar, hörbar und vielleicht sogar erlebbar machen.</p>
<p>Wenn ich an die Zukunft denke, wünsche ich mir kein „Ostdeutschland“, das durch ideelle und mediale Grenzziehung besonders sichtbar bleibt. Ich wünsche mir vielmehr, dass die Unterscheidung zwischen Ost und West in den Köpfen und Strukturen irgendwann keine Rolle mehr spielt und gleichzeitig die regionale Verankerung und Sichtbarkeit mit Selbstbewusstsein und Lässigkeit wahrgenommen und repräsentiert wird. Aber Wunsch allein reicht nicht. Solange Lohnunterschiede, Vermögensverteilungen und politische Repräsentation sich entlang dieser alten Grenze sortieren, bleibt sie bestehen.</p>
<p>Deshalb müssen wir an den realen Defiziten arbeiten: durch gerechtere Strukturen, echte Aufstiegschancen und eine politische Kultur, die Vielfalt als Stärke begreift. Und wir sollten gemeinsam Perspektivwechsel ermöglichen, um langfristig Perspektivvielfalt und damit Stärke, Stabilität und Sicherheit in unsicheren Zeiten zu gewinnen.</p>
<div id="attachment_6890" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6890" class="wp-image-6890" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/08/Keyvisual_Der_Osten_Medien©MDR-.jpg" alt="Die MDR-Doku „Abgeschrieben? – Der Osten in den Medien“ für die ARD zeigt hartnäckige Klischees und Vorurteile. Abbildung: MDR" width="600" height="338"><p id="caption-attachment-6890" class="wp-caption-text">Die MDR-Doku „Abgeschrieben? – Der Osten in den Medien“ für die ARD zeigt hartnäckige Klischees und Vorurteile. Abbildung: MDR</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1685" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg" alt="Label Impulsgeberin Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Christin Bohmann</span></h2>
<p><strong>GEBOREN:</strong> 1987/Gera Wohnort<br>
<strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Leipzig<br>
<strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Hendrik Bolz: „Nullerjahre: Jugend in blühenden Landschaften“, 2022<br>
<strong>MEIN DOKUTIPP:</strong> Es ist kompliziert… – Der Osten in den Medien, 2024<br>
<strong>MEIN URLAUBSTIPP:</strong> Weinregion Saale-Unstrut erwandern</p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
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<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/christin-bohmann-ostdeutsche-erfahrungen-ressource-in-unsicheren-zeiten/">Christin Bohmann: Ostdeutsche Erfahrungen. Ressource in unsicheren Zeiten</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Osten als Avantgarde #7: Ost-Science-Fiction – mehr als nur Unterhaltung?</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/der-osten-als-avantgarde-7-ost-science-fiction-mehr-als-nur-unterhaltung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Oct 2025 05:30:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=7727</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Netzwerk der gemeinnützigen Initiative DenkRaumOst hat es sich zum Ziel gesetzt, den Charme Ostdeutschlands sichtbar zu machen. In Teil sieben ihrer Kolumne zeigt Gordon Freiherr von Godin, Direktor des DDR Museums in Berlin, wie Science-Fiction in der DDR die Fantasie beflügelt und gesellschaftliche Realitäten gespiegelt hat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7733" class="wp-image-7733" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/GordonvonGodin_Foto.jpg" alt="Gordon Freiherr von Godin ist Direktor des DDR Museums in Berlin-Mitte. Abbildung: Gordon Freiherr von Godin" width="600" height="338">Gordon Freiherr von Godin. Abbildung: DDR Museum, Berlin 2025<br />
„Weltall Erde Mensch“ [...]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Netzwerk der gemeinnützigen Initiative DenkRaumOst hat es sich zum Ziel gesetzt, den Charme Ostdeutschlands sichtbar zu machen. In Teil sieben ihrer Kolumne zeigt Gordon Freiherr von Godin, Direktor des DDR Museums in Berlin, wie Science-Fiction in der DDR die Fantasie beflügelt und gesellschaftliche Realitäten gespiegelt hat.</p>
<p><span id="more-7727"></span></p>
<div id="attachment_7733" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7733" class="wp-image-7733" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/GordonvonGodin_Foto.jpg" alt="Gordon Freiherr von Godin ist Direktor des DDR Museums in Berlin-Mitte. Abbildung: Gordon Freiherr von Godin" width="600" height="338"><p id="caption-attachment-7733" class="wp-caption-text">Gordon Freiherr von Godin. Abbildung: DDR Museum, Berlin 2025</p></div>
<p>„Weltall Erde Mensch“ ist der Name des Buches, welches meine Mama und viele andere zu ihrer Jugendweihe in den 60er-Jahren in der DDR bekamen. Auf dem Umschlag ein futuristisch anmutendes Bild einer Weltraumstation riesigen Ausmaßes. Dass die Illustrationen von DDR-Künstlern nicht nur im Science-Fiction-Bereich auch heute noch in den höchsten Tönen gelobt werden, hängt auch mit der Überzeichnung von ikonenhaften, spektakulären Zukunftswelten zusammen.</p>
<p>Haben wir nicht heute, dank Internet, die Möglichkeiten, alles und sofort zu beantworten? Haben wir dadurch vielleicht das Träumen und das Zukunftsdenken vergessen? Welche Visionen über die Zukunft haben wir noch? Das Genre ist im Vergleich zur Frühzeit der 50er- und 60er-Jahre ziemlich eingerostet. SF ist bei Weitem nicht tot, aber so richtig lebendig?</p>
<p>Der Schock im Westen über den ersten Satelliten im All am 4. Oktober 1957 war jedenfalls ganz enorm. Die Jugend der End-50er- und 60er-Jahre sollte schon früh lernen, dass die Wissenschaft im All den Fortschritt bedeutet und am Ende der Sieg über die westliche Welt wartet. Das „Interkosmos“-Programm der Sowjetunion sollte es auch anderen befreundeten Nationen ermöglichen, ins All zu fliegen. Der erste Mensch im All war dann auch 1960 der sowjetische Offizier Juri Gagarin, und der erste Deutsche im All kam aus dem Osten und hieß Sigmund Jähn.</p>
<div id="attachment_7796" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7796" class="wp-image-7796" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Weltall_Erde_Mensch-1.jpg" alt="Buch „Weltall Erde Mensch“. Abbildung: DDR Museum, Berlin 2025" width="600" height="505"><p id="caption-attachment-7796" class="wp-caption-text">Buch „Weltall Erde Mensch“. Abbildung: DDR Museum, Berlin 2025</p></div>
<p>Die Utopie, den Weltraum für alle Menschen, egal welcher Nationalität, friedlich zu nutzen, war bereits in den Anfängen zum Scheitern verurteilt. Der Kampf um die Vormachtstellung im Weltall kennzeichnete den Kalten Krieg und fraß auch dort unglaubliche Ressourcen – auf beiden Seiten. Die friedliche Nutzung war erst in den 90er-Jahren wieder im Fokus. Jedoch war auch die Utopie im Film recht weit. Schaut man sich heute zum Beispiel den DEFA-Streifen „Eolomea” von 1972 an, so sieht man eine Filmtechnik, die sich nicht hinter anderen verstecken musste. Die Orbitalstation hieß „Margot“, wie die Ministerin für Erziehung. Die Station ist riesig, die Arbeit mit Miniaturen sichtbar und doch nicht auffällig. Die Landung des Raumgleiters auf der Station ist technisch auf dem Stand der Zeit. Inhaltlich ging es um eine Wissenschaftlerin, die das Abhandenkommen von Frachtschiffen in der Nähe der Orbitalstation aufklären muss. Gemischt mit einer Liebesgeschichte ist der Film heute sehenswert.</p>
<p>Weitaus komplexer war das Leben hier auf der Erde im Bereich von Forschung und Wissenschaft. Die DDR verstand sich trotz weniger Energieressourcen als ein Land des technischen Fortschritts. Um hier auch die Grundlage bei der Jugend zu schaffen, gab es reichlich Futter. So entstanden circa 500 Science-Fiction-Romane in den 40 Jahren des Bestehens. Und aufgrund von ständigem Papiermangel lagen die Erstauflagen nie über 50.000 Stück. Häufig waren sie auf zehn bis zu 15.000 Exemplare limitiert und somit auch rasch im Land des Lesens ausverkauft.</p>
<p>Politische Absichten und Einflussnahme gab es auch in diesem Genre. So haben einige Romane den Klassenkampf in die Zukunft versetzt und den Kommunismus samt Vorstufe als futuristischen Sieger dargestellt. Man konnte in der späteren Ära aber auch feststellen, wie zum Beispiel die Überwachung von Gesellschaften kritisiert wurde, oft unterschwellig, wie so häufig in der DDR-Kunstszene. Hauptthema der Ost-Science-Fiction blieb der Weltraum mit seinen offenen, weiten Welten, den außerirdischen Lebensformen und der Auseinandersetzung der Menschen mit diesen.</p>
<p>Das Genre Science-Fiction war in der DDR-Literatur allerdings recht schmal besetzt. Westliteratur war verboten und dadurch nicht massentauglich, eher nur vereinzelt zu lesen. So mussten sich die Liebhaber mit dem polnischen Autor Stanislaw Lem und den bekanntesten sowjetischen SF-Schriftstellern, Sergei Snegow und den Gebrüdern Strugatzki, begnügen. Das tat jedoch dem Fan-Sein keinen Abbruch. Die limitierten Auflagen waren häufig vergriffen.</p>
<p>In der DDR gab es eine Autorenschaft um Angela und Karlheinz Steinmüller, Karl-Heinz Tuschel, Günther Krupkat, Wolf Weitbrecht, Jürgen Brinkmann. Die Utopien waren allesamt durchströmt von Beschreibungen der gesellschaftlichen Herausforderungen, immer – und das ist wichtig – systemkonform, das heißt, durchaus auch politisch fein mit der politischen Führung der DDR. Waren Science-Fiction-Romane nicht gemäß den Vorstellungen der Partei, so wurden sie einfach nicht gedruckt. Ein Verbot war dann schon überflüssig. Was man mit Sicherheit behaupten kann, ist jedoch, dass die meisten Romane keine Utopien einer kommunistischen Gesellschaftsordnung darstellten. Man kann noch heute gut Romane wie zum Beispiel „Andymon. Eine Weltraum-Utopie“ von Angela und Karlheinz Steinmüller aus dem Jahr 1982 lesen. Dieser Roman ist nicht von politischen Parolen durchsetzt, sondern vielmehr geprägt von Menschlichkeit, von Entwicklungen und den Herausforderungen von Gesellschaften unterschiedlichster Prägungen. Also alles in allem durchaus aktuelle Lernthemen des Ostens im Prozess von Identitätsfindung und Weiterentwicklung einer Gesellschaft.</p>
<p>Was bleibt also von der Ost-Science-Fiction? Es ist wie auf allen Ebenen der Kunst dem Betrachter überlassen, was er aus der Utopie der Werke macht. Die Nutzung steht ihm frei, die Bücher finden sich auf Jahrmärkten und auf Kleinanzeigen.de, die DEFA-Stiftung packt vieles kostenfrei in den Youtube-Kanal, die Kunst ist gegen Eintritt in namhaften Museen wie dem Barberini oder dem MINSK zu sehen.</p>
<p>Abseits von Konsum und Ablenkung findet also der Interessierte den Weg zurück, ganz sicher!</p>
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<td><strong>Die nächsten Live-Termine von DenkRaumOst</strong>
<p><a href="http://www.denkraumost.de/events">denkraumost.de/events</a></p></td>
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		<title>Aktueller Elitenmonitor: Weiterhin zu wenige Ostdeutsche in Führungspositionen</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/aktueller-elitenmonitor-weiterhin-zu-wenige-ostdeutsche-in-fuehrungspositionen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Sep 2025 11:15:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) hat heute im Bundesfinanzministerium aktuelle Zahlen zum Elitenmonitor, einer Langzeituntersuchung der Universitäten Leipzig, Jena und der Hochschule Zittau/Görlitz, vorgestellt. ostdeutschland.info war vor Ort. Zentrale Erkenntnis: Ostdeutsche bleiben in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert. Besonders alarmierend sind die Zahlen in Wirtschaft und Kultur.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-5425" class="wp-image-5425" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/05/verkleinert-Elisabeth-Kaiser.jpg" alt="Elisabeth Kaiser (SPD), MdB, (Mitte), im Gespräch während der Eröffnung der Ausstellung &#34;Home Street Home - Wege aus der Obdachlosigkeit&#34; in der Halle des Paul-Löbe-Hauses. Abbildung: Janine Schmitz/Photothek" width="600" height="400">Die [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/aktueller-elitenmonitor-weiterhin-zu-wenige-ostdeutsche-in-fuehrungspositionen/">Aktueller Elitenmonitor: Weiterhin zu wenige Ostdeutsche in Führungspositionen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) hat heute im Bundesfinanzministerium aktuelle Zahlen zum Elitenmonitor, einer Langzeituntersuchung der Universitäten Leipzig, Jena und der Hochschule Zittau/Görlitz, vorgestellt. ostdeutschland.info war vor Ort. Zentrale Erkenntnis: Ostdeutsche bleiben in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert. Besonders alarmierend sind die Zahlen in Wirtschaft und Kultur.</p>
<p><span id="more-7580"></span></p>
<div id="attachment_5425" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-5425" class="wp-image-5425" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/05/verkleinert-Elisabeth-Kaiser.jpg" alt="Elisabeth Kaiser (SPD), MdB, (Mitte), im Gespräch während der Eröffnung der Ausstellung &quot;Home Street Home - Wege aus der Obdachlosigkeit&quot; in der Halle des Paul-Löbe-Hauses. Abbildung: Janine Schmitz/Photothek" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-5425" class="wp-caption-text">Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) stellte am 19. September 2025 neue Zahlen aus dem Elitenmonitor vor. Abbildung: Janine Schmitz/Photothek</p></div>
<p>Laut des aktuellen <a href="https://research.uni-leipzig.de/elitenmonitor/" target="_blank" rel="noopener">Elitenmonitors</a> stieg der Anteil Ostdeutscher in Spitzenjobs von 10,9 Prozent im Jahr 2018 auf 12,1 Prozent Ende 2024. Der Anteil Ostdeutscher an der Gesamtbevölkerung liegt nach Angaben der Forscher bei 20 Prozent.</p>
<h2><span class="title-bg">Angemessen vertreten in der Politik, kaum in der Wirtschaft</span></h2>
<p>Die Bundesregierung hat sich in der vergangenen Legislatur mit einem Bundeskonzept verpflichtet, den Anteil von Ostdeutschen in Führungspositionen in der Bundesverwaltung zu steigern. Aber zwischen den gesellschaftlichen Bereichen bestehen weiterhin große Unterschiede. Während es in Politik und Verwaltung eine Steigerung gab (Politik 2018: 19,9 Prozent – 2024: 21,4 Prozent; Verwaltung 2018: 9,8 Prozent – 2024: 12,7 Prozent), gingen in anderen Sektoren die Anteile teilweise zurück, zum Beispiel in der Wirtschaft (2018: 5,1 Prozent – 2024: 4,0 Prozent) und in der Kultur (2018: 9,3 Prozent – 2024: 6,8 Prozent). Im Elitenmonitor wurden rund 3.000 Spitzenpositionen in zwölf Sektoren untersucht.</p>
<p>„Die Bundesregierung bekennt sich klar dazu, den Anteil von Ostdeutschen in den Führungspositionen zu steigern. Dafür müssen wir noch stärker für das Thema sensibilisieren und Strategien entwickeln, die darauf hinwirken, dass mehr Ostdeutsche in Führungspositionen kommen“, erklärte die Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Elisabeth Kaiser, bei der Vorstellung des Monitors. Offen bleibt dabei jedoch weiterhin, wie den sinkenden Zahlen in den betreffenden Sektoren entgegenzuwirken ist.</p>
<p>Immerhin: Die Bundesregierung hat sich in der vergangenen Legislatur mit einem Bundeskonzept verpflichtet, den Anteil von Ostdeutschen in Führungspositionen in der Bundesverwaltung zu steigern. Kaiser zufolge ist der Anteil Ostdeutscher dort über alle Führungsebenen hinweg weiter gestiegen, von 13,9 Prozent im Jahr 2022 auf inzwischen 15,5 Prozent. Abgefragt wurden 24 oberste Bundesbehörden. Auch die 90 oberen Bundesbehörden insgesamt verzeichnen einen Zuwachs: Hier erhöhte sich der Anteil Ostdeutscher zwischen 2022 und 2025 von 11,9 auf 12,6 Prozent.</p>
<h2><span class="title-bg">Weiter viel Luft nach oben bei der Chancengleichheit</span></h2>
<p>Die Ergebnisse des Diversität und Chancengleichheit Survey 2024 (DuCS) unterstreichen die Befunde aus dem Bundeskonzept. Während 22,2 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten der Bundesverwaltung Handlungsbedarf bei der Förderung von Chancengleichheit erkennen, sehen diesen nur 6,8 Prozent der Westdeutschen. Das DuCS 2024 wurde vom Bundesinstitut für Bevölkerungsentwicklung (BIB) durchgeführt.</p>
<p>Der Elitenmonitor ist eine permanent aktualisierte Datenbank mit Informationen zu rund 3.000 Elitenpositionen, die von etwa 4.100 Führungskräften in zwölf Sektoren besetzt sind oder waren. Der aktuelle Stand des Elitenmonitors soll am 1. Oktober 2025 offiziell vorgestellt werden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/aktueller-elitenmonitor-weiterhin-zu-wenige-ostdeutsche-in-fuehrungspositionen/">Aktueller Elitenmonitor: Weiterhin zu wenige Ostdeutsche in Führungspositionen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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		<title>Zweiter Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland …“ erschienen</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/zweiter-sammelband-denke-ich-an-ostdeutschland-erschienen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Sep 2025 05:13:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=6687</guid>

					<description><![CDATA[<p>Heute ist der zweite Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland …“ erschienen. Weitere 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wertvolle Impulse für den Osten Deutschlands. Zu Wort kommen engagierte Personen und Unternehmen aus, in, vor allem aber für Ostdeutschland.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignnone" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt width="400" height="566"><br />
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In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist auch 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Dieser Sammelband will einen weiteren Beitrag dazu leisten, ihn zu [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/zweiter-sammelband-denke-ich-an-ostdeutschland-erschienen/">Zweiter Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland …“ erschienen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist der zweite Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland …“ erschienen. Weitere 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wertvolle Impulse für den Osten Deutschlands. Zu Wort kommen engagierte Personen und Unternehmen aus, in, vor allem aber für Ostdeutschland.<br>
<span id="more-6687"></span><br>
<img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignnone" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt width="400" height="566"></p>
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<p>In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist auch 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Dieser Sammelband will einen weiteren Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden. Zu ihnen zählen unter anderem:</p>
<ul>
<li>Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommern, SPD</li>
<li>Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident Brandenburg, SPD</li>
<li>Bodo Ramelow, Ex-Ministerpräsident Thüringen, Die Linke</li>
<li>Dr. Andreas H. Apelt, Mitbegründer und Beauftragter des Vorstandes, Deutsche Gesellschaft e. V.</li>
<li>Iris Bethge-Krauß, Hauptgeschäftsführerin Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.</li>
<li>Christin Bohmann, MDR-Chefredakteurin</li>
<li>Christian Bollert, Geschäftsführer detektor.fm</li>
<li>Prof. Dr. Thomas Brockmeier, Hauptgeschäftsführer IHK Dessau/Halle</li>
<li>Mario Czaja, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes im Landesverband von Berlin, CDU</li>
<li>Dr. Peter-Michael Diestel, Rechtsanwalt, DDR-Innenminister</li>
<li>Olaf Ebert, Geschäftsführender Vorstand Stiftung Bürger für Bürger</li>
<li>David Fischer, Geschäftsführer Kommunikation Dynamo Dresden</li>
<li>Stanley Fuls, Vorstandsvorsitzender Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft eG</li>
<li>Martin Geisthardt, Geschäftsführer 1. FC Magdeburg</li>
<li>Robert Ide, Redakteur Tagesspiegel</li>
<li>Clemens Kießling, Podcast-Host „Nach meiner Kenntnis ist das sofort!“</li>
<li>Manja Kliese, Diplomatin Auswärtiges Amt</li>
<li>Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt</li>
<li>Dr. Tomasz Kurianowicz, Chefredakteur Berliner Zeitung</li>
<li>Dr. Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende Sächsische Aufbaubank</li>
<li>Markus Meckel, letzter Außenminister der DDR</li>
<li>Prof. em. Dr. Christoph Meinel, Institutsdirektor und CEO a. D. Internet-Technologien und Systeme Hasso-Plattner-Institut</li>
<li>Prof. Dr. Timo Meynhardt, Dr. Arend Oetker Chair of Business Psychology and Leadership HHL Leipzig Graduate School of Management und Managing Director Center for Leadership and Values in Society University of St. Gallen</li>
<li>Kai Mielenz, MD/CFO Elbewerke EFW</li>
<li>Dr. Paula Piechotta, MdB, Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion</li>
<li>Sabine Rennefanz, Journalistin Der Spiegel, Tagesspiegel</li>
<li>Pierre Sanoussi-Bliss, Schauspieler</li>
<li>Franziska Schenk, Moderatorin, Leiterin Online der MDR Unterhaltung, Eisschnelllaufweltmeisterin</li>
<li>Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin</li>
<li>Frank Schwarz, Geschäftsführer Sächsische Lotto-GmbH</li>
<li>Dr. Patrick Wittenberg, Vorstandsvorsitzender E.DIS</li>
</ul>
<h2><span class="title-bg">Ostdeutsche Erfolgsgeschichten</span></h2>
<p>In den Beiträgen geht es um das Potenzial, das Ostdeutschland als attraktiver Lebens- und Wirtschaftsraum birgt. Der Osten hat viel zu bieten, unter anderem eine großartige Hochschullandschaft, starke Wirtschaftscluster, gut ausgebildete Menschen, beste Voraussetzungen für die Gewinnung erneuerbarer Energien, noch relativ flexible Strukturen und eine Menge Transformationserfahrung. Es werden wirtschaftliche Erfolgsgeschichten erzählt sowie private Lebens- und Karrierewege beschrieben. In Deutschland ist der Osten mehr als eine Himmelsrichtung. Es existiert eine gemeinsame Prägung durch DDR- und Nachwendezeit. Die Autorinnen und Autoren machen aber deutlich, dass Ostdeutschland nicht als Opfergeschichte zu erzählen ist. Weder vom Osten noch vom Westen. Es gilt, gemeinsam in die Zukunft zu schauen und das ganze Land wieder nach vorn zu bringen.</p>
<p>Ausgewählte Zitate aus Band zwei:</p>
<hr>
<blockquote><p>An kompetenten Ostdeutschen mangelt es nicht. Denke ich an Ostdeutschland, dann bin ich stolz darauf, was wir erreicht haben, und motiviert für das, was noch vor uns liegt.”</p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommern</strong></p>
<hr>
<blockquote><p>Man muss sich nur verdeutlichen, dass das vereinte Deutschland eine ostdeutsche Erfindung ist.”</p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident Brandenburg</strong></p>
<hr>
<blockquote><p>Ostdeutschland ist kein Opfer – es ist ein Zukunftslabor. Transformation braucht Zeit, Teilhabe und Transparenz.”</p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>Bodo Ramelow, Vizepräsident des Deutschen Bundestages</strong></p>
<hr>
<blockquote><p>Es braucht gelebte Netzwerke. Ich wünsche mir, dass wir aufhören, vermehrt auf Defizite zu schauen, und anfangen, das sichtbar zu machen, was bereits gelingt und was uns verbindet.”</p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>Mandy Baum, Leiterin Stiftungen VNG AG</strong></p>
<hr>
<blockquote><p>Die ostdeutschen Bundesländer können das innovative Zentrum und der Treiber der deutschen Wirtschaft werden.”</p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>Christian Bollert, Gründer und Geschäftsführer detektor.fm</strong></p>
<hr>
<blockquote><p>Die Wiedervereinigung war für Westdeutschland ein richtig gutes ‚Geschäft‘.”</p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>Prof. Dr. Thomas Brockmeier, Hauptgeschäftsführer IHK Halle-Dessau</strong></p>
<hr>
<blockquote><p>Wir brauchen eine Ostquote, gestaffelt nach Bund und neuen Ländern: 20 Prozent in den Bundesministerien, 50 Prozent in den ostdeutschen Landesministerien, Rundfunk- und Fernsehanstalten sowie kommunalen Verbänden.”</p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>Mario Czaja, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Landesverband Berlin</strong></p>
<hr>
<h2><span class="title-bg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6700 aligncenter" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/09/Impulsgeber_Ostdeutschland_Button_4c_klein.jpg" alt width="321" height="321"></span></h2>
<h2><span class="title-bg">120 Autorinnen und Autoren</span></h2>
<p>Zusammen mit dem im September 2024 erschienenen Band eins, zu dem zeitgleich mit Band zwei die zweite Auflage erschienen ist, liegen nun 108 reich bebilderte Artikel von 120 Impulsgeberinnen und Impulsgebern auf 448 Seiten vor.</p>
<p>„Wir waren uns sehr bewusst, dass der Fall der Mauer bereits 35 Jahre zurücklag. Dennoch glaubten wir an die positive Wirkung einer solchen Sammlung von Impulsen zur Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung, insbesondere vor dem Hintergrund der Entwicklungen in den letzten Jahren. Die Sammelbände waren für uns eine Herzensangelegenheit. Wir sind sehr dankbar für die zahlreichen Beiträge, das positive Feedback und den Austausch, der sich bereits jetzt durch die Bände ergeben hat“, so die Herausgeber Frank und Robert Nehring.</p>
<p>„Denke ich an Ostdeutschland …“ ist im Berliner PRIMA VIER Verlag erschienen – mit 224 Seiten als Hardcover sowie als E-Book. <a href="https://office-roxx.de/denke-ich-an-ostdeutschland-band-2_2025_leseprobe/" target="_blank" rel="noopener">Hier</a> finden Sie eine Leseprobe zu Band zwei und <a href="https://office-roxx.de/denke-ich-an-ostdeutschland_2024_leseprobe/" target="_blank" rel="noopener">hier</a> eine zu Band eins. Gewinne aus dem Buchverkauf fließen in die Finanzierung der Website ostdeutschland.info ein.</p>
<p><a class="best-button" href="https://office-roxx.de/shop/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jetzt bestellen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/zweiter-sammelband-denke-ich-an-ostdeutschland-erschienen/">Zweiter Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland …“ erschienen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Franziska Wetterling: Es geht immer um Mehrheiten. Üben, Herkünfte und Hollywoodschaukeln</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/franziska-wetterling-es-geht-immer-um-mehrheiten-ueben-herkuenfte-und-hollywoodschaukeln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Sep 2025 07:10:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivisten]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=2259</guid>

					<description><![CDATA[<p>Franziska Wetterling vom Netzwerk 3te Generation Ost ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch in dem Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/wetterling_ost-info.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2260" class="wp-image-2260 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/wetterling_ost-info.jpg" alt="Franziska Wetterling, Netzwerk 3te Generation Ost. Abbildung: IKKS Hochschule Mittweida/Raphael Heimann" width="707" height="1000"></a>Franziska Wetterling, Netzwerk 3te Generation Ost. Abbildung: IKKS Hochschule Mittweida/Raphael Heimann<br />
„Ich halte jedes Leben für hinreichend interessant, um anderen mitgeteilt zu werden“, heißt es [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/franziska-wetterling-es-geht-immer-um-mehrheiten-ueben-herkuenfte-und-hollywoodschaukeln/">Franziska Wetterling: Es geht immer um Mehrheiten. Üben, Herkünfte und Hollywoodschaukeln</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Franziska Wetterling vom Netzwerk 3te Generation Ost ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch in dem Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><span id="more-2259"></span></p>
<div id="attachment_2260" style="width: 717px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/wetterling_ost-info.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2260" class="wp-image-2260 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/wetterling_ost-info.jpg" alt="Franziska Wetterling, Netzwerk 3te Generation Ost. Abbildung: IKKS Hochschule Mittweida/Raphael Heimann" width="707" height="1000"></a><p id="caption-attachment-2260" class="wp-caption-text">Franziska Wetterling, Netzwerk 3te Generation Ost. Abbildung: IKKS Hochschule Mittweida/Raphael Heimann</p></div>
<p>„Ich halte jedes Leben für hinreichend interessant, um anderen mitgeteilt zu werden“, heißt es in Maxie Wanders Gesprächsaufzeichnungen „Guten Morgen, du Schöne“. Seit 2015 habe ich über 200 Formate organisiert und moderiert, die Herkunft in Gemeinschaft thematisieren. Sie stehen auch für die Selbstermächtigung von Erststudierenden und Ostdeutschen. Das Eingangszitat verdeutlicht eine Haltung, die mich trägt, bei jeder Person, die mir begegnet.</p>
<p>Ich bin der Meinung, dass jede Frage und jede Erfahrung für uns als Gesellschaft relevant sind. Sie zeigen institutionelle Lücken in der Abbildung von Realitäten, dem Wissenstransfer und der Ansprache auf, aber auch ganz eigene, mögliche vielfältige Wege, die erzählt werden sollten. All die Werdegänge und Motivationslagen bieten die Möglichkeit für Verbindendes, ein differenziertes Bild und gesellschaftliche Veränderungen.</p>
<hr>
<blockquote><p><strong>Pro Test bedeutet nicht gleich stören, ich bin dafür, auch nur mal zuzuhören.” (Mia: „Pro Test“)</strong></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg">Denn wir sehen nur was wir sehen (Clueso)</span></h2>
<p>Ich frage mich, was gesellschaftlich zumutbar ist und unter welchen Bedingungen es eingeübt werden kann. Ein Blick auf die Umbrüche nach 1989 und deren Bewältigung kann Antworten geben. Jene, die dieses Erfahrungswissen mitbringen, sind intersektoral unzureichend in Entscheidungspositionen repräsentiert. Sie sollte so nicht sein. Herkunft ermöglicht Ansprache.</p>
<p>Ich wurde im ländlichen Raum in einem Umfeld groß, das die Soziologie durch die temporären oder kontinuierlichen Unsicherheiten als prekär einordnen würde. Bei mir gab es ein paar Features. Die Offenheit, das Zutrauen, in jedem Garten eine Hollywoodschaukel, ein gesundes Klassenbewusstsein und die Entschlossenheit, Herausforderungen anzugehen. Es blieb oft auch nichts anderes übrig. Ich denke an die Menschen, die Aufstieg und Abstieg erlebt haben und mit den sozialen Folgen von gesellschaftlicher Ausgrenzung und Inklusion konfrontiert waren. Die Bandbreite an Leist- und Bewältigbarem zeigte sich sowohl in existenziellen Notlagen als auch in Top-Positionen. Selbst dann war Besonnenheit präsent. Das nächste Feature.</p>
<p>Wurden in der DDR aufgewachsene Menschen in einem Gleichheitsanspruch und- versprechen sozialisiert? Ich trage es in mir. Es trägt sich etwas fort, so mein Eindruck. Ich beobachte, dass Bindungen durch die vielfältigen Lebenslagen und die Gleichzeitigkeit von Auf- und Abstieg innerhalb einer Gruppe auf die Probe gestellt wurden. Es erfordert bis heute nicht selten ein Innehalten, Aushalten, Zurückhalten und in vielen Momenten auch ein Festhalten, damit sie halten. Auch Rückzug spielt eine Rolle.</p>
<p>Wie kann ein überzeugendes „Auch, wenn wir uns nicht immer gut verstehen, wäre es doch schön, wenn wir uns wiedersehen“ (Mia: „Pro Test“) in einem Teil Deutschlands gelingen, den zwischen 1990 und 2017 3,7 Millionen Menschen verlassen haben? Die Konfrontation und Auseinandersetzung mit klassenübergreifenden Lebensrealitäten begreife ich als Ressource in mir und in anderen Menschen. Sie schafft Verbindung, aber auch Reibung. Vielleicht ein Teil der Lösung. „Ich will da sein, wenn es passiert“ (Wir sind Helden).</p>
<div id="attachment_2261" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Bild1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2261" class="wp-image-2261" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Bild1.jpg" alt="Workshop des N5 Symposiums 2022 „Ostdeutschland aus der Zukunft gedacht“ in Magdeburg. Abbildung: N5 Symposium/Uwe Loescher" width="600" height="400"></a><p id="caption-attachment-2261" class="wp-caption-text">Workshop des N5 Symposiums 2022 „Ostdeutschland aus der Zukunft gedacht“ in Magdeburg. Abbildung: N5 Symposium/Uwe Loescher</p></div>
<p>Mein Werdegang ist unkonventionell. Klug verpackt heißt es, intersektoral gewirkt und interdisziplinär studiert. Mein Bauchgefühl war treibend, nötig und musste sich in Teilen auch finden. Es sollte Indikator werden für das, was ich leisten kann, möchte und priorisiere. Die Kontinuität an Beziehungen war dafür stabilisierend bis bestärkend. Ich lebe in einer europäischen Familie. Meine Eltern haben seit den Neunzigern mit Postkarten, Paketen und Sonntagstelefonaten ebenfalls eine Kontinuität geschaffen. Wir nehmen an unseren Leben teil. Trotz der Distanzen. Die Züge wurden – wie der Inn in Österreich – eine zweite Heimat. Die Digitalisierung trägt dazu bei, dass Verbindungen aufrechterhalten bleiben. Ich konnte mich an mich erinnern (oder wurde erinnert). „Ich bin dafür, sich öfter neu zu sein, alles zu ändern und sich dabei treu zu bleiben.“ (Mia: „Pro Test“). Das war für mich leichter als für andere Jahrgänge.</p>
<p>Ich habe in der Pflege, im Einzelhandel, in Kulturstätten, in der Beratung und häufig an den Schnittstellen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gearbeitet. Eine Stelle in der Politikberatung im Innovationsdialog der Bundesregierung war ein Schlüsselereignis: Was wird übermorgen relevant sein und wie können wir heute dafür sorgen, dass wir gut aufgestellt sind? Es wurden Zukünfte thematisiert, interdisziplinäre Blickwinkel einbezogen und Netzwerke identifiziert. Ich funktioniere interessengeleitet, bin Erstakademikerin und mein enges Umfeld zeichnet sich durch unterschiedliche Wirkfelder in unterschiedlichen Regionen und Verantwortungspositionen aus. Das macht etwas mit meinem Selbstverständnis, den Fragen, die ich stelle, und den Zugängen. Zwar ist kein Weg wie meiner in diesem Setting, aber der der anderen eben auch nicht. Das Fragen und das Interesse wurden eingeübt, das Menschliche vorrangig. Ein Prozess.</p>
<p>In akademischen Arbeitsumgebungen war auffällig, dass Vielfaltsdimensionen unterrepräsentiert waren. Ich verstand, was gläserne Decken sind und den Feminismus westdeutsch und ostdeutsch sozialisierter Frauen. Ich verstand mit der Zeit belastbare informelle wie formelle Netzwerke, die einiges möglicher machten. In der Innovationspolitik und Regionalanalysen begriff ich das Ausmaß der strukturellen Ungleichheit zwischen Ost und West, sah, wie Netzwerke nicht gelesen werden konnten. Irgendwann schnappte ich den Begriff „wertebasierte Netzwerke“ auf. Wie der Thomas-Kreislauf funktionierte, wurde erlebbarer. Welchen Stellenwert der Status quo – belegt durch Studien, Zahlen, Daten, Fakten und die Debatte im politischen und wissenschaftlichen Diskurs – einnimmt, war ein Learning.</p>
<p>Ich besuchte Veranstaltungen. Meine politische Sozialisation in Berlin setzte sich fort und musste sich an den Lebensrealitäten meiner Welten messen. Das Unbehagen in manchen Diskussionen stieg. Ich fand eine Stimme, auch weil sie nicht im Raum vertreten schien. Das war aber nicht so, denn Menschen sprachen mich an. Aus einem Unbehagen wurde eine produktive Grundwut, die sich durch das Ehrenamt in Bahnen lenken ließ. Ich fand Gleichgesinnte und Widerspruch. Macht kommt von machen.</p>
<h2><span class="title-bg">Milk and Honey (Beatsteaks)</span></h2>
<p>Das Engagement bei ArbeiterKind.de und im Netzwerk 3te Generation wurde mit anderen Engagierten ein Spielfeld für Vernetzung, Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer. Das Thema Herkunft erwies sich als Chance für Verbindendes. Die eigene Geschichte ist nicht angreifbar. Unterstützungsnetzwerke sind ein komfortables Setting. Bei ArbeiterKind.de werden die Hürden und Chancen für Erststudierende besprochen. Es wird an Anlaufstellen verwiesen und Wissen geteilt. Ein Angebot aus der Community für die Community, geboren aus der Idee, Wissen zu den Möglichkeiten verfügbar zu machen. Danke, Katja Urbatsch, an dieser Stelle und an alle, durch die es immer gut ist.</p>
<p>Bei den Offenen Treffen in Berlin sitzen Erststudierende, Menschen mit Behinderungen, Menschen mit Einwanderungsgeschichte und aus Ostdeutschland. Es kommen auch Studierende aus einem akademischen Elternhaus, die nicht Bafög-berechtigt sind, deren Eltern die Studienwahl nicht begrüßten und die Finanzierung strichen. Das macht etwas mit dem Blick auf Gerechtigkeit und für wen strukturelle Verbesserungen gedacht werden sollen. Für jede Person. Ermutigung to go gilt für jede Person.</p>
<p>Ich bin Fan von Fragen. Ich mag Menschen. Mir kann man nicht erzählen, dass es etwas nicht gibt. Wenn du Menschen mit Hauptschulabschluss vor dir sitzen hast, die promovieren, oder einen Tisch mit zehn Männern unterschiedlichen Alters, die sich bestärken und ihre Geschichten teilen, bist du irgendwann schubladenlos. Bei ArbeiterKind.de lernte ich mehr Ostdeutsche kennen. Die DDR als Arbeiter- und Bauernstaat. Dass ich auf viele Erststudierende aus Ostdeutschland traf, machte Sinn. Später kam ich zum Netzwerk 3te Generation Ost.</p>
<p>Ostdeutsche sind in Führungspositionen und Gremien unterrepräsentiert. Das ist belegt. Wir kommen mittlerweile generationsübergreifend in informellen Runden zusammen. Die Treffen zeichnen ein differenziertes Bild der Erfahrungen sowie Einendes. Es ist ein Ort der Einordnung, des Umgehen-Wollens mit gesellschaftlichen Entwicklungen, aber vor allem ein Ort der Begegnung und des Interesses. Werdegänge, Werte und Wirkstätten werden geteilt, Beispiele institutionellen Wirkens aufgezeigt.</p>
<p>Ich habe gelernt, was sich Menschen für Fragen stellen, wie viele Menschen von den Baseballschlägerjahren betroffen waren, wie viele sich organisiert haben und es bis heute sind. Die Neunziger waren prägend für berufliche und persönliche Entscheidungen. Dass dies nicht nachgefragt oder in der Form medial abgebildet wird, prägt ebenfalls.</p>
<p>Wir diskutieren den gesellschaftlichen Mehrwert von Umbruchserfahrungen in Verantwortungspositionen und die doppelte Sozialisation. Ein Netzwerk von Menschen, denen offensteht, ob sie eine Rolle als Generations-, Werte- und Wissensvermittler einnehmen möchten.</p>
<div id="attachment_2266" style="width: 403px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Bitte-Gruppenfoto-damit-ersetzen.-Selbst-erstellt.-Danke_cut.png"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2266" class="wp-image-2266" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Bitte-Gruppenfoto-damit-ersetzen.-Selbst-erstellt.-Danke_cut.png" alt="Das Netzwerk 3te Generation Ost lädt zu Offenen Treffen ein. Abbildung: 3te Generation Ost" width="393" height="550"></a><p id="caption-attachment-2266" class="wp-caption-text">Das Netzwerk 3te Generation Ost lädt zu Offenen Treffen ein. Abbildung: 3te Generation Ost</p></div>
<h2><span class="title-bg">Sky and Sand (Fritz &amp; Paul Kalkbrenner)</span></h2>
<p>Wenn ich an Ostdeutschland denke, denke ich an Menschen und Landschaften im Wandel und an mein persönliches Umfeld mit Humor, Unaufgeregtheit, Robustheit und Tatendrang. Ich habe es mir auch selbst gebastelt und sehe, wie andere Menschen es ebenfalls tun. Sie bilden Netzwerke, sind mutig in Formaten, den dazugehörigen Orten und haben Spaß. Sie leben Kooperation und kollaboratives Arbeiten. Sie besitzen die Stärke, in formellen Kontexten informell zu sein, begeistern und machen es Menschen leicht, Teil ihres Netzwerks zu werden, empfehlen einander. Sie schaffen die Settings für systemische Veränderungen. All jene und noch mehr, die wissen, dass „Wittenberg nicht Paris ist“ (Kraftklub). Die Umbrüche nach der Wiedervereinigung betreffen die nächste Generation noch immer. Sie müssen beteiligt werden.</p>
<p>Mein Prof. meinte einmal zu mir: „Frau Wetterling, es geht immer um Mehrheiten.“ Ich habe mich gefragt, wie man sie bildet. Grönemeyer singt: „Woher du kommst, das hast du nie verloren“ – vielleicht ist das ein Kitt.</p>
<p>In Zeiten, in denen ständig nach Narrativen verlangt wird, wünsche ich mir, dass wir mehr miteinander erzählen. Gern auf Hollywoodschaukeln. „Pro Test bedeutet nicht gleich stören, ich bin dafür, auch nur mal zuzuhören“ (Mia: „Pro Test“).</p>
<div id="attachment_2267" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/2024_Postkarten-rotated-e1723800788657.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2267" class="wp-image-2267" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/2024_Postkarten-rotated-e1723800788657.jpg" alt="Zu Hause und die Welt – Postkarten und Briefe. Abbildung: Franziska Wetterling" width="600" height="450"></a><p id="caption-attachment-2267" class="wp-caption-text">Zu Hause und die Welt – Postkarten und Briefe. Abbildung: Franziska Wetterling</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1685" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg" alt="Label Impulsgeberin Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Franziska Wetterling</span></h2>
<p><strong>GEBOREN:</strong> 1987/Sachsen-Anhalt<br>
<strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Berlin<br>
<strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> <a href="https://amzn.to/46ZB0jx" target="_blank" rel="noopener">„Wir kochen gut. Das Grundkochbuch“, 1962</a><br>
<strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „Ernesto’s Island“, 2022<br>
<strong>MEIN URLAUBSTIPP:</strong> Weststrand (Fischland-Darss-Zingst)</p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/07/Cover-Denke-ich-an-Ostdeutschland.jpg" width="342" height="483">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p>In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist auch 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Dieser Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2024, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/franziska-wetterling-es-geht-immer-um-mehrheiten-ueben-herkuenfte-und-hollywoodschaukeln/">Franziska Wetterling: Es geht immer um Mehrheiten. Üben, Herkünfte und Hollywoodschaukeln</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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