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	<title>Sport Archive - ostdeutschland.info</title>
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	<description>Impulse für den Osten</description>
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	<title>Sport Archive - ostdeutschland.info</title>
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	<item>
		<title>Buchvorstellung: Fußball in Ostdeutschland</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-fussball-in-ostdeutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA. Passend dazu widmen wir uns zwei Neuerscheinungen zum Fußball in Ostdeutschland: „Plattgemacht“ und „Der geteilte Rasen“. Sie erzählen vom steinigen Weg, den der Ostfußball seit der Wende zu gehen hat.</p>
<p>BUCHTIPP:<br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-9354" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Mohnhaupt_Der_geteilte_Rasen_Cover_2026.jpg" alt="Das Cover vom Buch &#34;Der geteilte Rasen&#34; von Jan Mohnhaupt." width="280" height="426"><br />
Jan Mohnhaupt: „Der geteilte Rasen: Fußball in den Wendejahren 1989-1992“, Verlag Die Werkstatt, Bielefeld 2026, 224 Seiten, 24,90 €.</p>
<p>Jan Mohnhaupt schildert in seinem [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-fussball-in-ostdeutschland/">Buchvorstellung: Fußball in Ostdeutschland</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA. Passend dazu widmen wir uns zwei Neuerscheinungen zum Fußball in Ostdeutschland: „Plattgemacht“ und „Der geteilte Rasen“. Sie erzählen vom steinigen Weg, den der Ostfußball seit der Wende zu gehen hat.</p>
<p><span id="more-9373"></span></p>
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<tr>
<td><strong>BUCHTIPP: </strong>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-9354" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Mohnhaupt_Der_geteilte_Rasen_Cover_2026.jpg" alt="Das Cover vom Buch &quot;Der geteilte Rasen&quot; von Jan Mohnhaupt." width="280" height="426"></p>
<p>Jan Mohnhaupt: „Der geteilte Rasen: Fußball in den Wendejahren 1989-1992“, Verlag Die Werkstatt, Bielefeld 2026, 224 Seiten, 24,90 €.</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Jan Mohnhaupt schildert in seinem Buch Partien der DDR-Oberliga, der Bundesliga und der zweiten Liga sowie Länderspiele und Europacup-Begegnungen und verbindet diese mit den Ereignissen jener Zeit. Beispielhaft dafür stehen die UEFA-Cup-Halbfinals von Dynamo Dresden gegen den VfB Stuttgart im April 1989. Stuttgart galt als Favorit und gewann das Hinspiel 1:0. Dresden schaffte im Rückspiel zwar spät den Ausgleich, schied nach großem Kampf aber in der Summe beider Spiele aus. Die knappen Ergebnisse spiegeln die Konkurrenzfähigkeit des DDR-Spitzenfußballs kurz vor der Wende wider.</p>
<p>Ebenso prägend war die WM-Qualifikationspartie DDR gegen die Sowjetunion am 8. Oktober 1989 in Karl-Marx-Stadt. Während in der DDR die Proteste gegen das SED-Regime zunahmen, gelang ihrer Auswahl ein überraschender 1:0-Sieg durch einen Treffer von Andreas Thom. Die Hoffnung auf die Teilnahme an der WM 1990 lebte damit weiter. Doch wenige Tage später fiel die Berliner Mauer. Das Team erlebte die historischen Bilder, während es sich zur Vorbereitung in der Sportschule Abtnaundorf in Leipzig befand. Die Konzentration auf das entscheidende Qualifikationsspiel sechs Tage später in Wien gegen Österreich ging daraufhin verloren. Die DDR erlebte ein 0:3-Debakel und verpasste die WM-Teilnahme. Dem späteren Weltmeister von 1990, der BRD, gelang am selben Tag die Teilnahme durch einen knappen 2:1-Sieg gegen Wales.</p>
<p>Mohnhaupt erinnert auch an den dramatischen Dreikampf um die DDR-Meisterschaft 1989/1990 zwischen Dynamo Dresden, dem 1. FC Magdeburg und dem FC Karl-Marx-Stadt (heutiger Chemnitzer FC) sowie an das letzte NOFV-Pokalfinale 1991 zwischen Hansa Rostock und dem Eisenhüttenstädter FC Stahl. Mit Hansas 1:0-Sieg endete symbolisch auch die Ära des DDR-Fußballs. Das Buch zeigt eindrucksvoll, wie eng sportliche Entwicklungen und der rasante politische Wandel von 1989 bis 1992 miteinander verflochten waren.</p>
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<tbody>
<tr>
<td><strong>BUCHTIPP: </strong>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-9333" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Liebig_Matthias_Plattgemacht_2026.jpg" alt="Cover: Matthias Liebig: Plattgemacht; Wie der Westen den ostdeutschen Fußball zerstörte" width="280" height="433"></p>
<p>Mathias Liebing: „Plattgemacht: Wie der Westen den ostdeutschen Fußball zerstörte“, Edel Sports Verlag, Hamburg 2026, 304 Seiten, 18,99 €.</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Mathias Liebing zeichnet in seinem Buch die Geschichte des ostdeutschen Fußballs von 1989 bis heute nach. Zentrales Thema ist die Frage, warum sich viele Vereine nach der Wende nicht dauerhaft im Profifußball etablieren konnten. Ein wesentlicher Faktor war der schnelle Abfluss von Talenten in den Westen. Bereits wenige Tage nach dem Mauerfall wurden Spieler wie Andreas Thom, Matthias Sammer und Ulf Kirsten beim DDR-Länderspiel gegen Österreich umworben. Bayer Leverkusens Manager Reiner Calmund schaffte es beinahe, alle drei Spieler zur Werkself zu holen. Im Fall von Matthias Sammer lag es nach Calmunds Angaben nur an einer Intervention durch den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, dass der Spieler schließlich zum VfB Stuttgart wechselte. Darüber hinaus beschreibt das Buch die wirtschaftlichen Folgen der Transformation. Am Beispiel von Stahl Brandenburg wird deutlich, wie der Zusammenbruch industrieller Strukturen und Entscheidungen der Treuhand vielen Vereinen die finanzielle Grundlage entzogen.</p>
<p>Liebing macht jedoch nicht nur auf Vorgänge von westdeutscher Seite aufmerksam. Er spart die Verantwortung ostdeutscher Klubs nicht aus. In Bezug auf den FC Carl Zeiss Jena beschreibt er Defizite in der Öffentlichkeitsarbeit und beim Marketing. Zu Dynamo Dresden hält er Management- und Vermarktungsfehler der 1990er-Jahre fest. Seine Gespräche mit dem ehemaligen Dynamo-Spieler und -Verantwortlichen Ralf Minge zeigen, wie mangelnde Erfahrung im modernen Profifußball zu nachteiligen Verträgen und finanzieller Abhängigkeit führte.</p>
<p>Dem gegenüber stellt Liebing Erfolgsgeschichten. So hielt sich Energie Cottbus von 1997 bis 2014 im Profifußball und kehrte 2026 in die zweite Liga zurück. Auch Erzgebirge Aue und Hansa Rostock konnten sich über einen längeren Zeitraum im Profibereich behaupten. Als weiteres positives Beispiel beschreibt Liebing den Erfolgsweg des 1. FC Union Berlin. Im Gespräch mit dem Autor erklärt Union-Präsident Dirk Zingler den Weg des Vereins vom Regionalligisten zum Champions-League-Teilnehmer, der gegen Real Madrid spielte. Als Schlüssel nennt Zingler die Rückbesinnung auf regionale Identität, Verantwortung und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Er verdeutlicht die Situation in den 1990er-Jahren in Ostdeutschland wie folgt: „Im Osten glaubten viele, dass sie es nicht können. Im Westen glaubten sie, dem Osten alles zeigen zu müssen. Diese Konstellation ist in den 1990er-Jahren brutal gescheitert und hat den Wiedervereinigungsprozess um viele Jahre zurückgeworfen.“</p>
<p>Trotz der schwierigen Historie der letzten 36 Jahre blickt Mathias Liebing im Fazit vorsichtig optimistisch nach vorn. Er hält die heutigen Voraussetzungen für besser als unmittelbar nach der Wende und sieht Chancen, dass sich mehrere ostdeutsche Vereine langfristig im Profifußball etablieren können. Mit Anekdoten, Interviews und umfangreicher Recherche erklärt „Plattgemacht“, wie es zur schwierigen Lage des Fußballs in Ostdeutschland kam und welche Möglichkeiten für seine Zukunft bestehen. Das Buch ist somit eine informative Lektüre, die sich sehr gut zum besseren Verständnis für die schwierige Geschichte des Ostfußballs seit 1989 eignet.</p>
<p>Zwei tolle Bücher für die Zeit zwischen den WM-Partien. Übrigens: Mit Maximilian Beier gehört auch ein Ostdeutscher zu unserer Nationalmannschaft.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ostkurve: Die Ostfußball-Kolumne #1</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/ostkurve-die-ostfussball-kolumne-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gregor Ryl ist Autor, Podcaster und ein leidenschaftlicher Experte für den Fußball in Ostdeutschland. In seiner hier startenden Kolumne teilt er, wie es dem Ostfußball gerade geht und was dieser über den Osten erzählt. Jedem Ende wohnt ein Anfang inne: Teil eins thematisiert das Saisonfinale. Danach ist erst mal Sommerpause.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9718" class="wp-image-9718 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Gregor-Ryl-Portraet_cut.jpg" alt="In seiner Kolumne „Ostkurve“ schreibt Autor und Podcaster Gregor Ryl über neue Entwicklungen im ostdeutschen Fußball." width="387" height="597">In seiner Kolumne „Ostkurve“ schreibt Autor und [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Gregor Ryl ist Autor, Podcaster und ein leidenschaftlicher Experte für den Fußball in Ostdeutschland. In seiner hier startenden Kolumne teilt er, wie es dem Ostfußball gerade geht und was dieser über den Osten erzählt. Jedem Ende wohnt ein Anfang inne: Teil eins thematisiert das Saisonfinale. Danach ist erst mal Sommerpause.</p>
<p><span id="more-9662"></span></p>
<div id="attachment_9718" style="width: 397px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9718" class="wp-image-9718 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Gregor-Ryl-Portraet_cut.jpg" alt="In seiner Kolumne „Ostkurve“ schreibt Autor und Podcaster Gregor Ryl über neue Entwicklungen im ostdeutschen Fußball." width="387" height="597"><p id="caption-attachment-9718" class="wp-caption-text">In seiner Kolumne „Ostkurve“ schreibt Autor und Podcaster Gregor Ryl über neue Entwicklungen im ostdeutschen Fußball.</p></div>
<p>Im kürzlich erschienenen Regionalranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) tat sich Cottbus als dynamischster Landkreis Deutschlands hervor. Keine Region hat sich in den vergangenen zwei Jahren so stark verbessert wie die einstige Braunkohlestadt. Tagebaurenaturierung, geschaffene Uni-Forschungseinrichtungen und ein neues ICE-Instandhaltungswerk sind Gründe dafür. Was hat das jetzt mit Fußball zu tun? Nun ja: Gäbe es ein Ranking für die dynamischsten Vereine im Land, ich bin sicher – der <span style="color: #ff3eb5;">FC Energie Cottbus</span> würde ähnlich abschließen. Der Club aus der Lausitz steht nach einer starken Saison kurz vor dem Wiederaufstieg in die zweite Liga. Das ist beachtlich, erst vor zwei Jahren stieg man aus der Regionalliga auf. Zudem liegt der Kader in der Marktwertliste der dritten Liga auf Platz 16 von 20 Mannschaften. Wie man das schafft? Wöchentliche Emotionsrenaturierung durch den charismatischen Trainer Pele Wollitz, sich im gesamten Verein als Forschungseinrichtung mit Blick nach vorn verstehen, das ultimative Energie-Instandhaltungswerk namens „Fans“ im Rücken haben. Dieses fährt am Samstag mit über 4.000 Leuten nach Regensburg zur potenziellen Aufstiegsparty. In meinem persönlichen „Verein-und-Region-profitieren-voneinander-Ranking“ stufe ich diese Wechselwirkung als äußerst dynamisch ein.</p>
<p>Verein und Region – diese Verbundenheit wird fast nirgendwo so gelebt wie bei <span style="color: #ff3eb5;">Erzgebirge Aue</span>. Der Verein aus dem 20.000-Einwohner-Städtchen, der Identifikationsanker für einen ganzen Landstrich ist, ist bereits abgestiegen. Nach über 20 Jahren im bezahlten Profifußball. Das ist aus mehreren Gründen schade, denn der Verein ist nicht nur sportliches Aushängeschild. Er bringt auch eine Region auf die Karte, die ohne den Fußball weit unterm Radar fliegen würde. Oder haben Sie den Satz „Heute fahren wir mal ins Erzgebirge und wandern auf den Fichtelberg!“ schon mal in Ulm, Duisburg oder Ingolstadt gehört? Na also. Gut – dass Fußballfans vorm Auswärtsspiel noch auf den Fichtelberg wandern, wage ich auch zu bezweifeln, aber immerhin fahren sie hin oder hören vom Erzgebirge in der Sportschau. Eine Region, in der Strukturwandel und politischer Umschwung nach rechts ganz klar spürbar sind, die es aufgrund ihrer spannenden Geschichte und Traditionen aber trotzdem verdient hat, dass man sich mit ihr beschäftigt. Der FC Erzgebirge Aue ist ein Grund dafür. Bald hoffentlich auch wieder in Liga drei.</p>
<p>Von ganz unten nach ganz oben. Der <span style="color: #ff3eb5;">1. FC Union Berlin</span> bleibt erstklassig. Viel Geschichte wurde in letzter Zeit bei den Köpenickern geschrieben. Mit Marie-Louise Eta stand die erste Cheftrainerin im europäischen Profifußball an der Seitenlinie. Allen Gestrigen zum Trotz bewies sie ihr Fußballwissen und holte vergangene Woche ihren – na klar – historischen ersten Sieg. Das Schöne: Eta ist gebürtige Dresdnerin. Damit bietet sie einen weiteren Identifikationsfaktor als Rollenvorbild. In dieser Personalentscheidung hat Union Berlin Traditionsbewusstsein und modernes Denken geschickt miteinander verbunden und nebenbei eine spannende gesellschaftliche Debatte im Hinblick auf Ost/West- und Geschlechterverhältnisse angestoßen.</p>
<p>Marie-Louise Eta wird zur kommenden Saison Cheftrainerin des ersten Frauenteams von Union. Die Eisernen bleiben ebenfalls erstklassig und haben zudem einen Meilenstein erreicht. Als erster Verein überhaupt haben sie in der Frauen-Bundesliga in einer Saison 100.000 Zuschauer angezogen. Da soll noch mal jemand etwas über das Clubsterben in Berlin erzählen.</p>
<p>Zu guter Letzt ein Blick Richtung Elbe: Der <span style="color: #ff3eb5;">1. FC Magdeburg</span> und die <span style="color: #ff3eb5;">SG Dynamo Dresden</span> haben eine große Gemeinsamkeit: Sie hassen sich gegense… äh nein, hier: In der Hinrunde spielten sie beide wahnsinnig schlecht und in der Rückrunde wahnsinnig gut. Nun können es beide am letzten Spieltag aus eigener Kraft schaffen, in der zweiten Liga zu bleiben. Wenn Sie sich am Sonntag um 15:30 Uhr irgendwo am Elberadweg zwischen der Domstadt und Elbflorenz aufhalten, wundern Sie sich nicht, wenn Sie einen Hörsturz bekommen, denn beide haben ein Heimspiel. Wenn alles gut läuft, bleiben sie zweitklassig.</p>
<p>Hoffentlich gesellt sich Cottbus noch dazu. Von oben grüßt Union und Erzgebirge Aue wird sicher auch irgendwann wieder aus der Tiefe steigen. Was bleibt: Ligaunabhängig bringt der Fußball die Menschen im Osten zusammen und den Osten auf die Landkarte.</p>
<p>Allen eine schöne Sommerpause und gehen Sie mal wieder zum Fußball.</p>
<p>Sport frei!</p>
<div id="attachment_9665" style="width: 458px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9665" class="size-full wp-image-9665" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Gregor-Ryl-Sport-im-Osten.jpg" alt="Gregor Ryl ist Autor und Podcaster. In seinem wöchentlichen Fußballpodcast „Im Osten geht die Sonne auf“ für den MDR, spricht er mit seinen Kollegen Alex Küpper und Paddy Fritzsche über den Ostfußball und alles drumherum. Abbildung: MDR, Sport im Osten" width="448" height="448"><p id="caption-attachment-9665" class="wp-caption-text">In seinem wöchentlichen Fußballpodcast „<a href="https://www.mdr.de/sport/podcast/im-osten-geht-die-sonne-auf/index.html" target="_blank" rel="noopener">Im Osten geht die Sonne auf</a>“ für den MDR spricht Gregor Ryl mit seinen Kollegen Alex Küpper und Paddy Fritzsche über den Ostfußball und alles drumherum. Abbildung: MDR, Sport im Osten</p></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Auswärtsspiel in Afrika: Was wollte der DDR-Sport 1965 im Kongo?</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/auswaertsspiel-in-afrika-was-wollte-der-ddr-sport-1965-im-kongo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Jul 2025 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=6476</guid>

					<description><![CDATA[<p>1965 nutzte die DDR sportpolitische Kontakte nach Zentralafrika, um Einfluss zu gewinnen, ihre diplomatische Anerkennung voranzutreiben und einen eigenständigen Olympia-Start vorzubereiten. Der Sportwissenschaftler und Historiker Dr. Daniel Lange erläutert die „Turnschuhdiplomatie“ zwischen Brazzaville und Leipzig.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6559" class="wp-image-6559 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/07/Stamp_of_Congo_Republic_Brazzaville_-_1965_-_Colnect_675060_-_Cycling.jpeg" alt width="458" height="467">Bei den All-Afrika-Spielen 1965 in der Republik Kongo trieb die DDR ihre sportpolitische Anerkennung voran. Abbildung: Post of Congo, Republic (Brazzaville), Public domain, via Wikimedia Commons<br />
Anfang 1965 reiste mit Gerald Götting der stellvertretende Staatsratsvorsitzende der DDR im [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/auswaertsspiel-in-afrika-was-wollte-der-ddr-sport-1965-im-kongo/">Auswärtsspiel in Afrika: Was wollte der DDR-Sport 1965 im Kongo?</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>1965 nutzte die DDR sportpolitische Kontakte nach Zentralafrika, um Einfluss zu gewinnen, ihre diplomatische Anerkennung voranzutreiben und einen eigenständigen Olympia-Start vorzubereiten. Der Sportwissenschaftler und Historiker Dr. Daniel Lange erläutert die „Turnschuhdiplomatie“ zwischen Brazzaville und Leipzig.</p>
<p><span id="more-6476"></span></p>
<div class="mceTemp"></div>
<div id="attachment_6559" style="width: 468px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6559" class="wp-image-6559 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/07/Stamp_of_Congo_Republic_Brazzaville_-_1965_-_Colnect_675060_-_Cycling.jpeg" alt width="458" height="467"><p id="caption-attachment-6559" class="wp-caption-text">Bei den All-Afrika-Spielen 1965 in der Republik Kongo trieb die DDR ihre sportpolitische Anerkennung voran. Abbildung: Post of Congo, Republic (Brazzaville), Public domain, via Wikimedia Commons</p></div>
<p>Anfang 1965 reiste mit Gerald Götting der stellvertretende Staatsratsvorsitzende der DDR im Auftrag des SED-Politbüros nach Gabun. Als Vizepräsident der Deutsch-Afrikanischen Gesellschaft zog ihn der 90. Geburtstag von Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer nach Westafrika, welcher dort als Arzt wirkte und mit dessen Popularität sich die DDR gegenüber der Bundesrepublik schmücken wollte. Dabei sondierte Götting, ob für Gabun die diplomatische Anerkennung der DDR in Frage kam. Die BRD blockierte dies ab 1955 mit ihrer Hallstein-Doktrin, indem sie Drittstaaten Sanktionen androhte. Gabun gab sich gegenüber Götting reserviert. Dafür stieß dieser in der benachbarten (ex-französischen) Kongolesischen Republik mit ihrer Hauptstadt Brazzaville auf Interesse. Sofort galt Kongo-Brazzaville im Außenministerium als „Sitz fortschrittlicher Befreiungsbewegungen“ mit „positiver innerer Entwicklung“, den man als „Stützpunkt“ der DDR in Zentralafrika nutzen könnte. Zügig griffen Netzwerke unterhalb diplomatischer Ebenen. So entstanden im Frühjahr 1965 ein Handelsabkommen mit den Kongolesen und die Freundschaftsgesellschaft Kongo-DDR.</p>
<div id="attachment_6560" style="width: 607px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6560" class="wp-image-6560 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/07/Stamp_of_Congo_Republic_Brazzaville_-_1966_-_Colnect_674792_-_Albert_Schweitzer.jpeg" alt width="597" height="366"><p id="caption-attachment-6560" class="wp-caption-text">Die DDR wollte sich mit der Popularität Albert Schweitzers schmücken. Abbildung: Post of Congo, Republic (Brazzaville), Public domain, via Wikimedia Commons</p></div>
<h2><span class="title-bg">Antrag auf ein DDR-Olympiateam 1968</span></h2>
<p>Als deren Funktionäre die DDR besuchten, gab es erste Kontakte zur Freien Deutschen Jugend, zum Freien Deutschen Gewerkschaftsbund und auch zur Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig, zum Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB) und zum Nationalen Olympischen Komitee der DDR (NOK). Das war im Internationalen Olympischen Komitee (IOK) nur unter Auflagen anerkannt. So blieb der DDR bisher ein Start bei Olympischen Spielen mit eigener Mannschaft und eigenen Staatssymbolen wie Flagge und Hymne verwehrt. Heftige deutsch-deutsche Debatten tobten damals im IOK, da die BRD gegen jegliche Aufwertung der DDR im Weltsport vorging.</p>
<p>Da im Juli 1965 in Brazzaville die ersten All-Afrika-Spiele mit 2.500 Athleten aus 27 Staaten anstanden, erwiesen sich die Kongo-Kontakte für den DDR-Sport als Steilvorlage, um bei diesen Kontinentalspielen eigene Interessen zu lancieren. Ein „streng vertraulicher“ Report des vor Ort weilenden NOK-Generalsekretärs Helmut Behrendt gibt preis, dass sich hier die Chance bot, im tiefsten Afrika bei den dort „zu erwartenden internationalen Sportpersönlichkeiten” für die Vollakzeptanz der DDR im IOK und ihren separaten Olympia-Start zu werben. Gemeint war damit speziell IOK-Präsident Avery Brundage, dem Behrendt in zwei „ausgedehnten“ Gesprächen den „konsequenten Standpunkt“ einer „eigenen Olympiamannschaft“ der DDR nahelegte. Brundage bestand zwar immer darauf, dass nur eine vereinte deutsche Olympiaauswahl symbolisch die Teilung Deutschlands überwinden könne. Doch hier ließ er Behrendt wissen, dass „es wohl doch zwei Mannschaften geben müsse“ und das IOK zum Antrag auf ein DDR-Olympiateam ab 1968 „wahrscheinlich um eine positive Entscheidung nicht herum kommen würde“. Gleichwohl fragte Brundage, ob die DDR bei Olympia nicht statt ihrer Staatsflagge eine Fahne ihres NOK mit ihren Landesfarben und einem olympischen Emblem nutzen könnte. Das kam der wenige Monate später im Oktober 1965 im IOK beschlossenen neutralen Flaggenvariante (Schwarz-Rot-Gold plus olympische Ringe) schon recht nahe. Behrendt ergriff die in dem Kompromiss liegende Chance: „Nicht die Fahne, sondern unsere eigene Mannschaft [bei Olympia] ist unser Hauptanliegen”, weshalb man „eine Fahnen- und Hymnenregelung, die für alle [gemeint war für alle deutschen] NOKs gleich sein würde, wahrscheinlich akzeptieren könnte.“</p>
<div id="attachment_6484" style="width: 438px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6484" class="wp-image-6484" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/07/Bundesarchiv-Bild-183-83285-0009-Junge-Peter-Heinz-CC-BY-SA-3.0-CC-BY-SA-3.0-DE-httpscreativecommons.orglicensesby-sa3.0dedeed.en-via-Wikimedia-Commons.jpg" alt width="428" height="600"><p id="caption-attachment-6484" class="wp-caption-text">Gerald Götting, der stellvertretende Staatsratsvorsitzende der DDR, knüpfte Kontakte zum Kongo. Abbildung: Bundesarchiv, Bild 183-83285-0009 / Junge, Peter Heinz / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE</p></div>
<h2><span class="title-bg">Die DDR und Afrikas Sportwelt</span></h2>
<p>Ein strategischer Erfolg für den DDR-Sport, der mehrere Aspekte berührte. So signalisierten in Brazzaville auch die IOK-Mitglieder Giulio Onesti (Italien) und Ahmed Dermerdasch Touny (Ägypten) ihre Zustimmung zu den Olympiaplänen der DDR. Der Ägypter war durch die Sportkontakte zwischen Ostberlin und Kairo ab 1955 ein wichtiger Strippenzieher für die DDR in Afrikas Sportwelt. Zudem deutete Kenias IOK-Mitglied Reginald Stanley Alexander ein „Okay pro DDR“ an. In einer Zeit, in der das SED-Politbüro nur kurz vorher (Januar 1965) stärkere Aktivitäten in Ostafrika inklusive Kenia beschlossen hatte. Das zeigte sich in der Leichtathletik, als Kenias Sprinter Saras Camara beim Schweriner Lauffest (Februar 1965) startete und Weltrekordhalter Kipchoge Keino im Juni 1966 beim Olympischen Tag im Ostberliner Jahn-Sportpark gegen DDR-Topläufer Jürgen May antrat. Danach nahm May gar an den Leichtathletikmeisterschaften Kenias in Nairobi teil. Euphorisch berichtete das Magazin „Der Leichtathlet“ vom „Höhentest in Kenia“, womit klar war, dass sich der DDR-Sport vor den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt längst mit Fragen des leistungssteigernden Höhentrainings befasste.</p>
<p>Schließlich wurden in Brazzaville verbandspolitische Bande geknüpft, die bei Jean-Claude Ganga zusammenliefen. Der Kongolese startete als Chef jener All-Afrika-Spiele eine Karriere, die ihn zum Generalsekretär des Obersten Sportrats Afrikas (bis 1979) und 1986 zum (oft skandalumwitterten) Mitglied im IOK aufsteigen ließ. Oft war er für den DDR-Sport ein Kontaktkanal zu den afrikanischen NOKs, um deren Zuspruch die DDR für ihr Vorgehen im IOK stets warb. Noch im Mai 1989 schloss der DTSB ein Sportprotokoll mit dem nun als Volksrepublik firmierenden Kongo ab, deren Sportminister Ganga damals war.</p>
<p>Bereits dieser kleine Ausschnitt aus den Afrika-Beziehungen des DDR-Sports deutet an, dass diese facettenreich waren und eine Vielzahl von Themen berührten, etwa den Leistungssport, das Sportverbandswesen oder das Streben nach diplomatischer Anerkennung, welche die DDR in Kongo-Brazzaville erst 1970 erreichte. Eine vollumfängliche Studie dazu für 1955 bis 1990 bietet der Band „<a href="https://www.turnschuhdiplomatie.de/" target="_blank" rel="noopener">Turnschuhdiplomatie</a>”, der durch ein Forschungsprojekt an der Universität Potsdam im Wissenschaftsprogramm der Bundesstiftung Aufarbeitung entstanden ist.</p>
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<td><strong>BUCHTIPP:</strong>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6480 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/07/Titelblatt.jpg" alt width="200" height="275">Daniel Lange: „Turnschuhdiplomatie. Die internationalen sportpolitischen Beziehungen der DDR nach Afrika als besonderer Bestandteil ihrer Außenpolitik (1955 - 1990)”, DHGS Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport GmbH, Berlin 2022, 610 Seiten, 35,00 € (Softcover).</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/auswaertsspiel-in-afrika-was-wollte-der-ddr-sport-1965-im-kongo/">Auswärtsspiel in Afrika: Was wollte der DDR-Sport 1965 im Kongo?</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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		<title>Neues Geld für Alte Försterei: Beim 1. FC Union Berlin endete die zweite Aktienzeichnungsphase</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/alte-foersterei-union-berlin-stadion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Feb 2025 06:30:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Aktienzeichnung für den Ausbau des Stadions „An der Alten Försterei“ ist abgeschlossen – ein Meilenstein für den 1. FC Union Berlin. Der Verein stärkt seine Mehrheitsbeteiligung, während Fans und Investoren ihre Verbundenheit demonstrieren. Wir werfen einen Blick auf die bewegte Geschichte des Spielorts und die Pläne für ihn.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4278" class="wp-image-4278" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/02/Waldseitensicht-Clp_20090708_Alte_Foersterei_Eroeffnungsspiel_1-By-Christian-Liebscher-Platte-Own-work-CC-BY-SA-3.0-httpscommons.wikimedia.orgwindex.phpcurid7298892.jpg" alt="Die &#34;Waldseite&#34; des Alte-Försterei-Stadions. Abbildung: Christian Liebscher" width="600" height="450">Blick auf die „Waldseite“ des Stadions An der Alten Försterei. Abbildung: Christian Liebscher<br />
Nach gut zweieinhalb Monaten ist die [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Aktienzeichnung für den Ausbau des Stadions „An der Alten Försterei“ ist abgeschlossen – ein Meilenstein für den 1. FC Union Berlin. Der Verein stärkt seine Mehrheitsbeteiligung, während Fans und Investoren ihre Verbundenheit demonstrieren. Wir werfen einen Blick auf die bewegte Geschichte des Spielorts und die Pläne für ihn.</p>
<p><span id="more-4274"></span></p>
<div id="attachment_4278" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4278" class="wp-image-4278" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/02/Waldseitensicht-Clp_20090708_Alte_Foersterei_Eroeffnungsspiel_1-By-Christian-Liebscher-Platte-Own-work-CC-BY-SA-3.0-httpscommons.wikimedia.orgwindex.phpcurid7298892.jpg" alt="Die &quot;Waldseite&quot; des Alte-Försterei-Stadions. Abbildung: Christian Liebscher" width="600" height="450"><p id="caption-attachment-4278" class="wp-caption-text">Blick auf die „Waldseite“ des Stadions An der Alten Försterei. Abbildung: Christian Liebscher</p></div>
<p>Nach gut zweieinhalb Monaten ist die Zeichnungsphase für die neuen Aktien der „An der Alten Försterei“ Stadionbetriebs AG abgeschlossen – ein wichtiger Schritt für den geplanten Ausbau der Heimspielstätte des <a href="https://www.fc-union-berlin.de/de/" target="_blank" rel="noopener">1. FC Union Berlin</a>. „Wir sind unserem Ziel, das Stadion An der Alten Försterei für die nächsten Generationen zu sichern, ein sehr wichtiges Stück nähergekommen. Die Stadion AG geht, dank einer nun sehr robusten Bilanz- und Eigenkapitalstruktur, gut gerüstet in die Zukunft“, so Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin und Aufsichtsratsvorsitzender der „An der Alten Försterei“ Stadionbetriebs AG.</p>
<h2><span class="title-bg">Wichtiger Baustein zur Finanzierung des Stadionumbaus</span></h2>
<p>Mit der baldigen Eintragung der Kapitalerhöhung klettert das Stammkapital auf mehr als 30 Millionen Euro. Die Zeichnungsphase begann am 26. November 2024 mit einem Bezugsrecht für bestehende Anteilseigner. Ab dem 10. Dezember konnten dann auch Union-Mitglieder, Sponsoren und Partner investieren. Eine Aktie kostete 500 Euro. Rund 49.000 neue Anteile wurden gezeichnet. Ein starkes Signal setzte der 1. FC Union Berlin e.V. selbst: Mit dem Erwerb von 40.000 weiteren Beteiligungen stärkte er seine Position als Mehrheitseigner. Gemeinsam mit den bereits gehaltenen Unternehmensanteilen hält der Verein nun 75,75 Prozent. Rund 900 Bestandsaktionäre sicherten sich 1.500 neue Anteile, während mehr als 5.900 Neuaktionäre insgesamt 7.900 Beteiligungen erwarben – ein klares Zeichen der Verbundenheit mit diesem traditionsreichen Ort, auch wenn das ursprüngliche Ziel von 60 Millionen Euro Kapitalerhöhung trotz „proAF“-Trikotwerbung verfehlt wurde. Die Einnahmen werden ein wichtiger Baustein bei der Finanzierung des Stadionumbaus sein. Der Umbau des gesamtes Geländes zu einem Sport-, Kultur- und Musikzentrum im Südosten Berlins soll rund 100 Millionen Euro kosten.</p>
<h2><span class="title-bg">Seit über 100 Jahren – ein Stadion mit Tradition</span></h2>
<p>Dass Fans und Verein diesbezüglich Hand in Hand oder „Schulter an Schulter“ gehen, ist nichts Neues. Immer wieder kam es zu gemeinschaftlichen Aktionen, um das Areal zu retten, zu hegen und zu pflegen. Die Wurzeln des Stadions reichen über 100 Jahre zurück, als der SC Union Oberschöneweide – einer der Vorgänger des heutigen Vereins – seine frühere Spielstätte an der Wattstraße dem Wohnungsbau opfern musste. In der Wuhlheide entstand ein neues Stadion, zunächst „Sadowa-Platz“ genannt. Doch weil sich in unmittelbarer Nähe ein Forsthaus mit dem Namen „Alte Försterei“ befand, setzte sich im Laufe der Zeit der heute bekannte Name durch. Bereits am 7. März 1920 wurde hier das erste Spiel ausgetragen, die feierliche Eröffnung folgte im August – mit einem Duell gegen den amtierenden deutschen Meister 1. FC Nürnberg. Zwar verlor Union die Partie, doch die neue Heimat war gefunden. Mit einer Kapazität von 10.000 Plätzen bot das Stadion schon damals eine beeindruckende Kulisse. Beim Auftakt waren rund 7.000 Zuschauer dabei.</p>
<p>Lange Zeit blieb die Location nahezu unverändert, sodass Union für Spiele mit großem Zuschauerandrang – etwa um die deutsche Meisterschaft – oft in größere Stadien ausweichen musste. Trotz der Wirren des Zweiten Weltkriegs (in dem Teile des Geländes militärisch genutzt wurden) blieb die Spielstätte erhalten und wurde in den Nachkriegsjahren schrittweise modernisiert. Zwischen 1968 und 1970 erhielt die Gegengerade erweiterte Steh- und die Haupttribüne mehr Sitzplätze, dazu kamen eine neue Sprecherkabine und zusätzliche Trainingsmöglichkeiten. Nach diesen Maßnahmen fasste das Stadion rund 15.000 Zuschauer. 1979 folgte ein weiterer Ausbau: Die Kapazität stieg auf 25.500 Plätze, darunter 1.800 Sitzplätze.</p>
<div id="attachment_4284" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4284" class="wp-image-4284" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/02/Vor-Umbau-2009-By-Christian-Liebscher-Platte-Own-work-CC-BY-SA-3.0-httpscommons.wikimedia.orgwindex.phpcurid1659813.jpg" alt="Das Stadion vor dem Umbau 2009. Abbildung: Christian Liebscher" width="600" height="450"><p id="caption-attachment-4284" class="wp-caption-text">Das Stadion vor dem Umbau 2009. Abbildung: Christian Liebscher</p></div>
<h2><span class="title-bg">Fans, die mit anpacken</span></h2>
<p>Nach der Wende ging das Stadion An der Alten Försterei in den Besitz des Berliner Senats über – doch weder dieser noch der Verein konnten die dringend nötige Sanierung finanzieren. Während die Kapazität auf 18.100 Plätze sank, wurden immer wieder Pläne für einen Aus- oder Neubau diskutiert. Erste Modernisierungen starteten im Jahr 2000: Eine Flutlichtanlage wurde installiert, eine überdachte Sitzplatztribüne errichtet. Doch das Stadion entsprach weiterhin nicht den DFB-Auflagen. Nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga 2001 erhielt Union nur eine befristete Spielgenehmigung. Als schließlich Pläne für einen Stadionneubau in Berlin-Mitte aufkamen, stemmten sich die Fans gegen den Verlust ihrer Heimat und gründeten die Initiative „proAF“. Doch ein neues Stadion mit 30.000 Plätzen blieb eine Illusion – finanzielle Engpässe und der Abstieg in die Oberliga machten das Vorhaben zunichte.</p>
<p>Erst 2007, nach einer langen Phase der Unsicherheit, nahm die Modernisierung wieder Fahrt auf. Voraussetzung für das Vorhaben war allerdings, dass das Land Berlin das Grundstück zum Symbolpreis von einem Euro an den 1. FC Union Berlin übergab. Doch die EU bremste den Plan im Juli 2007 aus. Der Verein durfte das Stadion nur noch zum vollen Preis kaufen. Infolgedessen kam es zu weiteren Verhandlungen zwischen Land und Verein, um zu klären, wie der Spielbetrieb weiterlaufen könnte, obwohl die DFL-Vorgaben noch immer nicht erfüllt waren. Im April 2008 gab es schließlich grünes Licht von der Politik und Ende 2008 konnten die nötigen Bauarbeiten starten. Das Besondere: Durch den Erwerb sogenannter „Gründersteine“ konnten sich die Fans am Umbau finanziell beteiligen. Diese Steine wurden im Zuschauertunnel angebracht als Dank und Erinnerung an die Fans, die diesen Ort mit aufgebaut haben. 2009, nach gut 14 Monaten Arbeit und der Unterstützung von rund 2.000 freiwilligen Helfern, die fast 140.000 unentgeltliche Arbeitsstunden leisteten, war das Stadion endlich fit für die Zukunft.</p>
<h2><span class="title-bg">Stadion und Gelände gehören Verein und Fans</span></h2>
<p>Im Mai 2012 begann die zweite Bauphase mit der Demontage der Haupttribüne. Nur einen Monat später wurde der Grundstein für die neue Tribüne gelegt. Ein großer Teil der Finanzierung kam durch die „Alte-Försterei-Aktie“ zustande: Vom 1. bis 31. Dezember 2011 konnten die Mitglieder des Vereins Aktienanteile an der Stadionbetreibergesellschaft erwerben, die nun in eine AG umgewandelt worden war. Insgesamt wurden 5.473 Aktien im Wert von 2.736.500 Euro verkauft, was etwa 44 Prozent der Stadionbetreiber-AG ausmachte – der 1. FC Union Berlin hielt die restlichen 55 Prozent.</p>
<p>Nach dem Aufstieg in die Bundesliga gab der Verein dann im Juni 2017 bekan<span style="color: #000000;">nt, seinen Heimspielort zu einem St</span>adion der Kategorie 4 mit mindestens 8.000 Sitzplätzen auszubauen. Schon vor dem Aufstieg hatte Union einen großen Fanansturm zu verzeichnen: In der Saison 2016/17 war das Stadion zu über 95 Prozent voll. Bis zum 100-jährigen Jubiläum des Stadions im Jahr 2020 sollte die Kapazität auf 36.978 Plätze steigen. Geplanter Baubeginn war Frühling 2019. Doch der Start musste immer wieder verschoben werden, bis auf der Mitgliederversammlung im November 2022 dann endlich die Ankündigung kam: Ab 2024 solle das Stadion weiter wachsen. Zudem gelang dem Verein ein echter Coup: Sie erwarb das dazugehörige Grundstück vom Berliner Senat. Dass Stadion und Gelände im Besitz des Vereins sind, stellt eine bemerkenswerte Ausnahme im deutschen Fußball dar.</p>
<div id="attachment_4286" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4286" class="wp-image-4286" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/02/View-on-the-visitors-area-Wuhleseite-By-Christian-Liebscher-Platte.jpg" alt width="600" height="450"><p id="caption-attachment-4286" class="wp-caption-text">Blick von der „Wuhleseite“ aus, vor dem Umbau 2009. Abbildung: Christian Liebscher</p></div>
<h2><span class="title-bg">2027: Platz für 40.500 Zuschauer</span></h2>
<p>Die nun erfolgte Kapitalerhöhung soll in großen Teilen dem Ausbau dienen. Bis 2027, so der Plan, soll das Stadion 40.500 Zuschauer fassen. Dann werden zwar noch immer nicht alle Mitglieder (aktuell etwa 70.000) zugleich auf die Tribünen passen. Ein magischer Ort wird das Stadion aber sicher bleiben. Ein Ort, den Verein und Fans über viele Jahre hinweg gemeinsam geschaffen haben und an dem der Aufstieg von der Amateurliga bin in die Champions League gelungen ist. Diese Försterei wird niemals alt.</p>
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		<title>Christian Arbeit: Vertraute Ferne. Über das wehmütige Gefühl, das Heimatland unwiederbringlich verloren zu haben</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/christian-arbeit-vertraute-ferne-ueber-das-wehmuetige-gefuehl-das-heimatland-unwiederbringlich-verloren-zu-haben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Oct 2024 05:30:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=1426</guid>

					<description><![CDATA[<p>Christian Arbeit, Geschäftsführer Kommunikation und Pressesprecher des 1. FC Union Berlin e.V., ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch in dem Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/arbeit_ost-info-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1503" class="wp-image-1503 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/arbeit_ost-info-1.jpg" alt="Christian Arbeit, Geschäftsführer Kommunikation, Pressesprecher, 1. FC Union Berlin e.V. Abbildung: Nadia Saini/AFTV" width="707" height="1000"></a>Christian Arbeit, Geschäftsführer Kommunikation und Pressesprecher des 1. FC Union Berlin e.V. Abbildung: Nadia Saini/AFTV<br />
OST. Da sind [...]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Christian Arbeit, Geschäftsführer Kommunikation und Pressesprecher des 1. FC Union Berlin e.V., ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch in dem Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><span id="more-1426"></span></p>
<div id="attachment_1503" style="width: 717px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/arbeit_ost-info-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1503" class="wp-image-1503 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/arbeit_ost-info-1.jpg" alt="Christian Arbeit, Geschäftsführer Kommunikation, Pressesprecher, 1. FC Union Berlin e.V. Abbildung: Nadia Saini/AFTV" width="707" height="1000"></a><p id="caption-attachment-1503" class="wp-caption-text">Christian Arbeit, Geschäftsführer Kommunikation und Pressesprecher des 1. FC Union Berlin e.V. Abbildung: Nadia Saini/AFTV</p></div>
<p>OST. Da sind sie also wieder, die drei Buchstaben, die es mit schöner Regelmäßigkeit schaffen, unser Land in Aufregung zu versetzen. Bis vor wenigen Jahren prangten sie stolz und selbstbewusst über der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in der Mitte Berlins. Sie sind weg und das einst große Theater ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Nun stehen sie auf dem Deckel dieses Buches und fordern heraus – zum Lesen, zum Nachdenken und zur Fortsetzung einer immer wieder aufflammenden Auseinandersetzung.</p>
<p>Wie schaffen sie das nur, diese drei Buchstaben? Was daran ist so speziell, dass sich Deutschland regelmäßig darüber in die Haare kriegt? Vielleicht hat es mit dem Wunsch, gewinnen zu wollen, zu tun; ganz sicher aber mit dem Anspruch auf Deutungshoheit auf der einen Seite und einem unwiederbringlichen Verlust auf der<br>
anderen.</p>
<h2><span class="title-bg">Eine glückliche Kindheit</span></h2>
<p>Ich wurde im Februar 1974 in Ostberlin geboren und gehöre zu den Menschen, die heute noch mit großer Selbstverständlichkeit sagen, dass sie eine glückliche Kindheit in der DDR hatten. Meine Eltern waren beide voll berufstätig, ich war gern im Kindergarten, habe mich auf die Schule gefreut und bis heute den Eindruck, von Eltern, Erziehern und Lehrern sehr gut auf die Komplexität des Lebens vorbereitet worden zu sein. Stolzer Jung- und später Thälmann-Pionier sowie alsbald gelangweilter FDJler war ich auch, und ich habe mich trotzdem in der Christenlehre und der Jungen Gemeinde der Kirche um die Ecke wohlgefühlt. Nichts davon stand dem anderen im Wege.</p>
<p>Das Gefühl, behütet aufgewachsen zu sein, ist vielleicht der Kern meiner Kindheitserfahrung. Existenzielle Sorgen um Arbeitsplatz, Wohnung oder gar Essen und Trinken gab es nicht, Zukunftsängste auch nicht. Abends saß die ganze Familie zum Abendbrot am Tisch und wir hatten Zeit, über die Themen des Tages zu sprechen, kleinere und größere Sorgen zu diskutieren oder zusammen zu lachen. Das Wochenende war frei (für die Eltern – nicht für uns Schulkinder), Familienurlaube und Betriebsferienlager führten uns an die Ostsee oder in den Thüringer Wald. In besonders exotischen Ausnahmefällen aber auch mal in die Tschechoslowakei, die – im Gegensatz zu Deutschland – damals ein gemeinsames Land war und es heute nicht mehr ist.</p>
<p>War die DDR also doch das ersehnte „Arbeiter- und Bauernparadies“? Eine schöne, kleine „heile Welt“? Natürlich nicht. Und kaum jemand hat das ernsthaft behauptet. Aber was fehlte denn eigentlich? In meiner Erinnerung ist das leicht zu beschreiben: immer irgendetwas, aber eben nichts Lebensnotwendiges. Mal Zahnbürsten, mal Kirschen, mal Turnschuhe, mal Kleiderschränke und für die Großen vor allem Autos. Schade, aber so wichtig nun auch nicht – wenn man nicht ständig in das prallgefüllte Schaufenster der Bundesrepublik geschaut hätte. Tja, das Wecken von Bedürfnissen ist schon eine interessante Kunst und – das war mir damals noch nicht klar – ein cleveres Mittel, Politik zu machen, ist es auch.</p>
<hr>
<blockquote><p><strong>Eine elementare Erfahrung OST: Nichts ist für immer.”</strong></p></blockquote>
<hr>
<p>Aber was noch? Das kann doch nicht alles gewesen sein, oder? Nein, sicher nicht. Das große Wort „Freiheit“, das den Zerfall der DDR später machtvoll begleitete, war eben nicht nur ein Wort. Ich selber war zu jung für die dramatische Erfahrung tatsächlicher Unfreiheit, die andere gemacht haben, aber auch ich wollte gern den anderen Teil meiner Stadt sehen, bevor ich Rentner sein würde, wollte Bands erleben, die bei uns nicht spielten und hätte als Zwölfjähriger all mein Erspartes geopfert, um einmal den FC Bayern im Münchner Olympiastadion zu sehen. Die Sehnsucht nach dem nicht Erreichbaren, ist ein starker Antrieb, das wurde gegen Ende der 80er-Jahre zunehmend sichtbar.</p>
<p>Vielleicht gehörte auch im Osten einfach ein bisschen Glück dazu: die richtige Kindergartentante, ein tolles Tandem aus Klassenlehrerin und Horterzieherin, eine gute Schule und, ja wirklich(!), eine charismatische Pionierleiterin. Dann konnte es das geben: kontroverse Diskussionen, freie Rede, interessante Gedanken. Nicht der Inhalt war reglementiert, sondern die Form: Höflichkeit, Achtung und Respekt waren in meiner Jugend ein Schlüssel zur Freiheit.</p>
<div id="attachment_1430" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/CA-DDR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1430" class="wp-image-1430" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/CA-DDR.jpg" alt="Glückliche Kindheit in der DDR. Abbildung: Christian Arbeit" width="600" height="394"></a><p id="caption-attachment-1430" class="wp-caption-text">Glückliche Kindheit in der DDR. Abbildung: Christian Arbeit</p></div>
<h2><span class="title-bg">Unioner, die „Schlosserjungs“ aus Köpenick</span></h2>
<p>Eine weitere Form von Freiheit fand ich in einem kleinen Fußballstadion am Rande der Wuhlheide in Köpenick. Zwölf Jahre alt war ich im Herbst 1986, als mein Vater mich zu einem Spiel des 1. FC Union Berlin mitnahm, vermutlich, um mein Fußballinteresse zu wecken und fortan gemeinsam mit mir und ungestört von meinem Wunsch nach der Sesamstraße die Sportschau sehen zu können. Es ist leidlich gelungen, wobei mich nicht der Fußball überzeugt hat, sondern das, was sich um das Spielfeld herum abspielte. Erwachsene Männer (und damals nur sehr wenige Frauen) sangen lauthals freche Lieder, schrien unflätige Worte, fielen sich um den Hals bei einem Tor ihrer Mannschaft oder fluchten, wie ich es zu Hause nie hätte tun dürfen. Hier suchte man keine Schlüssel zur Freiheit, hier wurde einfach das Schloss geknackt. Auch toll!</p>
<p>Union, nein, Unioner standen in dem Ruf, nicht ganz dem zu entsprechen, was man sich staatlicherseits unter sportlich-fairen Sportfreunden so vorstellte. Mich begeisterte etwas, das man heute vielleicht Alternativkultur nennt. Rau war es, radikal nicht unbedingt – eher augenzwinkernd und berlinerisch großmäulig. Das hatte was und es hatte einen Platz: Nur im Stadion gab es diesen Freiraum und das hat mir einige Zeit auch gereicht.</p>
<div id="attachment_1431" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/CA-Stadionsprecher.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1431" class="wp-image-1431" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/CA-Stadionsprecher.jpg" alt="Christian Arbeit ist Stadionsprecher des 1. FC Union Berlin. Abbildung: 1. FC Union Berlin" width="600" height="400"></a><p id="caption-attachment-1431" class="wp-caption-text">Christian Arbeit ist Stadionsprecher des 1. FC Union Berlin. Abbildung: 1. FC Union Berlin</p></div>
<p>Im Herbst 1989 hat es das nicht mehr und rückblickend fällt es mir schwer, mich zu erinnern, wie es dazu eigentlich kam. Zu viele Bilder vielleicht? Ungarische Grenze, Prager Botschaft, Dresdner Bahnhof, die ersten Demonstrationen, Wasserwerfer und Polizeihunde – irgendetwas ist damals gekippt. Die sagenumwobene Freiheit entwickelte einen unaufhaltsamen Sog, der Kampf darum und gegen das Bisherige fühlte sich kraftvoll und mächtig an; ihr Genuss mündete in einen fantastischen Rausch. Die gut zwei Monate zwischen dem 7. Oktober und dem 9. November sprengten jedes Zeitgefühl – waren sie blitzschnell vorbei oder dauerten sie ewig? Ich weiß es nicht mehr.</p>
<p>Wie der Tag auf die Nacht folgte auf den Rausch der Kater und auch das dauerte nicht allzu lange. Welchen Traum hatten wir denn geträumt, wo wollten wir denn hin? „Dieses Land ist es nicht!“, hatten wir unserer kleinen DDR wütend entgegengeschleudert. Das waren Rio Reisers Worte und er hatte sie für sein Land geschrieben, die Bundesrepublik Deutschland. In diesem Land waren wir recht schnell gelandet. Viele von uns wollten da unbedingt hin und hatten mit ihrer Stimme bei den Wahlen im März 1990 die Weichen dafür gestellt. Andere hatten von etwas anderem geträumt, einem eigenen Weg, einer neuen Idee – vielleicht sogar für beide deutschen Staaten. Dazu ist es nicht gekommen. Zu vage die Aussichten, zu verlockend die Versprechungen, zu groß das Bedürfnis nach Anlehnung an den großen, reichen Westen. So wie alles in dieser Zeit viel zu schnell ging, folgte auch die Ernüchterung auf dem Fuße. Arbeitslosigkeit, Geldsorgen, Zukunftsängste – das hatten wir nicht gekannt und es hatte uns auch nicht gefehlt. Nun gab es all das, und es verfehlte seine Wirkung nicht.</p>
<p>Stolz und Würde kommen schnell unter die Räder, wenn du als Krankenschwester deine Station mit dem Anspruch geleitet hast, kranken Kindern zu geben, was sie brauchen, um gesund zu werden – Medizin, Zuwendung, Zeit –, und nun aber Geld für den Krankhausbetreiber verdienen sollst. Betten belegen mit lohnenswerteren Fällen, Betten freimachen, wenn die Belegung sich nicht rechnet. Und der Maschinenbauingenieur an der Bauakademie? Geht putzen, statt Instandhaltungskonzepte für Industrieanlagen zu entwickeln. Oder fährt Kurierdienste mit dem alten Shiguli, um nur eines nicht zu sein: arbeitslos. Alles, nur nicht das.</p>
<div id="attachment_1432" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/CA-CL-Real-Madrid.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1432" class="wp-image-1432" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/CA-CL-Real-Madrid.jpg" alt="Am 20. September 2023 spielte der 1. FC Union Berlin sein erstes Champions-League-Spiel – bei Real Madrid. Abbildung: 1. FC Union Berlin" width="600" height="400"></a><p id="caption-attachment-1432" class="wp-caption-text">Am 20. September 2023 spielte der 1. FC Union Berlin sein erstes Champions-League-Spiel – bei Real Madrid. Abbildung: 1. FC Union Berlin</p></div>
<h2><span class="title-bg">Es gibt nichts zu beklagen?</span></h2>
<p>Was meinen Eltern und zu vielen ihrer Generation verwehrt blieb, war mir vergönnt. Alle Türen standen offen. Abitur, ein Jahr London, Studium, Familie, eigenes Haus, ein erfüllender Beruf und mein Verein, der 1. FC Union Berlin, schaffte es vor gut einem Jahr bis in die Champions League … Einiges wäre auch in der DDR möglich gewesen, anderes nicht oder nicht annähernd auf gleiche Weise. Was also gibt es dann eigentlich zu beklagen? Und das gibt es doch, oder?</p>
<p>Ja, das gibt es. Aber es ist – Überraschung – etwas ganz Anderes als das, was mich Mitte der 80er beschäftigt hat. In schöner Regelmäßigkeit beschleicht mich ein interessantes Gefühl: Es gibt da eine sehr spezielle Art der Freude, wenn ich zum Gate eines Fluges nach London oder Paris laufe. Sie speist sich nicht aus der Aussicht auf ein wunderbares Ziel, sondern aus der Zufriedenheit, dieses Land zu verlassen. Das Land, nicht die Stadt. Berlin ist mein Zuhause und schenkt mir, was Deutschland mir nicht geben kann: Vertrautheit und Heimat.</p>
<p>Klingt nach einem hohen Ross, gesattelt mit Undankbarkeit. Was hat dieses Land mir denn zu geben? Was gebe ich ihm denn? Wenn wir uns auf ein freundliches „Nichts“ einigen könnten, wäre vielleicht schon alles gesagt. Aber das ist genau die Stelle, an der es dann eben hakt zwischen Ost und West – oder knallt, je nach Temperament. Wenn ich irgendwo OST hinschreibe, hebt WEST die Augenbrauen: Ach ja? OST? Und was ist mit der Stasi? Und dem Mangel? Dem Staatsdoping? Der Mauer? Alles vergessen? Na schönen Dank! Wir haben euch aufgenommen und in die Arme geschlossen und immer noch jammert ihr eurem piefigen Unrechtsstaat hinterher.</p>
<p>Aber nein! Eben nicht! In den seltensten Fällen tritt jemand auf, der die alte DDR wiederhaben möchte. Die Sinnfrage ist es, auf die keine Antwort mehr zu finden ist. Wofür das alles? Was wollen wir erreichen?</p>
<div id="attachment_1433" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/CA-in-der-Allianz-Arena-Muenchen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1433" class="wp-image-1433" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/CA-in-der-Allianz-Arena-Muenchen.jpg" alt="Einmal den FC Bayern sehen – für Christian Arbeit wurde ein Kindheitstraum wahr, mehrmals. Abbildung: 1. FC Union Berlin" width="600" height="400"></a><p id="caption-attachment-1433" class="wp-caption-text">Einmal den FC Bayern sehen – für Christian Arbeit wurde ein Kindheitstraum wahr, mehrmals. Abbildung: 1. FC Union Berlin</p></div>
<p>Frieden auf der ganzen Welt und ein lebenswertes Leben für alle Menschen – das war die Zukunftsidee in meiner Kindheit und Jugend. Eine Welt frei von Ausbeutung und Unterdrückung war das Ziel und viele große Denker der Menschheit hatten Wege skizziert, wie wir dorthin gelangen könnten. Wenig ist davon geblieben. Das Ende der Geschichte, die beste aller Welten – jeder schmiedet noch ein bisschen an seinem persönlichen kleinen Glück herum und wer nichts Brauchbares zustande bringt, den versorgen wir leidlich und erklären ihm freundlich-bestimmt, in welche uns genehmen Bahnen er seine Wut bitte lenken möge. Das wird auf Dauer nicht reichen, davon bin ich überzeugt.</p>
<p>Und nun? Soll das so enden? Nein, das sollte es nicht und wir haben es in der Hand. Eine elementare Erfahrung OST kann dabei helfen und ist es allemal wert, beizeiten in Betracht gezogen zu werden: Nichts ist für immer, nichts bleibt, wie es war. Denn so, wie es ist, kann es nicht bleiben. Dafür, und das ist ausdrücklich kein Vorwurf, ist es einfach nicht gut genug.</p>
<div id="attachment_1434" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Weihnachtssingen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1434" class="wp-image-1434" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Weihnachtssingen.jpg" alt="Seit 2003 findet im Stadion An der Alten Försterei das Weihnachtssingen statt. Abbildung: 1. FC Union Berlin" width="600" height="400"></a><p id="caption-attachment-1434" class="wp-caption-text">Seit 2003 findet im Stadion An der Alten Försterei das Weihnachtssingen statt. Abbildung: 1. FC Union Berlin</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Christian Arbeit</span></h2>
<p><strong>GEBOREN:</strong> 1974/Ostberlin<br>
<strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Ostberlin<br>
<strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> <a href="https://amzn.to/4dvwHio" target="_blank" rel="noopener">Peter Richter: „89/90“, 2017</a><br>
<strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „Anderson“, 2014<br>
<strong>MEIN URLAUBSTIPP:</strong> Putgarten (Rügen)</p>
<p>&nbsp;</p>
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<tbody>
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<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/07/Cover-Denke-ich-an-Ostdeutschland.jpg" width="342" height="483">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p>In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist auch 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Dieser Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2024, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
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<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/christian-arbeit-vertraute-ferne-ueber-das-wehmuetige-gefuehl-das-heimatland-unwiederbringlich-verloren-zu-haben/">Christian Arbeit: Vertraute Ferne. Über das wehmütige Gefühl, das Heimatland unwiederbringlich verloren zu haben</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
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