<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Wirtschaft+Markt Archive - ostdeutschland.info</title>
	<atom:link href="https://ostdeutschland.info/tag/wirtschaftmarkt/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://ostdeutschland.info/tag/wirtschaftmarkt/</link>
	<description>Impulse für den Osten</description>
	<lastBuildDate>Mon, 18 May 2026 14:42:34 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/02/cropped-Ost_Button_ffe500-32x32.png</url>
	<title>Wirtschaft+Markt Archive - ostdeutschland.info</title>
	<link>https://ostdeutschland.info/tag/wirtschaftmarkt/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Wirtschaft und Markt #3: Der Aufholprozess ist in Gefahr</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/wirtschaft-und-markt-3-der-aufholprozess-ist-in-gefahr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft+Markt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=9679</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im dritten Teil seiner Wirtschaftskolumne beschäftigt sich Frank Nehring mit dem Wettbewerbsreport Ostdeutschland 2026. Dieser offenbart einen an Dynamik verlierenden Aufholprozess.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8705" class="wp-image-8705" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/01/FN-OWF23-Foto-Bernd-Brundert.jpg" alt="Frank Nehring, langjähriger Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Abbildung: Bernd Brundert" width="600" height="400">Frank Nehring, langjähriger Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Abbildung: Bernd Brundert<br />
„Im Jahr 2025 lag das BIP je Erwerbstätigen in den ostdeutschen Flächenländern bei rund 85 Prozent des westdeutschen Durchschnitts – vor zehn Jahren waren [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/wirtschaft-und-markt-3-der-aufholprozess-ist-in-gefahr/">Wirtschaft und Markt #3: Der Aufholprozess ist in Gefahr</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im dritten Teil seiner Wirtschaftskolumne beschäftigt sich Frank Nehring mit dem Wettbewerbsreport Ostdeutschland 2026. Dieser offenbart einen an Dynamik verlierenden Aufholprozess.</p>
<p><span id="more-9679"></span></p>
<div id="attachment_8705" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8705" class="wp-image-8705" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/01/FN-OWF23-Foto-Bernd-Brundert.jpg" alt="Frank Nehring, langjähriger Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Abbildung: Bernd Brundert" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8705" class="wp-caption-text">Frank Nehring, langjähriger Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Abbildung: Bernd Brundert</p></div>
<p>„Im Jahr 2025 lag das BIP je Erwerbstätigen in den ostdeutschen Flächenländern bei rund 85 Prozent des westdeutschen Durchschnitts – vor zehn Jahren waren es erst 78 Prozent, 1991 lediglich 34,5 Prozent.“ (WBR, S. 11)</p>
<p>Ostdeutschland hat wirtschaftlich erheblich aufgeholt. Doch der <a href="https://ostdeutschland.info/saarower-kreis/">Wettbewerbsreport Ostdeutschland 2026</a> (WBR), der am 1. Juni 2026 beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum vorgestellt wird, zeigt zugleich: Der Aufholprozess verliert an Dynamik.</p>
<p>Joachim Ragnitz, Mitherausgeber des Reports, warnt: „Der Aufholprozess Ostdeutschlands kommt nur noch langsam voran. Es braucht deshalb eine realistische und kritische Bewertung sowie konsequente Aktivitäten aus Politik und Wirtschaft.“</p>
<p>Es geht nicht um Optimismus oder Pessimismus, sondern um Wettbewerbsfähigkeit. Weder Beschönigungen noch Schwarzmalerei helfen weiter. Entscheidend sind wirtschaftspolitische Klarheit, Investitionen und strukturelle Reformen.</p>
<p>Der Report macht deutlich: Die wirtschaftliche Entwicklung Ostdeutschlands bleibt eine Erfolgsgeschichte, aber zugleich bestehen zentrale strukturelle Defizite fort. Insbesondere bei Investitionen, Innovation, Humankapital und Vermögensbildung liegt Ostdeutschland weiterhin hinter dem Westen zurück. Hinzu kommen demografischer Druck, schwache Unternehmensinvestitionen sowie Defizite bei technologischer Entwicklung und Produktivität.</p>
<p>35 Jahre nach der deutschen Einheit ist eine pauschale Benachteiligungsdebatte zwar nicht mehr zielführend. Die Unterschiede zwischen Ost und West bestehen jedoch weiterhin, allerdings differenzierter und strukturell relevant. Deshalb braucht Ostdeutschland mehr als allgemeine Standortpolitik. Gefragt sind gezielte Impulse für Innovation, industrielle Stärke, Bildung und Kapitalbildung.</p>
<p>Der Anspruch darf nicht länger nur darin bestehen aufzuholen. Ostdeutschland muss sich als Zukunftsregion behaupten – mit Wettbewerbsfähigkeit, Investitionskraft und technologischer Stärke. Der Wettbewerbsreport Ostdeutschland 2026 liefert dafür eine wichtige Grundlage: als nüchterne Analyse und Impuls für eine neue wirtschaftspolitische Debatte über Chancen, Wachstum und die Zukunftsfähigkeit Ostdeutschlands.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/wirtschaft-und-markt-3-der-aufholprozess-ist-in-gefahr/">Wirtschaft und Markt #3: Der Aufholprozess ist in Gefahr</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wirtschaft und Markt #2: Ostdeutschlands Kleinstbetriebe verdienen eine Chance</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/wirtschaft-und-markt-2-ostdeutschlands-kleinstbetriebe-verdienen-eine-chance/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 06:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft+Markt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=9094</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im zweiten Teil seiner Wirtschaftskolumne widmet sich Frank Nehring den ostdeutschen Kleinstunternehmen. Sie werden von der Politik oft übersehen, sind aber von großer Bedeutung für die Volkswirtschaft.</p>
<p><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8705" class="wp-image-8705" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/01/FN-OWF23-Foto-Bernd-Brundert.jpg" alt="Frank Nehring, langjähriger Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Abbildung: Bernd Brundert" width="600" height="400">Frank Nehring, langjähriger Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Abbildung: Bernd Brundert<br />
In der Wirtschaftspolitik spielen Kleinstunternehmen kaum eine Rolle. Sie gelten als nicht groß genug, zu wenig relevant für die [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/wirtschaft-und-markt-2-ostdeutschlands-kleinstbetriebe-verdienen-eine-chance/">Wirtschaft und Markt #2: Ostdeutschlands Kleinstbetriebe verdienen eine Chance</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im zweiten Teil seiner Wirtschaftskolumne widmet sich Frank Nehring den ostdeutschen Kleinstunternehmen. Sie werden von der Politik oft übersehen, sind aber von großer Bedeutung für die Volkswirtschaft.</p>
<p><span id="more-9094"></span></p>
<div id="attachment_8705" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8705" class="wp-image-8705" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/01/FN-OWF23-Foto-Bernd-Brundert.jpg" alt="Frank Nehring, langjähriger Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Abbildung: Bernd Brundert" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8705" class="wp-caption-text">Frank Nehring, langjähriger Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Abbildung: Bernd Brundert</p></div>
<p>In der Wirtschaftspolitik spielen Kleinstunternehmen kaum eine Rolle. Sie gelten als nicht groß genug, zu wenig relevant für die Volkswirtschaft und angesichts der vielen individuellen Unternehmerpersönlichkeiten als zu kompliziert. Bei Steuern, Bürokratie und Regulierung werden sie aber meist so behandelt wie große Unternehmen. Dabei bilden sie das Rückgrat vieler Regionen.</p>
<p>Kleinstunternehmen – definiert als Betriebe mit bis zu neun Beschäftigten und einem Jahresumsatz von maximal zwei Millionen Euro – machen in Ostdeutschland einschließlich Berlin 86,6 Prozent aller Unternehmen aus. Das sind 558.037 von insgesamt 644.200 Unternehmen (Stand 2024/2025).</p>
<p>Trotz dieser enormen Zahl tauchen sie in den Debatten über Unternehmensnachfolgen kaum auf. In Statistiken werden sie häufig gar nicht erst erfasst. Pauschal gelten sie als „nicht übernahmefähig“. Für viele Nachfolgeberater sind sie schlicht kein tragfähiges Geschäftsmodell. Das ist kein Vorwurf – wirtschaftlich nachvollziehbar ist es allemal. Doch volkswirtschaftlich ist es ein Problem.</p>
<p>Denn wer diese Unternehmen aus der Betrachtung ausblendet, akzeptiert stillschweigend ihr Verschwinden. Die meisten dieser Betriebe verschwinden nicht spektakulär durch Insolvenzen. Sie schließen einfach. Der Inhaber wird älter, krank oder müde. Eine Nachfolge findet sich nicht. Also geht das Licht aus – für immer.</p>
<p>Gerade im ländlichen Raum hat dieser Prozess längst begonnen. Wenn der Bäcker schließt, die Dorfkneipe nicht mehr öffnet, die Apotheke keinen Nachfolger findet und auch der Schlosser aufgibt, verändert sich mehr als nur die lokale Wirtschaft. Es verschwindet Infrastruktur. Und mit ihr ein Stück Lebensqualität.</p>
<p>Das Problem ist dabei keineswegs exklusiv ostdeutsch. Auch im Westen dominieren Kleinstunternehmen die Unternehmenslandschaft. Doch im Osten kommt eine entscheidende Besonderheit hinzu: Viele Unternehmerinnen und Unternehmer gehören oft noch der ersten Generation nach der Wiedervereinigung an. Sie haben ihre Betriebe nach 1990 gegründet – zumeist ohne familiäre Unternehmertradition, ohne gewachsene Netzwerke und ohne Vermögen im Hintergrund, das eine Übergabe erleichtern könnte. Erfahrungen mit Unternehmensnachfolge gibt es entsprechend selten.</p>
<p>Die Folgen zeigen sich zunehmend deutlich. Wenn Betriebe schließen, entsteht ein Dominoeffekt: Die Infrastruktur vor Ort verschlechtert sich, die Standortattraktivität sinkt, junge Menschen ziehen weg, Zuzug bleibt aus. Damit schrumpft nicht nur die Bevölkerung, sondern auch das potenzielle Reservoir an Nachfolgern. Ein Kreislauf beginnt, der ganze Regionen schwächen kann.</p>
<p>Dabei sind Kleinstunternehmen wirtschaftlich keineswegs irrelevant. In Ostdeutschland tragen sie rund 16 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. Das mag auf den ersten Blick überschaubar erscheinen. Doch ihre eigentliche Bedeutung liegt tiefer: Sie sichern Versorgung, schaffen lokale Arbeitsplätze und stabilisieren die wirtschaftliche Struktur vieler Regionen. Mit anderen Worten: Sie sind ein entscheidender Teil regionaler Standortqualität.</p>
<p>Deshalb stellt sich eine einfache Frage: Sollte die Wirtschaftspolitik diese Unternehmen nicht stärker in den Blick nehmen? Die Antwort lautet: ja. Doch die bisherigen Instrumente der Nachfolgeförderung passen häufig nicht zu dieser Unternehmensgruppe. Viele Programme orientieren sich an größeren Mittelständlern, während Kleinstbetriebe durch das Raster fallen.</p>
<p>Dabei wäre gerade hier ein neuer Ansatz nötig – pragmatischer, regionaler und stärker auf die besonderen Bedingungen kleiner Betriebe zugeschnitten. Eines jedenfalls sollte klar sein: Der schleichende Verlust von Kleinstunternehmen ist kein Naturgesetz. Und er sollte auch politisch nicht als solcher hingenommen werden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/wirtschaft-und-markt-2-ostdeutschlands-kleinstbetriebe-verdienen-eine-chance/">Wirtschaft und Markt #2: Ostdeutschlands Kleinstbetriebe verdienen eine Chance</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wirtschaft und Markt #1: Alles auf Zukunft!</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/wirtschaft-und-markt-1-alles-auf-zukunft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jan 2026 15:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft+Markt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=8702</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit Beginn des Jahres gehört die Medienmarke Wirtschaft+Markt vollständig zu ostdeutschland.info. Wir freuen uns sehr, dass Frank Nehring, der langjährige Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF, nun eine Kolumne übernommen hat. In Teil eins appelliert er an die Politik.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8705" class="wp-image-8705" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/01/FN-OWF23-Foto-Bernd-Brundert.jpg" alt="Frank Nehring, langjähriger Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Abbildung: Bernd Brundert" width="600" height="400">Frank Nehring, langjähriger Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Abbildung: Bernd Brundert<br />
Das neue Jahr [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/wirtschaft-und-markt-1-alles-auf-zukunft/">Wirtschaft und Markt #1: Alles auf Zukunft!</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Beginn des Jahres gehört die Medienmarke Wirtschaft+Markt vollständig zu ostdeutschland.info. Wir freuen uns sehr, dass Frank Nehring, der langjährige Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF, nun eine Kolumne übernommen hat. In Teil eins appelliert er an die Politik.</p>
<p><span id="more-8702"></span></p>
<div id="attachment_8705" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8705" class="wp-image-8705" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/01/FN-OWF23-Foto-Bernd-Brundert.jpg" alt="Frank Nehring, langjähriger Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Abbildung: Bernd Brundert" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8705" class="wp-caption-text">Frank Nehring, langjähriger Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Abbildung: Bernd Brundert</p></div>
<p>Das neue Jahr hat begonnen. Wer jetzt noch nicht mit Grüßen für ein gesundes neues Jahr durch ist, sollte es dabei belassen, zumal den traditionellen Jahreswechselwünschen auch schon die Krisenrealität auf allen Ebenen entgegensteht.</p>
<p>Die Trump-Administration demonstriert militärische Überlegenheit und schert sich um das Völkerrecht schon lange nicht mehr, Venezuela ist der jüngste Beweis. Dabei wird es wohl nicht bleiben. Europa, sonst im Protestieren gegen jegliche Rechts- und Wertverstöße immer ein Vorreiter, hält sich neudiplomatisch zurück, denn ohne die USA gibt es kein Ende im Ukraine-Krieg. Müssen wir uns daran gewöhnen, unsere Souveränität verloren zu haben, oder hatten wir sie nie richtig?</p>
<p>Die deutsche Wirtschaft bewegt sich weiterhin im Krisenmodus und die Politik versucht, gute Laune zu erzeugen durch Mütterrente, Pendlerpauschale und Gastronomen-Hilfsprogramm via Mehrwertsteuerabsenkung, von der der Mehrwertsteuerzahlende nichts merken wird. Zwischenzeitlich meldet sich die Infrastruktur ab, Brücken stehen dafür nur stellvertretend. Das ruft offenbar schon Linksterroristen auf den Plan, die Berlins Südwesten mehrere Tage den Strom abschalten. Wer jetzt noch Optimist ist, ist ein echt harter Hund.</p>
<p>Aber mal im Ernst. Das neue Jahr hat begonnen und auch unabhängig von bevorstehenden Landtagswahlen, gerade in Ostdeutschland, braucht es jetzt klare Entscheidungen durch die Politik. Die Wirtschaft reagiert schon längst mit Stellenabbau und Produktionsverlagerung. Mein Wunsch und meine Hoffnung bestehen immer noch darin, dass auch die Politik begreift, was auf dem Spiel steht.</p>
<p>Meine Empfehlung:&nbsp;Alles auf Zukunft! Alle Investitionen, Förderprogramme und mehr sollten sich daran messen lassen. Alles andere ist nachrangig.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/wirtschaft-und-markt-1-alles-auf-zukunft/">Wirtschaft und Markt #1: Alles auf Zukunft!</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ostdeutsche Wirtschaftsregionen #9: Die Prignitz – zwischen den Metropolen</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/ostdeutsche-wirtschaftsregionen-9-die-prignitz-zwischen-den-metropolen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2025 06:30:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft+Markt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=4878</guid>

					<description><![CDATA[<p>In weniger als einer Stunde mit dem ICE in Berlin oder Hamburg – mit ihrer Lage zwischen den beiden größten Städten Deutschlands kann die Prignitz bei Firmenansiedlungen punkten. Doch noch ist der Standortvorteil zu wenig bekannt. Ein Wirtschaft+Markt-Beitrag von Matthias Salm.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4881" class="wp-image-4881" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/11/Prignitz-2-Quelle-Wirtschaftsfoerdergesellschaft-Prignitz-mbH-Luftbild-WFG-Prignitz_Karstaedt-scaled-1.jpg" alt="Der Gewerbepark Karstädt/Postlin. Abbildung: Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz mbH" width="600" height="400">Der Gewerbepark Karstädt/Postlin. Abbildung: Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz mbH<br />
Grünheide ist fern – doch die Gigafactory des US-amerikanischen Autokonzerns Tesla in der kleinen Gemeinde im Speckgürtel des boomenden Südosten [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/ostdeutsche-wirtschaftsregionen-9-die-prignitz-zwischen-den-metropolen/">Ostdeutsche Wirtschaftsregionen #9: Die Prignitz – zwischen den Metropolen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In weniger als einer Stunde mit dem ICE in Berlin oder Hamburg – mit ihrer Lage zwischen den beiden größten Städten Deutschlands kann die Prignitz bei Firmenansiedlungen punkten. Doch noch ist der Standortvorteil zu wenig bekannt. Ein Wirtschaft+Markt-Beitrag von Matthias Salm.</p>
<p><span id="more-4878"></span></p>
<div id="attachment_4881" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4881" class="wp-image-4881" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/11/Prignitz-2-Quelle-Wirtschaftsfoerdergesellschaft-Prignitz-mbH-Luftbild-WFG-Prignitz_Karstaedt-scaled-1.jpg" alt="Der Gewerbepark Karstädt/Postlin. Abbildung: Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz mbH" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-4881" class="wp-caption-text">Der Gewerbepark Karstädt/Postlin. Abbildung: Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz mbH</p></div>
<p>Grünheide ist fern – doch die Gigafactory des US-amerikanischen Autokonzerns Tesla in der kleinen Gemeinde im Speckgürtel des boomenden Südosten Berlins zieht ihre Kreise bis in die Prignitz. Andreas Ditten, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz sagt: „Auch wir spüren den Tesla-Effekt.“ Zwar steht der Landstrich an der Grenze zu Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern nicht im Fokus der Automobilindustrie, aber die lokalen Wirtschaftsförderer verspüren ein gesteigertes Interesse an Gewerbeflächen, seit der US-Milliardär Elon Musk Brandenburg auf die internationale Landkarte der Top-Wirtschaftsstandorte gehievt hat.</p>
<p>Insbesondere das Tempo, mit dem Tesla seine Autofabrik in Brandenburg hochziehen konnte, habe Eindruck hinterlassen, weiß Ditten zu berichten. Auch von einer Intel-Fabrik in Magdeburg könne die Prignitz profitieren, ist sich der Wirtschaftsförderer sicher. Ditten versteht die Wirtschaftsförderung aber nicht nur als Anlaufstelle für Investoren, sondern auch als Netzwerker für bereits angesiedelte Firmen.</p>
<div id="attachment_4883" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4883" class="wp-image-4883" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/11/Prignitz-6-Quelle-Wirtschaftsfoerdergesellschaft-Prignitz-mbH-WFG_Gewerbegebiet-Wittenberge-Sued.jpg" alt="Blick auf Wittenberge mit dem Gewerbegebiet Wittenberge Süd. Abbildung: Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz mbH" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-4883" class="wp-caption-text">Blick auf Wittenberge mit dem Gewerbegebiet Wittenberge Süd. Abbildung: Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz mbH</p></div>
<p>Die Prignitz kann vor allem mit ihrem Standortvorteil punkten: die Lage zwischen den Metropolen Berlin und Hamburg. Im Bahnverkehr mit dem ICE-Halt in Wittenberge einfach zu erreichen und auf der Straße an der A 24, der Achse zwischen Berlin und Hamburg. In den ersten 15 bis 20 Jahren nach der Wende orientierte sich die Prignitz stark nach Hamburg, heute zählt sie zur Metropolregion Berlin-Brandenburg. „Unser Standortvorteil muss noch bekannter gemacht werden“, weiß Ditten, dass die Prignitz als Wirtschaftsregion vor allem noch mehr Öffentlichkeitsarbeit benötigt.</p>
<p>Noch besser ließe sich der Standort vermarkten, gäbe es nicht die ewige Dauerbaustelle der A 14, die die Prignitz an die ostdeutschen Landeshauptstädte Magdeburg und Schwerin anbinden soll. Die Planung für die Nord-Süd-Verbindung hatte bereits 2008 begonnen. „Die A 14 ist ein klassisches Beispiel für das, was sich in Deutschland ändern muss. Für ein Stückchen Autobahn brauchen wir 20 Jahre – das geht so nicht mehr“, machte Ministerpräsident Dietmar Woidke anlässlich einer Kabinettssitzung der Potsdamer Landesregierung in der Prignitz im Sommer 2023 seinem Unmut Luft. Konkret wartet der Abschnitt zwischen der Elbe und Karstädt auf die Vollendung. Immerhin wurde jüngst der Planfeststellungsbeschluss erlassen. Mit der Fertigstellung ist 2028 zu rechnen.</p>
<h2><span class="title-bg">Wirtschaft in ruhigem Fahrwasser</span></h2>
<p>Trotz der bürokratischen Gemächlichkeit beim Ausbau der Infrastruktur hat sich die Wirtschaft rund um Wittenberge, Pritzwalk, Perleberg und Karstädt gut entwickelt. „Unsere Wirtschaft ist breit aufgestellt“, sagt Andreas Ditten. Der Vorteil: Von den Krisen einzelner Branchen in den letzten Jahren blieb die Prignitz einigermaßen verschont. „Wir befinden uns da in ruhigerem Fahrwasser“, so Ditten.</p>
<p>Zu den Säulen der Wirtschaft zählen unter anderem das Ernährungsgewerbe, die metallverarbeitende Industrie, die Erzeugung erneuerbarer Energien, Chemie und Pharma sowie die Logistik. Die Unternehmen sind nicht nur regional, sondern auch auf internationalen Märkten unterwegs. Beispielsweise die 2001 gegründete Prignitz Mikrosystemtechnik mit Standorten in Wittenberge und Weisen, die mit über 100 Beschäftigten weltweit Drucksensoren, Temperaturtransmitter und Füllstandssonden vertreibt. Das Unternehmen ist hochinnovativ, lebt mehrheitlich vom Export und hat aktuell Drucksensoren für die wachsende Wasserstoff-Industrie entwickelt. Aber auch in Bau- und Landwirtschaftsmaschinen, in der Erdölförderung oder der industriellen Prozesssteuerung finden die Sensoren aus der Prignitz Anwendung.</p>
<div id="attachment_4884" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4884" class="wp-image-4884" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/11/Prignitz-1-Quelle-Wirtschaftsfoerdergesellschaft-Prignitz-mbH.jpg" alt="Traditionsunternehmen in der Prignitz: die Meyenburger Möbel GmbH. Abbildung: Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz mbH" width="600" height="450"><p id="caption-attachment-4884" class="wp-caption-text">Traditionsunternehmen in der Prignitz: die Meyenburger Möbel GmbH. Abbildung: Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz mbH</p></div>
<p>Über eine lange Tradition in der Region verfügt der Möbelhersteller Meyenburger Möbel GmbH, hervorgegangen aus einer 1946 gegründeten Tischlerei. Das berühmte Billy-Regal oder die Kommodenserie Malm des schwedischen Möbelgiganten IKEA werden in Meyenburg gefertigt. Die voll automatisierte Produktion von Mitnahmemöbeln gilt als Spezialität der über 500 Mitarbeitenden. Der Möbelproduzent ist mit seinen zwei Werken am Meyenburger Stadtrand einer der größten Arbeitgeber der Prignitz.</p>
<p>Zu den Prignitzer Traditionsunternehmen zählt auch das Zahnradwerk Pritzwalk mit fast 200 Beschäftigten – führend in der Herstellung von hochpräzisen Zahnrädern. Als Partner der Baubranche und Hersteller von klimaschonendem Schall- und Feuchtigkeitsschutz für Gebäude hat sich die Gefinex GmbH ebenfalls in Pritzwalk einen Namen gemacht.</p>
<h2><span class="title-bg">Erfolgreiche Ansiedlungen schufen Arbeitsplätze</span></h2>
<p>Nicht so traditionsreich am Standort, aber ebenfalls ein wichtiger Arbeitgeber ist der österreichische Dämmstoffhersteller Austrotherm, der sich 2013 in Wittenberge angesiedelt hat. Es ist mit mehr als 70 Mitarbeitenden das einzige deutsche Werk des Unternehmens. Austrotherm hat sich auf energiesparende Wärmedämmung spezialisiert. In Wittenberge werden so etwa wasser- und druckresistente XPS-Dämmplatten sowie die Austrotherm Uniplatte, eine Bauplatte für Sanitärräume, gefertigt und von dort an den deutschen Baufachhandel geliefert. Trotz kriselnder Baubranche hat Austrotherm zuletzt drei Millionen Euro in eine Solaranlage investiert, um nachhaltiger und energiesparender produzieren zu können — ein Bekenntnis zum Standort.</p>
<div id="attachment_4885" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4885" class="wp-image-4885" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/11/Prignitz-8-Quelle-Austrotherm-_-Jens-Wegener.jpg" alt="Beim symbolischen Spatenstich für die neue PV-Anlage für Austrotherm Dämmstoffe (v. l. n. r.): Thomas Götz (Geschäftsführung Technologie- und Gewerbezentrum Prignitz), Oliver Hermann (Bürgermeister Stadt Wittenberge), Lars Peter und Alexander Sinner (Geschäftsführung Austrotherm Dämmstoffe GmbH) sowie Jonas Kothy (Projektentwicklung, Standortleitung Dresden Faber Solartechnik GmbH. Abbildung: Austrotherm, Jens Wegener" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-4885" class="wp-caption-text">Spatenstich für die neue PV-Anlage für Austrotherm Dämmstoffe, v. l. n. r.: Thomas Götz (Geschäftsführung Technologie- und Gewerbezentrum Prignitz), Oliver Hermann (Bürgermeister Stadt Wittenberge), Lars Peter und Alexander Sinner (Geschäftsführung Austrotherm Dämmstoffe GmbH) sowie Jonas Kothy (Projektentwicklung, Standortleitung Dresden Faber Solartechnik GmbH). Abbildung: Austrotherm, Jens Wegener</p></div>
<p>In Wittenberge stellt die MV Pipe Technologies GmbH Rohre für die Brandschutzindustrie her. Die Tochtergesellschaft der Minimax Viking Gruppe gilt im Landkreis als eine der wichtigsten Ansiedlungen der vergangenen Jahre. Seit 2017 finden die Rohre aus Wittenberge ihren Weg in Brandschutzanlagen von Automobil- und Kraftwerken, Bürogebäuden oder Rechenzentren.</p>
<p>Für die Chemie- und Pharmaindustrie der Region steht unter anderem die zur malaysischen IOI Group gehörende IOI Oleo GmbH in Wittenberge mit einer breiten Palette oleochemischer Produkte für die pharmazeutische und kosmetische Industrie. Das zur chinesischen Sirio Pharma Group gehörende Werk Ayanda expandiert hingegen am Standort Falkenhagen als Produzent von Gelatinekapseln für Nahrungsergänzungs- und Arzneimittel.</p>
<p>Ebenfalls im Gewerbepark Falkenhagen produziert der US-Konzern Glatfelter mit mehr als 400 Mitarbeitenden seit 1996 Zellulose-Fasern im Airlaid-Verfahren. Dem Hauptbestandteil Zellulose werden je nach Produkt zusätzlich Chemiefasern, Pulver oder Granulate beigemischt. Die Produkte kommen in Hygieneartikeln, in der Medizin und in der Gastronomie zum Einsatz – so zum Beispiel in Windeln, Binden oder Einlegesohlen.</p>
<p>Größter Arbeitgeber der Region ist aber das Werk Wittenberge der Deutschen Bahn Fahrzeuginstandhaltung. Ein Standort, der auf eine Geschichte bis ins Jahr 1876 zurückblicken kann. Heute ist das Werk auf die Modernisierung und Instandhaltung von Reisezugwagen spezialisiert.</p>
<h2><span class="title-bg">Ernährungswirtschaft bedeutender Faktor</span></h2>
<p>In der Potenzialregion, wie sich die Prignitz werbewirksam selbst nennt, finden Besucher neben der Industrie vor allem auch viel Natur vor. Das entdecken auch immer mehr Reisende: Verglichen mit 2019 stieg die Zahl der Übernachtungen in der Prignitz 2023 um 21,8 Prozent, gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozent auf 514.537 Übernachtungen.</p>
<p>Touristen schätzen den ländlichen Raum an der Elbe, die Weite und Ruhe. Er ist aber auch ein idealer Standort für die Ernährungswirtschaft. Am Ortsrand von Dallmin etwa produziert die Firma Avebe Kartoffelstärke für die Lebensmittelindustrie und neuerdings auch Kartoffeleiweiße für vegane Produkte. Die Avebe Kartoffelstärkefabrik Prignitz/Wendland GmbH ist Teil einer in den Niederlanden ansässigen Genossenschaft. Kartoffeln werden in Dallmin im Übrigen schon seit 1911 verarbeitet. Auch Haferflocken kommen aus der Prignitz, genauer gesagt aus Karstädt und das auch schon seit 1870. Heute zeichnet für Haferflocken und Müsli die Avena Cerealien GmbH, ein Unternehmen der Flechtorfer Mühlengruppe, verantwortlich und verarbeitet dazu in Karstädt mehr als 40.000 Tonnen Hafer jährlich.</p>
<p>Der größte Schlachtbetrieb der Region in Perleberg mit 400 Beschäftigten wechselte Anfang des Jahres den Besitzer. Der Schlachthof Uhlen aus Nordrhein-Westfalen übernahm den Schweineverarbeitungsbetrieb von der niederländischen Vion Food Group. Das letzte Milchwerk der Prignitz in Karstädt allerdings wurde vor drei Jahren geschlossen.</p>
<h2><span class="title-bg">Erneuerbare Energien rücken in den Fokus</span></h2>
<p>„Die Prignitz ist für ganz unterschiedliche Branchen interessant, nicht nur für die Ernährungswirtschaft und die Logistik mit der Nähe zu den Metropolen“, sagt Wirtschaftsförderer Ditten. Vor allem die Energiebranche entdeckt den Nordosten Brandenburgs zunehmend. Bei erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne ist die Region bereits gut aufgestellt. Auf der Wunschliste der Wirtschaftsförderer stehen nun zum Beispiel Batteriespeicherwerke oder Wasserstoff-Kraftwerke.</p>
<div id="attachment_4887" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4887" class="wp-image-4887" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/11/Prignitz-5.-Quelle-Enertrag.jpg" alt="Modell der künftigen Wasserstoff-Fabrik der Firma Enertrag in Falkenhagen. Abbildung: Enertrag" width="600" height="338"><p id="caption-attachment-4887" class="wp-caption-text">Modell der künftigen Wasserstoff-Fabrik der Firma Enertrag in Falkenhagen. Abbildung: Enertrag</p></div>
<p>Den Anfang macht die brandenburgische Firma Enertrag mit einer geplanten Wasserstoffproduktionsanlage im Gewerbepark Prignitz-Falkenhagen. Das Vorhaben umfasst den Bau einer Elektrolyseanlage mit 130 MW Leistung. Die Inbetriebnahme ist bis Ende 2027 vorgesehen. Der Gewerbepark eignet sich vor allem, weil die anliegende Ontras-Gasleitung komplett auf Wasserstoff umgestellt werden kann. Von dem Vorhaben erhoffen sich die Wirtschaftsförderer eine Signalwirkung für weitere Ansiedlungen. Die geplante Investition von 150 bis 200 Millionen Euro ist Bestandteil des Verbundprojektes doing hydrogen, das den Grundstein für ein flächendeckendes Wasserstoffnetz in Ostdeutschland legen soll.</p>
<p>Umstrittener in der lokalen Bevölkerung wegen der möglichen Verkehrs- und Geruchsbelästigung ist das Vorhaben des Shell-Konzerns, an der künftigen Autobahn 14 in Karstädt in einer Biomethananlage aus jährlich rund 500.000 Tonnen Gülle und Mist Biomethan zu produzieren, das später im Ruhrgebiet zu Flüssiggas für den Lkw-Verkehr weiterverarbeitet werden soll.</p>
<h2><span class="title-bg">Landesgartenschau als Initialzündung</span></h2>
<p>Auch Thomas Götz, Geschäftsführer der Technologie- und Gewerbezentrum Prignitz GmbH und als solcher Leiter der Wirtschaftsförderung für die Städte Wittenberge und Perleberg, sieht die Wirtschaft in der Prignitz auf einem guten Weg, kennt aber auch die gegenwärtigen Hürden für eine weitere Expansion: Zum einen fehlen wie in ganz Brandenburg Fachkräfte, zum anderen müssen weitere Gewerbeflächen noch neu entwickelt werden. „In Wittenberge und Perleberg konzentrieren wir uns auf Ansiedlungen, die maximale Wertschöpfung in der Region garantieren. Da geht es um Unternehmen in einer Größenordnung bis 200 Mitarbeitenden“, sagt Götz. Zu den Aufgaben der Wirtschaftsförderer gehört es dabei auch, die weichen Faktoren wie etwa attraktive Innenstädte zu entwickeln, um das Wohnen in der Prignitz lebenswerter zu gestalten. Zumal die Prignitzer hoffen, dass viele Hauptstädter wegen der explodierenden Mieten in Berlin auch ins weitere Umland ziehen werden.</p>
<p>Gerade in Wittenberge setzt man diesbezüglich auf den Werbeeffekt der Landesgartenschau 2027 in der Elbestadt. Ein Schlüsselprojekt für eine nachhaltige Stadtentwicklung soll die Leistungsschau der Landschaftsgärtner für die Industriestadt im Wandel werden. Wittenberge erhält dazu unter anderem vom Bund eine Millionenspritze für die Sanierung des historischen Bahnhofsgebäudes. Gastronomie, Coworker und Existenzgründer, aber auch ein bahnnahes Ausbildungszentrum sollen in das Gebäude einziehen. Zur Landesgartenschau, so der Plan, wird der Bahnhof seinem Beinamen „Tor zu Prignitz“ wieder alle Ehre machen. „Die Landesgartenschau wird ein Sprung in der Attraktivität der Stadt werden“, ist sich TGZ-Chef Götz sicher.</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>Prignitz</strong>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>Region: Landkreis Prignitz (75.945 Einwohner)</li>
<li>Städte: Wittenberge (16.965 Einwohner), Perleberg (12.025), Pritzwalk (11.753 Einwohner)</li>
<li>Nachbarregionen: Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern), Landkreis Stendal (Sachsen-Anhalt), Landkreis Lüchow-Danneberg (Niedersachsen), Landkreis Ostprignitz-Ruppin (Brandenburg)</li>
<li>Branchen: Landwirtschaft, Energie, Metallbau, Chemie &amp; Pharma, Holzindustrie, Bau, Logistik</li>
<li>Verkehr:<br>
Straße: Autobahnen A 24 und A 14; Bundesstraßen B 189, B 5<br>
Schiene: ICE-Anbindung Berlin-Hamburg<br>
Wasser: Bundeswasserstraße Elbe</li>
<li>Gewerbegebiete: 7</li>
<li>Arbeitslosenquote: 8,5 Prozent</li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Ein Beitrag des Re</em><em>daktionsnetzwerks Wirtschaft+Markt (dort zuerst erschienen am 19. April 2024).<br>
</em><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3975" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/01/Logo-WIMA_ohne-UZ.png" alt width="200" height="51"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/ostdeutsche-wirtschaftsregionen-9-die-prignitz-zwischen-den-metropolen/">Ostdeutsche Wirtschaftsregionen #9: Die Prignitz – zwischen den Metropolen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aufholbedarf trotz Annäherung: Interview mit der Ostbeauftragten</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/aufholbedarf-trotz-annaeherung-interview-mit-der-ostbeauftragten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Nov 2025 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft+Markt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=8237</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nach kurzer Babypause hat die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) längst ihre Arbeit aufgenommen. Wird sie in ihrem Amt eher den Finger in die Wunde legen oder lieber das Erreichte betonen? Im Wirtschaft+Markt-Interview zeigt die Staatsministerin, dass sie beides kann. Wir trafen sie im Bundesfinanzministerium.<br />
<img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8240" class=" wp-image-8240" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/11/1-web-Elisabeth-Kaiser.jpg" alt="Elisabeth Kaiser (SPD) ist Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland beim Bundesminister der Finanzen. Abbildung: ostdeutschland.info" width="602" height="318">Elisabeth Kaiser (SPD) ist Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland beim [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/aufholbedarf-trotz-annaeherung-interview-mit-der-ostbeauftragten/">Aufholbedarf trotz Annäherung: Interview mit der Ostbeauftragten</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach kurzer Babypause hat die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) längst ihre Arbeit aufgenommen. Wird sie in ihrem Amt eher den Finger in die Wunde legen oder lieber das Erreichte betonen? Im Wirtschaft+Markt-Interview zeigt die Staatsministerin, dass sie beides kann. Wir trafen sie im Bundesfinanzministerium.<span id="more-8237"></span></p>
<div id="attachment_8240" style="width: 612px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8240" class=" wp-image-8240" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/11/1-web-Elisabeth-Kaiser.jpg" alt="Elisabeth Kaiser (SPD) ist Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland beim Bundesminister der Finanzen. Abbildung: ostdeutschland.info" width="602" height="318"><p id="caption-attachment-8240" class="wp-caption-text">Elisabeth Kaiser (SPD) ist Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland beim Bundesminister der Finanzen. Abbildung: ostdeutschland.info</p></div>
<h2><span class="title-bg">W+M: Frau Staatsministerin, am 3. Oktober wurden 35 Jahre deutsche Einheit gefeiert. Wie blicken Sie auf die Feierlichkeiten zurück?</span></h2>
<p><strong>Elisabeth Kaiser:</strong> Am Tag der Deutschen Einheit gibt es einiges zu feiern. Es ist viel erreicht worden in Ostdeutschland, zum Beispiel in Bezug auf den Ausbau der Infrastruktur, die erfolgreichen Wirtschaftsansiedlungen und die Verbesserungen der Umwelt. Vor allem aber, dass wir in einem freien, demokratischen Land leben. Das weiß ich auch persönlich sehr zu schätzen: Die Chancen, die sich mir geboten haben, hatten meine Eltern in der DDR so nicht. Ich bin grundsätzlich froh über die Wiedervereinigung und blicke zuversichtlich nach vorn.</p>
<p>Allerdings ist auch noch einiges zu tun. Wir haben nach 35 Jahren noch immer keine gleichwertigen Lebensverhältnisse in Ost und West. Es gibt große Unterschiede bei Vermögen und Löhnen. Die Struktur der Wirtschaft ist in Ostdeutschland kleinteiliger und dadurch weniger resilient. Die starke Abwanderung in den 1990er-Jahren stellt uns heute vor besondere demografische Probleme. Besorgniserregend finde ich auch, dass sich nach wie vor viele Ostdeutsche als Menschen zweiter Klasse behandelt fühlen.</p>
<p>Das sind Themen, die auf die öffentliche Stimmung drücken und die mich intensiv beschäftigen. Unsere Aufgabe als Bundesregierung ist es, mit guter Politik dagegen anzuarbeiten.</p>
<h2><span class="title-bg">Es wurde kritisiert, dass die Ostdeutschen bei den Feierlichkeiten wieder unterpräsentiert waren ...</span></h2>
<p>Es ist natürlich toll, wenn der französische Präsident bei den Einheitsfeierlichkeiten spricht. Das hat noch einmal betont, wie wichtig die europäische Dimension der deutschen Einheit ist. Aber es kam niemand mit ostdeutscher Perspektive zu Wort. Das war schade. Der Festakt war ansonsten sehr schön und würdig gestaltet. Ich hoffe, dass man im nächsten Jahr Ostdeutsche stärker berücksichtigt.</p>
<h2><span class="title-bg">Bei wie viel Prozent sehen Sie das Projekt Wiedervereinigung angekommen?</span></h2>
<p>Ich glaube, hier kommt es ganz darauf an, wen man fragt. Eine erfolgreiche Unternehmerin sieht sicher weniger Probleme. Aber wenn Sie jemanden aus einer Kleinstadt befragen, die früher doppelt so viele Einwohner hatte und wo heute der Einzelhandel verschwindet und die Infrastruktur bröckelt, ist die Bilanz wahrscheinlich weniger positiv.</p>
<p>Natürlich gibt es auch in Westdeutschland strukturschwache Regionen, aber die Ostdeutschen haben die volle Wucht der wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Transformation erlebt, das ist schon einmalig.</p>
<div id="attachment_8241" style="width: 611px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8241" class=" wp-image-8241" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/11/2-Ostbeauftragte-Ivw-web.jpg" alt="Die ostdeutsche Wirtschaft hat einen hohen Stellenwert auf der Agenda der Ostbeauftragten. Besonders wichtig ist ihr aber auch die Stärkung der Zivilgesellschaft. Abbildung: ostdeutschland.info" width="601" height="346"><p id="caption-attachment-8241" class="wp-caption-text">Die ostdeutsche Wirtschaft hat einen hohen Stellenwert auf der Agenda der Ostbeauftragten. Besonders wichtig ist ihr aber auch die Stärkung der Zivilgesellschaft. Abbildung: ostdeutschland.info</p></div>
<h2><span class="title-bg">Was ist seit 1990 besonders gut gelungen?</span></h2>
<p>Einiges habe ich schon genannt. In Bezug auf die Wirtschaft gibt es heute in Ostdeutschland sogar Vorreiterregionen, etwa im Bereich der erneuerbaren Energien oder der Halbleiterindustrie. Auch in anderen Bereichen kann der Westen vom Osten lernen. Zum Beispiel orientieren sich die heutigen Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) am DDR-Konzept der Polikliniken. Auch was das Angebot der Kinderbetreuung betrifft, hat Ostdeutschland noch einen Vorsprung aus DDR-Zeiten.</p>
<h2><span class="title-bg">Wo herrscht der größte Aufholbedarf in Ostdeutschland?</span></h2>
<p>Hier sind die geringeren Löhne und Vermögen sehr wichtige Punkte. Eine stärkere Tarifbindung ist ein Hebel, da haben wir mit dem Tariftreuegesetz schon einen Grundstein gelegt. Aber wir müssen auch über das Vererben sprechen: Welche Rolle kann eine Vermögenssteuer bei der Umverteilung spielen? Auch beim Thema Ostdeutsche in Führungspositionen gibt es noch Aufholbedarf.</p>
<h2><span class="title-bg">Wo möchten Sie in Ihrer Amtszeit Akzente setzen?</span></h2>
<p>Es gilt, den Wirtschaftsstandort Ostdeutschland durch gezielte Ansiedlungen zu stärken, etwa von Unternehmen und Forschungsinstitutionen. Da besteht struktureller Nachholbedarf. Auch über den Industriestrompreis müssen wir sprechen. Außerdem hängt jeder vierte ostdeutsche Arbeitsplatz an der Automobilindustrie, im Westen ist es jeder zehnte. Hier ist es besonders wichtig, dass die Situation der Unternehmen in Ostdeutschland mit Blick auf die Transformation besonders berücksichtigt wird. Das gilt auch für die Chemieindustrie.</p>
<p>Beim Thema Ostdeutsche in Führungspositionen geht es darum, den Anteil zu steigern. Für die Bundesverwaltung hat sich die Bundesregierung dazu selbst verpflichtet. Und zusätzlich unterstützen wir entsprechende Netzwerke. Besonders wichtig ist mir darüber hinaus die Stärkung der Zivilgesellschaft in Ostdeutschland. Denn es ist von unschätzbarem Wert, dass Menschen von sich aus zusammenkommen, um etwas Gemeinwohlorientiertes zu bewegen – für das Dorf, die Kleinstadt, die Gemeinde.</p>
<h2><span class="title-bg">Welchen Stellenwert hat die Entwicklung der ostdeutschen Wirtschaft auf Ihrer Agenda?</span></h2>
<p>Die ostdeutsche Wirtschaft hat sich sehr gut entwickelt. Jetzt bremsen weltweite Krisen das Wachstum auch bei uns. Deshalb investieren wir mit dem Sondervermögen Infrastruktur in den nächsten Jahren 500 Milliarden Euro. Davon muss auch die ostdeutsche Wirtschaft profitieren. Hier sind die Betriebe oft kleiner und stark vom Handwerk und Mittelstand geprägt. Schwächelt die Konjunktur, merken die das sehr unmittelbar, auch weil die Rücklagen kleiner sind.</p>
<p>Auch was künftige Ansiedlungen betrifft, braucht die Region eine starke Stimme im Kabinett. Das sehe ich als meine Aufgabe.</p>
<div id="attachment_8242" style="width: 609px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8242" class=" wp-image-8242" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/11/3.jpg" alt="Frank Nehring (Mitte) und Robert Nehring interviewten die Ostbeauftragte im Bundesfinanzministerium. Abbildung: ostdeutschland.info" width="599" height="406"><p id="caption-attachment-8242" class="wp-caption-text">Frank Nehring (Mitte) und Robert Nehring interviewten die Ostbeauftragte im Bundesfinanzministerium. Abbildung: ostdeutschland.info</p></div>
<h2><span class="title-bg">In der Beziehung zwischen Ost und West überwiegt für 75 Prozent der Ostdeutschen das Trennende, so eine aktuelle Forsa-Umfrage. Wie weit liegen hier möglicherweise gefühlte Wahrheit und Realität auseinander?</span></h2>
<p>Einige Unterschiede zwischen Ost und West haben wir ja bereits besprochen, gerade die Punkte Einkommen oder Vermögen sorgen natürlich für Unzufriedenheit. Auch merken die Menschen, wenn gerade im ländlichen Raum viele wegziehen und es an Fachkräften fehlt, zum Beispiel im medizinischen Bereich. Durch die fehlende finanzielle Ausstattung haben Ostdeutsche geringere Rücklagen und machen sich daher stärkere Sorgen über die aktuellen und möglichen zukünftigen Krisen. Das wird gezielt von Populisten ausgenutzt und verstärkt.</p>
<h2><span class="title-bg">Laut den aktuellen Zahlen des <a href="https://ostdeutschland.info/aktueller-elitenmonitor-weiterhin-zu-wenige-ostdeutsche-in-fuehrungspositionen/">Elitenmonitors</a> sind ostdeutsche Führungskräfte mit Ausnahme der Politik in nahezu allen Bereichen deutlich unterpräsentiert. Bei der Präsentation des Monitors betonten Sie aber vor allem die Fortschritte ...</span></h2>
<p>Die Zahlen variieren je nach Bereich. Die Selbstverpflichtung der Bundesregierung hat dazu geführt, dass in den oberen Bundesbehörden mehr Ostdeutsche in Führungspositionen gelangt sind. Aber in der Wirtschaft oder Kultur geht der Anteil sogar zurück. Das gibt mir zu denken, deshalb lasse ich die dahinterliegenden Mechanismen erforschen und führe viele Gespräche mit Expertinnen und Experten darüber, wie man das verbessern kann.</p>
<h2><span class="title-bg">„Reiseonkel“, „Jammerossi“ etc. – immer wieder einmal wird die Abschaffung der/des Ostbeauftragten gefordert: Wie eilig haben Sie es mit der Abschaffung des Amtes?</span></h2>
<p>Natürlich muss es das Ziel sein, dass dieses Amt irgendwann nicht mehr nötig ist, aber leider ist es noch nicht so weit. Ein Vorschlag besteht darin, sich nur auf gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Land zu konzentrieren. Das ist ein wichtiger Aspekt meiner Arbeit. Aber dann würde sich zum Beispiel niemand mit den Folgen der Transformationserfahrung der Ostdeutschen beschäftigen.</p>
<p>Auch bleibt das schlechte Image Ostdeutschlands ein Thema. In Saarbrücken sprachen mich zwei junge Frauen darauf an, dass sie sich grundsätzlich vorstellen könnten, für eine Ausbildung oder ein Studium in den Osten zu gehen. Aber sie hatten Zweifel. Aufgrund der Berichterstattung hatten sie ein vollkommen falsches, übertrieben negatives Bild von Ostdeutschland. Ich finde: Das darf heute nicht mehr sein, Ostdeutschland hat wirklich viel zu bieten. Hier sehe ich ebenfalls Handlungsbedarf.</p>
<h2><span class="title-bg">Die AfD lag in Umfragen zuletzt bei 40 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und bei 39 Prozent in Sachsen-Anhalt. Was ist Ihr Rezept im Umgang mit dieser Partei?</span></h2>
<p>Ostdeutsche haben leider weniger finanzielle Ressourcen, gerade wenn es um den Umgang mit den aktuellen Krisen geht. Das macht sie dann auch anfälliger für Extremismus und Populismus. Da müssen wir ansetzen – übrigens auch in Westdeutschland. Außerdem ist die Parteienbindung in Ostdeutschland schwächer. Diese Nähe zur Demokratie müssen wir wiederherstellen. Dabei geht es um konkrete politische Vorbilder, aber auch um die Stärkung der Selbstwirksamkeit von Menschen, zum Beispiel durch Engagement vor Ort in den Gemeinden. Für den Umgang mit der AfD geht es um eine konkrete inhaltliche Auseinandersetzung mit den politischen Vorschlägen der Partei.</p>
<h2><span class="title-bg">Eine neue Nationalhymne, eine neue, gemeinsame Verfassung, die Verlegung des Tags der Deutschen Einheit auf den 9. Oktober oder 9. November – wie stehen Sie zu solchen Ideen? Ließe sich mit solchen Symbolen eine gemeinsame Identität stiften?</span></h2>
<p>Von solchen Debatten halte ich nichts. Was aber immer wieder nötig ist: die grundsätzliche Diskussion um die Fragen einer gemeinsamen deutschen Identität vor dem Hintergrund der verschiedenen Erfahrungen seit der Wiedervereinigung. Deshalb planen wir in Halle (Saale) auch das <a href="https://ostdeutschland.info/zukunftszentrum-halle-saale-gewinnerentwurf-steht-fest/">Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation</a>, um dafür einen Debattenraum zu schaffen. Und um zu schauen, was wir aus den besonderen Erfahrungen der Ostdeutschen für den Umgang mit zukünftigen Krisen lernen können. Davon kann dann das ganze Land profitieren.</p>
<h2><span class="title-bg">Vielen Dank für das Gespräch.</span></h2>
<p><em>Die Fragen stellten Frank Nehring und Dr. Robert Nehring.</em></p>
<p><em>Ein Beitrag des Redaktionsnetzwerks Wirtschaft+Markt in Zusammenarbeit mit ostdeutschland.info.<br>
<img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-8238 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/11/WM-Logo.jpg" alt="Wirtschaft+Markt_logo" width="200" height="51"><br>
</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/aufholbedarf-trotz-annaeherung-interview-mit-der-ostbeauftragten/">Aufholbedarf trotz Annäherung: Interview mit der Ostbeauftragten</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ostdeutsche Wirtschaftsregionen #8: Vorpommern – mit Birkenstock und Bioökonomie</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/ostdeutsche-wirtschaftsregionen-8-vorpommern-mit-birkenstock-und-biooekonomie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Oct 2025 06:35:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft+Markt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=4863</guid>

					<description><![CDATA[<p>Lange Zeit hinkte Vorpommern wirtschaftlich hinterher. Zuletzt konnte die Region aber den Abstand zum wirtschaftlich stärkeren Westen Mecklenburg-Vorpommerns verkürzen. Auch die Produktionsstätte der weltweit renommierten Schuhmarke Birkenstock in Pasewalk soll Investoren in die Grenzregion locken. Ein Wirtschaft+Markt-Beitrag von Matthias Salm.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4868" class="wp-image-4868" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Offshore.jpg" alt="Abbildung: 50Hertz" width="600" height="450">Erneuerbare Energien im Fokus. Abbildung: 50Hertz<br />
Seit September 2023 produziert Birkenstock, ein Global Player mit weltweit rund 6.200 Beschäftigten, in seinem Werk in Pasewalk im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Mit einem Investitionsvolumen von knapp 110 [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/ostdeutsche-wirtschaftsregionen-8-vorpommern-mit-birkenstock-und-biooekonomie/">Ostdeutsche Wirtschaftsregionen #8: Vorpommern – mit Birkenstock und Bioökonomie</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Lange Zeit hinkte Vorpommern wirtschaftlich hinterher. Zuletzt konnte die Region aber den Abstand zum wirtschaftlich stärkeren Westen Mecklenburg-Vorpommerns verkürzen. Auch die Produktionsstätte der weltweit renommierten Schuhmarke Birkenstock in Pasewalk soll Investoren in die Grenzregion locken. Ein Wirtschaft+Markt-Beitrag von Matthias Salm.</p>
<p><span id="more-4863"></span></p>
<div id="attachment_4868" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4868" class="wp-image-4868" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Offshore.jpg" alt="Abbildung: 50Hertz" width="600" height="450"><p id="caption-attachment-4868" class="wp-caption-text">Erneuerbare Energien im Fokus. Abbildung: 50Hertz</p></div>
<p>Seit September 2023 produziert Birkenstock, ein Global Player mit weltweit rund 6.200 Beschäftigten, in seinem Werk in Pasewalk im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Mit einem Investitionsvolumen von knapp 110 Millionen Euro ist der Bau im Industriepark Berlin-Szczecin die bisher größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens aus Linz am Rhein. Zunächst startete das Werk mit einem Team von etwa 200 Mitarbeitenden. Bis zu 6,4 Millionen Paar Schuhe pro Jahr sollen einmal von Vorpommern aus den Weg zum Kunden finden.</p>
<div id="attachment_4871" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4871" class="wp-image-4871" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Depositphotos_rushay.jpg" alt="Birkenstock. Abbildung: Depositphotos, Rushay" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-4871" class="wp-caption-text">Birkenstock soll sich für Vorpommern als Initialzündung erweisen. Abbildung: Depositphotos, Rushay</p></div>
<p>Birkenstock ist nicht der einzige Investor in Pasewalk. Im Industriepark ließ sich 2022 bereits die Topregal GmbH nieder. Mehr als 15 Millionen Euro hat sich das Familienunternehmen aus Filderstadt bei Stuttgart das Engagement im hohen Norden kosten lassen. Der Spezialist für Regalsysteme nutzt in Pasewalk vier Hallen zur Lagerung und Versendung von Waren sowie für Veredelungen der Topregal-Schwerlastregale. 40 Prozent ihrer Regale exportieren die Schwaben ins europäische Ausland. Da kommt der Standort in Vorpommern mit kurzen Wegen nach Dänemark, Norwegen, Schweden oder Polen gerade recht.</p>
<p>Besonders die Ansiedlung von Birkenstock soll sich für Vorpommern als Initialzündung erweisen, „weil das Unternehmen weit über die Region hinaus strahlt“, wie Mecklenburg-Vorpommerns einstiger Wirtschaftsminister Reinhard Meyer in einem Interview mit Wirtschaft+Markt betonte. Für ihn ist der Stein nun ins Rollen gekommen. „Wir haben jahrelang versucht, die Grenzregion zu Polen und damit eine Metropolregion als Standortfaktor zu entwickeln. Auf unserer Seite hat es mit großen Ansiedlungen nie funktioniert“, räumt Meyer ein. „Nachdem sich aber Topregal dort ansiedelte, kam nun noch Birkenstock dazu und weitere Interessenten haben sich auch schon gemeldet“, sieht Meyer gute Chancen für eine Kehrtwende für den Wirtschaftsstandort Vorpommern.</p>
<p>Dass der Osten des Landes lange Zeit als Sorgenkind der wechselnden Schweriner Regierungen galt, verdeutlicht allein schon die Tatsache, dass die Landesregierung mit einem eigenen „Ostbeauftragten“ die Entwicklung begleitet. Der gebürtige Greifswalder SPD-Politiker Heiko Miraß fungiert seit November 2021 als Parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg. Ein eigenes Beratergremium für die östlichen Landesteile steht ihm dabei zur Seite.</p>
<p>Miraß streicht ebenfalls gern die Fortschritte an der östlichen Landesgrenze heraus: „Ja, es ist immer noch schwieriger im östlichen Landesteil, aber der Abstand wird geringer“, bilanzierte Miraß gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Der Abstand beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf habe sich verringert, die Arbeitslosigkeit im Landkreis Vorpommern-Greifswald sei stärker gesunken als im Landesdurchschnitt. Miraß wünscht sich, dass die industriellen Kerne wie die Eisengießerei in Torgelow und die der MAT Foundries Europe in Ueckermünde sowie die Elektrowerke Hanning in Eggesin erhalten bleiben und gleichzeitig der Branchenmix erweitert werde, etwa durch Zulieferer für die Offshore-Windkraftindustrie.</p>
<h2><span class="title-bg">Sonnendeck und Kraftwerk</span></h2>
<p>Traditionell stehen die beiden Landkreise Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen für den Schiffbau, die Hafenwirtschaft, die Gesundheitsökonomie sowie die Ernährungsbranche und für den Tourismus, der 2024 ganz im Zeichen des 250. Geburtstags von Caspar David Friedrich stand.</p>
<div id="attachment_4872" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4872" class="wp-image-4872" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Vorpommern-2-Quelle-TMV.jpg" alt="Tourismus in Vorpommern: Abend am Kreidefelsen im Nationalpark Zentrum Königsstuhl. Abbildung: TMV" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-4872" class="wp-caption-text">Tourismus in Vorpommern: Abend am Kreidefelsen im Nationalpark Zentrum Königsstuhl. Abbildung: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern</p></div>
<p>Der Osten des Landes zählt schließlich immer noch zu den beliebtesten Reiseregionen der Deutschen: 6,5 Millionen Übernachtungen zählte 2023 die Region Rügen/Hiddensee mit der neuen Attraktion des Skywalks am Königsstuhl, 10,3 Millionen statteten Vorpommern inklusive Usedom einen Besuch ab. Doch der Landestourismusbeauftragte Tobias Woitendorf warnte jüngst auch die Verantwortlichen in Vorpommern, dass es der Tourismusbranche an Dynamik und Erneuerung mangele. Alleine den Erfolg zu verwalten, reiche langfristig nicht aus.</p>
<p>War Vorpommern lange das selbst ernannte Sonnendeck Deutschlands, soll die Region bald Teil des Grünen Kraftwerks Deutschlands reüssieren. Mecklenburg-Vorpommern wandelt sich zum Energieland, auch im östlichen Teil. Mancherorts kollidieren so die unterschiedlichen wirtschaftlichen Interessen, wie etwa bei dem umstrittenen LNG-Terminal auf Rügen, das den auf Ruhe und Naturbelassenheit bedachten Touristikern ein Dorn im Auge ist.</p>
<p>Die eigentlichen künftigen Energiequellen Vorpommerns sind aber die Windparks auf hoher See und die Produktion von Wasserstoff an Land. Firmen wie H2 Apex oder das französische Unternehmen Lhyfe planen den Betrieb von Elektrolyseuren zur Wasserstoff-Produktion in Lubmin. Das Flow-Hydrogen-Pipeline-Projekt soll den Wasserstoff von Lubmin aus dann in den ostdeutschen Raum verteilen. Auch von Rostock ist eine Pipeline-Verbindung nach Lubmin geplant. Der Landkreis Vorpommern-Rügen zählt ohnehin schon zu den vom Bund geförderten HyPerformer-Pilotregionen für die Nutzung von Wasserstoff.</p>
<p>Der Berliner Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz treibt unterdessen an der Küste die Netzanbindung Ostwind 3 für den von Iberdrola geplanten Windpark nördlich der Insel Rügen sowie den Bau eines Umspannwerks in der Gemeinde Brünzow voran. <a href="https://ostdeutschland.info/stefan-kapferer-gruenes-kraftwerk-im-herzen-europas-zwei-seiten-einer-medaille-stromnetze-und-wirtschaftswachstum/" target="_blank" rel="noopener">Stefan Kapferer</a>, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz, sieht eine wachsende Bedeutung des Standorts Lubmin für die Energiewende: „Die Region um Lubmin wird in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Drehkreuz für Strom aus erneuerbaren Energien. Damit sind regionale Wertschöpfung und Chancen auf eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung dieser Energieregion durch Unternehmensansiedlungen verbunden.“ Auch ein als Bornholm Energy Island bezeichnetes Projekt, bei dem zwei Gigawatt Strom aus Offshore-Windparks vor der Küste Bornholms nach Deutschland fließen werden, soll in Vorpommern anlanden.</p>
<p>Deutschlands nordöstlichster Seehafen, der Mukran Port auf der Insel Rügen, wird ebenfalls von der Energiewende profitieren. Er zählt schon jetzt zu den bedeutendsten Offshore-Häfen im Ostseeraum. Der östlichste Tiefwasserhafen im Land ist erste Anlaufstelle für die Offshore-Windindustrie.</p>
<h2><span class="title-bg">Maritimes und Medizin</span></h2>
<p>Die sechs Werftenstandorte in Mecklenburg-Vorpommern haben turbulente Zeiten hinter sich. Die vorpommerschen Werften in Stralsund und Wolgast machen da keine Ausnahme. Am ehemaligen MV Werften-Standort Stralsund ist der Maritime Industrie- und Gewerbepark „Volkswerft“ entstanden. Dort hat sich beispielsweise die Strela Shiprepair angesiedelt, die bereits zahlreiche Handelsschiffe runderneuert hat. Ein Unternehmen, das aus der ehemaligen Abteilung Schiffsreparatur der MV Werft Stralsund hervorgegangen ist. Die Ostseestaal GmbH &amp; Co. KG ist hier bereits seit 1996 auf die Herstellung und Lieferung von geschnittenen und dreidimensional geformten Blechen für Schiffbau, Industrie und erneuerbare Energien spezialisiert.</p>
<div id="attachment_4873" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4873" class="wp-image-4873" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Stralsund-Vorpommern-3-Quelle-TMV_Gaensicke-.jpg" alt="Heilgeiststraße in der Hansestadt Stralsund. Abbildung: TMV_Gaensicke" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-4873" class="wp-caption-text">Heilgeiststraße in der Hansestadt Stralsund. Abbildung: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern/Gaensicke</p></div>
<p>Die Peenewerft in Wolgast haben seit ihrer Gründung 1948 mehr als 600 Boote und Schiffe verlassen. Die Werft ist heute spezialisiert auf den Neubau und die Reparatur von Marineschiffen. Gegenwärtig wird die Peenewerft durch die Überdachung eines bereits vorhandenen Trockendocks weiter aufgewertet.</p>
<p>Nicht vergessen werden darf in der Liste der vorpommerschen Schiffsbauer die 1990 gegründete HanseYachts AG in Greifswald. Sie zählt heute zu den größten Herstellern hochseetauglicher Segel- und Motoryachten aus Serienproduktion weltweit. Die Gesundheitswirtschaft mit einer Bruttowertschöpfung von insgesamt 6,5 Milliarden Euro wiederum gilt neben dem Energiesektor als wichtigste Zukunftsbrache in Mecklenburg-Vorpommern. Rund 160.000 Arbeitsplätze hängen davon ab, das sind rund 21,3 Prozent aller Arbeitsplätze in der Gesamtwirtschaft des Landes. Einen höheren Anteil an der Beschäftigung erzielt die Branche in keinem anderen Bundesland. In Vorpommern haben sich neben dem Gesundheitstourismus auch einige Pharmafirmen als tragende Säulen der Branche herauskristallisiert.</p>
<p>Die Cheplapharm Gruppe in Greifswald etwa ist weltweit führend in der Akquisition von Markenmedikamenten. Zuletzt erwarben die Ostseestädter das Zyprexa-Portfolio von Eli Lilly für einen Kaufpreis von rund 1,3 Milliarden Euro. CEVA, eines der fünf größten veterinärpharmazeutischen Unternehmen weltweit, erforscht auf der Insel Riems innovative Impfstoffe für Haus- und Nutztiere. Die Insel Riems verfügt ohnehin über eine lange Tradition in der Forschung zu Tiergesundheit und Tierseuchenprävention. 1910 gründete Friedrich Loeffler hier im Auftrag des preußischen Kultusministeriums sein Institut zur Erforschung der Maul- und Klauenseuche. Heute setzt das Friedrich-Loeffler-Institut als „Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit“ diese Tradition fort.</p>
<div id="attachment_4875" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4875" class="wp-image-4875" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/CHEPLAPHARM-Arzneimittel-GmbH_-002.jpg" alt="Cheplapharm Arzneimittel GmbH. Abbildung: Cheplapharm" width="600" height="454"><p id="caption-attachment-4875" class="wp-caption-text">Cheplapharm Arzneimittel GmbH. Abbildung: Cheplapharm</p></div>
<h2><span class="title-bg">Fisch und Zuckerrüben</span></h2>
<p>Eines der ältesten Unternehmen in Vorpommern ist die Zuckerfabrik in Anklam, die 1883 als Aktiengesellschaft Pommersche Zuckerfabrik Anklam gegründet wurde. Seit 2009 ist sie Teil des niederländischen Konzerns Royal Cosun. Dort werden Rüben zu Kristallzucker, Dicksaft und Ethanol verarbeitet. In der Zuckerrübenkampagne werden jährlich etwa zwei Millionen Tonnen Zuckerrüben im Anklamer Werk verarbeitet. Bioethanol und Biomethan entstehen dabei ganzjährig.</p>
<p>Die Cosun Beet Company GmbH &amp; Co. will aktuell bis zu 90 Millionen Euro in die Erweiterung ihrer Zuckerfabrik investieren. Diese soll in der Zukunft als grüne Bioraffinerie fungieren. Die Niederländer arbeiten dazu eng mit dem Bioökonomiezentrum Anklam zusammen, das 2020 in Murchin auf dem Gelände des ehemaligen Relzower Schlachthofes eröffnet wurde. Konkret geht bei den gemeinsamen Forschungsaktivitäten um die Herstellung von Bioethanol in Pharmaqualität. Nur eines von mehreren innovativen Projekten, mit denen sich Vorpommern in eine Vorreiterrolle in der Bioökonomie positionieren will.</p>
<p>Daneben produziert Vorpommern natürlich weiterhin viele traditionelle Lebensmittel, die zum Teil bundesweit bekannt sind: Hiddenseer Kutterfisch, Joghurt- und Quarkspezialitäten der Molkerei Naturprodukt GmbH aus Poseritz oder die handwerklich gebrauten Biere der Störtebeker Brauerei in Stralsund.</p>
<h2><span class="title-bg">Plasma und Kernfusion</span></h2>
<p>Die Bioökonomie treibt auch das Bündnis Plant3 voran, dass sich die hochwertige Veredelung von pflanzlichen Rohstoffen zum Ziel gesetzt hat. Hinter Plant3 verbirgt sich ein Bündnis aus rund 100 Partnern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Federführend sind die Universität Greifswald, die Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern und der Wissenschafts- und Technologiepark Nord Ost (WITENO).</p>
<div id="attachment_4876" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4876" class="wp-image-4876" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Vorpommern-5-Quelle-INP-.jpg" alt="Heiko Miraß, Parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg (re.) im Gespräch mit Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann, Vorstandsvorsitzender des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie. Abbildung: INP" width="600" height="401"><p id="caption-attachment-4876" class="wp-caption-text">Heiko Miraß, Parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg (re.) im Gespräch mit Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann, Vorstandsvorsitzender des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie. Abbildung: INP</p></div>
<p>Gerade Greifswald gilt mit seiner Universität und seinen außeruniversitären Instituten als Forschungsschmiede im östlichen Mecklenburg-Vorpommern. Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) gehört beispielsweise weltweit zu den führenden Forschungsinstituten im Bereich physikalischer Plasmen. Es ist unter anderem am Projekt „Campfire“ beteiligt, das sich auf Energieumwandlungs- und Speichertechnologien sowie Energiesysteme auf Basis von grünem Ammoniak fokussiert. Im Forschungsvorhaben „BiogeniV“ entwickelt das INP Technologien zur Herstellung grüner Kraftstoffe wie Biomethanol aus biogenen Reststoffen.</p>
<p>Und schließlich ist Greifswald Heimat der Fusionsforschung, bei der aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie gewonnen werden soll. Im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik wird der Weg der magnetischen Fusion verfolgt. Wendelstein 7-X heißt die Anlage vom Typ Stellarator, die hier auf ihre Kraftwerkseignung untersucht wird.</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>Vorpommern</strong>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>Region: Landkreis Vorpommern-Greifswald (237.355 Einwohner), Landkreis Vorpommern-Rügen (227.683 Einwohner)</li>
<li>Städte: Greifswald (59.691 Einwohner), Stralsund (59.363 Einwohner), Ribnitz-Damgarten (15.721 Einwohner), Bergen auf Rügen (13.689 Einwohner)</li>
<li>Nachbarregionen: Landkreis Rostock, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Landkreis Uckermark (Brandenburg), Woiwodschaft Westpommern (Polen)</li>
<li>Branchen: Landwirtschaft, Energie, Ernährung, Gesundheit, Tourismus, Hafenwirtschaft, Schiffbau</li>
<li>Verkehr: Autobahnen A 20 und A 11</li>
<li>Gewerbegebiete: 4</li>
<li>Arbeitslosenquote: Vorpommern-Greifswald (9,9 Prozent) Vorpommern-Rügen (10,3 Prozent)</li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Ein Beitrag des Re</em><em>daktionsnetzwerks Wirtschaft+Markt (dort zuerst erschienen am 13. Mai 2024).<br>
</em><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3975" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/01/Logo-WIMA_ohne-UZ.png" alt width="200" height="51"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/ostdeutsche-wirtschaftsregionen-8-vorpommern-mit-birkenstock-und-biooekonomie/">Ostdeutsche Wirtschaftsregionen #8: Vorpommern – mit Birkenstock und Bioökonomie</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ostdeutsche Wirtschaftsregionen #7: Altmark – Historie trifft Zukunft</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/ostdeutsche-wirtschaftsregionen-7-altmark-historie-trifft-zukunft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Sep 2025 06:47:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft+Markt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=4819</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Altmark bezeichnet sich selbst gern als Wiege der Mark Brandenburg. Nun sucht die Region mit langer Historie Wege in die Zukunft. Der Industrie- und Gewerbepark Altmark in Arneburg wurde bereits 2023 zu einem offiziellen Zukunftsort in Sachsen-Anhalt erkoren. Ein Wirtschaft+Markt-Beitrag von Matthias Salm.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4843" class="wp-image-4843" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/49997425_c45746e15a939a14401d4a4e5f53dce6_1920re0.jpg" alt="Der Industrie- und Gewerbepark Altmark (IGPA) ist der erste Zukunftsort der Altmark. Abbildung: IMG" width="600" height="300">Der Industrie- und Gewerbepark Altmark (IGPA) ist der erste Zukunftsort der Altmark. Abbildung: IMG<br />
13 Zukunftsorte hat [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/ostdeutsche-wirtschaftsregionen-7-altmark-historie-trifft-zukunft/">Ostdeutsche Wirtschaftsregionen #7: Altmark – Historie trifft Zukunft</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Altmark bezeichnet sich selbst gern als Wiege der Mark Brandenburg. Nun sucht die Region mit langer Historie Wege in die Zukunft. Der Industrie- und Gewerbepark Altmark in Arneburg wurde bereits 2023 zu einem offiziellen Zukunftsort in Sachsen-Anhalt erkoren. Ein Wirtschaft+Markt-Beitrag von Matthias Salm.</p>
<p><span id="more-4819"></span></p>
<div id="attachment_4843" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4843" class="wp-image-4843" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/49997425_c45746e15a939a14401d4a4e5f53dce6_1920re0.jpg" alt="Der Industrie- und Gewerbepark Altmark (IGPA) ist der erste Zukunftsort der Altmark. Abbildung: IMG" width="600" height="300"><p id="caption-attachment-4843" class="wp-caption-text">Der Industrie- und Gewerbepark Altmark (IGPA) ist der erste Zukunftsort der Altmark. Abbildung: IMG</p></div>
<p>13 Zukunftsorte hat das Land Sachsen-Anhalt bisher ausgezeichnet. Orte, an denen sich Cluster rund um zukunftsfähige Industrie- und Forschungskerne bilden. Die Altmark im Norden des Landes – die Region um die Städte Stendal, Salzwedel, Tangermünde und Gardelegen, eingerahmt zwischen Magdeburger Börde im Süden, dem niedersächsischen Wendland im Westen und der Elbe im Osten – ging lange Zeit leer aus. Mit der Auszeichnung des Industrie- und Gewerbeparks Altmark in Arneburg hat sich das geändert.</p>
<p>Ein Standort mit besonderer Geschichte: Hier war einst das größte Kernkraftwerk der DDR geplant. Schon in den 1970er-Jahren begannen hierfür die Arbeiten etwa zwölf Kilometer vor den Toren der Hansestadt Stendal, noch 1990 waren mit dem Projekt 7.000 Menschen beschäftigt. Kurz nach der Wende wurde das Vorhaben endgültig beerdigt.</p>
<div id="attachment_4849" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4849" class="wp-image-4849" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/Report-Altmark-3-Mercer-Stendal-GmbH.jpg" alt="Rund 3,5 Millionen Festmeter Nadelholz verarbeitet Mercer Stendal zu Zellstoff. Abbildung: IMG" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-4849" class="wp-caption-text">Rund 3,5 Millionen Festmeter Nadelholz verarbeitet Mercer Stendal zu Zellstoff. Abbildung: IMG</p></div>
<p>Stattdessen errichtete auf dem Gelände 2004 die Mercer Stendal GmbH eines der damals modernsten Zellstoffwerke der Welt. Mercer Stendal, Teil der amerikanisch-kanadischen Mercer International Group, verarbeitet dort jährlich rund 3,5 Millionen Festmeter Nadelholz zu Zellstoff, Bioenergie und verschiedene Biochemikalien. Bis zu 740.000 Tonnen Zellstoff pro Jahr produziert das Unternehmen mit mehr als 450 Beschäftigten, das Werk bildet den industriellen Schwerpunkt der ländlich geprägten Altmark.</p>
<p>Der Gewerbepark rund um das Zellstoffwerk darf sich auch deshalb Zukunftsort nennen, weil sich hier nicht alles allein um Zellstoff dreht: Das größte Kraftwerk für Biomasse Deutschlands sowie eine moderne Extraktionsanlage für Terpentin und Tallöl gehören ebenfalls zum Werk, das über den Selbstverbrauch hinaus Ökostrom ins öffentliche Netz einspeist. „Nirgendwo in Deutschland kommen erneuerbare Energien in der industriellen Produktion so stark zum Einsatz wie im Landkreis Stendal“, erklärte das Unternehmen deshalb stolz im April 2023.</p>
<p>Rund um die größte Investition in der Altmark haben sich mittlerweile weitere Unternehmen angesiedelt. Seit 2006 produziert die Delipapier GmbH, eine Tochtergesellschaft des italienischen Papierkonzerns Sofidel, in Arneburg Hygienepapiere. Das Unternehmen Weltec betreibt am Standort eine Biomethanraffinerie. Insgesamt sind 25 Betriebe mit rund 1.200 Beschäftigten im Arneburger Industriepark heimisch, darunter beispielsweise auch die Arneburger Maschinen- und Stahlbau GmbH.</p>
<h2><span class="title-bg">Die Altmark als ländlicher Raum</span></h2>
<p>Der Altmarkkreis Salzwedel im Westen ist der am dünnsten besiedelte Kreis in Sachsen-Anhalt, der Landkreis Stendal im Osten der flächenmäßig größte. Beiden Teilen der Altmark ist eine ländliche Prägung gemein. Rund 500 Landwirtschaftsbetriebe sind es im Altmarkkreis, im Landkreis Stendal sogar um die 600. Ackerflächen und Wiesen bestimmen das Bild der Landschaft. Dementsprechend ist die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte in der Altmark ein wichtiger Industriezweig. Zahlreiche Betriebe der Ernährungswirtschaft sind wichtige Arbeitgeber für die Menschen in der Altmark.</p>
<p>Die Altmark-Käserei Uelzena GmbH beispielsweise wurde 1991 als Tochtergesellschaft der Uelzena eG am Standort Bismark im Landkreis Stendal errichtet. Hier werden Butter und Käse der Sorten Gouda und Edamer produziert. Die Milchwerke Mittelelbe gehören seit 1991 zur Krüger Group und stellen in Stendal unter anderem Infant Nutrition, Milchpulver und Kaffeeweißer her.</p>
<div id="attachment_4850" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4850" class="wp-image-4850" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/Report-Altmark-4-Altmaerker-Fleisch-und-Wurstwaren-GmbH.jpg" alt="Altmärker Fleisch und Wurstwaren GmbH. Abbildung: IMF" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-4850" class="wp-caption-text">Altmärker Fleisch und Wurstwaren GmbH. Abbildung: IMG</p></div>
<p>Der Schwerpunkt der Altmärker Fleisch- und Wurstwaren GmbH in Stendal liegt auf regionale Spezialitäten. Ihr Filialnetz zieht sich bis ins benachbarte Brandenburg. Die De-Vau-Ge Gesundkostwerk Deutschland GmbH aus dem niedersächsischen Lüneburg, einer der bedeutendsten Handelsmarkenhersteller für Frühstückscerealien, gründete 1999 in Tangermünde ein Zweigwerk. Die Stendaler Landbäckerei GmbH unterhält heute mehr als 60 Filialen in Sachsen-Anhalt und ging 1990 aus dem VEB Backwarenbetrieb Stendal hervor.</p>
<p>Die Milchwerke Mittelelbe, die Altmärker Fleisch- und Wurstwaren GmbH und die Stendaler Landbäckerei GmbH wurden 2022 im Nord/LB-Ranking der 100 größten Unternehmen Sachsen-Anhalts ebenso gelistet wie die Paradiesfrucht GmbH mit Standorten in Salzwedel und Klötze. Die Paradiesfrucht GmbH wurde jüngst von der US-Firma Thrive Freeze Dry, einem weltweit führenden Hersteller von gefriergetrockneten Lebensmitteln, übernommen.</p>
<div id="attachment_4853" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4853" class="wp-image-4853" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/Report-Altmark-5-Baumkuchen-in-Salzwedel.jpg" alt="Der Baumkuchen ist Werbeträger der Hansestadt Salzwedel. Abbildung: IMG" width="600" height="451"><p id="caption-attachment-4853" class="wp-caption-text">Der Baumkuchen ist Werbeträger der Hansestadt Salzwedel. Abbildung: IMG</p></div>
<p>Die über die Grenzen der Altmark bekannteste Spezialität der Region ist allerdings der Salzwedeler Baumkuchen, dessen Geschichte bis ins frühe 19. Jahrhundert zurückreicht. Der Baumkuchen ist bis heute der wichtigste Werbeträger der Hansestadt. Als die Salzwedeler Baumkuchen GmbH mit ihrer über 70-jährigen Geschichte Anfang 2023 wegen einer ungeklärten Inhaber-Nachfolge vor dem Aus stand, machte dies bundesweit Schlagzeilen. Mittlerweile produziert das Unternehmen aber unter neuer Führung wieder und liefert wie mehrere weitere Baumkuchen-Betriebe in Salzwedel das beliebte Feingebäck in alle Welt.</p>
<p>Eine unternehmerische Besonderheit in der Altmark stellt seit über 20 Jahren der Anbau von Mikroalgen in der Algenfarm Klötze GmbH &amp; Co. KG dar. Algen wie die Chlorella oder Spirulina werden dort in einer der größten Mikroalgenfarmen in Europa angebaut.</p>
<h2><span class="title-bg">Region sucht Anschluss</span></h2>
<p>„Die Altmärker haben einen hohen Lokalstolz. Viele Unternehmen tragen den Zusatz ‚Altmark‘ im Firmennamen“, weiß Carla Reckling-Kurz, Geschäftsführerin des Altmärkischen Regionalmarketing- &amp; Tourismusverband, zu berichten. Der Lokalpatriotismus hindert die Altmärker aber nicht daran, sich an den nahe liegenden Zentren auszurichten: Das sind die Landeshauptstadt Magdeburg, aber auch Berlin, auf niedersächsischer Seite die Industriestandorte Braunschweig und Hannover sowie vor allem das Volkswagen-Werk in Wolfsburg. Gerade in der westlichen Altmark wird aufgrund der unterschiedlichen Lohnstrukturen stark ins benachbarte Niedersachsen gependelt. Von dort sind es nach Hannover, Braunschweig oder Magdeburg mit dem Auto circa 1,5 Stunden Fahrtzeit. Nach Berlin und Hamburg braucht es per Bahn ebenfalls circa 1,5 Stunden. Die Autostadt Wolfsburg grenzt praktisch an den Altmarkkreis Salzwedel und ist mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Die Nähe lockt daher auch die Zulieferindustrie.</p>
<p>Doch die Altmark wartet – und das gefühlt seit ewiger Zeit – dringlich auf eine verbesserte verkehrliche Infrastruktur. Zu den Wünschen zählt die sogenannte „Amerikalinie Ost“ der Bahn, die Salzwedel und Stendal an die Seehäfen der Nordsee anbinden soll. Die Strecke erhielt ihren Namen, weil sie einst von Auswanderern aus dem Osten des Deutschen Reichs genutzt wurde, um nach Bremerhaven zu gelangen und von dort in Richtung USA einzuschiffen. Der Ausbau der während der deutschen Teilung komplett vernachlässigten Strecke harrt aber immer wieder der nötigen Finanzierung durch den Bund. Auf der Straße erweist sich der Ausbau der A 14 als unendliche Geschichte, zumindest die Anbindung von Stendal rückt aber zeitlich in greifbare Nähe. Ebenso wartet die Wirtschaft der Region auf de Ertüchtigung der Bundesstraßen B 188 und B 190n, letztere, um Salzwedel an das Autobahnnetz anzubinden. Zudem ist die Altmark für Firmen- und Privatflieger über den Verkehrslandeplatz Stendal-Borstel und auf dem Wasserweg über den Stromhafen am Industrie- und Gewerbepark Altmark an der Elbe zu erreichen.</p>
<div id="attachment_4854" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4854" class="wp-image-4854" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/Report-Altmark-7-Ansichten-Havelberg.jpg" alt="Stadtansichten der Hansestadt Havelberg. Abbildung: IMG" width="600" height="449"><p id="caption-attachment-4854" class="wp-caption-text">Stadtansichten der Hansestadt Havelberg. Abbildung: IMG</p></div>
<p>Mit der Fertigstellung der A 14 und der schon vorhandenen ICE-Verbindung rückt die Altmark zeitlich noch näher an Berlin heran. „Dieser Vorteil als Standort muss noch viel mehr erzählt und bekannt gemacht werden“, sagt Carla Reckling-Kurz. Zunächst aber steht Magdeburg im Fokus. Die Pläne, dort eine Chipfabrik des US-Konzerns Intel zu errichten, strahlen in die Altmark aus. „Die Ansiedlung von Intel in Magdeburg verschafft dem Bundesland und damit den verbundenen Regionen einen unschätzbaren Aufmerksamkeits- und Imagegewinn“, hofft Christian Wiemann, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung beim Altmarkkreis Salzwedel, auf positive Effekte für die Altmark.</p>
<p>Die Altmark lockt potenzielle Zulieferer und deren Beschäftigte mit günstigeren Immobilienpreisen und vorhandenen Gewerbeflächen gegenüber dem Großraum Magdeburg. Der einheimische Mittelstand etwa, das die Altmark prägende Handwerk, schaut aber nicht ganz sorgenfrei auf die Investitionen rund um Intel. Fachkräfteabwanderung ist auch im Mittelstand der Altmark ein Thema von brennender Aktualität.</p>
<h2><span class="title-bg">Breite Palette an Unternehmen</span></h2>
<p>Bis 2023 legte die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt zu und die Altmark hatte mit guten Zuwachsraten ein gerüttelt Maß Anteil daran. Die Nachfrage nach Gewerbeflächen steigt, berichten die Wirtschaftsförderer der altmärkischen Landkreise. Zur positiven Entwicklung tragen Betriebserweiterungen und Neuansiedlungen bei wie die der AIM Recycling Germany GmbH, eine hundertprozentigen Tochter der kanadischen American Iron &amp; Metal Inc. In der Hansestadt Gardelegen ist das Unternehmen auf Metallrecycling spezialisiert.</p>
<p>Neben der Ernährungsindustrie sind Stahl- und Maschinenbau, Metallbearbeitung und -verarbeitung, Holz- und Papierindustrie, Glasbearbeitung und -verarbeitung, Gummi- und Kunststoffproduktion, Automobilzulieferer und in zunehmendem Maße die Energiewirtschaft industrielle Schwerpunkte. Zu den wichtigsten Unternehmen zählen unter anderem im Landkreis Stendal das Familienunternehmen Zorn Instruments, ein traditionsreicher Hersteller von Prüfgeräten, der Spezialist für den Sonderanlagenbau Minda in Tangermünde, die Gießerei Technoguss GmbH in Tangerhütte sowie die Havelberger Fahrzeug- und Maschinenbau GmbH, die Annahmebunker, Zwischenspeicher und Dosiertechnik für die verschiedensten Schüttgüter fertigt. Der Straßenbauer Ost Bau in Osterburg zählt mit rund 500 Mitarbeitenden zu den größten Arbeitgebern der Altmark.</p>
<p>Im Altmarkkreis ist der größte Arbeitgeber der Region, der VW-Zulieferer Boryszew Kunststofftechnik Deutschland GmbH in Gardelegen, ansässig. Ebenfalls dort fertigt die Eldisy GmbH Dichtungssysteme sowie Spritzgussteile für die Automobilindustrie, die NTN Antriebstechnik GmbH liefert Komponenten für die Antriebstechnik.</p>
<p>Die CNTN Antriebstechnik GmbH, Teil der portugiesischen Unternehmensgruppe BA Glass, produziert in Gardelegen Glasbehälter für die Lebensmittelindustrie. Das ehemalige Ceritolwerk Mieste wurde nach 1990 vom Schmierstoffhersteller Carl Bechem GmbH aus dem Ruhrgebiet übernommen. Die Priro Group, ein Spezialist für Zerspanungstechnik aus Wolfsburg, investierte jüngst in die Erweiterung ihres Werks in Salzwedel. Die portugiesische Sonae Arauco wiederum ist eines der weltweit wichtigsten Unternehmen in der Holzwerkstoffindustrie und unterhält in Nettgau seinen wichtigsten Standort in Deutschland. Umstritten sind hingegen in der Region die Pläne der Salzwedeler Neptune Energy Deutschland GmbH, einem Erdöl- und Erdgasförderer, künftig auch Lithium aus der altmärkischen Tiefe zu gewinnen.</p>
<div id="attachment_4855" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4855" class="wp-image-4855" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/Report-Altmark-6-Tangermuende-Burg-und-Schlosshotel.jpg" alt="Burg und Schlosshotel in Tangermünde. Abbildung: IMG" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-4855" class="wp-caption-text">Burg und Schlosshotel in Tangermünde. Abbildung: IMG</p></div>
<h2><span class="title-bg">Tourismus im Aufwind</span></h2>
<p>Die naturbelassenen Landschaften in der Altmark locken zunehmend Touristen. Die Zahl der Übernachtungen stieg 2023 weiter an. „Die Zahlen sind besser als je zuvor“, freut sich Carla Reckling-Kurz als Geschäftsführerin des Altmärkischen Regionalmarketing- &amp; Tourismusverbands. Wer abseits des Massentourismus Ruhe sucht, findet in der Altmark Ziele wie das Grüne Band im ehemaligen Grenzgebiet, das Biosphärenreservat Drömling, das Landschaftsschutzgebiet Arendsee, dem mit über fünf Quadratkilometern Wasserfläche größten natürlichen See in Sachsen-Anhalt, das Biosphärenreservat Mittelelbe mit dem populären Elbe-Radweg und den Elb-Havel-Winkel. Touren zu den acht historischen Hansestädten In der Altmark sind beliebte Angebote für Kurzreisende.</p>
<p>Den Wirtschaftsfaktor Tourismus weiter auszubauen, sieht Reckling-Kurz als eines der Ziele für die Wirtschaftsförderung der kommenden Jahre: „Wir sind bestrebt, neue Beherbungskapazitäten in der Altmark zu akquirieren und die Übernachtungszahlen weiter zu erhöhen.“ Denn in der Altmark gibt es nicht nur wirtschaftlich viel zu entdecken.</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>Altmark</strong>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>Region: Altmarkkreis Salzwedel (82.457 Einwohner), Landkreis Stendal (110.291)</li>
<li>Städte: Stendal (39.105 Einwohner), Salzwedel (23.543 Einwohner), Gardelegen (22.054 Einwohner)</li>
<li>Nachbarregionen: Landkreis Prignitz (Brandenburg), Landkreis Ostprignitz-Ruppin (Brandenburg), Landkreis Havelland (Brandenburg), Landkreis Lüchow-Danneberg (Niedersachsen), Landkreis Gifhorn (Niedersachsen), Landkreis Uelzen(Niedersachsen) Landkreis Börde (Sachsen-Anhalt), Landkreis Jerichower Land (Sachsen-Anhalt)</li>
<li>Branchen: Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft, Glasindustrie, Gummi- und Kunststoffindustrie. Energiewirtschaft, Metallbau, Holz- und Papierindustrie, Bauwirtschaft, Automotivezulieferer, Maschinen- und Anlagenbau.</li>
<li>Verkehr:<br>
Straße: Autobahn A 14; Bundesstraßen B 188, B 189, B 71, B 190, B 248, B 107<br>
Schiene: ICE-Anbindung Berlin-Hannover<br>
Wasser: Bundeswasserstraße Elbe</li>
<li>Arbeitslosenquote: Landkreis Stendal 9,2 Prozent, Altmarkkreis 6,7 Prozent</li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Ein Beitrag des Re</em><em>daktionsnetzwerks Wirtschaft+Markt (dort zuerst erschienen am 9. Juni 2024).<br>
</em><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3975" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/01/Logo-WIMA_ohne-UZ.png" alt width="200" height="51"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/ostdeutsche-wirtschaftsregionen-7-altmark-historie-trifft-zukunft/">Ostdeutsche Wirtschaftsregionen #7: Altmark – Historie trifft Zukunft</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nachfolgereport Thüringen: Gemeinsam für die Nachfolge</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/nachfolgereport-thueringen-gemeinsam-fuer-die-nachfolge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Jul 2025 05:30:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft+Markt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=6505</guid>

					<description><![CDATA[<p>Jährlich stehen bei rund 760 Firmen im Freistaat Thüringen Unternehmensnachfolgen an. Derzeit sind es dort rund 1.500 Betriebe, deren Inhaber oder Geschäftsführer älter als 55 Jahre sind. Schätzungen belegen, dass gut ein Viertel dieser Unternehmen, die eine Nachfolge planen, am Ende stillgelegt wird. Das Kammernetzwerk Unternehmensnachfolge will das ändern. Ein Beitrag von Wirtschaft+Markt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6513" class="wp-image-6513" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/07/Erfurt_Thueringen_Abbildung-val_th-Depositphotos.jpg" alt="Erfurt, Thüringen. Abbildung: Val_th, Depositphotos" width="600" height="366">Erfurt ist ein zentraler organisatorischer und infrastruktureller Knotenpunkt für die Nachfolgeunterstützung in Thüringen. Abbildung: Val_th, Depositphotos<br />
Der [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/nachfolgereport-thueringen-gemeinsam-fuer-die-nachfolge/">Nachfolgereport Thüringen: Gemeinsam für die Nachfolge</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jährlich stehen bei rund 760 Firmen im Freistaat Thüringen Unternehmensnachfolgen an. Derzeit sind es dort rund 1.500 Betriebe, deren Inhaber oder Geschäftsführer älter als 55 Jahre sind. Schätzungen belegen, dass gut ein Viertel dieser Unternehmen, die eine Nachfolge planen, am Ende stillgelegt wird. Das Kammernetzwerk Unternehmensnachfolge will das ändern. Ein Beitrag von Wirtschaft+Markt.</p>
<p><span id="more-6505"></span></p>
<div id="attachment_6513" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6513" class="wp-image-6513" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/07/Erfurt_Thueringen_Abbildung-val_th-Depositphotos.jpg" alt="Erfurt, Thüringen. Abbildung: Val_th, Depositphotos" width="600" height="366"><p id="caption-attachment-6513" class="wp-caption-text">Erfurt ist ein zentraler organisatorischer und infrastruktureller Knotenpunkt für die Nachfolgeunterstützung in Thüringen. Abbildung: Val_th, Depositphotos</p></div>
<p>Der Verlust von Unternehmen durch gescheiterte Nachfolgen ist ein dringliches Problem im Freistaat. „Dadurch sind jedes Jahr in Thüringen mehrere Hundert Arbeitsplätze bedroht“, sagt Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Mario Suckert. Er bezieht sich dabei auf die Erhebungen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM Bonn), demzufolge 760 Unternehmen pro Jahr in Thüringen eine Nachfolgelösung anstreben.</p>
<p>Um Schließungen entgegenzuwirken, haben die Thüringer Wirtschaftskammern ein gemeinsames Beratungsprojekt, das Kammernetzwerk Unternehmensnachfolge, ins Leben gerufen. Es ist unter dem Dach des Thüringer Zentrums für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) in Erfurt angesiedelt, arbeitet aber im gesamten Bundesland. Es ist die primäre Anlaufstelle zu allen Fragen der Unternehmensnachfolge zwischen Harz und Thüringer Wald.</p>
<p>Das Thüringer Wirtschaftsministerium unterstützt das ThEx-Kammernetzwerk im Zeitraum von 2022 bis 2025 mit 1,9 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus sowie aus Landesmitteln. Durch die finanzielle Unterstützung des Landes können die Angebote des Kammernetzwerks kostenfrei angeboten werden. Das Projekt wird aufgrund der hohen Nachfrage verlängert, mindestens bis zum 31. Dezember 2027.</p>
<div id="attachment_6509" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6509" class="wp-image-6509" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/07/ThEX.jpg" alt="Beim ThEx-Award werden jährlich auch die besten Unternehmensnachfolgen in Thüringen ausgezeichnet. Abbildung: Thomas Müller" width="600" height="399"><p id="caption-attachment-6509" class="wp-caption-text">Beim ThEx-Award werden jährlich auch die besten Unternehmensnachfolgen in Thüringen ausgezeichnet. Abbildung: Thomas Müller</p></div>
<p>„Gemeinsam mit den Förderprogrammen der Thüringer Aufbaubank ist das eine gute staatliche Unterstützung für das Thema Nachfolge“, sagt Mandy Zirk. Sie ist Projektleiterin des Kammernetzwerks Unternehmensnachfolge und hält die Bündelung der Kräfte für unverzichtbar: „Das Thema Nachfolge ist gerade in Thüringen und in Ostdeutschland wegen der zahlreichen nach 1990 gegründeten Unternehmen besonders drängend. Zudem ist auch Thüringen vom demografischen Wandel stark betroffen. Es fehlen junge Menschen für die Nachfolge.“</p>
<p>Laut KfW-Mittelstandsatlas sind die Inhaber der thüringischen KMU im Durchschnitt 52 Jahre alt und können auf 25 Jahre Branchenerfahrung zurückgreifen. Die Unternehmen sind zu 16 Prozent frauengeführt. Im Jahr 2023 verzeichnete das Statistische Bundesamt 75.000 Unternehmen im Freistaat, davon waren 65.000 Kleinunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden. Die meisten waren im Baugewerbe, im Handel und in der Kfz-Branche tätig.</p>
<h2><span class="title-bg">Demografischer Wandel in Thüringen</span></h2>
<p>Für Thüringen wird bis zum Jahr 2050 ein Bevölkerungsrückgang um 14 Prozent prognostiziert. Damit trifft der demografische Wandel das Land im bundesweiten Vergleich besonders hart. Nur in Sachsen-Anhalt fallen die Prognosen zum Bevölkerungsschwund noch ungünstiger aus. Allein deshalb wird die Lücke zwischen den in Ruhestand gehenden Firmeninhabern und potenziellen Übernehmern weiter wachsen.</p>
<p>Die überalterte Unternehmerschaft wirkt sich auch auf die Attraktivität der Unternehmen aus. Denn einer Untersuchung der KfW-Bank zufolge sind ältere Wirtschaftstreiber weniger investitionsfreudig. Ungeklärte Nachfolgefragen erweisen sich dabei als noch größeres Investitionshemmnis. Das zeigt sich daran, dass es laut der Studie eine überaus positive Wirkung auf die Investitionsfreude hat, wenn sich ein Unternehmer bereits in Verhandlungen mit einem potenziellen Nachfolger befindet.</p>
<p>Durch die Bündelung der Aktivitäten der Wirtschaftskammern ist es aber gelungen, das Thema Nachfolge in Thüringen stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. „Es ist ein Riesenvorteil“, sagt Mandy Zirk. „So können wir die Nachfolgefrage auch viel direkter in die Politik einbringen.“</p>
<h2><span class="title-bg">Nachfolgesuche wird zunehmend komplexer</span></h2>
<p>Im Nachfolgereport 2024, einer Umfrage des Kammernetzwerks Unternehmensnachfolge unter thüringischen Unternehmern älter als 55 Jahre, wird deutlich, dass die Anforderungen an die Nachfolge, etwa in bürokratischer Hinsicht, in den letzten Jahren komplexer geworden sind. Ohne Beratung von Experten sind Nachfolgen kaum zu bewältigen. Die notwendigen Informationen beziehen die Unternehmen vor allem über ihre Steuerberater, über das Internet oder die thüringischen Wirtschaftskammern. Ein weiterer Befund der Befragung: Gegenüber einer ähnlichen Umfrage aus dem Jahr 2017 ist die Zahl der Unternehmen, die eine Schließung in Betracht ziehen, auf rund 26 Prozent gestiegen. Damit folgt Thüringen einem bundesweiten negativen Trend bei der Unternehmensnachfolge.</p>
<p>Die Zahl der Unternehmer, die eine Nachfolge suchen, hat entsprechend abgenommen. Als Gründe für diese Entwicklung werden der demografische Wandel und die damit verbundenen Schwierigkeiten, einen passenden Übernehmer zu finden, genannt, ebenso die bürokratischen Hürden und höhere Finanzierungskosten, die potenzielle Nachfolger abschrecken. Ein weiteres Ergebnis der Umfrage zeigt, dass die Unternehmen in Thüringen entgegen dem allgemeinen Rat der Experten vermehrt zu einer eher kurzfristigen Nachfolgeplanung neigen, die oft nur bis drei Jahre Vorbereitungszeit umfasst.</p>
<p>„In Thüringen gestaltet sich die Nachfolgesuche vor allem in Handel und in der Gastronomie im ländlichen Raum schwierig. Der stationäre Handel ist durch die Konkurrenz des Online-Handels ohnehin unter Druck“, erklärt Nachfolgeexpertin Mandy Zirk. Bei der Nachfolgesuche im Handwerk wirke sich vor allem der Fachkräftemangel negativ aus.</p>
<p>Gefragter sind Unternehmen aus der Industrie. Nachfolgeinteressierte sind hier im Schnitt um die 40 Jahre alt, haben bereits Führungserfahrung gesammelt und verfügen über eine betriebswirtschaftliche Ausbildung. Oft ist ihr Interesse daher auch branchenunabhängig. Im Handwerk geht die Tendenz eher zu jüngeren Nachfolgern im Alter von Mitte oder gar Anfang 30. Ein weiterer Trend ist der Zukauf von zur Übergabe anstehenden Unternehmen. „In diesen Fällen ist die Nachfolge im Rahmen eines Zukaufs ein probates Mittel, um dem Fachkräftemangel zu begegnen“, sagt Mandy Zirk.</p>
<p>Trotz aller Hindernisse sieht Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Mario Suckert das Land beim Thema Nachfolge auf einem guten Weg. So liege Thüringen beim Anteil von Übernahmen an allen Gewerbeanmeldungen seit 2009 deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt, das heißt, bei einem besonders hohen Anteil an neu angemeldeten Unternehmen handelt es sich um gelungene Betriebsübernahmen. Im Jahr 2024 lag diese Quote bei knapp neun Prozent und damit deutlich vor dem zweitplatzierten Bundesland Schleswig-Holstein (7,8 Prozent). „Das zeigt: Unsere Unterstützungsangebote greifen und tragen dazu bei, dass aussichtsreiche Unternehmen weiter in der Erfolgsspur bleiben können“, zieht Suckert eine positive Bilanz.</p>
<h2><span class="title-bg">Vielfältige Hilfestellung für Unternehmer</span></h2>
<p>Zu den Unterstützungsangeboten gehören die vielfältigen Aktivitäten des ThEx-Kammernetzwerk Unternehmensnachfolge. So veranstaltet das Kammernetzwerk unter anderem seit 2010 eine Roadshow zur Beratung und Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Übernehmern. Sie ist Teil der Thüringer Nachfolgewoche, die thüringenweit über die Möglichkeiten der Unternehmensübergabe informiert. Die Veranstaltungen dienen häufig als erster Impuls für Unternehmer, um sich bei den Kammern oder bei Beratern weiter zu informieren.</p>
<p>Darüber hinaus verleiht das ThEx jährlich den ThEx-Award, einen Gründerpreis, der in einer gesonderten Kategorie auch erfolgreiche Nachfolgelösungen würdigt. Das Kammernetzwerk versucht zudem, vor allem Frauen für das Thema Nachfolge als Zielgruppe zu aktivieren. Dazu nimmt das Netzwerk auch am Nationalen Aktionstag zur Unternehmensnachfolge durch Frauen unter dem Motto „Nachfolge ist weiblich!“ teil. Auch an den Hochschulen in Thüringen informiert das Kammernetzwerk über das Thema.</p>
<p>Darüber hinaus wenden sich einzelne Kammern im Land mit weiterführenden Angeboten aktiv an die Unternehmerschaft. Die IHK Erfurt hat beispielsweise einen Nachfolge-Club ins Leben gerufen. Hier werden kostenfrei Übernahmeinteressierte mit ihren Qualifikationen, ihren Wünschen hinsichtlich Branchen und Regionen in einen Datenpool aufgenommen. Die Kammer gleicht die Daten der Nachfolgeinteressierten dann mit möglicherweise passenden Unternehmen ab. Für die Mitglieder des Nachfolge-Clubs gibt es zusätzlich exklusive Veranstaltungen zu dem Thema. „Der Nachfolge-Club wird gut nachgefragt“, bestätigt Mandy Zirk. Eine Ausweitung auf andere Kammern im Land ist geplant. Auch die Betriebsbörse der Handwerkskammer Erfurt unterstützt Kammermitglieder bei der Nachfolgesuche.</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>Informationen für Nachfolgesuchende in Thüringen<br>
</strong><span style="font-family: inherit; font-size: inherit;">Informationen des Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) finden sich <a href="https://thex.de/nachfolge" target="_blank" rel="noopener">hier</a>.&nbsp;</span><span style="font-family: inherit; font-size: inherit;">Informationen des Nachfolge-Clubs der IHK Erfurt finden sich <a href="https://www.ihk.de/erfurt/service/existenzgruendung/nachfolge-club-5717022" target="_blank" rel="noopener">hier</a>.&nbsp;</span>Informationen der Betriebsbörse Handwerkskammer Erfurt finden sich <a href="https://betriebsnachfolge-handwerk.de/" target="_blank" rel="noopener">hier</a>.&nbsp;Informationen der Thüringer Aufbaubank finden sich <a href="https://www.aufbaubank.de/" target="_blank" rel="noopener">hier</a>.<strong>Unternehmensnachfolge in Ostdeutschland<br>
</strong>Weitere Informationen und Ansprechpartner für Erstberatung, Finanzierung und Matching aus den ostdeutschen Bundesländern inklusive Thüringen stehen auf der Seite der Initiative Nachfolge Ostdeutschland <a href="https://nfost.de/" target="_blank" rel="noopener">NFOst.de</a> bereit.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Ein Beitrag des Redaktionsnetzwerks Wirtschaft+Markt.<br>
</em><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3975" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/01/Logo-WIMA_ohne-UZ.png" alt width="200" height="51"></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/nachfolgereport-thueringen-gemeinsam-fuer-die-nachfolge/">Nachfolgereport Thüringen: Gemeinsam für die Nachfolge</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ostdeutsche Wirtschaftsregionen #6: Erzgebirge – zwischen Handwerk und Hightech</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/ostdeutsche-wirtschaftsregionen-6-erzgebirge-zwischen-handwerk-und-hightech/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jun 2025 05:30:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft+Markt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=4792</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Erzgebirge ist bundesweit bekannt für seine Handwerkstraditionen. Hier fertigen hunderte mittelständische Kunsthandwerksbetriebe insbesondere alle Arten von Weihnachtsschmuck. Doch das Erzgebirge ist mehr – ein wichtiger Industriestandort für den sächsischen Maschinenbau, die Automobilindustrie oder die Textilwirtschaft. Ein Wirtschaft+Markt-Beitrag von Matthias Salm.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4795" class="wp-image-4795" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/03/Erzgebirge-BILD-4.-Erzgebirge-Logo-Quelle-Wirtschaftsfoerderung-Erzgebirge-GmbH.jpg" alt="Logo der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH. Abbildung: Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH" width="600" height="401">Logo der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH. Abbildung: Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH<br />
Denn bei aller Handwerkskunst: Nirgendwo in Sachsen ist die Industriedichte höher als im Erzgebirge. Im südwestlichen [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/ostdeutsche-wirtschaftsregionen-6-erzgebirge-zwischen-handwerk-und-hightech/">Ostdeutsche Wirtschaftsregionen #6: Erzgebirge – zwischen Handwerk und Hightech</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Erzgebirge ist bundesweit bekannt für seine Handwerkstraditionen. Hier fertigen hunderte mittelständische Kunsthandwerksbetriebe insbesondere alle Arten von Weihnachtsschmuck. Doch das Erzgebirge ist mehr – ein wichtiger Industriestandort für den sächsischen Maschinenbau, die Automobilindustrie oder die Textilwirtschaft. Ein Wirtschaft+Markt-Beitrag von Matthias Salm.</p>
<p><span id="more-4792"></span></p>
<div id="attachment_4795" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4795" class="wp-image-4795" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/03/Erzgebirge-BILD-4.-Erzgebirge-Logo-Quelle-Wirtschaftsfoerderung-Erzgebirge-GmbH.jpg" alt="Logo der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH. Abbildung: Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH" width="600" height="401"><p id="caption-attachment-4795" class="wp-caption-text">Logo der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH. Abbildung: Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH</p></div>
<p>Denn bei aller Handwerkskunst: Nirgendwo in Sachsen ist die Industriedichte höher als im Erzgebirge. Im südwestlichen Sachsen zwischen Chemnitz, Zwickau und der Grenze zum Nachbarland Tschechien, in einer Region, in der etwa 500.000 Menschen leben, arbeiten rund 500 der insgesamt circa 3.000 Industrieunternehmen des Freistaates. Und diese produzieren in großer Vielfalt: Metall- und Maschinenbauer sind im Erzgebirge zu Hause, die Elektronikbranche, der Fahrzeugbau, ebenso die Kunststoff-, Holz-, Textil-, und Papierindustrie. Viele dieser Industriezweige sind historisch verknüpft mit den Traditionen des Bergbaus in der Region.</p>
<div id="attachment_4797" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4797" class="wp-image-4797" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/03/Erzgebirge-BILD-7-Nickelhuette-Aue-Quelle-Erik-Wagler.jpg" alt="Nickelhütte Aue. Abbildung: Erik Wagler" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-4797" class="wp-caption-text">Nickelhütte Aue. Abbildung: Erik Wagler</p></div>
<p>Über Jahrhunderte lebten die Menschen vom Abbau der Silber- und Zinnvorkommen, aber auch Arsen, Blei, Eisen, Kobalt, Nickel, Uran, Wismut, Wolfram und Zink wurden aus den Tiefen des Erzgebirges ans Tageslicht befördert. In der Herstellung von Blaufarben galt das Erzgebirge bis zum 18. Jahrhundert als führend in Europa. Heute profitiert der Tourismus vom Titel der grenzüberschreitenden Welterbestätte Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří.</p>
<p>Rund um die Bergstadt Annaberg-Buchholz und die Universitätsstadt Freiberg haben sich die Industriezentren des Erzgebirges entwickelt, ebenso in Aue-Bad Schlema, Marienberg, Oelsnitz/Erzgebirge, Olbernhau, Stollberg und Zwönitz. Nicht große Konzerne, sondern kleine und mittelständische Firmen, oft im Familienbesitz, prägen das Wirtschaftsleben.</p>
<p>Eine Wirtschaftsstruktur mit Vor- und Nachteilen, weiß Dr. Peggy Kreller, seit Juli Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH: „Im positiven Sinne resultiert aus der kleinteiligen Struktur eine hohe Flexibilität, um sich schnell an volatile Rahmenbedingungen anpassen zu können. Gleichzeitig überfordern die wachsenden bürokratischen Herausforderungen und globalen Krisen gerade unseren Mittelstand, dem die kritische Masse fehlt, um für jede Problemlage eine eigene Fachabteilung aufzubauen.“</p>
<div id="attachment_4798" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4798" class="wp-image-4798" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/03/Erzgebirge-BILD-8-Kreller-Quelle-Dirk-Rueckschloss.jpg" alt="Dr. Peggy Kreller, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH. Abbildung: Dirk Rückschloss" width="600" height="377"><p id="caption-attachment-4798" class="wp-caption-text">Dr. Peggy Kreller, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH. Abbildung: Dirk Rückschloss</p></div>
<p>Trotz der gegenwärtig hohen Belastungen für die mittelständische Wirtschaft investieren aber Unternehmen in den Standort. Wie beispielsweise die HBC-Radiomatic GmbH aus Crailsheim in Baden-Württemberg. Seit diesem Sommer unterhält das Unternehmen eine Betriebsstätte in Stollberg im Gewerbegebiet Stollberger Tor. Dort fertigt es HBC-Funkfernsteuerungen für Krane und Maschinen. Die Bausch+Ströbel SE + Co. KG aus dem schwäbischen Ilshofen, ein Produzent von Abfüll- und Verpackungsanlagen vorwiegend für die Pharmaindustrie, hat sich in Jahnsdorf im Norden des Erzgebirgskreises niedergelassen. Und das Waiblinger Familienunternehmen Stihl, bekannt für seine motorbetriebenen Gartengeräte, hat 2023 eine Mehrheitsbeteiligung an der Mogatec GmbH, einem Spezialisten für moderne Gartentechnik in Drebach, übernommen. Am Standort entsteht für rund 4,1 Millionen Euro der Neubau einer Entwicklungsabteilung. „Die aktuellen Ansiedlungserfolge wie beispielsweise von HBC-Radiomatic in Stollberg oder Bausch+Ströbel in Jahnsdorf, die beide im Erzgebirge vor allem den hohen Kenntnisstand und die Genauigkeit der Mitarbeiter schätzen, machen uns sehr stolz“, freut sich Dr. Peggy Kreller.</p>
<div id="attachment_4800" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4800" class="wp-image-4800" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/03/Erzgebirge-BILD-10-Mogatec-Quelle-ANDREAS-STIHL-AG-Co.-KG.jpg" alt="Die Mogatec GmbH in Drebach ist ein renommierter Hersteller von Gartentechnik. Abbildung: ANDREAS STIHL AG &amp; Co. KG" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-4800" class="wp-caption-text">Die Mogatec GmbH in Drebach ist ein renommierter Hersteller von Gartentechnik. Abbildung: Andreas Stihl AG &amp; Co. KG</p></div>
<p>Die im Erzgebirge heimischen Unternehmen investieren ebenso. Die Holzhandel Faulhaber GmbH etwa kann auf eine insgesamt über zweihundertjährige Sägewerks- und Holzverarbeitungsgeschichte im Erzgebirge verweisen. Am Standort Zwönitz setzt das Unternehmen rund 4,5 Millionen Euro für den Kauf neuer Fördertechnik sowie in die Erweiterung der Gebäude und Logistikflächen ein.</p>
<h2><span class="title-bg">Unternehmen setzen auf Innovationen</span></h2>
<p>„Unsere Kernkompetenz ist und bleibt das verarbeitende Gewerbe“, sagt Wirtschaftsförderin Kreller. Aus dem Erzgebirge kommen Sondermaschinen für die Automobilindustrie, innovative technische Textilien oder moderne Umwelttechnik. Darin lebt die Innovationskraft des erzgebirgischen Mittelstands. So wurde ein branchenübergreifendes Technologiebündnis „SmartErz“ mit über 200 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft aufgebaut. In diesem Bündnis wird beispielsweise an der Entwicklung eines intelligenten Tankträgersystems für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge getüftelt und an einem technologischen Recyclingkonzept für die smarten Produkte der Zukunft.</p>
<p>Auch einzelne Unternehmen überzeugen immer wieder mit innovativen Ideen. Dr. Peggy Kreller nennt drei Beispiele: Zum einen das Metall-Recycling-Unternehmen Nickelhütte Aue GmbH, das bereits 1635 zur Herstellung von blauen mineralischen Kobaltfarben gegründet wurde. Heute gelten die Auer mit nahezu 500 Mitarbeitenden als ein weltweit führendes Recyclingunternehmen für Nichteisenmetalle. Sie recyceln Metallschrotte und Industrierückstände aus Gießereien, Chemiefabriken, aus der Pharma- und Lebensmittelindustrie, ebenso Batterien, Brennstoffzellen und Transformatoren. Dafür erhielt die Nickelhütte Aue GmbH 2022 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis im Transformationsfeld Ressourcen.</p>
<div id="attachment_4811" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4811" class="wp-image-4811" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/06/Erzgebirge-BILD-5-Norafin-Quelle-Norafin-Industries-GmbH.jpg" alt="Produktion bei der Norafin Industries GmbH in Mildenau, Abbildung: Norafin Industries GmbH" width="600" height="338"><p id="caption-attachment-4811" class="wp-caption-text">Produktion bei der Norafin Industries GmbH in Mildenau. Abbildung: Norafin Industries GmbH</p></div>
<p>Die Norafin Industries GmbH aus Mildenau gewann im letzten Jahr den Wirtschaftspreis Vorsprung des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Norafin zählt zu den führenden Herstellern von technischen Textilien. Die Mildenauer produzieren Spezial-Vliesstoffe für Schutzbekleidung, für das Filtern von Flüssigkeit und Luft sowie für den medizinischen Bereich. Mit 200 Mitarbeitenden versteht sich Norafin als Marktführer auf dem Gebiet der Spunlace-Vliesstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Für Schutzbekleidung beispielsweise entwickelte Norafin Vliesstoffe, die Personen vor Funkenentladungen in Hochspannungsfeldern schützen sollen. Norafin-Geschäftsführer André Lang ist zugleich Botschafter des Erzgebirges und seit diesem Sommer Präsident der Regionalkammer der IHK im Erzgebirge.</p>
<p>Die Zabag International in Grünhainichen schließlich gilt als hochinnovativ in der Produktion von Schiebetoranlagen, Flügeltoren, Drehkreuzen und Schranken für die Security-Branche. Die Hochsicherheitslösungen verrichten in rund 30 Ländern ihren Dienst, sie finden sich an Flughäfen, Botschaften, Logistikzentren und Kernkraftwerken. Im Jahr 2022 zählte Zabag zu den Preisträgern beim Großen Preis des Mittelstands.</p>
<p>Eine Innovationsschmiede im Erzgebirge ist der deutschlandweit einzigartige „Smart Rail Connectivity Campus (SRCC)“ in Annaberg-Buchholz – eine Forschungseinrichtung zur Digitalisierung der Bahnwirtschaft. Das SRCC soll einmal Europas führendes digitales Testfeld für intelligenten Schienenverkehr werden. In dem mit Bundesmitteln geförderten Projekt sind unter anderem die Technische Universität Chemnitz, die Stadt Annaberg-Buchholz, das Fraunhofer Institut, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und die Deutsche Bahn mit an Bord. Auf einer Teststrecke der Erzgebirgsbahn werden Tests für einen 5G-Bahnfunk durchgeführt – Grundlage für später einmal automatisiert fahrende Züge.</p>
<p>Innovation findet auch in anderen Unternehmen und Branchen statt. Die Wesko GmbH in Stollberg beispielsweise ist ein Spezialist im Werkzeug- und Formenbau. Der Kunststoffverarbeiter Hugo Stiehl GmbH in Crottendorf arbeitet für die Automobilindustrie ebenso wie für die Medizinbranche. Die Brandes Technik GmbH in Scharfenstein ist auf die Kunststoffverarbeitung für Werbetechnik und den Maschinen-, Stahl- und Anlagenbau spezialisiert. Der weltweit agierende Automobilzulieferer Scherdel betreibt in Marienberg ein Werk für Technische Federn. Die KSG GmbH stellt in Gornsdorf bestückte Leiterplatten her. Die HOPPE AG, ein Produzent von Tür- und Fenstergriffen, betreibt in Crottendorf sein größtes Werk. Die Auerhammer Metallwerk GmbH in Aue-Bad Schlema kann auf fast 200 Jahre Erfahrung zurückblicken und gilt als Spezialist für Thermobimetallbänder und plattierte Stahlbänder. Die pro beam systems GmbH in Stollberg schließlich entwickelt Elektronenstrahlanlagen.</p>
<h2><span class="title-bg">Bürsten und Pinsel aus Stützengrün</span></h2>
<p>Eine Besonderheit stellt die Region um Stützengrün dar. Hier wird seit über 400 Jahren die Herstellung von Bürsten und Pinseln perfektioniert. Die Hans-Jürgen Müller GmbH &amp; Co. KG liefert unter dem Markennamen Mühle Rasierpinsel in mittlerweile dritter Generation aus Stützengrün in alle Welt und betreibt Shops in Berlin und London. Von einem kleinen Hersteller für Rasierpinsel hat sich Mühle zu einem weltweit führenden Unternehmen für hochwertiges Zubehör für die Nassrasur entwickelt.</p>
<h2><span class="title-bg">Die Rückkehr des Bergbaus</span></h2>
<p>Bei aller Innovation: Die Bergbaugeschichte lässt die Region nicht los. Mit der Schließung der Uran- und Zinnbergwerke nach der Wende wurde der Bergbau zwar weitgehend eingestellt. Doch die Geschichte könnte um ein weiteres Kapitel bereichert werden. Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen meldete der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz sein Interesse am Erzgebirge an. Ziel seiner Reise: das Sächsische Oberbergamt in Freiberg. Denn im Erzgebirge schlummert Lithium, eines der größten Vorkommen in Europa, heißt es. Der Rohstoff wird dringend benötigt für Lithium-Ionen-Akkus.</p>
<div id="attachment_4813" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4813" class="wp-image-4813" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/06/Erzgebirge-Bild-3-Erzgebirge-Schacht-371-Quelle-Marko-Borrmann_Welterbe-Montanregion-Erzgebirge-e.-V.jpg" alt="Der stillgelegte Schacht 371 des Uranbergwerks der SDAG Wismut bei Hartenstein. Abbildung: Marko Borrmann/Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V." width="600" height="400"><p id="caption-attachment-4813" class="wp-caption-text">Der stillgelegte Schacht 371 des Uranbergwerks der SDAG Wismut bei Hartenstein. Abbildung: Marko Borrmann/Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V.</p></div>
<p>Die Zinnwald Lithium GmbH will den Schatz rund um Altenberg ab 2030 heben. Vorgesehen sind Investitionen von mehr als 500 Millionen Euro. 400 Beschäftigte sollen dann einmal jährlich 15.000 Tonnen batteriefähiges Lithiumhydroxid produzieren. Die Rückendeckung der Bundesregierung und der sächsischen Landesregierung genießt das Unternehmen, die Bevölkerung rund um Altenberg ist ob der mit dem Abbau verbundenen Umweltbelastungen eher geteilter Meinung.</p>
<h2><span class="title-bg">Eine Region am Rande</span></h2>
<p>Den Kern des Erzgebirges bildet der 2008 gegründete Erzgebirgskreis mit der Kreisstadt Annaberg-Buchholz. Weitere Städte sind Aue-Bad Schlema, Marienberg, Oelsnitz/Erzgebirge, Olbernhau, Schneeberg, Schwarzenberg, Stollberg, Zwönitz und Zschopau. Mit rund 327.000 Einwohnern ist der Erzgebirgskreis der bevölkerungsreichste Landkreis in Ostdeutschland. Die Region lappt aber zudem in die Nachbarkreise Zwickau, Mittelsachsen mit der Bergstadt Freiberg und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge über.</p>
<div id="attachment_4814" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4814" class="wp-image-4814" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/06/Erzgebirge-BILD-1-Erzgebirge-Marienberg-Quelle-Marko-Borrmann_Welterbe-Montanregion-Erzgebirge-e.-V.jpg" alt="Das Rathaus von Marienberg. Abbildung: Marko Borrmann/Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V." width="600" height="401"><p id="caption-attachment-4814" class="wp-caption-text">Das Rathaus von Marienberg. Abbildung: Marko Borrmann/Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V.</p></div>
<p>In unmittelbarer Nähe zum Erzgebirge liegt Chemnitz. Dresden, Leipzig, Halle, Jena, das fränkische Hof und die tschechische Hauptstadt Prag sind in einem Umkreis von 150 Kilometern erreichbar. Die A 72 von Hof nach Chemnitz im Westen und am östlichen Rand die A 17 von Dresden zur tschechischen Grenze tangieren das Erzgebirge und binden die Region an die Autobahn A 4 an. Von der Bahnverbindung zwischen Dresden und Nürnberg zweigen Linien der Erzgebirgsbahn in die Region ab. Bis zu den Flughäfen in Dresden, Leipzig oder Prag muss man etwa ein bis zwei Autostunden einplanen.</p>
<p>„Die Einbindung des Erzgebirges in die Region Chemnitz – gemeinsam mit Mittelsachsen, Zwickau und dem Vogtland – ist essenziell“, sagt Wirtschaftsförderin Krelle. „Die Nähe zu Tschechien bietet vor allem Vorteile bei der Fachkräftesicherung.“ Rund 3.000 Tagespendler aus Tschechien sichern reibungslose Abläufe in der Industrie, dem Handwerk und der Gastronomie des Erzgebirges. Von der räumlichen Nähe zu Chemnitz hofft man im Erzgebirge auf unterschiedlichste Weise zu profitieren, etwa von der Auszeichnung der Stadt als Kulturhauptstadt Europas 2025 oder von der Ansiedlung des Wasserstoff-Kompetenzzentrums in Chemnitz.</p>
<p>Die digitale Infrastruktur im Erzgebirge ist ausreichend ausgebaut. „Über die digitale Infrastruktur müssen wir uns inzwischen nicht mehr beschweren, denn die meisten kleineren Unternehmen kommen mit dem vorhandenen Breitband ausreichend zurecht – auch weil in den letzten Jahren der teilweise geförderte Ausbau massiv vorangetrieben wurde“, sagt die Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Erzgebirge. Weniger positiv sieht sie die verkehrliche Anbindung der Region: „Es kann nicht sein, dass die Region Chemnitz überregional von einer leistungsfähigen Fernverkehrs-Bahnanbindung abgeschnitten bleibt oder es nur einen einzigen Grenzübergang nach Tschechien für Lkw auf einer Länge von über 100 Kilometern gibt.“ Ebenso bleibt das Angebot des ÖPNV verbesserungswürdig. Notwendige Investitionen in die Infrastruktur sind gefordert, denen wiederum Prognosen, die von einem Bevölkerungsschwund von 20 Prozent in den nächsten Jahren ausgehen, entgegenstehen.</p>
<h2><span class="title-bg">Handwerk als Imagetreiber</span></h2>
<p>Eine wirtschaftliche Bestandsaufnahme der Erzgebirgsregion darf natürlich das Handwerk nicht außer Acht lassen. Das Erzgebirge ist Weihnachtsland – hier fertigen unzählige kleine Kunsthandwerksbetriebe Schwibbögen, Pyramiden, Nussknacker, Engel und Räuchermännchen, aber auch Holzspielzeug. Allein die Drechslergenossenschaft Dregeno Seiffen vermarktet die Erzeugnisse von rund 200 kleinen Handwerksbetrieben weit über Sachsen hinaus. Die erzgebirgische Volkskunst prägt die Identität der Region und zahlt auch auf den Tourismus ein. Ebenso locken die reizvollen Landschaften des Erzgebirges viele Menschen in die Region.</p>
<div id="attachment_4815" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4815" class="wp-image-4815" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/06/Erzgebirge-BILD-6-Raeucherkerzen-Quelle-Tourismus-Marketing-Gesellschaft-Sachsen-mbH.jpg" alt="Traditionelle Herstellung von Räucherkerzen im Erzgebirge. Abbildung: Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-4815" class="wp-caption-text">Traditionelle Herstellung von Räucherkerzen im Erzgebirge. Abbildung: Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH</p></div>
<p>„Aus Dresdner Sicht werden wir leider noch viel zu sehr ausschließlich auf Tourismus und Kunsthandwerk beschränkt“, sieht Dr. Peggy Krelle jedoch auch Gefahren einer einseitigen Ausrichtung des Images der Region. „Gegenwärtig sind beispielsweise circa drei Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Tourismus tätig, dem gegenüber steht ein Drittel im verarbeitenden Gewerbe“, ordnet die Chefin der Wirtschaftsförderung die Bedeutung ein. „Trotzdem ist es ein großer Imagetreiber der lebenswerten Region, den wir bei der Akquise von Fachkräften natürlich ausspielen, weil es ein möglicher Einstieg für Zuwanderung ist.“ Das passt wiederum zum Selbstverständnis der Region, das Wirtschaftsförderin Krelle so formuliert: „Wir bezeichnen uns gern nach einem von Zukunftsforscher Matthias Horx geprägten Begriff als progressive Provinz, das heißt, eine Region, die durch lokale Visionäre, eine offene regionale Identität sowie kooperative Empathie geprägt ist.“</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>Erzgebirge
<p></p></strong>
<ul>
<li>Region: Erzgebirgskreis (326.896 Einwohner), Teile Landkreis Zwickau, Landkreis Mittelsachsen, Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge</li>
<li>Städte: Freiberg (41.045 Einwohner), Aue-Bad Schlema (19.698 Einwohner), Annaberg-Buchholz (19.470 Einwohner)</li>
<li>Nachbarregionen: Landkreis Zwickau, Landkreis Mittelsachsen, Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Vogtlandkreis, Stadt Chemnitz, Tschechien</li>
<li>Branchen: Metall- und Maschinenbau, Elektronikbranche, Automobilindustrie, Kunststoffindustrie, Holzwirtschaft, Textilindustrie, Papierindustrie, Handwerk, Tourismus</li>
<li>Verkehr:<br>
Straße: Autobahnen A 72, A 17; Bundesstraßen B 93, B 95, B 101, B 169, B 171, B 174, B 180, B 283<br>
Schiene: Regionalbahnstrecken der Erzgebirgsbahn</li>
<li>Arbeitslosenquote: Erzgebirgskreis 5,2 Prozent</li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Ein Beitrag des Re</em><em>daktionsnetzwerks Wirtschaft+Markt (dort zuerst erschienen am 18. September 2024).<br>
</em><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3975" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/01/Logo-WIMA_ohne-UZ.png" alt width="200" height="51"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/ostdeutsche-wirtschaftsregionen-6-erzgebirge-zwischen-handwerk-und-hightech/">Ostdeutsche Wirtschaftsregionen #6: Erzgebirge – zwischen Handwerk und Hightech</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nachfolgereport Sachsen: Generationswechsel in Sachsens Mittelstand</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/nachfolgereport-sachsen-generationswechsel-in-sachsens-mittelstand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jun 2025 05:30:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft+Markt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=6058</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bis zum Jahr 2030 stehen in Sachsen mehr als 10.000 Unternehmen zur Übergabe an. Davon sind laut einem Gutachten des Freistaats aus dem Jahr 2023 rund 132.000 Arbeitsplätze betroffen. Im Jahr 2021 war jeder zehnte Selbstständige in Sachsen bereits 65 Jahre und älter. Ein Beitrag von Wirtschaft+Markt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6070" class="wp-image-6070" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/06/Sachsen_Flagge_Abbildung-Maximilian_Scheffler_Unsplash.jpg" alt="In Sachsens Mittelstand steht ein Generationenwechsel bevor. Die Suche nach Nachfolgern betrifft bis 2030 rund 33.000 Familienunternehmen. Abbildung: Maximilian Scheffler, Unsplash" width="600" height="400">Die Suche nach Nachfolgern in Sachsens [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/nachfolgereport-sachsen-generationswechsel-in-sachsens-mittelstand/">Nachfolgereport Sachsen: Generationswechsel in Sachsens Mittelstand</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bis zum Jahr 2030 stehen in Sachsen mehr als 10.000 Unternehmen zur Übergabe an. Davon sind laut einem Gutachten des Freistaats aus dem Jahr 2023 rund 132.000 Arbeitsplätze betroffen. Im Jahr 2021 war jeder zehnte Selbstständige in Sachsen bereits 65 Jahre und älter. Ein Beitrag von Wirtschaft+Markt.</p>
<p><span id="more-6058"></span></p>
<div id="attachment_6070" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6070" class="wp-image-6070" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/06/Sachsen_Flagge_Abbildung-Maximilian_Scheffler_Unsplash.jpg" alt="In Sachsens Mittelstand steht ein Generationenwechsel bevor. Die Suche nach Nachfolgern betrifft bis 2030 rund 33.000 Familienunternehmen. Abbildung: Maximilian Scheffler, Unsplash" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-6070" class="wp-caption-text">Die Suche nach Nachfolgern in Sachsens Mittelstand betrifft bis 2030 rund 33.000 Familienunternehmen. Abbildung: Maximilian Scheffler, Unsplash</p></div>
<p>In Sachsens Mittelstand steht ein Generationenwechsel bevor. Die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin für den Chefsessel betrifft bis zum Jahr 2030 rund 33.000 der circa 134.500 Familienunternehmen im Land. Besonders relevant für die sächsische Wirtschaftskraft sind wegen der hohen Zahl an betroffenen Arbeitsplätzen (rund 40.500) die rund 6.700 nachfolgesuchenden Unternehmen des produzierenden Gewerbes. Allerdings wird nicht jedes Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen tatsächlich einen Übernehmer finden. Die Zahl der tatsächlich übergabefähigen Unternehmen zwischen Vogtland und Lausitz wird auf etwas mehr als 10.000 geschätzt. Mehrheitlich finden sie sich im Handel, im Verkehr und in der Gastronomie (3.120).</p>
<p>Auch die <a href="https://www.abindiemitte-sachsen.de/sponsoren/die-saechsischen-industrie-und-handelskammern" target="_blank" rel="noopener">sächsischen Kammern</a> wissen um die Bedeutung gelungener Nachfolgelösungen für den Erhalt des Mittelstands im Freistaat. Knapp 40 Prozent der bei den drei sächsischen Handwerkskammern gelisteten Unternehmerinnen und Unternehmer haben die Altersgrenze von 55 Jahren überschritten. Besonders hoch ist die Zahl der Übergabekandidaten im Elektro- und Metallgewerbe. Die drei sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHK) haben die Zahl der über Fünfundfünfzigjährigen Unternehmer ebenfalls ermittelt. Laut Auswertung betrifft es im Kammerbezirk Leipzig 25 Prozent aller gelisteten Betriebe, im Kammerbezirk Dresden 32 Prozent und im Kammerbezirk Chemnitz 43 Prozent. Als besonders überaltert gilt die Unternehmerschaft im Erzgebirgskreis und in Plauen.</p>
<h2><span class="title-bg">Sächsische Wirtschaft kleinteilig geprägt</span></h2>
<p>Die sächsische Wirtschaft ist wie in den anderen ostdeutschen Bundesländern kleinteilig geprägt. 87,4 Prozent der Unternehmen agieren mit weniger als zehn Beschäftigten, weitere zehn Prozent mit weniger als 50 Beschäftigten. Über ein Viertel der Unternehmen haben ihren Sitz in den beiden Metropolen Leipzig und Dresden. Dort fallen dementsprechend in den kommenden Jahren auch die meisten Nachfolgen an. Allerdings wiegt die hohe Anzahl der ausscheidenden Unternehmenslenker im Erzgebirgskreis oder in Mittelsachsen aufgrund der dort negativen demographischen Entwicklung weitaus schwerer.</p>
<p>Das Gutachten legt zudem nahe, dass Nachfolger in Sachsen vor allem im privaten und im beruflichen Umfeld gefunden werden. Nachfolgebörsen spielen nur eine untergeordnete Rolle. Vor allem die Diskrepanz zwischen dem Versuch der Übergebenden, möglichst viel Anonymität zu wahren, und dem Wunsch der Nachfolger nach größtmöglicher Transparenz wird in Nachfolgebörsen wie nexxt-change bisher nicht ausreichend aufgelöst. Auch das ist ein Ergebnis des Gutachtens „Unternehmensnachfolgen im Freistaat Sachsen, 2017-2030“, das die Kienbaum Consultants International GmbH im Auftrag des Freistaats erstellt hat.</p>
<p>So ist es nicht verwunderlich, dass der Kontakt bei nur 28 Prozent der befragten externen Nachfolger über eine Börse zustande kam. 72 Prozent nutzten private oder berufliche Netzwerke, Empfehlungen im Bekanntenkreis, von Beschäftigten oder Kunden. Zudem beschränkt sich die Nachfolgesuche oft auf Sachsen. Rund 70 Prozent der Nachfolgerinnen und Nachfolger stammten gar aus derselben Kommune wie das Unternehmen. Eine weitere Erkenntnis: Familienangehörige wollen die Tradition des Unternehmens fortsetzen. Betriebsinterne Nachfolger schätzen den vorhandenen Kundenstamm und das Vertrauensverhältnis zum ehemaligen Inhaber. Externe Nachfolger interessiert vor allem das Entwicklungspotenzial des Unternehmens.</p>
<div id="attachment_6131" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6131" class="wp-image-6131" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/06/Kammergebaeude_IHK-Dresden_2024_1.jpg" alt="Die IHK Dresden bewirbt das Thema Unternehmertum auf Social Media und bietet Sprechtage und Beratungen an. Abbildung: IHK Dresden" width="600" height="338"><p id="caption-attachment-6131" class="wp-caption-text">Die IHK Dresden bewirbt das Thema Unternehmertum verstärkt auf Social Media und bietet Sprechtage und Beratungen dazu an. Abbildung: IHK Dresden</p></div>
<h2><span class="title-bg">Wichtige Aufgabe für sächsische Kammern</span></h2>
<p>„Die Nachfolgefrage ist seit 2010 eine drängende Frage in Sachsen, insbesondere weil die Generation der Nachwendegründer in den Ruhestand tritt“, sagt Grit Fischer, Leiterin der Geschäftsstelle Dresden der IHK. Die Dresdner IHK hat noch einmal gezielt Unternehmen ermittelt, deren Inhaber über 58 Jahre sind und deren Betrieb mindestens einen Mitarbeitenden beschäftigt. „Zudem haben wir die Unternehmen aussortiert, in denen ein Gesellschafter oder Geschäftsführer zur Nachfolge bereitstünde. Dann bleiben 6.700 Unternehmen, in denen die Nachfolgefrage in den kommenden Jahren akut wird“, so Fischer. Sie plädiert dafür, das Thema Unternehmertum schon in den Schulen in den Fokus zu rücken, um bei jungen Menschen frühzeitig das Interesse für eine spätere Unternehmerkarriere zu wecken. Die IHK Dresden selbst bewirbt das Thema verstärkt auf Social Media, bietet Sprechtage und Beratungen an. Dazu wurde mit „Folgerichtig“ ein Nachfolgenetzwerk für die Region Dresden gegründet. Zudem beteiligen sich die sächsischen Kammern an den „Sächsischen Aktionstagen Unternehmensnachfolge“, die in diesem Jahr vom 16. bis 20. Juni von allen sächsischen Industrie-und Handelskammern sowie Handwerkskammern organisiert werden.</p>
<p>Robert Hentschel, Abteilungsleiter Mitgliederbetreuung bei der IHK zu Leipzig, verweist auf die fehlende Tradition der Unternehmensnachfolge in Sachsen. „In Westdeutschland sind Unternehmen schon über mehrere Generationen fortgeführt worden. In Sachsen ist es oft die erste Nachfolge“, so Hentschel. Im Kammerbezirk Leipzig stehen vor allem im Handel, in der Gastronomie, in der Industrie und im Baubereich Unternehmen zur Nachfolge an. Nicht in allen Branchen sind die Erfolgsaussichten gleich gut. „In der Gastronomie beispielsweise gibt es viele neue urbane Konzepte. Da versuchen sich Gründer lieber mit einer Neugründung als mit der Übernahme einer Traditionsgaststätte“, erklärt Hentschel. Zudem haben stationärer Handel und Gastronomie während der Coronapandemie viele Beschäftige und potenzielle Nachfolgende verloren. Die IHK Leipzig unterstützt den Nachfolgeprozess vor allem mit umfangreichen Beratungsleistungen. „Die Nachfolgeberatung ist besonders komplex, weil viele rechtliche und steuerliche Aspekte zu beachten sind“, betont Hentschel.</p>
<p>Die Erfahrungen aus Dresden und Leipzig teilt auch Franca Heß, Referatsleiterin Starthilfe und Unternehmensförderung bei der IHK Chemnitz. Sie sieht ebenfalls Schwierigkeiten bei der Nachfolge im Handel und in der Gastronomie: „Beim Verarbeitenden Gewerbe hingegen besteht eine konstante Nachfrage.“ Auch für Wohnungsverwaltungen, Bildungseinrichtungen und im Onlinehandel finden sich Interessenten, oft in Form von Unternehmenszukäufen. „Wir beobachten aber auch vermehrt Unternehmer, die eigene Beschäftigte langfristig auf die Nachfolge vorbereiten“, sagt Heß. Sie würde begrüßen, wenn man diese Form der Nachfolge zusätzlich mit einer Art Startbonus fördern würde. Die IHK Chemnitz selbst begleitet unter dem Slogan „Fortsetzung folgt” die Unternehmen mit Sprechtagen und persönlichen Beratungen. „Die Unternehmer suchen heute eher spezielle, auf sie zugeschnittene Einzelberatungen als größere Informationsveranstaltungen“, so Heß.</p>
<h2><span class="title-bg">Sächsischer Meilenstein würdigt Erfolge</span></h2>
<p>Auch die Bürgschaftsbank Sachsen engagiert sich in der Unternehmensnachfolge. Mit der Verleihung des Unternehmerpreises „Sächsischer Meilenstein“ würdigt sie zusammen mit der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft seit 2011 gelungene Nachfolgen in kleinen und mittelständischen Unternehmen aller Branchen. 2024 erhielten so unter anderem Thomas Günther, Tino Münzner und Christian Schreiter den Preis für die Übernahme der IMK Engineering GmbH in Chemnitz. Dank einer frühzeitigen Planung konnten sie den Inhaberwechsel erfolgreich schultern. Das Chemnitzer Maschinenbauunternehmen, einst aus der SDAG Wismut&nbsp; hervorgegangen, bedient als Entwickler von Sondermaschinen Kunden in ganz Europa und erzielte unter der neuen Führung zuletzt ein Wachstum bei Mitarbeitenden und Umsatz.</p>
<p>Alt-Inhaber Frank Herrmann hatte das Unternehmen in der Umbruchphase der Deutschen Einheit gegründet. Von vier Angestellten beim Start wuchs die IMK Engineering im Laufe der Jahre auf 50 Beschäftigte an. Zum ursprünglichen Geschäftsfeld Bergbaumaschinen gesellten sich die Bereiche Wehrtechnik: Fahrlader, Raupenbagger, Krantechnik, Muldenkipper, Bohrgerät und Sonderfahrzeuge für den militärischen Bereich – all das konzipieren und entwickeln die Sachsen für diverse Großkunden.</p>
<p>„Ich wollte, dass das Unternehmen in meinem Sinne fortgeführt wird“, sagt Herrmann. Die Nachfolgefrage ging er deshalb frühzeitig an, auch weil eine Lösung innerhalb der Familie nicht möglich war: „Ich wollte nicht noch mit 70 Jahren Unternehmer sein, nur weil ich nicht rechtzeitig die Reißleine gezogen habe.“ Über einen Zeitraum von sieben Jahren führte Herrmann seine Nachfolger in die Leitungsfunktion ein. Die drei neuen Gesellschafter waren etwa zur gleichen Zeit vor rund 15 Jahren als Maschinenbauer zur IMK gekommen. Franca Heß von der IHK Chemnitz begleitete die Nachfolge: „Der Alt-Inhaber Frank Herrmann hat während der sieben Jahre nicht nur als Chef, sondern als Berater in dem Übergabeprozess der Firma IMK fungiert. Letztendlich haben die drei engagierten Mitarbeiter das Unternehmen übernommen und führen es zielstrebig weiter.“</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>Informationen für Nachfolgesuchende in Sachsen<br>
</strong><span style="font-family: inherit; font-size: inherit;">Informationen bieten die Industrie- und Handelskammern <a href="https://www.ihk.de/dresden/hauptnavigation/unternehmensnachfolge" target="_blank" rel="noopener">Dresden</a>, <a href="https://www.ihk.de/chemnitz/starthilfe/unternehmensnachfolge" target="_blank" rel="noopener">Chemnitz</a> und <a href="https://www.leipzig.ihk.de/infos-fuer-unternehmen/themen/gruendung-foerderung/unternehmensnachfolge/" target="_blank" rel="noopener">Leipzig</a></span><span style="font-family: inherit; font-size: inherit;">. </span>Informationen <span style="font-family: inherit; font-size: inherit;">bieten die</span> Handwerkskammern <a href="https://www.hwk-dresden.de/betriebsfuehrung/nachfolge.html" target="_blank" rel="noopener">Dresden</a>, <a href="https://www.hwk-chemnitz.de/betriebsfuehrung/betriebswirtschaft/betriebsnachfolge-uebernahme/" target="_blank" rel="noopener">Chemnitz</a> und <a href="https://www.hwk-leipzig.de/3,0,517.html" target="_blank" rel="noopener">Leipzig</a>. Informationen der Bürgschaftsbank Sachsen finden sich <a href="https://sn.ermoeglicher.de/de/unternehmen/nachfolgen/" target="_blank" rel="noopener">hier</a>. Informationen des Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz finden sich <a href="https://www.wirtschaft.sachsen.de/unternehmensnachfolge-4310.html" target="_blank" rel="noopener">hier</a>. Informationen des Nachfolgewerks der TU Chemnitz finden sich <a href="https://www.nachfolge-chemnitz.de" target="_blank" rel="noopener">hier</a>.
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Unternehmensnachfolge in Ostdeutschland<br>
</strong>Weitere Informationen und Ansprechpartner für Erstberatung, Finanzierung und Matching aus den ostdeutschen Bundesländern inklusive Sachsen stehen auf der Seite der Initiative Nachfolge Ostdeutschland <a href="https://nfost.de/" target="_blank" rel="noopener">NFOst.de</a> bereit.</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Ein Beitrag des Redaktionsnetzwerks Wirtschaft+Markt.<br>
</em><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3975" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/01/Logo-WIMA_ohne-UZ.png" alt width="200" height="51"></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/nachfolgereport-sachsen-generationswechsel-in-sachsens-mittelstand/">Nachfolgereport Sachsen: Generationswechsel in Sachsens Mittelstand</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
