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Die Rückkehr der Digedags. Interview mit David Wachsmuth

Die Dige­dags sind Legen­de. Nun sind die Comic-Hel­den aus der DDR zurück­ge­kehrt, zunächst auf You­tube, aber viel­leicht wird noch mehr dar­aus. Was – das erläu­tert David Wachs­muth, Geschäfts­füh­rer der Dige­dags Enter­tain­ment GmbH.

Der Produzent David Wachsmuth, geboren 1978 in Lübben, ist Geschäftsführer der Digedags Entertainment GmbH. Abbildung: Digedags Entertainment GmbH

Der Pro­du­zent David Wachs­muth, gebo­ren 1978 in Lüb­ben, ist Geschäfts­füh­rer der Dige­dags Enter­tain­ment GmbH. Abbil­dung: Dige­dags Enter­tain­ment GmbH

ostdeutschland.info: Herr Wachsmuth, haben Sie das Mosaik eigentlich schon als Kind gelesen?

David Wachs­muth: Ja. Lan­ge nach dem Ende der Dige­dags bekam ich als Kind einen Sta­pel mit unge­fähr 80 Hef­ten von mei­nen Eltern geschenkt. Ich fand sie wahn­sin­nig span­nend. Lei­der war kei­ne der Seri­en kom­plett. So bin ich von Ame­ri­ka über Run­kel bis ins alte Rom und in den Welt­raum hin- und her­ge­sprun­gen. Als es dann in den 1990er-Jah­ren die Nach­dru­cke gab, konn­te ich die Seri­en end­lich kom­plet­tie­ren und habe sie zig­fach gele­sen. Auch heu­te noch ab und zu…

Haben Sie Lieblingsfiguren neben den drei Protagonisten?

Abge­se­hen davon, dass es eine unglaub­li­che Men­ge an Figu­ren gibt, die ich alle toll fin­de, liegt mir Rit­ter Run­kel sehr am Her­zen. Lie­bens­wür­dig, ver­plant, mit einer gehö­ri­gen Por­ti­on Selbst­über­schät­zung. Aber das Herz am rech­ten Fleck. Ein­fach ein Typ.

Sie haben etwas vor mit den Digedags ...

In Euro­pa gibt es ja sehr vie­le älte­re, bekann­te Mar­ken, die unglaub­lich popu­lär sind und sich ihren Weg um den Glo­bus gebahnt haben. Ob Hei­di, Vicky, Bie­ne Maja, Aste­rix und Co. Die­se Mar­ken haben alle den Vor­teil, dass sie bereits seit Jahr­zehn­ten Sicht­bar­keit genie­ßen und im Markt statt­fin­den. Das war den Dige­dags bis dato nicht ver­gönnt und genau dar­an arbei­ten wir. Die größ­te Her­aus­for­de­rung ist der Markt­ein­tritt. Dafür haben wir vor gerau­mer Zeit auch umfang­rei­che Markt­um­fra­gen in Auf­trag gege­ben. Das Ergeb­nis hat uns dann tat­säch­lich über­rascht: Die Beliebt­heit und Akzep­tanz ist ähn­lich hoch wie bei den vor­ge­nann­ten Mar­ken und das obwohl die Dige­dags fak­tisch über Jahr­zehn­te gar nicht statt­ge­fun­den haben. Das beweist das gigan­ti­sche Poten­zi­al der Marke.

Wie kamen Sie auf die Idee einer Verfilmung?

Also in ers­ter Linie natür­lich, weil ich selbst gro­ßer Fan war und bin. Ich habe mich schon vor vie­len Jah­ren gefragt, war­um die Dige­dags eigent­lich noch nie ver­filmt wur­den. Für mich war eine Ver­fil­mung die logi­sche Kon­se­quenz. Die Dige­dags waren in Deutsch­land nicht nur unfass­bar bekannt, son­dern auch min­des­tens genau­so beliebt. Es soll Stu­di­en geben, die besa­gen, dass 90 Pro­zent der Ost­deut­schen die Dige­dags ken­nen oder kann­ten. Dazu sind sie sehr posi­tiv besetzt. Wenn also Mil­lio­nen von Men­schen eine Mar­ke ken­nen und die­se auch lie­ben, sind das per­fek­te Voraussetzungen.

Die Digedags sind seit 2025 mit einem Youtube-Kanal und vielen neuen Abenteuern zurück. In der neuen Sitcom „Die Rübensteins“ leben sie als Familie zusammen. Abbildung: Digedags Entertainment GmbH

Die Dige­dags sind seit 2025 auf einem You­tube-Kanal zurück. In der Sit­com „Die Rüben­steins“ leben sie als Fami­lie zusam­men. Abbil­dung: Dige­dags Enter­tain­ment GmbH

Was ist Ihr professioneller Hintergrund?

Mit mei­ner Fir­ma Mar Vis­ta Media bin ich seit über 20 Jah­ren in der Film- und Wer­be­bran­che tätig und habe bereits über 100 Pro­duk­tio­nen betreut. Vom inter­na­tio­na­len Doku­men­tar­film über deutsch­land­wei­te Wer­be­kam­pa­gnen bis hin zur Kino­wer­bung für regio­na­le Unter­neh­men sowie Lehr- und Kurz­fil­men für Uni­ver­si­tä­ten. Die Arbeit vor, hin­ter und mit der Kame­ra beglei­tet mich, seit ich den­ken kann. Nach dem Rech­te­er­werb habe ich zusätz­lich die Dige­dags Enter­tain­ment GmbH gegrün­det, die im Lau­fe der Jah­re auch ande­re Pro­jek­te entwickelte.

Warum sind die Digedags nicht längst verfilmt? 

Es gab bereits Ver­su­che, die Dige­dags zu ver­fil­men. In den 1990er-Jah­ren arbei­te­te die Fir­ma Ost­film an der Ent­wick­lung einer TV-Serie und auch Anfang der 2000er-Jah­re gab es ähn­li­che Bemü­hun­gen, die aller­dings nie finan­ziert wer­den konn­ten. Auch wir haben natür­lich mit den aktu­ell nicht son­der­lich guten Bedin­gun­gen zu kämpfen.

Glück­li­cher­wei­se erfreu­en sich die Dige­dags aber nicht nur in Deutsch­land gro­ßer Beliebt­heit. Ich bin mehr­fach kreuz und quer durch Euro­pa gereist und habe das Pro­jekt auf vie­len Märk­ten vor­ge­stellt. Und eines kann ich mit Gewiss­heit sagen: Die Dige­dags kom­men über­all gut an. So konn­ten wir bereits vie­le Part­ner für unse­re Pro­jek­te gewin­nen. Co-Pro­du­zen­ten, Ver­trieb, Ver­leih, Stu­di­os, Sen­der… Unse­re fil­mi­schen Kon­zep­te für die Dige­dags wur­den auch bereits inter­na­tio­nal aus­ge­zeich­net. Wir waren mehr­fach kurz davor, die Finan­zie­rung zu schlie­ßen. Aber die letz­ten Pro­zen­te feh­len lei­der noch. In solch einem Finan­zie­rungs­puz­zle muss eben wirk­lich alles zusammenpassen.

  • Ritter Runkel und seine Freunde in der Burg Rübenstein. Schon in den 1990er-Jahren und Anfang der 2000er-Jahre gab es Versuche, die Digedags zu verfilmen. Abbildung: Digedags Entertainment GmbH
    Rit­ter Run­kel und sei­ne Freun­de in der Burg Rüben­stein. Schon in den 1990er-Jah­ren und Anfang der 2000er-Jah­re gab es Ver­su­che, die Dige­dags zu ver­fil­men. Abbil­dung: Dige­dags Enter­tain­ment GmbH

Zur Wahr­heit gehört aller­dings auch, dass wir uns spe­zi­ell in Deutsch­land immer etwas schwe­rer tun, was unser kul­tu­rel­les Erbe betrifft. Wäh­rend die Euro­pä­er um uns her­um stolz auf ihre alten Mar­ken sind und Aste­rix, Hei­di, Vicky, die Mumins und Co. über­all prä­sent sind, sehen wir Deut­schen oft mehr Risi­ken als Chan­cen, vor allem, wenn wir über ein „DDR-Pro­dukt“ reden. Ande­rer­seits sind die Dige­dags aber auch ein Mil­lio­nen­sel­ler, wie es ihn ganz sel­ten in Deutsch­land gege­ben hat. Dar­über hin­aus wur­den die Dige­dags in zwölf wei­te­ren euro­päi­schen Län­dern ver­trie­ben. Es gibt sogar die span­nen­de Legen­de, wonach Walt Dis­ney ein gro­ßer Fan von Han­nes Hegen gewe­sen sein soll. Also, wor­auf war­ten wir eigent­lich? Das wur­de ich übri­gens auch schon oft von Kol­le­gen in ande­ren Län­dern gefragt

Sie bieten bereits Digedags-Fanartikel an. Wie schwer war es, an die Verwertungsrechte zu kommen?

Das war ein lan­ger, mehr als zehn­jäh­ri­ger Weg. Ich hat­te, wie gesagt, schon vor etli­chen Jah­ren die Idee, mit den Dige­dags zu arbei­ten. Ich bin dann zunächst beim Tessloff Ver­lag in Nürn­berg vor­stel­lig gewor­den. Dort gab es spe­zi­ell für die Dige­dags eine Ansprech­part­ne­rin, die ich regel­mä­ßig kon­tak­tier­te, um her­aus­zu­fin­den, wie die Chan­cen auf einen Rech­te­er­werb ste­hen. Wie sich im Lau­fe der Zeit her­aus­stell­te, hat­te der Tessloff Ver­lag aller­dings gar kei­ne umfas­sen­den Rech­te. Die Dame vom Ver­lag hat­te dann wohl irgend­wann kei­ne Lust mehr, mit mir zu reden und lei­te­te unse­ren gesam­ten Schrift­ver­kehr an die Fami­lie von Han­nes Hegen wei­ter. Die wie­der­um haben sich das alles durch­ge­le­sen und dach­ten wohl: „Wenn jemand so ver­rückt ist und über Jah­re nicht locker­lässt, müs­sen wir den doch ein­fach mal ken­nen­ler­nen“. Und so kam eins zum anderen.

Auf Youtube kann man einen guten Eindruck davon gewinnen, wie Ihre Verfilmung einmal aussehen könnte. Was sind Ihre nächsten Schritte?

Die Idee des You­tube-Kanals war eine Ant­wort auf die lang­wie­ri­ge Finan­zie­rung. Wir hat­ten ein­fach kei­ne Lust mehr zu war­ten. Eine Webse­rie war ohne­hin auch immer geplant. Wir woll­ten Sicht­bar­keit und das ist uns durch den Kanal ganz ordent­lich gelun­gen. Es ist ein wei­te­rer Finan­zie­rungs­bau­stein. Die Serie ist als eine Art Spin-off zur Run­kel­se­rie ange­legt, was auch mit der Dyna­mik auf Social-Media-Kanä­len zusam­men­hängt, in denen eher Short-Form-Con­tent punk­tet. Durch den Kanal haben wir bereits eini­ge stra­te­gi­sche Part­ner­schaf­ten schlie­ßen kön­nen. Obwohl rein deutsch­spra­chig, bekom­men wir Anfra­gen aus allen mög­li­chen Län­dern. Sogar bis in die USA sind die Dige­dags bereits vor­ge­drun­gen und konn­ten auch schon eini­ge Fes­ti­val­prei­se ein­heim­sen. Es gibt vie­le Plä­ne, die natür­lich auch über die rei­ne Ver­fil­mung hin­aus­ge­hen. Wir haben Anfra­gen für Musi­cals, Immersi­ve Exhi­bi­ti­ons, Film, Serie, Thea­ter… – was ohne­hin von Anfang an geplant war. Grund­sätz­lich kön­nen wir uns das alles auch vor­stel­len, doch an ers­ter Stel­le ste­hen immer die Finan­zier­bar­keit und ent­spre­chen­de Aus­wer­tungs­mög­lich­kei­ten. Auf jeden Fall wird es nie langweilig.

Die „Rübensteins“ vor Burg Rübenstein. Seit seiner Einführung wurde der Youtube-Kanal mit den Comichelden über 1,6 Millionen Mal aufgerufen. Abbildung: Digedags Entertainment GmbH

Die „Rüben­steins“ vor Burg Rüben­stein. Seit sei­ner Ein­füh­rung wur­de der You­tube-Kanal mit den Comic-Hel­den über 1,6 Mil­lio­nen Mal auf­ge­ru­fen. Abbil­dung: Dige­dags Enter­tain­ment GmbH

Wie kann man Sie unterstützen?

Wir sind immer auf der Suche nach Part­ner­schaf­ten. An der Dige­dags Enter­tain­ment GmbH kann man sich dar­über hin­aus auch betei­li­gen. Wir sind INVEST-för­der­fä­hig. Das bedeu­tet, dass Pri­vat­in­ves­ti­tio­nen sogar sehr lukra­tiv durch das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um geför­dert wer­den, was eine Betei­li­gung schon aus rein wirt­schaft­li­chen Grün­den sehr attrak­tiv machen kann. Und ansons­ten gilt: Ein­fach vor­bei­schau­en! Auf dem Kanal. Im Shop. Liken. Dar­über spre­chen. Emp­feh­len. Oder wie Rit­ter Run­kel es mit einem Augen­zwin­kern selbst sagen wür­de: Ein Rit­ter, der auf Beu­te hofft, braucht eine gute Bot­schaft oft. Emp­fehlt das Pro­jekt im gan­zen Land, so wächst der Schatz in Ritterhand.

Vielen Dank.

Die Fra­gen stell­te Robert Nehring.

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