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	<description>Impulse für den Osten</description>
	<lastBuildDate>Fri, 25 Sep 2026 08:57:17 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Dr. Patrick Wittenberg: Energieschub aus dem Osten. Hat Strom eine ostdeutsche Komponente?</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/dr-patrick-wittenberg-energieschub-aus-dem-osten-hat-strom-eine-ostdeutsche-komponente/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dr. Patrick Wittenberg, Vorstandsvorsitzender der E.DIS AG, ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten, der im September 2025 erschienen ist.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8085" class="size-full wp-image-8085" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Wittenberg_DIAO2.png" alt="Dr. Patrick Wittenberg, Vorstandsvorsitzender der E.DIS AG. Abbildung: Uwe Tölle für E.DIS AG" width="705" height="1000">Dr. Patrick Wittenberg, Vorstandsvorsitzender der E.DIS AG. Abbildung: Uwe Tölle für E.DIS AG<br />
Als ich noch Geschäftsführer eines [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/dr-patrick-wittenberg-energieschub-aus-dem-osten-hat-strom-eine-ostdeutsche-komponente/">Dr. Patrick Wittenberg: Energieschub aus dem Osten. Hat Strom eine ostdeutsche Komponente?</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Dr. Patrick Wittenberg, Vorstandsvorsitzender der E.DIS AG, ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten, der im September 2025 erschienen ist.</span></p>
<p><span id="more-8076"></span></p>
<div id="attachment_8085-2" style="width: 715px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8085-2" class="size-full wp-image-8085" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Wittenberg_DIAO2.png" alt="Dr. Patrick Wittenberg, Vorstandsvorsitzender der E.DIS AG. Abbildung: Uwe Tölle für E.DIS AG" width="705" height="1000"><p id="caption-attachment-8085-2" class="wp-caption-text">Dr. Patrick Wittenberg, Vorstandsvorsitzender der E.DIS AG. Abbildung: Uwe Tölle für E.DIS AG</p></div>
<p>Als ich noch Geschäftsführer eines Verteilnetzbetreibers mit Sitz in Dortmund war, kam mir dieser Gedanke nicht in den Sinn. Als jemand mit westdeutschem Hintergrund war ich immer der Meinung, dass jede Region in Deutschland – ganz gleich ob Nord, Süd, West oder Ost – ihre eigenen Besonderheiten und Stärken hat. Diese Vielfalt empfinde ich als positiv. In Gesprächen erlebe ich jedoch manchmal, dass der Blick stärker auf Unterschiede zwischen Nord und Süd gerichtet wird, auch wenn das Thema eigentlich gerade den Osten betrifft. Das zeigt mir, wie wichtig es ist, aufmerksam zuzuhören und alle Perspektiven einzubeziehen.</p>
<p>2024 übernahm ich den Vorstandsvorsitz des Energiedienstleisters E.DIS. Seitdem stehe ich einem Unternehmen vor, das in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern 1,5 Millionen Netzkunden versorgt und damit einer der größten Verteilnetzbetreiber Deutschlands ist. Einer der größten im Osten Deutschlands ist E.DIS sowieso. Seitdem hat sich mir auch eine regionalspezifische, (wenn man denn so will) ostdeutsche Perspektive eröffnet. Weil Ostdeutschland stark ländlich geprägt ist, spielt es bei der Energiewende eine entscheidende Rolle.</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Weil Ostdeutschland stark ländlich geprägt ist, spielt es bei der Energiewende eine entscheidende Rolle.”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg"><strong>Die Dynamik der Energiewende </strong></span></h2>
<p>Besonders in den Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern – Kerngebiete des E.DIS-Netzbereiches – zeigt sich die Dynamik der Energiewende in beeindruckender Weise. Als maßgeblicher Energieversorger in diesen Regionen nimmt E.DIS eine prominente Position in der deutschen Energielandschaft ein.</p>
<p>Schon die Geschichte des Unternehmens ist eng mit der Energiewende verknüpft. Zum Ende des alten Jahrtausends nahmen damals die Herausforderungen der Energiewende erste Formen an. Im Jahr 1999 entstand E.DIS aus dem Zusammenschluss von vier nordostdeutschen regionalen Versorgungsunternehmen: in Mecklenburg-Vorpommern aus der Energieversorgung Müritz-Oderhaff Neubrandenburg und der Hanseatischen Energieversorgung Rostock, in Brandenburg aus der Märkischen Energieversorgung Potsdam und der Oder-Spree-Energieversorgung Frankfurt/Oder. Im Jahr darauf, im April 2000, trat schließlich das Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft, das inzwischen seit 25 Jahren Netzbetreiber verpflichtet, Erneuerbare-Energien-Anlagen an ihr Netz anzuschließen. Es verwandelte damit unser Unternehmen vom reinen Stromverteiler in einen aktiven Systemmanager. Durch den Zusammenschluss der Vorgängerunternehmen konnte E.DIS von Anfang an den Ausbau erneuerbarer Energien und deren dezentrale Erzeugung und Einspeisung in unsere Netze vorantreiben. Heute stehen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern längst überdurchschnittlich viele Erneuerbare-Energien-Anlagen pro Einwohner. Sie sind fester Bestandteil des Landschaftsbildes. Die Herausforderungen sind nun andere.</p>
<div id="attachment_8087-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8087-2" class="wp-image-8087" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Wittenberg_Patrick_gespraech.jpg" alt="Als Teil des Panels „Standortfaktor Energie: Wie kann Strom verlässlich günstig werden und was hat Ostdeutschland davon“ auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum 2025. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Bernd Brundert " width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8087-2" class="wp-caption-text">Als Teil des Panels „Standortfaktor Energie: Wie kann Strom verlässlich günstig werden und was hat Ostdeutschland davon“ auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum 2025. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Bernd Brundert</p></div>
<p>Auch wenn alle Verteilnetzbetreiber gemeinsam daran arbeiten, die Energieversorgung umweltfreundlicher zu gestalten und das Energiesystem umzubauen, werden diese Ziele nicht mit einer Standardlösung zu erreichen sein. Stattdessen müssen wir auf die besonderen Gegebenheiten jeder Region eingehen. Unser Netzgebiet in Nord-Ostdeutschland zeichnet sich zum Beispiel dadurch aus, besonders groß, aber nicht besonders dicht bewohnt zu sein. So macht die von uns betreute Fläche zwar zehn Prozent von Deutschland aus. Gleichzeitig leben hier aber nur 2,5 Prozent der Bevölkerung. Es ist diese – eben durchaus ostdeutschspezifische – Kombination, die wesentlich dazu beigetragen hat, dass sich ländlich geprägte Regionen zu wichtigen Zentren der erneuerbaren Energien entwickelt haben.</p>
<p>Weite, flache und dünn besiedelte Flächen bieten ideale Bedingungen für Windkraft- und großflächige Solaranlagen. Über die Jahre wurde an unsere Verteilnetze in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ein Vielfaches der lokal benötigten Energie angeschlossen. Bei maximaler Auslastung verbrauchen unsere Netzkunden 2,4 Gigawatt Strom, um ihre gesamte Infrastruktur zu betreiben. Installiert sind in den von uns verwalteten Netzen knapp 16 Gigawatt. An der großen Differenz wird sich auch in den kommenden Jahren nichts ändern. Nach heutigen Berechnungen könnte sich der Strombedarf in unserem Verteilnetz zwar verdoppeln. Die installierte Leistung würde im gleichen Zeitraum aber auch auf 45 Gigawatt steigen, was nahezu einer Verdreifachung entspricht.</p>
<p>Diese Vorhersagen sind allerdings nicht in Stein gemeißelt. Vielmehr diskutieren wir anhand solcher Szenarien intensiv mit der Politik über den weiteren Umbau der Energiewirtschaft. Wir setzen uns dafür ein, den Ausbau so individuell wie möglich voranzutreiben. Denn wir müssen anerkennen, dass der Ausbau erneuerbarer Energien besonders Regionen betrifft, die keine starke industrielle Basis haben, aber viel Fläche. Gleichzeitig muss im Zuge der Energiewende der Zubau dort noch weitergehen. Vor diesem Hintergrund ist es vielleicht nicht überraschend, dass auf diesem Weg auch Konflikte auftauchen können.</p>
<div id="attachment_8089-2" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8089-2" class="wp-image-8089" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/4_PortraitPatrick_Wittenberg_SpatenstichDSC07367-1.jpg" alt="Patrick Wittenberg hält eine Rede anlässlich des Spatenstichs für den E.DIS-Energiecampus am 26. März 2025 in Bentwisch (Landkreis Rostock). Abbildung: Felix Retzer für E.DIS AG " width="500" height="373"><p id="caption-attachment-8089-2" class="wp-caption-text">Patrick Wittenberg hält eine Rede anlässlich des Spatenstichs für den E.DIS-Energiecampus am 26. März 2025 in Bentwisch (Landkreis Rostock). Abbildung: Felix Retzer für E.DIS AG</p></div>
<h2><span class="title-bg"><strong>Power aus der Fläche </strong></span></h2>
<p>Grundsätzlich genießen die erneuerbaren Energien in ganz Deutschland eine hohe Zustimmung. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass die Akzeptanz für erneuerbare Energien regional unterschiedlich ausgeprägt ist. Zur Verdeutlichung lohnt sich ein Blick auf ganz Ostdeutschland: Dort wird ein Viertel der Solar- und ein Drittel der Windenergie erzeugt. Konkret drehten sich von deutschlandweit knapp 30.000 Onshore-Windkraftanlagen rund 10.500 Windkraftanlagen in Ostdeutschland. Es ist kein Geheimnis und Studien belegen es, dass besonders in ländlichen Regionen des Ostens teilweise Vorbehalte gegenüber dem Ausbau erneuerbarer Energieformen bestehen. So fällt die Zustimmung für den Windkraftausbau im Vergleich zum ländlichen Westen im ländlichen Osten etwas geringer aus. Auch wenn die Solarenergie grundsätzlich höhere Zustimmungswerte genießt, zeigt sich dort zwischen Ost und West ein ähnliches Bild.</p>
<p>Wenn wir in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern unterwegs sind, verschließen wir davor nicht die Augen. Wir wissen, dass wir diese Erhebungen ernst nehmen müssen. Es ist wichtig anzuerkennen, in welchem Spannungsfeld wir Netze bauen und ertüchtigen. Allein im Jahr 2024 haben wir eine Leistung von rund 1 GW an Photovoltaikanlagen an unsere Netze angeschlossen. Insgesamt haben wir bis heute eine Leistung von rund 8 GW an Windkraftanlagen an das E.DIS-Verteilnetz angeschlossen. Das sind Spitzenwerte in Deutschland. Doch was nützen Spitzenwerte, wenn die vor Ort eingespeiste Energie zwar vergütet, aber (noch) nicht gebraucht wird? Windkraft- und Photovoltaikanlagen sind schneller gebaut als neue Leitungen, die die Energie dorthin bringen, wo sie gebraucht wird. Deshalb arbeiten wir unermüdlich daran, den weiteren Ausbau von Erneuerbare-Energien-Anlagen mit dem Netzausbau zu synchronisieren. Die Energiewirtschaft braucht Regeln, die den Ausbau der Netze fördert und das Investieren attraktiv macht. Dafür setzen wir uns ein. Ich bin überzeugt, dass wir als Verteilnetzbetreiber ganz wesentlich dazu beitragen, in unserem Netzgebiet die Begeisterung für die weit vorangeschrittene Energiewende in der Bevölkerung weiter zu erhöhen.</p>
<div id="attachment_8090-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8090-2" class="wp-image-8090" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/5_SpatenstichmitMPSchwesig.jpg" alt="Spatenstich mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (Mitte). Abbildung: Felix Retzer für E.DIS AG" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8090-2" class="wp-caption-text">Spatenstich mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (Mitte). Abbildung: Felix Retzer für E.DIS AG</p></div>
<h2><span class="title-bg"><strong>Regionale Wertschöpfung </strong></span></h2>
<p>Ganz praktisch betrachtet übrigens auch als Arbeitgeber. Unsere mehr als 3.000 Arbeitsplätze sind in strukturschwachen Regionen ein starkes Argument für die Energiewende. Die Branche, in der viele Mitarbeitende ihre Karriere einst begannen, hat sich fundamental gewandelt und enorm an gesellschaftlicher Relevanz gewonnen. Was früher ein technischer Beruf war, ist heute zu einer sinnstiftenden Aufgabe geworden – die Mitarbeitenden gestalten aktiv die Zukunft unserer Region. Als CEO erlebe ich, mit wie viel Engagement, Know-how und Innovationskraft meine Kolleginnen und Kollegen in allen Geschäftsbereichen der E.DIS-Unternehmensgruppe arbeiten. So breit aufgestellt sind wir weit mehr als nur ein sicherer Energieversorger.</p>
<p>Darüber hinaus sind wir mittendrin, die bestehenden Netze zu smarten, flexiblen, digitalen und resilienten Systemen zu transformieren. Weil moderne Verteilnetze intelligent sein müssen, arbeitet E.DIS konsequent daran, unsere Netze beobachtbar und steuerbar zu machen. Denn die Digitalisierung ermöglicht eine optimale Nutzung nachhaltiger Energie und vermeidet unnötige Abregelungen. Gerade in unseren weitläufigen Netzen ist das entscheidend, um die aus Windparks und Solarfeldern eingespeiste Energie effizient steuern und verteilen zu können. Das ist ein Baustein für eine sichere wie bezahlbare Energieversorgung und zahlt schließlich auf die Akzeptanz ein.</p>
<p>Mit rund 300 Millionen Euro, die wir allein im Jahr 2024 in den Netzausbau investiert haben, schaffen wir zudem erhebliche wirtschaftliche Impulse. Jedes Umspannwerk, jede neu errichtete Ortsnetzstation und Leitung bringt den Regionen einen wirtschaftlichen Mehrwert. Unsere jährlich steigenden Investitionen sind nicht nur für das Gelingen der Energiewende unerlässlich, sie stärken auch die regionale Wirtschaft, schaffen Wertschöpfung und sichern die Wettbewerbsfähigkeit lokaler Unternehmen. E.DIS steht für eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Partnern, Institutionen und Unternehmen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die umfangreichen Investitionen des Unternehmens fließen in die Region zurück und stärken die nord-ostdeutsche Wirtschaft. Auch wenn E.DIS mehrheitlich zum E.ON-Konzern gehört, sind wir tief in der Region verwurzelt und mit ihr verbunden. Dies zeigt sich einerseits durch unseren besonderen Aktionärskreis mit rund 33 Prozent kommunalen Anteilseignern, andererseits an zahlreichen Mehr- und Minderheitsbeteiligungen an regionalen Unternehmen.</p>
<p>Diese regionale Verbundenheit prägt unser Unternehmen und zeichnet uns aus: Weil wir uns auf die Realität vor Ort konzentrieren. In der Energiebranche denken wir nicht in Ost-West-Kategorien. Stattdessen diskutieren wir unterschiedliche Rahmenbedingungen von ländlichen Flächennetzen und städtischen Netzbetreibern – darin liegen die relevanten Unterschiede. Meine Leidenschaft gilt Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, deren Bedürfnisse ich anerkenne. Zusammen gestalten wir hier die Energiewende, die in den Verteilnetzen entschieden wird. Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben diese Herausforderung längst angenommen.</p>
<div id="attachment_8091-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8091-2" class="wp-image-8091" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/6_UW-Klein-Lehmhagen-12_b.jpg" alt="Umspannwerk Klein Lehmhagen, gelegen im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Abbildung: E.DIS AG" width="600" height="374"><p id="caption-attachment-8091-2" class="wp-caption-text">Umspannwerk Klein Lehmhagen, gelegen im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Abbildung: E.DIS AG</p></div>
<div class="mceTemp"></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">E.DIS AG</span></h2>
<p><strong>GEGRÜNDET:</strong> 1999/Fürstenwalde (Spree)<br>
<strong>STANDORTE:</strong> Fürstenwalde (Spree), Potsdam, Demmin<br>
<strong>MITARBEITENDE: </strong>Circa 3.300<br>
<strong>WEBSITE:</strong> <a href="https://www.e-dis.de/de.html" target="_blank" rel="noopener">e-dis.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Dr. Patrick Wittenberg</span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong>GEBOREN:</strong> 1981/Essen</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Oldenburg </span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Dirk Laabs: „Der deutsche Goldrausch: Die wahre Geschichte der Treuhand“, 2012<br>
<strong>MEIN URLAUBSTIPP:</strong> Usedom </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/dr-patrick-wittenberg-energieschub-aus-dem-osten-hat-strom-eine-ostdeutsche-komponente/">Dr. Patrick Wittenberg: Energieschub aus dem Osten. Hat Strom eine ostdeutsche Komponente?</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was braucht die ostdeutsche Energiewirtschaft jetzt? Statements von Unternehmen und der Ostbeauftragten</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/wo-steht-die-ostdeutsche-energiewirtschaft-die-energieumfrage-2026-von-ostdeutschland-info/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In wenigen Tagen findet in Leipzig das Ostdeutsche Energieforum statt. Aus diesem Anlass haben wir die Ostbeauftragte der Bundesregierung und ausgewählte Energieunternehmen in Ostdeutschland um Statements zur ostdeutschen Energiewirtschaft gebeten.<br />
Neben der Ostbeauftragen Elisabeth Kaiser haben uns die Unternehmen E.DIS, EWE, ThEEN und die VNG ihre Einschätzungen zukommen lassen. Konkret wollten wir wissen: Was braucht die ostdeutsche Energiewirtschaft jetzt?<br />
In den Statements werden große Chancen für eine positive Entwicklung der ostdeutschen Energiewirtschaft gesehen. Grund dafür seien unter anderem die bereits vorhandene Infrastruktur [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/wo-steht-die-ostdeutsche-energiewirtschaft-die-energieumfrage-2026-von-ostdeutschland-info/">Was braucht die ostdeutsche Energiewirtschaft jetzt? Statements von Unternehmen und der Ostbeauftragten</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In wenigen Tagen findet in Leipzig das Ostdeutsche Energieforum statt. Aus diesem Anlass haben wir die Ostbeauftragte der Bundesregierung und ausgewählte Energieunternehmen in Ostdeutschland um Statements zur ostdeutschen Energiewirtschaft gebeten.<span id="more-10532"></span></p>
<p>Neben der Ostbeauftragen Elisabeth Kaiser haben uns die Unternehmen E.DIS, EWE, ThEEN und die VNG ihre Einschätzungen zukommen lassen. Konkret wollten wir wissen: Was braucht die ostdeutsche Energiewirtschaft jetzt?</p>
<p>In den Statements werden große Chancen für eine positive Entwicklung der ostdeutschen Energiewirtschaft gesehen. Grund dafür seien unter anderem die bereits vorhandene Infrastruktur und die Transformationserfahrungen vor Ort. Zugleich werden verlässliche politische Rahmenbedingungen für Investitionen gefordert und eine frühzeitige Kommunikation im Transformationsprozess. Aber machen Sie sich selbst ein Bild:</p>
<hr>
<div id="attachment_10569-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10569-2" class="wp-image-10569" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/250904_JBMF_PHT4329_quelle_photothek_juliane_sonntag.jpg" alt="Elisabeth Kaiser, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland. Abbildung: BMF, Photothek, Juliane Sonntag" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10569-2" class="wp-caption-text">Elisabeth Kaiser, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland. Abbildung: BMF, Photothek, Juliane Sonntag</p></div>
<blockquote><p><em>Eine starke Energiewirtschaft ist eine wichtige Grundlage für wirtschaftliches Wachstum und sichere Arbeitsplätze in Ostdeutschland. Dafür braucht die ostdeutsche Energiewirtschaft vor allem gute und verlässliche Rahmenbedingungen.</em></p>
<p><em>Energie muss sicher und bezahlbar sein. Mit dem Industriestrompreis schaffen wir für energieintensive Unternehmen mehr Planungssicherheit und stärken damit industrielle Wertschöpfung. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen wir leistungsfähige Netze, mehr Speicher und flexible Kapazitäten. Die Bundesregierung beschleunigt deshalb den Stromnetzausbau und arbeitet daran, den Ausbau erneuerbarer Energien und der Netze stärker aufeinander abzustimmen und kosteneffizienter zu gestalten.</em></p>
<p><em>Ostdeutschland ist Vorreiter bei der Energiewende, denn hier wird schon heute besonders viel Strom aus Wind und Sonne erzeugt – sogar mehr, als vor Ort verbraucht wird. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass aus diesem Potenzial konkrete wirtschaftliche Anwendungen entstehen. Ein Beispiel ist die Wasserstoffwirtschaft, deren Hochlauf wir durch den Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes fördern.</em></p>
<p><em>Erneuerbare Energien sind nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch ein echter Standortvorteil für Ostdeutschland. Denn wo viel erneuerbare Energie verfügbar ist, entstehen neue Möglichkeiten für Industrie, Mittelstand und Zukunftstechnologien. Das gilt für energieintensive Geschäftsmodelle ebenso wie für Wasserstoff, Speichertechnologien oder Rechenzentren.</em></p>
<p><em>Ostdeutschland ist Zukunftsregion. Hier werden neue Energiesysteme erprobt, industrielle Transformation findet konkret statt und innovative Unternehmen schaffen neue Perspektiven. Die Chancen der Energiewende wollen wir gemeinsam mit den Ländern, Kommunen und der Wirtschaft nutzen. Das Ostdeutsche Energieforum ist der richtige Ort, um über die nächsten Schritte zu sprechen.“</em></p>
<hr>
</blockquote>
<div id="attachment_10570-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10570-2" class="wp-image-10570" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Patrick-Wittenberg-E.DIS-AG.jpg" alt="Dr. Patrick Wittenberg, Vorstandsvorsitzender, E.DIS AG, Abbildung: Uwe Tölle, E.DIS AG" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10570-2" class="wp-caption-text">Dr. Patrick Wittenberg, Vorstandsvorsitzender, E.DIS AG, Abbildung: Uwe Tölle, E.DIS AG</p></div>
<blockquote><p><em>Gut ausgebaute Stromverteilnetze sind das Rückgrat der Energiewende, deshalb investiert die E.DIS Netz in diesem Jahr rund 350 Millionen Euro – mit weiter steigender Tendenz. Damit haben wir unsere Investitionen im Vergleich zu den Vorjahren bereits deutlich erhöht. Und dies ist nicht alles: In den kommenden fünf Jahren plant das Unternehmen, mehr als 2 Milliarden Euro zu investieren – und damit das Verteilnetz auf allen Ebenen auszubauen.</em></p>
<p><em>E.DIS steht vor einer großen Aufgabe – und gleichzeitig steckt dahinter bereits heute ein großer Erfolg: eine Grünstromquote in unserem Stromnetz von 180 Prozent (EEG-Einspeisung ins Netz der E.DIS, bezogen auf den Netzabsatz der E.DIS, vorbehaltlich nachträglicher Anpassungen durch Mehr- und Mindermengenabrechnungen mit den Lieferanten und sonstigem Clearing).</em></p>
<p><em>Technisch setzt E.DIS die Energiewende in seinem Netz erfolgreich um, doch neben all den Herausforderungen und notwendigen Investitionen müssen wir dabei auch ein Hauptaugenmerk auf die Kosten für unsere Netzkunden legen. Daher sprechen wir uns ausdrücklich für eine Synchronisierung des Ausbaus der Erzeugungs-Anlagen mit dem vorhandenen Stromnetz aus. Für das Gelingen einer bezahlbaren Energiewende.“</em></p>
<hr>
</blockquote>
<div id="attachment_10571-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10571-2" class="wp-image-10571" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Stefan_Dohler_ohne-EWE-Nadel.jpg" alt="Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender, EWE AG, Abbildung: EWE AG" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10571-2" class="wp-caption-text">Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender, EWE AG, Abbildung: EWE AG</p></div>
<blockquote><p><em>EWE hat sich bereits kurz nach der Wiedervereinigung in Brandenburg und auf Rügen engagiert und trägt dort bis heute Verantwortung für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung. Gleichzeitig verändert die Energiewende die Geschäftsmodelle grundlegend. Gerade dort, wo heute Gasinfrastruktur eine wichtige Rolle spielt, müssen neue Perspektiven entstehen.</em></p>
<p><em>Ostdeutschland braucht deshalb verlässliche Rahmenbedingungen, die Investitionen in die Transformation ermöglichen – in Netze und Speicher ebenso wie in neue, klimafreundliche Wärmelösungen. Wir erleben etwa bei Quartieren und größeren Versorgungslösungen, wie sich bestehende Strukturen Schritt für Schritt auf eine klimafreundliche Zukunft ausrichten lassen.</em></p>
<p><em>Ostdeutschland hat viel Energie, Fläche und Transformationskompetenz. Daraus kann ein echter Standortvorteil werden, wenn Energiewende und wirtschaftliche Entwicklung konsequent zusammengedacht werden.“</em></p>
<hr>
</blockquote>
<div id="attachment_10572-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10572-2" class="wp-image-10572" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/20260105_theen_jana_liebe_webseite_quer.jpg" alt="Dr. Jana Liebe, Geschäftsführerin, Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerk (ThEEN) e.V. Abbildung: ThEEN 2026" width="600" height="375"><p id="caption-attachment-10572-2" class="wp-caption-text">Dr. Jana Liebe, Geschäftsführerin, Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerk (ThEEN) e.V. Abbildung: ThEEN 2026</p></div>
<blockquote><p><em>Die Energiewende ist eine gesamtgesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe – vergleichbar mit der deutschen Wiedervereinigung. Gerade Ostdeutschland verfügt aufgrund seiner Transformationserfahrungen über hervorragende Voraussetzungen, zu einer Modellregion zu werden und den Wandel aktiv mitzugestalten: weg von bürokratischen Top-down-Entscheidungen hin zu regionaler Versorgungssicherheit, lokaler Wertschöpfung und einer breiten Einbindung der Bevölkerung. Die Erträge der grünen Energieversorgung sollen vor allem den Menschen und Unternehmen vor Ort zugutekommen. Daher müssen Wege gefunden werden, Wertschöpfung in den Regionen zu halten und für ihre Entwicklung nutzbar zu machen.</em></p>
<p><em>Der Transformationsprozess sollte künftig deutlich stärker als politische, technische, infrastrukturelle und gesamtgesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe gedacht, umgesetzt und finanziell ausgestattet werden. Neben dem Aus- und Umbau der Energieinfrastruktur braucht es dafür vor allem frühzeitige Information und Kommunikation, um gemeinsam tragfähige und akzeptierte Lösungen zu entwickeln.“</em></p>
<hr>
</blockquote>
<div id="attachment_10573-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10573-2" class="wp-image-10573" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/VNG-HV-Stephan-Haupt-67606_Vorschau.jpg" alt="Stephan Haupt, Geschäftsführer der VNG Handel &amp; Vertrieb GmbH. Abbildung: Torsten Pross" width="600" height="418"><p id="caption-attachment-10573-2" class="wp-caption-text">Stephan Haupt, Geschäftsführer der VNG Handel &amp; Vertrieb GmbH. Abbildung: Torsten Pross</p></div>
<blockquote><p><em>Die ostdeutsche Energiewirtschaft braucht jetzt vor allem verlässliche politische Rahmenbedingungen für Investitionen in Erzeugung, Netze, Speicher, Wasserstoff und Biogas. Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit müssen dabei gleichermaßen im Blick bleiben. Ostdeutschland verfügt mit seiner starken Infrastruktur, qualifizierten Fachkräften und Transformationserfahrung über beste Voraussetzungen, die Energiewende erfolgreich zu gestalten. Gerade Biogas kann als flexibel einsetzbarer erneuerbarer Energieträger die Versorgungssicherheit stärken und die Energiewende im ländlichen Raum voranbringen.“</em></p></blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/wo-steht-die-ostdeutsche-energiewirtschaft-die-energieumfrage-2026-von-ostdeutschland-info/">Was braucht die ostdeutsche Energiewirtschaft jetzt? Statements von Unternehmen und der Ostbeauftragten</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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		<title>170 Jahre Rotkäppchen-Sekt: Vom visionären Traum zur beliebten Sektmarke</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/170-jahre-rotkaeppchen-sekt-vom-visionaeren-traum-zur-beliebten-sektmarke/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Rotkäppchen-Sektkellerei feiert heute ihr 170-jähriges Bestehen. Was einst als Idee dreier Freunde begann, gilt heute als Paradebeispiel für ostdeutsche Erfolgsgeschichten. Anlässlich des Jubiläums widmen wir dem Traditionsunternehmen ein Porträt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10583" class="wp-image-10583" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Produktion_Rotkaeppchen_1080x1080px.jpg" alt="Sie sind traditionell Teil vieler Silvesterfeiern: Rotkäppchen-Sektflaschen. Der Ursprung ihrer Geschichte liegt in der Gründung einer Weinhandlung. Abbildung: Rotkäppchen Mumm" width="600" height="600" data-wp-editing="1">Sie sind traditionell Teil vieler Silvesterfeiern: Rotkäppchen-Sektflaschen. Der Ursprung ihrer Geschichte liegt in der Gründung einer Weinhandlung. Abbildung: Rotkäppchen-Mumm<br />
Die Geschichte der Rotkäppchen-Sektkellerei hat [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/170-jahre-rotkaeppchen-sekt-vom-visionaeren-traum-zur-beliebten-sektmarke/">170 Jahre Rotkäppchen-Sekt: Vom visionären Traum zur beliebten Sektmarke</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Rotkäppchen-Sektkellerei feiert heute ihr 170-jähriges Bestehen. Was einst als Idee dreier Freunde begann, gilt heute als Paradebeispiel für ostdeutsche Erfolgsgeschichten. Anlässlich des Jubiläums widmen wir dem Traditionsunternehmen ein Porträt.</p>
<p><span id="more-9091"></span></p>
<div id="attachment_10583-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10583-2" class="wp-image-10583" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Produktion_Rotkaeppchen_1080x1080px.jpg" alt="Sie sind traditionell Teil vieler Silvesterfeiern: Rotkäppchen-Sektflaschen. Der Ursprung ihrer Geschichte liegt in der Gründung einer Weinhandlung. Abbildung: Rotkäppchen Mumm" width="600" height="600" data-wp-editing="1"><p id="caption-attachment-10583-2" class="wp-caption-text">Sie sind traditionell Teil vieler Silvesterfeiern: Rotkäppchen-Sektflaschen. Der Ursprung ihrer Geschichte liegt in der Gründung einer Weinhandlung. Abbildung: Rotkäppchen-Mumm</p></div>
<p>Die Geschichte der Rotkäppchen-Sektkellerei hat ihren Ursprung in Freyburg (Unstrut) im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Am 26. September 1856 fassten die Brüder Moritz und Julius Kloss sowie ihr Freund Carl Foerster den Entschluss, eine Weinhandlung zu gründen. Sie erkannten schnell das Potenzial von Schaumweinen und beteiligten sich 1857 an der „Freyburger Champagner-Fabrik-Gesellschaft“. Kurz darauf gründeten sie eine eigene Firma zur Herstellung von Sekt. Die ersten 6.000 Flaschen Kloss &amp; Foerster Sekt wurden in einer Wohnung im Hinterhaus der Familie Kloss abgefüllt. Dabei wurden sie von Kellermeister Gottfried Lewalder unterstützt.</p>
<div id="attachment_10584-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10584-2" class="wp-image-10584" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Freiburger_Champagner-Fabrik-Gesellschaft_1857.jpg" alt="Ein Anteilsschein der Freyburger Champagner-Fabrik-Gesellschaft von 1857. Kloss &amp; Foerster beteiligten sich daran. Die Gesellschaft wurde 1867 versteigert und der Besitz ging an Kloss &amp; Foerster über. Abbildung: EDHAC e.V., Wikimedia Commons" width="600" height="415"><p id="caption-attachment-10584-2" class="wp-caption-text">Ein Anteilsschein der Freyburger Champagner-Fabrik-Gesellschaft von 1857. Kloss &amp; Foerster beteiligten sich daran. Die Gesellschaft wurde 1867 versteigert und der Besitz ging an Kloss &amp; Foerster über. Abbildung: EDHAC e.V., Wikimedia Commons</p></div>
<h2><span class="title-bg">Ein Regionalprodukt wird international</span></h2>
<p>Die erste Flasche wurde am 17. Juni 1858 anlässlich der Hochzeit von Julius Kloss und Emma Gabler geöffnet. Das Getränk kam gut an. Noch im selben Jahr begann der Verkauf an Kunden. 1861 wurde der Sekt auf der Thüringischen Gewerbeausstellung in Weimar erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Aufgrund des französischen Ursprungs des Originals setzte das Unternehmen auf französische Markennamen wie „Monopol“, „Crémant Rosé“ oder „Sillery Grand Mousseux“ und präsentierte den Sekt auf weiteren Ausstellungen.</p>
<div id="attachment_10585-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10585-2" class="wp-image-10585" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Freyburg_4912x4912.jpg" alt="Das historische Hauptgebäude der Rotkäppchen-Sektkellerei in Freyburg. 1887 startete der Bau des fünfstöckigen Kellereigebäudes. Abbildung: Rotkäppchen Mumm" width="600" height="600"><p id="caption-attachment-10585-2" class="wp-caption-text">Das historische Hauptgebäude der Rotkäppchen-Sektkellerei in Freyburg. 1887 startete der Bau des fünfstöckigen Kellereigebäudes. Abbildung: Rotkäppchen-Mumm</p></div>
<p>Im Jahr 1866 wurde der Firmensitz in Freyburg vergrößert. Nach dem Scheitern der „Champagner-Fabrik-Gesellschaft“ gingen deren Gebäude, Einrichtungen und Materialien über eine Versteigerung an Kloss &amp; Foerster über. Aufgrund der steigenden Nachfrage reichten die regionalen Lieferungen bald nicht mehr aus. Ab 1867 kaufte man Most und Wein aus Baden und Württemberg, ab 1870 importierte das Unternehmen auch Wein aus der Champagne. 1887 entstand ein neues Kellereigebäude mit einer Fläche von 13.000 Quadratmetern. Es ist bis heute das Herz der Sektkellerei.</p>
<div id="attachment_10586-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10586-2" class="wp-image-10586" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Hans_Rudi_Erdt_-_Rotkaeppchen_1912.jpg" alt="Ein Rotkäppchen-Werbeposter für Kloss &amp; Foerster aus dem Jahr 1912. 1895 ist das Geburtsjahr der Wortmarke Rotkäppchen Sekt. Abbildung: Hans Rudi Erdt, Hollerbaum &amp; Schmidt, Wikimedia Commons" width="600" height="452"><p id="caption-attachment-10586-2" class="wp-caption-text">Ein Rotkäppchen-Werbeposter für Kloss &amp; Foerster aus dem Jahr 1912. 1895 ist das Geburtsjahr der Wortmarke Rotkäppchen Sekt. Abbildung: Hans Rudi Erdt, Hollerbaum &amp; Schmidt, Wikimedia Commons</p></div>
<h2><span class="title-bg">Der Name „Rotkäppchen Sekt“ entsteht</span></h2>
<p>Nach dem Gesetz zum Schutz der Warenbezeichnungen von 1894 durfte der Sekt nicht mehr „Monopol“ heißen. So kamen die rote Kapsel und der Name „Rotkäppchen Sekt“ zustande. Am 20. Februar 1895 wurde die Wortmarke beim Patentamt angemeldet und gilt bis heute. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs florierte das Geschäft. Danach ging das Weingut in Frankreich verloren und die Einfuhr französischer Weine wurde schwieriger. Auch die Weltwirtschaftskrise von 1929 traf die Sektkellerei. Im Zweiten Weltkrieg erschwerten Transportprobleme das Geschäft zusätzlich.</p>
<p>Nach dem Krieg kam es zur Enteignung. So führte der Befehl Nr. 76 der Sowjetischen Militäradministration zur Zwangsverwaltung von Kloss &amp; Foerster. Aus dem Unternehmen ging die VEB Rotkäppchen Sektkellerei Freyburg hervor. Der bisherige Besitzer Günther Kloss ging in den Westen und gründete im hessischen Rüdesheim die Sektkellerei Kloss &amp; Foerster neu.</p>
<h2><span class="title-bg">Eine DDR-Marke übersteht die Wendezeit</span></h2>
<p>In der DDR wurde Rotkäppchen-Sekt nach Fünfjahresplänen produziert. Im Jahr 1955 bewegten die Mitarbeitenden täglich bis zu 60.000 Flaschen im klassischen Rüttelverfahren. So entwickelte sich Rotkäppchen zu einer beliebten DDR-Marke. Ab 1981 wurden von Rostock aus internationale Schifffahrtslinien beliefert. Daraufhin nahmen zwei westdeutsche Importeure Rotkäppchen in ihr Programm auf. In der DDR wurde in den 1980er-Jahren der „Grand Mousseux“ zum beliebtesten Produkt.</p>
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                <li style="display: block; width: 100%;" class="slide-10590 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-09-24 17:08:35" data-filename="VEB_Rotkaeppchen_DDR_Sekt_Etikett_1979-600x400.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/VEB_Rotkaeppchen_DDR_Sekt_Etikett_1979-600x400.jpg" height="400" width="600" alt="Ein Etikett der VEB Rotkäppchen Sektkellerei, um 1979. Abbildung: Klaaschwotzer, Wikimedia Commons" class="slider-10588 slide-10590 msDefaultImage" title="Ein Etikett der VEB Rotkäppchen Sektkellerei, um 1979. Abbildung: Klaaschwotzer, Wikimedia Commons"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div><span style="line-height:107%;font-size:16px;">Ein Etikett der VEB Rotkäppchen Sektkellerei, um 1979. Abbildung: Klaaschwotzer, Wikimedia Commons</span></div></div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-10592 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-09-24 17:09:22" data-filename="Rotkaeppchen_DDR_Sekt_Etikett_1979-600x400.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Rotkaeppchen_DDR_Sekt_Etikett_1979-600x400.jpg" height="400" width="600" alt="Ein Etikett des Sektprodukts „Grand Mousseux“. Das Produkt wurde in den 1980er-Jahren zur beliebtesten Sorte der Rotkäppchen Sektkellerei. Abbildung: Klaaschwotzer, Wikimedia Commons" class="slider-10588 slide-10592 msDefaultImage" title="Ein Etikett des Sektprodukts „Grand Mousseux“. Das Produkt wurde in den 1980er-Jahren zur beliebtesten Sorte der Rotkäppchen Sektkellerei. Abbildung: Klaaschwotzer, Wikimedia Commons"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div><span style="line-height:107%;font-size:16px;">Ein Etikett des Sektprodukts „Grand Mousseux“. Das Produkt wurde in den 1980er-Jahren zur beliebtesten Sorte der Rotkäppchen Sektkellerei. Abbildung: Klaaschwotzer, Wikimedia Commons</span></div></div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-10596 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-09-24 17:10:56" data-filename="2024RotkaeppchenErlebniswelt-600x400.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/2024RotkaeppchenErlebniswelt-600x400.jpg" height="400" width="600" alt="Eine Ausstellungshalle in der Rotkäppchen Erlebniswelt. Abbildung: Stefan Oemisch, Wikimedia Commons" class="slider-10588 slide-10596 msDefaultImage" title="Eine Ausstellungshalle in der Rotkäppchen Erlebniswelt. Abbildung: Stefan Oemisch, Wikimedia Commons"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div><span style="line-height:107%;font-size:16px;">Eine Ausstellungshalle in der Rotkäppchen Erlebniswelt. Abbildung: Stefan Oemisch, Wikimedia Commons</span></div></div></div></li>
            </ul>
        </div>
        
    </div>
</div>
<p>Mit der Wende im Jahr 1989 brach der Umsatz ein. Nur noch 7,1 Millionen Flaschen wurden verkauft – 50 Prozent weniger als im Vorjahr. Schritt für Schritt konnte sich das Unternehmen jedoch wieder etablieren. 2002 übernahm Rotkäppchen von der kanadischen Seagram-Gruppe die Marken Mumm, Jules Mumm und MM Extra sowie die Sektkellereien in Eltville am Rhein und Hochheim am Main. Die Unternehmensgruppe trägt seitdem den Namen <a href="https://www.rotkaeppchen-mumm.de/" target="_blank" rel="noopener">Rotkäppchen-Mumm</a>.</p>
<div id="attachment_10597-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10597-2" class="wp-image-10597" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/RK_LOGO_170JAHRE.jpg" alt="Das Jubiläumslogo zu 170 Jahre Rotkäppchen. Abbildung: Rotkäppchen Mumm" width="600" height="559"><p id="caption-attachment-10597-2" class="wp-caption-text">Das Jubiläumslogo zu 170 Jahre Rotkäppchen. Abbildung: Rotkäppchen-Mumm</p></div>
<p>Im Jahr 2023 wurde die Rotkäppchen Erlebniswelt in Freyburg eröffnet. Auf 1.400 Quadratmetern können Besucher dort 50 interaktive Stationen erkunden und hinter die Kulissen der Sektherstellung blicken.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/170-jahre-rotkaeppchen-sekt-vom-visionaeren-traum-zur-beliebten-sektmarke/">170 Jahre Rotkäppchen-Sekt: Vom visionären Traum zur beliebten Sektmarke</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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		<title>Tom Waurig: Ost, Ost, Ostdeutschland. Wie mutige Menschen für ein anderes Bild von Ostdeutschland streiten</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/tom-waurig-ost-ost-ostdeutschland-wie-mutige-menschen-fuer-ein-anderes-bild-von-ostdeutschland-streiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tom Waurig, Sozialunternehmer, politischer Bildner sowie Gründer und Chefredakteur des Veto Magazins, ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8068" class="wp-image-8068 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Waurig_DIAO2.png" alt="Tom Waurig, Sozialunternehmer, politischer Bildner, Gründer und Chefredakteur Veto Magazin. Abbildung: Benjamin Jenak" width="703" height="1000">Tom Waurig, Sozialunternehmer, politischer Bildner, Gründer und Chefredakteur Veto Magazin. Abbildung: Benjamin Jenak<br />
Mai 2017: Mehr als 1.000 Fans [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/tom-waurig-ost-ost-ostdeutschland-wie-mutige-menschen-fuer-ein-anderes-bild-von-ostdeutschland-streiten/">Tom Waurig: Ost, Ost, Ostdeutschland. Wie mutige Menschen für ein anderes Bild von Ostdeutschland streiten</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Tom Waurig, Sozialunternehmer, politischer Bildner sowie Gründer und Chefredakteur des Veto Magazins, ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-8066"></span></p>
<div id="attachment_8068-2" style="width: 713px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8068-2" class="wp-image-8068 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Waurig_DIAO2.png" alt="Tom Waurig, Sozialunternehmer, politischer Bildner, Gründer und Chefredakteur Veto Magazin. Abbildung: Benjamin Jenak" width="703" height="1000"><p id="caption-attachment-8068-2" class="wp-caption-text">Tom Waurig, Sozialunternehmer, politischer Bildner, Gründer und Chefredakteur Veto Magazin. Abbildung: Benjamin Jenak</p></div>
<p>Mai 2017: Mehr als 1.000 Fans des sächsischen Fußballklubs Dynamo Dresden machen sich auf den Weg nach Karlsruhe. Es ist das vorletzte Spiel der damaligen Zweitligasaison. Stunden später werden alle großen Nachrichtenportale darüber berichten – weniger über das Spiel, das Dynamo mit 4:3 für sich entscheidet, als vielmehr über das Drumherum: Randale, Plünderungen, verletzte Polizeikräfte und eine „Kriegserklärung“ an den DFB. In Karlsruhe eskalierte die jahrelange Fehde um die Kommerzialisierung des Sports zwischen dem Verband und den Fans vieler Traditionsklubs – angeführt von den Ultras von Dynamo Dresden.</p>
<p>Ich war damals dabei, besaß ein paar Jahre eine Dauerkarte für alle Heimspiele. Bis zur Pandemie war das Fansein mein Hobby. Es war ein Erleben von Gemeinschaft. Beim Fanmarsch zum Stadion in Karlsruhe hatte ich mich am Ende eingereiht, vom Geschehen ganz vorne bekam ich nichts mit. Ich erfuhr später aus den Medienberichten davon.</p>
<p>An was ich mich noch gut erinnere, das ist ein Fangesang, den ich damals nach vielen Jahren im Stadion zum allerersten Mal hörte: „Ost, Ost, Ostdeutschland!“ Die Massen im Auswärtsblock bewegten sich seitlich zum Spielfeld, legten die Hände auf die Schulter der Person vor ihnen und marschierten in den Reihen der Tribüne auf und ab. Ich drängte mich an den Rand, schaute dem Treiben zu, fühlte mich unwohl. Nicht wegen der Kritik am DFB oder den Shirts im Military-Look, sondern wegen des Gesangs. Ich konnte mich damit nicht identifizieren, wie ich es auch mit anderen Parolen nie konnte: „Ihr seid Wessis, a***** Wessis!“ Rivalität im Fußball, ja, die gibt es und sie bewegt sich oft entlang von Grenzen, aber auf diese Art und Weise, das ist mir fremd.</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Was es braucht, ist gemeinsame Identifikation. Lasst uns dem Osten zujubeln und Fans sein: Demokratie-Ultras.”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg"><strong>Ein ständiges Unwohlsein </strong></span></h2>
<p>Ich bin im Januar 1990 in Görlitz geboren, habe ein geteiltes Deutschland nie erleben müssen. Teile meiner Familie leben im Westen, den Osten habe ich nie verlassen. Sachsen fühle ich mich irgendwie verbunden. Vielleicht ist es auch eher eine Verpflichtung, progressive Ideen genau hier zu verbreiten und nicht zu kapitulieren.</p>
<p>Denke ich an Ostdeutschland, denke ich an die Bilder von den rechtsextremen Ausschreitungen vor einer Geflüchtetenunterkunft in Heidenau, an Pegida, an Neonazi-Aufmärsche am 13. Februar in Dresden. Zehn Jahre lang habe ich für eine Anti-Rechts-Initiative gearbeitet, diese Bilder haben mich geprägt. Später dann die permanenten Erklärungsversuche immer neuer AfD-Wahlerfolge und das ständige Unwohlsein damit. Die „ostdeutsche Seele“ zu erklären, das wird medial immer wieder versucht – und meist bleibt es oberflächlich.</p>
<p>Ich selbst bewege mich in einer gesellschaftlichen Blase. Mit Menschen, die AfD wählen oder mit der rechtsextremen Partei sympathisieren, habe ich privat nicht wirklich zu tun. Dafür aber mit den Menschen, die gegenhalten, die Hoffnung geben, die einen anderen Osten prägen.</p>
<div id="attachment_8070-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8070-2" class="wp-image-8070" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/annaschmitt_karla_schroeder-61.jpg" alt="Anna Schmidt gibt in Dresden Kurse in Brazilian Jiu-Jitsu – und nur Frauen haben Zutritt. Abbildung: Karla Schröder " width="600" height="451"><p id="caption-attachment-8070-2" class="wp-caption-text">Anna Schmidt gibt in Dresden Kurse in Brazilian Jiu-Jitsu – und nur Frauen haben Zutritt. Abbildung: Karla Schröder</p></div>
<h2><span class="title-bg"><strong>Das ist der andere Osten </strong></span></h2>
<p>Denke ich an Ostdeutschland, dann denke ich an die vielen Engagierten, die sich Nazis in den Weg stellen und die sich trotz aller Widerstände um ein positives Bild vom Osten bemühen, die streiten, die bleiben, die gestalten. Ihnen gebe ich mit dem Veto Magazin seit Jahren eine mediale Bühne, um die mutigen Geschichten zu erzählen und zu verbreiten – zehn Beispiele:</p>
<p>Bad Dürrenberg in Sachsen-Anhalt: durchschnittlich kleinstädtisch. Im April 2025 hielt Max auf dem Marktplatz seiner Heimatstadt eine Rede bei der montäglichen Querdenken-Demo. Er sei nicht hier, um zu gefallen, spricht er ins Mikrofon, sondern als Antifaschist. Das Video mit der Rede des 16-jährigen Schülers zählt heute bald eine halbe Million Aufrufe. Sein Leben hat sich seitdem verändert. Seine Mutter sorgt sich um ihn. Max aber hat eine klare Mission. Bis zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt im September 2026 möchte er alles tun, um gegen die rechtsextreme AfD zu mobilisieren.</p>
<p>Anna Schmidt will sich nicht mit der Erzählung abfinden, „dass Männer Kämpfer sind und Frauen nicht“. Also gibt sie in Dresden Kurse in Brazilian Jiu-Jitsu – und nur FLINTA* haben Zutritt. Auch Schmidt hat auf der Matte negative Erfahrungen mit Männern gemacht. Sie erzählt von denen, die sie unterschätzt haben und nicht richtig mit ihr kämpfen wollten, weil sie eine Frau ist. Gleichzeitig reagierten Männer oft mit der immer gleichen Frage, wenn sie von ihrer Kampfsportleidenschaft erzählt: „Oh, muss ich da Angst haben vor dir?“ Und ihre Antwort ist jedes Mal die gleiche: „Ja!“</p>
<p>Der 13. Februar ist der wohl am stärksten umkämpfte Gedenktag im Land. Rechtsextreme nutzten ihn seit Ende der 1990er-Jahre für ihre eigenen Zwecke. 2010 wurden die Aufzüge schließlich durch Sitzblockaden gestoppt. Seit zehn Jahren bringt sich Rita Kunert in Bündnissen ein, um ein differenziertes Bild von der Bombardierung Dresdens zu zeichnen. Kunert habe vergleichsweise spät zum Aktivismus gefunden. Als die Kinder aus dem Haus waren, fand sie Zeit und sieht sich als Bindeglied zum Bildungsbürgertum: „Ich bin einfach älter, erreiche andere Menschen.“</p>
<p>Was passiert, wenn Kultur nicht nur auf Bühnen spielt, sondern alltäglich wird? Anica Happich sucht im Theater Antworten auf die gesellschaftliche Spaltung. Mit ihren Kulturangeboten geht sie in Erfurts Plattenbauviertel und sucht auch den Dialog mit Menschen, die AfD wählen. Und das ausgerechnet in Thüringen. Dort also, wo Rechts-sein Alltag ist. Wenn Happich öffentliche Räume bespielt, ist das immer auch ein politischer Akt. Theater versteht sie als eine Praxis, die Haltung und Antworten verlangt – auch auf unbequeme Fragen: Mit wem reden wir denn noch?</p>
<p>Wie eine Oase glitzert der Kashay Salon im düster verregneten Dresdner Industriegelände. Discokugeln und bunte Lichter strahlen durch die Nacht. Teppiche und Tücher hängen am zweistöckigen Backsteingebäude, Wimpelketten sind quer über den Hof gespannt. Ein paar Stunden zuvor hat Rakans noch Dutzende Luftballons aufgepustet, die jetzt unkontrolliert über die Tanzfläche schweben. Für diesen Abend hat das von Rakans gegründete Kollektiv Rawmantique den Club gebucht. Das bedeutet: es wird queer, sexpositiv und ausgelassen.</p>
<div id="attachment_8071-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8071-2" class="wp-image-8071" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Jessy_James_KarlaSchroeder_DSC102-1.jpg" alt="Jessy James LaFleur geht aufs Land und streitet genau dort für ein anderes Narrativ vom „Osten“. Abbildung: Karla Schröder" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8071-2" class="wp-caption-text">Jessy James LaFleur geht aufs Land und streitet genau dort für ein anderes Narrativ vom „Osten“. Abbildung: Karla Schröder</p></div>
<h2><span class="title-bg"><strong>#Baseballschlägerjahre </strong></span></h2>
<p>Ocean Hale ist in Döbeln geboren, aufgewachsen und – immer noch da. Im Gegensatz zu vielen befreundeten Menschen. Es gab einen Grund, in Sachsen zu bleiben: den Verein Treibhaus. Das soziokulturelle Zentrum wurde bereits im frühen Teenageralter zu einem zweiten Zuhause, erzählt er. „Mir war früh klar, dass ich mich politisch engagieren wollte und hier ging das. Viele Kleinstädte im Hinterland haben so einen Anker gar nicht. Das ist wirklich ein Halt für progressive Kräfte in der Region.“ Doch dieser kontinuierliche Einsatz geht auch an die Substanz.</p>
<p>Der #Hashtag Baseballschlägerjahre zeigt, wie Neonazis in den 90ern den ostdeutschen Alltag dominierten. Auch Doro Schneider hat Drohungen erlebt – und engagiert sich seitdem im Dreiländereck. Es gibt Momente, in denen sie sich fragt, warum sie sich das eigentlich alles antut. Mit vier Kindern, davon zwei Teenager, wäre ihr Tag schon gut ausgefüllt. Und doch investiert Schneider Zeit in ein Ehrenamt. Viel Zeit, seit gut 18 Jahren inzwischen. „Ich möchte, dass meine Kinder in einer ordentlichen Welt leben. Und ich will meinen Teil dazu beitragen.“</p>
<p>Ein lauter, dumpfer Schlag hallt durch den Raum. Der großgewachsene Kämpfer zerrt am Bund seiner Baumwolljacke. In Neubrandenburg hat Sunny ein linkes Kampfsportstudio aufgebaut. Vor mehr als zehn Jahren zog er aus dem Wendland in die mecklenburgische Kleinstadt. Sich mit den Kumpels im Keller raufen, das habe ihm schon immer gefallen, erzählt er. Nach seinem Umzug in den Osten sind schließlich auch die Anfeindungen von Rechtsaußen mehr geworden: „Ich bin oft genug von Faschos verprügelt worden und wollte mich einfach auch verteidigen können.“</p>
<p>Jessy James LaFleur macht das, was die demokratischen Parteien zu lange schon versäumt haben: Sie geht aufs Land. An Orte, die anfällig sind für rechte Parolen und völkische Gedanken. Knapp 142 km von Berlin entfernt liegt die Oberlausitz. 67 Prozent der Region gehören zu Sachsen, 30 Prozent zu Polen und drei Prozent zu Brandenburg. „Wo Öffis kaum vorhanden sind, wo Frustration sich stetig aufbäumt und Wälder für Kohle verschwinden, wo Menschen sich ungehört und abgehangen fühlen.“ So beschreibt Jessy James LaFleur den Landstrich. Genau hier streitet sie für ein anderes Narrativ vom „Osten“.</p>
<p>Ostritz: eine unscheinbare ostsächsische Gemeinde, gelegen zwischen Zittau und Görlitz. 2.000 Menschen leben hier entlang der Grenze zu Polen. Tourismusmagnet ist ein Kloster aus dem 13. Jahrhundert, ein weitläufiges Gelände, das idyllisch an der Neiße liegt. Ungewollt ist Ostritz durch Neonazi-Events bekannt geworden. Josefine Johne und Bastien Eifler stellen sich gegen dieses mediale Bild ihrer Heimat und schaffen mit einem „Alternativen Zentrum“ kreative Freiräume. Denn sie wissen nur zu gut: „Freizeitangebote waren schon immer Mangelware in Ostritz.“</p>
<div id="attachment_8072-2" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8072-2" class="wp-image-8072" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Kampfsport_DSC00183-1.jpg" alt="Neonazis tummeln sich im Kampfsport. In Neubrandenburg ist ein linker Gegenentwurf entstanden. Abbildung: Benjamin Jenak" width="500" height="334"><p id="caption-attachment-8072-2" class="wp-caption-text">Neonazis tummeln sich im Kampfsport. In Neubrandenburg ist ein linker Gegenentwurf entstanden. Abbildung: Benjamin Jenak</p></div>
<h2><span class="title-bg"><strong>Ostdeutschland zujubeln </strong></span></h2>
<p>Ich bewundere diese Menschen für ihren Einsatz, dafür, dass sie für Veränderung etwas riskieren. Ohne sie wäre im Osten vieles sehr viel düsterer. Wenn wir uns zusammentun, scheint also vieles möglich. Das habe ich oft auch im Stadion erlebt: dass ein kollektiver Rausch Gutes schafft. Was ich von den vielen Besuchen mitnehme, das ist die Erkenntnis, dass eine Verbundenheit auch unter Unbekannten entstehen kann, sobald uns die Hingabe für dieselbe Sache eint. Was es dafür braucht, ist gemeinsame Identifikation. Lasst uns dem Osten zujubeln und gemeinsam Fans sein: Demokratie-Ultras. Schließlich waren es auch die medial so oft gescholtenen Fangruppierungen, die dafür gesorgt haben, dass der weitverbreitete Rassismus der 90er-Jahre in den Stadien ein Randphänomen geworden ist. Weil Ultras Auseinandersetzungen mit Rechtsextremen um die Deutungshoheit geführt und an vielen Orten auch für sich entschieden haben.</p>
<div id="attachment_8073-2" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8073-2" class="wp-image-8073" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Ostritz_Engagierte_DSC09050.jpg" alt="Im sächsischen Ostritz schaffen Engagierte Freiräume und so ein anderes Bild ihrer Heimat. Abbildung: Benjamin Jenak" width="300" height="450"><p id="caption-attachment-8073-2" class="wp-caption-text">Im sächsischen Ostritz schaffen Engagierte Freiräume und so ein anderes Bild ihrer Heimat. Abbildung: Benjamin Jenak</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg"><strong>Tom Waurig</strong></span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong>GEBOREN:</strong> 1990/Görlitz</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Dresden </span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Jakob Springfeld: „Der Westen hat keine Ahnung, was im Osten passiert“, 2025<br>
</span><span style="color: #000000;"><strong>MEIN FILMTIPP: </strong>„Im Osten was Neues“, 2025<strong><br>
</strong></span><span style="color: #000000;"><strong>MEIN URLAUBSTIPP:</strong> Alte Spitzenfabrik in Grimma</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/tom-waurig-ost-ost-ostdeutschland-wie-mutige-menschen-fuer-ein-anderes-bild-von-ostdeutschland-streiten/">Tom Waurig: Ost, Ost, Ostdeutschland. Wie mutige Menschen für ein anderes Bild von Ostdeutschland streiten</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jägerschnitzel. Der Ost-Ost-Blick #10: Herbstnebel</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/jaegerschnitzel-der-ost-ost-blick-10-herbstnebel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2026 08:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Teil zehn seiner Kolumne wirft Julian Nejkow einen Blick auf die Ergebnisse der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Er registriert eine Politik, die immer mehr auf Sicht fährt anstatt entschlossen zu handeln.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10553" class="wp-image-10553" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Nejkow-Cover-Kolumne.jpg" alt="Julian Nejkow, 1988 in Thüringen geboren, ist Deutsch-Bulgare mit Bindestrichidentität. Er hat Politikwissenschaft in Jena und Dresden studiert. Seit 2021 beschäftigt er sich verstärkt mit Ostdeutschland. Abbildung: Paul Glaser" width="450" height="563">Julian Nejkow, 1988 in Thüringen geboren, ist Deutsch-Bulgare mit Bindestrichidentität. Er hat [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/jaegerschnitzel-der-ost-ost-blick-10-herbstnebel/">Jägerschnitzel. Der Ost-Ost-Blick #10: Herbstnebel</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In Teil zehn seiner Kolumne wirft Julian Nejkow einen Blick auf die Ergebnisse der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Er registriert eine Politik, die immer mehr auf Sicht fährt anstatt entschlossen zu handeln.</p>
<p><span id="more-10545"></span></p>
<div id="attachment_10553-2" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10553-2" class="wp-image-10553" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Nejkow-Cover-Kolumne.jpg" alt="Julian Nejkow, 1988 in Thüringen geboren, ist Deutsch-Bulgare mit Bindestrichidentität. Er hat Politikwissenschaft in Jena und Dresden studiert. Seit 2021 beschäftigt er sich verstärkt mit Ostdeutschland. Abbildung: Paul Glaser" width="450" height="563"><p id="caption-attachment-10553-2" class="wp-caption-text">Julian Nejkow, 1988 in Thüringen geboren, ist Deutsch-Bulgare mit Bindestrichidentität. Er hat Politikwissenschaft in Jena und Dresden studiert. Seit 2021 beschäftigt er sich verstärkt mit Ostdeutschland. Abbildung: Paul Glaser</p></div>
<p>Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagte für gestern und heute dichten Nebel voraus. Das erinnert mich unweigerlich an ein Gedicht. Es war das einzige Gedicht, das ich einst halbwegs fehlerfrei vortragen konnte: der „Erlkönig“.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?</p>
<p>Es ist der Vater mit seinem bundesrepublikanischen Kind;</p>
<p>Er hat den Knaben so halb noch im Arm,</p>
<p>Er fasst ihn nicht sicher, er hält ihn lauwarm.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? –</p>
<p>Siehst, Vater, du den Populismus nicht?</p>
<p>Den Populismus mit Kron’ und Schweif? –</p>
<p>Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. –</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!</p>
<p>Gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir;</p>
<p>Manch’ Wahlversprechen sind an dem Strand,</p>
<p>Meine Versprechen hüll ich in manch gülden Gewand.“ –</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,</p>
<p>Was der Populismus mir leise verspricht? –</p>
<p>Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;</p>
<p>In dürren Blättern säuselt der Wind. –</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?</p>
<p>Meine Töchter und Söhne dir die Augen verblenden schön?</p>
<p>Dir alles versprechen und nichts davon halten oder alles zu Tode verwalten?“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort</p>
<p>Populismus Töchter und Söhne am düstern Ort? –</p>
<p>Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’ es genau:</p>
<p>Es scheinen die alten Weiden so grau. –</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;</p>
<p>Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“ –</p>
<p>Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!</p>
<p>Populismus hat mir ein Leids getan! –</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dem Vater grauset’s; er reitet geschwind,</p>
<p>Er hält in Armen das ächzende bundesrepublikanische Kind,</p>
<p>Erreicht den Reichstag mit Mühe und Not;</p>
<p>In seinen Armen das Kind war tot.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Johann Wolfgang von Goethe, verzeihen Sie mir. Meine etwas eigene Interpretation Ihrer Ballade ist eigentümlich. Ich gebe zu, Gedichtinterpretation ist wahrlich nie meine Stärke gewesen. Vielmehr ist es die Analyse, bei der ich solide war und bin. Doch ich bin mit meinem Latein am Ende.</p>
<p>Wieder einmal habe ich die letzten zwei Tage kaum eine Berichterstattung zu den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin verpasst. Zuweilen fragte ich mich: Reden wir vom gleichen Sachverhalt? Da tritt ein Kanzler nach einer Prognose vor die Presse und verkündet ein stattgefundenes Desaster, um danach klarzumachen, dass im Prinzip alles bleibt, wie es ist. Bei der Wahlparty der Linken, die einen fulminanten Sieg in Berlin einfuhr, tummelte sich das „Who is who“ der Berliner Unterwelt. In Mecklenburg-Vorpommern verkündete Ministerpräsidentin Manuela Schwesig einen Wahlsieg, während die CDU ihre Koffer packte und aus dem Landtag flog. Die einen sprechen von einem Sieg, obwohl sie vier Prozent verloren haben, die anderen, die 21 Prozent gewonnen haben, wurden im Vergleich zu 2021 stärkste Kraft und fühlen sich trotzdem wie Verlierer.</p>
<p>Verrückte Politikwelt.</p>
<p>Doch damit nicht genug. Wird die Berliner CDU unter ihrem Spitzenkandidaten nach einer Wahlniederlage mehr denn je gebraucht? Ist das so? Man könnte meinen, ich berichte hier von einem satirischen Theaterstück, doch dem ist nicht so. Wieder einmal hat der Wähler geliefert. Die Wahlbeteiligung war historisch hoch, doch es entsteht der dringende Verdacht, einigen Gewählten wäre es lieber gewesen, die Wähler wären zu Hause auf dem Sofa geblieben. „Was die für einen Scheiß zusammenwählen“, ist von einem Amtsträger der CDU unter vorgehaltener Hand zu hören.</p>
<p>Die Botschaft der Wähler wird nicht gehört, nicht verstanden und am ehesten ignoriert. Denn am Ende bleibt doch irgendwie alles, wie es ist – das ist die Ironie der Geschehnisse. Schwesig wurschtelt sich mit Rot-Rot-Grün durch. Berlin wird demnächst von „Kenia“ oder „Transnistrien“ regiert, SPD und Grüne können vor Lachen kaum noch schlafen. Beide verlieren bei den Wahlen, sind aber trotzdem dabei. Sie sind die Sieger der Herzen, die Zweitplatzierten oder die Drittplatzierten. Die Politik hat es verstanden, nur spricht sie ganz offensichtlich eine Sprache, die selbst wohlwollende Bürger nicht mehr verstehen.</p>
<p>So siegt der Populismus – nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Vergessen wir nicht die Situation in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Brandenburg. Es sind zum Teil absurde Konstellationen, die dann von der Politik in Fachsprache zurechtargumentiert werden. Das Politik-Establishment scheint anzunehmen, dass der Wähler es nicht merkt. Dem ist jedoch nicht so. Die Politik gibt sich jetzt entschlossen. Sie haben die richtigen Antworten auf die falschen Fragen. Sie stochern im Nebel und fahren auf Sicht. Immer nach dem Motto: Die nächste Wahl kommt bestimmt – oder wir können es nicht und machen es trotzdem.</p>
<p>Na dann volle Fahrt voraus.</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>BUCHTIPP:</strong>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-8127" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Nejkow_Hoellenjahre.jpg" alt width="200" height="284">Julian Nejkow: „Höllenjahre – von jetzt auf gleich”, epubli, Berlin 2024, 336 Seiten, 19,90 € (Softcover).</p>
<p>Mehr Informationen unter <a href="http://www.Ölbart.de" target="_blank" rel="noopener">ölbart.de</a>.</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
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			</item>
		<item>
		<title>Buchvorstellung: „Nicht mit unserem Land“ von Reiner Haseloff</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-nicht-mit-unserem-land-von-reiner-haseloff-und-robert-burdy/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=10241</guid>

					<description><![CDATA[<p>Reiner Haseloff hat Sachsen-Anhalt viele Jahre als Ministerpräsident geprägt. Nach der Landtagswahl ist ein Buch von ihm erschienen, in dem er gemeinsam mit dem Journalisten Robert Burdy auf sein politisches Leben zurückblickt. Wir haben es gelesen. </p>
<p>BUCHTIPP:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-10535" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Burdy_Haseloff_Nicht-mit-unserem-Land_Cover_2026.jpg" alt="Das Cover von Reiner Haseloff und Robert Burdys Buch: Nicht mit unserem Land" width="280" height="459"><br />
Reiner Haseloff, Robert Burdy: „Nicht mit unserem Land: Eine ostdeutsche Positionsbestimmung“, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2026, 256 Seiten, 22 € (Hardcover).</p>
<p>Das Buch [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-nicht-mit-unserem-land-von-reiner-haseloff-und-robert-burdy/">Buchvorstellung: „Nicht mit unserem Land“ von Reiner Haseloff</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reiner Haseloff hat Sachsen-Anhalt viele Jahre als Ministerpräsident geprägt. Nach der Landtagswahl ist ein Buch von ihm erschienen, in dem er gemeinsam mit dem Journalisten Robert Burdy auf sein politisches Leben zurückblickt. Wir haben es gelesen. <span id="more-10241"></span></p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>BUCHTIPP: </strong>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-10535" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Burdy_Haseloff_Nicht-mit-unserem-Land_Cover_2026.jpg" alt="Das Cover von Reiner Haseloff und Robert Burdys Buch: Nicht mit unserem Land" width="280" height="459"></p>
<p>Reiner Haseloff, Robert Burdy: „Nicht mit unserem Land: Eine ostdeutsche Positionsbestimmung“, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2026, 256 Seiten, 22 € (Hardcover).</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Das Buch ist in elf verschiedene Kapitel aufgeteilt, die politisch prägende Abschnitte im Leben von Reiner Haseloff beleuchten. Zu Beginn widmen sich Haseloff und Burdy, ein in Köln geborener langjähriger MDR-Nachrichtensprecher, dem Thema Freiheit. Haseloff beschreibt, inwiefern der Volksaufstand von 1956 in Ungarn ein Vorreiter für den Aufstand in der DDR von 1989 war. Dabei wird die enge Bindung Haseloffs zu Ungarn deutlich. Seine Frau studierte in Budapest, während er sein Studium in Dresden absolvierte, sodass sie eine Fernbeziehung führen mussten.</p>
<p>Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Religion durch Haseloffs Leben. Die Leser erfahren, welche prägenden Einflüsse Pfarrer Heinrich Aust und der christliche Philosoph Josef Pieper auf Haseloff ausübten. Es wird beschrieben, wie Haseloff in der DDR zur Blockpartei CDU kam und warum er sich nach der Wende der bundesdeutschen CDU anschloss. Darüber hinaus erklärt Haseloff, wie ihm die Religion in schwierigen Phasen Kraft gab, etwa seine Kirchenbesuche während der Coronapandemie.</p>
<p>Anschließend legen die beiden Autoren den Fokus auf die Krise der Volksparteien SPD und CDU sowie den Aufstieg der AfD. Haseloff macht deutlich, dass er die Brandmauer-Diskussion für falsch hält. Er erläutert, warum die Abgrenzung zur AfD seiner Ansicht nach für die Union keine strategische Position, sondern eine Überlebensfrage und Frage ihrer christlichen Identität ist. In diesem Zusammenhang thematisieren Haseloff und Burdy den Konflikt in der CDU Sachsen-Anhalt mit dem ehemaligen Innenminister Holger Stahlknecht. Stahlknecht hatte gemeinsam mit anderen Kräften im Landesverband eine Öffnung gegenüber der AfD in Betracht gezogen. Haseloff betont, dass er im Hinblick auf den Zusammenhalt der Kenia-Koalition keine andere Wahl hatte, als Stahlknecht zu entlassen, und verteidigt sein Vorgehen.</p>
<p>Ein weiteres Thema des Buches ist die Wirtschaft. Haseloff und Burdy zeigen anhand von Großprojekten, etwa der geplanten Intel-Ansiedlung in Magdeburg, wie die Leistungs- und Genehmigungsgeschwindigkeit ostdeutscher Verwaltungen funktioniert – selbst wenn globale Marktkrisen eine Umsetzung verhindern. Von beiden wird der Niedergang des Solar Valleys kritisiert, der durch chinesisches Preisdumping bei gleichzeitig mangelnder Unterstützung durch die Politik verursacht wurde. Haseloff übt auch Kritik an der Bundesregierung, wenn es um die aus Berlin vorgegebene Energiepolitik und den Umgang mit der Klimakrise geht. Neben der Migrationspolitik seit 2015 hält er die Politik der Ampel für eine der Hauptursachen für den Frust der Bürger.</p>
<p>Beim Thema Zuwanderungspolitik blicken Haseloff und Burdy detailliert auf die Flüchtlingskrise von 2015 zurück. Haseloff betont, dass eine strikte Trennung zwischen humanitärem Asyl für Schutzsuchende, gezielter Fachkräfteeinwanderung und der Festlegung von Obergrenzen notwendig ist. Die Autoren erklären, dass das Bürgervertrauen stark gelitten habe, weil der Staat aktenkundige Gefährder nicht ausreichend verfolgte. Haseloff sagt, dass die Frage, ob der Staat die Aufnahme Hunderttausender Menschen tatsächlich bewältigen könne, 2015 nicht beantwortet wurde. Dies sei rückblickend ein Fehler gewesen.</p>
<p>Im Buch zeigt sich eine gemischte Haltung Haseloffs zur Selbstkritik. So bedauert er beispielsweise, sich mit seiner kritischen Haltung gegenüber Angela Merkel in der Migrationskrise 2015 nicht konsequenter durchgesetzt zu haben. Bei den Entscheidungen zur Coronapandemie verteidigt er hingegen seinen Kurs, auf die harte Durchsetzung der Maskenpflicht zu verzichten. Robert Burdy merkt an, dass er Haseloffs Entscheidung, die Amtszeit wegen der Krise der Kenia-Koalition zu verlängern, als einen Fall von „Selbstüberschätzung“ betrachtet. Eine Selbstkritik zum Zeitpunkt seines Rücktritts im Januar 2026, der als Grund für das Scheitern seines Nachfolgers Sven Schulze im Landtagswahlkampf angesehen werden kann, sucht man im Buch hingegen vergeblich.</p>
<p>Zusammengefasst ist das Buch an einigen Stellen eine Abrechnung, insbesondere mit der Bundespolitik in Berlin und den Entscheidungen Angela Merkels in der Migrations- und Energiepolitik. Gleichzeitig ist es eine Verteidigung seiner Landespolitik und enthält in einigen Punkten auch Selbstkritik.</p>
<p>Das Buch ermöglicht es, den Menschen hinter dem Politiker Reiner Haseloff kennenzulernen und seine politischen Entscheidungen besser zu verstehen. Die Leserschaft erhält einen Einblick in das politische Schaffen des prägendsten Politikers Sachsen-Anhalts der letzten 15 Jahre.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-nicht-mit-unserem-land-von-reiner-haseloff-und-robert-burdy/">Buchvorstellung: „Nicht mit unserem Land“ von Reiner Haseloff</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Padraig Parkhurst: „In Ostdeutschland gab es Rockmusik?!“</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/padraig-parkhurst-in-ostdeutschland-gab-es-rockmusik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Musiker]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=10449</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der australische Musikwissenschaftler Dr. Padraig Parkhurst entdeckte die DDR-Rockmusik eher zufällig für sich. Hier beschreibt er, wie er erst zu einem Fan wurde und dann sogar eine Doktorarbeit zu dem Thema schrieb.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10508" class="wp-image-10508" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/AF05BDA5-F99E-4ACB-B40C-0C3FD1DA9B55.jpg" alt="Der Musikwissenschaftler Padraig Parkhurst. Über das Lied „Der Losverkäufer“ der ostdeutschen Rockgruppe Panta Rhei entwickelte er seine Leidenschaft für die DDR-Rockmusik. Abbildung: Padraig Parkhurst" width="450" height="600">Der australische Musikwissenschaftler Dr. Padraig Parkhurst. Über das Lied „Der Losverkäufer“ der ostdeutschen Rockgruppe Panta Rhei entwickelte er [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/padraig-parkhurst-in-ostdeutschland-gab-es-rockmusik/">Padraig Parkhurst: „In Ostdeutschland gab es Rockmusik?!“</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der australische Musikwissenschaftler Dr. Padraig Parkhurst entdeckte die DDR-Rockmusik eher zufällig für sich. Hier beschreibt er, wie er erst zu einem Fan wurde und dann sogar eine Doktorarbeit zu dem Thema schrieb.</p>
<p><span id="more-10449"></span></p>
<div id="attachment_10508-2" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10508-2" class="wp-image-10508" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/AF05BDA5-F99E-4ACB-B40C-0C3FD1DA9B55.jpg" alt="Der Musikwissenschaftler Padraig Parkhurst. Über das Lied „Der Losverkäufer“ der ostdeutschen Rockgruppe Panta Rhei entwickelte er seine Leidenschaft für die DDR-Rockmusik. Abbildung: Padraig Parkhurst" width="450" height="600"><p id="caption-attachment-10508-2" class="wp-caption-text">Der australische Musikwissenschaftler Dr. Padraig Parkhurst. Über das Lied „Der Losverkäufer“ der ostdeutschen Rockgruppe Panta Rhei entwickelte er seine Leidenschaft für die DDR-Rockmusik. Abbildung: Padraig Parkhurst</p></div>
<p>Warum sollte ein Australier über populäre DDR-Musik promovieren wollen? Weil ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht habe. Ursprünglich war ich kein Musikwissenschaftler, sondern Musiker mit Abschlüssen in Gitarre und Komposition. Während des Lockdowns im Jahr 2020 hatte ich für mein elektronisches Musikprojekt „Anarchosophist“ keine Gelegenheit mehr zum Cratedigging (Stöbern nach Vinylscheiben), also suchte ich stattdessen im Netz nach interessanter Musik. Dabei stieß ich auf ein Lied, das mein Leben verändern sollte. Es war funky, heavy, progressiv und einzigartig. Es heißt „<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/7JBUriH2UGbnkoOYdJviaT" target="_blank" rel="noopener">Der Losverkäufer</a>“ und stammt von der ostdeutschen Rockgruppe Panta Rhei.</p>
<p>Ostdeutsche Rockgruppe?! Ich dachte, das muss ein Fehler sein. Trotz meiner Universitätsausbildung wusste ich, wie viele Leute in westlichen Ländern, fast nichts über die DDR. In der Vorstellung vieler Australier erscheint die DDR fast wie Nordkorea. Deshalb konnte es dort natürlich keine echte Rockmusik gegeben haben, höchstens ein wenig Marschmusik, nicht wahr?!</p>
<h2><span class="title-bg">Die DDR-Musikszene war groß und vielfältig</span></h2>
<p>Mir öffnete sich der Weg in eine vergangene Welt. Er führte dazu, dass ich vier Jahre später dem Panta-Rhei-Komponisten Henning Protzmann in einem Café am Müggelsee gegenübersaß. Aber der Reihe nach: Als ich anfing, zur Musikszene in der DDR zu recherchieren, fand ich nicht nur Repression und Bürokratie, sondern auch großzügige Förderung und ein faszinierendes Geschäftsmodell. Letzteres war fast unglaublich. Ab diesem Moment wollte ich alles darüber herausfinden und wurde zu einem überzeugten Fan ostdeutscher Musik. Sie vereint Virtuosität und Komplexität mit Funk und Geschmack.</p>
<p>Haben Sie bemerkt, dass ich nicht „Ostrock“ sage? Obwohl die Musik sehr einzigartig war, gab es fast jedes im Westen vertretene Genre auch in der DDR. Mit mehr als 5.000 registrierten Amateurbands und rund 110 Profi-Bands war die DDR-Musikszene groß und vielfältig. Jede Stadt hatte ihre eigene Szene und ihr eigenes Flair: von sächsischem Art-Rock und Magdeburger NDW bis hin zu Ostberliner Post-Punk. Obwohl Aufnahmen in Australien schwer zu bekommen waren, suchte ich beharrlich danach.</p>
<h2><span class="title-bg">Spielen auf „Quaster“ Hertrampfs Gitarre</span></h2>
<p>Immer wenn ich Australiern davon erzählte, erhielt ich eine von zwei Reaktionen. Einige Musiker äußerten Neid auf die gesicherten Honorar-Rahmen ihrer ostdeutschen Kollegen. Andere entgegneten, ich sei nicht kritisch genug, und sagten nur verächtlich: „Frag doch einfach jemanden aus einem kommunistischen Land!“ Das Problem ist aber, dass eine einzelne Person kein repräsentativer Datensatz ist. Deshalb fragte ich vier Jahre später, im Rahmen meiner Doktorarbeit, nicht nur eine Person, sondern fast sechzig.</p>
<div id="attachment_10509-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10509-2" class="wp-image-10509" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/IMG_9145.jpg" alt="Dr. Padraig Parkhurst mit dem Komponisten Michael Heubach („Du hast den Farbfilm vergessen“). Parkhurst hat mit vielen DDR-Bands, Produzenten und Kulturfunktionären Interviews geführt. Abbildung: Padraig Parkhurst" width="600" height="450"><p id="caption-attachment-10509-2" class="wp-caption-text">Dr. Padraig Parkhurst mit dem Komponisten Michael Heubach („Du hast den Farbfilm vergessen“). Parkhurst hat mit vielen DDR-Bands, Produzenten und Kulturfunktionären Interviews geführt. Abbildung: Padraig Parkhurst</p></div>
<p>Inzwischen habe ich aus fast jeder großen DDR-Band mindestens ein Mitglied interviewt, außerdem Textdichter, Produzenten und Kulturfunktionäre. Jedes einzelne Interview war für mich sowohl als Fan als auch als Musikwissenschaftler unwirklich. Meine liebsten Komponisten, darunter Michael Heubach und Arnold Fritzsch, haben mir originale, handgeschriebene Noten gezeigt. Uwe Hassbecker spielte mir Original-Demo-Kassetten aus den Februar-Sessions vor, Bernd Römer präsentierte mir eine von allen Karat-Mitgliedern signierte Platte von „Über sieben Brücken“. Einmal durfte ich mit Erlaubnis von Dieter „Quaster“ Hertrampf auf einer seiner Gitarren spielen, sah Stefan Laschs Spielerlaubnis und trank ein Bier mit Mitgliedern von City, NO55, Monokel, Die Skeptiker und Formel 1 in verschiedenen Ostberliner Kneipen. Es war, um es mit einem Wort zu sagen, unglaublich.</p>
<p>Alle Musiker – inklusive derer mit goldenen Schallplatten an der Wand – waren mir gegenüber sehr offen und freundlich. Dafür gibt es wohl mehrere Gründe: Ich bin Australier und selbst Musiker, deshalb verband sich meine wissenschaftliche Neugier mit dem richtigen Stallgeruch des Rockers. Aber vielleicht lag es auch daran, dass sich mein Interesse, im Gegensatz zu vielen anderen Forschern, nicht nur auf „Widerstand gegen das System“, sondern auch auf den Alltag der Musiker richtete. Im Gegensatz zu einigen Musikwissenschaftlern habe ich mich nicht auf die illegale Punkszene spezialisiert, sondern ganz bewusst auf die Profiszene.</p>
<h2><span class="title-bg">Zwischen staatlichen Strukturen und Überwachung</span></h2>
<p>In der westlichen Vorstellung war jeder DDR-Bürger entweder Dissident oder Kollaborateur. Ich fand keines von beidem vor, sondern normale Menschen. Selbst ein entschiedener Regimekritiker wie Wolf Biermann hätte seine Lieder wohl vermutlich bei VEB Deutsche Schallplatten veröffentlicht, wenn man ihm diese Möglichkeit gegeben hätte. Er hat zumindest zweimal antiimperialistische Lieder direkt an Ulbricht oder den Kulturminister geschickt.</p>
<div id="attachment_10523-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10523-2" class="wp-image-10523" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Padraig-Parkhurst-mit-Toni-Krahl.jpg" alt="Padraig Parkhurst mit Toni Krahl, dem Frontmann von City. Abbildung: Padraig Parkhurst" width="600" height="435"><p id="caption-attachment-10523-2" class="wp-caption-text">Padraig Parkhurst mit Toni Krahl, dem Frontmann von City. Abbildung: Padraig Parkhurst</p></div>
<p>Jeder, mit dem ich sprach, erzählte mir komplexe Geschichten, die den vereinfachenden Erzählungen widerstanden. Niemand war undifferenziert pro oder contra. Leute mit schrecklichen Erlebnissen – Gefängnis, Überwachung, verhinderte Karriere – sprachen dennoch positiv über besondere Aspekte oder Funktionäre, die ihnen geholfen hatten. Ebenso erzählten enthusiastische SED-Mitglieder bitterere Geschichten von staatlicher Misswirtschaft oder personellen Schwierigkeiten.</p>
<p>Was auch immer die DDR ihrer Meinung nach war, sie hatten dort einen großen Teil ihres Lebenswerks vollbracht. Im Staatssozialismus zu leben, bedeutete eben, in staatliche Strukturen eingebunden zu sein. Das Politbüro der SED hatte nur zwei Dutzend Mitglieder und das Zentralkomitee rund 200, doch der Partei gehörten insgesamt 2,3 Millionen Ostdeutsche an. Mehr als 90 Prozent der Werktätigen arbeiteten im sozialistischen Wirtschaftssektor – und dabei sind LPGs noch nicht einmal mitgerechnet.</p>
<div id="attachment_10524-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10524-2" class="wp-image-10524" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Padraig-Parkhurst-mit-Dieter-Maschine-Birr.jpg" alt="Padraig Parkhurst mit Dieter „Maschine“ Birr, Sänger der Puhdys. Abbildung: Padraig Parkhurst" width="600" height="450"><p id="caption-attachment-10524-2" class="wp-caption-text">Padraig Parkhurst mit Dieter „Maschine“ Birr, Sänger der Puhdys. Abbildung: Padraig Parkhurst</p></div>
<h2><span class="title-bg">Eine der aktivsten Live-Kunst-Szenen der Welt</span></h2>
<p>Ich hatte mich schon früh gefragt, warum so viele Musiker darauf bestanden, dass ich mit prominenten Kulturfunktionären sprechen sollte. Ich hatte erwartet, dass diese als Unterdrücker dargestellt werden würden, doch die Künstler bezeichneten bestimmte Funktionäre als „Mitkämpfer“ für ostdeutsche Musik. Nach mehreren Interviews wurde mir klar, dass viele von ihnen in den staatlichen Strukturen sinnvolle Arbeit leisten wollten. Sie wollten Talente entdecken, Festivals oder Aufnahmen organisieren und Förderung und Schutzmaßnahmen für Musiker bereitstellen. Sie taten das mit einigem Erfolg – DDR-Bands gehörten zu den aktivsten Live-Künstlern der Welt. Andererseits machten dogmatische Kräfte manchen Musikern das Leben sehr schwer. Um ihr Leben zu verstehen, musste ich zunächst jeden DDR-Bürger als Individuum mit Handlungsfähigkeit verstehen.</p>
<p>Es ist einfach, das Klischee vom unterdrückten Kulturschaffenden zu kolportieren, den die westliche Geschichtsschreibung im DDR-Musiker sehen will. Die Wahrheit ist jedoch erheblich komplexer. Meine wissenschaftliche Aufarbeitung „Agency, Agencies, &amp; Agents: Popular music and the ‚state‘ in Honecker-era East Germany, 1971-1989“ belegt das im Detail.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/padraig-parkhurst-in-ostdeutschland-gab-es-rockmusik/">Padraig Parkhurst: „In Ostdeutschland gab es Rockmusik?!“</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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		<title>Mit Signal Iduna die richtige Entscheidung für die Altersvorsorge treffen</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/mit-signal-iduna-die-richtige-entscheidung-fuer-die-altersvorsorge-treffen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anzeige]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Zukunft der Altersvorsorge steht vor einer bedeutenden Veränderung. Zum 1. Januar 2027 tritt das neue Altersvorsorge-Reformgesetz (AVRG) in Kraft. Diese Reform bringt unter anderem mit dem Altersvorsorgedepot einen neuen und vor allem flexiblen Weg für Ihren langfristigen Vermögensaufbau mit sich.<br />
<img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10485" class="wp-image-10485" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/AVRG-Leitmotiv.jpg" alt="Eine Neuerung bei der Altersvorsorge soll die künftig vereinfachte Förderberechnung sein. Sie orientiert sich an der Höhe des eingezahlten Eigenbeitrags. Abbildung: Maskot, Gettyimages" width="600" height="400">Eine Neuerung bei der Altersvorsorge soll die künftig vereinfachte Förderberechnung [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/mit-signal-iduna-die-richtige-entscheidung-fuer-die-altersvorsorge-treffen/">Mit Signal Iduna die richtige Entscheidung für die Altersvorsorge treffen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zukunft der Altersvorsorge steht vor einer bedeutenden Veränderung. Zum 1. Januar 2027 tritt das neue Altersvorsorge-Reformgesetz (AVRG) in Kraft. Diese Reform bringt unter anderem mit dem Altersvorsorgedepot einen neuen und vor allem flexiblen Weg für Ihren langfristigen Vermögensaufbau mit sich.<span id="more-10480"></span></p>
<div id="attachment_10485-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10485-2" class="wp-image-10485" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/AVRG-Leitmotiv.jpg" alt="Eine Neuerung bei der Altersvorsorge soll die künftig vereinfachte Förderberechnung sein. Sie orientiert sich an der Höhe des eingezahlten Eigenbeitrags. Abbildung: Maskot, Gettyimages" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10485-2" class="wp-caption-text">Eine Neuerung bei der Altersvorsorge soll die künftig vereinfachte Förderberechnung sein. Sie orientiert sich an der Höhe des eingezahlten Eigenbeitrags. Abbildung: Maskot, Gettyimages</p></div>
<p>Als traditioneller und starker Partner des Handels und des Handwerks lässt <a href="https://signal-iduna.de/" target="_blank" rel="noopener">Signal Iduna</a> Sie bei diesem wichtigen Übergang nicht allein und informiert Sie bereits heute über die wichtigsten Änderungen und Chancen.</p>
<h2><span class="title-bg">Die Neuerungen im Überblick</span></h2>
<ul>
<li>Voller Förderanspruch für Selbstständige:&nbsp;Ab 2027 erhalten auch selbstständige Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer uneingeschränkten Zugang zur staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Altersvorsorge für selbstständige Betriebsinhaber.</li>
<li>Vereinfachte Förderberechnung:&nbsp;Die staatliche Zulage wird künftig unkomplizierter berechnet. Sie orientiert sich direkt an der Höhe Ihres tatsächlich eingezahlten Eigenbeitrags. Die bisherige, einkommensabhängige Berechnung entfällt, was die persönliche Planung erleichtert.</li>
<li>Höhere Flexibilität bei der Kapitalanlage:&nbsp;Mit dem AV-Depot legt das AVRG den Fokus vollständig auf den Kapitalmarkt und ETF-Lösungen.&nbsp;Es ermöglicht die Förderung von reinen Fondsanlagen ohne starre Beitragsgarantien, dadurch lassen sich Marktchancen flexibler nutzen. Für sicherheitsorientierte Sparer wird es weiterhin passende Angebote mit Garantien geben.</li>
<li>Staatliche Zulagenstruktur:
<ul>
<li>Grundzulage: Der Staat fördert Ihre Vorsorge mit einer Zulage von 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Ihres Jahresbeitrags und 25 Prozent auf jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro. Damit liegt die maximale Grundzulage bei 540 Euro pro Jahr.</li>
<li>Kinderzulage: Für jedes Kind, für das Sie Kindergeld erhalten, gibt es eine jährliche Zulage von bis zu 300 Euro zusätzlich.</li>
</ul>
</li>
</ul>
<div id="attachment_10487-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10487-2" class="wp-image-10487" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/AVRG-Eltern.jpg" alt="Bei jedem Kind, für das Eltern Kindergeld erhalten, gibt es künftig eine jährliche Zulage von bis zu 300 Euro. Abbildung: Westend61, Gettyimages" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10487-2" class="wp-caption-text">Bei jedem Kind, für das Eltern Kindergeld erhalten, gibt es künftig eine jährliche Zulage von bis zu 300 Euro. Abbildung: Westend61, Gettyimages</p></div>
<p>Ein Rechenbeispiel aus der Praxis: Sie sind eine 40-jährige Unternehmerin im Einzelhandel, verheiratet und haben zwei Kinder. Sie möchten Ihre Altersvorsorge aufbessern und dazu die neuen Möglichkeiten des AVRG nutzen.</p>
<p>Bei einem jährlichen Eigenbeitrag von 1.440 Euro (monatlich 120 Euro) und zwei kindergeldberechtigten Kindern ergibt sich eine Grundzulage von 450 Euro und eine Kinderzulage von 600 Euro. Das bedeutet eine&nbsp;staatliche Gesamtförderung von 1.050 Euro pro Jahr, die direkt in Ihr Vorsorgeguthaben fließt.</p>
<h2><span class="title-bg">Flexible Produktwelt ab 1. Januar 2027</span></h2>
<p>Um den unterschiedlichen Sicherheitsbedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden, bringt Signal Iduna pünktlich zum Start der Reform&nbsp;drei maßgeschneiderte Produktansätze&nbsp;auf den Markt. Neben einem fondsgebundenen Garantieprodukt (80 Prozent oder 100 Prozent Beitragsgarantie) wird es ein standardisiertes Produkt und ein Altersvorsorgedepot geben, was stärkere Renditechancen durch eine stärkere Kapitalmarkt-Orientierung ermöglicht.</p>
<div id="attachment_10496-2" style="width: 731px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10496-2" class="wp-image-10496 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Bild-Tabelle-Signal-Iduna-2.jpg" alt="Die neuen Produkte zur Altersvorsorge mit den jeweiligen Zielgruppen und dem dahinter stehenden Konzept. Abbildung: Screenshot" width="721" height="378"><p id="caption-attachment-10496-2" class="wp-caption-text">Die neuen Produkte zur Altersvorsorge mit den jeweiligen Zielgruppen und dem dahinter stehenden Konzept. Abbildung: Screenshot</p></div>
<p>Das Altersvorsorgereformgesetz ist ein wichtiger Baustein. Für eine komplette und maßgeschneiderte Altersvorsorge ist es jedoch essenziell, auch weitere Optionen in Betracht zu ziehen, wie zum Beispiel die Basisrente mit ihren steuerlichen Vorteilen.</p>
<p>Nutzen Sie die Gelegenheit, sich frühzeitig zu informieren. Umfassende Details und Hintergründe finden Sie <a href="https://signal-iduna.de/ratgeber/altersvorsorge-fuer-selbststaendige-wissenswertes-zum-avrg/" target="_blank" rel="noopener">hier</a>:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10489 aligncenter" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/qrcode-Signal-Iduna.jpg" alt="Der Qrcode zur Altersvorsorge mit Signal Iduna. Abbildung: Signal Iduna" width="248" height="248"></p>
<p><strong>&nbsp;</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/mit-signal-iduna-die-richtige-entscheidung-fuer-die-altersvorsorge-treffen/">Mit Signal Iduna die richtige Entscheidung für die Altersvorsorge treffen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Roland Sillmann: Pioniergeist in Adlershof. Authentisches Selbstvertrauen als Wachstums- und Wohlstandstreiber</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/roland-sillmann-pioniergeist-in-adlershof-authentisches-selbstvertrauen-als-wachstums-und-wohlstandstreiber/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=8049</guid>

					<description><![CDATA[<p>Roland Sillmann, Geschäftsführer der WISTA Management GmbH, ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8054" class="wp-image-8054 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Sillmann_DIAO2.png" alt="Roland Sillmann, Geschäftsführer Wista Management GmbH. Abbildung: Wista Management GmbH" width="708" height="1000">Roland Sillmann, Geschäftsführer WISTA Management GmbH. Abbildung: WISTA Management GmbH<br />
Ich muss direkt zu Beginn gestehen: Als die Mauer fiel und auch in den Jahren zuvor, lebte [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/roland-sillmann-pioniergeist-in-adlershof-authentisches-selbstvertrauen-als-wachstums-und-wohlstandstreiber/">Roland Sillmann: Pioniergeist in Adlershof. Authentisches Selbstvertrauen als Wachstums- und Wohlstandstreiber</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Roland Sillmann, Geschäftsführer der WISTA Management GmbH, ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-8049"></span></p>
<div id="attachment_8054-2" style="width: 718px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8054-2" class="wp-image-8054 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Sillmann_DIAO2.png" alt="Roland Sillmann, Geschäftsführer Wista Management GmbH. Abbildung: Wista Management GmbH" width="708" height="1000"><p id="caption-attachment-8054-2" class="wp-caption-text">Roland Sillmann, Geschäftsführer WISTA Management GmbH. Abbildung: WISTA Management GmbH</p></div>
<p>Ich muss direkt zu Beginn gestehen: Als die Mauer fiel und auch in den Jahren zuvor, lebte ich in Baden-Württemberg. Ich bin kein Ostdeutscher. Ostdeutsch ist jedoch der Ort, der mein Leben in den vergangenen Jahren prägte, wie kein anderer: der Technologiepark in Berlin-Adlershof.</p>
<p>Meine Kindheit verbrachte ich als Arbeiterkind jedoch in einem Dorf mit 1.700 Einwohnern. Ich spielte recht gut Fußball und fing mit 13 Jahren an, neben der Schule zu arbeiten. Zu Beginn musste ich in einer Seilfabrik Knoten machen. 180.000 Palstek-Knoten. Während ich dieser monotonen Arbeit nachging, hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Über Fußball, die Schule – aber auch über die berufliche Zukunft. Zukunft, gerade die berufliche, das wurde mir erst viel später klar, wird stark von Vorbildern geprägt. Vorbilder erwecken Selbstvertrauen, denn sie haben etwas erreicht, was man auch selbst schaffen kann. Was aber, wenn man keine beruflichen Vorbilder im persönlichen Umfeld findet? Man muss sich sein gesamtes Selbstvertrauen selbst erarbeiten, es aus eigenen Erfahrungen aufbauen. Es gab auch Vorbilder für mich, denen ich wie viele andere auch nacheifern wollte: Fußballprofis. Sie – oft Arbeiterkinder – hatten es geschafft. Mein Plan B: Vielleicht in einem Büro arbeiten oder sogar an einer Fachhochschule studieren? Ein eigenes Unternehmen gründen, Führungskraft werden oder in die Forschung gehen – das war so weit weg für mich wie ferne Länder, die ich nicht besuchen konnte. Ohne Vorbilder dachte ich damals selbst mit dem besten Abitur der Schule und dem besten Maschinenbauabschluss der Hochschule nicht im Traum an eine Laufbahn mit Führungsverantwortung oder gar ein eigenes Unternehmen. Mir fehlte schlicht das Selbstvertrauen. Damit habe ich vielleicht eine ähnliche Prägung erfahren, wie viele Menschen in der damaligen DDR. Auch in ihrer Lebensrealität gründete man nicht einfach ein eigenes Unternehmen oder erarbeitete sich eine Führungsposition. Auch für sie war dies so weit entfernt wie Länder, in die sie nicht reisen konnten.</p>
<p>Daher finde ich die Erfolgsgeschichte des Technologieparks Adlershof bemerkenswerter als ohnehin schon. Die Menschen, die diesen Ort aufbauten, hatten keine Vorbilder, denen sie nacheifern konnten. Sie hatten diesbezüglich kein induziertes Selbstvertrauen – sie waren Pioniere.</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Die Adlershofer hatten den eisernen Willen, sich an diesem Standort ein neues Leben aufzubauen. Echter Pioniergeist braucht keine Vorbilder!”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg"><strong>Pioniere gestalteten Zukunft </strong></span></h2>
<p>Den meisten Ostdeutschen ist Adlershof ein Begriff: vor allem für das Fernsehen der DDR und die Akademie der Wissenschaften. All diese Institutionen fielen nach dem Mauerfall Umstrukturierungen zum Opfer. Ein schwerer Schlag für alle Menschen, die von einem Tag auf den anderen nicht nur arbeitslos, sondern auch perspektivlos waren. Die sich ausgemustert fühlten und sich nun fragten, was aus ihnen werden würde. So eine Situation war einzigartig. Man konnte sich nirgends abschauen, wie eine solche Herausforderung gelöst wird. Doch zum Glück agierte die Politik damals vorausschauend und beschloss schon 1991, einen Technologiepark auf den ehemaligen Flächen von Staatsfernsehen, Akademie und Wachregiment aus dem Boden zu stampfen. Für viele Außenstehende mutete dieser Plan mehr als kühn an. Hier in der „Pampa“ sollten sich freiwillig Unternehmen ansiedeln, wo doch gerade in Berlins Mitte das Leben tobte, nachdem endlich kein Riss mehr mitten durch die Stadt ging? Doch die Rechnung hatten die Zweifler ohne die Adlershofer gemacht. Diese hatten den eisernen Willen, sich an diesem Standort, dem sie sich so verbunden fühlten, ein neues Leben aufzubauen. Echter Pioniergeist braucht keine Vorbilder!</p>
<p>Die Politik kann nur Rahmenbedingungen schaffen. Damit hatte sie Anfang der 1990er-Jahre die WISTA Management GmbH als Entwicklungs- und Betreibergesellschaft für Adlershof betraut. Diese hat die notwendige Infrastruktur für die Pioniere erschaffen: Gebäude, Labore, Forschungsgeräte, Energieversorgung und eine digitale Infrastruktur. Die Adlershofer haben gemeinsam den Technologiepark zum Leben erweckt. Sie haben die Chance ergriffen, den Vorschlag realisiert, gestaltet, mit Leben gefüllt.</p>
<div id="attachment_8058-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8058-2" class="wp-image-8058" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/004_00_24_NW_cWISTA.Plan_Helicolor-Luftbild-Berlin.jpg" alt="Luftbildaufnahme von Berlin-Adlershof aus dem Jahr 2024. Abbildung: WISTA.Plan, Helicolor-Luftbild Berlin" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8058-2" class="wp-caption-text">Luftbildaufnahme von Berlin-Adlershof aus dem Jahr 2024. Abbildung: WISTA.Plan, Helicolor-Luftbild Berlin</p></div>
<h2><span class="title-bg"><strong>Die Adlershofer Mentalität </strong></span></h2>
<p>Erst kamen Menschen aus Westdeutschland hinzu und dann aus aller Welt. Die meisten wurden schnell angesteckt vom Tatendrang der Adlershofer, mitgerissen von ihren Ideen und aufgenommen in ihr Netzwerk. So wurde der Technologiepark Adlershof spätestens in den frühen 2000er-Jahren zur Erfolgsgeschichte, an die nicht viele glaubten. Bis heute wuchs der Standort auf 4,6 km2 im Südosten Berlins auf knapp 30.000 Beschäftigte und Studierende in 1.300 Unternehmen und 17 wissenschaftlichen Einrichtungen an. Näher zusammen lassen sich Wirtschaft und Wissenschaft, Theorie und Praxis, Expertise und Innovation nicht bringen. Hier haben viele sogenannte „Hidden Champions“ ihre Heimat und erfinden, entwickeln und produzieren Produkte, die weltweit einmalig sind. Ob es nun um Hochleistungslaser geht, medizinische Wirkstoffe, mikroelektronische Bauelemente oder Unterwasserroboter. Adlershof ist längst der erfolgreichste Technologiepark Deutschlands und weltweit bekannt! Ich kam 2013 nach Adlershof, als es darum ging, das bislang Erreichte auszubauen. Denn niemand dachte hier trotz des bislang erzielten Erfolgs daran, sich auf dem Geschafften auszuruhen. Da viele Adlershofer mit dem Mauerfall erlebt haben, wie eine Lebensplanung über den Haufen geworfen wurde, haben sie eine Macher-Mentalität und auch das Vertrauen darauf, sich in ihrem Netzwerk den Widrigkeiten anzupassen, die sich ihnen bieten. Selbst wenn es schwierig ist, haben sie den Willen, etwas Gutes zu gestalten, Produkte zu entwickeln, die uns in Zukunft helfen. Irgendwer muss es ja machen und sie haben schließlich die kreativen Ideen. Den Adlershofern ist es wichtig, Verantwortung zu übernehmen und etwas zur Lösung der Probleme beizutragen, die sich uns von Klimawandel bis Ressourcenmangel weltweit stellen.</p>
<p>Ich habe viel mitgenommen von all diesen Menschen. Worin mich die Adlershofer aber vor allem bestärkt haben, ist, sich von den äußeren Begebenheiten nicht zu sehr beeindrucken zu lassen. Und dass man getrost in den Standort und die Fähigkeiten der Menschen hier vertrauen kann. Das Spannende: Diese Haltung hat sich mittlerweile auch auf die nachfolgende Generation der Unternehmer und Forscher in Adlershof übertragen. Diese haben nun Vorbilder, von denen sie sich inspirieren lassen können. Und dies macht sich bemerkbar in Form einer besonderen Mentalität.</p>
<div id="attachment_8059-2" style="width: 509px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8059-2" class="wp-image-8059" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/historische_fotos_luftbild_1989_ii.jpg" alt="Luftbildaufnahme von Berlin-Adlershof aus dem Jahr 1989. Abbildung: WISTA Management GmbH" width="499" height="500"><p id="caption-attachment-8059-2" class="wp-caption-text">Luftbildaufnahme von Berlin-Adlershof aus dem Jahr 1989. Abbildung: WISTA Management GmbH</p></div>
<h2><span class="title-bg"><strong>Zuversicht als Standort-DNA </strong></span></h2>
<p>Selbst wenn in weiten Teilen der deutschen Wirtschaft eine pessimistische Stimmung herrscht, blicken Adlershofer Unternehmen zuversichtlich in die Zukunft. Jedes Jahr. In einer der letzten Umfragen, die wir jährlich durchführen, ermittelten wir, woher diese Zuversicht kommt. Insbesondere aus unternehmensbezogenen Faktoren. So nannten die meisten Unternehmen die Stärken und Fähigkeiten eigener Mitarbeitender sowie die Innovationskraft und Vision des eigenen Unternehmens als Grund für ihre Zuversicht. Weiterhin sind standortbezogene Faktoren wie die Entwicklung neuer Technologiefelder oder Netzwerke und Kooperationen bedeutend für die eigene Zuversicht.</p>
<p>Ich bin überzeugt, dass wir mehr Orte mit der Mentalität Adlershofs in Deutschland brauchen. Wenn Unternehmen auch in herausfordernden Zeiten Selbstvertrauen haben, an die Stärken ihrer Mitarbeitenden, ihre Ideen sowie die Kooperationsmöglichkeiten glauben, wenn sie wissen, dass sie sich auch in krisenhaften Zeiten behaupten können, dann werden wir auch weiterhin in Deutschland erfolgreich sein. Das haben die Adlershofer eindrucksvoll bewiesen. Daher erzähle ich diese Erfolgsgeschichte von Adlershof aus voller Überzeugung. Denn ich befürchte, dass uns in Deutschland – auch und vielleicht besonders in Ostdeutschland – immer mehr das Vertrauen darin verloren geht, was wir zu leisten in der Lage sind.</p>
<div id="attachment_8061-2" style="width: 560px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8061-2" class="wp-image-8061" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Erwin-Schroedinger-Zentrum.jpg" alt="Erwin-Schrödinger-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin in Adlershof. Abbildung: WISTA Management GmbH" width="550" height="367"><p id="caption-attachment-8061-2" class="wp-caption-text">Erwin-Schrödinger-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin in Adlershof. Abbildung: WISTA Management GmbH</p></div>
<h2><span class="title-bg"><strong>Eine einmalige Stärke </strong></span></h2>
<p>Denke ich an Ostdeutschland, habe ich nach zwölf Jahren in Adlershof den Eindruck, dass sich die Menschen manchmal zu wenig begegnen. Und dass so viele Vorbilder im eigenen Umfeld unbekannt sind. Viele Regionen Ostdeutschlands haben Potenzial, manche – wie die Lausitz – sogar besonders viel.</p>
<p>Doch steht und fällt der Erfolg eines Wandels mit dem Engagement des Einzelnen. Menschen müssen sich einbringen und teilnehmen wollen. Wenn es keinen Austausch, keine Veranstaltungen und kein Engagement vor Ort gibt, dann fehlt der gemeinsame Wille, etwas zu bewegen und Zukunft zu gestalten.</p>
<p>Mit Blick auf die aktuelle Nachrichtenlage und das Wahlverhalten werde ich besorgt. Denn: Es scheint vergessen, dass sich in den letzten Jahrzehnten viele ostdeutsche Orte entfaltet haben. Statt in Unzufriedenheit darüber zu verharren, dass in vielen Teilen Ostdeutschlands zu wenig passiert, ist Initiative gefragt. Dafür ist es wichtig, dass sich viele engagieren und nicht nur Einzelne. Sei es durch die Organisation von Festen, Ausstellungen, Tagen der offenen Tür, Märkten. Menschen müssen einander begegnen, um sich ineinander hineinzuversetzen, sich gegenseitig zu unterstützen, ihre Unterschiede zu akzeptieren oder sogar wertzuschätzen.</p>
<div id="attachment_8063-2" style="width: 560px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8063-2" class="wp-image-8063" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Blick-in-Elektronenspeicherring-BESSY-II-vom-Helmholtz-Zentrum-Berlin.jpg" alt="Besichtigung des Elektronenspeicherrings BESSY II im Helmholtz-Zentrum Berlin. Abbildung: WISTA Management GmbH" width="550" height="367"><p id="caption-attachment-8063-2" class="wp-caption-text">Besichtigung des Elektronenspeicherrings BESSY II im Helmholtz-Zentrum Berlin. Abbildung: WISTA Management GmbH</p></div>
<p>Ich wünsche mir, dass negative Empfindungen wie Angst, Wut und vielleicht auch Ohnmacht nicht die Oberhand gewinnen und zu Hass gegen Menschen werden. Ich wünsche mir, dass es stattdessen wieder möglich wird, diese negativen Gefühle in positive Aktionen umzuwandeln. So wie es die Adlershofer an ihrem Arbeitsplatz gemacht haben, als sie sich nach dem Mauerfall vor den Trümmern ihrer bisherigen Karrieren wiedergefunden haben. Sie haben sich entschieden, ihren Sorgen, Ängsten und Nöten entgegenzutreten, indem sie die Grundsteine für den Technologiepark Adlershof gelegt haben. Sie haben alle, die dazugekommen sind, aufgenommen und ihnen gezeigt, was den Kern des Technologieparks Adlershof ausmacht: Nähe, Austausch, Kooperation, Kreativität, Innovation. Diese Faktoren können wir überall erzeugen – egal, ob wir in einer Großstadt oder einem Dorf leben. Es liegt einzig in den Händen der Menschen vor Ort, aus den Zutaten ihre eigene Erfolgsgeschichte zu zaubern. Das Selbstvertrauen sollten wir haben. Ich wünsche es mir, damit die Erzählung vom unzufriedenen Osten, der teilweise zurück zu autoritären Regimes will, irgendwann auserzählt ist. Denn ich kenne den Osten anders.</p>
<div class="mceTemp"></div>
<div id="attachment_8064-2" style="width: 560px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8064-2" class="wp-image-8064" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/240021_WISTA_Makerspace-1622.jpg" alt="3-D-Drucker im WISTA Makerspace. Abbildung: WISTA Management GmbH" width="550" height="367"><p id="caption-attachment-8064-2" class="wp-caption-text">3-D-Drucker im WISTA Makerspace. Abbildung: WISTA Management GmbH</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg"><strong>WISTA Management GmbH</strong></span></h2>
<p><strong>GEGRÜNDET:</strong> 1991/Berlin<br>
<strong>STANDORT:</strong> Berlin-Adlershof<br>
<strong>MITARBEITENDE: </strong>Circa 235<br>
<strong>WEBSITE:</strong> <a href="https://www.wista.de/" target="_blank" rel="noopener">wista.de</a></p>
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<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg"><strong>Roland Sillmann </strong></span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong>GEBOREN:</strong> 1971/Freiburg</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Berlin</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Angela Merkel: „Freiheit“, 2024<br>
<strong>MEINE URLAUBSTIPPS:</strong> Spreewald, Elbsandsteingebirge</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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<table>
<tbody>
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<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
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<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/roland-sillmann-pioniergeist-in-adlershof-authentisches-selbstvertrauen-als-wachstums-und-wohlstandstreiber/">Roland Sillmann: Pioniergeist in Adlershof. Authentisches Selbstvertrauen als Wachstums- und Wohlstandstreiber</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Buchvorstellung: „Jenseits der Brandmauer“ von Monchi</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-jenseits-der-brandmauer-von-monchi/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=10346</guid>

					<description><![CDATA[<p>In Mecklenburg-Vorpommern finden am Wochenende Landtagswahlen statt. Die AfD und die SPD liefern sich einen Kampf um Platz eins. In seinem Buch beschreibt Feine Sahne Fischfilet-Frontmann Monchi, wie die AfD zur dominierenden Partei im Bundesland wurde und warum die „Brandmauer” in seiner Heimat Jarmen nicht funktioniert.</p>
<p>BUCHTIPP:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-10407" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Monchi_Jenseits-der-Brandmauer_2026_Cover.jpg" alt="Das Cover von Monchi: Jenseits der Brandmauer" width="280" height="457"><br />
Monchi: „Jenseits der Brandmauer: Über mein Leben in der ostdeutschen Provinz“, Verlag Kiepenheuer &#38; Witsch, Köln 2026, 240 Seiten, 20 [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-jenseits-der-brandmauer-von-monchi/">Buchvorstellung: „Jenseits der Brandmauer“ von Monchi</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In Mecklenburg-Vorpommern finden am Wochenende Landtagswahlen statt. Die AfD und die SPD liefern sich einen Kampf um Platz eins. In seinem Buch beschreibt Feine Sahne Fischfilet-Frontmann Monchi, wie die AfD zur dominierenden Partei im Bundesland wurde und warum die „Brandmauer” in seiner Heimat Jarmen nicht funktioniert.</p>
<p><span id="more-10346"></span></p>
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<tr>
<td><strong>BUCHTIPP: </strong>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-10407" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Monchi_Jenseits-der-Brandmauer_2026_Cover.jpg" alt="Das Cover von Monchi: Jenseits der Brandmauer" width="280" height="457"></p>
<p>Monchi: „Jenseits der Brandmauer: Über mein Leben in der ostdeutschen Provinz“, Verlag Kiepenheuer &amp; Witsch, Köln 2026, 240 Seiten, 20 € (Hardcover).</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p class="isSelectedEnd">Monchi heißt bürgerlich Jan Gorkow und wurde 1987<!--TgQPHd|||[]--> in Neubrandenburg geboren. Er ist der charismatische Frontmann der Punkrock-Band Feine Sahne Fischfilet. Sein Buch beginnt am Abend der Bundestagswahl 2025. In seiner Heimatstadt Jarmen in Vorpommern erhielt die AfD 54 Prozent der Zweitstimmen und damit die absolute Mehrheit. Auch landesweit war sie erfolgreich: In Mecklenburg-Vorpommern gewann sie in 719 von 726 Gemeinden. Monchi erklärt, warum das Konzept der Brandmauer in Jarmen nicht funktioniert und weshalb er diese Idee kritisch sieht. Für ihn ist der Begriff „Brandmauer“ vor allem ein Großstadtbegriff und ein politisches Konzept, das sich in der Provinz nicht umsetzen lässt. Er und viele andere Menschen in Deutschland würden längst jenseits dieser Brandmauer leben – an Orten, an denen man der AfD nicht mehr aus dem Weg gehen könne. Zu den AfD-Wählern gehören auch Bekannte von Monchi. Er will diese Menschen aber nicht aufgeben und er erläutert, warum es aus seiner Sicht ein Fehler wäre, die 10,3 Millionen AfD-Wähler (Bundestagswahl 2025) auszugrenzen.</p>
<p>Monchi geht auch auf die Gründe für das Erstarken der AfD ein. Er berichtet von den Problemen im ländlichen Gesundheitswesen. Er erzählt beispielhaft vom Alltag seiner Mutter, die als Zahnärztin arbeitet. Manche ihrer Patienten müssen aufgrund der wenigen Praxen bis zu 30 Kilometer fahren. Das sorgt für Frust. Außerdem zeigt Monchi, dass in Jarmen immer mehr Geschäfte schließen. Er berichtet, dass der Bürgermeister jeden Unternehmer, der sich neu in Jarmen niederlässt, mit einem Blumenstrauß begrüßt. Auch Monchi sieht jede Neueröffnung als Hoffnungsschimmer.</p>
<p>Eine Lösung im Umgang mit der AfD sieht Monchi darin, Jarmen attraktiv für Menschen aus anderen Gebieten in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland zu machen, damit diese in die Kleinstadt ziehen. Hilfreich findet er Angebote für die Menschen vor Ort, sodass Menschen zusammenkommen. Ein Beispiel, wie Monchi den Zusammenhalt der Gemeinde fördert, ist das von ihm und seiner Band organisierte jährliche Festival „Wasted in Jarmen“. Ihm zufolge besuchen auch Menschen das Festival, die vermutlich zu den 54 Prozent AfD-Wählern gehören. Das Event bietet eine Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen, und auch Jugendliche aus der politisch rechten Bubble könnten hier ein Interesse für Punkrock entwickeln und so eine Wandlung durchmachen. Als weiteres Beispiel verweist der Musiker auf den Bau eines Skateparks in Jarmen. Dieser war durch Spenden bei Lesungen von Monchi, Konzerten und zum Teil aus Geldern der Gemeinde Jarmen möglich geworden. Der Skatepark soll dazu beitragen, dass Jugendlichen in Jarmen eine Perspektive und ein Freizeitangebot ermöglicht werden. Monchi will auch um die jungen Menschen in Jarmen kämpfen und verhindern, dass die AfD sie für sich gewinnen kann.</p>
<p>Monchi nimmt die Leserschaft mit auf eine Reise durch seine eigene Kindheit und beschreibt, wie er selbst zu einem politisch links geprägten Menschen wurde. Dies geschah auf einer Schulparty. Mehrere Dorfnazis traten auf ihn ein und verletzten ihn schwer. Ab diesem Zeitpunkt befasste er sich immer mehr mit Politik, beschäftigte sich mit der ideologischen Bedeutung der Nazis und engagierte sich bei Protesten. Monchi nennt auch zwei Menschen, die ihn als jungen Menschen stark geprägt haben: zum einen Ralph Krüger, Mitglied der Ultras von Hansa Rostock mit Affinität zu Punkrock, zum anderen den Pfarrer Lothar König. Sowohl Krüger als auch König mahnten ihn dazu, seinen Blick auch über sein linkspolitisches Umfeld hinaus zu richten.</p>
<p>Monchis Buch ist ein Aufruf, nicht in Schwarz-Weiß-Kategorien zu denken, und ein Plädoyer für ein Miteinander trotz unterschiedlicher politischer Ansichten. Am Beispiel von Jarmen macht er deutlich, welche Umstände zum Erstarken der AfD in Vorpommern geführt haben und wie durch Engagement der Kontakt zu Menschen, die zur AfD tendieren, aufrechterhalten werden kann. So zeigt er eine mögliche Lösung im Umgang mit den Wählern dieser Partei auf, ohne sie auszugrenzen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-jenseits-der-brandmauer-von-monchi/">Buchvorstellung: „Jenseits der Brandmauer“ von Monchi</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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