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	<description>Impulse für den Osten</description>
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		<title>Vertrauen für den Standort Ostdeutschland schaffen. Interview mit der OWF-Direktorin Juliane Nandra</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/vertrauen-fuer-den-standort-ost-schaffen-interview-mit-der-owf-direktorin-juliane-nandra/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie ist seit September 2025 Direktorin des Ostdeutschen Wirtschaftsforums und führt es durch eine spannende Zeit. Im Interview wirft Juliane Nandra einen Blick auf das kommende OWF und die wirtschaftliche Lage in der Region.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9615" class="wp-image-9615" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/1BB7131low.jpg" alt="Juliane Nandra ist Direktorin des Ostdeutschen Wirtschaftsforums. Sie verantwortet die inhaltliche Ausrichtung und Weiterentwicklung des OWF. ostdeutscheswirtschaftsforum.de. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen / Brundert_Marquardt" width="600" height="400">Juliane Nandra ist Direktorin des Ostdeutschen Wirtschaftsforums. Sie verantwortet dessen inhaltliche Ausrichtung und Weiterentwicklung. <a [...]
</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/vertrauen-fuer-den-standort-ost-schaffen-interview-mit-der-owf-direktorin-juliane-nandra/">Vertrauen für den Standort Ostdeutschland schaffen. Interview mit der OWF-Direktorin Juliane Nandra</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie ist seit September 2025 Direktorin des Ostdeutschen Wirtschaftsforums und führt es durch eine spannende Zeit. Im Interview wirft Juliane Nandra einen Blick auf das kommende OWF und die wirtschaftliche Lage in der Region.</p>
<p><span id="more-9614"></span></p>
<div id="attachment_9615" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9615" class="wp-image-9615" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/1BB7131low.jpg" alt="Juliane Nandra ist Direktorin des Ostdeutschen Wirtschaftsforums. Sie verantwortet die inhaltliche Ausrichtung und Weiterentwicklung des OWF. ostdeutscheswirtschaftsforum.de. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen / Brundert_Marquardt" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9615" class="wp-caption-text">Juliane Nandra ist Direktorin des Ostdeutschen Wirtschaftsforums. Sie verantwortet dessen inhaltliche Ausrichtung und Weiterentwicklung. <a href="https://ostdeutscheswirtschaftsforum.de/">ostdeutscheswirtschaftsforum.de</a>. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen, Brundert/Marquardt</p></div>
<h2><span class="title-bg">ostdeutschland.info: Frau Nandra, am 31. Mai ist es wieder soweit: In Bad Saarow startet das nächste Ostdeutsche Wirtschaftsforum (OWF). Was erwartet die Teilnehmer?</span></h2>
<p><strong>Juliane Nandra:</strong> Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet ein OWF, das sich mit den großen wirtschaftlichen Verschiebungen unserer Zeit auseinandersetzt – und mit der Frage, welche neue Rolle Ostdeutschland dabei einnehmen kann.</p>
<p>Wir erleben nicht einfach nur wirtschaftlich schwierige Jahre, sondern eine echte Neuordnung: Lieferketten verändern sich, Technologie wird zunehmend zur geopolitischen Ressource, und Wettbewerbsfähigkeit definiert sich heute stärker über Resilienz, Energie, industrielle Stärke und Innovationskraft.</p>
<p>Genau daran knüpft unser diesjähriges Leitthema „Eine neue (Un)Ordnung“ an. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Deutschland und insbesondere Ostdeutschland unter diesen veränderten Bedingungen wettbewerbsfähig bleiben kann – von Industriepolitik und Infrastruktur bis hin zu Digitalisierung, Sicherheit und Investitionen.</p>
<p>Gleichzeitig sehen wir, dass Ostdeutschland heute eine andere Rolle einnimmt als noch vor einigen Jahren. Die Region entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Standort im europäischen Kontext, etwa durch industrielle Ansiedlungen, Energieinfrastruktur oder die wirtschaftliche Vernetzung mit Mittel- und Osteuropa.</p>
<p>Und genau diese Perspektiven wollen wir beim OWF zusammenbringen: Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung. Das Ziel lautet, nicht nur Debatten zu führen, sondern Orientierung und konkrete Zusammenarbeit zu ermöglichen.</p>
<h2><span class="title-bg">Wer hat schon zugesagt?</span></h2>
<p>Aus der Bundesregierung erwarten wir unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger sowie die Ostbeauftragte der Bundesregierung Elisabeth Kaiser. Außerdem werden alle ostdeutschen Wirtschaftsministerinnen und -minister vor Ort sein. Gleichzeitig ist uns wichtig, dass beim OWF nicht nur politische Perspektiven vertreten sind, sondern vor allem diejenigen, die Transformation konkret gestalten – in Unternehmen, Regionen und strategischen Industrien.</p>
<p>Deshalb freuen wir uns auch auf zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Energie, Finanzierung, Digitalisierung, Gesundheitswirtschaft und Forschung, unter anderem von Unternehmen und Institutionen wie SAP, Infineon Technologies, Jenoptik, 50Hertz oder der KfW.</p>
<p>Spannend finde ich in diesem Jahr auch die internationale Perspektive, insbesondere mit Blick auf die wirtschaftlichen Verflechtungen in Europa. Gerade die stärkere Vernetzung mit Polen und Tschechien spielt für viele wirtschaftliche Entwicklungen in Ostdeutschland inzwischen eine wichtige Rolle.</p>
<p>Das vollständige Programm wird fortlaufend aktualisiert und ist <a href="https://ostdeutscheswirtschaftsforum.de/" target="_blank" rel="noopener">online abrufbar</a>.</p>
<div id="attachment_9616" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9616" class="wp-image-9616" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/1-OWF26-Bad-Saarow.jpg" alt="Blick auf das OWF-Veranstaltungsgeländer in Bad Saarow. Das diesjährige OWF findet vom 31. Mai bis 2. Juni 2026 statt. Für das Forum hat auch Bundeskanzler Friedrich Merz zugesagt. Abbildungen: Deutschland – Land der Ideen / Brundert_Marquardt" width="600" height="450"><p id="caption-attachment-9616" class="wp-caption-text">Blick auf das OWF-Veranstaltungsgelände in Bad Saarow. Das diesjährige OWF findet vom 31. Mai bis 2. Juni 2026 statt. Für das Forum hat auch Bundeskanzler Friedrich Merz zugesagt. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen, Brundert/Marquardt</p></div>
<h2><span class="title-bg">Sie sind seit September 2025 Direktorin des OWF. Welchen Hintergrund bringen Sie mit?</span></h2>
<p>Ich komme selbst aus Ostdeutschland und habe mich in unterschiedlichen Rollen mit Innovation, Technologie und der Frage beschäftigt, wie internationale Impulse mit regionaler Entwicklung zusammengebracht werden können.</p>
<p>Ein prägender Teil meines beruflichen Weges war meine Zeit im Silicon Valley – unter anderem bei Siemens sowie im Vorstand der German American Business Association. Dort habe ich erlebt, was möglich wird, wenn Technologie, Unternehmergeist und Kapital zusammenkommen.</p>
<p>Zurück in Deutschland habe ich unter anderem an der Gründung des Digital Urban Center for Aging and Health mitgewirkt und später bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer die Zusammenarbeit deutscher Unternehmen mit der Außenhandelskammer in San Francisco begleitet.</p>
<p>Geprägt hat mich aber auch meine Erfahrung aus dem Familienunternehmen und der Unternehmensnachfolge, verbunden mit der direkten Verantwortung für unternehmerische Entscheidungen unter den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen. Dadurch habe ich einen sehr konkreten Blick darauf, was wirtschaftliche Unsicherheit und Veränderungen für Unternehmen tatsächlich bedeuten.</p>
<p>Und genau diese Verbindung finde ich für das OWF heute spannend: internationale Entwicklungen einzuordnen – und gleichzeitig nah an den Fragen der Unternehmen und Regionen in Ostdeutschland zu bleiben.</p>
<h2><span class="title-bg">Welche Erfahrungen haben Sie seit Ihrem Start als OWF-Direktorin gemacht?</span></h2>
<p>Viele Unternehmen stehen wirtschaftlich, technologisch und zunehmend auch geopolitisch unter Druck. Gleichzeitig erlebe ich aber viel Pragmatismus und einen großen Willen, Dinge aktiv zu gestalten, oft auch über Branchen, Regionen und Ländergrenzen hinweg.</p>
<p>Spannend finde ich auch, wie unterschiedlich Ostdeutschland von außen und vor Ort wahrgenommen wird. International wird häufig sehr interessiert auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region geschaut: etwa auf neue Industrieansiedlungen und technologische Entwicklungen. Innerhalb Deutschlands wird dagegen oft noch stärker über Probleme gesprochen.</p>
<p>Gleichzeitig nehme ich wahr, dass es vielerorts weniger an Ideen oder Investitionsbereitschaft mangelt als an Vertrauen in die Umsetzbarkeit. Viele Unternehmen wünschen sich vor allem mehr Verlässlichkeit und Orientierung bei zentralen wirtschaftspolitischen Fragen.</p>
<p>Gerade deshalb sehe ich das OWF als wichtigen Ort für Austausch und Einordnung – nicht, um Dinge schönzureden, sondern um ein realistischeres Bild auf Chancen, Herausforderungen und Entwicklungen in Ostdeutschland zu ermöglichen.</p>
<div id="attachment_9620" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9620" class="wp-image-9620" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/OWF25-2101.jpg" alt="Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche auf dem OWF 2025. Sie wird auch 2026 erwartet. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen, Brundert/Marquardt" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9620" class="wp-caption-text">Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wird auch auf dem OWF 2026 erwartet. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen, Brundert/Marquardt</p></div>
<h2><span class="title-bg">In den letzten Jahren hat sich das OWF in der Wahrnehmung einiger Teilnehmer von einem Forum für die ostdeutsche Wirtschaft zu einem internationalen Forum für die deutsche Wirtschaft entwickelt, das wegen der Tradition in Ostdeutschland stattfindet. Wird diese Entwicklung fortgesetzt?</span></h2>
<p>Ich würde die Entwicklung etwas anders beschreiben. Aus meiner Sicht wird nicht die Bedeutung Ostdeutschlands kleiner – sondern größer.</p>
<p>Viele der Fragen, die wir aktuell diskutieren, verdichten sich in Ostdeutschland besonders stark: industrielle Transformation, Energieinfrastruktur, Fachkräfte, künstliche Intelligenz oder die wirtschaftliche Vernetzung mit Mittel- und Osteuropa. Gerade in strategisch wichtigen Bereichen wie Mikroelektronik zeigt sich, welche Bedeutung Ostdeutschland inzwischen für die technologische und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas hat.</p>
<p>Gleichzeitig schauen heute auch internationale Akteure und Unternehmen stärker auf Ostdeutschland. Nicht aus regionalpolitischem Interesse, sondern weil hier zentrale Zukunftsfragen für Deutschland und Europa sichtbar werden.</p>
<p>Natürlich entwickelt sich damit auch das OWF weiter. Aber gerade diese Öffnung ist aus meiner Sicht kein Widerspruch zum ursprünglichen Gedanken des Forums. Im Gegenteil. Das OWF wird internationaler, weil Ostdeutschland strategisch relevanter wird.</p>
<p>Und trotzdem bleibt der Kern derselbe: das Gespräch über wirtschaftliche Entwicklung, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsperspektiven in Ostdeutschland – nur eben eingebettet in einen größeren europäischen und internationalen Kontext.</p>
<h2><span class="title-bg">Wie geht es der ostdeutschen Wirtschaft derzeit?</span></h2>
<p>Die Lage ist ambivalent. Einerseits erleben viele Unternehmen durch hohe Kosten, Fachkräftemangel, schwache Konjunktur und die geopolitische Unsicherheit weiterhin erheblichen Druck. Das spürt man sehr deutlich in Gesprächen.</p>
<p>Gleichzeitig wäre es falsch, Ostdeutschland nur über Krise oder Strukturprobleme zu definieren. Gerade in den vergangenen Jahren sind in vielen Regionen neue industrielle und technologische Kompetenzen entstanden – von Energieinfrastruktur über Mikroelektronik bis hin zu Zukunftsfeldern wie Gesundheitswirtschaft oder klimaneutraler Industrie.</p>
<p>Ich glaube deshalb, dass es aktuell weniger ein Potenzialproblem gibt als ein Vertrauensproblem. Viele Unternehmen haben durchaus den Willen zu investieren und zu transformieren. Aber sie wünschen sich mehr Verlässlichkeit, schnellere Umsetzung und klarere wirtschaftspolitische Orientierung. Das bestätigt auch das diesjährige Transformationsbarometer, das wir zum OWF veröffentlichen werden.</p>
<div id="attachment_9622" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9622" class="wp-image-9622" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/OWF25-3114.jpg" alt="Die Ostbeauftragte der Bundesregierung Elisabeth Kaiser spricht auch auf dem OWF 2026. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen, Brundert/Marquardt" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9622" class="wp-caption-text">Die Ostbeauftragte der Bundesregierung Elisabeth Kaiser spricht auch auf dem OWF 2026. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen, Brundert/Marquardt</p></div>
<h2><span class="title-bg">Worin liegen die größten Chancen für die ostdeutsche Wirtschaft?</span></h2>
<p>Ich glaube, eine große Chance liegt gerade darin, dass viele zentrale Zukunftsthemen in Ostdeutschland besonders stark zusammenkommen.</p>
<p>Die Region spielt eine wichtige Rolle beim Ausbau neuer Energieinfrastruktur, bei der industriellen Transformation und zunehmend auch in strategischen Bereichen wie Mikroelektronik oder dem Aufbau von Datenzentren und digitaler Infrastruktur. Gleichzeitig gibt es vielerorts industrielle Kompetenz, verfügbare Flächen und starke Forschungseinrichtungen.</p>
<p>Hinzu kommt die geografische Lage. Die wirtschaftliche Vernetzung mit Mittel- und Osteuropa wird aus meiner Sicht weiter an Bedeutung gewinnen. Gerade entlang der östlichen Grenzen entstehen neue wirtschaftliche Räume und Wertschöpfungsketten, die für Deutschland und Europa strategisch relevant werden.</p>
<p>Und vielleicht ist genau das die größte Chance: Dass Ostdeutschland zunehmend als Standort wahrgenommen wird, an dem neue industrielle und technologische Entwicklungen konkret entstehen.</p>
<h2><span class="title-bg">Davos, OMR – gibt es Vorbilder für das OWF?</span></h2>
<p>Was das OWF besonders macht, ist die Verbindung aus wirtschaftspolitischer Debatte, industrieller Realität und regionaler Perspektive. Wir sprechen nicht nur über Trends oder Innovationen, sondern sehr konkret darüber, wie Wettbewerbsfähigkeit, Transformation und neue Wertschöpfung unter realen Bedingungen entstehen.</p>
<p>Dazu kommt der besondere Ort. Ostdeutschland ist für viele der aktuellen Zukunftsfragen längst kein Randthema mehr, sondern ein sehr konkreter Erfahrungs- und Entwicklungsraum – etwa mit Blick auf Industrie, Energie, Infrastruktur, Digitalisierung oder technologische Souveränität. Das verleiht vielen Diskussionen eine besondere Bodenhaftung.</p>
<p>Und vielleicht ist das auch der Unterschied zu manchen anderen Formaten: Das OWF versteht sich weniger als Bühne oder Festival, sondern stärker als Arbeits- und Gesprächsraum. Wir bringen sehr unterschiedliche Perspektiven in einem vergleichsweise engen Raum zusammen – aus Politik, Wirtschaft, Technologie, Finanzierung und Regionen. Genau daraus entstehen oft die spannendsten Gespräche, weil strategische Debatten und konkrete Erfahrungen direkt aufeinandertreffen.</p>
<div id="attachment_9618" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9618" class="wp-image-9618" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/OWF25-0712.jpg" alt="Unter dem Leitthema „Eine neue (Un)Ordnung“ warten auf die Besucher des OWF 2026 spannende Vorträge und Diskussionen. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen, Brundert/Marquardt" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9618" class="wp-caption-text">Unter dem Leitthema „Eine neue (Un)Ordnung“ warten auf die Besucher des OWF 2026 spannende Vorträge und Diskussionen. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen, Brundert/Marquardt</p></div>
<h2><span class="title-bg">Was unterscheidet das OWF vom MACHN, das direkt im Anschluss in Leipzig stattfinden wird?</span></h2>
<p>Beide Formate ergänzen sich sehr gut, denn sie setzen unterschiedliche Schwerpunkte.</p>
<p>Das <a href="https://ostdeutschland.info/das-machn-wird-internationaler-interview-mit-marco-weicholdt/" target="_blank" rel="noopener">MACHN</a> bringt auf eine sehr spannende Weise Themen wie Gründung, Kreativität, neue Technologien und Unternehmergeist zusammen und hat damit eine ganz eigene Dynamik entwickelt.</p>
<p>Das OWF setzt stärker auf den strategischen Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Industrie, also auf Themen wie Wettbewerbsfähigkeit, Transformation, Energie, Investitionen oder technologische Souveränität.</p>
<p>Was beide Formate verbindet, ist der Blick nach vorn und die Frage, wie Ostdeutschland seine wirtschaftliche Zukunft gestalten kann.</p>
<h2><span class="title-bg">Welchen Einfluss kann der Ausgang der diesjährigen Landtagswahlen in Ostdeutschland auf die Wirtschaft im Osten haben?</span></h2>
<p>Grundsätzlich gilt: Wirtschaftliche Entwicklung braucht Verlässlichkeit, Planungssicherheit und Vertrauen in stabile demokratische Rahmenbedingungen. Das ist gerade in Zeiten großer wirtschaftlicher und geopolitischer Veränderungen besonders wichtig.</p>
<p>Viele Unternehmen treffen Investitionsentscheidungen über lange Zeiträume hinweg. Dafür brauchen sie nicht nur gute Standortbedingungen, sondern auch das Gefühl, dass politische Entscheidungen nachvollziehbar und verlässlich bleiben.</p>
<p>Ich glaube deshalb, dass die zentrale Frage weniger parteipolitisch ist, sondern vielmehr lautet: Wie schaffen wir ein Umfeld, in dem Unternehmen, Fachkräfte und Investorinnen und Investoren langfristig Vertrauen in den Standort haben?</p>
<p>Gerade für Ostdeutschland ist das entscheidend, weil die Region aktuell vor wichtigen wirtschaftlichen Weichenstellungen steht. Dafür braucht es ein Umfeld, das offen, verlässlich und attraktiv für Investitionen, Talente und Innovationen bleibt.</p>
<h2><span class="title-bg">Was wünschen Sie sich für Ostdeutschland?</span></h2>
<p>Durch meine Zeit im Silicon Valley habe ich erlebt, wie stark der Blick auf Möglichkeiten und Umsetzung sein kann. Natürlich wird dort auch nicht alles besser gemacht. Aber die Grundhaltung ist oft stärker davon geprägt, Chancen zu sehen und Dinge möglich machen zu wollen.</p>
<p>Manchmal wünsche ich mir diesen Blick auf Möglichkeiten auch stärker in Deutschland – gerade, wenn wir über Ostdeutschland sprechen. Natürlich ist die Stimmung derzeit vielerorts angespannt, und die wirtschaftlichen Herausforderungen sind real.</p>
<p>Aber gleichzeitig entstehen hier gerade neue industrielle und technologische Strukturen mit großer strategischer Bedeutung, die Wirtschaft und Gesellschaft bereits heute verändern.</p>
<p>Ich erlebe in vielen Unternehmen und Regionen einen großen Gestaltungswillen und viel Pragmatismus. Vielleicht sollten wir den Blick deshalb häufiger auf das richten, was möglich ist und auf die Chancen, die gerade entstehen.</p>
<p>Wer diese Diskussionen vor Ort verfolgen und mitgestalten möchte, kann sich noch bis zum 20. Mai für das OWF <a href="https://ostdeutscheswirtschaftsforum.de/konferenz/tickets/" target="_blank" rel="noopener">anmelden</a>.</p>
<h2><span class="title-bg">Vielen Dank und bis bald in Bad Saarow.</span></h2>
<p><em>Die Fragen stellte Robert Nehring.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/vertrauen-fuer-den-standort-ost-schaffen-interview-mit-der-owf-direktorin-juliane-nandra/">Vertrauen für den Standort Ostdeutschland schaffen. Interview mit der OWF-Direktorin Juliane Nandra</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ostkurve: Die Ostfußball-Kolumne #1</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/ostkurve-die-ostfussball-kolumne-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gregor Ryl ist Autor, Podcaster und ein leidenschaftlicher Experte für den Fußball in Ostdeutschland. In seiner hier startenden Kolumne teilt er, wie es dem Ostfußball gerade geht und was dieser über den Osten erzählt. Jedem Ende wohnt ein Anfang inne: Teil eins thematisiert das Saisonfinale. Danach ist erst mal Sommerpause.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9663" class="wp-image-9663" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Gregor-Ryl-Portraet.jpg" alt="In seiner Kolumne „Ostkurve“ schreibt Autor und Podcaster Gregor Ryl über neue Entwicklungen im ostdeutschen Fußball. " width="450" height="676">In seiner Kolumne „Ostkurve“ schreibt Autor und [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/ostkurve-die-ostfussball-kolumne-1/">Ostkurve: Die Ostfußball-Kolumne #1</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Gregor Ryl ist Autor, Podcaster und ein leidenschaftlicher Experte für den Fußball in Ostdeutschland. In seiner hier startenden Kolumne teilt er, wie es dem Ostfußball gerade geht und was dieser über den Osten erzählt. Jedem Ende wohnt ein Anfang inne: Teil eins thematisiert das Saisonfinale. Danach ist erst mal Sommerpause.</p>
<p><span id="more-9662"></span></p>
<div id="attachment_9663" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9663" class="wp-image-9663" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Gregor-Ryl-Portraet.jpg" alt="In seiner Kolumne „Ostkurve“ schreibt Autor und Podcaster Gregor Ryl über neue Entwicklungen im ostdeutschen Fußball. " width="450" height="676"><p id="caption-attachment-9663" class="wp-caption-text">In seiner Kolumne „Ostkurve“ schreibt Autor und Podcaster Gregor Ryl über neue Entwicklungen im ostdeutschen Fußball.</p></div>
<p>Im kürzlich erschienenen Regionalranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) tat sich Cottbus als dynamischster Landkreis Deutschlands hervor. Keine Region hat sich in den vergangenen zwei Jahren so stark verbessert wie die einstige Braunkohlestadt. Tagebaurenaturierung, geschaffene Uni-Forschungseinrichtungen und ein neues ICE-Instandhaltungswerk sind Gründe dafür. Was hat das jetzt mit Fußball zu tun? Nun ja: Gäbe es ein Ranking für die dynamischsten Vereine im Land, ich bin sicher – der <span style="color: #ff3eb5;">FC Energie Cottbus</span> würde ähnlich abschließen. Der Club aus der Lausitz steht nach einer starken Saison kurz vor dem Wiederaufstieg in die zweite Liga. Das ist beachtlich, erst vor zwei Jahren stieg man aus der Regionalliga auf. Zudem liegt der Kader in der Marktwertliste der dritten Liga auf Platz 16 von 20 Mannschaften. Wie man das schafft? Wöchentliche Emotionsrenaturierung durch den charismatischen Trainer Pele Wollitz, sich im gesamten Verein als Forschungseinrichtung mit Blick nach vorn verstehen, das ultimative Energie-Instandhaltungswerk namens „Fans“ im Rücken haben. Dieses fährt am Samstag mit über 4.000 Leuten nach Regensburg zur potenziellen Aufstiegsparty. In meinem persönlichen „Verein-und-Region-profitieren-voneinander-Ranking“ stufe ich diese Wechselwirkung als äußerst dynamisch ein.</p>
<p>Verein und Region – diese Verbundenheit wird fast nirgendwo so gelebt wie bei <span style="color: #ff3eb5;">Erzgebirge Aue</span>. Der Verein aus dem 20.000-Einwohner-Städtchen, der Identifikationsanker für einen ganzen Landstrich ist, ist bereits abgestiegen. Nach über 20 Jahren im bezahlten Profifußball. Das ist aus mehreren Gründen schade, denn der Verein ist nicht nur sportliches Aushängeschild. Er bringt auch eine Region auf die Karte, die ohne den Fußball weit unterm Radar fliegen würde. Oder haben Sie den Satz „Heute fahren wir mal ins Erzgebirge und wandern auf den Fichtelberg!“ schon mal in Ulm, Duisburg oder Ingolstadt gehört? Na also. Gut – dass Fußballfans vorm Auswärtsspiel noch auf den Fichtelberg wandern, wage ich auch zu bezweifeln, aber immerhin fahren sie hin oder hören vom Erzgebirge in der Sportschau. Eine Region, in der Strukturwandel und politischer Umschwung nach rechts ganz klar spürbar sind, die es aufgrund ihrer spannenden Geschichte und Traditionen aber trotzdem verdient hat, dass man sich mit ihr beschäftigt. Der FC Erzgebirge Aue ist ein Grund dafür. Bald hoffentlich auch wieder in Liga drei.</p>
<p>Von ganz unten nach ganz oben. Der <span style="color: #ff3eb5;">1. FC Union Berlin</span> bleibt erstklassig. Viel Geschichte wurde in letzter Zeit bei den Köpenickern geschrieben. Mit Marie-Louise Eta stand die erste Cheftrainerin im europäischen Profifußball an der Seitenlinie. Allen Gestrigen zum Trotz bewies sie ihr Fußballwissen und holte vergangene Woche ihren – na klar – historischen ersten Sieg. Das Schöne: Eta ist gebürtige Dresdnerin. Damit bietet sie einen weiteren Identifikationsfaktor als Rollenvorbild. In dieser Personalentscheidung hat Union Berlin Traditionsbewusstsein und modernes Denken geschickt miteinander verbunden und nebenbei eine spannende gesellschaftliche Debatte im Hinblick auf Ost/West- und Geschlechterverhältnisse angestoßen.</p>
<p>Marie-Louise Eta wird zur kommenden Saison Cheftrainerin des ersten Frauenteams von Union. Die Eisernen bleiben ebenfalls erstklassig und haben zudem einen Meilenstein erreicht. Als erster Verein überhaupt haben sie in der Frauen-Bundesliga in einer Saison 100.000 Zuschauer angezogen. Da soll noch mal jemand etwas über das Clubsterben in Berlin erzählen.</p>
<p>Zu guter Letzt ein Blick Richtung Elbe: Der <span style="color: #ff3eb5;">1. FC Magdeburg</span> und die <span style="color: #ff3eb5;">SG Dynamo Dresden</span> haben eine große Gemeinsamkeit: Sie hassen sich gegense… äh nein, hier: In der Hinrunde spielten sie beide wahnsinnig schlecht und in der Rückrunde wahnsinnig gut. Nun können es beide am letzten Spieltag aus eigener Kraft schaffen, in der zweiten Liga zu bleiben. Wenn Sie sich am Sonntag um 15:30 Uhr irgendwo am Elberadweg zwischen der Domstadt und Elbflorenz aufhalten, wundern Sie sich nicht, wenn Sie einen Hörsturz bekommen, denn beide haben ein Heimspiel. Wenn alles gut läuft, bleiben sie zweitklassig.</p>
<p>Hoffentlich gesellt sich Cottbus noch dazu. Von oben grüßt Union und Erzgebirge Aue wird sicher auch irgendwann wieder aus der Tiefe steigen. Was bleibt: Ligaunabhängig bringt der Fußball die Menschen im Osten zusammen und den Osten auf die Landkarte.</p>
<p>Allen eine schöne Sommerpause und gehen Sie mal wieder zum Fußball.</p>
<p>Sport frei!</p>
<div id="attachment_9665" style="width: 458px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9665" class="size-full wp-image-9665" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Gregor-Ryl-Sport-im-Osten.jpg" alt="Gregor Ryl ist Autor und Podcaster. In seinem wöchentlichen Fußballpodcast „Im Osten geht die Sonne auf“ für den MDR, spricht er mit seinen Kollegen Alex Küpper und Paddy Fritzsche über den Ostfußball und alles drumherum. Abbildung: MDR, Sport im Osten" width="448" height="448"><p id="caption-attachment-9665" class="wp-caption-text">In seinem wöchentlichen Fußballpodcast „<a href="https://www.mdr.de/sport/podcast/im-osten-geht-die-sonne-auf/index.html" target="_blank" rel="noopener">Im Osten geht die Sonne auf</a>“ für den MDR spricht Gregor Ryl mit seinen Kollegen Alex Küpper und Paddy Fritzsche über den Ostfußball und alles drumherum. Abbildung: MDR, Sport im Osten</p></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/ostkurve-die-ostfussball-kolumne-1/">Ostkurve: Die Ostfußball-Kolumne #1</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dr. Katrin Leonhardt: Wurzeln und Wandel. Der Osten bleibt Gestaltungsraum</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/dr-katrin-leonhardt-wurzeln-und-wandel-der-osten-bleibt-gestaltungsraum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 05:30:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=7330</guid>

					<description><![CDATA[<p>Dr. Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Aufbaubank - Förderbank - (SAB), ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7336" class="wp-image-7336 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/Leonhardt_DIAO2.png" alt="Dr. Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB). Abbildung: Hendrik Schmidt, SAB" width="705" height="1000">Dr. Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB). Abbildung: Hendrik Schmidt, SAB<br />
Das kleine Städtchen Lieberose nah [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/dr-katrin-leonhardt-wurzeln-und-wandel-der-osten-bleibt-gestaltungsraum/">Dr. Katrin Leonhardt: Wurzeln und Wandel. Der Osten bleibt Gestaltungsraum</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Aufbaubank - Förderbank - (SAB), ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><span id="more-7330"></span></p>
<div id="attachment_7336" style="width: 715px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7336" class="wp-image-7336 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/Leonhardt_DIAO2.png" alt="Dr. Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB). Abbildung: Hendrik Schmidt, SAB" width="705" height="1000"><p id="caption-attachment-7336" class="wp-caption-text">Dr. Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB). Abbildung: Hendrik Schmidt, SAB</p></div>
<p>Das kleine Städtchen Lieberose nah am Spreewald war in meiner Jugend in den 70er-Jahren nur einer von vielen Orten in Brandenburg. Wer hier aufwuchs und etwas erreichen wollte, musste die Ärmel hochkrempeln. Meine Eltern waren Lehrer. Bildung war bei uns zu Hause selbstverständlich und ließ mich früh erahnen, dass der Zugang zu Wissen und systematischem Denken Türen öffnen kann. Ich wollte unbedingt studieren und schaffte als Einzige unter 50 Schülern meines Jahrgangs den Zugang zum Abitur.</p>
<p>Leistung lohnt sich, dachte ich. Vom hochfliegenden Wunsch eines Jurastudiums an der Humboldt-Uni landete ich mit Rechnungsführung und Statistik an der Karl-Marx-Universität Leipzig auf dem Boden der damaligen Tatsachen. Die DDR-Führung hatte meinen Studienwunsch dorthin gelenkt, weil die Planwirtschaft „Wirtschaftskapitäne“ brauchte. Nicht resignieren und aufgeben, sondern dranbleiben am eigenen Weg, auch wenn es Umwege braucht, wurde für mich zur Haltung. Viele aus meiner Generation lernten durch verordnete Umwege Ausdauer und Resilienz. Prägende Eigenschaften, deren Bedeutung mir erst später bewusst wurde und die wir in Ostdeutschland heute wieder mehr denn je gebrauchen können.</p>
<p>Die Wendezeit erlebte ich zwischen dem Uniriesen und der Moritzbastei in Leipzig. Die Montagsdemonstrationen, das Hoffen, das Zweifeln, schließlich die Nachricht vom offenen Grenzübergang – all das hat mich tief bewegt. Es war eine Zeit, in der Veränderung greifbar wurde. Und in der viele lernten: Zukunft beginnt da, wo Menschen Verantwortung übernehmen und sich verbinden.</p>
<p>Die Mauer fiel und damit öffnete sich eine neue Welt – eine Welt voller Chancen, aber auch voller Unsicherheiten. In dieser Zeit wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, sich in einer Welt des Wandels nicht nur anzupassen, sondern diese aktiv zu gestalten. Mit der Aufbruchstimmung der Wende im Rücken wurde ich als eine von wenigen Absolventen der DDR 1990 für ein Masterstudium an der University of Sussex ausgewählt. Mit rudimentären Englischkenntnissen im Gepäck ließ ich mich auf das Unbekannte ein. Ich beklebte alle Wände meiner kleinen Studentenbude mit Vokabel-Post-its, lernte unermüdlich und schaffte einen guten Abschluss. Diese Einstellung begleitet mich bis heute: mutig neue Wege gestalten, sich ständig weiterentwickeln durch innovative und pragmatische Lösungen, aber auch durch Disziplin und intensive Arbeit.</p>
<p>Die ersten Jahre nach dem Mauerfall bedeuteten neben dem äußeren auch einen inneren Wandel der Gesellschaft. Viele, die sich in der DDR eingeengt gefühlt hatten, entdeckten neue Möglichkeiten. Der äußere Übergang von einem System in ein anderes stellte uns vor die innere Frage: Was machen wir mit diesen neuen Chancen?</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Im Osten gibt es Potenzial, Klarheit, Bodenhaftung. Es gibt den Wunsch, etwas zu bewegen.”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg">Förderung neu denken</span></h2>
<p>Nach meiner Promotion zur Wohnungspolitik im vereinten Deutschland durfte ich im Sächsischen Innenministerium an der Wohnungspolitik und -förderung mitwirken. Später folgten 20 Jahre bei der KfW-Bankengruppe in Frankfurt/Main, Berlin und Bonn, die für mich prägend waren. Förderung wurde mein Beruf, um vielen Menschen, egal aus welchem „Lieberose“ sie kommen, Chancen zu eröffnen. Sie kann ganze Regionen stärken – gerade dort, wo Strukturen im Wandel sind. Ich bin überzeugt, dass Förderung wirkt, wenn sie gezielt und nachvollziehbar eingesetzt wird.</p>
<p>Doch in den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass Förderung auch lähmen kann. Komplexe Förderprozesse und unübersichtliche Programme überfordern mit Bürokratie und Intransparenz. Zudem ist festzustellen, dass sich bei der Wahl der Finanzierungsinstrumente mit der Zeit eine starke Tendenz in Richtung Zuschuss entwickelt hat, die in Zeiten knapper Kassen an ihre Grenzen stößt. Förderung ist ein gutes Beispiel dafür, dass immer mehr nicht immer besser ist. Wir müssen uns ehrlich fragen: Hat das Zukunft – oder kann das weg? Zahlt die Förderung auf die Prioritäten ein, die wir heute und künftig haben? Es geht nicht um „viel hilft viel“, sondern um Relevanz, Wirkung und Zukunft. Die Zeit zum Handeln ist gekommen. In Sachsen konnten wir in der Fördervereinfachungskommission II bereits 2022 eine ehrliche Bestandsaufnahme vornehmen und 17 weitreichende Empfehlungen abgeben. Vieles fand Eingang in den aktuellen Koalitionsvertrag der sächsischen Staatsregierung.</p>
<p>Auf Bundesebene hat der Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung zu Jahresbeginn den Befund ebenfalls adressiert. Unter dem Titel „Funding our tomorrow“ werben wir Mitglieder für eine unabhängige Überprüfung aller Bundes- und Landesförderprogramme, um die Subventionsvielfalt, -höhe und -wirkung auf Nachhaltigkeitsziele und mögliche Überschneidungen und Synergien transparent zu machen. Wir machen uns stark für einfache und standardisierte Berichtspflichten und Wirkungsmessung sowie konsolidierte Förderinstrumente.</p>
<p>Was wir brauchen, ist eine Rückbesinnung auf das Wesentliche auf allen staatlichen Ebenen: Förderung als Mittel zum Zweck, als Anreizsetzung, nicht als Dauerlösung. Förderpolitik sollte den Mut zur Lücke haben – zur gezielten Auswahl statt zur Gießkanne. Und zur stärkeren Mobilisierung von privatem Kapital und Engagement. Nur so lässt sich Bürokratie abbauen und Vertrauen zurückgewinnen. So gewinnen wir Spielraum zur Unterstützung von Zukunftsthemen!</p>
<div id="attachment_7342" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7342" class="wp-image-7342" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/SAB-Leipzig-Fotoquelle-Albrecht-Voss.jpg" alt="Unternehmenssitz der Sächsischen Aufbaubank in Leipzig. Abbildung: Albrecht Voss" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-7342" class="wp-caption-text">Unternehmenssitz der Sächsischen Aufbaubank in Leipzig. Abbildung: Albrecht Voss</p></div>
<h2><span class="title-bg">Digitalisierung mit Haltung</span></h2>
<p>Als ich 2020 zur Sächsischen Aufbaubank (SAB) kam, war das ein Heimkommen mit Verantwortung. Wie zur Wendezeit sah ich Chancen, die ich mitgestalten wollte – in der Überzeugung, dass gerade der Osten Raum für Neues bietet. Seit 2020 verfolgen wir in der SAB ein klares Ziel: Wir wollen uns zukunftsfähig, beweglich und wirksam aufstellen, um die nachhaltige und digitale Transformation in Sachsen zu unterstützen. Seither haben wir uns wirtschaftlich, prozessual und technologisch kontinuierlich weiterentwickelt. Heute bewältigen wir deutlich schneller deutlich mehr Fördervolumen und Darlehensgeschäft mit weniger Personal. Dies wurde möglich durch eine stark gestiegene Digitalisierung unserer Förderprozesse. Konnten 2020 nur 24 Programme digital beantragt werden, sind es heute über 130.</p>
<p>So wird Förderung als Pars pro Toto ein Sinnbild für die notwendige Modernisierung unseres Landes. Digitalisierung ist jedoch nur ein Teilgarant für Fortschritt. Erst die Kombination aus moderner Technik, klaren Prozessen und einer Haltung, die auf Transparenz und Zusammenarbeit setzt, entfaltet echte Transformationskraft. Diese Haltung entwickeln wir weiter – in der SAB, aber auch in der Zusammenarbeit mit Ministerien, Kunden und Partnern. Es geht darum, dass wir die Art und Weise, wie wir miteinander arbeiten, neu denken. Die digitale Transformation muss in den Köpfen beginnen – sie muss ein kultureller Wandel sein.</p>
<div id="attachment_7343" style="width: 446px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7343" class="wp-image-7343" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Photo-3.jpg" alt="Dr. Katrin Leonhardt mit (links) Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum 2025. Abbildung: David Brähler " width="436" height="600"><p id="caption-attachment-7343" class="wp-caption-text">Dr. Katrin Leonhardt (rechts) mit Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum 2025. Abbildung: David Brähler</p></div>
<h2><span class="title-bg">Verwaltung als Ermöglicherin</span></h2>
<p>Die Pandemie war Zäsur und Katalysator zugleich. Sie hat uns gezeigt, wie verletzlich Systeme sind und wie schnell sich alles ändern kann. Wir leben nicht mehr in einer VUCA-, sondern in einer BANIWelt: brüchig, ängstlich, nicht-linear, unbegreiflich. In solchen Zeiten braucht es eine neue Führungskultur. Vertrauen statt Kontrolle. Kooperation statt Silodenken. Haltung statt Formalismus. Vernetztheit statt Alleingänge.</p>
<p>In der SAB haben wir daraus Konsequenzen gezogen. Wir haben diesen Anspruch in unseren umfassenden Strategie- und Transformationsprozess von Anfang an einfließen lassen. Wir verfolgen eine integrierte Weiterentwicklung in den drei Dimensionen Strategie, Strukturen/Prozesse und Kultur. Iterativ, lernend, an der Wertschöpfung orientiert, partizipativ und messbar. Dabei dauert vieles immer noch sehr lange und auch Rückschläge bleiben nicht aus: „Sometimes we win, sometimes we learn.“ Ich nehme wahr, wie im Kleinen noch sehr langsam, aber immerhin eine neue Vision von öffentlicher Verwaltung entsteht. An die Stelle von Kontrollieren, Regulieren und Sanktionieren tritt immer häufiger Ermöglichen, Wege bereiten, partnerschaftlich unterwegs sein. Dafür müssen wir uns noch dringlicher fragen: Bringt etwas wirklich Mehrwert und Wirkung, was ist das Ergebnis oder verwalten wir den Status quo? Diese Frage ist unbequem, aber notwendig, damit staatliche Institutionen künftig mehr Vertrauen schaffen, Orientierung geben und Innovationen ermöglichen. Wenn wir sie neu denken – mit klarem Kompass und echtem Gestaltungswillen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_7344" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7344" class="wp-image-7344" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Photo-2.jpg" alt="Dr. Katrin Leonhardt (links) mit der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum 2025. Abbildung: David Brähler" width="450" height="600"><p id="caption-attachment-7344" class="wp-caption-text">Dr. Katrin Leonhardt (links) mit der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum 2025. Abbildung: David Brähler</p></div>
<h2><span class="title-bg">Ostdeutsche Perspektiven einbringen</span></h2>
<p>Auch nach 35 Jahren sind die DDR-Prägung und die Wendeerfahrung Ostdeutscher regelmäßig Thema. Statistiken und Umfragen belegen unterschiedliche Entwicklungen und Wahrnehmungen zwischen Ost und West. Zahlen zeigen, dass ostdeutsche Biografien unterrepräsentiert sind – in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft. Ich finde es gut, dass ostdeutsche Perspektiven stärker sichtbar werden – nicht per Quote, sondern als Qualität. Ostdeutsche können reflektierte Erfahrungen einbringen, die heute relevant sind: Transformation, Resilienz, Neuorientierung. Die Sozialisation in unterschiedlichen Systemen, unterschiedliche Wertvorstellungen und die Umbrucherfahrungen können zur Vielfalt von Perspektiven beitragen, die unser Land weiterbringen. Ostdeutsche Führungspersönlichkeiten können Brücken schlagen – zwischen alten und neuen Systemen, zwischen Verwaltung und Innovation, zwischen Vergangenheit und Zukunft.</p>
<p>Ostdeutsche Regionen haben enorme Innovationsfähigkeit bewiesen. Der Umbau ganzer Wirtschaftsstrukturen, das Entstehen neuer Netzwerke, die Selbstverständlichkeit, mit weniger Mitteln mehr zu schaffen – das alles verdient mehr Sichtbarkeit. Nicht als Ostalgie, sondern als Kompetenz. Der Osten hat in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass er mit Herausforderungen nicht nur umgehen, sondern auch neue Chancen ergreifen kann.</p>
<p>Ich glaube an die Kraft der Menschen vor Ort, an die Energie engagierter Personen und Institutionen, an die Wirkung klarer Entscheidungen. Ich bin zurückgekommen, weil ich weiß: Im Osten gibt es mehr als Nachwendebiografien. Es gibt Potenzial, Klarheit, Bodenhaftung. Es gibt den Wunsch, etwas zu bewegen. Führung bedeutet für mich nicht, alle Antworten zu haben, sondern die richtigen Fragen zu stellen. Zukunft braucht Haltung, nicht Perfektion. Sie braucht Menschen, die Verantwortung nicht nur annehmen, sondern ausfüllen. Der Osten ist ein Möglichkeitsraum. Wer hier gestalten will, findet Resonanz. Das ist nicht immer leicht – aber es ist wertvoll.</p>
<div id="attachment_7748" style="width: 609px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7748" class="wp-image-7748 " src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Mit-Vorstandsmitglied-Ronald-Kothe-und-Beschaeftigten_Quelle-Hendrik-Schmidt-web.jpg" alt="Kommunikation auf Augenhöhe: mit Vorstandsmitglied Ronald Kothe und Beschäftigten. Abbildung: Hendrik Schmidt" width="599" height="399"><p id="caption-attachment-7748" class="wp-caption-text">Kommunikation auf Augenhöhe: mit Vorstandsmitglied Ronald Kothe und Beschäftigten. Abbildung: Hendrik Schmidt</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB)</span></h2>
<p><strong>GEGRÜNDET:</strong> 1991<br>
<strong>STANDORTE:</strong> Leipzig, Dresden<br>
<strong>MITARBEITENDE:</strong> 1.065<br>
<strong>WEBSITE:</strong> <a href="https://www.sab.sachsen.de/" target="_blank" rel="noopener">sab.sachsen.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1685" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg" alt="Label Impulsgeberin Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Dr. Katrin Leonhardt</span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong>GEBOREN:</strong> 1966/Lieberose (Brandenburg)</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Leipzig<br>
<strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Ilko-Sascha Kowalczuk: „Freiheitsschock“, 2024<br>
<strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „Das Leben der Anderen“, 2006<br>
<strong>MEINE URLAUBSTIPPS:</strong> Schlepzig im Spreewald<br>
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Rückkehr der Digedags. Interview mit David Wachsmuth</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/die-comichelden-sind-zurueck-interview-mit-dem-digedags-entertainment-ceo-david-wachsmuth/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 May 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=9512</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Digedags sind Legende. Nun sind die Comic-Helden aus der DDR zurückgekehrt, zunächst auf Youtube, aber vielleicht wird noch mehr daraus. Was – das erläutert David Wachsmuth, Geschäftsführer der Digedags Entertainment GmbH.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9580" class="wp-image-9580" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/IMG_2043.jpg" alt="Der Produzent David Wachsmuth, geboren 1978 in Lübben, ist Geschäftsführer der Digedags Entertainment GmbH. Abbildung: Digedags Entertainment GmbH" width="450" height="674">Der Produzent David Wachsmuth, geboren 1978 in Lübben, ist Geschäftsführer der Digedags Entertainment GmbH. Abbildung: <a href="https://www.digedags-entertainment.com/de/">Digedags Entertainment GmbH</a><br />
ostdeutschland.info: Herr Wachsmuth, haben Sie das [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/die-comichelden-sind-zurueck-interview-mit-dem-digedags-entertainment-ceo-david-wachsmuth/">Die Rückkehr der Digedags. Interview mit David Wachsmuth</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Digedags sind Legende. Nun sind die Comic-Helden aus der DDR zurückgekehrt, zunächst auf Youtube, aber vielleicht wird noch mehr daraus. Was – das erläutert David Wachsmuth, Geschäftsführer der Digedags Entertainment GmbH.</p>
<p><span id="more-9512"></span></p>
<div id="attachment_9580" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9580" class="wp-image-9580" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/IMG_2043.jpg" alt="Der Produzent David Wachsmuth, geboren 1978 in Lübben, ist Geschäftsführer der Digedags Entertainment GmbH. Abbildung: Digedags Entertainment GmbH" width="450" height="674"><p id="caption-attachment-9580" class="wp-caption-text">Der Produzent David Wachsmuth, geboren 1978 in Lübben, ist Geschäftsführer der Digedags Entertainment GmbH. Abbildung: <a href="https://www.digedags-entertainment.com/de/">Digedags Entertainment GmbH</a></p></div>
<h2><span class="title-bg">ostdeutschland.info: Herr Wachsmuth, haben Sie das Mosaik eigentlich schon als Kind gelesen?</span></h2>
<p><strong>David Wachsmuth: </strong>Ja. Lange nach dem Ende der Digedags bekam ich als Kind einen Stapel mit ungefähr 80 Heften von meinen Eltern geschenkt. Ich fand sie wahnsinnig spannend. Leider war keine der Serien komplett. So bin ich von Amerika über Runkel bis ins alte Rom und in den Weltraum hin- und hergesprungen. Als es dann in den 1990er-Jahren die Nachdrucke gab, konnte ich die Serien endlich komplettieren und habe sie zigfach gelesen. Auch heute noch ab und zu…</p>
<h2><span class="title-bg">Haben Sie Lieblingsfiguren neben den drei Protagonisten?</span></h2>
<p>Abgesehen davon, dass es eine unglaubliche Menge an Figuren gibt, die ich alle toll finde, liegt mir Ritter Runkel sehr am Herzen. Liebenswürdig, verplant, mit einer gehörigen Portion Selbstüberschätzung. Aber das Herz am rechten Fleck. Einfach ein Typ.</p>
<h2><span class="title-bg">Sie haben etwas vor mit den Digedags ...</span></h2>
<p>In Europa gibt es ja sehr viele ältere, bekannte Marken, die unglaublich populär sind und sich ihren Weg um den Globus gebahnt haben. Ob Heidi, Vicky, Biene Maja, Asterix und Co. Diese Marken haben alle den Vorteil, dass sie bereits seit Jahrzehnten Sichtbarkeit genießen und im Markt stattfinden. Das war den Digedags bis dato nicht vergönnt und genau daran arbeiten wir. Die größte Herausforderung ist der Markteintritt. Dafür haben wir vor geraumer Zeit auch umfangreiche Marktumfragen in Auftrag gegeben. Das Ergebnis hat uns dann tatsächlich überrascht: Die Beliebtheit und Akzeptanz ist ähnlich hoch wie bei den vorgenannten Marken und das obwohl die Digedags faktisch über Jahrzehnte gar nicht stattgefunden haben. Das beweist das gigantische Potenzial der Marke.</p>
<h2><span class="title-bg">Wie kamen Sie auf die Idee einer Verfilmung?</span></h2>
<p>Also in erster Linie natürlich, weil ich selbst großer Fan war und bin. Ich habe mich schon vor vielen Jahren gefragt, warum die Digedags eigentlich noch nie verfilmt wurden. Für mich war eine Verfilmung die logische Konsequenz. Die Digedags waren in Deutschland nicht nur unfassbar bekannt, sondern auch mindestens genauso beliebt. Es soll Studien geben, die besagen, dass 90 Prozent der Ostdeutschen die Digedags kennen oder kannten. Dazu sind sie sehr positiv besetzt. Wenn also Millionen von Menschen eine Marke kennen und diese auch lieben, sind das perfekte Voraussetzungen.</p>
<div id="attachment_9583" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9583" class="wp-image-9583" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/RuDD_Trailer_NEU_2025.00_01_34_03.Still001.jpg" alt="Die Digedags sind seit 2025 mit einem Youtube-Kanal und vielen neuen Abenteuern zurück. In der neuen Sitcom „Die Rübensteins“ leben sie als Familie zusammen. Abbildung: Digedags Entertainment GmbH" width="600" height="338"><p id="caption-attachment-9583" class="wp-caption-text">Die Digedags sind seit 2025 auf einem Youtube-Kanal zurück. In der Sitcom „Die Rübensteins“ leben sie als Familie zusammen. Abbildung: Digedags Entertainment GmbH</p></div>
<h2><span class="title-bg">Was ist Ihr professioneller Hintergrund?</span></h2>
<p>Mit meiner Firma Mar Vista Media bin ich seit über 20 Jahren in der Film- und Werbebranche tätig und habe bereits über 100 Produktionen betreut. Vom internationalen Dokumentarfilm über deutschlandweite Werbekampagnen bis hin zur Kinowerbung für regionale Unternehmen sowie Lehr- und Kurzfilmen für Universitäten. Die Arbeit vor, hinter und mit der Kamera begleitet mich, seit ich denken kann. Nach dem Rechteerwerb habe ich zusätzlich die Digedags Entertainment GmbH gegründet, die im Laufe der Jahre auch andere Projekte entwickelte.</p>
<h2><span class="title-bg"><strong>Warum sind die Digedags nicht längst verfilmt?&nbsp;</strong></span></h2>
<p>Es gab bereits Versuche, die Digedags zu verfilmen. In den 1990er-Jahren arbeitete die Firma Ostfilm an der Entwicklung einer TV-Serie und auch Anfang der 2000er-Jahre gab es ähnliche Bemühungen, die allerdings nie finanziert werden konnten. Auch wir haben natürlich mit den aktuell nicht sonderlich guten Bedingungen zu kämpfen.</p>
<p>Glücklicherweise erfreuen sich die Digedags aber nicht nur in Deutschland großer Beliebtheit. Ich bin mehrfach kreuz und quer durch Europa gereist und habe das Projekt auf vielen Märkten vorgestellt. Und eines kann ich mit Gewissheit sagen: Die Digedags kommen überall gut an. So konnten wir bereits viele Partner für unsere Projekte gewinnen. Co-Produzenten, Vertrieb, Verleih, Studios, Sender… Unsere filmischen Konzepte für die Digedags wurden auch bereits international ausgezeichnet. Wir waren mehrfach kurz davor, die Finanzierung zu schließen. Aber die letzten Prozente fehlen leider noch. In solch einem Finanzierungspuzzle muss eben wirklich alles zusammenpassen.</p>
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    </div>
</div>
<p>Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass wir uns speziell in Deutschland immer etwas schwerer tun, was unser kulturelles Erbe betrifft. Während die Europäer um uns herum stolz auf ihre alten Marken sind und Asterix, Heidi, Vicky, die Mumins und Co. überall präsent sind, sehen wir Deutschen oft mehr Risiken als Chancen, vor allem, wenn wir über ein „DDR-Produkt“ reden. Andererseits sind die Digedags aber auch ein Millionenseller, wie es ihn ganz selten in Deutschland gegeben hat. Darüber hinaus wurden die Digedags in zwölf weiteren europäischen Ländern vertrieben. Es gibt sogar die spannende Legende, wonach Walt Disney ein großer Fan von Hannes Hegen gewesen sein soll. Also, worauf warten wir eigentlich? Das wurde ich übrigens auch schon oft von Kollegen in anderen Ländern gefragt</p>
<h2><span class="title-bg">Sie bieten bereits Digedags-Fanartikel an. Wie schwer war es, an die Verwertungsrechte zu kommen?</span></h2>
<p>Das war ein langer, mehr als zehnjähriger Weg. Ich hatte, wie gesagt, schon vor etlichen Jahren die Idee, mit den Digedags zu arbeiten. Ich bin dann zunächst beim Tessloff Verlag in Nürnberg vorstellig geworden. Dort gab es speziell für die Digedags eine Ansprechpartnerin, die ich regelmäßig kontaktierte, um herauszufinden, wie die Chancen auf einen Rechteerwerb stehen. Wie sich im Laufe der Zeit herausstellte, hatte der Tessloff Verlag allerdings gar keine umfassenden Rechte. Die Dame vom Verlag hatte dann wohl irgendwann keine Lust mehr, mit mir zu reden und leitete unseren gesamten Schriftverkehr an die Familie von Hannes Hegen weiter. Die wiederum haben sich das alles durchgelesen und dachten wohl: „Wenn jemand so verrückt ist und über Jahre nicht lockerlässt, müssen wir den doch einfach mal kennenlernen“. Und so kam eins zum anderen.</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="Runkel und die Digedags - Das Beste aus Staffel 1 - 100 Videos Mittelalter-Sitcom „Die Rübensteins“" width="740" height="416" src="https://www.youtube.com/embed/3QGiQRg1kJA?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<h2><span class="title-bg">Auf Youtube kann man einen guten Eindruck davon gewinnen, wie Ihre Verfilmung einmal aussehen könnte. Was sind Ihre nächsten Schritte?</span></h2>
<p>Die Idee des <a href="https://www.youtube.com/@DieRuebensteins" target="_blank" rel="noopener">Youtube-Kanals</a> war eine Antwort auf die langwierige Finanzierung. Wir hatten einfach keine Lust mehr zu warten. Eine Webserie war ohnehin auch immer geplant. Wir wollten Sichtbarkeit und das ist uns durch den Kanal ganz ordentlich gelungen. Es ist ein weiterer Finanzierungsbaustein. Die Serie ist als eine Art Spin-off zur Runkelserie angelegt, was auch mit der Dynamik auf Social-Media-Kanälen zusammenhängt, in denen eher Short-Form-Content punktet. Durch den Kanal haben wir bereits einige strategische Partnerschaften schließen können. Obwohl rein deutschsprachig, bekommen wir Anfragen aus allen möglichen Ländern. Sogar bis in die USA sind die Digedags bereits vorgedrungen und konnten auch schon einige Festivalpreise einheimsen. Es gibt viele Pläne, die natürlich auch über die reine Verfilmung hinausgehen. Wir haben Anfragen für Musicals, Immersive Exhibitions, Film, Serie, Theater… – was ohnehin von Anfang an geplant war. Grundsätzlich können wir uns das alles auch vorstellen, doch an erster Stelle stehen immer die Finanzierbarkeit und entsprechende Auswertungsmöglichkeiten. Auf jeden Fall wird es nie langweilig.</p>
<div id="attachment_9588" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9588" class="wp-image-9588" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Ru╠ebenstein_Gema╠elde_2025_04_SET_A-3-Kopie.jpg" alt="Die „Rübensteins“ vor Burg Rübenstein. Seit seiner Einführung wurde der Youtube-Kanal mit den Comichelden über 1,6 Millionen Mal aufgerufen. Abbildung: Digedags Entertainment GmbH" width="600" height="410"><p id="caption-attachment-9588" class="wp-caption-text">Die „Rübensteins“ vor Burg Rübenstein. Seit seiner Einführung wurde der Youtube-Kanal mit den Comic-Helden über 1,6 Millionen Mal aufgerufen. Abbildung: Digedags Entertainment GmbH</p></div>
<h2><span class="title-bg">Wie kann man Sie unterstützen?</span></h2>
<p>Wir sind immer auf der Suche nach Partnerschaften. An der Digedags Entertainment GmbH kann man sich darüber hinaus auch beteiligen. Wir sind INVEST-förderfähig. Das bedeutet, dass Privatinvestitionen sogar sehr lukrativ durch das Wirtschaftsministerium gefördert werden, was eine Beteiligung schon aus rein wirtschaftlichen Gründen sehr attraktiv machen kann. Und ansonsten gilt: Einfach vorbeischauen! Auf dem Kanal. <a href="https://digedags.myspreadshop.de/" target="_blank" rel="noopener">Im Shop</a>. Liken. Darüber sprechen. Empfehlen. Oder wie Ritter Runkel es mit einem Augenzwinkern selbst sagen würde: Ein Ritter, der auf Beute hofft, braucht eine gute Botschaft oft. Empfehlt das Projekt im ganzen Land, so wächst der Schatz in Ritterhand.</p>
<h2><span class="title-bg">Vielen Dank.</span></h2>
<p><em>Die Fragen stellte Robert Nehring.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/die-comichelden-sind-zurueck-interview-mit-dem-digedags-entertainment-ceo-david-wachsmuth/">Die Rückkehr der Digedags. Interview mit David Wachsmuth</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Einheit als Prozess. Interview mit der Podcasterin Nine-Christine Müller</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/einheit-ist-kein-zustand-sie-ist-ein-prozess-interview-mit-der-podcasterin-nine-christine-mueller/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=9550</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nine-Christine Müller ist Kommunikationsexpertin, Moderatorin und Host des Podcasts „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten“. Dieser ist aktuell auf Tour. Im Interview teilt sie Näheres.<br />
<img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9565" class="wp-image-9565" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Nine-Christine_MuellercDmytroGuk_Portrait_Podcasten_2.jpg" alt="Nine-Christine Müller, geboren 1989 in Jena, ist Kommunikationsexpertin, Moderatorin und Podcast-Host von „Ostwärts“. ostwaerts-podcast.com. Abbildung: Dmytro Guk" width="450" height="675">Nine-Christine Müller, geboren 1989 in Jena, ist Kommunikationsexpertin, Moderatorin und Podcast-Host von <a href="https://www.ostwaerts-podcast.com/" target="_blank" rel="noopener">„Ostwärts</a>“.&#160;Abbildung: Dmytro Guk<br />
ostdeutschland.info: Nine, du bist Podcast-Host von „Ostwärts“. Wann bist du mit ihm gestartet und wie kam [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/einheit-ist-kein-zustand-sie-ist-ein-prozess-interview-mit-der-podcasterin-nine-christine-mueller/">Einheit als Prozess. Interview mit der Podcasterin Nine-Christine Müller</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nine-Christine Müller ist Kommunikationsexpertin, Moderatorin und Host des Podcasts „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten“. Dieser ist aktuell auf Tour. Im Interview teilt sie Näheres.<span id="more-9550"></span></p>
<div id="attachment_9565" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9565" class="wp-image-9565" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Nine-Christine_MuellercDmytroGuk_Portrait_Podcasten_2.jpg" alt="Nine-Christine Müller, geboren 1989 in Jena, ist Kommunikationsexpertin, Moderatorin und Podcast-Host von „Ostwärts“. ostwaerts-podcast.com. Abbildung: Dmytro Guk" width="450" height="675"><p id="caption-attachment-9565" class="wp-caption-text">Nine-Christine Müller, geboren 1989 in Jena, ist Kommunikationsexpertin, Moderatorin und Podcast-Host von <a href="https://www.ostwaerts-podcast.com/" target="_blank" rel="noopener">„Ostwärts</a>“.&nbsp;Abbildung: Dmytro Guk</p></div>
<h2><span class="title-bg">ostdeutschland.info: Nine, du bist Podcast-Host von „Ostwärts“. Wann bist du mit ihm gestartet und wie kam es dazu?</span></h2>
<p><strong>Nine-Christine Müller: </strong>Als ich meinen Podcast „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten“ 2022 startete, wurde ich oft gefragt: Warum dieses Thema? Warum wieder der Osten? Meine Antwort war und ist: Weil zu oft <em>über </em>ihn gesprochen wird und zu selten <em>aus </em>ihm heraus.</p>
<p>Über den Osten zu sprechen heißt für mich, aus einer spezifischen Erfahrung heraus zu erzählen. Einer ostdeutschen Perspektive, die sich über Jahre im Spannungsfeld zwischen Unsichtbarkeit und Zuschreibung entwickelt hat. Der Osten wurde vermessen, seziert, bedauert. Aber selten wurde wirklich zugehört.</p>
<p>Mit Ostwärts wollte ich das ändern und das nicht als Antwort, sondern als Einladung zum Zuhören. Einen Raum schaffen, in dem Ambivalenz und Vielfalt gewünscht sind, Widersprüche Platz haben und Perspektiven zu hören sind, die sonst zu kurz kommen. Was fehlt, sind differenzierte Narrative, die Erfolge würdigen, Potenziale benennen und Zukunft denken; statt immer wieder Defizite zu beschreiben.</p>
<p>Und das Thema geht alle an: Die Geschichte der DDR und der Transformationszeit nach 1989/90 ist untrennbar verbunden mit der NS-Geschichte und der Nachkriegsordnung. Im Heute steckt sehr viel Gestern.</p>
<h2><span class="title-bg">Gibt es immer wiederkehrende Themen?</span></h2>
<p>Ostwärts funktioniert, weil er Ambivalenz zulässt und weil er ostdeutsche Erfahrungen weder heroisiert noch pathologisiert, sondern in ihrer Normalität ernst nimmt. Und weil er zeigt, dass ostdeutsche Identitäten plural sind: generationell, sozial, migrantisch, urban und ländlich zugleich.</p>
<p>Seit über drei Jahren spreche ich mit Menschen über ihre ostdeutschen Prägungen, über Brüche, Aufbrüche und das lange Echo der Neunziger. Mich interessiert, warum so viele Biografien zwischen Unsichtbarkeit und Zuschreibung pendeln, warum Herkunft oft erst im Kontrast spürbar wird. Und warum Repräsentationsfragen nicht nur statistisch sind, sondern existenziell.</p>
<p>Viele meiner Gäste erzählen weniger von der DDR selbst, als von der radikalen Umwertung nach 1990. Identität entsteht hier nicht aus Nostalgie, sondern aus Transformation: aus Anpassung und Widerstand, aus Aufbruch und Verlust. Was heute als Politikverdrossenheit oder Systemmisstrauen beschrieben wird, ist oft tief in biografischen Entwertungs- und Beschleunigungserfahrungen verankert. Daran kommt man nicht vorbei, wenn man die Gegenwart verstehen will.</p>
<h2><span class="title-bg">Was war für dich bislang am Bemerkenswertesten, Überraschendsten?</span></h2>
<p>Jedes Gespräch ist spannend und ich gehe immer wieder mit neuen Impulsen raus. Besonders hängen geblieben ist ein Satz von Bodo Ramelow: Er hätte sich manchmal gewünscht, dass Ost und West zwei verschiedene Sprachen gesprochen hätten, weil wir dieselbe Sprache benutzen und trotzdem oft ganz verschiedene Dinge meinen.</p>
<p>Das hat mich nicht losgelassen. Diese Illusion des gemeinsamen Verständnisses ist vielleicht das eigentliche Problem der deutschen Einheit. Wenn man glaubt, man versteht sich und weiß schon alles, hört man auf zuzuhören. Und dann wundert man sich über dreißig Jahre später, warum vieles nicht geklappt hat.</p>
<h2><span class="title-bg">Wie viele Folgen gibt es bereits und wie viele Hörer haben sie?</span></h2>
<p>Ich veröffentliche gerade meine 42. Folge. Monatlich erreiche ich rund 3.000 Hörerinnen und Hörer, plus die Reichweite über meine Kanäle – mit wachsender Tendenz. Für einen unabhängigen gesellschaftspolitischen Podcast ohne Redaktion im Rücken und ohne Verlagsstruktur ist das eine Zahl, auf die ich super stolz bin.</p>
<div id="attachment_9569" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9569" class="wp-image-9569" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Ostwaerts_Gespraeche-ueber-ostdeutsche-Identitaeten.jpg" alt="Das Keyvisual des Podcasts. Die Moderatorin veröffentlicht gerade ihre 42. Podcastfolge von „Ostwärts“ und erreicht rund 3.000 Hörerinnen und Hörer. Abbildung: „Ostwärts“" width="450" height="450"><p id="caption-attachment-9569" class="wp-caption-text">Der Podcast Ostwärts erreicht monatlich rund 3.000 Hörerinnen und Hörer. Abbildung: Ostwärts</p></div>
<h2><span class="title-bg">„Einheit gut, alles gut.“, „Born in the GDR“, „Nach meiner Kenntnis ist das sofort!“ – mittlerweile gibt es einige Ost-Podcasts. Es erscheinen auch viele Bücher zur Thematik. Wie beobachtest du das wachsende Interesse am Thema Ostdeutschland?</span></h2>
<p>Super! Ich freue mich über alle Projekte. Der Osten hat jahrzehntelang eine mediale Unterversorgung erlebt, die man nur als strukturell bezeichnen kann. Jetzt entstehen Formate, Bücher, Initiativen und das ist keine Modeerscheinung, das ist eine Korrektur, die längst überfällig war.</p>
<h2><span class="title-bg">Du bist jetzt mit Ostwärts auf Tour gegangen. Was hat es damit auf sich?</span></h2>
<p>Ich fahre in die ländlichen Regionen der östlichen Flächenländer und mache dort Live-Folgen mit Menschen, die vor Ort zivilgesellschaftlich aktiv sind. Menschen, die gestalten, ohne dass jemand zuschaut.</p>
<p>Es geht mir darum, Demokratie dort sichtbar zu machen, wo sie oft totgeredet wird. Der ländliche Raum wird medial entweder ignoriert oder als Problemzone beschrieben, die er so nicht ist.</p>
<p>Die nächsten <a href="http://ostwaerts-podcast.com" target="_blank" rel="noopener">Termine</a>:</p>
<ul>
<li>30. Mai, 13 bis 15 Uhr – Neiße Filmfestival, Sachsen</li>
<li>17. Juni, 16 bis 18 Uhr – Briesen (Mark), Brandenburg</li>
<li>2. Juli – Malchin, Mecklenburg-Vorpommern (Uhrzeit folgt)</li>
</ul>
<h2><span class="title-bg">Die Tour ist im Kontext des Flow Fund für Ostdeutschland entstanden – wie funktioniert diese Förderung konkret?</span></h2>
<p>Der Flow Fund ist das Gegenteil von dem, was die meisten unter Förderung verstehen: kein langer Antrag, keine Jurysitzung in Berlin, keine Verwendungsnachweise in fünffacher Ausfertigung. Stattdessen: 17 Menschen, die vor Ort leben, zivilgesellschaftlich oder unternehmerisch aktiv sind und je 25.000 Euro eigenständig vergeben. Jedes Projekt bekommt 5.000 Euro von mir. Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Ist es aber.</p>
<h2><span class="title-bg">Wer sind deine Kooperationspartner und Unterstützer?</span></h2>
<p>Meine Partner suche ich nicht nach Reichweite aus, sondern nach Haltung. Das klingt idealistisch, ist aber schlicht die Voraussetzung dafür, dass Ostwärts glaubwürdig bleibt. Auf der Förderseite bin ich dankbar für die Unterstützung durch das Grow-Stipendium 2024 von Netzwerk Recherche und Schöpflin-Stiftung, den Flow Fund für Ostdeutschland 2025 und die Kinnings Foundation.</p>
<p>Inhaltlich und strukturell arbeite ich mit der Hessischen Landesvertretung, dem DDR-Museum, der Stiftung Bürger für Bürger, der Sparda-Bank Berlin, dem Tagesspiegel und dem MACHN Festival zusammen. Das sind sehr unterschiedliche Partner, von Erinnerungskultur bis Medienjournalismus, und das spiegelt auch wider, wie plural das Thema ostdeutsche Identität eigentlich ist.</p>
<p>Was mich dabei immer wieder überrascht: Wie viele Institutionen dieses Thema mittlerweile ernst nehmen. Das war vor drei Jahren noch anders.&nbsp; Und ja, ich bin offen für neue Kooperationen. Wer Interesse hat, kann sich gern <a href="mailto:ostwaerts@mail.de">bei mir melden</a>.</p>
<div id="attachment_9570" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9570" class="wp-image-9570" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Nine-Christine_MuellercDmytroGuk_Portrait_Podcasten_1_beschnitten.jpg" alt="Ihre Kooperationspartner sucht die Podcasterin nicht nach Reichweite, sondern nach Haltung aus. Abbildung: Dmytro Guk" width="450" height="466"><p id="caption-attachment-9570" class="wp-caption-text">„Ostdeutschland ist kein Problemraum“, sagt Nine-Christine Müller. Abbildung: Dmytro Guk</p></div>
<h2><span class="title-bg">Du bist derzeit auch Fellow der Kinnings Foundation …</span></h2>
<p>Kinnings ist ein Leadership-Programm für junge Changemaker aus Ostdeutschland und es ist das erste Netzwerk, in dem ich nicht erklären muss, woher ich komme. Das klingt nach wenig. Es ist aber sehr viel. Ich arbeite dort mit Menschen aus Bildung, Zivilgesellschaft, Politik und Kultur zusammen, die nicht nur reden, sondern gestalten. Was mich beeindruckt: das kollektive Selbstbewusstsein. Kein Trotz, kein Erklärungsbedarf, sondern sehr viel Energie. Ostdeutschland ist kein Problemraum. Es ist ein Raum voller Menschen, die längst wissen, was sie können.</p>
<h2><span class="title-bg">Wie blickst du auf das „Ostwahljahr“ 2026?</span></h2>
<p>Sehr ambivalent. Sabine Rennefanz hat geschrieben: „Hört auf, den Sieg der AfD herbeizureden!“ und ich verstehe diesen Impuls. Gleichzeitig: Außerhalb der Berliner Blase ist es mehr als nachvollziehbar, sich mit den möglichen Folgen der Wahlen ernsthaft auseinanderzusetzen. Wegschauen hat in diesem Land selten geholfen.</p>
<h2><span class="title-bg">Du hast das letzte Wort ...</span></h2>
<p>Der Osten ist nicht nur Vergangenheit. Er ist ein Raum, der erzählt werden will und das vielstimmig, widersprüchlich und ohne Auflösung auf Bestellung.</p>
<p>Ich wünsche mir eine Öffentlichkeit, die das aushält. Die neugierig bleibt, nachfragt, zuhört; auch wenn die Antworten unbequem sind. Die Vielfalt nicht als Problem behandelt, sondern als das, was sie ist: Realität.</p>
<p>Einheit ist kein Zustand. Sie ist ein Prozess. Und dieses Gespräch hat gerade erst begonnen.</p>
<h2><span class="title-bg">Vielen Dank.</span></h2>
<p><em>Die Fragen stellte Robert Nehring.</em></p>
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		<item>
		<title>Vintage &#038; Kickz: Eine Erfolgsgeschichte aus Sachsen-Anhalt</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/erfolgsgeschichte-vintage-designerhandtaschen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anzeige]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit 16 Jahren gründete Linus Pliske aus Halle (Saale) sein Unternehmen „Vintage &#38; Kickz“. Was mit dem Verkauf von Sneakern begann, ist heute ein angesagter Onlineshop für Designerprodukte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9504" class="wp-image-9504" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/vintageandkickz-1-@bjoern-menzel.jpg" alt="Linus Pliske ist mit seinem Unternehmen „Vintage and Kickz“ nominiert für den Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt 2026. Abbildung: Björn Menzel" width="600" height="450">Linus Pliske ist mit seinem Unternehmen „Vintage and Kickz“ nominiert für den Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt 2026. Abbildung: Björn Menzel<br />
Der 22-Jährige Linus Pliske erzielt vor allem mit dem Verkauf von [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/erfolgsgeschichte-vintage-designerhandtaschen/">Vintage &amp; Kickz: Eine Erfolgsgeschichte aus Sachsen-Anhalt</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit 16 Jahren gründete Linus Pliske aus Halle (Saale) sein Unternehmen „Vintage &amp; Kickz“. Was mit dem Verkauf von Sneakern begann, ist heute ein angesagter Onlineshop für Designerprodukte.</p>
<p><span id="more-9501"></span></p>
<div id="attachment_9504" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9504" class="wp-image-9504" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/vintageandkickz-1-@bjoern-menzel.jpg" alt="Linus Pliske ist mit seinem Unternehmen „Vintage and Kickz“ nominiert für den Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt 2026. Abbildung: Björn Menzel" width="600" height="450"><p id="caption-attachment-9504" class="wp-caption-text">Linus Pliske ist mit seinem Unternehmen „Vintage and Kickz“ nominiert für den Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt 2026. Abbildung: Björn Menzel</p></div>
<p>Der 22-Jährige Linus Pliske erzielt vor allem mit dem Verkauf von gebrauchten Handtaschen einen Jahresumsatz in Millionenhöhe. Eine eigentlich unglaubliche Erfolgsstory.</p>
<p>Der junge Mann schließt eine Gittertür auf. Eine Alarmanlage ist installiert. Es gibt Videokameras. Alles in diesem Haus erinnert an einen Hochsicherheitstrakt. „Wir haben hier sehr viel Geld in die Sicherheit investiert“, sagt Linus Pliske. Dieser hohe Standard ist notwendig für das, was der 22-Jährige zusammen mit seinen Mitarbeitenden in diesem Gebäude treibt. Es steht irgendwo im Raum Halle. Der genaue Standort des Lagers darf aus Sicherheitsgründen nicht verraten werden.</p>
<p>Anders sieht es beim Firmensitz aus. Er befindet sich in der Hallenser Innenstadt. Hier ist <a href="https://vintageandkickz.de/">Vintage &amp; Kickz</a> auf rund 700 Quadratmetern zu Hause – ein Onlineshop für gebrauchte Designerprodukte. Linus Pliske ist Gründer, Inhaber und Geschäftsführer in einer Person. Mit der professionellen Aufarbeitung sowie dem Handel von Handtaschen renommierter Designer wie Louis Vuitton, Chanel oder Prada agiert er sehr erfolgreich. Das Geschäft wächst jedes Jahr. Die Anzahl der Mitarbeitenden auch.</p>
<h2><span class="title-bg">Vater meldete Firma an</span></h2>
<p>Doch wie konnte es zu diesem Erfolg kommen? Und wie kommt überhaupt ein 16-Jähriger auf die Idee, mit hochwertigen Handtaschen zu handeln? In einem Alter, in dem anderen ein paar Euro Taschengeld der Eltern reichen. Linus Pliske war damals so jung, dass er nicht mal eine eigene Firma anmelden durfte. Sein Vater übernahm diesen Schritt für ihn und übertrug ihm das Unternehmen zu seinem 18. Geburtstag.</p>
<p>Linus Pliske zieht seinen Mantel aus und setzt sich in einen Sessel. Er trägt ein weißes Hemd, seine Krawattennadel ist einem Golfschläger nachempfunden. Der Sessel steht im sogenannten Showroom – ein sechs Meter hoher Raum mit Stuck an der Decke. In diesem Raum liegen hochwertige Handtaschen in Regalen, Designermode hängt auf Stangen. Hier werden Videos für die Social-Media-Kanäle der Firma produziert.</p>
<div id="attachment_9505" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9505" class="wp-image-9505" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/vintageandkickz-4-@bjoern-menzel.jpg" alt="Zu Beginn verkaufte Pliske mit einem Freund Sneaker im Internet. Er stieg jedoch schnell auf den Verkauf von Vintage-Designerhandtaschen um. Abbildung: Björn Menzel" width="600" height="450"><p id="caption-attachment-9505" class="wp-caption-text">Zu Beginn verkaufte Pliske mit einem Freund Sneaker im Internet. Er stieg jedoch schnell auf den Verkauf von Vintage-Designerhandtaschen um. Abbildung: Björn Menzel</p></div>
<p>Alles begann im Jahr 2019. Pliske war damals Abiturient. Zusammen mit seinem Kumpel Tobias Huber kaufte und verkaufte er hippe Schuhe im Internet. Die Sneaker waren sehr angesagt und die jungen Männer fanden sie selber cool. Doch das Geschäft mit den Schuhen probierten damals auch viele andere aus. „Ich kam dann ziemlich schnell auf die Idee mit den Taschen“, erzählt Pliske. Vor allem weil die Designerstücke sehr beständig in ihrem Wert seien und es einen Gebrauchtmarkt im Grunde nicht gegeben habe.</p>
<h2><span class="title-bg">Zertifikate zur Sicherheit</span></h2>
<p>Es bieten zwar immer wieder private Verkäuferinnen und Verkäufer ihre exklusiven Taschen im Internet an. Aber gerade bei den nicht gerade günstigen Stücken von bekannten Designermarken gibt es ein Problem. „In diesem Bereich sind sehr viele Fälschungen auf dem Markt“, sagt der Unternehmer. Ein Laie könne oft die echten von den gefälschten Taschen nicht unterscheiden. Genau das übernimmt Vintage and Kickz. Linus Pliske berichtet, dass er und sein Team durch ihre inzwischen jahrelange Erfahrung jedes unechte Stück entdecken würden.</p>
<p>„Wir haben da ein geschultes Auge“, sagt er und kann ausführlich davon berichten, mit welchen Kniffen die Hersteller ihre Marken schützen und woran gefälschte Taschen zu erkennen sind. Die Hallenser prüfen alle ihre Waren auf Authentizität und vergeben sogar Zertifikate, die die Echtheit der Produkte bestätigten. Für die Echtheitsprüfung nutzen Pliske und seine Mitarbeitenden auch ein eigens entwickeltes KI-Tool. Das System wird seit 2023 mit Daten originaler Stücke aus dem eigenen Bestand „gefüttert“ und bestätigt die Echtheit zusätzlich – mit einer Trefferquote von knapp 98 Prozent.</p>
<p>„Das Tool ist bereits seit März 2025 voll im Einsatz und inzwischen das Herzstück unserer Arbeit, weil wir so noch konsequenter sicherstellen können, dass alle Artikel in unserem Bestand zertifiziert original sind“, sagt Pliske. Das Thema Echtheit ist nicht nur beim Verkauf wichtig, sondern auch beim Einkauf der gebrauchten Ware. Denn Linus Pliske will natürlich keine Fälschungen in seinem Lager haben.</p>
<h2><span class="title-bg">Sattlerei repariert die Taschen</span></h2>
<p>Eine Tasche, die alle Prüfungen bestanden hat, durchläuft dann einmal alle Stationen in den Räumlichkeiten der Firma. Die Designerstücke werden aufwendig gereinigt, von Gerüchen befreit, aufgearbeitet und bei Bedarf sogar repariert. Dazu hat Vintage and Kickz eine eigene Sattlerei. Hier sitzen internationale Handwerkskräfte mit Spezialisierung auf Lederarbeiten, denn gelernte Sattler gibt es nicht mehr viele in Deutschland. „Wir kooperieren auch mit einer kleinen Sattlerei aus Halle“, sagt der Geschäftsführer. Die Taschen werden so originalgetreu wie möglich wieder hergestellt.</p>
<div id="attachment_9506" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9506" class="wp-image-9506" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/vintageandkickz-6-@bjoern-menzel.jpg" alt="Pliskes Mitarbeitende setzen die Designerhandtaschen für den Onlineshop in Szene. Abbildung: Björn Menzel" width="600" height="450"><p id="caption-attachment-9506" class="wp-caption-text">Pliskes Mitarbeitende setzen die Designerhandtaschen für den Onlineshop in Szene. Abbildung: Björn Menzel</p></div>
<p>Danach kommen sie in einen weiteren Raum, in dem alle Produkte professionell fotografiert werden. Im eigenen Internetshop sind später bis zu 25 Motive der jeweiligen Taschen zu sehen. Dann bekommen alle Produkte eine genaue Beschreibung sowie einen Preis und werden in den Onlineshop gestellt. Die Mitarbeitenden einer weiteren Abteilung kümmern sich um die Werbung, die hauptsächlich über Social-Media läuft. „Wir werden weiterempfohlen oder sind zum Beispiel über Instagram bekannt“, sagt Linus Pliske.</p>
<h2><span class="title-bg">Größerer Firmensitz gesucht</span></h2>
<p>Dieser ganze Aufwand lohnt sich. Der Shop für hochwertige Second-Hand-Designerbekleidung und -Taschen hat mittlerweile zehntausende Kundinnen und Kunden. Aus ganz Europa kaufen Interessierte ihre exklusiven Taschen, Accessoires und Mode bei Vintage and Kickz. Vor allem aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien kommen die Bestellungen. Linus Pliske wollte zwar eigentlich nach dem Abitur studieren, doch bisher fehlte ihm die Zeit dafür. „Ich habe 80 bis 100 Stunden pro Woche gearbeitet“, sagt er.</p>
<p>Umsatz und Gewinn sollen auch in den kommenden Jahren weiter steigen. Mehr noch: Der Geschäftsführer möchte sein Lager sowie die Logistik in ein größeres Gebäude umziehen lassen. Dafür sucht er aktuell nach passenden Angeboten. „Ich möchte in Sachsen-Anhalt bleiben, sehr gern natürlich in Halle“, sagt er.&nbsp; Am liebsten wäre ihm ein ausrangiertes Gebäude einer Bank oder ein ehemaliges Gefängnis. „Denn da gibt es schon sehr viele Vorkehrungen für die Sicherheit“, so der Unternehmer. Die Luxuswaren haben einen hohen Wert und sie zu lagern ist eine große Herausforderung.</p>
<p>Bei allen Entwicklungen soll eine Sache auf jeden Fall so bleiben, wie sie ist – die Produkte seiner Firma. „Mein ganzes Leben sind Handtaschen“, sagt der 22-Jährige bei der Verabschiedung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/erfolgsgeschichte-vintage-designerhandtaschen/">Vintage &amp; Kickz: Eine Erfolgsgeschichte aus Sachsen-Anhalt</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>VORSPRUNG 2026: Sechs ostdeutsche Unternehmen ausgezeichnet</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/vorsprung-2026-diese-sechs-unternehmen-stehen-fuer-ostdeutschlands-wirtschaftskraft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 May 2026 09:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Event]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=9513</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sechs Unternehmen wurden am 5. Mai mit dem Wirtschaftspreis des Ostdeutschen Wirtschaftsforums „VORSPRUNG“ ausgezeichnet. Elisabeth Kaiser, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, würdigte die Preisträger im Bundesministerium für Finanzen in Berlin.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9523" class="wp-image-9523" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/260505_KBMF_PHT029.jpg" alt="Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser mit dem CEO der Ucaneo GmbH, Florian Tiller und dem Präsidenten des Ostdeutschen Wirtschaftsforums, Frank Nehring. Kaiser zeigt eine Urkunde zur Preisverleihung. Neben ihr hält Tiller einen Sammelband „Denk ich an Ostdeutschland“ der Prima Vier Nehring Verlag [...]
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sechs Unternehmen wurden am 5. Mai mit dem Wirtschaftspreis des Ostdeutschen Wirtschaftsforums „VORSPRUNG“ ausgezeichnet. Elisabeth Kaiser, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, würdigte die Preisträger im Bundesministerium für Finanzen in Berlin.</p>
<p><span id="more-9513"></span></p>
<div id="attachment_9523" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9523" class="wp-image-9523" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/260505_KBMF_PHT029.jpg" alt="Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser mit dem CEO der Ucaneo GmbH, Florian Tiller und dem Präsidenten des Ostdeutschen Wirtschaftsforums, Frank Nehring. Kaiser zeigt eine Urkunde zur Preisverleihung. Neben ihr hält Tiller einen Sammelband „Denk ich an Ostdeutschland“ der Prima Vier Nehring Verlag GmbH in der Hand. Abbildung: Thomas Koehler" width="600" height="401"><p id="caption-attachment-9523" class="wp-caption-text">Die Ostbeauftragte der Bundesregierung Elisabeth Kaiser mit dem CEO der Ucaneo GmbH Florian Tiller und dem Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums Frank Nehring. Abbildung: Thomas Koehler</p></div>
<p>Der Wirtschaftspreis prämiert Unternehmen, die durch Innovationskraft, Zukunftsorientierung und nachhaltiges Wachstum überzeugen und damit beispielhaft für die wirtschaftliche Transformation in Ostdeutschland stehen. Die Auszeichnung wird jährlich im Vorfeld des <a href="https://ostdeutscheswirtschaftsforum.de/">Ostdeutschen Wirtschaftsforums</a> (OWF) verliehen, das in diesem Jahr vom 31. Mai bis 2. Juni in Bad Saarow unter dem Motto „Eine neue (Un)Ordnung“ stattfindet.</p>
<div id="attachment_9514" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9514" class="wp-image-9514" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/260505_KBMF_PHT039.jpg" alt="Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Elisabeth Kaiser (vorne links) und der Präsident des Ostdeutschen Wirtschaftsforums, Frank Nehring (Zweiter von vorne rechts) mit den Preisträgern und Teilnehmern der Preisverleihung. Abbildung: Thomas Koehler" width="600" height="499"><p id="caption-attachment-9514" class="wp-caption-text">Die Preisträger von VORSPRUNG 2026 im Bundesfinanzministerium. Abbildung: Thomas Koehler</p></div>
<p>Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger sind:</p>
<ul>
<li><a href="https://www.ucaneo.com/">Ucaneo Biotech GmbH</a> (Berlin, Berlin)</li>
<li><a href="https://pyro-power.com/">Pyropower GmbH</a> (Cottbus, Brandenburg)</li>
<li><a href="https://www.vowalon.eu/">Vowalon Beschichtung GmbH</a> (Treuen, Sachsen)</li>
<li><a href="https://periotrap.com/">Periotrap Pharmaceuticals GmbH</a> (Halle (Saale), Sachsen-Anhalt)</li>
<li><a href="https://qo-jena.com/">Quantum Optics Jena GmbH</a> (Jena, Thüringen)</li>
<li><a href="https://solar-materials.com/">Solar Materials GmbH</a> (Magdeburg, Sachsen-Anhalt) – Start-up-Sonderpreis</li>
</ul>
<div id="attachment_9516" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9516" class="wp-image-9516" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/260505_KBMF_PHT017.jpg" alt="Die Ostbeauftragte der Bundesregierung würdigte die Preisträger und erklärte, dass die Preisträgerauswahl aus unterschiedlichen Branchen zeige, welche vielfältigen Potenziale in der ostdeutschen Wirtschaft stecken. Abbildung: Thomas Koehler" width="450" height="736"><p id="caption-attachment-9516" class="wp-caption-text">Die Ostbeauftragte der Bundesregierung würdigte die Preisträger. Die Auswahl zeige, welche vielfältigen Potenziale in der ostdeutschen Wirtschaft stecken. Abbildung: Thomas Koehler</p></div>
<p>Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, sagte zur Verleihung: „Es ist mir eine große Freude, heute die Auszeichnungen des Wirtschaftspreises VORSPRUNG an herausragende Unternehmenspersönlichkeiten zu überreichen. Jährlich werden mit diesem Preis Unternehmerpersönlichkeiten geehrt, die durch ihre Visionen und ihr Engagement Maßstäbe setzen und unsere Wirtschaft prägen. Erfolg in unserer Wirtschaft hat viele Gesichter. Die von einer unabhängigen Jury ausgewählten Preisträger kommen aus den unterschiedlichsten Branchen und zeigen, welche vielfältigen Potenziale in der ostdeutschen Wirtschaft stecken. Ich danke allen Preisträgern für ihre inspirierenden Leistungen und bin gespannt auf die weiteren Entwicklungen in unserer dynamischen Wirtschaft.“</p>
<p>Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie e.V. (<a href="https://bdi.eu/de">BDI</a>) und Geschäftsführer der <a href="https://land-der-ideen.de/">Land der Ideen Management GmbH</a>, erklärte: „Die Preisträger des VORSPRUNG 2026 zeigen, wie Zukunft in Ostdeutschland entsteht: innovativ, unternehmerisch und international anschlussfähig. Sie stehen für technologischen Fortschritt und neue Wertschöpfung und zeigen damit eindrucksvoll auf, welches Potenzial im Wirtschaftsstandort Ostdeutschland steckt.“</p>
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                <li style="display: block; width: 100%;" class="slide-9527 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-05-06 12:27:56" data-filename="260505_KBMF_PHT031.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="704" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/260505_KBMF_PHT031.jpg" class="slider-9525 slide-9527 msDefaultImage" alt="Elisabeth Kaiser mit Vertretern der Pyropower GmbH. Abbildung Thomas Koehler" rel title="Elisabeth Kaiser mit Vertretern der Pyropower GmbH. Abbildung Thomas Koehler"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div>Elisabeth Kaiser mit Vertretern der Pyropower GmbH. Abbildung: Thomas Koehler</div></div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-9529 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-05-06 12:30:05" data-filename="260505_KBMF_PHT033.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="731" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/260505_KBMF_PHT033.jpg" class="slider-9525 slide-9529 msDefaultImage" alt="Elisabeth Kaiser mit Vertretern der Periotrap Pharmaceuticals GmbH. Abbildung: Thomas Koehler" rel title="Elisabeth Kaiser mit Vertretern der Periotrap Pharmaceuticals GmbH.  Abbildung: Thomas Koehler"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div>Elisabeth Kaiser mit Vertretern der Periotrap Pharmaceuticals GmbH. Abbildung: Thomas Koehler</div></div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-9531 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-05-06 12:31:17" data-filename="260505_KBMF_PHT035.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="685" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/260505_KBMF_PHT035.jpg" class="slider-9525 slide-9531 msDefaultImage" alt="Die Ostbeauftragte mit Repräsentanten der Quantum Optics Jena GmbH. Abbildung: Thomas Koehler" rel title="Die Ostbeauftragte mit Repräsentanten der Quantum Optics Jena GmbH. Abbildung: Thomas Koehler"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div>Die Ostbeauftragte mit Repräsentanten der Quantum Optics Jena GmbH. Abbildung: Thomas Koehler</div></div></div></li>
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            </ul>
        </div>
        
    </div>
</div>
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		<title>Dominique Lellek: Ostdeutsch &#038; selbstbestimmt. Fern der Heimat wurde mir klar, wie viel Stärke in ihr steckt</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/dominique-lellek-ostdeutsch-selbstbestimmt-fern-der-heimat-wurde-mir-klar-wie-viel-staerke-in-ihr-steckt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 May 2026 05:30:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dominique Lellek, Chief Marketing Officer der Alteos GmbH, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7322" class="wp-image-7322 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/Lellek_DIAO2.png" alt="Dominique Lellek, Chief Marketing Officer Alteos GmbH. Abbildung: Ben Gierig" width="704" height="1000">Dominique Lellek, Chief Marketing Officer Alteos GmbH. Abbildung: Ben Gierig<br />
Wenn ich an Ostdeutschland denke, denke ich an Neuanfänge. An tief verwurzelte Geschichte. An Systemumbruch. An [...]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Dominique Lellek, Chief Marketing Officer der Alteos GmbH, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-7313"></span></p>
<div id="attachment_7322" style="width: 714px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7322" class="wp-image-7322 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/Lellek_DIAO2.png" alt="Dominique Lellek, Chief Marketing Officer Alteos GmbH. Abbildung: Ben Gierig" width="704" height="1000"><p id="caption-attachment-7322" class="wp-caption-text">Dominique Lellek, Chief Marketing Officer Alteos GmbH. Abbildung: Ben Gierig</p></div>
<p>Wenn ich an Ostdeutschland denke, denke ich an Neuanfänge. An tief verwurzelte Geschichte. An Systemumbruch. An Menschen, die sich immer wieder neu finden mussten. An meine Heimat – die beim Aufwachsen oft schlechter geredet wurde, als sie eigentlich ist. „Guck, dass du fortkommst“, das haben wir oft gehört. Und einige von uns hat das inspiriert, wirklich fortzugehen. So wie mich.</p>
<p>Ich war Quark im Schaufenster, als die Mauer fiel. Meine Kindheit verbrachte ich behütet auf einem Bauernhof mitten in der Sächsischen Schweiz – zwischen Stall, Wald und Streuobstwiese. Heute lebe ich in Berlin, aber ich schreibe diesen Text aus einer anderen Perspektive: der des ländlichen Raums aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Geleitet von Erinnerungen und von vielen Gesprächen mit Freunden, Familie, Menschen, die geblieben sind. Ich bin mir auch bewusst, dass eine Biografie wie die meine – mit all ihrer Freiheit und den Möglichkeiten – in der DDR nicht möglich gewesen wäre, und ich bin den Menschen, die damals friedlich demonstriert haben, unendlich dankbar. Ich konnte frei entscheiden, was ich mit meinem Leben machen möchte, was ein absolutes Privileg ist.</p>
<p>Dennoch, die Nachwendezeit hat auch uns Nachwendekinder geprägt – durch die Erzählungen, die Erschöpfung, die leisen Enttäuschungen, die sich mal mehr, mal weniger in den Alltag unserer Familien eingeschlichen haben. Umschulungen, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, abrupte Brüche in Lebensläufen – all das spürten wir auch als Kinder, ohne es benennen zu können. Wir spürten es in der Stimmung am Küchentisch, in der Unruhe, die keiner aussprach, aber alle kannten.</p>
<div id="attachment_7324" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7324" class="wp-image-7324" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/1_Auf-dem-Alexanderplatz-1991.jpg" alt="Auf dem Alexanderplatz, 1991. Abbildung: privat" width="600" height="399"><p id="caption-attachment-7324" class="wp-caption-text">Auf dem Alexanderplatz, 1991. Abbildung: privat</p></div>
<h2><span class="title-bg">Ich wurde Ossi, als ich wegging</span></h2>
<p>Eine ostdeutsche Identität spielte in meiner Kindheit keine Rolle. Zu Hause wuchs ich ohne Ostalgie auf. Dass ich offenbar „anders“ war, wurde mir erst bewusst, als ich ging – weg vom Dorf, weg von Sachsen, hinein in eine Welt, in der meine Herkunft plötzlich etwas bedeutete, teils abgrenzte.</p>
<p>Es waren viele kleine Erlebnisse, die sich nach und nach in mein Bewusstsein einprägten. Als Au-pair in den USA habe ich meinen Dialekt praktisch verschluckt. Denn ich klang einfach anders als die anderen deutschen Mädels und wurde auch etwas seltsam angeschaut.</p>
<p>Eine damalige Kommilitonin aus Westdeutschland erzählte mir, wie überrascht sie von ihrem Umfeld gefragt wurde, warum sie im Osten studieren möchte. Da schreiben wir schon das Jahr 2010.</p>
<p>In Chicago bekam ich meinen ersten Job bei der dortigen Auslandshandelskammer. Bei einer Feierstunde – ausgerechnet zum Tag der Deutschen Einheit – stand ich mit drei Herren im Anzug, alle etwa 50 plus, an einem der Stehtische. Wir unterhielten uns höflich, bis die Frage kam, woher ich komme. „Aus Sachsen“, sagte ich. Es brach schallendes Gelächter aus, und ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie ich innerlich erstarrte. „Ach, ’n Ossi! Wahnsinn – wie kommst du denn hierher?“ Es klang, als wäre ich aus einer dunklen Höhle gekrochen. Sie gratulierten mir, dass ich es „rausgeschafft“ habe.</p>
<p>Bis heute, über zehn Jahre später, höre ich immer wieder anerkennende Bemerkungen, dass man mir gar nicht anhöre, wo ich herkomme. Wann wurde das eigentlich zu einem Kompliment? Übrigens: Sobald ich die Landesgrenze überschritten habe oder mit meinen Eltern telefoniere, spreche ich automatisch wieder im sächsischen Dialekt.</p>
<p>Diese Erlebnisse waren nicht nur individuell. Sie stehen für ein Gefühl, das viele von uns kennen – manchmal subtil, manchmal schmerzhaft konkret. Die unsichtbaren Wunden der Wendezeit wurden an uns weitergegeben – aber auch wir haben unsere eigenen erfahren. Ich habe acht Jahre im Ausland gelebt, war so weit weg, habe so viel erlebt und spüre sie doch.</p>
<p>Enttäuschung und Wut liegen nah beieinander – mal stumm, mal laut, oft unausgesprochen, aber gegenwärtig. Sie zeigen sich nicht in Ausbrüchen, sondern in kleinen Gesten, langen Blicken, einem Schulterzucken. In der Hast der wirtschaftlichen Union Deutschlands wurde ganz offensichtlich vergessen, was es für Menschen – und für eine ganze Gesellschaft – bedeutet, sich komplett neu zu formen. Als könne man Identität, Erlebnisse und Erfahrungen einfach überschreiben oder neu coden. Der gestiegene materielle Wohlstand konnte die Lücke im Selbstbild nie wirklich füllen. Was auf dem Papier besser wurde, fühlte sich für viele innerlich nie wirklich an wie ein Fortschritt. Lohnlücken, fehlendes Vermögen, geringere Rentenansprüche – der ungewollte Vergleich zwischen Ost und West dringt nicht nur in Statistiken, sondern auch in Lebensrealitäten immer stärker an die Oberfläche.</p>
<p>Gerade im ländlichen Raum herrscht seit Jahren eine lähmende Machtlosigkeit. Arztpraxen schließen. Marktplätze veröden. Ein Riss zieht sich durch alle Generationen, denn viele sind fortgegangen – physisch oder innerlich. Die Wege werden weiter, der Leerstand wächst. Der Frust sitzt tief – wirtschaftlich, sozial, emotional. Wer viel arbeitet, verdient unangemessen wenig. Wer träumt, wird belächelt. Statt Hoffnung gibt es neue Regeln, Formulare, Pflichten. Und kaum jemanden, der zuhört.</p>
<p>Dieses Vakuum füllen Populisten mit einfachen Antworten und schmissigen Headlines. Doch sie liefern keine Lösungen, sondern nur mehr Wut. Sie ziehen Gräben – durch Familien, Freundeskreise, Gemeinden. Warum lassen wir das eigentlich unkommentiert zu?</p>
<p>Das öffentliche Narrativ über uns verdeckt die Themen, die wir eigentlich diskutieren müssten: Werksschließungen, Lehrermangel, finanzielle Ungleichheit und tiefsitzende Existenzängste.</p>
<div id="attachment_7325" style="width: 434px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7325" class="wp-image-7325" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/2_Stolz-wie-Bolle-neben-unserem-damaligen-Fortschritt-Ladekran-1995.jpg" alt="Stolz wie Bolle neben unserem damaligen Fortschritt Ladekran, 1995. Abbildung: privat" width="424" height="600"><p id="caption-attachment-7325" class="wp-caption-text">Stolz wie Bolle neben dem eigenen Fortschritt Ladekran, 1995. Abbildung: privat</p></div>
<h2><span class="title-bg">Stimme zeigen bedeutet Verantwortung</span></h2>
<p>Wir sind keine Marionetten. Es ist an der Zeit, unsere Stimme zu finden – und sie auch zu nutzen. Denn ganz ehrlich: Wem überlassen wir eigentlich gerade den Raum?</p>
<p>Ich wünsche mir, dass wir (wieder) lernen, miteinander zu sprechen. Wirklich zu sprechen. Nicht nur zu senden oder zu urteilen, sondern zuzuhören. Das klingt einfach – ist es aber nicht. Denn allzu oft schalten wir ab, wenn es unbequem wird. Wir drehen uns weg, rollen mit den Augen, wechseln das Thema. Vielleicht wäre es genau in diesen Momenten wichtig, stehen zu bleiben. Fragen zu stellen. Ein echtes Gespräch zuzulassen – auch wenn es anstrengend ist.</p>
<p>Wir dürfen uns nicht in Lager zurückziehen. Nicht ins Schweigen. Nicht in den Zynismus. Die Verantwortung für das Miteinander liegt nicht nur bei „denen da oben“. Sie liegt auch bei uns. „Die machen doch eh, was sie wollen.“ Diesen Satz höre ich oft. Doch wer seine Geschichte teilt, bricht das Schweigen, schafft Sichtbarkeit – ob über Social Media, in Leserbriefen oder bei Bürgerforen. Es braucht keine Bühne, keine politische Karriere – nur den Mut, sichtbar zu werden.</p>
<p>Der Protest an der Wahlurne ist der einfache Weg. Doch echte Veränderung beginnt früher: dort, wo wir einander zuhören, Unterschiede aushalten, Differenzen überbrücken – und gemeinsam aktiv werden.</p>
<p>Wenn etwas Neues entsteht, lasst uns mit Offenheit darauf zugehen. Nicht misstrauisch beäugen, nicht vorschnell werten. Helft denen, die gestalten wollen, dabei erfolgreich zu sein – durch Unterstützung, durch Mitmachen, durch Zutrauen.</p>
<p>Unser Kollektiv gibt uns Macht. Es ist die Kraft der vielen, die Wandel möglich macht – aus der Gemeinschaft heraus.</p>
<div id="attachment_7326" style="width: 410px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7326" class="wp-image-7326" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/3_Ueber-5-Jahre-habe-ich-in-den-USA-gelebt-und-ausgerechnet-dort-.JPEG.jpeg" alt="Über fünf Jahre habe ich in den USA gelebt und ausgerechnet dort meine erste „Ossi-Erfahrung“ gemacht. Abbildung: privat" width="400" height="600"><p id="caption-attachment-7326" class="wp-caption-text">Über fünf Jahre in den USA gelebt und ausgerechnet dort die erste „Ossi-Erfahrung“ gemacht. Abbildung: privat</p></div>
<h2><span class="title-bg">Orte der Kraft, Felder der Gestaltung</span></h2>
<p>Lokale Initiativen stärken: Es gibt unheimlich viele Menschen, die ehrenamtlich mit wenig Mitteln und viel Kreativität unglaublich viel auf die Beine stellen – Jugendklubs, Kulturinitiativen, engagierte Gruppen, die Räume für Begegnung schaffen. Die finanzielle Förderung muss verständlich und zugänglich sein. Nicht jeder, der Gutes tut, hat einen Vereinsstempel.</p>
<p>Bildung als Grundlage für Zukunft: Wie sollen Kinder träumen, wenn schon vier Schulstunden am Tag ohne Ausfälle Luxus sind? Wer auf dem Land lebt, braucht Perspektiven – nicht Personalnotstand und kilometerweite Wege. Der Zugang zu guter Bildung darf keine Frage des Wohnorts sein.</p>
<p>Landwirtschaft wertschätzen: Wir leben mit der Natur, nicht gegen sie. Aber Auflagen und Gesetze werden oft gemacht, als wolle man Betrug verhindern, statt Erfolg zu ermöglichen. Dokumentation frisst unsere Zeit. Und die Natur hält sich nicht an Verwaltungsraster. Bei uns halten viele landwirtschaftliche Betriebe über Generationen hinweg Traditionen aufrecht. Diese Arbeit verdient Vertrauen, nicht Misstrauen.</p>
<p>Prestigeprojekte der Wirtschaftsförderung: Sie müssen auch den ländlichen Raum erreichen. Wir möchten genauso eingebunden werden in Fortschritt und Innovation. Doch die PR-Maschinerie richtet sich an die eigenen Entscheidungsträger – nicht an jene, die tatsächlich Chancen und Mitgestaltung brauchen. Mehr ostdeutsche Repräsentation: Überhaupt, wir brauchen mehr Ostdeutsche in Führungs- und Entscheidungspositionen – selbstbewusst, sichtbar, hörbar. Kein Quoten-Ossi, kein Exot, kein Aber. Unsere Dialekte, unsere Biografien, unsere Geschichte sind kein Makel – sie sind ein Wert. Holt uns an den Tisch der Entscheidungen, gebt uns Zugang zu Netzwerken und Vitamin B.</p>
<div id="attachment_7327" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7327" class="wp-image-7327" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/4_Wanderung-um-Hohnstein-2018.-Die-Saechsische-Schweiz-ist-fuer-mich-einer-der-schoensten-Landstriche-ueberhaupt.jpg" alt="Wanderung um Hohnstein, 2018. Die Sächsische Schweiz ist für mich einer der schönsten Landstriche überhaupt. Abbildung: privat" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-7327" class="wp-caption-text">Wanderung um Hohnstein, 2018. Die Sächsische Schweiz ist für Dominique Lellek einer der schönsten Landstriche überhaupt. Abbildung: privat</p></div>
<h2><span class="title-bg">Ein Platz, der Worte trägt</span></h2>
<p>Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich auf dem Altmarkt in Dresden. Ich liebe meine Heimat und merke: Die Worte fließen hier anders. Hier, wo Geschichte hörbar wird.</p>
<p>Ich will keine Wahrheit verkünden – ich will den Graben ein Stück kleiner machen. Und ich denke: Vielleicht ist es genau das, was wir brauchen – Orte, an denen Worte wieder entstehen können. An denen Nähe entsteht, wo sonst Distanz war.</p>
<p>Mit Tränen in den Augen lausche ich den Glocken der Frauenkirche. Ich erinnere mich an ihren Schutthaufen – einst Symbol der Zerstörung. Heute steht sie wieder: stark, bestimmt, unübersehbar.</p>
<p>Genau das wünsche ich mir für Ostdeutschland: Dass wir aufstehen. Nicht trotzig, nicht angepasst – sondern aufrecht. Mit Stolz auf das, was war, mit Mut für das, was kommt. Mit dem Bewusstsein, dass wir viel erlebt, viel getragen und viel aufgebaut haben – oft leise, oft übersehen, aber niemals bedeutungslos.</p>
<p>Mit Stolz auf die Transformation der letzten 35 Jahre. Mit Mut zur Eigenständigkeit. Mit Lust auf Gestaltung.</p>
<p>Lasst uns laut sein. Nicht, um zu übertönen, sondern um gehört zu werden. Nicht gegen andere, sondern für das, was uns wichtig ist.</p>
<p>Damit die Zukunft nicht über uns hinwegrollt – sondern von uns mitgestaltet wird. Selbstbestimmt. Gemeinsam. Jetzt.</p>
<div id="attachment_7328" style="width: 455px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7328" class="wp-image-7328" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/5_Blick-aus-meinem-alten-Kinderzimmer-in-den-Garten-und-Rueckzugsort-meiner-Oma-2024.jpg" alt="Blick aus meinem alten Kinderzimmer in den Garten, dem Rückzugsort meiner Oma, 2024. Sie war eine der stärksten Frauen, die ich kenne. Abbildung: privat" width="445" height="600"><p id="caption-attachment-7328" class="wp-caption-text">Blick aus dem Kinderzimmer in den Garten, dem Rückzugsort der Oma, 2024. Sie war eine der stärksten Frauen, die Dominique Lellek kennt. Abbildung: privat</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1685" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg" alt="Label Impulsgeberin Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Dominique Lellek</span></h2>
<p><strong>GEBOREN:</strong> 1990/Sebnitz<br>
<strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Berlin<br>
<strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Juli Zeh: „Über Menschen“, 2021<br>
<strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „In einem Land, das es nicht mehr gibt“, 2022<br>
<strong>MEIN URLAUBSTIPP:</strong> Burg Hohnstein</p>
<p>&nbsp;</p>
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<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
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<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/dominique-lellek-ostdeutsch-selbstbestimmt-fern-der-heimat-wurde-mir-klar-wie-viel-staerke-in-ihr-steckt/">Dominique Lellek: Ostdeutsch &amp; selbstbestimmt. Fern der Heimat wurde mir klar, wie viel Stärke in ihr steckt</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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		<title>Im Osten nichts Neues #10: NieWiederLinksistJetzt</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/im-osten-nichts-neues-10-niewiederlinksistjetzt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=9488</guid>

					<description><![CDATA[<p>Daniel Heidrich wagt im zehnten Teil seiner Kolumne einen ostdeutschen Blick auf die aus seiner Sicht zunehmende Radikalisierung der politischen Linken in Westdeutschland. Freunde werden die beiden wohl nicht mehr.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="495" height="501">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="https://www.ebk-gruppe.com/">ebk-gruppe.com</a><br />
„Um eine Antwort […] zu finden, schlage ich vor, die fortschrittliche Linke [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Daniel Heidrich wagt im zehnten Teil seiner Kolumne einen ostdeutschen Blick auf die aus seiner Sicht zunehmende Radikalisierung der politischen Linken in Westdeutschland. Freunde werden die beiden wohl nicht mehr.</p>
<p><span id="more-9488"></span></p>
<div id="attachment_3958" style="width: 505px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="495" height="501"><p id="caption-attachment-3958" class="wp-caption-text">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="https://www.ebk-gruppe.com/">ebk-gruppe.com</a></p></div>
<p>„Um eine Antwort […] zu finden, schlage ich vor, die fortschrittliche Linke wie einen exotischen Stamm zu behandeln, dessen Erzählungen und Mythen zur Erklärung der Welt dem Glauben näherstehen als der Analyse.“ (Eva Illouz – linke Soziologin und Intellektuelle, in ihrem Buch „Der 8. Oktober. Über die Ursprünge des neuen Antisemitismus“, 2025).</p>
<p>Die Linke als Bewegung hat im Osten Deutschlands und in Osteuropa aufgehört zu existieren. Die Veränderung der Demokratie und damit ihre vermeintliche Rettung kommt aus dem rechtskonservativen Lager. Polen und Ungarn erkämpfen sich gerade einen Weg zurück nach Europa. Es geht um nichts weniger, als Demokratie vs. Autokratie. Dieser Weg zurück ins Demokratische wird durch „Rechte“ angeführt und gewonnen.</p>
<p>Ich will nicht rechts sein. Zu sehr hängen mir die Baseballschlägerjahre nach. Meine verletzten Freunde, meine Flucht vor den Jungs mit den Bomberjacken und den Messern. Sie alle waren rechts. Nun kann ich auch nicht mehr links sein. Ein „sich tugendhaft gebender Hass“ gegen alles, was nicht in die progressive Bubble passt, überfordert meinen Intellekt. Ich glaube, gerade als Ostdeutscher stehe ich diesem Tugendfuror eines absolut geschlossenen Weltbildes angewidert gegenüber. Ich kann die ganzen Widersprüche nicht mehr ertragen.</p>
<p>„Dabei wird der Genozid nicht als Folge einer konkreten Regierung in Israel bewertet, sondern als notwendige Konsequenz der zionistischen Ideologie. […] Und genau das ist jetzt nicht mehr nur die Position von irgendwelchen […] Aktivistii, das ist die Position von Die Linke Niedersachsen. […] Hoch die Internationale!“ (Mitglieder von Die Linke Niedersachsen auf Instagram).</p>
<p>Ein junger Mann aus Westdeutschland, nennen wir ihn Lasse, argumentiert, dass der Zionismus die Ursache allen Übels im Nahen Osten sei. Lasse sagt, dass Völkermord und Kriegsverbrechen in der Natur der Idee liegen, dass Juden einen eigenen Staat brauchen. Lasses Urgroßvater lebte unter Antisemiten. Ach, was soll die ganze Vorsicht: Er war mit ziemlicher Sicherheit Antisemit und fand die Idee des Zionismus super. Baldur von Schirach sprach im Namen von Lasses Großvater, dass er noch mit einer Kapelle kommen würde, wenn die Juden Deutschland endlich verlassen würden. Jetzt war es so, dass einige Juden das taten, was Schirach wollte, und andere nicht. Darüber war Lasses Großvater so erbost, dass er half, sechs Millionen von den Dagebliebenen zu töten. Daraufhin folgten die Überlebenden der „Zionistischen Ideologie“ und verließen Deutschland nach dem Krieg. Diese Flucht ist für Lasse die Ursache für Völkermord und Kriegsverbrechen. Lasses Großvater war Antisemit, aber bestimmt kein Antizionist. Heute ist Lasse kein Antisemit, aber stolzer Antizionist. Er hasst ziemlich sicher auch Deutschland, aber das ist eine andere Geschichte, und Geschichte ist nicht seine Stärke.</p>
<p>Die Radikalisierung der Westdeutschen nimmt dramatische Formen an:&nbsp;„Ich will, dass Christian Ulmen und allen anderen Täter an ihren großen Zehen auf den Marktplätzen dieser Nation aufgehangen und öffentlich kastriert werden. […] Wer noch das Wort Unschuldsvermutung verwendet, soll mit dem Wort ‚Täterschützer‘ auf der Stirn zwangstätowiert werden.“ (Leonie Plaar, linke Influencerin aus Osnabrück in einem Video auf Instagram).</p>
<p>„Ob es Beweise für die behaupteten Vergewaltigungen israelischer Frauen gibt oder nicht, o. k., wenn es Beweise gibt, dann werden wir das beklagen […] aber wir wollen diese Beweise sehen und wir wollen wissen, ob es stimmt.“ (Judith Butler). Judith Butler ist eine queer-feministische Ikone. Sie lehrt an der University of California, Berkeley. &nbsp;Diese Aussage tätigte sie am 3. März 2024! Lange nachdem Videos und Fakten des 7. Oktober 2023 auf dem Tisch lagen. Harte Queer-Feminist:innen sagen eigentlich immer: „Glaubt den Frauen, nicht den Männern. Männer sind schuldig, weil sie Männer sind.“ Es sei denn … die Frauen sind Jüdinnen. Der Antizionismus ist, wie Eva Illouz gut beschrieb, jetzt „die intellektuell respektable Form des Antisemitismus“. Er ist in der „Westlinken“ tief verankert und bricht sich nun ganz offen Bahn.</p>
<p>Links zu sein bedeutete für mich, fortschrittlich zu sein. Die linke Idee des dialektischen Prozesses von These, Antithese und Synthese ist meine Idee des Streits. Nur ist sie nicht mehr die Idee derer, die sich heute als links bezeichnen. Heute bedeutet links zu sein vor allem, alle anderen für blöd und ungebildet zu erklären. Ich habe jetzt aufgehört, links zu sein. Nicht, weil ich linke Ideen ablehne, sondern weil ich einfach nicht so sein will wie diese „Linken“. Auf Linkedin hat Mirko Lange, ein Influencer, den Trust-Score erfunden. Das Ziel besteht darin, Aussagen daraufhin zu untersuchen, ob sie richtig gesagt wurden. Bewertet wird in A, B, C, D. Er nennt es Democracy Intelligence. Im Englischen bedeutet Intelligence aber auch Geheimdienst. Er begründet also ein digitales Wahrheitsministerium zur Rettung der Demokratie. Gewissheit und Autorität gehen mit einer Illusion der Gültigkeit einher (vg. Kahneman und Illouz).</p>
<p>Dieses betreute Denken ist viel näher an einer Diktatur als irgendwelche rechten Influencer, die alles raushauen, was ihrem ungebildeten Kleinhirn entspringt. Hat man ein Problem mit der Migration oder dem Stadtbild, dann ist man einfach nur das Opfer einer rechten Kampagne. Auseinandersetzung erledigt. Der Aufstand der „Anständigen“ endet mit einem kurzen: „Halts Maul, du Rassist.“</p>
<p>„Der Weg in die Hölle ist gepflastert mit guten Absichten.“ (Bernhard von Clairvaux). Ich kann all die guten Absichten des Linksseins immer noch sehen. Ich weiß aber auch, dass viele linke Ideen aus der Sowjetunion kamen. Ich weiß ebenfalls, dass die westdeutsche Linke 1968 tief ins Innere des Totalitären geblickt hat. Das marxistisch-leninistische Menschenbild ist das des Proletariers, der mit Bildung zur Erkenntnis erzogen werden kann. Entwickelte er aus dieser Bildung heraus Zweifel und eine eigene Meinung, wurde er als Erstes agitiert, dann niedergebrüllt, dann als Wegbereiter des Faschismus bezeichnet. „Komm nicht vom Wege ab, Genosse!“ Der Knüller am Marxismus-Leninismus war aber auch, dass alles mit wissenschaftlichen Erkenntnissen begründet wurde. Follow the Science, ansonsten bist du ein Faschist.</p>
<p>Und so führt Lasses linke Idee direkt in eine Diktatur der „Anständigen“. Lasse ist sogar bereit, die größten Menschenfeinde zu unterstützen, wenn es gegen den Imperialismus geht.</p>
<p>Ich mache mir nichts vor. Kommen die hartgesottenen Rechtsradikalen an die Schaltstellen der Macht, ist das das Ende unseres demokratischen Miteinanders. Lassen wir jedoch die westdeutschen Linken die soziale Gerechtigkeit einführen, führt der Weg direkt in das Umerziehungslager. Mit einem Unterschied: Der Trust-Score würde ständig grün leuchten und wir hätten ein besseres Gefühl dabei.</p>
<p>Ein gutes Gefühl bei der Umerziehung wäre im Osten … nichts Neues</p>
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		<title>Buchvorstellung: „Sanditz“ von Lukas Rietzschel</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-sanditz-von-lukas-rietzschel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Sehnsucht nach individueller Freiheit und Zugehörigkeit ist ein weit verbreitetes Gefühl unter vielen Ostdeutschen. Diese Gefühlslage ist auch Thema in Lukas Rietzschels Roman „Sanditz“. Der Autor stellt am Beispiel einer Kleinstadt verschiedene prägende Erfahrungen dar und entführt die Leserschaft in ein spannendes Zeitpanorama.</p>
<p>BUCHTIPP:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-9162 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/03/rietzschel_sanditz_cover.jpg" alt width="280" height="452"><br />
Lukas Rietzschel: „Sanditz“, dtv Verlag, München 2026, 480 Seiten, 26 € (Hardcover).</p>
<p>Sanditz ist eine fiktive Kleinstadt in der Oberlausitz, am Rande der Republik gelegen. Früher prägte der Qualm [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-sanditz-von-lukas-rietzschel/">Buchvorstellung: „Sanditz“ von Lukas Rietzschel</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sehnsucht nach individueller Freiheit und Zugehörigkeit ist ein weit verbreitetes Gefühl unter vielen Ostdeutschen. Diese Gefühlslage ist auch Thema in Lukas Rietzschels Roman „Sanditz“. Der Autor stellt am Beispiel einer Kleinstadt verschiedene prägende Erfahrungen dar und entführt die Leserschaft in ein spannendes Zeitpanorama.</p>
<p><span id="more-9427"></span></p>
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<td><strong>BUCHTIPP: </strong>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-9162 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/03/rietzschel_sanditz_cover.jpg" alt width="280" height="452"></p>
<p>Lukas Rietzschel: „Sanditz“, dtv Verlag, München 2026, 480 Seiten, 26 € (Hardcover).</p></td>
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<p>Sanditz ist eine fiktive Kleinstadt in der Oberlausitz, am Rande der Republik gelegen. Früher prägte der Qualm aus den Schloten des Flachglaswerks das Stadtbild, heute sind es die gefluteten Tagebaue. Die Familie Wenzel/Moschnik hat diese Wandlung durch unterschiedliche Zeiten miterlebt. Sie besteht aus Dirk Wenzel und Marion Wenzel mit ihren Eltern Erika und Norbert sowie Marions Ehemann Roland Moschnik und den Zwillingen Tom und Maria. Die Familienmitglieder sind die Hauptprotagonisten in Rietzschels Roman. In zwei unterschiedlichen Erzählsträngen nimmt Rietzschel die Leser mit auf eine Reise in eine typische ostdeutsche Kleinstadt und in die Gefühlslage und den Alltag der Menschen vor Ort.</p>
<p>Ein Erzählstrang beginnt im Corona-Winter 2021: Tom ist überzeugter Impfgegner und kapselt sich Stück für Stück von seiner Familie ab. Der Lockdown belastet ihn und er sehnt sich nach der fehlenden Freiheit. Da seine Mutter sich streng an die Vorgaben hält, feiert Tom Weihnachten nicht mit der Familie. Seine Freizeit verbringt er in Telegram-Chats mit Impfgegnern. Der Angriff Russlands auf die Ukraine 2022 weckt in Tom das Gefühl, nach individueller Freiheit in der Ukraine suchen zu müssen, und er widmet sich Chats mit Pro-Ukraine-Aktivisten. Tom entschließt sich dazu, selbst in die Ukraine zu gehen und die ukrainischen Streitkräfte zu unterstützen, im Glauben, so ein Zugehörigkeits- und Freiheitsgefühl zu finden. Kurz vor seiner Abreise kehrt er zur Familie zurück, ohne diese über seinen Entschluss zu informieren. Als seine Zwillingsschwester Maria und sein Onkel Dirk ahnen, was Tom vorhat, ist es zu spät, um ihn abzuhalten.</p>
<p>Während Tom sich in Telegram-Chats die Zeit vertreibt, versucht Maria, sich langsam wieder in ihrer alten Umgebung von Sanditz zurechtzufinden. Für ein Studium war sie nach Kassel gezogen, kam in Westdeutschland aber nie richtig an. Die Diskussionen mit Westdeutschen strengten Maria so sehr an, dass sie sich unter falschem Namen als „Mandy aus Sachsen“ vorstellte. Zurück in Sanditz muss sie aber merken, dass sich ihre Heimat, ihr Umfeld und auch sie selbst verändert haben.</p>
<p>Marias Onkel Dirk lernt nach dem Tod von Mutter Erika 2021 das Leben allein kennen. Er beginnt, sich Menschen mehr zu öffnen, und schläft zum ersten Mal mit einer Frau. Vor Erikas Tod führte Dirk ein Einzelgängerleben. Er war fasziniert von Elektronik, brachte Digitalkameras in die Wohnung, überwachte seine Mutter und spionierte Nachbarn aus.</p>
<p>Der zweite Erzählstrang beginnt im Jahr 1978 in der DDR. Der Bauarbeiter Roland Moschnik lernt durch einen Zufall den Lebenskünstler Achim kennen. Aus Skepsis wird mit der Zeit Wertschätzung und Roland fühlt sich zu Achim hingezogen. Trotz seiner Gefühle entschließt er sich dazu, Marion zu heiraten. Der Kontakt zwischen Roland und Achim bleibt intensiv und es entwickelt sich eine Verbundenheit auf Lebenszeit. So erlebt Roland mit Achim, Marion und anderen Sanditzern, wie 1989 als Resultat der friedlichen Demonstrationen von ihnen und anderen Bürgern das Ende des DDR-Systems eingeläutet wird. Sie sind bei der Besetzung der örtlichen Stasi-Zentrale dabei, als Roland entdeckt, wie ein Mann über Jahre seine Ehefrau bespitzelt hat. Nach der Wende ackert Roland auf einer Baustelle in Westdeutschland und sucht vergeblich nach Anerkennung für den Mut, den Achim, er und andere Sanditzer 1989 hatten.</p>
<p>Mit „Sanditz“ schafft Lukas Rietzschel ein Porträt seiner Heimat, der Oberlausitz, sowie der Lebensgeschichte von Ostdeutschen über verschiedene Zeiträume hinweg. Dabei gelingt es ihm, die verschiedenen Zeitabschnitte – Leben in der DDR, Ende der DDR, Wendezeit, Pandemiezeit und Ukrainekrieg – zu einem Ganzen zu formen. Besonders beeindruckend ist, wie Rietzschel, der 1994 nach dem Ende der DDR geboren wurde, den DDR-Alltag fantasievoll wiedergibt. Durch die unterschiedlichen Erzählstränge gelingt es ihm, eine Nähe zu den Protagonisten aufzubauen und gleichzeitig wieder Abstand zu gewinnen. Die Authentizität, die durch detaillierte Beschreibungen von Landschaft und Alltag sowie einen guten Spannungsaufbau entsteht, macht aus „Sanditz“ einen Roman mit Suchtpotenzial.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-sanditz-von-lukas-rietzschel/">Buchvorstellung: „Sanditz“ von Lukas Rietzschel</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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