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Ostkurve: Die Ostfußball-Kolumne #1

Gre­gor Ryl ist Autor, Pod­cas­ter und ein lei­den­schaft­li­cher Exper­te für den Fuß­ball in Ost­deutsch­land. In sei­ner hier star­ten­den Kolum­ne teilt er, wie es dem Ost­fuß­ball gera­de geht und was die­ser über den Osten erzählt. Jedem Ende wohnt ein Anfang inne: Teil eins the­ma­ti­siert das Sai­son­fi­na­le. Danach ist erst mal Sommerpause.

In seiner Kolumne „Ostkurve“ schreibt Autor und Podcaster Gregor Ryl über neue Entwicklungen im ostdeutschen Fußball.

In sei­ner Kolum­ne „Ost­kur­ve“ schreibt Autor und Pod­cas­ter Gre­gor Ryl über neue Ent­wick­lun­gen im ost­deut­schen Fußball.

Im kürz­lich erschie­ne­nen Regio­nal­ran­king des Insti­tuts der deut­schen Wirt­schaft (IW) tat sich Cott­bus als dyna­mischs­ter Land­kreis Deutsch­lands her­vor. Kei­ne Regi­on hat sich in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren so stark ver­bes­sert wie die eins­ti­ge Braun­koh­le­stadt. Tage­bau­re­na­tu­rie­rung, geschaf­fe­ne Uni-For­schungs­ein­rich­tun­gen und ein neu­es ICE-Instand­hal­tungs­werk sind Grün­de dafür. Was hat das jetzt mit Fuß­ball zu tun? Nun ja: Gäbe es ein Ran­king für die dyna­mischs­ten Ver­ei­ne im Land, ich bin sicher – der FC Ener­gie Cott­bus wür­de ähn­lich abschlie­ßen. Der Club aus der Lau­sitz steht nach einer star­ken Sai­son kurz vor dem Wie­der­auf­stieg in die zwei­te Liga. Das ist beacht­lich, erst vor zwei Jah­ren stieg man aus der Regio­nal­li­ga auf. Zudem liegt der Kader in der Markt­wert­lis­te der drit­ten Liga auf Platz 16 von 20 Mann­schaf­ten. Wie man das schafft? Wöchent­li­che Emo­ti­ons­re­na­tu­rie­rung durch den cha­ris­ma­ti­schen Trai­ner Pele Wol­litz, sich im gesam­ten Ver­ein als For­schungs­ein­rich­tung mit Blick nach vorn ver­ste­hen, das ulti­ma­ti­ve Ener­gie-Instand­hal­tungs­werk namens „Fans“ im Rücken haben. Die­ses fährt am Sams­tag mit über 4.000 Leu­ten nach Regens­burg zur poten­zi­el­len Auf­stiegs­par­ty. In mei­nem per­sön­li­chen „Ver­ein-und-Regi­on-pro­fi­tie­ren-von­ein­an­der-Ran­king“ stu­fe ich die­se Wech­sel­wir­kung als äußerst dyna­misch ein.

Ver­ein und Regi­on – die­se Ver­bun­den­heit wird fast nir­gend­wo so gelebt wie bei Erz­ge­bir­ge Aue. Der Ver­ein aus dem 20.000-Einwohner-Städtchen, der Iden­ti­fi­ka­ti­ons­an­ker für einen gan­zen Land­strich ist, ist bereits abge­stie­gen. Nach über 20 Jah­ren im bezahl­ten Pro­fi­fuß­ball. Das ist aus meh­re­ren Grün­den scha­de, denn der Ver­ein ist nicht nur sport­li­ches Aus­hän­ge­schild. Er bringt auch eine Regi­on auf die Kar­te, die ohne den Fuß­ball weit unterm Radar flie­gen wür­de. Oder haben Sie den Satz „Heu­te fah­ren wir mal ins Erz­ge­bir­ge und wan­dern auf den Fich­tel­berg!“ schon mal in Ulm, Duis­burg oder Ingol­stadt gehört? Na also. Gut – dass Fuß­ball­fans vorm Aus­wärts­spiel noch auf den Fich­tel­berg wan­dern, wage ich auch zu bezwei­feln, aber immer­hin fah­ren sie hin oder hören vom Erz­ge­bir­ge in der Sport­schau. Eine Regi­on, in der Struk­tur­wan­del und poli­ti­scher Umschwung nach rechts ganz klar spür­bar sind, die es auf­grund ihrer span­nen­den Geschich­te und Tra­di­tio­nen aber trotz­dem ver­dient hat, dass man sich mit ihr beschäf­tigt. Der FC Erz­ge­bir­ge Aue ist ein Grund dafür. Bald hof­fent­lich auch wie­der in Liga drei.

Von ganz unten nach ganz oben. Der 1. FC Uni­on Ber­lin bleibt erst­klas­sig. Viel Geschich­te wur­de in letz­ter Zeit bei den Köpe­ni­ckern geschrie­ben. Mit Marie-Loui­se Eta stand die ers­te Chef­trai­ne­rin im euro­päi­schen Pro­fi­fuß­ball an der Sei­ten­li­nie. Allen Gest­ri­gen zum Trotz bewies sie ihr Fuß­ball­wis­sen und hol­te ver­gan­ge­ne Woche ihren – na klar – his­to­ri­schen ers­ten Sieg. Das Schö­ne: Eta ist gebür­ti­ge Dresd­ne­rin. Damit bie­tet sie einen wei­te­ren Iden­ti­fi­ka­ti­ons­fak­tor als Rol­len­vor­bild. In die­ser Per­so­nal­ent­schei­dung hat Uni­on Ber­lin Tra­di­ti­ons­be­wusst­sein und moder­nes Den­ken geschickt mit­ein­an­der ver­bun­den und neben­bei eine span­nen­de gesell­schaft­li­che Debat­te im Hin­blick auf Ost/­West- und Geschlech­ter­ver­hält­nis­se angestoßen.

Marie-Loui­se Eta wird zur kom­men­den Sai­son Chef­trai­ne­rin des ers­ten Frau­en­teams von Uni­on. Die Eiser­nen blei­ben eben­falls erst­klas­sig und haben zudem einen Mei­len­stein erreicht. Als ers­ter Ver­ein über­haupt haben sie in der Frau­en-Bun­des­li­ga in einer Sai­son 100.000 Zuschau­er ange­zo­gen. Da soll noch mal jemand etwas über das Club­ster­ben in Ber­lin erzählen.

Zu guter Letzt ein Blick Rich­tung Elbe: Der 1. FC Mag­de­burg und die SG Dyna­mo Dres­den haben eine gro­ße Gemein­sam­keit: Sie has­sen sich gegen­se… äh nein, hier: In der Hin­run­de spiel­ten sie bei­de wahn­sin­nig schlecht und in der Rück­run­de wahn­sin­nig gut. Nun kön­nen es bei­de am letz­ten Spiel­tag aus eige­ner Kraft schaf­fen, in der zwei­ten Liga zu blei­ben. Wenn Sie sich am Sonn­tag um 15:30 Uhr irgend­wo am Elbe­rad­weg zwi­schen der Dom­stadt und Elb­flo­renz auf­hal­ten, wun­dern Sie sich nicht, wenn Sie einen Hör­sturz bekom­men, denn bei­de haben ein Heim­spiel. Wenn alles gut läuft, blei­ben sie zweitklassig.

Hof­fent­lich gesellt sich Cott­bus noch dazu. Von oben grüßt Uni­on und Erz­ge­bir­ge Aue wird sicher auch irgend­wann wie­der aus der Tie­fe stei­gen. Was bleibt: Ligaun­ab­hän­gig bringt der Fuß­ball die Men­schen im Osten zusam­men und den Osten auf die Landkarte.

Allen eine schö­ne Som­mer­pau­se und gehen Sie mal wie­der zum Fußball.

Sport frei!

Gregor Ryl ist Autor und Podcaster. In seinem wöchentlichen Fußballpodcast „Im Osten geht die Sonne auf“ für den MDR, spricht er mit seinen Kollegen Alex Küpper und Paddy Fritzsche über den Ostfußball und alles drumherum. Abbildung: MDR, Sport im Osten

In sei­nem wöchent­li­chen Fuß­ball­pod­cast „Im Osten geht die Son­ne auf“ für den MDR spricht Gre­gor Ryl mit sei­nen Kol­le­gen Alex Küp­per und Pad­dy Fritz­sche über den Ost­fuß­ball und alles drum­her­um. Abbil­dung: MDR, Sport im Osten

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