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	<title>Du hast nach &quot;Im Osten nichts Neues #&quot; gesucht - ostdeutschland.info</title>
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	<title>Du hast nach &quot;Im Osten nichts Neues #&quot; gesucht - ostdeutschland.info</title>
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		<title>Im Osten nichts Neues #11: Langeweiledemokratie</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/im-osten-nichts-neues-11-langeweiledemokratie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2026 05:30:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit gewohnt spitzer Feder widmet sich Daniel Heidrich diesmal dem Wesen der repräsentativen Demokratie. Offenbar wird sie von vielen missverstanden. Heute stelle sich die dringende Frage, wer wir künftig sein wollen.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="495" height="501">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="https://www.ebk-gruppe.com/">ebk-gruppe.com</a><br />
„In diesem Kampf gilt es zunächst und vor allem, den Faschismus [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/im-osten-nichts-neues-11-langeweiledemokratie/">Im Osten nichts Neues #11: Langeweiledemokratie</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit gewohnt spitzer Feder widmet sich Daniel Heidrich diesmal dem Wesen der repräsentativen Demokratie. Offenbar wird sie von vielen missverstanden. Heute stelle sich die dringende Frage, wer wir künftig sein wollen.</p>
<p><span id="more-10418"></span></p>
<div id="attachment_3958-2" style="width: 505px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-2" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="495" height="501"><p id="caption-attachment-3958-2" class="wp-caption-text">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="https://www.ebk-gruppe.com/">ebk-gruppe.com</a></p></div>
<p>„In diesem Kampf gilt es zunächst und vor allem, den Faschismus niederzuringen […] Der Sturz der Regierung durch den Reichstag kann nur das Signal sein für den Aufmarsch und die Machtentfaltung der breitesten Massen außerhalb des Parlaments, um in dem Kampf das ganze Gewicht der wirtschaftlichen und sozialen Leistung der Schaffenden und auch die Wucht der großen Zahl einzusetzen. […] Ich eröffne den Reichstag in Erfüllung meiner Pflicht als Alterspräsidentin und in der Hoffnung, trotz meiner jetzigen Invalidität das Glück zu erleben, als Alterspräsidentin den ersten Rätekongreß Sowjetdeutschlands zu eröffnen.“ (Clara Zetkin, 30.08.1932)</p>
<p>Man kann sagen, dass die Zeiten in Deutschland schon einmal rauer waren. Man muss sagen, dass die repräsentative Demokratie in ihren Anfängen nie den Gedanken verfolgte, dass alle beteiligt werden, geschweige denn mitbestimmen dürfen. Die Nazis, die Kommunisten und Konservativen lehnten aus unterschiedlichsten Gründen die repräsentative Demokratie in der Weimarer Republik ab. Nach ihrer Erzählung entsprach sie nicht dem Volkswillen. Damit hatten sie sogar Recht. Und so fegte das deutsche Volk mithilfe des Reichstags die repräsentative Demokratie hinweg. Es waren eben nicht ein paar Industrielle, die durch einen Pakt mit Hitler die Demokratie zerstörten. Es waren mehr oder weniger alle, die die Nase voll hatten von der repräsentativen!!!!! Demokratie. Sie hatte nicht geliefert.</p>
<p>Wenn also jetzt mit den Landtagswahlen im Osten die nächste Landeskristallnacht erwartet wird, Polizei, Pfleger und alle Lehrer schon mal in den Widerstand gehen sollen, dann ist das nichts weiter als historischer Unfug. Mir macht die AfD keine Angst. Ich finde vieles, was sie fordert, bescheuert und unappetitlich. Als Unternehmer kann ich nur sagen: Macht mal. Ich investiere in einem solchen Bundesland sicher nichts. „Zur Demokratie gehört aber auch der Gedanke, dass Ordnungen, die nicht mehr leisten, was sie versprechen, jederzeit beseitigt werden können.“ (Jörg Baberowski, „Am Volk vorbei“, C.H. Beck 2026, S. 30).</p>
<p>Zu lange haben wir die Setzung gesellschaftlicher Normen mit der Demokratie selbst gleichgesetzt. Wir haben durch Bürokratie und die Verrechtlichung dieser Normen die Rauheit aus dem politischen Leben entfernt und eine Langeweiledemokratie erschaffen. Wer wollte es unseren Großeltern nach dem Zweiten Weltkrieg auch verdenken? Die Volkssouveränität hat zu viel Schaden angerichtet, als dass wir ihr je wieder Macht verleihen wollten. Wohlstand und Ruhe waren das westdeutsche Trostpflaster und gleichzeitig Opium fürs Volk.</p>
<p>Das ist jetzt vorbei! Jetzt geht es wieder ums Eingemachte. Es geht wieder darum, wer wir sind, wer wir sein wollen und was unsere Kultur ist. „Die kulturelle Anschlussfähigkeit ist der politischen Resonanzfähigkeit vorgelagert.“ (Holger Marcks, Politikwissenschaftler, „Based Podcast“, 24.08.2026). Es geht darum, ob wir noch ein Staat sind und, wenn ja, welcher? Nach den Merkel-Jahren waren vier der wichtigsten Merkmale eines Staates nicht mehr vorhanden.</p>
<p>Erstens: Ich besitze keine Waffen und übertrage das Gewaltmonopol. Dafür schützt mich der Staat. Nach Merkel war unser Land nicht mehr verteidigungsfähig, und unsere Weihnachtsmärkte sehen aus wie Hochsicherheitsveranstaltungen.</p>
<p>Zweitens: Wir geben unser Geld ab, damit der Nationalstaat Aufgaben erledigt, die ich nicht erledigen kann. Das Ergebnis: marode Brücken, Schulen ohne Klimaanlage, kein Zug kommt mehr pünktlich und die schwarze Null verbot Investitionen.</p>
<p>Drittens: Die Grenzen. Wir konnten die Grenzen unseres Staates nicht mehr schützen. Wir hatten und haben nicht im Griff, wer kommt, wie viele davon kommen, und wir können niemanden rauswerfen. Ein Staat ohne Grenzen ist keiner.</p>
<p>Viertens: die Kultur. Ein Staatsvolk braucht Identifikationsmerkmale, sonst macht es keinen Sinn, sich mit den anderen verbunden zu fühlen und für sie einzustehen. Wir haben so viele doppelte Staatsbürger. Werden sie an meiner Seite kämpfen, wenn ich mit der Bundeswehr den Kampf aufnehmen muss? Ich habe da so meine Zweifel.</p>
<p>Aber ohne souveränen Staat keine Staatsbürger und ohne Staatsbürger keine Demokratie. Wir ringen gerade um unsere Identität und auch das ist demokratisch. Ich persönlich habe dazu eine klare Haltung. Ich kann aber jeden verstehen, der mit dem Staat und den aktuellen Normen nicht mehr einverstanden ist.</p>
<p>Und wenn wir jetzt um die Normen und den Staat ringen, dann müssen wir uns als Erstes darauf einigen, was Demokratie ist. Demokratie ist eben nicht der Schutz von Minderheitsrechten. Minderheitsrechte sind das Ergebnis einer aufgeklärten Demokratie, aber eben nicht die Demokratie selbst. Demokratie ist allein die friedliche Veränderung der Machtverhältnisse, denn „in einer Demokratie müssen die herrschenden Personen damit rechnen, die Macht wieder zu verlieren, und zugleich müssen sie davon überzeugt sein, sie jederzeit durch Wahlen wiedererlangen zu können“ (Baberowski, S. 31). Und: „Erst nach einer Wahl werden wir wissen, ob wir in einer Demokratie gelebt haben oder nicht. Nämlich dann, wenn die Exekutive ihre Macht gewaltlos und freiwillig abgegeben hat.“ (Philip Manow, Politikwissenschaftler).</p>
<p>Das ist erst einmal alles!</p>
<p>Ob die AfD demokratisch ist, werden wir sehen, wenn sie bereit ist, ihre Macht wieder abzugeben, Gerichtsurteile akzeptiert und freie Wahlen zulässt. Dass sie all das aktuell verhindern kann, ist so gut wie ausgeschlossen. Wir können ihr aber die Macht nach einer Wahl nicht verwehren, ohne selbst undemokratisch zu sein.</p>
<p>Viktor Orbán ging nach der Wahl einfach nach Hause. Die Medien hatten monatelang geschrieben, dass das niemals passieren werde. Es wurde zur Begründung, die AfD nicht an die Regierung zu lassen. Und nun hilft als Argument nur noch die Landeskristallnacht.</p>
<p>Noch einmal: Die AfD ist ein Ort für Landesverräter und Rassisten. Sie paktieren mit unseren Feinden und setzen somit das Leben meiner Kameraden aufs Spiel. Aber sie konnte sich zu lange hinter der Brandmauer verstecken und diesen Irren in ihrer Partei einen Platz geben. „Die Brandmauer hat die AfD vor der Demokratie beschützt und nicht die Demokratie vor der AfD.“ (Christian Stecker, Politikwissenschaftler).</p>
<p>Und während im Osten Deutschlands und in Osteuropa Politik wieder kulturell begründet wird, gewinnen diese Gegenden ihre Handlungsfähigkeit zurück. Ob das jetzt erfolgreiche Politik oder Politik gegen die eigene Klientel ist, bewerten allein die Wähler und nicht die Journalisten. Im sogenannten Westen Europas versucht man dagegen, die Langeweiledemokratie zu bewahren. Es wird immer noch so getan, als ob sachpolitische Argumente den Ausschlag für Wahlentscheidungen geben würden. Wer emotional und kulturell argumentiert, ist eigentlich ein Faschist. Politik wird nicht mehr errungen, sondern verrechtlicht und als schicksalhaftes Ereignis beschrieben.</p>
<p>Wenn Politik jedoch nur Schicksal ist, warum sollte man sich dann regieren lassen und sein Glück nicht selbst in die Hand nehmen? Technokratie und schicksalhafte Politik waren der Tenor im Sozialismus. Es gab keinen anderen Weg als den in den Kommunismus. Ein dauerhaft währender Corona-Lockdown durch wissenschaftliche Begründungen.</p>
<p>Machtlosigkeit bei gleichzeitiger Langeweile ist im Osten … nichts Neues.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Im Osten nichts Neues #10: NieWiederLinksistJetzt</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/im-osten-nichts-neues-10-niewiederlinksistjetzt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Daniel Heidrich wagt im zehnten Teil seiner Kolumne einen ostdeutschen Blick auf die aus seiner Sicht zunehmende Radikalisierung der politischen Linken in Westdeutschland. Freunde werden die beiden wohl nicht mehr.</p>
<p><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-3" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="495" height="501">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="https://www.ebk-gruppe.com/">ebk-gruppe.com</a><br />
„Um eine Antwort […] zu finden, schlage ich vor, die fortschrittliche Linke wie [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Daniel Heidrich wagt im zehnten Teil seiner Kolumne einen ostdeutschen Blick auf die aus seiner Sicht zunehmende Radikalisierung der politischen Linken in Westdeutschland. Freunde werden die beiden wohl nicht mehr.</p>
<p><span id="more-9488"></span></p>
<div id="attachment_3958-4" style="width: 505px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-4" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="495" height="501"><p id="caption-attachment-3958-4" class="wp-caption-text">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="https://www.ebk-gruppe.com/">ebk-gruppe.com</a></p></div>
<p>„Um eine Antwort […] zu finden, schlage ich vor, die fortschrittliche Linke wie einen exotischen Stamm zu behandeln, dessen Erzählungen und Mythen zur Erklärung der Welt dem Glauben näherstehen als der Analyse.“ (Eva Illouz – linke Soziologin und Intellektuelle, in ihrem Buch „Der 8. Oktober. Über die Ursprünge des neuen Antisemitismus“, 2025).</p>
<p>Die Linke als Bewegung hat im Osten Deutschlands und in Osteuropa aufgehört zu existieren. Die Veränderung der Demokratie und damit ihre vermeintliche Rettung kommt aus dem rechtskonservativen Lager. Polen und Ungarn erkämpfen sich gerade einen Weg zurück nach Europa. Es geht um nichts weniger, als Demokratie vs. Autokratie. Dieser Weg zurück ins Demokratische wird durch „Rechte“ angeführt und gewonnen.</p>
<p>Ich will nicht rechts sein. Zu sehr hängen mir die Baseballschlägerjahre nach. Meine verletzten Freunde, meine Flucht vor den Jungs mit den Bomberjacken und den Messern. Sie alle waren rechts. Nun kann ich auch nicht mehr links sein. Ein „sich tugendhaft gebender Hass“ gegen alles, was nicht in die progressive Bubble passt, überfordert meinen Intellekt. Ich glaube, gerade als Ostdeutscher stehe ich diesem Tugendfuror eines absolut geschlossenen Weltbildes angewidert gegenüber. Ich kann die ganzen Widersprüche nicht mehr ertragen.</p>
<p>„Dabei wird der Genozid nicht als Folge einer konkreten Regierung in Israel bewertet, sondern als notwendige Konsequenz der zionistischen Ideologie. […] Und genau das ist jetzt nicht mehr nur die Position von irgendwelchen […] Aktivistii, das ist die Position von Die Linke Niedersachsen. […] Hoch die Internationale!“ (Mitglieder von Die Linke Niedersachsen auf Instagram).</p>
<p>Ein junger Mann aus Westdeutschland, nennen wir ihn Lasse, argumentiert, dass der Zionismus die Ursache allen Übels im Nahen Osten sei. Lasse sagt, dass Völkermord und Kriegsverbrechen in der Natur der Idee liegen, dass Juden einen eigenen Staat brauchen. Lasses Urgroßvater lebte unter Antisemiten. Ach, was soll die ganze Vorsicht: Er war mit ziemlicher Sicherheit Antisemit und fand die Idee des Zionismus super. Baldur von Schirach sprach im Namen von Lasses Großvater, dass er noch mit einer Kapelle kommen würde, wenn die Juden Deutschland endlich verlassen würden. Jetzt war es so, dass einige Juden das taten, was Schirach wollte, und andere nicht. Darüber war Lasses Großvater so erbost, dass er half, sechs Millionen von den Dagebliebenen zu töten. Daraufhin folgten die Überlebenden der „Zionistischen Ideologie“ und verließen Deutschland nach dem Krieg. Diese Flucht ist für Lasse die Ursache für Völkermord und Kriegsverbrechen. Lasses Großvater war Antisemit, aber bestimmt kein Antizionist. Heute ist Lasse kein Antisemit, aber stolzer Antizionist. Er hasst ziemlich sicher auch Deutschland, aber das ist eine andere Geschichte, und Geschichte ist nicht seine Stärke.</p>
<p>Die Radikalisierung der Westdeutschen nimmt dramatische Formen an:&nbsp;„Ich will, dass Christian Ulmen und allen anderen Täter an ihren großen Zehen auf den Marktplätzen dieser Nation aufgehangen und öffentlich kastriert werden. […] Wer noch das Wort Unschuldsvermutung verwendet, soll mit dem Wort ‚Täterschützer‘ auf der Stirn zwangstätowiert werden.“ (Leonie Plaar, linke Influencerin aus Osnabrück in einem Video auf Instagram).</p>
<p>„Ob es Beweise für die behaupteten Vergewaltigungen israelischer Frauen gibt oder nicht, o. k., wenn es Beweise gibt, dann werden wir das beklagen […] aber wir wollen diese Beweise sehen und wir wollen wissen, ob es stimmt.“ (Judith Butler). Judith Butler ist eine queer-feministische Ikone. Sie lehrt an der University of California, Berkeley. &nbsp;Diese Aussage tätigte sie am 3. März 2024! Lange nachdem Videos und Fakten des 7. Oktober 2023 auf dem Tisch lagen. Harte Queer-Feminist:innen sagen eigentlich immer: „Glaubt den Frauen, nicht den Männern. Männer sind schuldig, weil sie Männer sind.“ Es sei denn … die Frauen sind Jüdinnen. Der Antizionismus ist, wie Eva Illouz gut beschrieb, jetzt „die intellektuell respektable Form des Antisemitismus“. Er ist in der „Westlinken“ tief verankert und bricht sich nun ganz offen Bahn.</p>
<p>Links zu sein bedeutete für mich, fortschrittlich zu sein. Die linke Idee des dialektischen Prozesses von These, Antithese und Synthese ist meine Idee des Streits. Nur ist sie nicht mehr die Idee derer, die sich heute als links bezeichnen. Heute bedeutet links zu sein vor allem, alle anderen für blöd und ungebildet zu erklären. Ich habe jetzt aufgehört, links zu sein. Nicht, weil ich linke Ideen ablehne, sondern weil ich einfach nicht so sein will wie diese „Linken“. Auf Linkedin hat Mirko Lange, ein Influencer, den Trust-Score erfunden. Das Ziel besteht darin, Aussagen daraufhin zu untersuchen, ob sie richtig gesagt wurden. Bewertet wird in A, B, C, D. Er nennt es Democracy Intelligence. Im Englischen bedeutet Intelligence aber auch Geheimdienst. Er begründet also ein digitales Wahrheitsministerium zur Rettung der Demokratie. Gewissheit und Autorität gehen mit einer Illusion der Gültigkeit einher (vg. Kahneman und Illouz).</p>
<p>Dieses betreute Denken ist viel näher an einer Diktatur als irgendwelche rechten Influencer, die alles raushauen, was ihrem ungebildeten Kleinhirn entspringt. Hat man ein Problem mit der Migration oder dem Stadtbild, dann ist man einfach nur das Opfer einer rechten Kampagne. Auseinandersetzung erledigt. Der Aufstand der „Anständigen“ endet mit einem kurzen: „Halts Maul, du Rassist.“</p>
<p>„Der Weg in die Hölle ist gepflastert mit guten Absichten.“ (Bernhard von Clairvaux). Ich kann all die guten Absichten des Linksseins immer noch sehen. Ich weiß aber auch, dass viele linke Ideen aus der Sowjetunion kamen. Ich weiß ebenfalls, dass die westdeutsche Linke 1968 tief ins Innere des Totalitären geblickt hat. Das marxistisch-leninistische Menschenbild ist das des Proletariers, der mit Bildung zur Erkenntnis erzogen werden kann. Entwickelte er aus dieser Bildung heraus Zweifel und eine eigene Meinung, wurde er als Erstes agitiert, dann niedergebrüllt, dann als Wegbereiter des Faschismus bezeichnet. „Komm nicht vom Wege ab, Genosse!“ Der Knüller am Marxismus-Leninismus war aber auch, dass alles mit wissenschaftlichen Erkenntnissen begründet wurde. Follow the Science, ansonsten bist du ein Faschist.</p>
<p>Und so führt Lasses linke Idee direkt in eine Diktatur der „Anständigen“. Lasse ist sogar bereit, die größten Menschenfeinde zu unterstützen, wenn es gegen den Imperialismus geht.</p>
<p>Ich mache mir nichts vor. Kommen die hartgesottenen Rechtsradikalen an die Schaltstellen der Macht, ist das das Ende unseres demokratischen Miteinanders. Lassen wir jedoch die westdeutschen Linken die soziale Gerechtigkeit einführen, führt der Weg direkt in das Umerziehungslager. Mit einem Unterschied: Der Trust-Score würde ständig grün leuchten und wir hätten ein besseres Gefühl dabei.</p>
<p>Ein gutes Gefühl bei der Umerziehung wäre im Osten … nichts Neues</p>
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		<item>
		<title>Im Osten nichts Neues #9: Partisanen, kommt, nehmt mich mit euch</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/im-osten-nichts-neues-9-partisanen-kommt-nehmt-mich-mit-euch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2026 06:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus konkretem Anlass richtet Daniel Heidrich seinen Blick diesmal auf die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen in Bezug auf Wehrpflicht, Pazifismus und das Verhältnis zu Russland.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-5" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="495" height="500">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="https://www.ebk-gruppe.com/">ebk-gruppe.com</a><br />
„Ich hab geträumt, der Krieg wär vorbei. Du warst hier und wir waren frei. Und die [...]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Aus konkretem Anlass richtet Daniel Heidrich seinen Blick diesmal auf die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen in Bezug auf Wehrpflicht, Pazifismus und das Verhältnis zu Russland.</p>
<p><span id="more-8860"></span></p>
<div id="attachment_3958-6" style="width: 505px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-6" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="495" height="500"><p id="caption-attachment-3958-6" class="wp-caption-text">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="https://www.ebk-gruppe.com/">ebk-gruppe.com</a></p></div>
<p>„Ich hab geträumt, der Krieg wär vorbei. Du warst hier und wir waren frei. Und die Morgensonne schien. Alle Türen war‘n offen, die Gefängnisse leer. Es gab keine Waffen und keine Kriege mehr. Das war das Paradies! Der Traum ist aus!“ (Ralph Möbius alias Rio Reiser, Ton Steine Scherben: Der Traum ist aus).</p>
<p>Jetzt stehe ich hier am 6. Februar 2026 in einer Uniform, die einst die meiner Feinde war, und spreche es laut und für alle hörbar aus: Ich gelobe; der Bundesrepublik Deutschland; treu zu dienen; und das Recht; und die Freiheit des deutschen Volkes; tapfer zu verteidigen!</p>
<p>Das Pathos des Moments hat mich gepackt, und ich musste an den langen Weg bis zu diesem Punkt denken. Mein Vater und mein Schwiegervater waren einst Soldaten der NVA. Zur Wende war ich 14, und dann kam der Tag, als mein Vater in einer Bundeswehruniform vor mir stand: „Schau mal, Daniel, ich bin jetzt mein eigener Feind.“ Wir ehemaligen DDR-Bürger sind in einem der militaristischsten Länder Mitteleuropas aufgewachsen. Es ist für den Westdeutschen schwer, sich vorzustellen, wie dicht wir an Preußens Tradition der militärischen Hierarchie und der Gewaltbereitschaft des Dritten Reiches waren. Ab der ersten Klasse wurde mit uns „Formaldienst“ geübt. Zu jedem Schultag folgende Meldung: Alle Kinder stehen auf, der Melder (analog Zugführer) nimmt Haltung an und hebt die Hand zum Pioniergruß über den Kopf: „Frau Mustermann, ich melde, Klasse 2a ist zum Unterricht bereit.“ Die Lehrerin antwortet: „Für Frieden und Sozialismus seid bereit!“ Alle antworten gemeinsam: „Immer bereit.“ Jeden verdammten Morgen. Es wurde ständig über den Frieden und den kapitalistischen Aggressor gefaselt, und doch waren es wir, die sich permanent auf den Krieg vorbereiteten. Es gab Quoten für Offiziersanwärter, welche die Schulen zu erfüllen hatten. Appelle, Antreten in Klassenstärke. Ab zwölf Kinder in Dreier-Rotten. In der achten Klasse hatte ich im Sport die Disziplin Handgranatenweitwurf. Es gab Wehrsportlager für die FDJ. Alles für den Frieden, den Sozialismus und die Freiheit des „ostdeutschen“ Volkes. Die NVA war mit Sicherheit eine der kampfkräftigsten Armeen Kontinentaleuropas. Eine Erniedrigungsmaschine, analog zur preußischen Tradition. Als mein Vater Offizier wurde, stand er in Reiterhose, Offiziersdolch und Stiefeln mit kniehohem Lederschaft vor mir. Er sah aus wie ein Wehrmachtsoffizier. Es war die gleiche Uniform. Mein Gott, selbst die Schulterstücke waren eins zu eins. Die DDR war kein Friedensstaat. Sie war ein preußisches Abbild des Soldatischen. Nur, dass wir ständig „Kleine weiße Friedenstaube“ sangen. Und dennoch passierte 1989 ein Wunder. Die Nationale Volksarmee weigerte sich, auf die eigenen Leute zu schießen. Die NVA putschte sich im Zuge der Ungewissheit nicht an die Macht. Sie ist die einzige Armee der Welt, die sich ohne Krieg auflöste. Einfach so. Ich zolle allen NVA-Offizieren dafür meinen Respekt. Tausende andere Männer in der Geschichte entschieden sich an diesem Punkt anders. Die Macht war zum Greifen nah. Ohne es zu wollen, griff hier ein Prinzip der Bundeswehr: Die Innere Führung. Der moralische Antrieb eines Massenheeres, wie Clausewitz es einst beschrieb.</p>
<p>Nun bin ich also ein deutscher Soldat und erhalte dafür mehr Zuspruch aus dem Westen als aus dem Osten. Ich habe hier für mich die Erklärung, dass sich auch in dieser Frage beide Teile Deutschlands immer noch unterscheiden.</p>
<p>Im Osten existieren vorwiegend zwei Formen des Pazifismus. Die einen Pazifisten lehnen das Soldatische, die Gewaltbereitschaft und die Uniformität von ganzem Herzen ab. Häufig selbst Wehrdienstleistende der NVA gewesen und geheilt von alldem. „Keine zehn Pferde bekommen mich je wieder dahin“ (Zitat aus einem persönlichen Gespräch). Sie sind aus emotionalen Gründen Pazifisten. Sie wissen, dass sie blank sind in der Argumentation, wenn es um Russlands Aggressionen geht. Sie haben keine Argumente, außer, dass es wünschenswert wäre, wenn es all das nicht gäbe. Und sie geben es zu. Ich achte das und halte es für gesellschaftlich wichtig.</p>
<p>Dann begegnen mir die „Oppositionspazifisten“. Sie verwechseln Russland mit der Sowjetunion. Sie sind häufig antiamerikanisch. Sie sehen vor allem im westlichen Imperialismus eine Bedrohung. Gelernt ist gelernt. Im Osten Deutschlands fühlt man sich daher etwas weniger bedroht von Russland als im Westen. Paradoxerweise sieht man das weiter im Osten, von Polen über Finnland bis zur Ukraine, völlig anders. Ostdeutschland ist hier mal wieder ein historisches Paradoxon. Diese Haltung ist rein biografisch und nichts weiter als eine persönliche Abwehrhaltung gegen was auch immer. Es ist auch der Grund für die wirre AfD-Haltung zu diesem Thema, welche null Konsistenz hat.</p>
<p>Aus dem „Westen“, so scheint mir, kommt dagegen der meistens linke, politische Pazifismus. Er begegnet mir häufig in den Medien. Er ist meist wohlstandsverwahrlost, manchmal feministisch, häufig antikapitalistisch. Er kommt intellektuell daher und schreibt Bücher wie das des kleinen Ole Nymoen: „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde“. Er lehnt die Menschen ab, die nicht gebildet sind. Menschen, für die es keine Option gibt zu fliehen, weil sie es sich nicht leisten können. Diese Pazifisten möchten links sein und sind dennoch nicht auf der Seite der Schwachen. Ich verachte das von ganzem Herzen.</p>
<p>Es waren linke Ikonen, welche in Spanien mit der Waffe in der Hand gegen den rechten Terror an der Seite der Schwachen standen. Und da ich kein einziges deutsches Marschlied kann, sang ich bei der Bundeswehr einfach deren Lieder. „Spaniens Himmel“ und „Bella Ciao“. So, wie ich es in der DDR gelernt hatte. Meine Kameraden hörten mir zu, lächelten und summten mit. „Partisanen, kommt, nehmt mich mit euch.“</p>
<p>Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz der NVA trainierten wir, die Demokratie zu verteidigen. Seite an Seite mit meinen Kameraden aus ganz Deutschland. Ost und West. Call on me. Meine Wende ist hiermit vollendet. Der Traum ist aus, etwas Neues beginnt! Das ist … im Osten nichts Neues!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Im Osten nichts Neues“ von Daniel Heidrich:&nbsp;<span style="color: #ff3eb5;"><a style="color: #ff3eb5;" href="https://ostdeutschland.info/?s=%22Im+Osten+nichts+Neues+%23%22" target="_blank" rel="noopener">alle Kolumnen auf einen Blick</a></span>.</p>
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		<title>Im Osten nichts Neues #8: Die postliberale Demokratie</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/im-osten-nichts-neues-8-die-postliberale-demokratie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Jan 2026 06:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=8639</guid>

					<description><![CDATA[<p>Er ist wieder da. Daniel Heidrich beginnt hier mit der zweiten Staffel seiner Kolumne. Zum Start widmet er sich dem schwierigen Verhältnis der Ostdeutschen zum Liberalismus und liefert auch gleich Lösungsvorschläge.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-7" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="600" height="607">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="https://www.ebk-gruppe.com/">ebk-gruppe.com</a><br />
„Es gibt keine andere Welt, nur eine andere Art zu leben.“ [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist wieder da. Daniel Heidrich beginnt hier mit der zweiten Staffel seiner Kolumne. Zum Start widmet er sich dem schwierigen Verhältnis der Ostdeutschen zum Liberalismus und liefert auch gleich Lösungsvorschläge.</p>
<p><span id="more-8639"></span></p>
<div id="attachment_3958-8" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-8" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="600" height="607"><p id="caption-attachment-3958-8" class="wp-caption-text">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="https://www.ebk-gruppe.com/">ebk-gruppe.com</a></p></div>
<p>„Es gibt keine andere Welt, nur eine andere Art zu leben.“ (Jaques Mesrine, L’instinct de mort). Als Ostdeutscher habe ich kein Problem mit dem Liberalismus. Der Liberalismus hat jedoch ein riesiges Problem mit großen Teilen Ostdeutschlands. Diese haben kein Problem mit der Demokratie, sondern mit dem Liberalismus.</p>
<p>90 Prozent der Ostdeutschen befürworten die Demokratie. 74 Prozent befürworten die Demokratie, wie sie aktuell in der Verfassung verankert ist. Nur 42 Prozent befürworten die in der BRD gelebte Demokratie (<a href="https://efbi.de/details/efbi-policy-paper-2023-2-autoritaere-dynamiken-und-die-unzufriedenheit-mit-der-demokratie.html">Policy Paper 2023-2</a>). Vor allem im Osten misstraut man den „Mainstream-Medien“, den „Linksgrünen“ und den „Shitbürgern“ aus den Städten. Sie misstrauen eigentlich allem, außer ihrer eigenen Community. Belehrungsfernsehen von Sarah Bosetti und Reschke TV verstärkt dieses Problem wöchentlich.</p>
<p>Der Liberalismus hat uns Fortschritt und Wohlstand beschert. Nun scheitert er jedoch an seinem eigenen Erfolg. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts stellte der französische Publizist Alexis de Tocqueville auf seinen Reisen in die USA fest, „dass die liberale Demokratie vor allem von einer Tendenz zur Gegenwartsfixierung geprägt ist“. „Der Liberalismus aber befördert […] die Idee einer zersplitterten, vollkommen unverbundenen Zeit und bringt die Menschen dazu, verschiedenste Formen von Zeit so wahrzunehmen, als seien sie vollkommen verschiedene Länder.“ Die DDR, die 1990er-Jahre und die aktuelle „woke“ Stadtkultur liegen auf einer Zeitachse von 45 Jahren. Derselbe Ort, drei völlig unterschiedliche Länder. Keines hat mit dem anderen irgendeine Verbindung, außer den Menschen, die darin leb(t)en.</p>
<p>Die vollständige Überwindung der Vergangenheit ist das eigentliche liberale Ziel. Weg mit den Traditionen, weg mit der Religion, weg mit dem Ballast familiärer Pflichten. Das große Ziel ist die dauerhafte Me-Time des Individuums. Vergangenheit und Traditionen sind im Zweifel rassistisch, kolonial und patriarchisch. Ist das noch akzeptable Geschichte oder kann das weg? Der Liberalismus scheitert damit vor allem am neuen Oststolz. Erstaunlicherweise pochen auch die links der Mitte zu verortenden Ost-NGOs auf eine ostdeutsche Vergangenheit. Es stellt sich die Frage, ob sie damit noch Teil der liberalen Fortschrittsbewegung sind. Ottokar Domma würde sagen: Ein ostdeutscher Liberaler ist quasi ein Oxymoron!</p>
<p>Wir haben unserer Demokratie das Adjektiv „liberal“ angefügt. Das war ein großer Fehler. Denn nun lehnen viele, die eigentlich das Liberale und Libertäre ablehnen, gleich auch das Demokratische ab. „Nicht liberal“ gibt es gerade nur am rechten Rand der CDU und der AfD. In der sogenannten „linksliberalen Bubble“ findet daher ein interessanter Vorgang statt. Es wird behauptet, die ostdeutschen AfD-Wähler hätten Angst. Angst vor Veränderungen, vor Zuwanderung und Digitalisierung. Bei meinen Besuchen in Dresden und Thüringen kann ich jedoch keine Angst erkennen. Das Einzige, was ich wahrnehme, ist, dass sie keinen Bock auf diesen Fortschritt haben und das auch ganz offen aussprechen. Angst nehme ich vor allem beim städtischen Bürgertum wahr. Angst vor dem Verlust der liberalen Demokratie, ihrer Demokratie. Angst vor dem Bedeutungsverlust und dem Verlust hyperindividualisierter Rechte. Diese Angst geht zum Beispiel so weit, dass die Nichtwahl einer potenziellen Verfassungsrichterin durch frei und demokratisch gewählte Abgeordnete demokratiegefährdend ist. Ein Abgeordneter darf seinem verfassungsmäßigen Recht nur so lange folgen, wie er sich „fortschrittlich“ verhält. Tut er es nicht, ist er kein souverän denkendes Individuum mehr, sondern ein dummes Opfer rechter Informationsnetzwerke.</p>
<p>„Die Demokratie ist also nur so lange ein akzeptables Legitimationsinstrument, wie ihre Praktiken im Rahmen der liberalen Vorgaben bleiben und diese weitgehend unterstützen. Wenn demokratische Mehrheiten Aspekte des Liberalismus ablehnen – wie es Wähler in ganz Westeuropa und Amerika in den letzten Jahren getan haben –, prangert ein wachsender Chor führender Stimmen die Demokratie und den Unverstand der Massen an.“ (Patrick J. Deneen, Warum der Liberalismus gescheitert ist).</p>
<p>Es lässt sich nicht mehr leugnen: Die Bonner Parteiendemokratie ist endgültig vorbei, und Ostdeutschland hat sie ins Wanken gebracht. Nur noch 1,5 Prozent der Einwohner Deutschlands und 0,8 Prozent der Einwohner Ostdeutschlands sind Mitglieder in Parteien. So entstehen allenfalls Selbstreferenzen, aber keine Abbilder gesellschaftlicher Stimmungen.</p>
<p>Und bei all dem Getöse und der ganzen Angst geschieht im Osten wieder etwas Unerwartetes. Der Durchmarsch der AfD-Kandidaten bei den Bürgermeisterwahlen ist ausgeblieben. Wenn also klar wird, dass meine politische Wahl einen direkten Einfluss auf meinen Ort, meine Gemeinschaft, mein direktes Umfeld hat, dann entscheiden sich die angeblich angsterfüllten Demokratiefeinde meist für parteilose Kandidaten und nicht für Rechtsextreme. Es wird daher Zeit für eine direktere, lokalere und emotionalere Form der Demokratie. Eine Demokratieform, die das Imperative im gesellschaftlichen Fortschritt beendet und das Neue nicht mehr gegen das Alte ausspielt. So wie einst die „Runden Tische“.</p>
<p>Mir fallen dafür drei Instrumente ein:</p>
<ol>
<li>Negative Volksentscheide, bei denen mit einem Quorum von 75 Prozent Gesetze abgeschafft werden können. Das Argument der schweigenden Mehrheit wäre dahin oder eben wahr.</li>
<li>Die Abschaffung von kommunalen Parlamenten, welche durch Bürgerräte mit Beteiligungspflicht ersetzt werden.</li>
<li>Kommunale Zuwendungs- und Spendenparlamente, um alles staatliche Geld für Demokratie- und Gemeinwohlförderung den Funktionären der Landes- und Bundesparteien zu entziehen. Diese legen nur noch die Höhe des Budgets fest. Der Rest wird vor Ort bestimmt.</li>
</ol>
<p>Einfach mal was Neues wagen, wäre im Osten … nichts Neues.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Im Osten nichts Neues“ von Daniel Heidrich: <span style="color: #ff3eb5;"><a style="color: #ff3eb5;" href="https://ostdeutschland.info/?s=%22Im+Osten+nichts+Neues%22" target="_blank" rel="noopener">alle Kolumnen auf einen Blick</a></span>.</p>
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		<title>Im Osten nichts Neues #7: (Un-)Vermögen</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/im-osten-nichts-neues-7-un-vermoegen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 May 2025 05:30:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=5493</guid>

					<description><![CDATA[<p>In seiner siebten Kolumne schreibt Daniel Heidrich über den Vermögensunterschied zwischen Ost- und Westdeutschland. Er beschreibt fehlende Chancen des vermeintlich abgehängten Landes zwischen Elbe und Oder und plädiert für Zuwanderung.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-9" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="600" height="607">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="http://ebk-gruppe.com">ebk-gruppe.com</a><br />
Für Ostdeutschland und die Ostdeutschen gibt es im aktuellen politischen Klima keine [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/im-osten-nichts-neues-7-un-vermoegen/">Im Osten nichts Neues #7: (Un-)Vermögen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In seiner siebten Kolumne schreibt Daniel Heidrich über den Vermögensunterschied zwischen Ost- und Westdeutschland. Er beschreibt fehlende Chancen des vermeintlich abgehängten Landes zwischen Elbe und Oder und plädiert für Zuwanderung.</p>
<p><span id="more-5493"></span></p>
<div id="attachment_3958-10" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-10" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="600" height="607"><p id="caption-attachment-3958-10" class="wp-caption-text">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="http://ebk-gruppe.com">ebk-gruppe.com</a></p></div>
<p>Für Ostdeutschland und die Ostdeutschen gibt es im aktuellen politischen Klima keine Möglichkeit, die Wirtschaft der Zukunft anzusiedeln. Das Ergebnis wird eine dauerhafte Dienstleitungsgesellschaft mit einer nationalen Logik sein, in der Vermögensaufbau fast unmöglich ist.</p>
<p>In den nächsten 20 bis 30 Jahren wird das Ostdeutsche verschwinden. Damit verschwinden auch die Repräsentationslücke und die Ungerechtigkeit der Nachwendejahre. Was nicht verschwinden wird, ist der Vermögensunterschied im Land zwischen Elbe und Oder. Die Löhne erklären den riesigen Unterschied im Nettovermögen nicht. Der Anteil an Sozialhilfeempfängern im Osten ist mittlerweile geringer als in so manchen Westgebieten. Die Renten sind angeglichen. Der Osten ist längst nicht mehr so abgehängt, wie er sich selbst gern darstellt.</p>
<p>Den wesentlichen Unterschied zur alten Bundesrepublik machen bei der Höhe des Vermögens Immobilien- und Betriebsvermögen aus. Das sind die Vermögensarten, die einen erheblichen Teil der (West-)Deutschen hat reich werden lassen.</p>
<p>Der Wert einer Immobilie errechnet sich aus den zu erwartenden Erträgen zukünftiger Mieteinnahmen. Er gründet ebenfalls auf der Nachfrage dieses knappen Gutes. Die Inflation der letzten Jahre hat eine Menge Kapital auf diesen Markt fließen lassen. Die Folgen sind allen Großstädtern und Bewohnern wirtschaftlich starker Regionen bekannt. Grob kann man sagen: Wohnungsmieten +100 Prozent, Kaufpreise +200 Prozent. Der ländliche Osten ist von dieser Entwicklung fast ausgenommen. Die Kaltmieten in einer topsanierten Stadt wie Görlitz liegen aktuell zwischen vier und acht Euro pro Quadratmeter. Die Grundstückspreise in Gegenden wie Ostsachsen oder der Prignitz stehen still. Das heißt, sie fallen realwirtschaftlich ins Bodenlose. Es ist eigentlich unmöglich, wirtschaftlich sinnvoll in diese Gegenden zu investieren. Ein gebautes Haus ist im Moment des Einzuges ein abgeschriebener Vermögensgegenstand. Der Ruf nach Vermögensgleichheit und der damit implizit unterstellten Ungerechtigkeit ist ein Ruf der volkswirtschaftlich Ahnungslosen. Gerade dieser als abgehängt beschriebene Raum weist eine hohe Eigentumsquote bezüglich selbst genutzten Wohneigentums aus. Diese Eigentumsquote wäre normalerweise der Beginn von Vermögen und einer Erbschaftsfolge, welche das Vermögen der nächsten Generation durch eine zweite vermietete Immobilie deutlich anhebt. Die Vermögensgegenstände sind halt nur wertlos, weil es für sie keine nachhaltige Nachfrage gibt. Das abgehängte Ostdeutschland ist eigentlich eine einzige riesige, stille Immobilienreserve. Wenn da nicht der zweite Faktor wäre.</p>
<p>Analog zur Wertlosigkeit der Grundstücke ist die Bewertung der Unternehmen im Osten ebenfalls sehr gering. Vereinfacht gesagt, liegt das an der geringen Exportquote dieser Unternehmen. Das hat zwei Ursachen. Auf der Flucht vor den Russen flohen die Unternehmer östlich der Elbe in den Westen. Baupläne und Restvermögen inklusive. Man hatte sich schuldig gemacht im Dritten Reich. Im Westen bekamen sie eine neue Chance. Im Osten nur die Verachtung der Kommunisten. Die DDR-Planwirtschaft hat dann den Rest ruiniert. Die zweite Ursache waren die überhöhten Löhne nach der Währungsunion. Sie verhinderten jede Wettbewerbsfähigkeit mit Polen oder Tschechien. Was übrig blieb, war eine transferabhängige Dienstleistungsgesellschaft. Der deutsche Staat tat eigentlich alles, um diesen Nachteil wettzumachen. Er investierte Unsummen in die Infrastruktur und federte die sozialen Härten durch Transferleistungen ab. Ein optischer Vergleich zwischen Görlitz und Krefeld kann es deutlicher nicht beschreiben. Der Gedanke staatlicher Investitionen ist jedoch, dass private Investitionen folgen. Und die blieben in den oben beschriebenen Gegenden aus. Überall da, wo BMW, AMD, Porsche, Tesla etc. investierten, entstanden blühende Landschaften und mit ihnen entstand Vermögen. Ich wohne in Schöneiche bei Berlin (nähe Tesla). Die Ossiquote der Eigentümer ist wirklich hoch. Wir werden unseren Kindern ein ordentliches Vermögen in Immobilien hinterlassen. Der Grund: Die Nachfrage nach Grund und Boden ist ungebrochen. Und hier liegt das Problem des Ostens. Zuwanderung ist die einzige Lösung. Abwanderung das Ende des Vermögens. Menschen mit einem hohen Bildungsgrad sind die Basis für wertvolle Unternehmen. Wertvolle Unternehmen sind die Basis für Nachfrage am Mietmarkt. Das aktuelle gesellschaftliche Klima des Ostens ist aber menschen-, innovations- und damit vermögensfeindlich. Wer permanent die Eliten anfeindet, darf auch nicht „Ungerechtigkeit“ brüllen, wenn diese partout nicht zu einem ziehen wollen.</p>
<p>Wirtschaft ist Psychologie. Investieren ist Vertrauen in die Zukunft. Es war die Aufgabe des Staates, die Infrastruktur herzurichten. Nun ist es die Aufgabe der Ostdeutschen, den privaten Investoren die Hand zu reichen. Den eigenen Brass gegen den Westen abzulegen und Zuwanderung zu ermöglichen.</p>
<p>Die Alternative wäre eine lokale Verteilungswirtschaft mit hoher Anfälligkeit zur Korruption, die massiv auf westliche Zuwendung angewiesen ist. Die Alternative wäre also das politische und wirtschaftliche Modell Ungarns. Ein Leben voller Zerrissenheit, Nationalismus, Stolz, Selbstmitleid und einem dauerhaften Opfermythos. Ein Leben zwischen den Welten, weder Ost noch West, wäre … im Osten nichts Neues.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Im Osten nichts Neues“ von Daniel Heidrich: <span style="color: #ff3eb5;"><a style="color: #ff3eb5;" href="https://ostdeutschland.info/?s=%22Im+Osten+nichts+Neues%22" target="_blank" rel="noopener">alle Kolumnen auf einen Blick</a></span>.</p>
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		<title>Im Osten nichts Neues #6: Дружба heißt Freundschaft. Gedanken zum 8. Mai</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/im-osten-nichts-neues-6-%d0%b4%d1%80%d1%83%d0%b6%d0%b1%d0%b0-heisst-freundschaft-gedanken-zum-8-mai/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 May 2025 05:30:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In seiner sechsten Kolumne schreibt Daniel Heidrich über ostdeutsche Selbsttäuschung, DDR-Propaganda und russische Kriegsführung – gewohnt direkt und aus persönlicher Perspektive.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-11" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="600" height="607">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="http://ebk-gruppe.com">ebk-gruppe.com</a><br />
„Wir wissen jetzt, dass wir keine Europäer sein können, dass wir nicht imstande sind, uns in eine der westlichen Lebensformen zu [...]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In seiner sechsten Kolumne schreibt Daniel Heidrich über ostdeutsche Selbsttäuschung, DDR-Propaganda und russische Kriegsführung – gewohnt direkt und aus persönlicher Perspektive.</p>
<p><span id="more-5482"></span></p>
<div id="attachment_3958-12" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-12" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="600" height="607"><p id="caption-attachment-3958-12" class="wp-caption-text">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="http://ebk-gruppe.com">ebk-gruppe.com</a></p></div>
<p>„Wir wissen jetzt, dass wir keine Europäer sein können, dass wir nicht imstande sind, uns in eine der westlichen Lebensformen zu pressen, die Europa aus seinen eigenen nationalen Prinzipien heraus geschaffen und erlebt hat, Prinzipien, die uns fremd und zuwider sind.“ (Fjodor Michailowitsch Dostojewski, 1860)</p>
<p>Am 18. November 1988 verbot die DDR die Auslieferung der Zeitschrift Sputnik, ein ins Deutsche übersetztes Magazin aus der Sowjetunion, das im Zuge von Glasnost und Perestroika frischen Wind in die Presselandschaft brachte. Zu klar wurde, dass „die Freunde“ – allen voran Stalin – auch Mörder waren. Die ostdeutsche Selbsttäuschung über Russland wurde und wird nach der Wende ohne Zwang fortgeführt. Ein wahrer Erfolg der DDR-Propaganda.</p>
<p>Mein Vater war der Chorleiter des Erich-Weinert-Ensembles der NVA. Das Lied der Roten Fahne habe ich Dutzende Male in meiner Kindheit gehört. Ich kann es heute noch auswendig. „Ein Bataillon trug eine rote Fahne, durch diesen Krieg von Moskau nach Berlin, dass Friede sei und sie den Weg ihm bahne, hat sie sich selbst Unsterblichkeit verliehen. Vom roten Platz zog einst ein Bataillon ins Feld …“ (Bodo Krautz, Joachim Werzlau: „Eine rote Fahne“). Die Rote Armee war verhasst, wurde bemitleidet und bewundert. Als diese Armee abzog, waren wir Ostdeutschen dankbar. Dankbar dafür, dass sie uns nicht über den Haufen schossen. So wie sie es eigentlich immer taten. Heute wissen wir aus historischen Quellen, dass die russischen Offiziere in der DDR völlig fassungslos darüber waren, dass sie die Revolution 1989 geschehen lassen mussten (siehe Kowalczuk: „Endspiel“). Unsere Freunde saßen mit geladenen Kalaschnikows in den Kasernen und warteten auf den Schießbefehl. Unter ihnen Wladimir Putin. Die „größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts“ (W. Putin) nahm in Ostdeutschland ihren Lauf.</p>
<p>Die Friedensarmee des Warschauer Pakts war nach Potsdam und Jalta im Krieg mit Japan, Estland, Litauen, Lettland, China, Ungarn, der Tschechoslowakei und Afghanistan. Die Sowjetunion war das einzige Land der Neuzeit, das konsequent Verbündete und Nachbarn überfiel oder durch militärische Drohungen Interventionen erzwang. Am Beginn des Zweiten Weltkriegs war die Sowjetunion ein Verbündeter der Nazis und überfiel Finnland und Polen. Der Massenmord unter den polnischen Offizieren wird beim Ehren unserer Befreier völlig vergessen. Die Blutspur der „Freunde“ zog sich weiter fort. Südossetien 1991, Transnistrien 1992, Ost-Prigorodny 1992, Abchasien 1992, Tadschikistan 1992, Tschetschenien 1994, Dagestan 1999, Tschetschenien 1999, Kosovo 1999, Georgien 2008, Krim 2014, Syrien 2015, Libyen 2018, Mosambik 2019, Bergkarabach 2020, Kasachstan 2022, Ukraine 2022. Die russische Art des Krieges kostete mindestens 250.000 Zivilsten das Leben.</p>
<p>„Ja, aber die Amerikaner …“.</p>
<p>Uns „Ostdeutsche“ umgibt dennoch eine gewisse Melancholie, wenn wir an Russland denken. „Wir kennen die Russen.“ Das ist die große Erzählung. Ein ganzes Volk lernte Russisch, aber außer достопримечательностей kann es kaum jemand wirklich sprechen. „Wir“ wissen nichts über die Veränderung in der russischen Gesellschaft. Über das Konzept der Русский мир (Russische Welt) und das Auflösen der Staaten, an deren Stelle die Ordnung der Großräume mit einem „Interventionsverbot raumfremder Mächte“ tritt. Carl Schmitt (1888-1985) ist die heutige Grundlage russischer Geopolitik. „Russlands Grenzen enden nirgendwo.“ (Plakat mit W. Putin in Russland). „Mütterchen Russland“ bedeutet nichts weiter als die lenkende Hand über alle Slawenvölker und darüber hinaus zu sein. „Der große Bruder“ verlangt Gehorsam vom kleinen und legitimiert maßlose Gewalt, wenn er nicht pariert. „Die russische Seele“, ein Gedanke der russischen Literatur, welcher nichts weiter beansprucht als anders und dem Westen überlegen zu sein. Die Menschenverachtung des russischen Systems war den DDR-Bürgern wohlbekannt und dennoch bis heute wohlignoriert. Ich denke, „wir“ Ostdeutsche verwechseln Russland permanent mit der UdSSR. Aus einer menschenverachtenden Status-quo-Macht wurde 2014 endgültig ein revisionistischer Staat mit eben diesen menschenverachtenden Wurzeln. Ich finde, man kann Russland nicht vorwerfen, eine Großmacht mit einer Einflusszone sein zu wollen. Aber man kann uns Ossis vorwerfen, unter dem Deckmantel des Antiamerikanismus das zu unterstützen.</p>
<p>Der Westen wird mit den „Freunden“ irgendwann übereinkommen. Als Feinde stehen wir uns dann gegenüber, denn der Feind ist im Weltbild Schmitts essenziell. Russland bekommt den Platz am Tisch der Großen, welcher ihm zusteht. Es wird eine Русский мир geben. Und obwohl мир Welt und Frieden heißt, sollten gerade wir Ostdeutsche wissen, dass es in dieser Welt keinen Frieden gibt. Der Rest ist eine große Selbsttäuschung. Der große Bruder redet uns ein, dass wir schwach sind. Aber Schwäche ist eine Entscheidung.</p>
<p>Am Tage der Übernahme in die Bundeswehr kam mein Vater mit der neuen Uniform nach Hause und sagte zu mir: „Schau mal, ich bin jetzt mein eigener Feind“. Er sang ab sofort in Bundeswehrkasernen und immer, wenn der Alkohol in Strömen floss, fragten die Offiziere der Bundeswehr nach russischen Kriegs- und Kampfliedern. Das Lied der roten Fahne fehlte wohl nie. So sang und soff man sich das Thema Sowjetunion schön. Berauscht vom Wodka und vom „Ende der Geschichte“ (Francis Fukuyama). Sternhagelvoll „Katjuscha“ singen und den Tag der Befreiung feiern, ist ja … im Osten nichts Neues.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #ff3eb5;"><span style="color: #000000;">„Im Osten nichts Neues“ von Daniel Heidrich:</span> <a style="color: #ff3eb5;" href="https://ostdeutschland.info/?s=%22Im+Osten+nichts+Neues%22" target="_blank" rel="noopener">alle Kolumnen auf einen Blick</a><span style="color: #000000;">.</span></span></p>
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		<title>Im Osten nichts Neues #5: Zeit der Monster – Goodbye Ostdeutschland</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/im-osten-nichts-neues-5-zeit-der-monster-goodbye-ostdeutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Apr 2025 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=5002</guid>

					<description><![CDATA[<p>In seiner fünften Kolumne widmet sich Daniel Heidrich dem Untergang Ostdeutschlands – provokant, schonungslos und als Weckruf gemeint. Er zeichnet das Bild einer Region, die wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich in der Bedeutungslosigkeit versinkt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-13" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="600" height="607">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="http://ebk-gruppe.com">ebk-gruppe.com</a><br />
„Die alte Welt liegt im Sterben und die neue [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/im-osten-nichts-neues-5-zeit-der-monster-goodbye-ostdeutschland/">Im Osten nichts Neues #5: Zeit der Monster – Goodbye Ostdeutschland</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In seiner fünften Kolumne widmet sich Daniel Heidrich dem Untergang Ostdeutschlands – provokant, schonungslos und als Weckruf gemeint. Er zeichnet das Bild einer Region, die wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich in der Bedeutungslosigkeit versinkt.</p>
<p><span id="more-5002"></span></p>
<div id="attachment_3958-14" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-14" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="600" height="607"><p id="caption-attachment-3958-14" class="wp-caption-text">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="http://ebk-gruppe.com">ebk-gruppe.com</a></p></div>
<p>„Die alte Welt liegt im Sterben und die neue ist noch nicht geboren. Es ist die Zeit der Monster.“ (Antonio Gramsci) Ostdeutschland wird in der nächsten Dekade zum eigentlichen „Vogelschiss in der deutschen Geschichte“.</p>
<p>Das ist mein persönlicher Wachrütteltext, so formuliert, dass es wehtut. Wehtun muss.</p>
<p>Die Welt der Regeln ist nun vorbei. Die vertikale Sicherheitsordnung verwandelt sich in eine horizontale. Macht, Stärke und Gewalt sind die Dinge, auf die es in der Zukunft ankommen wird. Bündnisse werden zerschlagen und neue geschmiedet. Interessen treten vollends an die Stelle der Werte. An Ostdeutschland hat niemand ein Interesse. Warum auch? Ein dünn besiedelter Streifen, wirtschaftlich irrelevant und völlig überaltert. Politisch in einem selbstgewählten Exil. Die sozialen Innovationen, die es in die westdeutschen Nachrichten schafften, waren Pegida, Coronademos, Wutbürger, „Björn Höcke“ und Tesla. Auf der letzten Veranstaltung von <a href="https://ostdeutschland.info/der-osten-als-avantgarde-1-wir-sind-eine-ostdeutsche-gute-laune-truppe/" target="_blank" rel="noopener">Denkraum Ost</a> wurde diskutiert: Warum bekommen Ostdeutsche so wenig Aufmerksamkeit in der Tagesschau? Erwachsene Menschen, privilegiert, wohlhabend, weiß, meistens um die 50, beschwerten sich darüber, dass sie nicht ins Fernsehen kommen.</p>
<p>Die Frage ist: Was macht den Osten attraktiv? Ich würde sagen, wenig bis gar nichts. Der Rest ist eine Selbsterzählung. Nette, offene und ehrliche Menschen gibt es überall. Eine Wendeerfahrung haben übrigens 140 Millionen Osteuropäer auch gehabt. Niemand würde da auf die Idee kommen, deshalb Westeuropa etwas vorauszuhaben. Es ist mir egal, ob jetzt einige ihre Lebensleistung nicht gewürdigt finden. Werdet erwachsen und hört auf zu heulen. Hier und heute zählt nur, was du anzubieten hast. Was sind deine Stärken? Deine unverzichtbaren Dinge für die Welt. Wir haben keine Chipindustrie wie Taiwan, wir haben keine Rohstoffe, wir haben keine Top-Unis, keine herausragende Forschung, wir haben keine Spitzenpolitiker mit Charisma. Wir hatten mal Nord Stream 2 und die Druschba-Pipeline. End of story.</p>
<p>Nach der letzten Bundestagswahl sind die Vertreter Ostdeutschlands die Abgeordneten der AfD. Das BSW ist in Ostdeutschland stark und in Westdeutschland eine lustige Randnotiz der Parteiengeschichte. Einzig die Linken … ja, was sind die Linken eigentlich für den Osten? Wären wir ein souveräner und eigener Staat, eine neue DDR, so wie es der eine oder andere erträumt hat, dann wären wir nicht in der NATO, aber umringt von NATO-Mitgliedern. Wir würden den Russen die Hände reichen. Unsere Nachbarn Polen, Tschechien und die Balten hassen die Russen wie die Pest. Wenn wir der Freund Russlands wären, wären wir umgeben von Feinden. Ein Paria inmitten Europas. 50 Prozent der noch im Osten Verbliebenen würden Reißaus nehmen. Der Osten wäre ein libertäres Land ohne Einkommenssteuern für Reiche mit einem großen Hang zum Sozialstaat. Wir würden Einwanderer rigoros an der Grenze abweisen und dann ganz genüsslich vor uns hinmaulend aussterben. Ostdeutschland als eigener Staat wäre orientierungs- und visionslos. Warum kommen wir nicht ins Fernsehen, warum nur?</p>
<p>Dieser zynische Gedanke ist längst Realität. Das neue Sondervermögen hat nichts mit dem Osten zu tun. Es geht um die Rettung der wirtschaftlich starken Regionen des Westens. Worum auch sonst. Es wird gesonderte Abschreibungsmöglichkeiten für Investitionen geben. Gut so. Der Haken daran: Kein Unternehmer mit einem Funken Verstand investiert in eine Gegend, die so überaltert ist und klare Signale sendet, dass Fremde nicht willkommen sind. In eine Gegend, die mehrheitlich glaubt, Russland sei der wirtschaftlich interessantere und verlässlichere Partner. Die Zukunft steht heute eigentlich schon fest. Wenn es gelingt, die Städte Dresden, Leipzig, Jena und Magdeburg attraktiv für Investitionen und Zuwanderung zu machen, dann wird der Unterschied zwischen dem Umland und diesen Städten noch größer. Die Politik wird von Landesregierungen gemacht, die ihre wirtschaftlich starken Regionen kulturell ablehnen. Sie weisen die Menschen darin und die Art, wie sie leben wollen, weit von sich. Wenn sie sie nicht mit Absicht zerstören, dann werden sie sie drangsalieren. Die Städte schauen sich das Schauspiel verständnislos an. „Lass sie machen, sie verstehen eh nichts.“ Wie in Gottes Namen wollen wir Unternehmern erklären, hier zu investieren und Millionen aufs Spiel zu setzen? Es geht also nur mit starken staatlichen Anreizen und großen Subventionen. Und zwar vom Bund, der von den ostdeutschen Vertretern im Bundestag verachtet und gehasst wird.</p>
<p>Ostdeutschlands aktuelle politische Mehrheitskultur überlebt also nur dann, wenn es gelingt, die AfD an der Macht zu beteiligen. Wenn sich Deutschland aus dem europäischen Bündnis herauslöst und sich somit zum Spielball der Amerikaner, der Chinesen und der Russen macht. Der Osten gewinnt nur, wenn der Westen als Idee und als Wirtschaftsmodell untergeht.</p>
<p>Ich sage deshalb Goodbye Ostdeutschland! In der Zeit der Monster wird dieser unbedeutende Flecken Erde zerrieben. Ein Flecken Erde, der in Jalta künstlich erschaffen wurde und den es vorher nie gab. Die Geschichte des neuen Europas wird dieser Tage im eigentlichen Osten entschieden. Dort entscheidet sich, ob Europa ein Ort der Freiheit oder der Autokratie wird. Die Entscheidung fällt im Ringen um die Demokratie und auf dem Schlachtfeld. Ostdeutschland hat aktuell den Weg in die Bedeutungslosigkeit gewählt. Es klammert sich an eine Vergangenheit, die es so nie gab. Ohne Visionen in die Zukunft zu taumeln war in der DDR der Normalzustand. Das ist also … im Osten nichts Neues.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #ff3eb5;"><span style="color: #000000;">„Im Osten nichts Neues“ von Daniel Heidrich:</span> <a style="color: #ff3eb5;" href="https://ostdeutschland.info/?s=%22Im+Osten+nichts+Neues%22" target="_blank" rel="noopener">alle Kolumnen auf einen Blick</a><span style="color: #000000;">.</span></span></p>
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		<title>Im Osten nichts Neues #4: Anständig in die Autokratie</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/im-osten-nichts-neues-4-anstaendig-in-die-autokratie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Feb 2025 06:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In seiner vierten Kolumne widmet sich Daniel Heidrich der politischen Polarisierung. Er zeigt, wie im öffentlichen Diskurs vorschnell zwischen Gutbürgern und Wutbürgern unterschieden wird. Und er fordert ein Dafür statt einem Dagegen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-15" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="600" height="607">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="http://ebk-gruppe.com">ebk-gruppe.com</a><br />
„Der Weg in die Hölle ist gepflastert mit guten Absichten.“ [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In seiner vierten Kolumne widmet sich Daniel Heidrich der politischen Polarisierung. Er zeigt, wie im öffentlichen Diskurs vorschnell zwischen Gutbürgern und Wutbürgern unterschieden wird. Und er fordert ein Dafür statt einem Dagegen.</p>
<p><span id="more-4223"></span></p>
<div id="attachment_3958-16" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-16" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="600" height="607"><p id="caption-attachment-3958-16" class="wp-caption-text">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="http://ebk-gruppe.com">ebk-gruppe.com</a></p></div>
<p>„Der Weg in die Hölle ist gepflastert mit guten Absichten.“ Die Anständigen liefern die Steine und freuen sich über ihre schöne Straße. Sie verleiht ihnen das Gefühl, in die richtige Richtung zu laufen. Die Rechten und Libertären sitzen derweil auf ihrer Terrasse und trinken Aperol Spritz. Sie müssen nur warten, bis die Straße der Moral fertig ist. Sie wird seit Jahren gebaut und macht sie stärker und stärker und stärker und stärker …</p>
<p>Der politische Diskurs ist schon immer geprägt durch eine gesellschaftliche Hierarchie. Er urteilt in protestantischer Tradition über all jene, die sich nicht in den Ethos der moralischen Verpflichtung einreihen. Er teilt ein in Gut und Böse. Es gibt keine Möglichkeit, dem Urteil Gottes zu entgehen, außer man ist fleißig, moralisch und anständig. Er hat einst die 68er groß werden lassen und die feministische Bewegung in Gang gesetzt. Er hat die Rechtsradikalen in Ostdeutschland stark gemacht und ist nun dabei, die Funktionsweise der Demokratie zu zerstören.</p>
<p>Friedrich Merz und die CDU haben am 29. Januar dieses Jahres als ehemals größte Oppositionspartei im Bundestag einen Antrag zur Abstimmung gebracht. Es ist völlig egal, wie man dazu inhaltlich steht. Es ist das gute Recht eines Parlamentariers, eine Debatte zu erzwingen, die man aktuell für nötig hält. Trotz einer Brandmauer brannte der Bundestag und dann trieb die Moral die „Anständigen“ auf die Straße. Als Ossi denke ich mir … kennste doch.</p>
<p>Am zweiten Tag der Pegida-Demos war ein Team von Radio Fritz vor Ort. Man interviewte die Demonstranten und es war Begeisterung zu spüren. Die Radiomacher berichteten sichtlich beeindruckt von der lautstarken Selbstermächtigung im Osten. Dann wurden die westlichen Medien wach und der Anstand übernahm den Diskurs. Anstatt die fragwürdigen Positionen von den berechtigten zu trennen, startete die westdeutsche Elite einen Angriff auf diesen durchaus selbstbewussten politischen Akt des Ostens. Ein medialer Erweckungsmoment der politischen Rechten, die längst auf die schwachen Strukturen im Osten einwirkten. Der Ausfall Sigmar Gabriels war dann die Spitze der Abwertung. Die Radikalisierung der Demos begann und hinterließ eine Truppe voller Hass und Verachtung auf den Mainstream. Das Wort Lügenpresse wurde wieder salonfähig. Der demokratische Diskurs verlief nun zwischen den Anständigen und den Unanständigen. Es gab kein Zurück mehr, denn Unanständige müssen sich schämen. Ihre Rückkehr in die Gesellschaft geht nur über die Reue. Das schlug offensichtlich fehl. Aus Scham wurde Stolz. Aus Stolz wurde Wut. Die vermeintlich moralische Überlegenheit der Anständigen verhinderte eine Veränderung der politischen Position.</p>
<p>Das alles ist ein Mechanismus, den auch die Kommunisten in der DDR gern benutzten. Der guten Sache des Sozialismus wurde alles untergeordnet. Vor allem die Freiheit des Andersdenkenden. Es ging ja um die gerechte und moralisch höherwertige Sache. „Komm nicht vom Wege ab, Genosse“. Aus Politik wurde Religion, in der nur Erlösung finden konnte, wer auf der linken und damit rechten Seite steht.</p>
<p>Derzeit werden die Fehler wiederholt, die im Umgang mit Pegida begangen wurden. Mit einem Unterschied: Die Gesellschaft steht eher rechts als links. Die vermeintlich Anständigen haben nur noch eine relative Mehrheit. Die Brandmauer ist zu einer politischen Waffe mutiert, die den städtischen Milieus die Hoheit über die Politik unseres Landes gibt. Ein UN-Sicherheitsrat für Deutschland, der überprüft, was richtig ist, und den Rest als moralisch unzulässig mit einem Veto abweist.</p>
<p>Das oberste Ziel der AfD ist es, die CDU zu zerstören. Das wird sie schaffen, wenn man dem konservativen Teil der Bevölkerung aufzeigen kann, dass die CDU es nicht mehr schafft, sich politisch gegen die SPD und die Grünen durchzusetzen. Der politischen Linken kommt somit eine riesige Verantwortung zu, konservative Positionen gegen ihre Klientel zuzulassen. Doch die moralisch getriebene Überheblichkeit der „Linken“ wird an dieser Verantwortung scheitern. Zu verführerisch ist die Tatsache, mit der relativen Vetomacht der Brandmauer keinen Erfolg mehr für die CDU zuzulassen.</p>
<p>Vor einem Jahr hatte die AfD 15 Prozent. Ich war dabei auf den größten Demos, die Deutschland je gesehen hat. Es wurde versäumt, eine Politik zu definieren, die FÜR etwas steht. Stattdessen gab es nur ein Dagegen. Hat schon bei Trump nicht funktioniert. Nicht in Österreich. Nicht in Italien. Nicht in Frankreich. Jetzt wird die AfD sicher die zweitstärkste Kraft. Trotz oder gerade wegen der ganzen Demos der Anständigen.</p>
<p>Und so taumeln wir in die Falle der Nationalen und Libertären, denn „auf dem Grabbeltisch der Geschichte findet jeder eine Analogie“. Die CDU mit dem Zentrum oder den Konservativen der Weimarer Republik zu vergleichen, ist historisch absurd und völlig unzulässig. Die Freiheit kann nur in der Freiheit verraten werden. Die AfD-Boys verraten sie für ihre Vormachtstellung. Die Anständigen für ihre moralische Überlegenheit. Zwischen Gut und Böse zu trennen, der größeren Sache alles zu opfern, den Anstand über das politische Argument zu stellen, ist … im Osten nichts Neues.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #ff3eb5;"><span style="color: #000000;">„Im Osten nichts Neues“ von Daniel Heidrich:</span> <a style="color: #ff3eb5;" href="https://ostdeutschland.info/?s=%22Im+Osten+nichts+Neues%22" target="_blank" rel="noopener">alle Kolumnen auf einen Blick</a><span style="color: #000000;">.</span></span></p>
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		<title>Im Osten nichts Neues #3: East Germany Proud Boys</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/im-osten-nichts-neues-3-east-germany-proud-boys/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2025 06:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In seiner dritten Kolumne widmet sich Daniel Heidrich dem ostdeutschen Mann. Im Diskurs wird dieser Typus gern als im doppelten Sinne Zurückgebliebener beschrieben. Sicher dagegen ist, dass er wesentlichen Einfluss auf das Wahlverhalten in Ostdeutschland hat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-17" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="600" height="607">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="http://ebk-gruppe.com">ebk-gruppe.com</a><br />
Die illiberale Konterrevolution wird angeführt von [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/im-osten-nichts-neues-3-east-germany-proud-boys/">Im Osten nichts Neues #3: East Germany Proud Boys</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In seiner dritten Kolumne widmet sich Daniel Heidrich dem ostdeutschen Mann. Im Diskurs wird dieser Typus gern als im doppelten Sinne Zurückgebliebener beschrieben. Sicher dagegen ist, dass er wesentlichen Einfluss auf das Wahlverhalten in Ostdeutschland hat.</p>
<p><span id="more-3877"></span></p>
<div id="attachment_3958-18" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-18" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="600" height="607"><p id="caption-attachment-3958-18" class="wp-caption-text">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="http://ebk-gruppe.com">ebk-gruppe.com</a></p></div>
<p>Die illiberale Konterrevolution wird angeführt von ostdeutschen Männern. Es geht um Stolz, Neid, Zorn, Nostalgie und ein streng konservatives Weltbild. Es sind dieselben Männer, die hervorheben, wie modern und fortschrittlich die Frauen im Osten sind.</p>
<p>Eva Illouz hat im letzten Jahr wohl eines der intelligentesten Bücher zum Zustand unserer Gesellschaft geschrieben. Die „Explosive Moderne“ ist ein Ergebnis zumeist männlicher Gefühlslagen und der Osten Deutschlands ist mal wieder das Brennglas dieser Entwicklung. Die Gesellschaften des Ostens sind geprägt durch das Männliche. 2,5 Millionen Menschen sind seit dem Beitritt zur BRD in den Westen ausgewandert. Tschechien, Ungarn, Polen, Bulgarien und Rumänien haben circa 25 Prozent ihrer Bevölkerung verloren. Und es gingen vorwiegend die jungen Frauen. In Ostdeutschland beträgt der Männerüberschuss laut Steffen Mau in den ländlichen Gebieten 100 zu 65. Ostfrauen heiraten Westmänner. Osteuropäische Frauen nur Westeuropäer. Nur ganz selten umgekehrt.</p>
<p>Damit ist das Problem irreversibel. Gesellschaften, die so strukturiert sind, werden aggressiver, zorniger und härter. Die AfD ist eine Männerpartei, gewählt von Männern. Diese Männer erreichte 1990 der Kapitalismus mit voller Härte. Ein Kapitalismus, der ihnen erklärte, dass man alles erreichen kann, was man will. Ein Kapitalismus der ständigen Selbstoptimierung. Jeder muss immer anders sein. Es sind dieselben Männer, die vorher in einem Land lebten, wo alle gleich sein sollten und es auch waren. „Leistungsgerechtigkeit fühlt sich beschissen an, wenn man plötzlich zu den Verlierern gehört“ (Kimmel, Angry White Men). Zorn folgt als Reaktion auf das unerfüllte Versprechen des westlichen Establishments, alles schaffen zu können.</p>
<p>Die Ironie dabei ist, dass der Zorn und die Empörung linke Erfindungen einer modernen Gesellschaft sind. Wer zornig ist, möchte oder kann sich nicht fürchten. Die Furcht ist jedoch ein riesiger Kollateralschaden der Aufmerksamkeitsökonomie unserer Medien und Politik. Klimawandel, Corona, Demografie, Kriege, alles und jeder ist immer dem Untergang geweiht. Der Staat wird zum Hüter des individuellen Schicksals berufen. Zu jeder Nachricht gibt es eine Sondersendung mit Experten. Experten, die immer vor allem und jedem warnen. Selbst unser Bundeskanzler führt nicht, er warnt. Die Weigerung, sich zu fürchten, ist dann wie ein Akt der Befreiung. Eine Befreiung von der Moderne. Ist doch die Moderne eine vorwiegend intellektuelle Erfahrung. Sie wird von Experten beschrieben als dieses und jenes. Zum Beispiel muss der Fortschritt der gendergerechten Sprache durch Experten erklärt und von Studien belegt werden. Er ist nicht von sich aus klar. Die Moderne ist voll von Bildung, Expertise und der Erzählung des Aufstiegs. Der Mann, der den Glauben an die Meritokratie verloren hat, bekämpft alle Experten, welche für dieses System stehen. Seien sie Klimawissenschaftler, Genderprofessoren oder Virologen. Der Fortschritt und die Moderne gelten immer nur den Fortschrittlichen. Die anderen macht er heimatlos. Und seine Heimat zu verlieren, „ohne auch nur einen Zentimeter von zu Hause entfernt zu sein“ (Illouz, Explosive Moderne), ist ein Gefühl, welches in Ostdeutschland besonders stark ist.</p>
<p>Und so gesellt sich zur Wut, dem Zorn und der Weigerung zur Furcht die Nostalgie. Die Rückbesinnung auf das Verbindende der Nationalität, Herkunft und Tradition. Ein Aufstieg der Modernen und Erfolgreichen in dieses Gebilde ist nicht möglich. Ein Wessi kann niemals zum Ossi werden, egal was er tut. Dort die Elite, hier das Volk. Der normale Menschenverstand gegen die Experten. Man ist stolz darauf, nicht alles zu wissen. Stolz auf die nicht vorhandene Bildung. Stolz darauf, nicht fortschrittlich zu sein und die alten Werte zu vertreten. So sind sie der letzte Anker auf der schiefen Ebene des Verlusts von Respekt, Moral und klarer Hierarchie.</p>
<p>Stolz folgt immer der Scham. Denn jahrelang wurden sie beschämt durch die Moderne und die Modernen. Schämt euch für eure Sprache. Schämt euch für euren Grill. Schämt euch für euren Konsum. Schämt euch für euren täglichen Rassismus. Schämt euch für eure Islamkritik. Zur Scham gehören eben auch die Beschämer. Diesmal war es der Westen, der diesen Kulturkampf begann. In den USA und im linken Milieu des Westens gibt es keinen Streit und keine Diskussion mehr, ohne sich für irgendetwas schämen zu müssen. Kritisch schaue ich an mir herab und frage mich, wann ich das letzte Mal jemanden beschämt habe. Ihn kritisiert für sein Nichtwissen und die Sichtweise eines alten weißen Mannes.</p>
<p>Und so führt der Osten die Konterrevolution gegen alles Liberale an. Nicht aus politischen Gründen, sondern den Gefühlen folgend. Eine rechts-libertäre Revolution zurück in eine Welt, wo Männer wussten, was zu tun ist. Das Volk hier, die Eliten da. Jeder darf sagen, was er will. Hauptsache, es trifft die Meinung des Volkes. Auf den Rest wartet die Abrechnung. Ein neues System, das zurück ist aus der Moderne. „Vom Ich zum Wir [...]“ (DDR-Slogan 1950er-Jahre). Vom Ich in die Diktatur der Mehrheit. Eine Diktatur der Arbeiter und des Volkes wäre im Osten nichts Neues.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #ff3eb5;"><span style="color: #000000;">„Im Osten nichts Neues“ von Daniel Heidrich:</span> <a style="color: #ff3eb5;" href="https://ostdeutschland.info/?s=%22Im+Osten+nichts+Neues%22" target="_blank" rel="noopener">alle Kolumnen auf einen Blick</a><span style="color: #000000;">.</span></span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Im Osten nichts Neues #2: Ostdeutschlands Nullsummenspiel</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/im-osten-nichts-neues-2-ostdeutschlands-nullsummenspiel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Dec 2024 06:30:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In seiner zweiten Kolumne beschreibt Daniel Heidrich Ostdeutschland als dauerhafte Transferregion. Schon aufgrund der dortigen Überalterung werde sich daran so schnell nichts ändern. Würde sich der Osten in dieser Situation vom Westen abschotten, wie Populisten es heute fordern, hätte das verheerende Folgen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-19" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="600" height="607">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a [...]
</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/im-osten-nichts-neues-2-ostdeutschlands-nullsummenspiel/">Im Osten nichts Neues #2: Ostdeutschlands Nullsummenspiel</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In seiner zweiten Kolumne beschreibt Daniel Heidrich Ostdeutschland als dauerhafte Transferregion. Schon aufgrund der dortigen Überalterung werde sich daran so schnell nichts ändern. Würde sich der Osten in dieser Situation vom Westen abschotten, wie Populisten es heute fordern, hätte das verheerende Folgen.</p>
<p><span id="more-3519"></span></p>
<div id="attachment_3958-20" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3958-20" class="wp-image-3958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/12/Template_Im_Osten_nichts_Neues_grau_gross.png" alt="Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com" width="600" height="607"><p id="caption-attachment-3958-20" class="wp-caption-text">Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. <a href="https://www.ebk-gruppe.com/" target="_blank" rel="noopener">ebk-gruppe.com</a></p></div>
<p>Überholen ohne einzuholen. Ostdeutschlands Weg in die Bedeutungslosigkeit führt über das Selbstbewusstsein, es besser zu wissen als der wirtschaftlich erfolgreiche Westen.</p>
<p>Das mit der Wirtschaft ist ja so eine Sache. Deutschlands Volkswirtschaftsverständnis ist in der Breite eher unterentwickelt. Makroökonomie kommt in der Schule so gut wie nie vor. Wirtschaft ist also mehr ein Gefühl, welches am Küchentisch diskutiert wird und ihrer Komplexität selten angemessen ist. Und wenn Wirtschaft ein Gefühl ist, dann speist es sich meist aus Erfahrungen und Erlebtem.</p>
<p>Hier gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Ost und West. Die DDR war ein Transferstaat. Niemand konnte seinen bescheidenen Lebensstandard auf die eigene Wertschöpfung zurückführen. Der Lebensstandard der DDR wurde durch die Sowjetunion und die Staatsverschuldung in Devisen gepampert. 1990 war man dann schlichtweg nicht mehr zahlungsfähig. Man befand sich wohl eher auf dem wirtschaftlichen Niveau Polens als auf dem behaupteten Platz zehn der Welt.</p>
<p>Die Nachwendejahre zeigen bis heute eine dauerhafte Transferregion Ost. 2023 sind immer noch 122 Millionen Euro pro 100.000 Einwohner aus dem Länderfinanzausgleich in die ostdeutschen Bundesländer (ohne Berlin) geflossen. In die westdeutschen Bundesländer (ohne Berlin) flossen nur 24 Millionen Euro pro 100.000 Einwohner. Bei den Renten sieht es ähnlich aus. Aufgrund seiner Überalterung ist Ostdeutschland dauerhaft auf Transfers aus dem Westen angewiesen, um das Niveau der Rentenansprüche zu halten. Ostdeutschland hat sich mithilfe dieser Subventionen von einer sehr armen Region Europas ins Mittelfeld hochgearbeitet. Das BIP pro Kopf liegt über dem aller osteuropäischen Staaten, ungefähr auf dem Level von Italien. Man lebt aber auf einem deutlich höheren Niveau.</p>
<p>Und da wird es jetzt eng: Der Freihandel wurde durch die zwei größten Volkswirtschaften der Welt, USA und China, abgeblasen. Das Geschäftsmodell Westdeutschlands gerät ins Wanken. Die Transfers könnten mittelfristig sinken. Und da kommen wir zum ökonomischen Empfinden. In einer Transfergesellschaft ist es folgerichtig anzunehmen, dass wenn mehr Leute in das Verteilungssystem drängen, es weniger zu verteilen gibt. Ein klassisches Nullsummenspiel. Fremdenfeindlichkeit wäre im Sinne der Nullsumme wirtschaftlich sogar sachlogisch. Eine 1+1=3-Erfahrung fehlt in der ostdeutschen Wirtschaftserzählung völlig. Es wurde eigentlich immer nur darauf geschaut, was noch zum Westniveau fehlt.</p>
<p>Niemals wurde erzählt, wie weit man eigentlich von Polen oder Tschechien entfernt ist. AfD und BSW bespielen das hervorragend. Wenn mehr Leute zu euch kommen, geht es euch schlechter. Im Klartext heißt die Forderung: „Süddeutschlands Zahlungen in den Finanzausgleich nur für Deutsche“. 50 Prozent der Wähler im Osten wollen die Westbindung und die EU auflösen. Sie finden eine wirtschaftliche Bindung an Russland sogar sinnvoller als an die USA. Das ist bemerkenswert. Würde es doch das Geschäftsmodell der Transfergeber endgültig zerstören. Seit die BRD in der NATO ist und die EU für einen starken Wirtschaftsraum steht, brummt das Wirtschaftswachstum in Süddeutschland unaufhaltsam. Jedes Land, welches in die NATO eingetreten ist, hat einen rasanten wirtschaftlichen Aufstieg hinter sich. Auch Ostdeutschland ist ein Teil dieser Erfolgsgeschichte. Nur hat dieser Teil Deutschlands einen erheblichen Nullsummen-Bias.</p>
<p>Das BIP pro Kopf ist in den USA von 1991 bis 2023 um den Faktor 3,2 gewachsen. Deutlich mehr als in Deutschland. Die USA scheitern politisch an der Verteilungsgerechtigkeit. Sie scheitern nicht an der wirtschaftlichen Gesamtleistung. Dieser Aufschwung hat drei klare Ursachen.</p>
<p>1. Ein irrer Anstieg der Staatsverschuldung, dessen Geld die Nachfrage ankurbelte.<br>
2. Technologische Innovationen wurden durch privates Kapital gehebelt.<br>
3. 30 Prozent! Bevölkerungswachstum, unter anderem durch Zuwanderung.</p>
<p>Wenn wir diese Vorschläge in Ostdeutschland umsetzen wollten, würde ich auf 90 Prozent Ablehnung wetten. Interessant ist, dass in den USA Wirtschaft auch zunehmend als Nullsumme interpretiert wird. Die Abschottung hat begonnen. Ende offen.</p>
<p>Eine Abschottung des Ostens vom Westen hat jedoch kein offenes Ende. Der Niedergang wäre beschlossene Sache. Die Transferbereitschaft des Westens ist durch die Verfassung und die Moral gedeckt. Aber nur, solange der Osten nicht die verrückte Forderung stellt, sich aus dem Westbündnis zu lösen. Wenn solche Stimmen zu lauten werden, würde die Solidarität enden. „Macht euer Experiment allein, aber ohne unsere Transfers.“</p>
<p>Eine völlig überalterte Gesellschaft bezieht dann billiges Gas aus Russland und löst sich endlich vom Westen. Sie wächst als erste Volkswirtschaft in der Wirtschaftsgeschichte ohne Arbeitskräfte, ohne privates Kapital und ohne Innovationen. Die jungen Menschen aus Dresden, Leipzig und Rostock gehen nach Barcelona oder Berlin und alle internationalen Firmen gehen mit. Dann wäre man endlich genderfrei und die Wirtschaft der rüstigen Rentner mit Lebensleistung funktioniert wieder. Die erste erfolgreiche Nullsummenökonomie der Welt. Lauter Hurrameldungen über die neue Planerfüllung. Zwischen den Zeilen lesen wird dann wieder en vogue. Im Osten nichts Neues.</p>
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<p><span style="color: #ff3eb5;"><span style="color: #000000;">„Im Osten nichts Neues“ von Daniel Heidrich:</span> <a style="color: #ff3eb5;" href="https://ostdeutschland.info/?s=%22Im+Osten+nichts+Neues%22" target="_blank" rel="noopener">alle Kolumnen auf einen Blick</a><span style="color: #000000;">.</span></span></p>
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