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Vertrauen für den Standort Ostdeutschland schaffen. Interview mit der OWF-Direktorin Juliane Nandra

Sie ist seit Sep­tem­ber 2025 Direk­to­rin des Ost­deut­schen Wirt­schafts­fo­rums und führt es durch eine span­nen­de Zeit. Im Inter­view wirft Julia­ne Nan­dra einen Blick auf das kom­men­de OWF und die wirt­schaft­li­che Lage in der Region.

Juliane Nandra ist Direktorin des Ostdeutschen Wirtschaftsforums. Sie verantwortet die inhaltliche Ausrichtung und Weiterentwicklung des OWF. ostdeutscheswirtschaftsforum.de. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen / Brundert_Marquardt

Julia­ne Nan­dra ist Direk­to­rin des Ost­deut­schen Wirt­schafts­fo­rums. Sie ver­ant­wor­tet des­sen inhalt­li­che Aus­rich­tung und Wei­ter­ent­wick­lung. ostdeutscheswirtschaftsforum.de. Abbil­dung: Deutsch­land – Land der Ideen, Brundert/Marquardt

ostdeutschland.info: Frau Nandra, am 31. Mai ist es wieder soweit: In Bad Saarow startet das nächste Ostdeutsche Wirtschaftsforum (OWF). Was erwartet die Teilnehmer?

Julia­ne Nan­dra: Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer erwar­tet ein OWF, das sich mit den gro­ßen wirt­schaft­li­chen Ver­schie­bun­gen unse­rer Zeit aus­ein­an­der­setzt – und mit der Fra­ge, wel­che neue Rol­le Ost­deutsch­land dabei ein­neh­men kann.

Wir erle­ben nicht ein­fach nur wirt­schaft­lich schwie­ri­ge Jah­re, son­dern eine ech­te Neu­ord­nung: Lie­fer­ket­ten ver­än­dern sich, Tech­no­lo­gie wird zuneh­mend zur geo­po­li­ti­schen Res­sour­ce, und Wett­be­werbs­fä­hig­keit defi­niert sich heu­te stär­ker über Resi­li­enz, Ener­gie, indus­tri­el­le Stär­ke und Innovationskraft.

Genau dar­an knüpft unser dies­jäh­ri­ges Leit­the­ma „Eine neue (Un)Ordnung“ an. Im Mit­tel­punkt steht die Fra­ge, wie Deutsch­land und ins­be­son­de­re Ost­deutsch­land unter die­sen ver­än­der­ten Bedin­gun­gen wett­be­werbs­fä­hig blei­ben kann – von Indus­trie­po­li­tik und Infra­struk­tur bis hin zu Digi­ta­li­sie­rung, Sicher­heit und Investitionen.

Gleich­zei­tig sehen wir, dass Ost­deutsch­land heu­te eine ande­re Rol­le ein­nimmt als noch vor eini­gen Jah­ren. Die Regi­on ent­wi­ckelt sich zuneh­mend zu einem stra­te­gi­schen Stand­ort im euro­päi­schen Kon­text, etwa durch indus­tri­el­le Ansied­lun­gen, Ener­gie­infra­struk­tur oder die wirt­schaft­li­che Ver­net­zung mit Mit­tel- und Osteuropa.

Und genau die­se Per­spek­ti­ven wol­len wir beim OWF zusam­men­brin­gen: Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter aus Poli­tik, Wirt­schaft und For­schung. Das Ziel lau­tet, nicht nur Debat­ten zu füh­ren, son­dern Ori­en­tie­rung und kon­kre­te Zusam­men­ar­beit zu ermöglichen.

Wer hat schon zugesagt?

Aus der Bun­des­re­gie­rung erwar­ten wir unter ande­rem Bun­des­kanz­ler Fried­rich Merz, Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Kathe­ri­na Rei­che, Bun­des­di­gi­tal­mi­nis­ter Kars­ten Wild­ber­ger sowie die Ost­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung Eli­sa­beth Kai­ser. Außer­dem wer­den alle ost­deut­schen Wirt­schafts­mi­nis­te­rin­nen und -minis­ter vor Ort sein. Gleich­zei­tig ist uns wich­tig, dass beim OWF nicht nur poli­ti­sche Per­spek­ti­ven ver­tre­ten sind, son­dern vor allem die­je­ni­gen, die Trans­for­ma­ti­on kon­kret gestal­ten – in Unter­neh­men, Regio­nen und stra­te­gi­schen Industrien.

Des­halb freu­en wir uns auch auf zahl­rei­che Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter aus Indus­trie, Ener­gie, Finan­zie­rung, Digi­ta­li­sie­rung, Gesund­heits­wirt­schaft und For­schung, unter ande­rem von Unter­neh­men und Insti­tu­tio­nen wie SAP, Infi­ne­on Tech­no­lo­gies, Jen­op­tik, 50Hertz oder der KfW.

Span­nend fin­de ich in die­sem Jahr auch die inter­na­tio­na­le Per­spek­ti­ve, ins­be­son­de­re mit Blick auf die wirt­schaft­li­chen Ver­flech­tun­gen in Euro­pa. Gera­de die stär­ke­re Ver­net­zung mit Polen und Tsche­chi­en spielt für vie­le wirt­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen in Ost­deutsch­land inzwi­schen eine wich­ti­ge Rolle.

Das voll­stän­di­ge Pro­gramm wird fort­lau­fend aktua­li­siert und ist online abruf­bar.

Blick auf das OWF-Veranstaltungsgeländer in Bad Saarow. Das diesjährige OWF findet vom 31. Mai bis 2. Juni 2026 statt. Für das Forum hat auch Bundeskanzler Friedrich Merz zugesagt. Abbildungen: Deutschland – Land der Ideen / Brundert_Marquardt

Blick auf das OWF-Ver­an­stal­tungs­ge­län­de in Bad Saa­row. Das dies­jäh­ri­ge OWF fin­det vom 31. Mai bis 2. Juni 2026 statt. Für das Forum hat auch Bun­des­kanz­ler Fried­rich Merz zuge­sagt. Abbil­dung: Deutsch­land – Land der Ideen, Brundert/Marquardt

Sie sind seit September 2025 Direktorin des OWF. Welchen Hintergrund bringen Sie mit?

Ich kom­me selbst aus Ost­deutsch­land und habe mich in unter­schied­li­chen Rol­len mit Inno­va­ti­on, Tech­no­lo­gie und der Fra­ge beschäf­tigt, wie inter­na­tio­na­le Impul­se mit regio­na­ler Ent­wick­lung zusam­men­ge­bracht wer­den können.

Ein prä­gen­der Teil mei­nes beruf­li­chen Weges war mei­ne Zeit im Sili­con Val­ley – unter ande­rem bei Sie­mens sowie im Vor­stand der Ger­man Ame­ri­can Busi­ness Asso­cia­ti­on. Dort habe ich erlebt, was mög­lich wird, wenn Tech­no­lo­gie, Unter­neh­mer­geist und Kapi­tal zusammenkommen.

Zurück in Deutsch­land habe ich unter ande­rem an der Grün­dung des Digi­tal Urban Cen­ter for Aging and Health mit­ge­wirkt und spä­ter bei der Deut­schen Indus­trie- und Han­dels­kam­mer die Zusam­men­ar­beit deut­scher Unter­neh­men mit der Außen­han­dels­kam­mer in San Fran­cis­co begleitet.

Geprägt hat mich aber auch mei­ne Erfah­rung aus dem Fami­li­en­un­ter­neh­men und der Unter­neh­mens­nach­fol­ge, ver­bun­den mit der direk­ten Ver­ant­wor­tung für unter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dun­gen unter den aktu­el­len wirt­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen. Dadurch habe ich einen sehr kon­kre­ten Blick dar­auf, was wirt­schaft­li­che Unsi­cher­heit und Ver­än­de­run­gen für Unter­neh­men tat­säch­lich bedeuten.

Und genau die­se Ver­bin­dung fin­de ich für das OWF heu­te span­nend: inter­na­tio­na­le Ent­wick­lun­gen ein­zu­ord­nen – und gleich­zei­tig nah an den Fra­gen der Unter­neh­men und Regio­nen in Ost­deutsch­land zu bleiben.

Welche Erfahrungen haben Sie seit Ihrem Start als OWF-Direktorin gemacht?

Vie­le Unter­neh­men ste­hen wirt­schaft­lich, tech­no­lo­gisch und zuneh­mend auch geo­po­li­tisch unter Druck. Gleich­zei­tig erle­be ich aber viel Prag­ma­tis­mus und einen gro­ßen Wil­len, Din­ge aktiv zu gestal­ten, oft auch über Bran­chen, Regio­nen und Län­der­gren­zen hinweg.

Span­nend fin­de ich auch, wie unter­schied­lich Ost­deutsch­land von außen und vor Ort wahr­ge­nom­men wird. Inter­na­tio­nal wird häu­fig sehr inter­es­siert auf die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung der Regi­on geschaut: etwa auf neue Indus­trie­an­sied­lun­gen und tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lun­gen. Inner­halb Deutsch­lands wird dage­gen oft noch stär­ker über Pro­ble­me gesprochen.

Gleich­zei­tig neh­me ich wahr, dass es vie­ler­orts weni­ger an Ideen oder Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft man­gelt als an Ver­trau­en in die Umsetz­bar­keit. Vie­le Unter­neh­men wün­schen sich vor allem mehr Ver­läss­lich­keit und Ori­en­tie­rung bei zen­tra­len wirt­schafts­po­li­ti­schen Fragen.

Gera­de des­halb sehe ich das OWF als wich­ti­gen Ort für Aus­tausch und Ein­ord­nung – nicht, um Din­ge schön­zu­re­den, son­dern um ein rea­lis­ti­sche­res Bild auf Chan­cen, Her­aus­for­de­run­gen und Ent­wick­lun­gen in Ost­deutsch­land zu ermöglichen.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche auf dem OWF 2025. Sie wird auch 2026 erwartet. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen, Brundert/Marquardt

Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Kathe­ri­na Rei­che wird auch auf dem OWF 2026 erwar­tet. Abbil­dung: Deutsch­land – Land der Ideen, Brundert/Marquardt

In den letzten Jahren hat sich das OWF in der Wahrnehmung einiger Teilnehmer von einem Forum für die ostdeutsche Wirtschaft zu einem internationalen Forum für die deutsche Wirtschaft entwickelt, das wegen der Tradition in Ostdeutschland stattfindet. Wird diese Entwicklung fortgesetzt?

Ich wür­de die Ent­wick­lung etwas anders beschrei­ben. Aus mei­ner Sicht wird nicht die Bedeu­tung Ost­deutsch­lands klei­ner – son­dern größer.

Vie­le der Fra­gen, die wir aktu­ell dis­ku­tie­ren, ver­dich­ten sich in Ost­deutsch­land beson­ders stark: indus­tri­el­le Trans­for­ma­ti­on, Ener­gie­infra­struk­tur, Fach­kräf­te, künst­li­che Intel­li­genz oder die wirt­schaft­li­che Ver­net­zung mit Mit­tel- und Ost­eu­ro­pa. Gera­de in stra­te­gisch wich­ti­gen Berei­chen wie Mikro­elek­tro­nik zeigt sich, wel­che Bedeu­tung Ost­deutsch­land inzwi­schen für die tech­no­lo­gi­sche und indus­tri­el­le Wett­be­werbs­fä­hig­keit Deutsch­lands und Euro­pas hat.

Gleich­zei­tig schau­en heu­te auch inter­na­tio­na­le Akteu­re und Unter­neh­men stär­ker auf Ost­deutsch­land. Nicht aus regio­nal­po­li­ti­schem Inter­es­se, son­dern weil hier zen­tra­le Zukunfts­fra­gen für Deutsch­land und Euro­pa sicht­bar werden.

Natür­lich ent­wi­ckelt sich damit auch das OWF wei­ter. Aber gera­de die­se Öff­nung ist aus mei­ner Sicht kein Wider­spruch zum ursprüng­li­chen Gedan­ken des Forums. Im Gegen­teil. Das OWF wird inter­na­tio­na­ler, weil Ost­deutsch­land stra­te­gisch rele­van­ter wird.

Und trotz­dem bleibt der Kern der­sel­be: das Gespräch über wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung, Wett­be­werbs­fä­hig­keit und Zukunfts­per­spek­ti­ven in Ost­deutsch­land – nur eben ein­ge­bet­tet in einen grö­ße­ren euro­päi­schen und inter­na­tio­na­len Kontext.

Wie geht es der ostdeutschen Wirtschaft derzeit?

Die Lage ist ambi­va­lent. Einer­seits erle­ben vie­le Unter­neh­men durch hohe Kos­ten, Fach­kräf­te­man­gel, schwa­che Kon­junk­tur und die geo­po­li­ti­sche Unsi­cher­heit wei­ter­hin erheb­li­chen Druck. Das spürt man sehr deut­lich in Gesprächen.

Gleich­zei­tig wäre es falsch, Ost­deutsch­land nur über Kri­se oder Struk­tur­pro­ble­me zu defi­nie­ren. Gera­de in den ver­gan­ge­nen Jah­ren sind in vie­len Regio­nen neue indus­tri­el­le und tech­no­lo­gi­sche Kom­pe­ten­zen ent­stan­den – von Ener­gie­infra­struk­tur über Mikro­elek­tro­nik bis hin zu Zukunfts­fel­dern wie Gesund­heits­wirt­schaft oder kli­ma­neu­tra­ler Industrie.

Ich glau­be des­halb, dass es aktu­ell weni­ger ein Poten­zi­al­pro­blem gibt als ein Ver­trau­ens­pro­blem. Vie­le Unter­neh­men haben durch­aus den Wil­len zu inves­tie­ren und zu trans­for­mie­ren. Aber sie wün­schen sich mehr Ver­läss­lich­keit, schnel­le­re Umset­zung und kla­re­re wirt­schafts­po­li­ti­sche Ori­en­tie­rung. Das bestä­tigt auch das dies­jäh­ri­ge Trans­for­ma­ti­ons­ba­ro­me­ter, das wir zum OWF ver­öf­fent­li­chen werden.

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung Elisabeth Kaiser spricht auch auf dem OWF 2026. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen, Brundert/Marquardt

Die Ost­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung Eli­sa­beth Kai­ser spricht auch auf dem OWF 2026. Abbil­dung: Deutsch­land – Land der Ideen, Brundert/Marquardt

Worin liegen die größten Chancen für die ostdeutsche Wirtschaft?

Ich glau­be, eine gro­ße Chan­ce liegt gera­de dar­in, dass vie­le zen­tra­le Zukunfts­the­men in Ost­deutsch­land beson­ders stark zusammenkommen.

Die Regi­on spielt eine wich­ti­ge Rol­le beim Aus­bau neu­er Ener­gie­infra­struk­tur, bei der indus­tri­el­len Trans­for­ma­ti­on und zuneh­mend auch in stra­te­gi­schen Berei­chen wie Mikro­elek­tro­nik oder dem Auf­bau von Daten­zen­tren und digi­ta­ler Infra­struk­tur. Gleich­zei­tig gibt es vie­ler­orts indus­tri­el­le Kom­pe­tenz, ver­füg­ba­re Flä­chen und star­ke Forschungseinrichtungen.

Hin­zu kommt die geo­gra­fi­sche Lage. Die wirt­schaft­li­che Ver­net­zung mit Mit­tel- und Ost­eu­ro­pa wird aus mei­ner Sicht wei­ter an Bedeu­tung gewin­nen. Gera­de ent­lang der öst­li­chen Gren­zen ent­ste­hen neue wirt­schaft­li­che Räu­me und Wert­schöp­fungs­ket­ten, die für Deutsch­land und Euro­pa stra­te­gisch rele­vant werden.

Und viel­leicht ist genau das die größ­te Chan­ce: Dass Ost­deutsch­land zuneh­mend als Stand­ort wahr­ge­nom­men wird, an dem neue indus­tri­el­le und tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lun­gen kon­kret entstehen.

Davos, OMR – gibt es Vorbilder für das OWF?

Was das OWF beson­ders macht, ist die Ver­bin­dung aus wirt­schafts­po­li­ti­scher Debat­te, indus­tri­el­ler Rea­li­tät und regio­na­ler Per­spek­ti­ve. Wir spre­chen nicht nur über Trends oder Inno­va­tio­nen, son­dern sehr kon­kret dar­über, wie Wett­be­werbs­fä­hig­keit, Trans­for­ma­ti­on und neue Wert­schöp­fung unter rea­len Bedin­gun­gen entstehen.

Dazu kommt der beson­de­re Ort. Ost­deutsch­land ist für vie­le der aktu­el­len Zukunfts­fra­gen längst kein Rand­the­ma mehr, son­dern ein sehr kon­kre­ter Erfah­rungs- und Ent­wick­lungs­raum – etwa mit Blick auf Indus­trie, Ener­gie, Infra­struk­tur, Digi­ta­li­sie­rung oder tech­no­lo­gi­sche Sou­ve­rä­ni­tät. Das ver­leiht vie­len Dis­kus­sio­nen eine beson­de­re Bodenhaftung.

Und viel­leicht ist das auch der Unter­schied zu man­chen ande­ren For­ma­ten: Das OWF ver­steht sich weni­ger als Büh­ne oder Fes­ti­val, son­dern stär­ker als Arbeits- und Gesprächs­raum. Wir brin­gen sehr unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven in einem ver­gleichs­wei­se engen Raum zusam­men – aus Poli­tik, Wirt­schaft, Tech­no­lo­gie, Finan­zie­rung und Regio­nen. Genau dar­aus ent­ste­hen oft die span­nends­ten Gesprä­che, weil stra­te­gi­sche Debat­ten und kon­kre­te Erfah­run­gen direkt aufeinandertreffen.

Unter dem Leitthema „Eine neue (Un)Ordnung“ warten auf die Besucher des OWF 2026 spannende Vorträge und Diskussionen. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen, Brundert/Marquardt

Unter dem Leit­the­ma „Eine neue (Un)Ordnung“ war­ten auf die Besu­cher des OWF 2026 span­nen­de Vor­trä­ge und Dis­kus­sio­nen. Abbil­dung: Deutsch­land – Land der Ideen, Brundert/Marquardt

Was unterscheidet das OWF vom MACHN, das direkt im Anschluss in Leipzig stattfinden wird?

Bei­de For­ma­te ergän­zen sich sehr gut, denn sie set­zen unter­schied­li­che Schwerpunkte.

Das MACHN bringt auf eine sehr span­nen­de Wei­se The­men wie Grün­dung, Krea­ti­vi­tät, neue Tech­no­lo­gien und Unter­neh­mer­geist zusam­men und hat damit eine ganz eige­ne Dyna­mik entwickelt.

Das OWF setzt stär­ker auf den stra­te­gi­schen Aus­tausch zwi­schen Poli­tik, Wirt­schaft und Indus­trie, also auf The­men wie Wett­be­werbs­fä­hig­keit, Trans­for­ma­ti­on, Ener­gie, Inves­ti­tio­nen oder tech­no­lo­gi­sche Souveränität.

Was bei­de For­ma­te ver­bin­det, ist der Blick nach vorn und die Fra­ge, wie Ost­deutsch­land sei­ne wirt­schaft­li­che Zukunft gestal­ten kann.

Welchen Einfluss kann der Ausgang der diesjährigen Landtagswahlen in Ostdeutschland auf die Wirtschaft im Osten haben?

Grund­sätz­lich gilt: Wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung braucht Ver­läss­lich­keit, Pla­nungs­si­cher­heit und Ver­trau­en in sta­bi­le demo­kra­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen. Das ist gera­de in Zei­ten gro­ßer wirt­schaft­li­cher und geo­po­li­ti­scher Ver­än­de­run­gen beson­ders wichtig.

Vie­le Unter­neh­men tref­fen Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen über lan­ge Zeit­räu­me hin­weg. Dafür brau­chen sie nicht nur gute Stand­ort­be­din­gun­gen, son­dern auch das Gefühl, dass poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen nach­voll­zieh­bar und ver­läss­lich bleiben.

Ich glau­be des­halb, dass die zen­tra­le Fra­ge weni­ger par­tei­po­li­tisch ist, son­dern viel­mehr lau­tet: Wie schaf­fen wir ein Umfeld, in dem Unter­neh­men, Fach­kräf­te und Inves­to­rin­nen und Inves­to­ren lang­fris­tig Ver­trau­en in den Stand­ort haben?

Gera­de für Ost­deutsch­land ist das ent­schei­dend, weil die Regi­on aktu­ell vor wich­ti­gen wirt­schaft­li­chen Wei­chen­stel­lun­gen steht. Dafür braucht es ein Umfeld, das offen, ver­läss­lich und attrak­tiv für Inves­ti­tio­nen, Talen­te und Inno­va­tio­nen bleibt.

Was wünschen Sie sich für Ostdeutschland?

Durch mei­ne Zeit im Sili­con Val­ley habe ich erlebt, wie stark der Blick auf Mög­lich­kei­ten und Umset­zung sein kann. Natür­lich wird dort auch nicht alles bes­ser gemacht. Aber die Grund­hal­tung ist oft stär­ker davon geprägt, Chan­cen zu sehen und Din­ge mög­lich machen zu wollen.

Manch­mal wün­sche ich mir die­sen Blick auf Mög­lich­kei­ten auch stär­ker in Deutsch­land – gera­de, wenn wir über Ost­deutsch­land spre­chen. Natür­lich ist die Stim­mung der­zeit vie­ler­orts ange­spannt, und die wirt­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen sind real.

Aber gleich­zei­tig ent­ste­hen hier gera­de neue indus­tri­el­le und tech­no­lo­gi­sche Struk­tu­ren mit gro­ßer stra­te­gi­scher Bedeu­tung, die Wirt­schaft und Gesell­schaft bereits heu­te verändern.

Ich erle­be in vie­len Unter­neh­men und Regio­nen einen gro­ßen Gestal­tungs­wil­len und viel Prag­ma­tis­mus. Viel­leicht soll­ten wir den Blick des­halb häu­fi­ger auf das rich­ten, was mög­lich ist und auf die Chan­cen, die gera­de entstehen.

Wer die­se Dis­kus­sio­nen vor Ort ver­fol­gen und mit­ge­stal­ten möch­te, kann sich noch bis zum 20. Mai für das OWF anmel­den.

Vielen Dank und bis bald in Bad Saarow.

Die Fra­gen stell­te Robert Nehring.

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