Anlässlich des Ostdeutschen Wirtschaftsforums haben die Standortinitiative Deutschland – Land der Ideen und die Deutsche Kreditbank AG (DKB) wieder die wirtschaftliche Lage und die Herausforderungen ostdeutscher Unternehmen ermitteln lassen. Ergebnis: Es wird viel Potenzial gesehen, aber die Situation hat sich weiter verschlechtert.
Für die aktuelle Studie hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der DKB und von Deutschland – Land der Ideen zwischen Februar und April 2026 repräsentativ 1.500 privatwirtschaftliche Entscheider in Ostdeutschland und Berlin befragt. Ziel war, ein belastbares Lagebild zu erhalten.
Hohes Standortpotenzial, aber schlechte Wirtschaftssituation
49 Prozent der Befragten schätzen die allgemeine wirtschaftliche Situation in Ostdeutschland negativ ein (2025: 44,9 Prozent). Unternehmen aus Thüringen (60 Prozent) und aus Sachsen-Anhalt (59 Prozent) beurteilen sie am schlechtesten.

Das OWF-Transformationsbarometer zeigt die Stimmung ostdeutscher Unternehmen auf. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen/Deutsche Kreditbank (DKB)
Obwohl die wirtschaftliche Allgemeinsituation überwiegend negativ gesehen wird, schätzen die Befragten das Potenzial der ostdeutschen Bundesländer als unverändert gut ein. 57 Prozent der Teilnehmer (2025: 56 Prozent) glauben, dass das Potenzial der ostdeutschen Bundesländer groß ist. Nur 22 Prozent zweifeln am Potenzial der neuen Bundesländer.

Das Potenzial des Wirtschaftsstandorts Ostdeutschland wird von 57 Prozent hoch eingeschätzt. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen/Deutsche Kreditbank (DKB)
Gleichzeitig werden wirtschaftspolitische Maßnahmen kaum spürbar positiv wahrgenommen. Auf den höchsten Wert kommt hier noch der Ausbau der digitalen Infrastruktur mit 15 Prozent. 53 Prozent gaben an, dass sie gar keine wirtschaftlichen Maßnahmen spürbar positiv wahrnehmen.
Abgabenlast und Energiepreise bereiten Sorgen
Den größten Transformationsbedarf in ihrem Unternehmen sehen die Studienteilnehmer beim Einsatz von KI (28 Prozent) gefolgt von der IT-Sicherheit (22 Prozent) und der Anpassung des Geschäftsmodells (17 Prozent).
Die größten Zukunftssorgen bereiten die Steuer- und Abgabenlast (36 Prozent), die Energiepreise (35 Prozent), die Inflation/Kostensteigerung (32 Prozent), steigende Lohnkosten (29 Prozent) und der Fachkräftemangel (22 Prozent). Bei diesen Sorgen gibt es regionale Unterschiede. Die Befragten aus Brandenburg beunruhigt vor allem die Inflation, in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Sachsen-Anhalt und Sachsen treibt am meisten die Sorge vor der Steuer- und Abgabenlast um und bei den Teilnehmern aus Thüringen steht die Sorge vor hohen Energiepreisen an der Spitze.

Die Steuer- und Abgabenlast sowie die Energiepreise bereiten die größten Zukunftssorgen. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen/Deutsche Kreditbank (DKB)
Wie bei der Befragung 2025 wird an die Bundesregierung vor allem der Wunsch nach Bürokratieabbau gerichtet (66 Prozent). An zweiter Stelle der Wünsche steht das Senken der Energiepreise (54 Prozent). Auf Platz drei folgen Steuererleichterungen für Unternehmen (40 Prozent).

Der Bürokratieabbau und das Senken der Energiepreise stehen ganz oben auf der Wunschliste für die Bundesregierung. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen/Deutsche Kreditbank (DKB)
Zu den Bereichen mit den größten Wirtschaftserwartungen in den ostdeutschen Bundesländern zählen Erneuerbare Energien und Speichertechnologien (28 Prozent) vor Mikroelektronik und Halbleiterindustrie (20 Prozent), Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (20 Prozent), Tourismus (16 Prozent) sowie Logistik und Infrastruktur.
Die Ergebnisse des OWF-Transformationsbarometers können hier abgerufen werden.




























