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	<title>Wirtschaft Archive - ostdeutschland.info</title>
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	<description>Impulse für den Osten</description>
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	<title>Wirtschaft Archive - ostdeutschland.info</title>
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	<item>
		<title>Dr. Katrin Leonhardt: Wurzeln und Wandel. Der Osten bleibt Gestaltungsraum</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/dr-katrin-leonhardt-wurzeln-und-wandel-der-osten-bleibt-gestaltungsraum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 05:30:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dr. Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Aufbaubank - Förderbank - (SAB), ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7336" class="wp-image-7336 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/Leonhardt_DIAO2.png" alt="Dr. Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB). Abbildung: Hendrik Schmidt, SAB" width="705" height="1000">Dr. Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB). Abbildung: Hendrik Schmidt, SAB<br />
Das kleine Städtchen Lieberose nah [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/dr-katrin-leonhardt-wurzeln-und-wandel-der-osten-bleibt-gestaltungsraum/">Dr. Katrin Leonhardt: Wurzeln und Wandel. Der Osten bleibt Gestaltungsraum</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Aufbaubank - Förderbank - (SAB), ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><span id="more-7330"></span></p>
<div id="attachment_7336" style="width: 715px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7336" class="wp-image-7336 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/Leonhardt_DIAO2.png" alt="Dr. Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB). Abbildung: Hendrik Schmidt, SAB" width="705" height="1000"><p id="caption-attachment-7336" class="wp-caption-text">Dr. Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB). Abbildung: Hendrik Schmidt, SAB</p></div>
<p>Das kleine Städtchen Lieberose nah am Spreewald war in meiner Jugend in den 70er-Jahren nur einer von vielen Orten in Brandenburg. Wer hier aufwuchs und etwas erreichen wollte, musste die Ärmel hochkrempeln. Meine Eltern waren Lehrer. Bildung war bei uns zu Hause selbstverständlich und ließ mich früh erahnen, dass der Zugang zu Wissen und systematischem Denken Türen öffnen kann. Ich wollte unbedingt studieren und schaffte als Einzige unter 50 Schülern meines Jahrgangs den Zugang zum Abitur.</p>
<p>Leistung lohnt sich, dachte ich. Vom hochfliegenden Wunsch eines Jurastudiums an der Humboldt-Uni landete ich mit Rechnungsführung und Statistik an der Karl-Marx-Universität Leipzig auf dem Boden der damaligen Tatsachen. Die DDR-Führung hatte meinen Studienwunsch dorthin gelenkt, weil die Planwirtschaft „Wirtschaftskapitäne“ brauchte. Nicht resignieren und aufgeben, sondern dranbleiben am eigenen Weg, auch wenn es Umwege braucht, wurde für mich zur Haltung. Viele aus meiner Generation lernten durch verordnete Umwege Ausdauer und Resilienz. Prägende Eigenschaften, deren Bedeutung mir erst später bewusst wurde und die wir in Ostdeutschland heute wieder mehr denn je gebrauchen können.</p>
<p>Die Wendezeit erlebte ich zwischen dem Uniriesen und der Moritzbastei in Leipzig. Die Montagsdemonstrationen, das Hoffen, das Zweifeln, schließlich die Nachricht vom offenen Grenzübergang – all das hat mich tief bewegt. Es war eine Zeit, in der Veränderung greifbar wurde. Und in der viele lernten: Zukunft beginnt da, wo Menschen Verantwortung übernehmen und sich verbinden.</p>
<p>Die Mauer fiel und damit öffnete sich eine neue Welt – eine Welt voller Chancen, aber auch voller Unsicherheiten. In dieser Zeit wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, sich in einer Welt des Wandels nicht nur anzupassen, sondern diese aktiv zu gestalten. Mit der Aufbruchstimmung der Wende im Rücken wurde ich als eine von wenigen Absolventen der DDR 1990 für ein Masterstudium an der University of Sussex ausgewählt. Mit rudimentären Englischkenntnissen im Gepäck ließ ich mich auf das Unbekannte ein. Ich beklebte alle Wände meiner kleinen Studentenbude mit Vokabel-Post-its, lernte unermüdlich und schaffte einen guten Abschluss. Diese Einstellung begleitet mich bis heute: mutig neue Wege gestalten, sich ständig weiterentwickeln durch innovative und pragmatische Lösungen, aber auch durch Disziplin und intensive Arbeit.</p>
<p>Die ersten Jahre nach dem Mauerfall bedeuteten neben dem äußeren auch einen inneren Wandel der Gesellschaft. Viele, die sich in der DDR eingeengt gefühlt hatten, entdeckten neue Möglichkeiten. Der äußere Übergang von einem System in ein anderes stellte uns vor die innere Frage: Was machen wir mit diesen neuen Chancen?</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Im Osten gibt es Potenzial, Klarheit, Bodenhaftung. Es gibt den Wunsch, etwas zu bewegen.”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg">Förderung neu denken</span></h2>
<p>Nach meiner Promotion zur Wohnungspolitik im vereinten Deutschland durfte ich im Sächsischen Innenministerium an der Wohnungspolitik und -förderung mitwirken. Später folgten 20 Jahre bei der KfW-Bankengruppe in Frankfurt/Main, Berlin und Bonn, die für mich prägend waren. Förderung wurde mein Beruf, um vielen Menschen, egal aus welchem „Lieberose“ sie kommen, Chancen zu eröffnen. Sie kann ganze Regionen stärken – gerade dort, wo Strukturen im Wandel sind. Ich bin überzeugt, dass Förderung wirkt, wenn sie gezielt und nachvollziehbar eingesetzt wird.</p>
<p>Doch in den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass Förderung auch lähmen kann. Komplexe Förderprozesse und unübersichtliche Programme überfordern mit Bürokratie und Intransparenz. Zudem ist festzustellen, dass sich bei der Wahl der Finanzierungsinstrumente mit der Zeit eine starke Tendenz in Richtung Zuschuss entwickelt hat, die in Zeiten knapper Kassen an ihre Grenzen stößt. Förderung ist ein gutes Beispiel dafür, dass immer mehr nicht immer besser ist. Wir müssen uns ehrlich fragen: Hat das Zukunft – oder kann das weg? Zahlt die Förderung auf die Prioritäten ein, die wir heute und künftig haben? Es geht nicht um „viel hilft viel“, sondern um Relevanz, Wirkung und Zukunft. Die Zeit zum Handeln ist gekommen. In Sachsen konnten wir in der Fördervereinfachungskommission II bereits 2022 eine ehrliche Bestandsaufnahme vornehmen und 17 weitreichende Empfehlungen abgeben. Vieles fand Eingang in den aktuellen Koalitionsvertrag der sächsischen Staatsregierung.</p>
<p>Auf Bundesebene hat der Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung zu Jahresbeginn den Befund ebenfalls adressiert. Unter dem Titel „Funding our tomorrow“ werben wir Mitglieder für eine unabhängige Überprüfung aller Bundes- und Landesförderprogramme, um die Subventionsvielfalt, -höhe und -wirkung auf Nachhaltigkeitsziele und mögliche Überschneidungen und Synergien transparent zu machen. Wir machen uns stark für einfache und standardisierte Berichtspflichten und Wirkungsmessung sowie konsolidierte Förderinstrumente.</p>
<p>Was wir brauchen, ist eine Rückbesinnung auf das Wesentliche auf allen staatlichen Ebenen: Förderung als Mittel zum Zweck, als Anreizsetzung, nicht als Dauerlösung. Förderpolitik sollte den Mut zur Lücke haben – zur gezielten Auswahl statt zur Gießkanne. Und zur stärkeren Mobilisierung von privatem Kapital und Engagement. Nur so lässt sich Bürokratie abbauen und Vertrauen zurückgewinnen. So gewinnen wir Spielraum zur Unterstützung von Zukunftsthemen!</p>
<div id="attachment_7342" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7342" class="wp-image-7342" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/SAB-Leipzig-Fotoquelle-Albrecht-Voss.jpg" alt="Unternehmenssitz der Sächsischen Aufbaubank in Leipzig. Abbildung: Albrecht Voss" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-7342" class="wp-caption-text">Unternehmenssitz der Sächsischen Aufbaubank in Leipzig. Abbildung: Albrecht Voss</p></div>
<h2><span class="title-bg">Digitalisierung mit Haltung</span></h2>
<p>Als ich 2020 zur Sächsischen Aufbaubank (SAB) kam, war das ein Heimkommen mit Verantwortung. Wie zur Wendezeit sah ich Chancen, die ich mitgestalten wollte – in der Überzeugung, dass gerade der Osten Raum für Neues bietet. Seit 2020 verfolgen wir in der SAB ein klares Ziel: Wir wollen uns zukunftsfähig, beweglich und wirksam aufstellen, um die nachhaltige und digitale Transformation in Sachsen zu unterstützen. Seither haben wir uns wirtschaftlich, prozessual und technologisch kontinuierlich weiterentwickelt. Heute bewältigen wir deutlich schneller deutlich mehr Fördervolumen und Darlehensgeschäft mit weniger Personal. Dies wurde möglich durch eine stark gestiegene Digitalisierung unserer Förderprozesse. Konnten 2020 nur 24 Programme digital beantragt werden, sind es heute über 130.</p>
<p>So wird Förderung als Pars pro Toto ein Sinnbild für die notwendige Modernisierung unseres Landes. Digitalisierung ist jedoch nur ein Teilgarant für Fortschritt. Erst die Kombination aus moderner Technik, klaren Prozessen und einer Haltung, die auf Transparenz und Zusammenarbeit setzt, entfaltet echte Transformationskraft. Diese Haltung entwickeln wir weiter – in der SAB, aber auch in der Zusammenarbeit mit Ministerien, Kunden und Partnern. Es geht darum, dass wir die Art und Weise, wie wir miteinander arbeiten, neu denken. Die digitale Transformation muss in den Köpfen beginnen – sie muss ein kultureller Wandel sein.</p>
<div id="attachment_7343" style="width: 446px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7343" class="wp-image-7343" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Photo-3.jpg" alt="Dr. Katrin Leonhardt mit (links) Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum 2025. Abbildung: David Brähler " width="436" height="600"><p id="caption-attachment-7343" class="wp-caption-text">Dr. Katrin Leonhardt (rechts) mit Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum 2025. Abbildung: David Brähler</p></div>
<h2><span class="title-bg">Verwaltung als Ermöglicherin</span></h2>
<p>Die Pandemie war Zäsur und Katalysator zugleich. Sie hat uns gezeigt, wie verletzlich Systeme sind und wie schnell sich alles ändern kann. Wir leben nicht mehr in einer VUCA-, sondern in einer BANIWelt: brüchig, ängstlich, nicht-linear, unbegreiflich. In solchen Zeiten braucht es eine neue Führungskultur. Vertrauen statt Kontrolle. Kooperation statt Silodenken. Haltung statt Formalismus. Vernetztheit statt Alleingänge.</p>
<p>In der SAB haben wir daraus Konsequenzen gezogen. Wir haben diesen Anspruch in unseren umfassenden Strategie- und Transformationsprozess von Anfang an einfließen lassen. Wir verfolgen eine integrierte Weiterentwicklung in den drei Dimensionen Strategie, Strukturen/Prozesse und Kultur. Iterativ, lernend, an der Wertschöpfung orientiert, partizipativ und messbar. Dabei dauert vieles immer noch sehr lange und auch Rückschläge bleiben nicht aus: „Sometimes we win, sometimes we learn.“ Ich nehme wahr, wie im Kleinen noch sehr langsam, aber immerhin eine neue Vision von öffentlicher Verwaltung entsteht. An die Stelle von Kontrollieren, Regulieren und Sanktionieren tritt immer häufiger Ermöglichen, Wege bereiten, partnerschaftlich unterwegs sein. Dafür müssen wir uns noch dringlicher fragen: Bringt etwas wirklich Mehrwert und Wirkung, was ist das Ergebnis oder verwalten wir den Status quo? Diese Frage ist unbequem, aber notwendig, damit staatliche Institutionen künftig mehr Vertrauen schaffen, Orientierung geben und Innovationen ermöglichen. Wenn wir sie neu denken – mit klarem Kompass und echtem Gestaltungswillen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_7344" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7344" class="wp-image-7344" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Photo-2.jpg" alt="Dr. Katrin Leonhardt (links) mit der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum 2025. Abbildung: David Brähler" width="450" height="600"><p id="caption-attachment-7344" class="wp-caption-text">Dr. Katrin Leonhardt (links) mit der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum 2025. Abbildung: David Brähler</p></div>
<h2><span class="title-bg">Ostdeutsche Perspektiven einbringen</span></h2>
<p>Auch nach 35 Jahren sind die DDR-Prägung und die Wendeerfahrung Ostdeutscher regelmäßig Thema. Statistiken und Umfragen belegen unterschiedliche Entwicklungen und Wahrnehmungen zwischen Ost und West. Zahlen zeigen, dass ostdeutsche Biografien unterrepräsentiert sind – in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft. Ich finde es gut, dass ostdeutsche Perspektiven stärker sichtbar werden – nicht per Quote, sondern als Qualität. Ostdeutsche können reflektierte Erfahrungen einbringen, die heute relevant sind: Transformation, Resilienz, Neuorientierung. Die Sozialisation in unterschiedlichen Systemen, unterschiedliche Wertvorstellungen und die Umbrucherfahrungen können zur Vielfalt von Perspektiven beitragen, die unser Land weiterbringen. Ostdeutsche Führungspersönlichkeiten können Brücken schlagen – zwischen alten und neuen Systemen, zwischen Verwaltung und Innovation, zwischen Vergangenheit und Zukunft.</p>
<p>Ostdeutsche Regionen haben enorme Innovationsfähigkeit bewiesen. Der Umbau ganzer Wirtschaftsstrukturen, das Entstehen neuer Netzwerke, die Selbstverständlichkeit, mit weniger Mitteln mehr zu schaffen – das alles verdient mehr Sichtbarkeit. Nicht als Ostalgie, sondern als Kompetenz. Der Osten hat in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass er mit Herausforderungen nicht nur umgehen, sondern auch neue Chancen ergreifen kann.</p>
<p>Ich glaube an die Kraft der Menschen vor Ort, an die Energie engagierter Personen und Institutionen, an die Wirkung klarer Entscheidungen. Ich bin zurückgekommen, weil ich weiß: Im Osten gibt es mehr als Nachwendebiografien. Es gibt Potenzial, Klarheit, Bodenhaftung. Es gibt den Wunsch, etwas zu bewegen. Führung bedeutet für mich nicht, alle Antworten zu haben, sondern die richtigen Fragen zu stellen. Zukunft braucht Haltung, nicht Perfektion. Sie braucht Menschen, die Verantwortung nicht nur annehmen, sondern ausfüllen. Der Osten ist ein Möglichkeitsraum. Wer hier gestalten will, findet Resonanz. Das ist nicht immer leicht – aber es ist wertvoll.</p>
<div id="attachment_7748" style="width: 609px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7748" class="wp-image-7748 " src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Mit-Vorstandsmitglied-Ronald-Kothe-und-Beschaeftigten_Quelle-Hendrik-Schmidt-web.jpg" alt="Kommunikation auf Augenhöhe: mit Vorstandsmitglied Ronald Kothe und Beschäftigten. Abbildung: Hendrik Schmidt" width="599" height="399"><p id="caption-attachment-7748" class="wp-caption-text">Kommunikation auf Augenhöhe: mit Vorstandsmitglied Ronald Kothe und Beschäftigten. Abbildung: Hendrik Schmidt</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB)</span></h2>
<p><strong>GEGRÜNDET:</strong> 1991<br>
<strong>STANDORTE:</strong> Leipzig, Dresden<br>
<strong>MITARBEITENDE:</strong> 1.065<br>
<strong>WEBSITE:</strong> <a href="https://www.sab.sachsen.de/" target="_blank" rel="noopener">sab.sachsen.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1685" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg" alt="Label Impulsgeberin Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Dr. Katrin Leonhardt</span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong>GEBOREN:</strong> 1966/Lieberose (Brandenburg)</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Leipzig<br>
<strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Ilko-Sascha Kowalczuk: „Freiheitsschock“, 2024<br>
<strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „Das Leben der Anderen“, 2006<br>
<strong>MEINE URLAUBSTIPPS:</strong> Schlepzig im Spreewald<br>
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vintage &#038; Kickz: Eine Erfolgsgeschichte aus Sachsen-Anhalt</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/erfolgsgeschichte-vintage-designerhandtaschen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anzeige]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit 16 Jahren gründete Linus Pliske aus Halle (Saale) sein Unternehmen „Vintage &#38; Kickz“. Was mit dem Verkauf von Sneakern begann, ist heute ein angesagter Onlineshop für Designerprodukte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9504" class="wp-image-9504" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/vintageandkickz-1-@bjoern-menzel.jpg" alt="Linus Pliske ist mit seinem Unternehmen „Vintage and Kickz“ nominiert für den Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt 2026. Abbildung: Björn Menzel" width="600" height="450">Linus Pliske ist mit seinem Unternehmen „Vintage and Kickz“ nominiert für den Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt 2026. Abbildung: Björn Menzel<br />
Der 22-Jährige Linus Pliske erzielt vor allem mit dem Verkauf von [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/erfolgsgeschichte-vintage-designerhandtaschen/">Vintage &amp; Kickz: Eine Erfolgsgeschichte aus Sachsen-Anhalt</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit 16 Jahren gründete Linus Pliske aus Halle (Saale) sein Unternehmen „Vintage &amp; Kickz“. Was mit dem Verkauf von Sneakern begann, ist heute ein angesagter Onlineshop für Designerprodukte.</p>
<p><span id="more-9501"></span></p>
<div id="attachment_9504" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9504" class="wp-image-9504" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/vintageandkickz-1-@bjoern-menzel.jpg" alt="Linus Pliske ist mit seinem Unternehmen „Vintage and Kickz“ nominiert für den Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt 2026. Abbildung: Björn Menzel" width="600" height="450"><p id="caption-attachment-9504" class="wp-caption-text">Linus Pliske ist mit seinem Unternehmen „Vintage and Kickz“ nominiert für den Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt 2026. Abbildung: Björn Menzel</p></div>
<p>Der 22-Jährige Linus Pliske erzielt vor allem mit dem Verkauf von gebrauchten Handtaschen einen Jahresumsatz in Millionenhöhe. Eine eigentlich unglaubliche Erfolgsstory.</p>
<p>Der junge Mann schließt eine Gittertür auf. Eine Alarmanlage ist installiert. Es gibt Videokameras. Alles in diesem Haus erinnert an einen Hochsicherheitstrakt. „Wir haben hier sehr viel Geld in die Sicherheit investiert“, sagt Linus Pliske. Dieser hohe Standard ist notwendig für das, was der 22-Jährige zusammen mit seinen Mitarbeitenden in diesem Gebäude treibt. Es steht irgendwo im Raum Halle. Der genaue Standort des Lagers darf aus Sicherheitsgründen nicht verraten werden.</p>
<p>Anders sieht es beim Firmensitz aus. Er befindet sich in der Hallenser Innenstadt. Hier ist <a href="https://vintageandkickz.de/">Vintage &amp; Kickz</a> auf rund 700 Quadratmetern zu Hause – ein Onlineshop für gebrauchte Designerprodukte. Linus Pliske ist Gründer, Inhaber und Geschäftsführer in einer Person. Mit der professionellen Aufarbeitung sowie dem Handel von Handtaschen renommierter Designer wie Louis Vuitton, Chanel oder Prada agiert er sehr erfolgreich. Das Geschäft wächst jedes Jahr. Die Anzahl der Mitarbeitenden auch.</p>
<h2><span class="title-bg">Vater meldete Firma an</span></h2>
<p>Doch wie konnte es zu diesem Erfolg kommen? Und wie kommt überhaupt ein 16-Jähriger auf die Idee, mit hochwertigen Handtaschen zu handeln? In einem Alter, in dem anderen ein paar Euro Taschengeld der Eltern reichen. Linus Pliske war damals so jung, dass er nicht mal eine eigene Firma anmelden durfte. Sein Vater übernahm diesen Schritt für ihn und übertrug ihm das Unternehmen zu seinem 18. Geburtstag.</p>
<p>Linus Pliske zieht seinen Mantel aus und setzt sich in einen Sessel. Er trägt ein weißes Hemd, seine Krawattennadel ist einem Golfschläger nachempfunden. Der Sessel steht im sogenannten Showroom – ein sechs Meter hoher Raum mit Stuck an der Decke. In diesem Raum liegen hochwertige Handtaschen in Regalen, Designermode hängt auf Stangen. Hier werden Videos für die Social-Media-Kanäle der Firma produziert.</p>
<div id="attachment_9505" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9505" class="wp-image-9505" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/vintageandkickz-4-@bjoern-menzel.jpg" alt="Zu Beginn verkaufte Pliske mit einem Freund Sneaker im Internet. Er stieg jedoch schnell auf den Verkauf von Vintage-Designerhandtaschen um. Abbildung: Björn Menzel" width="600" height="450"><p id="caption-attachment-9505" class="wp-caption-text">Zu Beginn verkaufte Pliske mit einem Freund Sneaker im Internet. Er stieg jedoch schnell auf den Verkauf von Vintage-Designerhandtaschen um. Abbildung: Björn Menzel</p></div>
<p>Alles begann im Jahr 2019. Pliske war damals Abiturient. Zusammen mit seinem Kumpel Tobias Huber kaufte und verkaufte er hippe Schuhe im Internet. Die Sneaker waren sehr angesagt und die jungen Männer fanden sie selber cool. Doch das Geschäft mit den Schuhen probierten damals auch viele andere aus. „Ich kam dann ziemlich schnell auf die Idee mit den Taschen“, erzählt Pliske. Vor allem weil die Designerstücke sehr beständig in ihrem Wert seien und es einen Gebrauchtmarkt im Grunde nicht gegeben habe.</p>
<h2><span class="title-bg">Zertifikate zur Sicherheit</span></h2>
<p>Es bieten zwar immer wieder private Verkäuferinnen und Verkäufer ihre exklusiven Taschen im Internet an. Aber gerade bei den nicht gerade günstigen Stücken von bekannten Designermarken gibt es ein Problem. „In diesem Bereich sind sehr viele Fälschungen auf dem Markt“, sagt der Unternehmer. Ein Laie könne oft die echten von den gefälschten Taschen nicht unterscheiden. Genau das übernimmt Vintage and Kickz. Linus Pliske berichtet, dass er und sein Team durch ihre inzwischen jahrelange Erfahrung jedes unechte Stück entdecken würden.</p>
<p>„Wir haben da ein geschultes Auge“, sagt er und kann ausführlich davon berichten, mit welchen Kniffen die Hersteller ihre Marken schützen und woran gefälschte Taschen zu erkennen sind. Die Hallenser prüfen alle ihre Waren auf Authentizität und vergeben sogar Zertifikate, die die Echtheit der Produkte bestätigten. Für die Echtheitsprüfung nutzen Pliske und seine Mitarbeitenden auch ein eigens entwickeltes KI-Tool. Das System wird seit 2023 mit Daten originaler Stücke aus dem eigenen Bestand „gefüttert“ und bestätigt die Echtheit zusätzlich – mit einer Trefferquote von knapp 98 Prozent.</p>
<p>„Das Tool ist bereits seit März 2025 voll im Einsatz und inzwischen das Herzstück unserer Arbeit, weil wir so noch konsequenter sicherstellen können, dass alle Artikel in unserem Bestand zertifiziert original sind“, sagt Pliske. Das Thema Echtheit ist nicht nur beim Verkauf wichtig, sondern auch beim Einkauf der gebrauchten Ware. Denn Linus Pliske will natürlich keine Fälschungen in seinem Lager haben.</p>
<h2><span class="title-bg">Sattlerei repariert die Taschen</span></h2>
<p>Eine Tasche, die alle Prüfungen bestanden hat, durchläuft dann einmal alle Stationen in den Räumlichkeiten der Firma. Die Designerstücke werden aufwendig gereinigt, von Gerüchen befreit, aufgearbeitet und bei Bedarf sogar repariert. Dazu hat Vintage and Kickz eine eigene Sattlerei. Hier sitzen internationale Handwerkskräfte mit Spezialisierung auf Lederarbeiten, denn gelernte Sattler gibt es nicht mehr viele in Deutschland. „Wir kooperieren auch mit einer kleinen Sattlerei aus Halle“, sagt der Geschäftsführer. Die Taschen werden so originalgetreu wie möglich wieder hergestellt.</p>
<div id="attachment_9506" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9506" class="wp-image-9506" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/vintageandkickz-6-@bjoern-menzel.jpg" alt="Pliskes Mitarbeitende setzen die Designerhandtaschen für den Onlineshop in Szene. Abbildung: Björn Menzel" width="600" height="450"><p id="caption-attachment-9506" class="wp-caption-text">Pliskes Mitarbeitende setzen die Designerhandtaschen für den Onlineshop in Szene. Abbildung: Björn Menzel</p></div>
<p>Danach kommen sie in einen weiteren Raum, in dem alle Produkte professionell fotografiert werden. Im eigenen Internetshop sind später bis zu 25 Motive der jeweiligen Taschen zu sehen. Dann bekommen alle Produkte eine genaue Beschreibung sowie einen Preis und werden in den Onlineshop gestellt. Die Mitarbeitenden einer weiteren Abteilung kümmern sich um die Werbung, die hauptsächlich über Social-Media läuft. „Wir werden weiterempfohlen oder sind zum Beispiel über Instagram bekannt“, sagt Linus Pliske.</p>
<h2><span class="title-bg">Größerer Firmensitz gesucht</span></h2>
<p>Dieser ganze Aufwand lohnt sich. Der Shop für hochwertige Second-Hand-Designerbekleidung und -Taschen hat mittlerweile zehntausende Kundinnen und Kunden. Aus ganz Europa kaufen Interessierte ihre exklusiven Taschen, Accessoires und Mode bei Vintage and Kickz. Vor allem aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien kommen die Bestellungen. Linus Pliske wollte zwar eigentlich nach dem Abitur studieren, doch bisher fehlte ihm die Zeit dafür. „Ich habe 80 bis 100 Stunden pro Woche gearbeitet“, sagt er.</p>
<p>Umsatz und Gewinn sollen auch in den kommenden Jahren weiter steigen. Mehr noch: Der Geschäftsführer möchte sein Lager sowie die Logistik in ein größeres Gebäude umziehen lassen. Dafür sucht er aktuell nach passenden Angeboten. „Ich möchte in Sachsen-Anhalt bleiben, sehr gern natürlich in Halle“, sagt er.&nbsp; Am liebsten wäre ihm ein ausrangiertes Gebäude einer Bank oder ein ehemaliges Gefängnis. „Denn da gibt es schon sehr viele Vorkehrungen für die Sicherheit“, so der Unternehmer. Die Luxuswaren haben einen hohen Wert und sie zu lagern ist eine große Herausforderung.</p>
<p>Bei allen Entwicklungen soll eine Sache auf jeden Fall so bleiben, wie sie ist – die Produkte seiner Firma. „Mein ganzes Leben sind Handtaschen“, sagt der 22-Jährige bei der Verabschiedung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/erfolgsgeschichte-vintage-designerhandtaschen/">Vintage &amp; Kickz: Eine Erfolgsgeschichte aus Sachsen-Anhalt</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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		<title>VORSPRUNG 2026: Sechs ostdeutsche Unternehmen ausgezeichnet</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/vorsprung-2026-diese-sechs-unternehmen-stehen-fuer-ostdeutschlands-wirtschaftskraft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 May 2026 09:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Event]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sechs Unternehmen wurden am 5. Mai mit dem Wirtschaftspreis des Ostdeutschen Wirtschaftsforums „VORSPRUNG“ ausgezeichnet. Elisabeth Kaiser, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, würdigte die Preisträger im Bundesministerium für Finanzen in Berlin.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9523" class="wp-image-9523" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/260505_KBMF_PHT029.jpg" alt="Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser mit dem CEO der Ucaneo GmbH, Florian Tiller und dem Präsidenten des Ostdeutschen Wirtschaftsforums, Frank Nehring. Kaiser zeigt eine Urkunde zur Preisverleihung. Neben ihr hält Tiller einen Sammelband „Denk ich an Ostdeutschland“ der Prima Vier Nehring Verlag [...]
</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sechs Unternehmen wurden am 5. Mai mit dem Wirtschaftspreis des Ostdeutschen Wirtschaftsforums „VORSPRUNG“ ausgezeichnet. Elisabeth Kaiser, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, würdigte die Preisträger im Bundesministerium für Finanzen in Berlin.</p>
<p><span id="more-9513"></span></p>
<div id="attachment_9523" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9523" class="wp-image-9523" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/260505_KBMF_PHT029.jpg" alt="Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser mit dem CEO der Ucaneo GmbH, Florian Tiller und dem Präsidenten des Ostdeutschen Wirtschaftsforums, Frank Nehring. Kaiser zeigt eine Urkunde zur Preisverleihung. Neben ihr hält Tiller einen Sammelband „Denk ich an Ostdeutschland“ der Prima Vier Nehring Verlag GmbH in der Hand. Abbildung: Thomas Koehler" width="600" height="401"><p id="caption-attachment-9523" class="wp-caption-text">Die Ostbeauftragte der Bundesregierung Elisabeth Kaiser mit dem CEO der Ucaneo GmbH Florian Tiller und dem Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums Frank Nehring. Abbildung: Thomas Koehler</p></div>
<p>Der Wirtschaftspreis prämiert Unternehmen, die durch Innovationskraft, Zukunftsorientierung und nachhaltiges Wachstum überzeugen und damit beispielhaft für die wirtschaftliche Transformation in Ostdeutschland stehen. Die Auszeichnung wird jährlich im Vorfeld des <a href="https://ostdeutscheswirtschaftsforum.de/">Ostdeutschen Wirtschaftsforums</a> (OWF) verliehen, das in diesem Jahr vom 31. Mai bis 2. Juni in Bad Saarow unter dem Motto „Eine neue (Un)Ordnung“ stattfindet.</p>
<div id="attachment_9514" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9514" class="wp-image-9514" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/260505_KBMF_PHT039.jpg" alt="Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Elisabeth Kaiser (vorne links) und der Präsident des Ostdeutschen Wirtschaftsforums, Frank Nehring (Zweiter von vorne rechts) mit den Preisträgern und Teilnehmern der Preisverleihung. Abbildung: Thomas Koehler" width="600" height="499"><p id="caption-attachment-9514" class="wp-caption-text">Die Preisträger von VORSPRUNG 2026 im Bundesfinanzministerium. Abbildung: Thomas Koehler</p></div>
<p>Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger sind:</p>
<ul>
<li><a href="https://www.ucaneo.com/">Ucaneo Biotech GmbH</a> (Berlin, Berlin)</li>
<li><a href="https://pyro-power.com/">Pyropower GmbH</a> (Cottbus, Brandenburg)</li>
<li><a href="https://www.vowalon.eu/">Vowalon Beschichtung GmbH</a> (Treuen, Sachsen)</li>
<li><a href="https://periotrap.com/">Periotrap Pharmaceuticals GmbH</a> (Halle (Saale), Sachsen-Anhalt)</li>
<li><a href="https://qo-jena.com/">Quantum Optics Jena GmbH</a> (Jena, Thüringen)</li>
<li><a href="https://solar-materials.com/">Solar Materials GmbH</a> (Magdeburg, Sachsen-Anhalt) – Start-up-Sonderpreis</li>
</ul>
<div id="attachment_9516" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9516" class="wp-image-9516" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/260505_KBMF_PHT017.jpg" alt="Die Ostbeauftragte der Bundesregierung würdigte die Preisträger und erklärte, dass die Preisträgerauswahl aus unterschiedlichen Branchen zeige, welche vielfältigen Potenziale in der ostdeutschen Wirtschaft stecken. Abbildung: Thomas Koehler" width="450" height="736"><p id="caption-attachment-9516" class="wp-caption-text">Die Ostbeauftragte der Bundesregierung würdigte die Preisträger. Die Auswahl zeige, welche vielfältigen Potenziale in der ostdeutschen Wirtschaft stecken. Abbildung: Thomas Koehler</p></div>
<p>Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, sagte zur Verleihung: „Es ist mir eine große Freude, heute die Auszeichnungen des Wirtschaftspreises VORSPRUNG an herausragende Unternehmenspersönlichkeiten zu überreichen. Jährlich werden mit diesem Preis Unternehmerpersönlichkeiten geehrt, die durch ihre Visionen und ihr Engagement Maßstäbe setzen und unsere Wirtschaft prägen. Erfolg in unserer Wirtschaft hat viele Gesichter. Die von einer unabhängigen Jury ausgewählten Preisträger kommen aus den unterschiedlichsten Branchen und zeigen, welche vielfältigen Potenziale in der ostdeutschen Wirtschaft stecken. Ich danke allen Preisträgern für ihre inspirierenden Leistungen und bin gespannt auf die weiteren Entwicklungen in unserer dynamischen Wirtschaft.“</p>
<p>Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie e.V. (<a href="https://bdi.eu/de">BDI</a>) und Geschäftsführer der <a href="https://land-der-ideen.de/">Land der Ideen Management GmbH</a>, erklärte: „Die Preisträger des VORSPRUNG 2026 zeigen, wie Zukunft in Ostdeutschland entsteht: innovativ, unternehmerisch und international anschlussfähig. Sie stehen für technologischen Fortschritt und neue Wertschöpfung und zeigen damit eindrucksvoll auf, welches Potenzial im Wirtschaftsstandort Ostdeutschland steckt.“</p>
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                <li style="display: block; width: 100%;" class="slide-9527 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-05-06 12:27:56" data-filename="260505_KBMF_PHT031.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="704" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/260505_KBMF_PHT031.jpg" class="slider-9525 slide-9527 msDefaultImage" alt="Elisabeth Kaiser mit Vertretern der Pyropower GmbH. Abbildung Thomas Koehler" rel title="Elisabeth Kaiser mit Vertretern der Pyropower GmbH. Abbildung Thomas Koehler"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div>Elisabeth Kaiser mit Vertretern der Pyropower GmbH. Abbildung: Thomas Koehler</div></div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-9529 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-05-06 12:30:05" data-filename="260505_KBMF_PHT033.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="731" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/260505_KBMF_PHT033.jpg" class="slider-9525 slide-9529 msDefaultImage" alt="Elisabeth Kaiser mit Vertretern der Periotrap Pharmaceuticals GmbH. Abbildung: Thomas Koehler" rel title="Elisabeth Kaiser mit Vertretern der Periotrap Pharmaceuticals GmbH.  Abbildung: Thomas Koehler"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div>Elisabeth Kaiser mit Vertretern der Periotrap Pharmaceuticals GmbH. Abbildung: Thomas Koehler</div></div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-9531 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-05-06 12:31:17" data-filename="260505_KBMF_PHT035.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="685" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/260505_KBMF_PHT035.jpg" class="slider-9525 slide-9531 msDefaultImage" alt="Die Ostbeauftragte mit Repräsentanten der Quantum Optics Jena GmbH. Abbildung: Thomas Koehler" rel title="Die Ostbeauftragte mit Repräsentanten der Quantum Optics Jena GmbH. Abbildung: Thomas Koehler"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div>Die Ostbeauftragte mit Repräsentanten der Quantum Optics Jena GmbH. Abbildung: Thomas Koehler</div></div></div></li>
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            </ul>
        </div>
        
    </div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Dominique Lellek: Ostdeutsch &#038; selbstbestimmt. Fern der Heimat wurde mir klar, wie viel Stärke in ihr steckt</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/dominique-lellek-ostdeutsch-selbstbestimmt-fern-der-heimat-wurde-mir-klar-wie-viel-staerke-in-ihr-steckt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 May 2026 05:30:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dominique Lellek, Chief Marketing Officer der Alteos GmbH, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7322" class="wp-image-7322 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/Lellek_DIAO2.png" alt="Dominique Lellek, Chief Marketing Officer Alteos GmbH. Abbildung: Ben Gierig" width="704" height="1000">Dominique Lellek, Chief Marketing Officer Alteos GmbH. Abbildung: Ben Gierig<br />
Wenn ich an Ostdeutschland denke, denke ich an Neuanfänge. An tief verwurzelte Geschichte. An Systemumbruch. An [...]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Dominique Lellek, Chief Marketing Officer der Alteos GmbH, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-7313"></span></p>
<div id="attachment_7322" style="width: 714px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7322" class="wp-image-7322 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/Lellek_DIAO2.png" alt="Dominique Lellek, Chief Marketing Officer Alteos GmbH. Abbildung: Ben Gierig" width="704" height="1000"><p id="caption-attachment-7322" class="wp-caption-text">Dominique Lellek, Chief Marketing Officer Alteos GmbH. Abbildung: Ben Gierig</p></div>
<p>Wenn ich an Ostdeutschland denke, denke ich an Neuanfänge. An tief verwurzelte Geschichte. An Systemumbruch. An Menschen, die sich immer wieder neu finden mussten. An meine Heimat – die beim Aufwachsen oft schlechter geredet wurde, als sie eigentlich ist. „Guck, dass du fortkommst“, das haben wir oft gehört. Und einige von uns hat das inspiriert, wirklich fortzugehen. So wie mich.</p>
<p>Ich war Quark im Schaufenster, als die Mauer fiel. Meine Kindheit verbrachte ich behütet auf einem Bauernhof mitten in der Sächsischen Schweiz – zwischen Stall, Wald und Streuobstwiese. Heute lebe ich in Berlin, aber ich schreibe diesen Text aus einer anderen Perspektive: der des ländlichen Raums aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Geleitet von Erinnerungen und von vielen Gesprächen mit Freunden, Familie, Menschen, die geblieben sind. Ich bin mir auch bewusst, dass eine Biografie wie die meine – mit all ihrer Freiheit und den Möglichkeiten – in der DDR nicht möglich gewesen wäre, und ich bin den Menschen, die damals friedlich demonstriert haben, unendlich dankbar. Ich konnte frei entscheiden, was ich mit meinem Leben machen möchte, was ein absolutes Privileg ist.</p>
<p>Dennoch, die Nachwendezeit hat auch uns Nachwendekinder geprägt – durch die Erzählungen, die Erschöpfung, die leisen Enttäuschungen, die sich mal mehr, mal weniger in den Alltag unserer Familien eingeschlichen haben. Umschulungen, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, abrupte Brüche in Lebensläufen – all das spürten wir auch als Kinder, ohne es benennen zu können. Wir spürten es in der Stimmung am Küchentisch, in der Unruhe, die keiner aussprach, aber alle kannten.</p>
<div id="attachment_7324" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7324" class="wp-image-7324" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/1_Auf-dem-Alexanderplatz-1991.jpg" alt="Auf dem Alexanderplatz, 1991. Abbildung: privat" width="600" height="399"><p id="caption-attachment-7324" class="wp-caption-text">Auf dem Alexanderplatz, 1991. Abbildung: privat</p></div>
<h2><span class="title-bg">Ich wurde Ossi, als ich wegging</span></h2>
<p>Eine ostdeutsche Identität spielte in meiner Kindheit keine Rolle. Zu Hause wuchs ich ohne Ostalgie auf. Dass ich offenbar „anders“ war, wurde mir erst bewusst, als ich ging – weg vom Dorf, weg von Sachsen, hinein in eine Welt, in der meine Herkunft plötzlich etwas bedeutete, teils abgrenzte.</p>
<p>Es waren viele kleine Erlebnisse, die sich nach und nach in mein Bewusstsein einprägten. Als Au-pair in den USA habe ich meinen Dialekt praktisch verschluckt. Denn ich klang einfach anders als die anderen deutschen Mädels und wurde auch etwas seltsam angeschaut.</p>
<p>Eine damalige Kommilitonin aus Westdeutschland erzählte mir, wie überrascht sie von ihrem Umfeld gefragt wurde, warum sie im Osten studieren möchte. Da schreiben wir schon das Jahr 2010.</p>
<p>In Chicago bekam ich meinen ersten Job bei der dortigen Auslandshandelskammer. Bei einer Feierstunde – ausgerechnet zum Tag der Deutschen Einheit – stand ich mit drei Herren im Anzug, alle etwa 50 plus, an einem der Stehtische. Wir unterhielten uns höflich, bis die Frage kam, woher ich komme. „Aus Sachsen“, sagte ich. Es brach schallendes Gelächter aus, und ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie ich innerlich erstarrte. „Ach, ’n Ossi! Wahnsinn – wie kommst du denn hierher?“ Es klang, als wäre ich aus einer dunklen Höhle gekrochen. Sie gratulierten mir, dass ich es „rausgeschafft“ habe.</p>
<p>Bis heute, über zehn Jahre später, höre ich immer wieder anerkennende Bemerkungen, dass man mir gar nicht anhöre, wo ich herkomme. Wann wurde das eigentlich zu einem Kompliment? Übrigens: Sobald ich die Landesgrenze überschritten habe oder mit meinen Eltern telefoniere, spreche ich automatisch wieder im sächsischen Dialekt.</p>
<p>Diese Erlebnisse waren nicht nur individuell. Sie stehen für ein Gefühl, das viele von uns kennen – manchmal subtil, manchmal schmerzhaft konkret. Die unsichtbaren Wunden der Wendezeit wurden an uns weitergegeben – aber auch wir haben unsere eigenen erfahren. Ich habe acht Jahre im Ausland gelebt, war so weit weg, habe so viel erlebt und spüre sie doch.</p>
<p>Enttäuschung und Wut liegen nah beieinander – mal stumm, mal laut, oft unausgesprochen, aber gegenwärtig. Sie zeigen sich nicht in Ausbrüchen, sondern in kleinen Gesten, langen Blicken, einem Schulterzucken. In der Hast der wirtschaftlichen Union Deutschlands wurde ganz offensichtlich vergessen, was es für Menschen – und für eine ganze Gesellschaft – bedeutet, sich komplett neu zu formen. Als könne man Identität, Erlebnisse und Erfahrungen einfach überschreiben oder neu coden. Der gestiegene materielle Wohlstand konnte die Lücke im Selbstbild nie wirklich füllen. Was auf dem Papier besser wurde, fühlte sich für viele innerlich nie wirklich an wie ein Fortschritt. Lohnlücken, fehlendes Vermögen, geringere Rentenansprüche – der ungewollte Vergleich zwischen Ost und West dringt nicht nur in Statistiken, sondern auch in Lebensrealitäten immer stärker an die Oberfläche.</p>
<p>Gerade im ländlichen Raum herrscht seit Jahren eine lähmende Machtlosigkeit. Arztpraxen schließen. Marktplätze veröden. Ein Riss zieht sich durch alle Generationen, denn viele sind fortgegangen – physisch oder innerlich. Die Wege werden weiter, der Leerstand wächst. Der Frust sitzt tief – wirtschaftlich, sozial, emotional. Wer viel arbeitet, verdient unangemessen wenig. Wer träumt, wird belächelt. Statt Hoffnung gibt es neue Regeln, Formulare, Pflichten. Und kaum jemanden, der zuhört.</p>
<p>Dieses Vakuum füllen Populisten mit einfachen Antworten und schmissigen Headlines. Doch sie liefern keine Lösungen, sondern nur mehr Wut. Sie ziehen Gräben – durch Familien, Freundeskreise, Gemeinden. Warum lassen wir das eigentlich unkommentiert zu?</p>
<p>Das öffentliche Narrativ über uns verdeckt die Themen, die wir eigentlich diskutieren müssten: Werksschließungen, Lehrermangel, finanzielle Ungleichheit und tiefsitzende Existenzängste.</p>
<div id="attachment_7325" style="width: 434px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7325" class="wp-image-7325" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/2_Stolz-wie-Bolle-neben-unserem-damaligen-Fortschritt-Ladekran-1995.jpg" alt="Stolz wie Bolle neben unserem damaligen Fortschritt Ladekran, 1995. Abbildung: privat" width="424" height="600"><p id="caption-attachment-7325" class="wp-caption-text">Stolz wie Bolle neben dem eigenen Fortschritt Ladekran, 1995. Abbildung: privat</p></div>
<h2><span class="title-bg">Stimme zeigen bedeutet Verantwortung</span></h2>
<p>Wir sind keine Marionetten. Es ist an der Zeit, unsere Stimme zu finden – und sie auch zu nutzen. Denn ganz ehrlich: Wem überlassen wir eigentlich gerade den Raum?</p>
<p>Ich wünsche mir, dass wir (wieder) lernen, miteinander zu sprechen. Wirklich zu sprechen. Nicht nur zu senden oder zu urteilen, sondern zuzuhören. Das klingt einfach – ist es aber nicht. Denn allzu oft schalten wir ab, wenn es unbequem wird. Wir drehen uns weg, rollen mit den Augen, wechseln das Thema. Vielleicht wäre es genau in diesen Momenten wichtig, stehen zu bleiben. Fragen zu stellen. Ein echtes Gespräch zuzulassen – auch wenn es anstrengend ist.</p>
<p>Wir dürfen uns nicht in Lager zurückziehen. Nicht ins Schweigen. Nicht in den Zynismus. Die Verantwortung für das Miteinander liegt nicht nur bei „denen da oben“. Sie liegt auch bei uns. „Die machen doch eh, was sie wollen.“ Diesen Satz höre ich oft. Doch wer seine Geschichte teilt, bricht das Schweigen, schafft Sichtbarkeit – ob über Social Media, in Leserbriefen oder bei Bürgerforen. Es braucht keine Bühne, keine politische Karriere – nur den Mut, sichtbar zu werden.</p>
<p>Der Protest an der Wahlurne ist der einfache Weg. Doch echte Veränderung beginnt früher: dort, wo wir einander zuhören, Unterschiede aushalten, Differenzen überbrücken – und gemeinsam aktiv werden.</p>
<p>Wenn etwas Neues entsteht, lasst uns mit Offenheit darauf zugehen. Nicht misstrauisch beäugen, nicht vorschnell werten. Helft denen, die gestalten wollen, dabei erfolgreich zu sein – durch Unterstützung, durch Mitmachen, durch Zutrauen.</p>
<p>Unser Kollektiv gibt uns Macht. Es ist die Kraft der vielen, die Wandel möglich macht – aus der Gemeinschaft heraus.</p>
<div id="attachment_7326" style="width: 410px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7326" class="wp-image-7326" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/3_Ueber-5-Jahre-habe-ich-in-den-USA-gelebt-und-ausgerechnet-dort-.JPEG.jpeg" alt="Über fünf Jahre habe ich in den USA gelebt und ausgerechnet dort meine erste „Ossi-Erfahrung“ gemacht. Abbildung: privat" width="400" height="600"><p id="caption-attachment-7326" class="wp-caption-text">Über fünf Jahre in den USA gelebt und ausgerechnet dort die erste „Ossi-Erfahrung“ gemacht. Abbildung: privat</p></div>
<h2><span class="title-bg">Orte der Kraft, Felder der Gestaltung</span></h2>
<p>Lokale Initiativen stärken: Es gibt unheimlich viele Menschen, die ehrenamtlich mit wenig Mitteln und viel Kreativität unglaublich viel auf die Beine stellen – Jugendklubs, Kulturinitiativen, engagierte Gruppen, die Räume für Begegnung schaffen. Die finanzielle Förderung muss verständlich und zugänglich sein. Nicht jeder, der Gutes tut, hat einen Vereinsstempel.</p>
<p>Bildung als Grundlage für Zukunft: Wie sollen Kinder träumen, wenn schon vier Schulstunden am Tag ohne Ausfälle Luxus sind? Wer auf dem Land lebt, braucht Perspektiven – nicht Personalnotstand und kilometerweite Wege. Der Zugang zu guter Bildung darf keine Frage des Wohnorts sein.</p>
<p>Landwirtschaft wertschätzen: Wir leben mit der Natur, nicht gegen sie. Aber Auflagen und Gesetze werden oft gemacht, als wolle man Betrug verhindern, statt Erfolg zu ermöglichen. Dokumentation frisst unsere Zeit. Und die Natur hält sich nicht an Verwaltungsraster. Bei uns halten viele landwirtschaftliche Betriebe über Generationen hinweg Traditionen aufrecht. Diese Arbeit verdient Vertrauen, nicht Misstrauen.</p>
<p>Prestigeprojekte der Wirtschaftsförderung: Sie müssen auch den ländlichen Raum erreichen. Wir möchten genauso eingebunden werden in Fortschritt und Innovation. Doch die PR-Maschinerie richtet sich an die eigenen Entscheidungsträger – nicht an jene, die tatsächlich Chancen und Mitgestaltung brauchen. Mehr ostdeutsche Repräsentation: Überhaupt, wir brauchen mehr Ostdeutsche in Führungs- und Entscheidungspositionen – selbstbewusst, sichtbar, hörbar. Kein Quoten-Ossi, kein Exot, kein Aber. Unsere Dialekte, unsere Biografien, unsere Geschichte sind kein Makel – sie sind ein Wert. Holt uns an den Tisch der Entscheidungen, gebt uns Zugang zu Netzwerken und Vitamin B.</p>
<div id="attachment_7327" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7327" class="wp-image-7327" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/4_Wanderung-um-Hohnstein-2018.-Die-Saechsische-Schweiz-ist-fuer-mich-einer-der-schoensten-Landstriche-ueberhaupt.jpg" alt="Wanderung um Hohnstein, 2018. Die Sächsische Schweiz ist für mich einer der schönsten Landstriche überhaupt. Abbildung: privat" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-7327" class="wp-caption-text">Wanderung um Hohnstein, 2018. Die Sächsische Schweiz ist für Dominique Lellek einer der schönsten Landstriche überhaupt. Abbildung: privat</p></div>
<h2><span class="title-bg">Ein Platz, der Worte trägt</span></h2>
<p>Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich auf dem Altmarkt in Dresden. Ich liebe meine Heimat und merke: Die Worte fließen hier anders. Hier, wo Geschichte hörbar wird.</p>
<p>Ich will keine Wahrheit verkünden – ich will den Graben ein Stück kleiner machen. Und ich denke: Vielleicht ist es genau das, was wir brauchen – Orte, an denen Worte wieder entstehen können. An denen Nähe entsteht, wo sonst Distanz war.</p>
<p>Mit Tränen in den Augen lausche ich den Glocken der Frauenkirche. Ich erinnere mich an ihren Schutthaufen – einst Symbol der Zerstörung. Heute steht sie wieder: stark, bestimmt, unübersehbar.</p>
<p>Genau das wünsche ich mir für Ostdeutschland: Dass wir aufstehen. Nicht trotzig, nicht angepasst – sondern aufrecht. Mit Stolz auf das, was war, mit Mut für das, was kommt. Mit dem Bewusstsein, dass wir viel erlebt, viel getragen und viel aufgebaut haben – oft leise, oft übersehen, aber niemals bedeutungslos.</p>
<p>Mit Stolz auf die Transformation der letzten 35 Jahre. Mit Mut zur Eigenständigkeit. Mit Lust auf Gestaltung.</p>
<p>Lasst uns laut sein. Nicht, um zu übertönen, sondern um gehört zu werden. Nicht gegen andere, sondern für das, was uns wichtig ist.</p>
<p>Damit die Zukunft nicht über uns hinwegrollt – sondern von uns mitgestaltet wird. Selbstbestimmt. Gemeinsam. Jetzt.</p>
<div id="attachment_7328" style="width: 455px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7328" class="wp-image-7328" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/5_Blick-aus-meinem-alten-Kinderzimmer-in-den-Garten-und-Rueckzugsort-meiner-Oma-2024.jpg" alt="Blick aus meinem alten Kinderzimmer in den Garten, dem Rückzugsort meiner Oma, 2024. Sie war eine der stärksten Frauen, die ich kenne. Abbildung: privat" width="445" height="600"><p id="caption-attachment-7328" class="wp-caption-text">Blick aus dem Kinderzimmer in den Garten, dem Rückzugsort der Oma, 2024. Sie war eine der stärksten Frauen, die Dominique Lellek kennt. Abbildung: privat</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1685" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg" alt="Label Impulsgeberin Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Dominique Lellek</span></h2>
<p><strong>GEBOREN:</strong> 1990/Sebnitz<br>
<strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Berlin<br>
<strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Juli Zeh: „Über Menschen“, 2021<br>
<strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „In einem Land, das es nicht mehr gibt“, 2022<br>
<strong>MEIN URLAUBSTIPP:</strong> Burg Hohnstein</p>
<p>&nbsp;</p>
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<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
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<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/dominique-lellek-ostdeutsch-selbstbestimmt-fern-der-heimat-wurde-mir-klar-wie-viel-staerke-in-ihr-steckt/">Dominique Lellek: Ostdeutsch &amp; selbstbestimmt. Fern der Heimat wurde mir klar, wie viel Stärke in ihr steckt</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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		<title>Der Osten als Avantgarde #12: Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ostdeutschland und Frankreich</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/der-osten-als-avantgarde-12-spurwechsel-statt-andauernder-aufholjagd/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=9412</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Netzwerk der gemeinnützigen Initiative DenkRaumOst hat es sich zum Ziel gesetzt, Ostdeutschlands Charme sichtbar zu machen. In Teil zwölf ihrer Kolumne widmet sich Dirk Schneemann, Präsident des Deutsch-Französischen Wirtschaftskreises, dem Verhältnis Ostdeutschlands zu Frankreich.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9418" class="wp-image-9418" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Foto_Dirk_Schneemann_2.jpg" alt="Dirk Schneemann ist Gründer der „Frankreich-Initiative Ostdeutschland (FIOst) und Gründer und CEO der euracces Gesellschaft zur Beförderung europäischer Wirtschaftskontakte mbH. Zudem ist er Vorstandsvorsitzender / Präsident des Deutsch-Französischen Wirtschaftskreises, www.dfwk.eu." width="600" height="527">Dirk Schneemann ist Gründer der Frankreich-Initiative Ostdeutschland (FIOst) sowie [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/der-osten-als-avantgarde-12-spurwechsel-statt-andauernder-aufholjagd/">Der Osten als Avantgarde #12: Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ostdeutschland und Frankreich</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Netzwerk der gemeinnützigen Initiative DenkRaumOst hat es sich zum Ziel gesetzt, Ostdeutschlands Charme sichtbar zu machen. In Teil zwölf ihrer Kolumne widmet sich Dirk Schneemann, Präsident des Deutsch-Französischen Wirtschaftskreises, dem Verhältnis Ostdeutschlands zu Frankreich.</p>
<p><span id="more-9412"></span></p>
<div id="attachment_9418" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9418" class="wp-image-9418" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Foto_Dirk_Schneemann_2.jpg" alt="Dirk Schneemann ist Gründer der „Frankreich-Initiative Ostdeutschland (FIOst) und Gründer und CEO der euracces Gesellschaft zur Beförderung europäischer Wirtschaftskontakte mbH. Zudem ist er Vorstandsvorsitzender / Präsident des Deutsch-Französischen Wirtschaftskreises, www.dfwk.eu." width="600" height="527"><p id="caption-attachment-9418" class="wp-caption-text">Dirk Schneemann ist Gründer der Frankreich-Initiative Ostdeutschland (FIOst) sowie Gründer und CEO der Euraccess Gesellschaft zur Beförderung europäischer Wirtschaftskontakte mbH. Zudem ist er Vorstandsvorsitzender bzw. Präsident des Deutsch-Französischen Wirtschaftskreises (<a href="https://dfwk.eu/">DFWK</a>).</p></div>
<p>Die Kappung und Abwicklung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen der DDR nach der Wiedervereinigung in kürzester Zeit führten zu strukturellen und geografisch stark unterschiedlichen Entwicklungen in beiden Teilen Deutschlands. Die „überlebenden ehemaligen DDR-Unternehmen“ orientierten sich zwangsläufig Richtung Osteuropa und Asien, weil ihnen der westeuropäische und amerikanische Markt weitgehend verschlossen blieben.</p>
<p>Daraus ergab sich die Konsequenz, dass die EU-Präsenz Deutschlands – politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich – fast ausnahmslos durch „alte westdeutsche“ Strukturen wahrgenommen wurde. Dies hatte zur Folge, dass entsprechende Investitionen, Niederlassungen und Kooperationen mit ostdeutschen Unternehmen aufgrund fehlender Netzwerke eher die Ausnahme waren.</p>
<p>Tiefgreifende geopolitische Veränderungen (Corona, Ukraine) führten in den letzten Jahren dazu, dass Märkte wie Asien und Russland nahezu ausfielen. Gleichzeitig wurden innereuropäische Beziehungen immer wichtiger. Hinzu kam die gestiegene und auch international stärker wahrgenommene Innovationskraft der ostdeutschen Länder. Damit veränderte sich auch der Fokus sowohl ostdeutscher Unternehmen als auch internationaler Investoren auf den Osten selbst.</p>
<h2><span class="title-bg">Spurwechsel statt andauernder Aufholjagd</span></h2>
<p>Somit erscheint die Frage der Vergleichbarkeit von Ost und West sowie des Aufholens des Ostens in einem anderen Licht. Es muss einerseits künftig stärker um internationale Vergleichbarkeit in Schlüsseltechnologien und Branchen gehen, die ostdeutsche Unternehmen wettbewerbskonform bedienen können. Zum anderen lassen sich immer wieder fortgesetzte „verlängerte Werkbänke westdeutscher Prägung“ durch internationale Kooperationen ablösen. Dies betrifft auch Direktinvestitionen und nachhaltige Wertschöpfung, deren Ergebnisse im „Osten“ bleiben. Aufgrund der Kleinteiligkeit der ostdeutschen Wirtschaft braucht es den Aufbau von internationalen Netzwerken und einen neuen Fokus bei den vorhandenen Förderstrukturen.</p>
<h2><span class="title-bg">FIOst verbindet Ostdeutschland und Frankreich</span></h2>
<p>Die im Ergebnis einer von mir Ende 2022 erarbeiteten „Frankreich-Strategie Neue Bundesländer“ mündete bald mit großer Unterstützung der französischen Botschaft und weiteren Partnern in der „Frankreich-Initiative Ostdeutschland – FIOst“. Warum? Um Ostdeutschlands Potenziale für die europäische Stärkung mehr sicht- und nutzbar zu machen. Besonders in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre war Frankreich der größte Handelspartner der DDR – nach der BRD. Gleichzeitig war die DDR Frankreichs größter Handelspartner im Osten – nach der Sowjetunion. Wie oben beschrieben, endeten diese beiderseitigen Beziehungen nach der Wiedervereinigung abrupt und dauerhaft. Ostdeutschland fand in den deutsch-französischen Beziehungen – und insbesondere in der Wirtschaft – über Jahrzehnte hinweg nicht mehr statt. Die Investition von Elf Aquitaine in die Raffinerie Leuna sollte die bislang größte Einzelinvestition bleiben.</p>
<p>Erst mit globalen Marktveränderungen, der Betonung des europäischen Binnenmarktes und der zunehmenden Attraktivität ostdeutscher Standorte und Unternehmen scheint sich der Blick westeuropäischer Länder – und hier insbesondere Frankreichs – auf Ostdeutschland zu ändern. Die FIOst wurde gestartet, um auf diese Potenziale aufmerksam zu machen und den Aufbau spezifisch für diesen Markt ausgerichteter Förderstrukturen einzufordern. Der Weg ist mühsam, aber wiederbelebte und neu aufgebaute Regionalkooperationen zeigen, dass es geht. Bis 2023 gab es nur einen deutsch-französischen Wirtschaftskreis im Osten des Landes – den DFWK Berlin-Brandenburg. Die Gründung eines Deutsch-Französischen Wirtschaftsklubs Mitteldeutschland im September 2023 bietet seitdem eine neue Austauschplattform. Wirtschaftskonferenzen finden statt und auch die MPK Ost setzt das Thema auf die Tagesordnung. Der französische Botschafter, François Delattre, und die Ostbeauftragte des Bundes, Staatsministerin Elisabeth Kaiser, haben die FIOst-Schirmherrschaft übernommen. Langsam nehmen auch französische Investitionen im Osten wieder zu, neue Industriekooperationen in Schlüsselbereichen sind im Entstehen. Dies betrifft erfreulicherweise Zukunftsbranchen wie H2, Infrastruktur, Mobilität, AI und andere. Aber es bedarf noch vieler gemeinsamer Anstrengungen – insbesondere intensiver Netzwerkarbeit über Partei- und Landesgrenzen hinweg, um nachhaltige Erfolge zu sichern.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<td><strong>Die nächsten Live-Termine von DenkRaumOst</strong>
<p><a href="http://www.denkraumost.de/events">denkraumost.de/events</a></p></td>
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		<title>Tobias Kremkau: Luxus der Leere. Realität der Verantwortung</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/tobias-kremkau-luxus-der-leere-realitaet-der-verantwortung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 05:30:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=7272</guid>

					<description><![CDATA[<p>Tobias Kremkau, Kreisvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Altmark und Berater für die CoWorkLand e.G., ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7287" class="wp-image-7287" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Kremkau_DIAO2.png" alt="Tobias Kremkau, Kreisvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, Altmark Berater für die CoWorkLand e.G. Abbildung: Ruben Engel" width="704" height="1000">Tobias Kremkau, Kreisvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen Altmark, Berater für die CoWorkLand e.G. Abbildung: Ruben Engel<br />
Wer [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/tobias-kremkau-luxus-der-leere-realitaet-der-verantwortung/">Tobias Kremkau: Luxus der Leere. Realität der Verantwortung</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Tobias Kremkau, Kreisvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Altmark und Berater für die CoWorkLand e.G., ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-7272"></span></p>
<div id="attachment_7287" style="width: 714px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7287" class="wp-image-7287" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Kremkau_DIAO2.png" alt="Tobias Kremkau, Kreisvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, Altmark Berater für die CoWorkLand e.G. Abbildung: Ruben Engel" width="704" height="1000"><p id="caption-attachment-7287" class="wp-caption-text">Tobias Kremkau, Kreisvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen Altmark, Berater für die CoWorkLand e.G. Abbildung: Ruben Engel</p></div>
<p>Wer über politische Arbeit in Ostdeutschland spricht, denkt meist an Wahlergebnisse, an Polarisierung, an die Rolle der AfD. Selten richtet sich der Blick auf die Strukturen, die Tag für Tag demokratische Arbeit unter schwierigsten Bedingungen leisten – auf die kleinen Kreisverbände der demokratischen Parteien in ländlichen Regionen Ostdeutschlands.</p>
<p>Ich selbst bin Teil eines solchen Kreisverbands in der Altmark, einer dünn besiedelten Region im Norden von Sachsen-Anhalt, und weiß: Demokratische Arbeit hier draußen ist kein Selbstläufer, sondern eine tägliche Herausforderung – und genau genommen gar nicht mehr im eigentlichen Sinne möglich. Deshalb müssen wir neue Wege suchen, um politisch wirken zu können. Vor drei Jahren bin ich von Berlin-Friedrichshain in die Hansestadt Stendal gezogen und der (politische) Kulturschock hätte kaum größer sein können.</p>
<p>Eben noch war ich eines von mehreren Hundert Mitgliedern in einem Kreisverband, der nicht auf mein Engagement angewiesen war. Nun war ich einer von rund 70 Mitgliedern auf einer Fläche, die doppelt so groß ist wie das Saarland.</p>
<p>Und ich war eine von gerade einmal vier Personen, die zur nächsten Mitgliederversammlung erschienen, auf der der neue Kreisvorstand gewählt werden sollte. Eine Wahl war unter diesen Umständen nicht möglich. Der Verband stand kurz vor der Auflösung – was bedeutet hätte, dass die politische Arbeit meiner Partei in dieser Region wohl für lange Zeit zum Erliegen gekommen wäre.</p>
<p>Spontan erklärte ich mich bereit, Verantwortung zu übernehmen: im Vorstand mitzuarbeiten, den anstehenden Europa- und Kommunalwahlkampf zu organisieren und die Parteiarbeit sowie das Mitgliederengagement wiederzubeleben. Hier, anders als in Berlin, kam es unmittelbar auf mein persönliches Engagement an. Zwar verfügen wir inzwischen wieder über einen gewählten Kreisvorstand und erleben einen erfreulichen Zuwachs an engagierten Mitgliedern, doch die strukturellen Herausforderungen bleiben gewaltig.</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Es braucht eine grundlegende Entlastung der Kommunen und eine überfällige Staatsreform.”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg">Fläche, Vereinzelung und Integration</span></h2>
<p>Ländliche Kreisverbände – und das gilt nicht nur für meine Partei – kämpfen mit geografischen und demografischen Bedingungen, die politische Arbeit erschweren. Die Wege zwischen Mitgliedern sind lang, der ÖPNV ausgedünnt und digitale Kommunikation ist kein vollwertiger Ersatz, wenn der persönliche Austausch fehlt. Die geringe Bevölkerungsdichte spiegelt sich in kleinen Mitgliederzahlen wider. Wer sich engagiert, trägt oft überproportional viel Verantwortung und ist selten ersetzbar.</p>
<p>Hinzu kommt ein Phänomen, das vielleicht meiner Partei in besonderem Maße eigen ist: Der überwiegende Teil unserer Mitglieder – und nahezu alle Neumitglieder der letzten Jahre – sind Zugezogene, häufig westdeutsch sozialisiert. Das bringt durchaus Vorteile mit sich: Sie tragen ein anderes, oft selbstverständliches Bild unserer Partei in sich. Doch gleichzeitig fehlt es ihnen meist an gewachsenen lokalen Netzwerken und tiefen biografischen Bezügen zur Region.</p>
<p>Das führt zu einem Paradox: Viele Menschen in der Altmark haben eine Meinung zu uns – häufig geprägt von medialen Narrativen –, doch kaum jemand kennt ein Mitglied persönlich. Unsere Mitglieder wiederum suchen in der Partei nicht nur politische Mitgestaltung, sondern auch Anschluss, Orientierung, ein soziales Netz in einer für sie neuen Umgebung. Das weckt neue Erwartungen an die Parteiarbeit – sie wird zur Integrationsaufgabe im besten Sinne.</p>
<div id="attachment_7282" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7282" class="wp-image-7282" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Flyer-Pendleraktion-Zuhoeren.jpg" alt="Pendleraktion „Zuhören“: mit den Leuten ins Gespräch kommen. Abbildung: privat/Tobias Kremkau" width="450" height="600"><p id="caption-attachment-7282" class="wp-caption-text">Pendleraktion „Zuhören“: mit den Leuten ins Gespräch kommen. Abbildung: privat/Tobias Kremkau</p></div>
<h2><span class="title-bg">Ehrenamt unter Druck</span></h2>
<p>Hinzu tritt eine strukturelle Überforderung: Ohne hauptamtliche Unterstützung, ohne Geschäftsstellen oder angestelltes Personal schultern wenige Engagierte die gesamte politische Infrastruktur – von Organisation und Kommunikation über Veranstaltungen bis hin zu Wahlkämpfen. Viele dieser Aktiven sind im fortgeschrittenen Alter; jüngere Menschen fehlen. Sie zieht es – aus nachvollziehbaren Gründen – in die Städte. Wer in der Region bleibt, ist meist bereits stark eingespannt, sei es beruflich, familiär oder beides. Das ehrenamtliche Engagement, das die demokratische Arbeit vor Ort überhaupt erst ermöglicht, wird so zur dauerhaften Belastung.</p>
<p>Gleichzeitig schreitet ein besorgniserregender gesellschaftlicher Wandel voran: Der spürbare Rechtsruck und die zunehmenden Anfeindungen gegenüber ehrenamtlich Engagierten, die sich für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung einsetzen, schrecken immer mehr Menschen ab. Viele ziehen sich ins Private zurück und wünschen sich dies als unpolitischen Raum. Politik soll draußen bleiben: aus den Vereinen, von den Esstischen, aus den Skatrunden.</p>
<p>Doch wir leben in einer Parteiendemokratie. Es ist elementar für das Funktionieren unseres Gemeinwesens, dass sich Menschen in Parteien engagieren und über sie in die Räte und Parlamente auf allen Ebenen hineinwirken. In Ostdeutschland jedoch wirkt das historisch belastete Verhältnis zu Parteien und politischem Engagement fort – verschärft durch die fortschreitende Radikalisierung der politischen Rechten. Dies führt zu einer Atmosphäre der Abschreckung, die unser demokratisches Fundament ins Wanken bringt.</p>
<div id="attachment_7283" style="width: 462px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7283" class="wp-image-7283" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Flyer-verteilen-mit-Familie.jpg" alt="Flyer verteilen: mit Hilfe vom Nachwuchs. Abbildung: privat/Tobias Kremkau" width="452" height="600"><p id="caption-attachment-7283" class="wp-caption-text">Flyer verteilen: mit Hilfe vom Nachwuchs. Abbildung: privat/Tobias Kremkau</p></div>
<h2><span class="title-bg">Sichtbar bleiben – ohne Bühne</span></h2>
<p>Ein weiteres strukturelles Problem liegt in der öffentlichen Sichtbarkeit. In einer Region mit lediglich zwei Tageszeitungen und geringem medialen Interesse an politischen Themen jenseits der großen Schlagzeilen ist es schwer, überhaupt Gehör zu finden. Soziale Medien bieten zwar theoretisch alternative Kanäle – doch in der Praxis stoßen sie rasch an ihre Grenzen: mangelhafte Netzabdeckung, geringe Reichweiten und digitale Unsicherheit erschweren die Kommunikation zusätzlich. Oft ist nicht einmal klar, wer die Zielgruppe ist und wofür wir eigentlich kommunizieren. Strategische Öffentlichkeitsarbeit wird unter solchen Voraussetzungen zur Herausforderung.</p>
<p>Empfehlungen, auf Plattformen wie Tiktok zu setzen, laufen in einer dünn besiedelten Region mit einer überalterten Bevölkerung ins Leere. Und wir müssen uns – bei allem Verständnis für moderne Wahlkampfformate – nicht mit dem neuesten Trend-Tanz blamieren, nur um Parteifreunden in Stuttgart, Düsseldorf oder Hamburg zu gefallen. Solche Aktionen mögen anderswo sinnvoll sein, sie tragen jedoch kaum dazu bei, unsere Präsenz und unser Ansehen vor Ort zu stärken.</p>
<p>Immerhin leisten wir uns – im Gegensatz zu vielen anderen Kreisverbänden – noch eine eigene Geschäftsstelle. Auf über 4.500 km2 macht das immerhin zwei Fensterscheiben eines ehemaligen Ladengeschäfts mit unserem Logo sichtbar. Eine Teilzeitstelle mit zehn Wochenstunden können wir uns allerdings nur dank einer Förderung unseres Bundesverbandes leisten.</p>
<p>Dass progressiver Politik im ländlichen Osten mit Skepsis begegnet wird, ist kein Geheimnis. In vielen Regionen sitzen tief verwurzelte Ressentiments gegen „die da oben“, gegen Veränderung, gegen grüne Ideen. Wer sich öffentlich positioniert, setzt sich Anfeindungen aus. Die Dominanz rechter Diskurse prägt zunehmend das gesellschaftliche Klima – sie erschwert nicht nur die politische Arbeit, sondern macht sie mitunter auch riskant.</p>
<p>Und doch erfüllen gerade kleine Kreisverbände eine unverzichtbare Funktion: Sie sichern demokratische Präsenz – oft als einzig sichtbare Alternative zu autoritären und populistischen Kräften. Wir schaffen Räume für Austausch und Begegnung, engagieren uns in Bürgerinitiativen, wirken in Gemeinderäten mit und bringen lokale Perspektiven in politische Debatten ein: etwa zu Mobilität, Landwirtschaft, Daseinsvorsorge oder der Energiewende.</p>
<p>Dabei geht es nicht um Dauerpräsenz oder Lautstärke, sondern um Verlässlichkeit. Um die leisen Stimmen, die nicht verstummen. Um Orte, an denen Menschen zusammenkommen und gemeinsam überlegen, wie ein gutes Zusammenleben gelingen kann – auf dem Land, mit all seinen Besonderheiten und Herausforderungen. Deshalb lohnt es sich weiterhin, sich in einer demokratischen Partei zu engagieren. Aber wir müssen politische Arbeit neu denken.</p>
<div id="attachment_7284" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7284" class="wp-image-7284" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Plakat-haengen-hochkant.jpg" alt="Werben für ein Miteinander in der Altmark und dem Jerichower Land. Abbildung: privat/Tobias Kremkau" width="450" height="600"><p id="caption-attachment-7284" class="wp-caption-text">Werben für ein Miteinander in der Altmark und dem Jerichower Land. Abbildung: privat/Tobias Kremkau</p></div>
<h2><span class="title-bg">Was sich ändern muss</span></h2>
<p>Aus meinen bisherigen Erfahrungen lassen sich einige grundlegende Einsichten ableiten.</p>
<p>Erstens: Kreisverbände im ländlichen Raum brauchen gezielte, dauerhafte Unterstützung durch ihre Bundes- und Landesverbände – personell, finanziell und organisatorisch. Ohne diese strukturelle Rückendeckung bleibt das Engagement Einzelner überlastet und auf Dauer kaum tragfähig. In den Parteizentralen muss ankommen, dass sich die politische Realität nicht allein nach der Zahl der Stimmen bemisst. Wer den ländlichen Raum nur als zahlenmäßig schwachen Wahlkreis betrachtet, verkennt seine Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Denn wenn Regionen aus dem demokratischen Konsens kippen, hilft keine progressive Mehrheit in der nächsten Großstadt – dann bricht das Fundament unserer Gesellschaft.</p>
<p>Zweitens: Der ländliche Raum darf nicht länger nur mitgedacht werden – er muss als gleichwertiger politischer Gestaltungsraum anerkannt werden. Mit eigenen Herausforderungen, aber auch mit eigenem Potenzial. Es reicht nicht, von der Landeshauptstadt aus mit der Gießkanne über Förderprogramme zu handeln. Es braucht echte Beteiligung, echte Gestaltungshoheit. Menschen vor Ort müssen selbst entscheiden können, was gefördert wird und wie.</p>
<p>Drittens: Wer demokratische Verankerung flächendeckend sichern will, muss dort investieren, wo es unbequem, kleinteilig und wenig prestigeträchtig ist. Das heißt: in Strukturen, die heute zu oft auf Verschleiß laufen. Doch dafür braucht es mehr als wohlmeinende Sonntagsreden – es braucht eine grundlegende Entlastung der Kommunen und nicht weniger als eine überfällige Staatsreform. Denn – und hier spannt sich der Bogen vom kleinen, überlasteten Kreisverband bis hin zur Bundesrepublik – unser demokratisches Fundament bröckelt. Und das beginnt ganz unten, auf kommunaler Ebene.</p>
<p>Der viel zitierte „Luxus der Leere“ ist dabei keine romantische Kulisse, sondern eine widersprüchliche Realität. Sie bietet Freiraum für neue Ideen, für ein anderes Miteinander. Aber sie verlangt auch Verantwortung: für Zugehörigkeit, Beteiligung, Vertrauen – die Grundpfeiler einer lebendigen Demokratie.</p>
<p>Diesen Raum dürfen wir nicht den Lautesten und Radikalsten überlassen. Sondern wir müssen diejenigen stärken, die bereit sind, ihn gemeinsam mit anderen zu gestalten – verlässlich, empathisch, demokratisch.</p>
<div id="attachment_7285" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7285" class="wp-image-7285" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Plakate-sortieren.jpg" alt="Wahlkampf: wenige Schultern tragen viel. Abbildung: privat/Tobias Kremkau" width="450" height="600"><p id="caption-attachment-7285" class="wp-caption-text">Wahlkampf: Wenige Schultern tragen viel. Abbildung: privat/Tobias Kremkau</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Tobias Kremkau</span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong>GEBOREN:</strong> 1985/Magdeburg</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Magdeburg</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Christian Bangel: „Oder Florida“, 2017</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „Zwei zu eins“, 2024</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN URLAUBSTIPP: </strong></span>Kühlungsborn, Mecklenburg-Vorpommern</p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/tobias-kremkau-luxus-der-leere-realitaet-der-verantwortung/">Tobias Kremkau: Luxus der Leere. Realität der Verantwortung</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Drei Gründerinnen in ihrem Element</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/drei-gruenderinnen-in-ihrem-element/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anzeige]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Start-ups]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Start-up Cynio mischt die chemische Industrie mit einem neuen Verfahren auf. Dafür erhielt es kürzlich den Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt 2026 in der Kategorie Existenzgründungen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9346" class="wp-image-9346" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/CYNiO-Gründerinnen4.jpg" alt="Die Gründerinnen von Cynio, Marlene Baumhardt, Sophie Riedel und Michéle Tille (von links nach rechts). Marlene Baumhardt und Sophie Riedel, beide Chemikerinnen mit umfangreicher Forschungs- und Laborerfahrung, sie sind für die chemische Prozess- und Produktentwicklung verantwortlich. Michéle Tille bringt bereits mehrfache Gründungserfahrung mit und ergänzt das Team im betriebswirtschaftlichen Bereich. Abbildung: [...]
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Start-up Cynio mischt die chemische Industrie mit einem neuen Verfahren auf. Dafür erhielt es kürzlich den Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt 2026 in der Kategorie Existenzgründungen.</p>
<p><span id="more-9342"></span></p>
<div id="attachment_9346" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9346" class="wp-image-9346" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/CYNiO-Gründerinnen4.jpg" alt="Die Gründerinnen von Cynio, Marlene Baumhardt, Sophie Riedel und Michéle Tille (von links nach rechts). Marlene Baumhardt und Sophie Riedel, beide Chemikerinnen mit umfangreicher Forschungs- und Laborerfahrung, sie sind für die chemische Prozess- und Produktentwicklung verantwortlich. Michéle Tille bringt bereits mehrfache Gründungserfahrung mit und ergänzt das Team im betriebswirtschaftlichen Bereich. Abbildung: Cynio" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9346" class="wp-caption-text">Marlene Baumhardt und Sophie Riedel (v. l.), beide Chemikerinnen mit umfangreicher Forschungs- und Laborerfahrung, sind für die chemische Prozess- und Produktentwicklung verantwortlich. Michéle Tille (re.) bringt bereits mehrfache Gründungserfahrung mit und ergänzt das Team im betriebswirtschaftlichen Bereich. Abbildung: Cynio</p></div>
<p>Im Juni 2025 gestartet, schaltete das Gründerinnen-Trio von <a href="https://cynio.net/de/">Cynio</a> sofort in den Wachstumsmodus. Zwei Chemikerinnen und eine Marketingexpertin treiben im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen die Entwicklung voran – mit einer Technologie, die das Potenzial hat, die Branche nachhaltig zu verändern.</p>
<h2><span class="title-bg">Neues und nachhaltiges Verfahren</span></h2>
<p>Dabei wäre Cynio in dieser Form fast nicht entstanden. Chemikerin Marlene Baumhardt arbeitet damals an der TU Bergakademie Freiberg in einer Forschungsgruppe an einem Verfahren, das spezielle Isocyanate – zentrale chemische Bausteine für Industrie und Forschung – nachhaltiger und flexibler herstellt. Der Clou: CO2 ersetzt das hochgiftige Phosgen. Wer Phosgen nutzt, muss hermetisch abgeriegelte Anlagen bedienen und umfangreiche Sicherheitsvorgaben beachten. Das Verfahren ist zwar sehr effizient, aber auch gefährlich. Es lohnt sich meist nur bei sehr großen Mengen im Gigatonnen-Maßstab. In Europa gibt es deshalb nur wenige Isocyanate, die im großen Maßstab günstig hergestellt werden. Spezial-Isocyanate für Forschung und Entwicklung sowie Nischenindustrien sind rar und werden oft teuer über Zwischenhändler aus Asien bezogen. Marlene Baumhardt sicherte sich das Patent an der bahnbrechenden Technologie und suchte Mitstreitende. Doch die Resonanz war zunächst verhalten: Ein Start-up in der Chemie? Für viele kaum vorstellbar.</p>
<div id="attachment_9347" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9347" class="wp-image-9347" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Isocyanate.jpg" alt="Isocyanate sind zentrale chemische Bausteine für Industrie und Forschung. Abbildung: Cynio" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9347" class="wp-caption-text">Isocyanate sind zentrale chemische Bausteine für Industrie und Forschung. Abbildung: Cynio</p></div>
<p>Dann fügt sich alles. Michéle Tille, erfahrene Unternehmensberaterin und Projektmanagerin, stößt dazu. Cynio ist ihr drittes Unternehmen – sie bringt Erfahrung mit, die sich jetzt auszahlt. Mit Chemikerin Sophie Riedel, die bereits an der TU mit Marlene Baumhardt zusammenarbeitet, ist das Gründerinnenteam komplett. Innerhalb kurzer Zeit entsteht die GmbH, ein Labor wird eingerichtet, ein zweiter Standort in Leipzig eröffnet und Aufträge gesichert. Das Trio reist um die Welt, hält Vorträge unter anderem in den USA, in Japan und Vietnam, und gewinnt Kooperationspartner für Forschungs- und Entwicklungsprojekte.</p>
<h2><span class="title-bg">Hinter der Geschwindigkeit steckt Strategie</span></h2>
<p>Die Gründerinnen vernetzen sich, schließen „Letter of Intents“, nutzen Messen, Fachkonferenzen und Kundenfeedback, um Prozesse zu optimieren. „Wir glauben fest an unsere Produkte und unser Unternehmen, da gibt es nur eine Richtung für uns“, sagt Michéle Tille. Gründungsstipendien und Partner wie die bmp Ventures AG, die die Risikokapitalfonds des Landes verwaltet und innovative Unternehmen fördert, helfen dabei, Strategien schnell in die Praxis umzusetzen. Die Wege in Sachsen-Anhalt sind kurz, die Unterstützung ist oft groß – Michéle Tille nennt das „ideale Bedingungen, um die Produktion hier anzusiedeln“. Inzwischen arbeiten 13 Mitarbeitende, vor allem Chemiker und Verfahrenstechniker, im Unternehmen. Für die ausgeschriebenen Stellen gingen über 600 Bewerbungen ein. „Und nein, wir stellen nicht nur Frauen ein“, sagt die Betriebswirtschaftlerin. Dass sie als Frauen den Markt aufmischen, sei oft ein Thema von außen – für sie selbst ist das völlig normal. „Für uns zählt einfach, dass wir in Sachsen und Sachsen-Anhalt ein Unternehmen aufbauen wollen, das Innovationen unterstützt und langfristig wirkt.“</p>
<div id="attachment_9348" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9348" class="wp-image-9348" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/CYNiO-Team.jpg" alt="Das Team von Cynio. Inzwischen arbeiten 13 Mitarbeitende im Unternehmen. Abbildung: Cynio" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9348" class="wp-caption-text">Das Team von Cynio. Inzwischen hat das Unternehmen 13 Mitarbeitende. Abbildung: Cynio</p></div>
<p>Und damit trifft Cynio ins Schwarze. Das Unternehmen stellt Isocyanate her, die bisher schwer verfügbar waren, und bietet entscheidende Vorteile: Die Produktion ist flexibel, kann schnell zwischen verschiedenen Isocyanaten wechseln und Spezial-Isocyanate lassen sich nun auch in kleinen Chargen herstellen. Künftig könnte auch grünes CO2 genutzt werden. „Damit können wir Forschung und innovative Produkte fördern“, sagt Michéle Tille. Außerdem lassen sich Strukturen herstellen, die bisher nicht zu bekommen waren. „Wenn jemand ein bestimmtes Isocyanat im Kopf hat, können wir es vermutlich herstellen“, so die CEO.</p>
<h2><span class="title-bg">Erhöhung der Produktionskapazitäten angestrebt</span></h2>
<p>Spezial-Isocyanate werden in der Industrie sowie in der Forschung und Entwicklung nachgefragt. Vertriebs- und Kooperationspartner für gemeinsame Forschungsvorhaben und immer mehr Partner aus der Industrie bringen sich ein. Zudem will das Start-up seine Produktionskapazitäten deutlich erhöhen: Derzeit werden rund 250 Kilogramm pro Jahr hergestellt, bis 2029 sollen es fast 30 Tonnen sein. Ab Mai soll eine größere Produktionshalle in Betrieb genommen werden, weitere Anlagen sind geplant. Michéle Tille sagt: „Wir werden weiterwachsen, noch mehr Mitarbeitende einstellen und unsere Prozesse kontinuierlich optimieren.“ Durch zusätzliche Patente und Lizenzen will Cynio das Portfolio in naher Zukunft erweitern. „Vor allem wünschen wir uns allerdings, dass wir anderen Unternehmen helfen können, ihre Produkte besser zu machen und Wettbewerbsvorteile zu erhalten, die sie ohne unsere speziellen Isocyanate nicht hätten“, so Tille.</p>
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		<title>Janka Kreißl: Ich glaube an nichts. Wie der Osten mich radikalisiert hat – und der Westen auch</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/janka-kreissl-ich-glaube-an-nichts-wie-der-osten-mich-radikalisiert-hat-und-der-westen-auch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2026 05:30:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Janka Kreißl, Partnerin bei der Dunkelblau GmbH &#38; Co KG, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7270" class="wp-image-7270 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Kreissl_DIAO2.png" alt="Janka Kreißl, Partnerin Dunkelblau GmbH &#38; Co KG. Abbildung: Noa Marie Sandke" width="703" height="1000">Janka Kreißl, Partnerin Dunkelblau GmbH &#38; Co KG. Abbildung: Noa Marie Sandke<br />
Ich glaube an nichts. Nicht an Gott, nicht an einen [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/janka-kreissl-ich-glaube-an-nichts-wie-der-osten-mich-radikalisiert-hat-und-der-westen-auch/">Janka Kreißl: Ich glaube an nichts. Wie der Osten mich radikalisiert hat – und der Westen auch</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Janka Kreißl, Partnerin bei der Dunkelblau GmbH &amp; Co KG, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><span id="more-7262"></span></p>
<div id="attachment_7270" style="width: 713px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7270" class="wp-image-7270 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Kreissl_DIAO2.png" alt="Janka Kreißl, Partnerin Dunkelblau GmbH &amp; Co KG. Abbildung: Noa Marie Sandke" width="703" height="1000"><p id="caption-attachment-7270" class="wp-caption-text">Janka Kreißl, Partnerin Dunkelblau GmbH &amp; Co KG. Abbildung: Noa Marie Sandke</p></div>
<p>Ich glaube an nichts. Nicht an Gott, nicht an einen Staat, nicht daran, dass Dinge so bleiben wie sie sind. Ich wuchs auf in einem Land, das mir per Pioniergebot verordnete, Freundschaft mit den Kindern der Sowjetunion zu halten, Sport zu treiben und überall tüchtig mitzuhelfen. In einer Region, die von Bergen, Sperrzonen und einer Mauer begrenzt war. In einer Familie, in der mein Verständnis von Religion darin bestand, dass die Nachbarstochter zu Weihnachten eben in die Kirche ging und ich nicht.</p>
<p>Als ich 13 wurde, spielte ich mit Freundinnen in meinem Kinderzimmer das Spiel, bei dem man eine Sechs würfeln, dann schnell Mütze und Handschuhe anziehen, eine in Zeitung verpackte Schokolade auspacken und mit Besteck zerschneiden musste. Im Wohnzimmer saßen die Erwachsenen zusammen und stießen auf meinen Geburtstag an. Der Fernseher lief, und irgendwann kam jemand herein und sagte: „Die Grenzen sind offen.“ Mir war das egal, ich hatte ein Pferdebuch geschenkt bekommen und Jeans aus einem Westpaket. In den nächsten Tagen fehlten Schüler in meiner Klasse: Ihre Familien waren direkt losgefahren, ein paar Kilometer weiter, in den Westen.</p>
<p>Bis wir die Grenze das erste Mal überquerten, dauerte es noch zwei, drei Wochen. „Woher sollen wir wissen, dass die nicht einfach wieder zumachen?“, fragten sich meine Eltern und zögerten. Im Vergleich dazu kam der Westen relativ schnell zu uns. Autos mit bayerischen Kennzeichen holperten über die Hauptstraße unserer Kleinstadt, wir Jugendlichen hatten Langeweile und sahen sie uns an. Durch die Fenster wurden uns Bananen, Kulis und CDU-Aufkleber gereicht.</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Die erfolgreichste Geschichte ist die, die Widersprüche aushält. Die verlässlichste Gewissheit ist, dass es immer irgendwie weitergehen wird.”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg">Mauer weg, Staat weg, Orientierung weg</span></h2>
<p>Meine Eltern erhielten ihren ersten Betrüger-Brief – sie hätten 10.000 Mark gewonnen – und luden die ganze Nachbarschaft zum Feiern ein. Irgendwann kamen immer mehr solcher Briefe und sie begriffen, dass sie nichts gewonnen hatten. Ich hingegen spürte, dass so manche Erwachsenen um mich herum gerade einiges verloren: das gewohnte Leben, wie es mal gewesen war. Die Hoffnung, dass Dinge anders bzw. besser würden. Das Vertrauen in den „goldenen Westen“, der viele von ihnen erst mal ganz schön verarschte.</p>
<p>Meine Freunde und ich wurschtelten uns so durch. Wir suchten nach unseren eigenen Erklärungen und Wegen in die Zukunft – zwischen Kollektiven, die auseinanderbrachen und überforderten Erwachsenen, die selbst nach Orientierung rangen. Kaum jemand konnte uns erklären, wie das Neue einzuordnen wäre, wie es weitergehen würde, was nun klug oder angebracht sei. Die meisten Großeltern, Eltern oder Lehrer wussten es vermutlich selbst nicht genau. Gewohnte Alltagsstrukturen gerieten durcheinander, Autoritäten gingen verloren, einen Ersatz gab es nicht. Für den Staat DDR waren Wende und Wiedervereinigung der Endpunkt seiner Geschichte – für seine Bürgerinnen und Bürger ein Anfang in einem neuen Land.</p>
<p>Irgendwann sehr viel später zeichnete ein Psychotherapeut mir daraus ein Bild: Aus einem Hafen, der in Windeseile abgerissen wurde, steuerten wir mit einem Boot, das nur aus dem Allernötigsten bestand, auf ein Ziel zu, von dem wir keine Ahnung hatten, wie es aussehen sollte. Nicht mal wussten, wo und wie es existiert.</p>
<div id="attachment_7264" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7264" class="wp-image-7264" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/01_09.-Nov.-1989.jpg" alt="9. November 1989: Tag des Mauerfalls – der 13. Geburtstag. Im Kinderzimmer erfuhr das historische Ereignis wenig Beachtung. Abbildung: privat" width="600" height="389"><p id="caption-attachment-7264" class="wp-caption-text">9. November 1989: Tag des Mauerfalls – der 13. Geburtstag. Im Kinderzimmer erfuhr das historische Ereignis wenig Beachtung. Abbildung: privat</p></div>
<h2><span class="title-bg">Auf der Suche nach Heimat</span></h2>
<p>„Die ganze Welt ist voll von Sachen und es ist wirklich nötig, dass jemand sie findet“, ließ Astrid Lindgren meine Kindheitsheldin Pippi Langstrumpf sagen – und ich glaubte und glaube ihr mit jeder Faser meines Herzens. Ich habe in meinem Leben viele Steine umgedreht in der Hoffnung, zu finden – auch solche, die besser liegen geblieben wären.</p>
<p>Als junge Erwachsene war ich ständig auf Reisen, oft außerhalb meiner Komfortzone und immer mit Anlauf ins Unbekannte. Ich fühlte mich rastlos und stets auf der Suche – nach irgendeinem Leuchtturm, an dem ich mich ausrichten konnte, nach Ankommen und Heimat. Irgendwann wurde mir klar, dass ich diese Heimat in mir finden musste – und dass sie nicht aus einem Ort bestehen würde.</p>
<p>Vieles über mich, meine ostdeutsche Herkunft und Identität habe ich in der Ferne erfahren, im Austausch mit anderen. Beim Auslandssemester in Wales, wo ich bei einem iranischen Pizzabäcker arbeitete, der ein großer Fan von „the communism“ war und mich mit Fragen zu volkseigenen Betrieben und Pionierorganisation löcherte. Beim Work and Travel in Australien, wo ich am Lagerfeuer Diskussionen mit Kölnern führte, die die ganze Welt bereist hatten, aber noch nie in Berlin, Weimar oder Dresden waren. Im Kino in Sydney, wo ich 2004 bei „Goodbye Lenin“ in Tränen ausbrach, 15 Jahre nach dem Mauerfall-Kindergeburtstag, weil das Gefühl von Verlust und Verlorensein mich plötzlich überwältigte. Auf dem Kreuzfahrtschiff, wo ich drei Jahre lang arbeitete – gemeinsam mit vielen anderen Menschen aus der ganzen Welt, die ihre Familie auf Zeit irgendwo auf den Ozeanen hatten und für die Entwurzelung auch Freiheit bedeutete. Und in Bayern, wo ich dachte, ich könne durch Events für Ossis und Einheimische ein besseres Verständnis schaffen für uns „Zugereiste“ aus den neuen Bundesländern. „Von denen haben wir schon genug hier“, hörte ich mal, als ich Werbung für meine Ostpartys machte. „Ach so, du bist auch von drüben. Sprichst ja aber gar kein Sächsisch.“</p>
<div id="attachment_7265" style="width: 410px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7265" class="wp-image-7265" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/02_Jugendweihe.jpg" alt="1991: Jugendweihe – mit einem Kleid aus dem Ausverkauf der „Jugendmode“ und der ersten Dauerwelle. Abbildung: privat" width="400" height="600"><p id="caption-attachment-7265" class="wp-caption-text">1991: Jugendweihe – mit einem Kleid aus dem Ausverkauf der „Jugendmode“ und der ersten Dauerwelle. Abbildung: privat</p></div>
<p>Im weiß-blauen Teil Westdeutschlands spürte ich überdeutlich, wie sehr ich mich im Denken und Handeln von anderen in meiner Altersklasse dort unterscheide. Schon allein deshalb, weil ich mich nicht auf ein familiäres Sicherheitsnetz aus Wohneigentum und Erbkapital verlassen konnte, sondern mir meine Existenzgrundlage und alles darüber hinaus selbst erarbeiten und erkämpfen musste und muss. Mir wurde zudem klar, wie fremd mir Eliten sind, wie wenig mir an Macht und Einfluss liegt: Ich will nicht aufsteigen um des sozialen Status willen. Auch wenn es eine logische Folge hätte sein können: Dass in meiner Pubertät fast alle stabilisierenden Strukturen weggebrochen waren, führte bei mir eben nicht zu einer individualisierten Einzelkämpfermentalität. Stattdessen löste es eine noch stärkere Ausrichtung auf gemeinschaftliches Vorankommen aus. Ich ertappe mich oft dabei, dass ich in Begegnungen und Gesprächen das Gemeinsame suche und nach einem wirklichen Miteinander strebe. Das Bestreben, solidarisch zu handeln, ist tief in mir verankert. Vielleicht wurzelt es in der Timurhilfe, den Pioniernachmittagen, dem Kollektivgedanken – auch wenn dieses Wir eingebettet war in ein autoritäres System, aus dem so mancher heute die wütenden und abschottenden Elemente weiterträgt.</p>
<p>In Bayern eckte ich mit meiner Art, Dinge hartnäckig zu hinterfragen und etablierte Hierarchien und Autoritäten nicht als gesetzt zu respektieren, häufig an. Es wurde selten direkt kommuniziert, und doch habe ich immer sehr genau gespürt, wann eine Grenze erreicht war, ab der ein Weiterkommen als „Ossi“ nahezu unmöglich war. Wo die gläserne Decke erreicht war; wo der innere Kreis, der sich vermeintlich nach außen geöffnet hatte, die Reihen wieder schloss. Und mit jedem Mal, mit dem ich mich gegen diese Mauern stemmte, verlor ich ein bisschen mehr an Kraft – und auch an Willen. 2020 beschloss ich, wieder dorthin zu gehen, wo noch nicht alles festgelegt ist. Wo man Dinge nicht einfach tut, weil man das „schon immer so“ gemacht hat. Wo eine gewisse Unvollkommenheit noch mehr Gestaltungsspielraum lässt.</p>
<div id="attachment_7266" style="width: 457px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7266" class="wp-image-7266" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/03_Ostparties.jpg" alt="2009: Ostpartys in Augsburg – über 450 Gäste feierten, die dpa berichtete über das „außergewöhnliche Event“ in Bayern. Abbildung: dpa" width="447" height="600"><p id="caption-attachment-7266" class="wp-caption-text">2009: Ostpartys in Augsburg – über 450 Gäste feierten, die dpa berichtete über das „außergewöhnliche Event“ in Bayern. Abbildung: dpa</p></div>
<h2><span class="title-bg">Sicher ist nichts</span></h2>
<p>Ich wollte zurück in den Osten – mit all seinen Vorzeigestädten und vergessenen Orten, seinen Herausforderungen und Erfolgen. Seit vier Jahren lebe ich nun wieder in Leipzig, und alles daran fühlt sich richtig und gut an. Es verschafft mir ein Gefühl von Leichtigkeit und Unbeschwertheit, dass ich mich hier im Osten nicht so oft erklären muss. Weil die Menschen in meinem Umfeld und Alter ähnliche Erfahrungen gemacht haben, sich unsere Biografien und deren Brüche oft gleichen.</p>
<div id="attachment_7267" style="width: 444px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7267" class="wp-image-7267" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/04_MeinSchiff.jpg" alt="2015: Offizierin auf dem Kreuzfahrtschiff – auf hoher See mit Crew-Mitgliedern aus 45 Nationen. Abbildung: privat" width="434" height="600"><p id="caption-attachment-7267" class="wp-caption-text">2015: Offizierin auf dem Kreuzfahrtschiff – auf hoher See mit Crew-Mitgliedern aus 45 Nationen. Abbildung: privat</p></div>
<p>Offenbar brauche ich es, dass die Dinge im Wandel sind, selbst wenn dieser oft schmerzhaft ist: Beruflich habe ich mich auf den Bereich Krisenkommunikation und -management spezialisiert – eine durchaus passende Entwicklung angesichts meines bisherigen Lebensweges: Gemeinsam mit meinem Team unterstütze ich Organisationen dabei, sich auf Ausnahmesituationen vorzubereiten und diese durch kluge Entscheidungen und professionelle Kommunikation zu meistern. Nicht selten begleite ich hierbei Menschen, für die sich plötzlich alles im Umbruch befindet. In Zeiten, in denen Orientierung fehlt und Vertrauen bröckelt, gibt es oftmals keine perfekten Antworten, gut gemeinte Ratschläge helfen oft nicht. Was aber hilft, sind Empathie und Haltung, Loyalität und Solidarität. Klare Worte, die sagen, was ist – und was nicht. Die beste Art der Kommunikation in Zeiten der Krise ist die, die verbindet. Die erfolgreichste Geschichte ist die, die Widersprüche aushält. Die verlässlichste Gewissheit ist, dass es immer irgendwie weitergehen wird.</p>
<p>So oft schon habe ich miterlebt, wie von heute auf morgen alles anders war: nach dem Mauerfall 1989, während der Coronalockdowns, als ich 2024 meine ukrainische Brieffreundin mit ihren Kindern in Leipzig betreute, in meinem Job als Krisenmanagerin. All diese Erlebnisse haben mir eines immer wieder gezeigt: Von heute auf morgen kann die Wucht der Veränderung Grundfesten ins Wanken bringen und Sichergeglaubtes mit sich reißen. Strukturen sind nicht unverrückbar, Systeme bestehen nicht für immer. Ob das gut ist oder besser, schlechter oder anders – das stellt sich oft erst später heraus.</p>
<p>Ich glaube an nichts. Und an alles.</p>
<div id="attachment_7268" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7268" class="wp-image-7268" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/05_Dunkelblau.jpg" alt="2025: Vortrag zu Krisenkommunikation – Bewältigung von Cyber-Angriffen, Restrukturierungen, Produktrückrufen etc. Abbildung: itiso GmbH" width="600" height="395"><p id="caption-attachment-7268" class="wp-caption-text">2025: Vortrag zu Krisenkommunikation – Bewältigung von Cyber-Angriffen, Restrukturierungen, Produktrückrufen etc. Abbildung: itiso GmbH</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Dunkelblau GmbH &amp; Co. KG</span></h2>
<p><strong>GEGRÜNDET:</strong> 2012<br>
<strong>STANDORT:</strong> Leipzig<br>
<strong>MITARBEITENDE:</strong> 10<br>
<strong>WEBSITE:</strong> <a href="https://dunkelblau.com/" target="_blank" rel="noopener">dunkelblau.com</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1685" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg" alt="Label Impulsgeberin Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Janka Kreißl</span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong>GEBOREN:</strong> 1976/Sonneberg</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Leipzig<br>
<strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Daniel Schulz: „Wir waren wie Brüder“, 2022<br>
<strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „Mit der Faust in die Welt schlagen“, 2025<br>
<strong>MEINE URLAUBSTIPPS:</strong> Steinach im Thüringer Wald, Dahlener Heide, Görlitz<br>
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/janka-kreissl-ich-glaube-an-nichts-wie-der-osten-mich-radikalisiert-hat-und-der-westen-auch/">Janka Kreißl: Ich glaube an nichts. Wie der Osten mich radikalisiert hat – und der Westen auch</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das MACHN wird internationaler: Interview mit Marco Weicholdt</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/das-machn-wird-internationaler-interview-mit-marco-weicholdt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Event]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=9257</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vom 3. bis 4. Juni 2026 findet in Leipzig wieder das Business-Festival MACHN statt. Leiter Marco Weicholdt erläutert im Interview, was dann neu sein wird. Wir sprachen mit ihm auch über die Start-up-Factory boOst, die Wirtschaft im Osten und die bevorstehenden Landtagswahlen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9258" class="wp-image-9258" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Marco_Weicholdt_Teambilder-4.jpg" alt="Marco Weicholdt, geboren 1987 in Leipzig, ist Managing Director &#38; Co-Founder der Startup Factory boOst und Leiter des MACHN Festivals. " width="450" height="675">Marco Weicholdt, geboren 1987 in Leipzig, ist Managing Director &#38; Co-Founder [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/das-machn-wird-internationaler-interview-mit-marco-weicholdt/">Das MACHN wird internationaler: Interview mit Marco Weicholdt</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vom 3. bis 4. Juni 2026 findet in Leipzig wieder das Business-Festival MACHN statt. Leiter Marco Weicholdt erläutert im Interview, was dann neu sein wird. Wir sprachen mit ihm auch über die Start-up-Factory boOst, die Wirtschaft im Osten und die bevorstehenden Landtagswahlen.</p>
<p><span id="more-9257"></span></p>
<div id="attachment_9258" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9258" class="wp-image-9258" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Marco_Weicholdt_Teambilder-4.jpg" alt="Marco Weicholdt, geboren 1987 in Leipzig, ist Managing Director &amp; Co-Founder der Startup Factory boOst und Leiter des MACHN Festivals. " width="450" height="675"><p id="caption-attachment-9258" class="wp-caption-text">Marco Weicholdt, geboren 1987 in Leipzig, ist Managing Director &amp; Co-Founder der Start-up-Factory boOst und Leiter des MACHN Festivals.</p></div>
<h2><span class="title-bg">ostdeutschland.info: Marco, Anfang Juni ist es wieder soweit – in Leipzig findet das nächste MACHN-Festival statt. Worauf dürfen sich Interessierte freuen?</span></h2>
<p><strong>Marco Weicholdt: </strong>Im fünften Festivaljahr bieten wir ein internationales Line-up an Personen, von New York bis Altenberg im Erzgebirge. Starke Fokusthemen für Unternehmer werden in diesem Jahr europäische Lösungen für Datensicherheit und Automatisierung sein. Aktuelle Entwicklungen rund um KI im Marketing und bei der Prozessoptimierung, aber auch Diskussionsräume zu unternehmerischer und gesellschaftlicher Verantwortung, Haltung und Werten. Auf insgesamt fünf Bühnen wird es Panels und Vorträge von Experten, Konzernverantwortlichen, Forschungsgruppenleitern und Gründern geben. Dazu Workshops zum direkten Umsetzen und eine Expo mit Partnerunternehmen aus der ganzen Region. Alles unter dem Motto: #zusammenMACHN.</p>
<h2><span class="title-bg">Wie blickst du auf die Entwicklung des Festivals?</span></h2>
<p>Wir werden in diesem Jahr deutlich internationaler. Ziel ist es, die Hälfte der Programmpunkte im Festival auf Englisch anzubieten und deutschsprachige Inhalte live zu übersetzen. Das hilft uns, zugänglicher zu werden für die gründungsaffine Zielgruppe der Internationals und auch über die nahen Grenzen nach Tschechien und Polen Kontakte aufzubauen. Gleichzeitig wird das <a href="https://machn-festival.de/" target="_blank" rel="noopener">MACHN</a> in diesem Jahr erstmalig veranstaltet im Rahmen der Start-up-Factory boOst. Das gibt uns Zugang zur etablierten Wirtschaft und die Chance, gemeinsam mit der Dachmarke #StartupGermany das MACHN zum Treffpunkt der gesamtdeutschen Start-up-Szene auszubauen.</p>
<div id="metaslider-id-9267" style="max-width: 600px;" class="ml-slider-3-107-0 metaslider metaslider-flex metaslider-9267 ml-slider has-dots-nav ms-theme-default-base" role="region" aria-label="New Slideshow" data-height="400" data-width="600">
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            <ul aria-live="off" class="slides">
                <li style="display: block; width: 100%;" class="slide-9268 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-03-31 16:14:42" data-filename="Publikum-Speakers-Corner©Sophie_Valentin-600x400.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/03/Publikum-Speakers-Corner©Sophie_Valentin-600x400.jpg" height="400" width="600" alt="Im fünften Festivaljahr bietet das Organisationsteam des MACHN-Festivals ein internationales Line-Up an Personen. Abbildung: Sophie Valentin" class="slider-9267 slide-9268 msDefaultImage" title="Im fünften Festivaljahr bietet das Organisationsteam des MACHN-Festivals ein internationales Line-Up an Personen. Abbildung: Sophie Valentin"><div class="caption-wrap"><div class="caption">Im fünften Festivaljahr bietet das Organisationsteam des MACHN-Festivals ein internationales Line-Up an Personen. Abbildung: Sophie Valentin</div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-9269 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-03-31 16:15:05" data-filename="Tristan_Horx©Anne-Schwerin-600x400.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/03/Tristan_Horx©Anne-Schwerin-600x400.jpg" height="400" width="600" alt="Tristan Horx, Trend- &amp; Zukunftsforscher von „The Future-Project“ sprach auf dem MACHN-Festival 2025. Auch für die diesjährige Ausgabe sind Top-Speaker angekündigt. Abbildung: Anne Schwerin" class="slider-9267 slide-9269 msDefaultImage" title="Tristan Horx, Trend- &amp; Zukunftsforscher von „The Future-Project“ sprach auf dem MACHN-Festival 2025. Auch für die diesjährige Ausgabe sind Top-Speaker angekündigt. Abbildung: Anne Schwerin"><div class="caption-wrap"><div class="caption">Tristan Horx, Trend- &amp; Zukunftsforscher von „The Future-Project“ sprach auf dem MACHN-Festival 2025. Auch für die diesjährige Ausgabe sind Top-Speaker angekündigt. Abbildung: Anne Schwerin</div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-9270 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-03-31 16:15:18" data-filename="Panel_Speaker-Corner©Anne-Schwerin-600x400.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/03/Panel_Speaker-Corner©Anne-Schwerin-600x400.jpg" height="400" width="600" alt="Ziel des diesjährigen Festivals ist es, die Hälfte der Programmpunkte auf Englisch anzubieten. Abbildung: Anne Schwerin" class="slider-9267 slide-9270 msDefaultImage" title="Ziel des diesjährigen Festivals ist es, die Hälfte der Programmpunkte auf Englisch anzubieten. Abbildung: Anne Schwerin"><div class="caption-wrap"><div class="caption">Ziel des diesjährigen Festivals ist es, die Hälfte der Programmpunkte auf Englisch anzubieten. Abbildung: Anne Schwerin</div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-9271 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-03-31 16:15:32" data-filename="Creative-Stage©Anne-Schwerin-600x400.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/03/Creative-Stage©Anne-Schwerin-600x400.jpg" height="400" width="600" alt="Die Creative Stage auf dem MACHN-Festival. Abbildung: Anne Schwerin" class="slider-9267 slide-9271 msDefaultImage" title="Die Creative Stage auf dem MACHN-Festival. Abbildung: Anne Schwerin"><div class="caption-wrap"><div class="caption">Die Creative Stage auf dem MACHN-Festival. Abbildung: Anne Schwerin</div></div></li>
            </ul>
        </div>
        
    </div>
</div>
<h2><span class="title-bg">SXSW, OMR, Republica, Staffbase Voices – habt ihr Vorbilder und wo wollt ihr noch hin mit dem MACHN?</span></h2>
<p>Das sind sehr große Veranstaltungen, die ihre Berechtigung und eigene Zielgruppen haben. Wir bauen an einem Event, das dem Osten eine Stimme verleiht, mit eigenen Themen, Unternehmen, Vorbildern und Chancen. Wenn Forscher auf Entrepreneure treffen, Investoren mit Gründern verhandeln und Geschäftsführer von Designern lernen, dann entsteht Magie. Wir versuchen, einen Treffpunkt für die anpackenden Kräfte im Osten zu etablieren und den Geschichten und Machern von hier eine nationale Bühne zu geben. Gleichzeitig sind wir überzeugt von dem Wert, der im überregionalen und interdisziplinären Austausch zwischen den Ökosystemen steckt.</p>
<h2><span class="title-bg">Was ist der Unterschied zwischen dem MACHN und dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum?</span></h2>
<p>Das MACHN ist als unpolitisches Projekt gestartet mit dem Anspruch, die Macherinnen und Macher der Region Mitteldeutschland zu versammeln und zu stärken. Auf unseren Bühnen sind also keine Ministerpräsidenten, sondern Gründer, Erfinder und Gestalter, die mit Risikobereitschaft Neues ausprobieren. Damit wollen wir den Mut zu Veränderung und die Gründungskultur stärken, regionale Vorbilder setzen und wieder Lust auf Innovation wecken.</p>
<div id="attachment_9264" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9264" class="wp-image-9264" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/03/Community_Night-033.jpg" alt="Das boOst-Team auf der Eröffnung des Tech Incubators am 6. Februar 2026 in der Gläsernen Manufaktur in Dresden. Abbildung: Matvii Lytvynenko" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9264" class="wp-caption-text">Das boOst-Team bei der Eröffnung des Tech Incubators am 6. Februar 2026 in der Gläsernen Manufaktur in Dresden. Abbildung: Matvii Lytvynenko</p></div>
<h2><span class="title-bg">Seit April 2025 bist du auch Managing Director &amp; Co-Founder der Start-up-Factory boOst – was hat es mit dieser auf sich?</span></h2>
<p><a href="https://startup-factory-boost.de/">boOst</a> ist eine von zehn Start-up-Factories, die 2025 vom Bundeswirtschaftsministerium ins Leben gerufen wurden, um die Anzahl und Qualität der wissenschaftsbasierten Ausgründungen in Deutschland zu steigern. boOst ist ein Zusammenschluss von zehn Universitäten und Hochschulen in Sachsen und Thüringen mit der regionalen Wirtschaft und unterstützt technologiebasierte und wachstumsorientierte Gründungen bei der Skalierung von DeepTech-Geschäftsmodellen.</p>
<h2><span class="title-bg">Im Juli habt ihr eine millionenschwere Förderung des Bundes für boOst erhalten. Wofür wird das ausgegeben?</span></h2>
<p>Unsere Aufgabe ist es, die richtige Umgebung für Wachstumsunternehmen („Scale-ups“) in der Region zu bieten. Zu häufig bleiben Start-ups in der frühen Phase auf der Strecke und wachsen nicht zu internationalen Unternehmen heran, um Wertschöpfung in der Region zu generieren und gleichzeitig die Innovationskraft der Unternehmen zu stärken. Mit dem Fördertopf und den Mitteln, die uns Partner aus der Wirtschaft wie Infineon, Zeiss oder Volkswagen zur Verfügung stellen, bieten wir Formate entlang des gesamten Innovationsfunnels an, von der Inspiration im Hörsaal und Labor über die Teamfindung geeigneter Co-Founder bis zum Transfer aus der akademischen Welt in die Wirtschaft. Dabei ermöglichen wir den Zugang zu Unternehmen, Kapital und Talenten, stellen jungen Gründern erfahrene Mentoren zur Seite und geben reale Herausforderungen aus der Wirtschaft in den Innovationsprozess. Wir bilden Forschungsteams mit Start-up-Methoden und in unternehmerischem Produktdenken aus und heben so gemeinsam mit realen Kunden die Qualität der Start-ups aus der Wissenschaft auf Weltniveau.</p>
<h2><span class="title-bg">Vor einem Monat hast du ein Foto von dir vor einem Regierungsflieger geteilt. Die Reise ging nach Riad – damals ging das noch …</span></h2>
<p>Das stimmt. Umso wichtiger erscheint die Mission, internationale Kontakte für wirtschaftliche und wissenschaftliche Kooperationen aufrecht zu erhalten. In der Delegation des Wirtschaftsministeriums sind Vertreter der etablierten Wirtschaft mit Gründern von Tech-Start-ups an den Golf gereist. Das Ziel der Ministerin ist, bei jeder Auslandsreise des Hauses auch Start-ups dabei zu haben und ihnen damit Zugänge zu neuen Märkten zu öffnen. Deutschland soll als starker und innovativer Start-up-Standort wahrgenommen werden.</p>
<h2><span class="title-bg">Du hast schon Start-up-Safaris organisiert und sogenannte Fuck-up-Nights. Wie steht es denn aktuell um die Start-ups in Ostdeutschland?</span></h2>
<p>Wir haben schon im Bundeswettbewerb gemerkt: Ostdeutschland ist im Moment strukturell nicht die kapitalstärkste Region. Gleichzeitig glaube ich, dass Talent überall auf der Welt gleichverteilt ist, aber bei uns manchmal die Vorbilder fehlen. Hat man das Gefühl, hier große Visionen umsetzen zu können, oder muss man dafür, wenn man es ernst meint und groß denkt, in andere Städte in Europa oder den USA gehen? Um gegen diesen Eindruck anzukämpfen, müssen wir Angebote schaffen, Erfolge sichtbar machen und das Ökosystem stärker miteinander verschränken, um Ressourcen gemeinsam besser zu nutzen und kleinteiliges lokales und regionales Konkurrenzdenken zu überwinden. Die Wettbewerber sitzen in München, San Francisco oder Shanghai, nicht in Erfurt oder Leipzig.</p>
<h2><span class="title-bg">Wo hat die ostdeutsche Wirtschaft generell Chancen?</span></h2>
<p>Das Fehlen von altem Geld hat die Region zur Effizienz trainiert. Wir haben eine exzellente Forschungslandschaft mit einem riesigen Potenzial für Ausgründungen. Die Lebenshaltungskosten sind günstig, zahlreiche Ansiedlungen und Investitionen zeigen: Wir haben Platz im Osten und eine sehr gute Infrastruktur. Es mangelt nicht an Ideen, es mangelt an Ambition und Vorstellungskraft, dass die eigene Technologie skalieren und international Kunden finden kann. Dieser kulturelle Wandel, dass wirtschaftlicher Erfolg kein soziales Stigma ist, hat aus meiner Sicht den größten Hebel für Unternehmerinnen und Unternehmer.</p>
<h2><span class="title-bg">Mit welchem Gefühl blickst du auf die Landtagswahlen 2026 in Ostdeutschland?</span></h2>
<p>Ich hoffe, dass wir uns als Region für das Gestalten der eigenen Zukunft entscheiden und uns nicht abschotten. Wenn wir Deutschland glaubwürdig als Start-up-Nation ausbauen wollen, brauchen wir motivierte, talentierte und risikofreudige Menschen hier vor Ort, die den Status quo und etablierte Prozesse hinterfragen. Das Signal für die Welt muss sein: Wer hier anpacken und etwas Großes aufbauen will, ist willkommen und bekommt volle Unterstützung. Dafür brauchen wir im Wettbewerb um die fittesten Köpfe internationale Mobilität und Zugänge für Internationals, um wieder Wachstum und nachhaltige Wertschöpfung in der Region zu produzieren. Wir brauchen eine weltoffene Kultur und die Gewissheit, dass man hier Unternehmen mit Weltniveau aufbauen kann.</p>
<h2><span class="title-bg">Vielen Dank.</span></h2>
<p><em>Die Fragen stellte Robert Nehring.</em></p>
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		<title>Gesetzentwurf für Vier-Tage-Woche im Büro: Ostdeutschland macht den Anfang</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/gesetzesentwurf-fuer-vier-tage-woche-im-buero-ostdeutschland-macht-den-anfang/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=9181</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vier-Tage-Woche ohne Homeoffice? Erst in Ostdeutschland, dann im ganzen Land? Ja, das war ein Aprilscherz, den wir uns hier gestern erlaubt haben. Vielen Dank für das zahlreiche Feedback. Wir bleiben gespannt, wie es mit der Diskussion um die Vier-Tage-Woche weitergeht und was in diesem Jahr noch so alles in Ostdeutschland passiert.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9182" class="wp-image-9182" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/IMC_3220_OWF2025.jpg" alt="Katherina Reiche wird 2026 wieder auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum in Bad Saarow sprechen. Abbildung: Christian Marquardt, Land der Ideen" width="600" height="400">Katherina Reiche wird 2026 [...]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vier-Tage-Woche ohne Homeoffice? Erst in Ostdeutschland, dann im ganzen Land? Ja, das war ein Aprilscherz, den wir uns hier gestern erlaubt haben. Vielen Dank für das zahlreiche Feedback. Wir bleiben gespannt, wie es mit der Diskussion um die Vier-Tage-Woche weitergeht und was in diesem Jahr noch so alles in Ostdeutschland passiert.</p>
<p><span id="more-9181"></span></p>
<div id="attachment_9182" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9182" class="wp-image-9182" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/IMC_3220_OWF2025.jpg" alt="Katherina Reiche wird 2026 wieder auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum in Bad Saarow sprechen. Abbildung: Christian Marquardt, Land der Ideen" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9182" class="wp-caption-text">Katherina Reiche wird 2026 wieder auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum in Bad Saarow sprechen. Abbildung: Christian Marquardt, Land der Ideen</p></div>
<p>Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) stellt heute einen Gesetzentwurf für die Vier-Tage-Woche vor. Unternehmen sollen verpflichtet werden, entsprechende Anträge ihrer Bürobeschäftigten zu genehmigen. Die Regelung gilt zuerst für Ostdeutschland.</p>
<p><a href="https://office-roxx.de/2026/04/01/gesetzesentwurf-fuer-vier-tage-woche-im-buero-ostdeutschland-macht-den-anfang/">Medienberichten zufolge</a> hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine neue Regelung für Bürobeschäftigte erarbeitet. Die arbeitsmarktpolitische Initiative wird heute von der Bundeswirtschaftsministerin in Berlin vorgestellt. Arbeitgeber sollen ihren Wissensarbeitenden eine Vier-Tage-Woche ermöglichen, sofern die zu leistenden Arbeitsstunden vollständig im Büro verbracht werden.</p>
<p>Ein entsprechendes Gesetz soll Anfang August dieses Jahres in Kraft treten. Es gelte zunächst in den ostdeutschen Bundesländern. Nach einer Erprobungsphase von sechs Monaten greife es auch in den „alten“ Bundesländern.</p>
<p>Die bisherige Arbeitszeit soll bei diesem Modell gleich bleiben, nur auf vier statt fünf Tage verteilt werden. Bedingung für diese Vier-Tage-Woche sei aber, dass die Arbeit komplett im Büro und nicht zu Hause geleistet werde. Dies könne auch an einem anderen Unternehmensstandort oder in einem Coworking-Space sein, aber nicht im Homeoffice. Geschäftsreisen sind von der Regelung ausgeklammert.</p>
<h2><span class="title-bg">Vier-Tage-Woche bedeutet nicht weniger Arbeit</span></h2>
<p>In einem vorab veröffentlichten Papier heißt es, dass der Gesetzentwurf keinesfalls der Auffassung des Kanzlers, vieler Wirtschaftsexperten und zahlreicher Wirtschaftsverbände widerspreche, der zufolge in Deutschland mehr gearbeitet werden müsse und nicht weniger. Die Arbeitszeit soll durch das neue Modell nicht reduziert werden.</p>
<p>Außerdem heißt es dort, bei der Vier-Tage-Woche handle es sich um ein von weiten Teilen der Arbeitnehmerschaft gefordertes und in anderen Ländern bereits erfolgreich erprobtes Modell, das unter dem Strich im öffentlichen Dienst und darüber hinaus auch heute schon gelebte Praxis sei. Die Absage an das Homeoffice wird damit erklärt, dass die Coronapandemie überstanden sei und sich bei der Heimarbeit deutliche Defizite wie Vereinsamung und auf Dauer sinkende Produktivität gezeigt hätten. Hier müsse die Realität wieder ein Stück weit vom Kopf auf die Beine gestellt werden.</p>
<p>Eine Studie hat vor Kurzem gezeigt, dass das Homeoffice die <a href="https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/ifo-studie-homeoffice-steigert-die-geburtenrate-durchschnittlich-um-14-prozent-a-46ae46a5-2b68-4088-b285-69e96138a15b">Geburtenrate</a> um durchschnittlich 14 Prozent steigert. Auch dazu findet sich im Vorab-Papier eine Passage. Die Bundeswirtschaftsministerin sei der Auffassung, dass drei freie Tage in der Woche durchaus ausreichten, um für Nachwuchs zu sorgen.</p>
<h2><span class="title-bg">Ostdeutschland first</span></h2>
<p>Zur Pilotphase in Ostdeutschland ist zu lesen, Ostdeutschland habe bereits mehrfach seinen Laborcharakter für gesamtdeutsche Entwicklungen unter Beweis gestellt. Von hier könnten auch wichtige Impulse für die zukünftige Arbeitsorganisation ausgehen. Außerdem seien vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern spürbare Impulse nötig, so Ministerin Reiche, die selbst aus Ostdeutschland stammt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/gesetzesentwurf-fuer-vier-tage-woche-im-buero-ostdeutschland-macht-den-anfang/">Gesetzentwurf für Vier-Tage-Woche im Büro: Ostdeutschland macht den Anfang</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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