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	<title>Wirtschaft Archive - ostdeutschland.info</title>
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	<title>Wirtschaft Archive - ostdeutschland.info</title>
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		<title>Das Magdeburger Start-up Meshwerk: Damit kein Wissen verloren geht</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/damit-kein-wissen-verloren-geht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anzeige]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Start-ups]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wirtschaft hat ein Problem: Den Unternehmen fehlt zum einen das Erfahrungswissen ausscheidender Experten und zum anderen die Zeit für die Einarbeitung neuer Mitarbeitender. Eine Lösung bietet die KI-basierte Plattform des Magdeburger Start-ups Meshwerk.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10082" class="wp-image-10082" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/MESHwerk-Team_©IMG-Kathrain-Graubaum.jpg" alt="Das Team von Meshwerk. Das Unternehmen hat laut Geschäftsführer Dr. Enrico Pannicke gute Wachstumschancen und ist für den Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt nominiert. Abbildung: Kathrain Graubaum, Meshwerk" width="600" height="400">Das Team von Meshwerk. Laut Geschäftsführer Dr. Enrico Pannicke hat das Unternehmen gute Wachstumschancen. Abbildung: [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wirtschaft hat ein Problem: Den Unternehmen fehlt zum einen das Erfahrungswissen ausscheidender Experten und zum anderen die Zeit für die Einarbeitung neuer Mitarbeitender. Eine Lösung bietet die KI-basierte Plattform des Magdeburger Start-ups Meshwerk.</p>
<p><span id="more-10081"></span></p>
<div id="attachment_10082" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10082" class="wp-image-10082" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/MESHwerk-Team_©IMG-Kathrain-Graubaum.jpg" alt="Das Team von Meshwerk. Das Unternehmen hat laut Geschäftsführer Dr. Enrico Pannicke gute Wachstumschancen und ist für den Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt nominiert. Abbildung: Kathrain Graubaum, Meshwerk" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10082" class="wp-caption-text">Das Team von Meshwerk. Laut Geschäftsführer Dr. Enrico Pannicke hat das Unternehmen gute Wachstumschancen. Abbildung: Kathrain Graubaum, Meshwerk</p></div>
<p>Zunächst etablierte sich die Sparte Medimesh im Gesundheitswesen. Vor Kurzem habe sich das Start-up um Workmesh für Industrie und Handwerk geöffnet. Während Enrico Pannicke über sein Unternehmen spricht, fällt ihm auf: Die Gründung des Unternehmens erfolgte am 24. März 2022 und exakt vier Jahre später war es für den <a href="https://wirtschaftspreis-sachsen-anhalt.de/" target="_blank" rel="noopener">Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt</a> nominiert. Wie rasant die künstliche Intelligenz in unser Leben einziehen würde, konnte er damals wohl ahnen, aber nicht genau wissen. Mit Mut zum Risiko und einer guten Portion Instinkt entschieden sich der Medizintechniker Dr. Enrico Pannicke und der Radiologe Dr. Bennet Hensen für die Zukunftstechnologie KI als Fundament für ihr neuartiges Geschäftsmodell <a href="https://meshwerk.ai/" target="_blank" rel="noopener">Meshwerk</a>. Symbol des Start-ups ist ein Netzwerk-Icon.</p>
<h2><span class="title-bg">Praxisnahe Innovationen</span></h2>
<p>„Wir sind inzwischen sechs Mitarbeitende im Team und haben bei Stimulate exzellente Rahmenbedingungen zum Wachsen“, sagt Enrico Pannicke. Am medizinischen Forschungscampus Stimulate im Magdeburger Wissenschaftshafen erforschen und entwickeln interdisziplinäre Teams aus den Bereichen Klinik, Industrie und Wissenschaft Technologien für die bildgestützte, minimalinvasive Medizin. Campus-Leiter ist Prof. Dr. Georg Rose. Bei ihm hatte Enrico Pannicke als einer der Ersten den im Jahr 2010 an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg gestarteten Masterstudiengang „Medizintechnik“ absolviert. „Medizintechnik ist ein sehr anwendungsorientiertes Forschungsgebiet. Forschung und Entwicklung müssen aber auch sehr praxisnah erfolgen, damit am Ende eine wirkliche Innovation für die Patienten herauskommt“, betont Pannicke. Er führt fort, dass er in diesem Sinne als Leiter der Forschungsgruppe „Interventionelle Magnetresonanztomographie“ am Forschungscampus zielführend arbeiten konnte. In seiner Doktorarbeit befasste er sich mit der Entwicklung von Empfangsspulen für bildgeführte Eingriffe, um den Zugang zum Patienten in einem „geschlossenen Magnetresonanz-System“, also in der MRT-Röhre, zu verbessern.</p>
<p>Weil Enrico Pannicke und sein damaliger Kollege Bennet Hensen ihre berufliche Zukunft als „Unternehmer“ sahen, gründeten sie gemeinsam ein Start-up – beide ihre Fachkenntnisse nutzend zunächst mit dem Gesundheitswesen als Zielmarkt. Die Gründungsidee steckt im Namen der ersten Sparte: „Medimesh – Clinical Insights“. Diese hat die Vernetzung der MedTech-Unternehmen mit Medizinern und das Gewinnen klinischer Einblicke als Kernelemente. „Unsere digitale Plattform bringt Mediziner und Hersteller von Medizintechnik zusammen, damit die Produkte stärker am klinischen Bedarf ausgerichtet sind und damit die Technik so einfach wie möglich anzuwenden ist“, sagt Enrico Pannicke. Er zeigt an seinem Computer, wie die KI-basierte Plattform den sogenannten „Workflow“, also den Ablauf von Arbeitsschritten bzw. -aufgaben, erleichtert.</p>
<div id="attachment_10083" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10083" class="wp-image-10083" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/MESHwerk_Radiologie_©IMG-Kathrain-Graubaum.jpg" alt="Mit einer KI-basierten App der Meshwerk-Plattform und Bedienungsanleitungen für medizinische Produkte strukturieren. Abbildung: Kathrain Graubaum, Meshwerk" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10083" class="wp-caption-text">Mit einer KI-basierten App der Meshwerk-Plattform und Bedienungsanleitungen für medizinische Produkte strukturieren. Abbildung: Kathrain Graubaum, Meshwerk</p></div>
<p>Wer heutzutage den KI-Modus seiner Suchmaschine nutzt, der weiß, wie rasend schnell das funktioniert. So kann sich auch die Meshwerk-Plattform in kürzester Zeit enormes Wissen aneignen und anwenden. Ein Magdeburger Kunde, die Radiologie Pawlow, lässt sich von dieser Plattform eine Videoanleitung erstellen. Jeden Morgen wird in der Praxis der Kontrastmittelinjektor, das ist eine Spritzpumpe für MRT-Kontrastmittel, eingerichtet. Wer das noch nicht gemacht hat, muss eingearbeitet werden. Das kostet Zeit. Meshwerk hat die Lösung: Einmalig gibt eine Fachkraft die Anleitung zur Bedienung dieses Gerätes und lässt sich dabei mit dem Handy filmen. Eine KI-basierte App der Meshwerk-Plattform analysiert das Handy-Video, strukturiert die Anleitung neu und komprimiert sie auf das Wesentliche.</p>
<p>Man könne der KI auch unterschiedliche Vorgaben machen, etwa über das Vorwissen der Zielgruppe oder über einen bestimmten inhaltlichen Fokus. Die KI vertont die Anleitung und übersetzt sie auf Wunsch in verschiedene Sprachen. Am Ende, so Pannicke, schlägt die App eine einfach zu verstehende Videoanleitung vor, die von einer Fachkraft bewertet wird. Gibt diese grünes Licht, wird das Video per QR-Code an Nutzerinnen und Nutzer verschickt. Die können sich dann selbstbestimmt, zeitlich und räumlich unabhängig anhand der Anleitung schlau machen.</p>
<p>„Von unserer anfänglichen Spezialisierung ausgehend, wollen wir nun eine universelle Plattform für alle Branchen entwickeln“, sagt Enrico Pannicke. Das Start-up hat sich gerade um die Sparte Workmesh für Industrie und Handwerk erweitert. So möchte sie Teil der Lösung eines allgegenwärtigen Problems unserer Gegenwart sein: „Resultierend aus dem Personalmangel“, so Pannicke, „hat kaum noch jemand Zeit, jemandem etwas zu erklären. Und wenn Fachkräfte weggehen, nehmen sie oft ihr Wissen mit, ohne es einem Nachfolger zu hinterlassen. In dicken Handbüchern nachlesen will kein Mensch. Aber unsere KI-basierte Plattform kann das. Sie ist wie ein Wissensstaubsauger. Saugt alles auf, was sie zu einem bestimmten Sachverhalt im Internet findet. Zusätzlich kann sie mit sämtlichen vorhandenen Materialien wie Text- und Audiodokumenten oder auch Videos gefüttert werden.“</p>
<h2><span class="title-bg">KI-generierte Schulungen per Video</span></h2>
<p>Geschäftsführer Enrico Pannicke ist auch Vertriebler in Persona; ist also verantwortlich für den erfolgreichen Verkauf des Produktes. In diesem Zusammenhang war er bei der Industrie- und Handelskammer in Halle, um dort Meshwerk vorzustellen. Die Plattform kann auch Schulungen und Weiterbildungsformate erstellen. Die Präsentationsinhalte und deren Vortrag werden von der KI generiert und können in unterschiedlichen Versionen erstellt werden, etwa generationengerecht.</p>
<p>Und wenn jemand eine Frage hat? „Dann reicht es meistens, sich die bestimmte Stelle im Video nochmals anzuschauen“, der Meshwerk-Chef verweist auf eine Erkenntnis der Neurowissenschaften, die der Volksmund schon in der analogen Welt verinnerlicht hat: In der Wiederholung liegt die Mutter der Weisheit. Zudem werde zu jeder Anleitung, zu jeder Präsentation ein Chatbot entwickelt. „Das Dialogsystem arbeitet mit künstlicher Intelligenz und natürlicher Sprachverarbeitung, um menschenähnliche Gespräche mit einem ‚Experten‘ zu simulieren“, erklärt Enrico Pannicke.</p>
<p>Kürzlich war er bei einem Dachdeckerbetrieb. Der macht sich sogar attraktiv für seine Auszubildenden, wenn Basiskenntnisse zunächst durch solche Videoanleitungen vermittelt werden. Ihm sei klar, sagt Enrico Pannicke, dass die Meshwerk-Tools persönliche Begegnungen ersetzen. Aber der demografische Wandel habe die Unternehmen vor genau dieses Problem gestellt: „Für die altbekannten Schulungsformate fehlen die Fachkräfte, überhaupt das Personal und somit auch die Zeit. Unsere Chance, Marktführer zu werden, ergibt sich aus der Lösung dieses Problems“, ist er überzeugt. Meshwerk hat das Ziel, sich auf dem europäischen Markt zu etablieren.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Interview 20 Jahre DDR Museum: Vom Pionierprojekt zum Besuchermagnet</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/interview-20-jahre-ddr-museum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Morgen, am 15. Juli, feiert das DDR Museum sein 20-jähriges Jubiläum. Wir sprachen mit Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden und Direktor Gordon Freiherr von Godin über die Entstehung des Erfolgsprodukts und darüber, welche Projekte als Nächstes anstehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10050" class="wp-image-10050" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Leitung-DDR-Museum.jpg" alt="Für Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden und Direktor Gordon Freiherr von Godin ist das DDR Museum ein Lebenswerk. Abbildung: DDR Museum" width="600" height="400">Für Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden (links) und Direktor Gordon Freiherr von Godin [...]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Morgen, am 15. Juli, feiert das DDR Museum sein 20-jähriges Jubiläum. Wir sprachen mit Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden und Direktor Gordon Freiherr von Godin über die Entstehung des Erfolgsprodukts und darüber, welche Projekte als Nächstes anstehen.</p>
<p><span id="more-10029"></span></p>
<div id="attachment_10050" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10050" class="wp-image-10050" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Leitung-DDR-Museum.jpg" alt="Für Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden und Direktor Gordon Freiherr von Godin ist das DDR Museum ein Lebenswerk. Abbildung: DDR Museum" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10050" class="wp-caption-text">Für Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden (links) und Direktor Gordon Freiherr von Godin ist das DDR Museum ein Lebenswerk. Abbildung: DDR Museum</p></div>
<h2><span class="title-bg">ostdeutschland.info: <strong>Herr Graf Adelmann, Herr von Godin. Das DDR Museum im Zentrum von Berlin gibt es nun schon seit 20 Jahren. Welche Bedeutung hat es heute für Sie, für die Hauptstadt und über diese hinaus?</strong></span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden und Gordon Freiherr von Godin: </strong>Das <a href="https://www.ddr-museum.de/de" target="_blank" rel="noopener">DDR Museum</a> ist aus dem Nichts und gegen die starke Skepsis öffentlicher Häuser entstanden. Das Museum ist national und international, mit viel Einsatz, inhaltlicher Schärfe und laufender Arbeit zu Forschung und Bildung, zu einer Institution gewachsen, die nun von uns Verantwortung abverlangt, jenseits zeitpolitischer Strömungen und Moden. Es zeigt, dass privates Engagement und starke Teamzusammensetzung zu Erfolg, Unabhängigkeit und Anerkennung führen können. Deshalb bedeutet uns das Museum als Lebenswerk viel. Es dient der Entdeckung, Aufklärung und Erinnerung. Auch durch Begleitformate zieht es weiterhin in seinen Bann.</p>
<h2><span class="title-bg">Herr von Godin, wie viele Besucher hat das Museum und wo kommen diese her?</span></h2>
<p><strong>Gordon Freiherr von Godin: </strong>Unsere Besucherstruktur gleicht der von Berlin im Allgemeinen. Wir begrüßen jährlich über 500.000 Besucher. Darunter sind die meisten aus Deutschland. Sehr viele Besucher kommen auch aus Westeuropa: aus Großbritannien, Frankreich, Benelux, Italien oder Spanien.</p>
<h2><span class="title-bg">Über wie viele Exponate verfügt das Museum?</span></h2>
<p><strong>Gordon Freiherr von Godin: </strong>Das Museum verfügt inzwischen über mehr als 400.000 Objekte und Exponate, die im Depot und Museum aufbewahrt, erhalten und ausgestellt werden. Die Sammlung wächst weiterhin täglich durch Spenden aus der Gesellschaft.</p>
<div id="attachment_10078" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10078" class="wp-image-10078" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/1014244.jpg" alt="Zu den mehr als 400.000 Objekten und Exponaten im Besitz des Museums gehört auch dieses Motorrad MZ ETZ 250 F der Volkspolizei. Abbildung: DDR Museum" width="600" height="743"><p id="caption-attachment-10078" class="wp-caption-text">Zu den mehr als 400.000 Objekten und Exponaten im Besitz des Museums gehört auch dieses Motorrad MZ ETZ 250 F der Volkspolizei. Abbildung: DDR Museum</p></div>
<h2><span class="title-bg">Was zählt zu Ihren Lieblingsausstellerstücken?</span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden: </strong>Für mich müssen Objekte eine Funktion haben. Deshalb habe ich kein einzelnes Objekt oder Objekte, die zu meinen Lieblingsstücken gehören.</p>
<p><strong>Gordon Freiherr von Godin:</strong> &nbsp;Ein „Mangeltagebuch“ einer Dame aus Sachsen-Anhalt ist mein Lieblingsobjekt. Anhand der Auflistung deckt es die deutlichen ökonomischen Missstände in der DDR auf.</p>
<h2><span class="title-bg">Mit Ihnen beiden arbeiten Ost und West zusammen. Sie sind sogar verwandt. Wer von Ihnen hat einen ostdeutschen Hintergrund?</span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden: </strong>Gordon. Jedenfalls bis 1990. Denn ihn zog es später beruflich nach München, während ich 1993 in den Osten zog und hier die Transformation live miterlebt habe.</p>
<h2><span class="title-bg">Graf Adelmann, wie kam es zur Gründung des DDR Museums und wann sind sie beide dazugestoßen?</span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden: </strong>Der Ethnologe Peter Kenzelmann hat sich als Berlin-Besucher 2004 gefragt, weshalb es kein Museum zum Thema DDR in der Hauptstadt gibt und es als Projekt gegründet. Ich habe Peter bei einem anderen Kulturprojekt in Marzahn unterstützt, bin später dazu gekommen und habe das Museum 2016 vollständig übernommen. Gordon von Godin habe ich überzeugen können, Bayern zu verlassen und die Position des Direktors von Robert Rückel zu übernehmen, der dann zum Deutschen Spionagemuseum gewechselt ist. Der wesentliche Unterschied zwischen Kenzelmann und Adelmann war, dass Peter Kenzelmann nicht weiter sammeln und kein Sammlungsteam aufbauen wollte. Wir haben das Gegenteil machen wollen, auch wenn es dazu keine wirtschaftliche Gegenfinanzierung gab.</p>
<h2><span class="title-bg">Ende 2022 platzte der 16 Meter hohe Aquadom im Radisson-Hotel, in dem das DDR Museum untergebracht war. Haben Sie sich mittlerweile davon erholen können?</span></h2>
<p><strong>Gordon Freiherr von Godin:</strong> Wir haben das Schadenereignis bereits Ende März 2023 überwunden. Die Geschwindigkeit und die Folgen für unsere Nachbarn wirken bis heute nach. Hotel und anliegende Flächen waren mehr als zwei Jahre im Bau, was sich bis heute auswirkt. Die Kombination mit Covid-19 hat Berlin einen schweren Schlag versetzt. Wir sind aber sehr zufrieden. Wir haben das Beste daraus gemacht und neue Ausstellungsteile umgesetzt. Die Entwicklungen, etwa unsere Dokumentationsreihe <a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLZgBiWgRDvxttkjySYcQeVnchV4dtl92M" target="_blank" rel="noopener">„Orte Ost“</a> und die Umsetzung eines neuen auch für die Öffentlichkeit bestimmten Depots, wandelten diese Zwangsimpulse zu neuer Schaffenskraft.</p>
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                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-10067 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-07-07 15:37:05" data-filename="Trabant_print.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="666" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Trabant_print.jpg" class="slider-10063 slide-10067 msDefaultImage" alt="Auch ein Trabant gehört zu den Ausstellungsobjekten des DDR Museums. Abbildung: DDR Museum" rel title="Auch ein Trabant gehört zu den Ausstellungsobjekten des DDR Museums. Abbildung: DDR Museum"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div><span style="font-size:12pt;line-height:115%;font-family:Arial, sans-serif;">Auch ein Trabant gehört zu den Ausstellungsobjekten des DDR Museums. Abbildung: DDR Museum</span></div></div></div></li>
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            </ul>
        </div>
        
    </div>
</div>
<h2><span class="title-bg">Bei Ihnen finden auch Veranstaltungen statt…</span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden: </strong>Seit jeher haben wir eine Ausstellungsfläche, die thematisch von uns selbst und von Externen genutzt wird. Wir nutzen sie auch für Parallelformate, derzeit für eine von uns unterstützte Theaterproduktion einer freien Künstlergruppe, die ohne uns gar nicht umgesetzt werden könnte.</p>
<h2><span class="title-bg">Welche Ziele haben Sie mit dem DDR Museum?</span></h2>
<p><strong>Gordon Freiherr von Godin: </strong>Wir wollen weitere Kapazitäten schaffen, um möglichst viele Objekte aus der DDR zu erhalten. Zudem möchten wir an diesem oder einem anderen Standort eine Institution für die Zeit zwischen 1949 und 1990 bleiben und das weiter ausbauen. Außerdem wollen wir die größte digitale Datenbank zum Thema weiter füllen, die alle Objekte katalogisiert, kontextualisiert und für die Allgemeinheit zugänglich macht.</p>
<h2><span class="title-bg">Was ist als Nächstes geplant?</span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden: </strong>Kurzfristig planen wir neue Ausstellungsteile wie das Klassenzimmer und werden die Dokureihe zu „Orte Ost“ fortführen. Langfristig haben wir Planungen abgeschlossen, um einen Museums- und Ausstellungsort, gepaart mit Darstellungsflächen im eigenen Gebäude herzustellen. Wir warten derzeit auf die städtische Genehmigung. Nach erteiltem Bauvorbescheid sind gerade abermals anderthalb Jahre ins Land gegangen. Das ist der Zustand unseres Landes, nahe an der DDR. Das Tempo privater Initiativen trifft auf Politik in Schockstarre und Verwaltung im exekutiven Totpunkt.</p>
<h2><span class="title-bg">Vielen Dank.</span></h2>
<p><em>Die Fragen stellten Robert Nehring und Valentin Radonici.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/interview-20-jahre-ddr-museum/">Interview 20 Jahre DDR Museum: Vom Pionierprojekt zum Besuchermagnet</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Johannes Ulrich und Franz Neumann: Zuversicht für unsere Zukunft. Geschichten vom Kommen, Bleiben und Anpacken</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/johannes-ulrich-und-franz-neumann-zuversicht-fuer-unsere-zukunft-geschichten-vom-kommen-bleiben-und-anpacken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2026 05:30:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=7889</guid>

					<description><![CDATA[<p>Johannes Ulrich und Franz Neumann, Geschäftsführer von Ostwerk, sind wichtige Impulsgeber für Ostdeutschland. Sie setzen sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag sind sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7916" class="wp-image-7916 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Ulrich_Neumann_DIAO2.png" alt="Johannes Ulrich &#38; Franz Neumann, Geschäftsführung Ostwerk. Abbildung: Max Threlfall" width="706" height="1000">Johannes Ulrich &#38; Franz Neumann, Geschäftsführung Ostwerk. Abbildung: Max Threlfall<br />
Stell dir vor, in Ostdeutschland wären Dörfer und Kleinstädte lebendig, dein Arbeitsplatz zukunftssicher und alle würden sich [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/johannes-ulrich-und-franz-neumann-zuversicht-fuer-unsere-zukunft-geschichten-vom-kommen-bleiben-und-anpacken/">Johannes Ulrich und Franz Neumann: Zuversicht für unsere Zukunft. Geschichten vom Kommen, Bleiben und Anpacken</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Johannes Ulrich und Franz Neumann, Geschäftsführer von Ostwerk, sind wichtige Impulsgeber für Ostdeutschland. Sie setzen sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag sind sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><span id="more-7889"></span></p>
<div id="attachment_7916" style="width: 716px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7916" class="wp-image-7916 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Ulrich_Neumann_DIAO2.png" alt="Johannes Ulrich &amp; Franz Neumann, Geschäftsführung Ostwerk. Abbildung: Max Threlfall" width="706" height="1000"><p id="caption-attachment-7916" class="wp-caption-text">Johannes Ulrich &amp; Franz Neumann, Geschäftsführung Ostwerk. Abbildung: Max Threlfall</p></div>
<p>Stell dir vor, in Ostdeutschland wären Dörfer und Kleinstädte lebendig, dein Arbeitsplatz zukunftssicher und alle würden sich gegenseitig unterstützen und stärken. Gibt es das schon? Ja! Muss es mehr werden? Ja!</p>
<p>Wir wollen diese zuversichtlichen Geschichten schreiben und erzählen. Und wir beginnen bei uns selbst, mit einer Geschichte von Ostwerk, der Sparda-Bank Berlin und uns – Franz und Johannes. Darin steckt für uns vieles, was wir uns für Ostdeutschland im Großen wünschen: Optimismus, Vision, Gemeinschaft und Mut.</p>
<p>Der älteste der vier in unserer Geschichte ist Johannes. 1988 in Dessau geboren und in Berlin aufgewachsen, wurde er vor allem mit der positiven Entwicklung nach der Wende sozialisiert. Johannes prägt die Zuversicht durch erlebte Selbstwirksamkeit. Als Geschäftsführer von Ostwerk mag Johannes die Verantwortung für ein gemeinsames und gesellschaftliches Ziel und kann dabei seinen Optimismus in seiner Heimat einbringen.</p>
<p>Als Franz in Rathenow (Brandenburg) geboren wird, ist es Juni 1990. Seine Familie wird geprägt von unruhigen Nachwendeerfahrungen, die viele Familien aus dieser Zeit beschreiben. Franz wächst mit Demut und Strebsamkeit auf und will es zum Erwachsenwerden aus seinem Dorf heraus nach Berlin schaffen. Mit klarer Vision für sein Leben möchte er schon früh mitgestalten und Menschen entwickeln. Die Gründung einer eigenen Familie zieht ihn bewusst zurück von Berlin nach Rathenow. Er will bleiben und als Geschäftsführer von Ostwerk etwas zurückgeben.</p>
<p>Im Mai 1990 wurde die Sparda-Bank Berlin eG in Berlin gegründet. Die Genossenschaftsbank ist die Nachfolgerin der Reichsbahnsparkasse der DDR und damit als einzige Bank auf das Geschäftsgebiet aller sechs ostdeutschen Bundesländer konzentriert. Nach einem rasanten Wachstum in den 1990er-Jahren hat die Sparda-Bank Berlin mit der Gemeinschaft aus Mitgliedern und Mitarbeitenden diverse Finanzkrisen überstanden und stemmt sich nun mit einem menschzentrierten Geschäftsmodell gegen die demografischen Herausforderungen. Seit 2023 besinnt sich die Genossenschaftsbank auf ihre Identität und verstärkt als „Deine Bank im Osten“ ihre Verantwortung für die Region mit Netzwerkarbeit und neuen Begegnungsstätten.</p>
<p>Am 17. Juni 2024 haben wir Ostwerk in Berlin gegründet. Ostwerk ist als Beteiligungsgesellschaft und Tochter der Sparda-Bank Berlin die Konsequenz aus der gesellschaftlichen Verantwortung von „Deine Bank im Osten“ und der intrinsischen Motivation von Franz und Johannes. Muttergesellschaft und Tochter sind im Mut und in der Überzeugung vereint, Ostdeutschland als eine lebenswerte Region zu gestalten. Gemeinsam wollen die Sparda-Bank Berlin und Ostwerk zentrale Gestaltungskräfte für Ostdeutschland sein. Ostwerk ergänzt das Netzwerk der Sparda-Bank Berlin um eine zentrale Gruppe von engagierten und gestaltenden Personen: Unternehmerinnen und Unternehmer.</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Wir nehmen uns und andere Unternehmen in die Verantwortung, die Zukunft Ostdeutschlands zu gestalten.”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg">Unternehmen als regionale Säulen</span></h2>
<p>Der Wirkungsradius von Unternehmen ist enorm, sodass sie eine besondere Rolle bei den komplexen Fragen unserer Zeit einnehmen. Sie können Leben direkt beeinflussen – durch das Brot aus der Backstube, den Ausbildungsplatz mit Übernahmegarantie oder die gemeinsame Freizeitgestaltung in der Betriebssportgruppe. Die Geschichte vieler Dörfer und Kleinstädte rankt sich um die großen Arbeitgeber in ihrer Region. Es geht mit ihnen hoch und auch wieder runter. Im schlimmsten Fall geht es am Anfang vielen Menschen gut und am Ende nur den Unternehmen. In diesem Bewusstsein gilt es, in Zukunft zu wirtschaften und regional zu agieren. Unternehmen müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein und diese aktiv annehmen. Um Verantwortung zu übernehmen, muss einiges zusammenkommen. Es braucht Rahmenbedingungen und Strukturen, damit Verantwortung gewollt und wirksam ist. Es braucht Werte und Haltung, die als Kompass dienen und das Handeln prägen – und schließlich den Mut und den Willen zur Umsetzung.</p>
<p>Unsere Umsetzung begann etwa ein Jahr vor der Gründung von Ostwerk. Das Bekenntnis der Sparda-Bank Berlin zu Ostdeutschland hat in uns als langjährige Mitarbeitende ein Feuer entfacht und Ideen entstehen lassen. Danach begann der Prozess von Idee, Konzept, Projekt und Gründung. Die Bank war erst irritiert, dann begeistert, kurz überfordert und bei der Gründung überglücklich.</p>
<p>Die Phasen, die wir im eigenen Unternehmen durchlaufen sind, lassen sich mit dem Begriff Intrapreneurship gut beschreiben: Damit ist das unternehmerische Handeln innerhalb eines bestehenden Unternehmens gemeint. Dabei übernehmen Mitarbeitende eine unternehmerische Rolle, indem sie Ideen entwickeln und umsetzen, die das Unternehmen aus sich selbst heraus voranbringen. Dieser Ansatz fördert Kreativität und Eigenverantwortung und ermöglicht es Unternehmen, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und auf Veränderungen im Markt flexibel zu reagieren.</p>
<p>Uns wurde es ermöglicht, unsere Ideen zu entwickeln und umzusetzen, mit der Sicherheit und Unterstützung der Bank im Rücken. Mit unserer Vision vor Augen haben wir ein Konzept entwickelt, das sowohl die wirtschaftliche als auch die gesellschaftliche Verantwortung der Sparda-Bank Berlin widerspiegelt. Seit Juni 2024 leistet Ostwerk als Investor seinen Beitrag zum wirtschaftlichen Wachstum und zur regionalen Entwicklung in Ostdeutschland. Durch gezielte Investments mit Eigenkapital und einer aktiven Netzwerkarbeit unterstützt Ostwerk Unternehmen dabei, ihre Potenziale voll auszuschöpfen und innovative Projekte zu realisieren. Ostwerk fördert nicht nur die wirtschaftliche Stabilität, sondern auch die regionale Verantwortung der Unternehmen. Bei einem Investment achtet Ostwerk auf das Zusammenspiel von finanzieller Rendite und regionaler Wirkung, die sich sowohl aus dem Geschäftsmodell selbst als auch über die Verantwortungsübernahme als Akteurin oder Akteur der Region zeigen kann.</p>
<div id="attachment_7912" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7912" class="wp-image-7912" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Geschaeftsfuehrer.jpg" alt="Geschäftsführer Johannes Ulrich und Franz Neumann sind als Investoren aus der Region für die Region unterwegs. Abbildung: Max Threlfall" width="600" height="450"><p id="caption-attachment-7912" class="wp-caption-text">Geschäftsführer Johannes Ulrich und Franz Neumann sind als Investoren aus der Region für die Region unterwegs. Abbildung: Max Threlfall</p></div>
<h2><span class="title-bg">Grundlagen für Zukunft vor Ort</span></h2>
<p>Die Sparda-Bank Berlin bietet dabei den stabilen Rahmen, in dem Ostwerk agieren kann. Die Genossenschaftsbank steht für Stabilität und Verlässlichkeit, was die Ernsthaftigkeit unserer Mission unterstreicht. Mit ihrem menschzentrierten Geschäftsmodell und ihrer starken regionalen Verankerung bietet die Sparda-Bank Berlin nicht nur die finanzielle Grundlage durch ihre Mitglieder, sondern auch ein genossenschaftliches Wertegerüst, das unseren Antritt für eine vielfältige, kooperative und offene Gesellschaft stärkt.</p>
<p>Das Hauptziel von Ostwerk ist es, durch Unternehmertum Zukunftsperspektiven in Ostdeutschland zu schaffen. Wir fördern Unternehmertum, das sich durch Innovation, Nachhaltigkeit und regionale Verantwortung auszeichnet. Durch die Unterstützung von klassischen Start-ups, Genossenschaften und anderen gemeinwohlorientierten Unternehmen trägt Ostwerk dazu bei, dass sich die Lebensqualität der Menschen verbessert, die regionale Wirtschaft gestärkt und das Miteinander gefördert wird.</p>
<p>Zukunftsperspektiven für Menschen entstehen durch nachhaltige Lebensqualität, einen attraktiven Wirtschaftsstandort und eine starke Zivilgesellschaft. Diese drei Säulen sind für uns entscheidend für die langfristige Entwicklung Ostdeutschlands zu einer lebenswerten und zukunftsfähigen Region.</p>
<p>„Ich lebe hier gerne“ sagen wir, wenn wir nachhaltige Lebensqualität meinen. Das bedeutet, dass Menschen nur in einer gesunden und lebenswerten Umgebung gut leben können. Das lebendige Dorf und die bunte Kleinstadt brauchen Angebote für alle Sinne und wesentlichen Bedürfnisse – von Kultur über Gastronomie bis hin zum gut sortierten Konsum um die Ecke. Zum Leben gehören auch Wohnen, Energieversorgung, Mobilität und eine langfristig intakte Umwelt. Die Lösungen sind je nach Ort und Region sehr unterschiedlich, um Menschen zum Bleiben zu bewegen. Der Drang, in die Großstadt zu ziehen, ist bei vielen von ihnen weniger gewollt als erforderlich, um mehr Perspektive und Lebensqualität zu haben.</p>
<p>Die Aussage „Ich habe hier eine berufliche Zukunft“ spricht für einen attraktiven Wirtschaftsstandort. Dieser zeichnet sich durch ansprechende Beschäftigungsmöglichkeiten, gut ausgebildete Fachkräfte und innovative Ansätze aus. Um Ostdeutschland zu einem solchen Standort auszubauen, braucht es stabile Unternehmen in zukunftsorientierten Branchen. Die ostdeutschen Regionen sind von Strukturwandel und Transformationsprozessen geprägt. Durch Gründungen von Start-ups sowie Nachfolgen von wichtigen Betrieben und erfahrenen mittelständischen Unternehmen können solche Prozesse vorangetrieben werden. Wenn Menschen sich für einen Wohn- und Lebensort entscheiden, möchten sie sich (von) dort auch beruflich einbringen und weiterentwickeln können. Es muss die Sicherheit geben, dass die persönliche und wirtschaftliche Stabilität dort möglich ist.</p>
<p>Eine starke Zivilgesellschaft erzeugt das Gefühl: „Wir sind hier alle füreinander da.“ Sie ist das Rückgrat einer funktionierenden Demokratie. Die Unterstützung von Vereinen und Initiativen, die Förderung des ehrenamtlichen Engagements und die Stärkung lokaler Gemeinschaften sind dabei wesentliche Faktoren für ein bereicherndes Zusammenleben. Auch die Förderung von Austausch, Wissenstransfer und Bildung tragen dazu bei, dass die Zivilgesellschaft stark und lebendig bleibt. Es braucht eine Kultur, in der viele Menschen vor Ort aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft mitwirken können. Es braucht eine Kultur, in der Vielfalt und Offenheit willkommen sind und in der gemeinsam für Gerechtigkeit und Chancengleichheit aufgestanden wird.</p>
<div id="attachment_7914" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7914" class="wp-image-7914" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Gruendung-e1759918068940.jpg" alt="17. Juni 2024: Gründung mit den Geschäftsführern von Ostwerk, dem Vorstand der Sparda-Bank Berlin sowie Notarin Dr. Julia Maier-Reinhardt." width="600" height="450"><p id="caption-attachment-7914" class="wp-caption-text">17. Juni 2024: Gründung mit den Geschäftsführern von Ostwerk, dem Vorstand der Sparda-Bank Berlin sowie Notarin Dr. Julia Maier-Reinhardt.</p></div>
<h2><span class="title-bg">Zukunftsperspektiven für alle</span></h2>
<p>Die Chancen sind riesig, unsere Region mit noch mehr Zukunftsperspektiven zu füllen und Bestehendes sichtbar zu machen. Wir nehmen uns und andere Unternehmen in die Verantwortung, die Zukunft Ostdeutschlands zu gestalten. Es braucht das Engagement und die Innovationskraft der Unternehmen von Usedom bis in den Thüringer Wald.</p>
<p>Wir als Ostwerk wenden uns zusammen mit der Sparda-Bank Berlin gezielt an Unternehmen, die in ihrer Region etwas bewegen wollen. Wir haben gemeinsam angefangen, eine Geschichte zu schreiben und wollen andere unterstützen, auch ihre Geschichten für unsere Region zu erzählen.</p>
<p>Und denken wir an Ostdeutschland, dann werden wir in Zukunft viele dieser Geschichten lesen.</p>
<div id="attachment_7915" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7915" class="wp-image-7915" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Podium.jpg" alt="Podiumsdiskussion am Standort der Sparda-Bank Berlin zu kooperativem Wirtschaften in Magdeburg. Abbildung: Jana Dünnhaupt" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-7915" class="wp-caption-text">Podiumsdiskussion am Standort der Sparda-Bank Berlin zu kooperativem Wirtschaften in Magdeburg. Abbildung: Jana Dünnhaupt</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Ostwerk GmbH</span></h2>
<p><strong>GEGRÜNDET:</strong> 2024/Berlin<br>
<strong>STANDORT:</strong> Berlin<br>
<strong>MITARBEITENDE:</strong> 2<br>
<strong>WEBSITE:</strong> <a href="https://ost-werk.de/" target="_blank" rel="noopener">ost-werk.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Johannes Ulrich &amp; Franz Neumann</span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong>UNSER BUCHTIPP:</strong> Hendrik Bolz: „Nullerjahre“, 2022<br>
<strong>UNSER FILMTIPP:</strong> „Mit der Faust in die Welt schlagen“, 2024<br>
<strong>UNSERE URLAUBSTIPPS:</strong> Oberwiesenthal und Havelland</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
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<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/johannes-ulrich-und-franz-neumann-zuversicht-fuer-unsere-zukunft-geschichten-vom-kommen-bleiben-und-anpacken/">Johannes Ulrich und Franz Neumann: Zuversicht für unsere Zukunft. Geschichten vom Kommen, Bleiben und Anpacken</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buchvorstellung: „Arm aber sexy“. Stefan Wolle über Berlin</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-stefan-wolle-arm-aber-sexy/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=9474</guid>

					<description><![CDATA[<p>Dank Mauerfall und Wiedervereinigung sind Ost- und Westberlin wieder miteinander verschmolzen. In seinem Buch erzählt der Historiker Stefan Wolle vom Wandel, den die Stadt Berlin von 1990 bis heute durchlebt hat.</p>
<p>BUCHTIPP:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-9449" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Wolle_Stefan_Arm_aber_sexy_2026_cover.jpg" alt="Das Cover von Stefan Wolles Buch: Arm aber sexy" width="228" height="363"><br />
Stefan Wolle: „Arm aber sexy – Die Geschichte Berlins seit 1990“, BeBra Verlag, Berlin 2026, 224 Seiten, 24 € (Hardcover mit Bildern).</p>
<p>Wolles Buch beginnt mit der Silvesterparty 1989. Sieben Wochen nach dem Mauerfall [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-stefan-wolle-arm-aber-sexy/">Buchvorstellung: „Arm aber sexy“. Stefan Wolle über Berlin</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dank Mauerfall und Wiedervereinigung sind Ost- und Westberlin wieder miteinander verschmolzen. In seinem Buch erzählt der Historiker Stefan Wolle vom Wandel, den die Stadt Berlin von 1990 bis heute durchlebt hat.</p>
<p><span id="more-9474"></span></p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>BUCHTIPP: </strong>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-9449" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/04/Wolle_Stefan_Arm_aber_sexy_2026_cover.jpg" alt="Das Cover von Stefan Wolles Buch: Arm aber sexy" width="228" height="363"></p>
<p>Stefan Wolle: „Arm aber sexy – Die Geschichte Berlins seit 1990“, BeBra Verlag, Berlin 2026, 224 Seiten, 24 € (Hardcover mit Bildern).</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Wolles Buch beginnt mit der Silvesterparty 1989. Sieben Wochen nach dem Mauerfall sollte die Feier ein fröhliches Happening werden, sie endete jedoch im Chaos. Menschen stiegen aufs Brandenburger Tor und beschädigten die Quadriga. Außerdem wurde auf die Konstruktion der Videowand geklettert, die daraufin zusammenbrach. Die Bilanz: ein Toter und 135 Verletzte. Während die Polizei in beiden Teilen Berlins die gute Zusammenarbeit betonte, versuchten die Medien laut Wolle einen politischen Zusammenhang herzustellen. Für den Autor steht diese Nacht sinnbildlich für den folgenden Wandel der Stadt – geprägt von Hoffnungen und späteren Enttäuschungen.</p>
<p>Wolle beschreibt die Umbruchzeit 1989/1990 und das rasante Tempo, mit dem sich der Alltag der Menschen veränderte. Im Mittelpunkt stehen dabei die Stürmung der Stasi-Zentrale am 15. Januar 1990 sowie die Wirtschafts- und Sozialunion zwischen BRD und DDR, die am 1. Juli 1990 inkraft trat. Die anfängliche Begeisterung über die D-Mark wich schnell wirtschaftlichen Problemen. Durch die Umrechnung von Löhnen, Gehältern und Renten im Verhältnis eins zu eins gerieten viele Betriebe unter Druck. Entlassungen und Betriebsschließungen waren die Folge. Gleichzeitig veränderten sich die Konsumgewohnheiten in Ostdeutschland, wodurch viele Produzenten aus Industrie und Landwirtschaft auf ihren Waren sitzen blieben.</p>
<p>Neben den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen rücken auch die unterschiedlichen Hausbesetzerszenen in Ost- und Westberlin in den Fokus. Dabei prallten verschiedene politische Ansichten und Erfahrungen aufeinander. Ergänzt wird dieser Blick durch die Entwicklung der Lichtenberger Naziszene, die Anfang bis Mitte der 1990er-Jahre ihren Höhepunkt erreichte.</p>
<p>Ein weiterer Schwerpunkt des Buches ist die politische Entwicklung Berlins nach der Wiedervereinigung. Wolle beschreibt die Entscheidung für Berlin als Hauptstadt am 20. Juni 1991 und den Antrag „zur Vollendung der Einheit Deutschlands“. Außerdem thematisiert er die Bevölkerungsentwicklung der Stadt sowie den gescheiterten Versuch einer Länderfusion zwischen Berlin und Brandenburg.</p>
<p>Der Autor widmet sich auch der politischen Entwicklung unter Klaus Wowereit und der damit verbundenen Neuausrichtung der Stadt. Dazu gehören der Abschied von den Flughäfen Tegel und Tempelhof sowie der Bau des BER. Zudem greift Wolle die Berliner Demonstrationsgeschichte auf – von Protesten in den 1990er-Jahren bis zum Sturm auf den Reichstag 2020 und den Corona-Demonstrationen.</p>
<p>Im Kapitel „Der Sound der Metropole“ beschreibt Wolle den Wandel der Berliner Kulturszene. Er erklärt die Entwicklung der Clubszene, die 1990er-Jahre und Berlin als Veranstaltungsort der „Loveparade“. Gleichzeitig zeigt Wolle, wie sich die Stadt zunehmend zur Hauptstadt der LGTBQ-Community in Deutschland entwickelte.</p>
<p>Auch große Bauprojekte und Stadtentwicklungen spielen im Buch eine wichtige Rolle. Dazu zählt der Abriss des Palasts der Republik und die Entstehung des Humboldt-Forums sowie die Proteste gegen die Abrissentscheidung. Ebenso beschreibt Wolle das Ende und den geplanten Abriss des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums (SEZ) an der Landsberger Allee/Ecke Danziger Straße. An dieser Stelle sollen künftig 550 neue Wohnungen entstehen.</p>
<p>Zum Abschluss zieht der Wolle, angelehnt an den alle drei Jahre erscheinenden Zukunftsatlas des „Handelsblatts“, eine Bilanz zu Themen wie Wohnungsmarkt, ÖPNV, Schule, Kriminalität, Tourismus und Demografie. Das Buch endet, wie es beginnt, mit einer Silvesterparty: der von 2024.</p>
<p>Dem Autor gelingt es, die Leserschaft auf eine historische Reise durch 36 Jahre Berliner Stadtgeschichte mitzunehmen. Durch den klar strukturierten Aufbau wird der enorme Wandel der Stadt seit 1990 deutlich sichtbar.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-stefan-wolle-arm-aber-sexy/">Buchvorstellung: „Arm aber sexy“. Stefan Wolle über Berlin</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Frank Nehring: Netzwerke im Osten. Plattformen für Austausch und Fortschritt</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/frank-nehring-netzwerke-im-osten-plattformen-fuer-austausch-und-fortschritt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jun 2026 05:30:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=7854</guid>

					<description><![CDATA[<p>Frank Nehring, Herausgeber von Wirtschaft+Markt, Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforum und Präsident des MPW Forums für Medien, Politik und Wirtschaft e.V., ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7857" class="wp-image-7857 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/Nehring_Frank_DIAO2.png" alt="Frank Nehring, Herausgeber Wirtschaft+Markt, Gründer Ostdeutsches Wirtschaftsforum, Präsident MPW Forum für Medien, Politik und Wirtschaft e.V. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen, Bernd Brundert" [...]
</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/frank-nehring-netzwerke-im-osten-plattformen-fuer-austausch-und-fortschritt/">Frank Nehring: Netzwerke im Osten. Plattformen für Austausch und Fortschritt</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Frank Nehring, Herausgeber von Wirtschaft+Markt, Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforum und Präsident des MPW Forums für Medien, Politik und Wirtschaft e.V., ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-7854"></span></p>
<div id="attachment_7857" style="width: 715px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7857" class="wp-image-7857 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/Nehring_Frank_DIAO2.png" alt="Frank Nehring, Herausgeber Wirtschaft+Markt, Gründer Ostdeutsches Wirtschaftsforum, Präsident MPW Forum für Medien, Politik und Wirtschaft e.V. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen, Bernd Brundert" width="705" height="1000"><p id="caption-attachment-7857" class="wp-caption-text">Frank Nehring, Herausgeber Wirtschaft+Markt, Gründer Ostdeutsches Wirtschaftsforum, Präsident MPW Forum für Medien, Politik und Wirtschaft e.V. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen, Bernd Brundert</p></div>
<p>Denke ich Ostdeutschland, dann denke ich an Verbundenheit, offenen Austausch untereinander, gesundes Selbstbewusstsein, gepaart mit Optimismus und Zukunftsgewandtheit – und wie wir mehr davon bekommen können.</p>
<p>Die ostdeutschen Bundesländer haben sich in den letzten Jahrzehnten wirtschaftlich und gesellschaftlich beachtlich weiterentwickelt. Einen entscheidenden Anteil an dieser positiven Entwicklung haben die Wirtschaftsnetzwerke, die als Plattformen für Austausch, Kooperation und strategische Entwicklung fungieren.</p>
<p>Diese Netzwerke sind häufig noch jung und oftmals Ableger gesamtdeutscher Mutterverbände. Sie beginnen erst jetzt, generationsübergreifend Wirkung zu entfalten. Das Bedürfnis nach Austausch und Organisation wächst spürbar. Dennoch bestehen gegenüber etablierten Strukturen wie Parteien, Verbänden oder juristischen Institutionen weiterhin Vorbehalte. Diese Skepsis führt nicht selten zur Bildung kleiner, abgeschotteter Netzwerke, die es aus eigener Kraft schwer haben, nachhaltige Wirksamkeit zu entfalten. Dabei sind Netzwerke gerade im Osten so wichtig, denn auch hier besteht Nachholbedarf. Oft sind es informelle Veranstaltungen, die Gleichgesinnte zusammenbringen, Dialog fördern und Netzwerke ganz natürlich entstehen lassen – wie etwa das Ostdeutsche Wirtschaftsforum (OWF).</p>
<div id="attachment_7861" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7861" class="wp-image-7861" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/OWF2016-Bundesforschungsministerin-Prof.-Johanna-Wanka-Foto-Succo-.jpg" alt="2016: Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka spricht auf dem ersten Ostdeutschen Wirtschaftsforum. Abbildung: Succo" width="600" height="399"><p id="caption-attachment-7861" class="wp-caption-text">2016: Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka spricht auf dem ersten Ostdeutschen Wirtschaftsforum. Abbildung: Succo</p></div>
<h2><span class="title-bg">Das OWF: Vom Experiment zur Institution</span></h2>
<p>Das Ostdeutsche Wirtschaftsforum wurde 2016 vom Verlag des Wirtschaftsmagazins Wirtschaft+Markt ins Leben gerufen – ursprünglich als Testlauf, um zu klären, ob ein Interesse an ostdeutscher Identität überhaupt noch besteht. Der Begriff „Ostdeutschland“ war lange Zeit negativ behaftet und durch den föderalen Aufbau mit fünf neuen Bundesländern und einem vereinten Berlin nicht mehr eindeutig greifbar. Viele fühlten sich wohler als Norddeutsche, Thüringer, Deutsche oder Europäer – aber kaum jemand wollte sich offen als „Ostdeutscher“ bezeichnen.</p>
<div id="attachment_7866" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7866" class="wp-image-7866" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/OWF22-FN-Foto-Bernd-Bundert.jpg" alt="2022: Das Ostdeutsche Wirtschaftsforum in Bad Saarow findet unter dem Motto „Wir gestalten Transformation“ statt. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen, Bernd Brundert" width="600" height="401"><p id="caption-attachment-7866" class="wp-caption-text">2022: Das Ostdeutsche Wirtschaftsforum in Bad Saarow findet unter dem Motto „Wir gestalten Transformation“ statt. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen, Bernd Brundert</p></div>
<h2><span class="title-bg">Der Zeitgeist ändert sich</span></h2>
<p>Doch in den letzten zehn Jahren hat sich das Bewusstsein verändert. Das OWF traf einen Nerv – sowohl bei Unternehmern aus den neuen Bundesländern als auch in der Politik auf Landes- und Bundesebene. Die Versprechen von „blühenden Landschaften“ und gleichwertigen Lebensverhältnissen blieben zum Teil unerfüllt – ein Umstand, der das OWF als ostdeutsch geprägte Plattform zusätzlich politisch aufwertete. Zwei Gründe erklären das Interesse im Besonderen: die lange Verdrängung der ostdeutschen Realität, selbst unter Ostdeutschen, und die mangelnde mediale Sichtbarkeit wirtschaftlicher Erfolge, trotz zahlreicher positiver Beispiele.</p>
<p>Das OWF bot erstmals systematisch eine Bühne für wirtschaftliche Erfolgsgeschichten, Standortvorteile und Leuchtturmprojekte des Ostens. So förderte es ein neues zukunftsorientiertes Selbstverständnis und neue Initiativen.</p>
<h2><span class="title-bg">Dialog schafft Vertrauen und Netzwerke</span></h2>
<p>Zielgruppe des Forums waren von Beginn an verantwortliche und engagierte Vertreter von Unternehmen, Industrie- und Handels sowie Handwerkskammern, Wirtschaftsverbänden, der Landespolitik und den Wirtschaftsförderern in Ostdeutschland. Gesucht wurde nicht der Wettbewerb mit anderen Bundesländern oder Rechtfertigungsversuche jedweder Art, sondern das Gemeinsame als Grundlage für Zukunftsideen. Es entstand ein Raum für den Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. In Workshops, Vorträgen und Podien wurden nicht nur Wissen und Kontakte geteilt, es wurde auch gegenseitiges Verständnis aufgebaut. So entstanden viele neue Verbindungen – ob zwischen Start-ups und etablierten Förderern oder zwischen Unternehmern und politisch Verantwortlichen.</p>
<p>Das Forum wurde zur Keimzelle eines echten Netzwerks: Die OWF-Community war geboren. Das Format gewann stetig an inhaltlicher Relevanz, ohne seine Funktion als Ort der Begegnung zu verlieren. Um das Ostdeutsche Wirtschaftsforum von lokalen oder regionalen Wirtschaftskonferenzen abzugrenzen, bei denen es in der Regel um aktuelle und vor allem tagespraktische Fragen ging, positionierten die Veranstalter das OWF als „Davos des Ostens“. Noch im zehnten Jahr seines Bestehens ist diese Definition in vielen Köpfen als eine Art Unique Selling Proposition (USP).</p>
<div id="attachment_7864" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7864" class="wp-image-7864" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/OWF_2019_Olaf-Scholz-noch-als-Vizekanzler-und-Finanzminister-beim-OWF-2019-Foto-S.Welscher-2_cut.jpg" alt="2019: Olaf Scholz besucht das „Davos des Ostens“, damals noch als Vizekanzler und Bundesfinanzminister. Abbildung: S. Welscher" width="600" height="479"><p id="caption-attachment-7864" class="wp-caption-text">2019: Olaf Scholz besucht das „Davos des Ostens“, damals noch als Vizekanzler und Bundesfinanzminister. Abbildung: S. Welscher</p></div>
<h2><span class="title-bg">Medienresonanz nur mit Politprominenz</span></h2>
<p>Ein Wermutstropfen blieb: Die mediale Aufmerksamkeit war zunächst gering – obwohl das OWF von Anfang an darauf abzielte, ein positives Bild Ostdeutschlands zu vermitteln. Erst durch hochrangige politische Gäste – wie Vizekanzler Sigmar Gabriel oder Bildungsministerin Johanna Wanka beim ersten OWF im Jahr 2016 – gelang ein vorsichtiger Sprung in die überregionalen Medien. Kanzlerin Angela Merkel blieb zwar dem OWF fern, aber Olaf Scholz präsentierte sich als Vize- und dann als Bundeskanzler beim OWF. Er sprach sich für den Osten aus und sorgte so für ein deutlich größeres Medienecho in den Folgejahren. Dies fand dann seine Fortsetzung beim OWF25, wo die noch junge Bundesregierung des Jahres 2025 mit Finanzminister, Wirtschaftsministerin und Ostbeauftragter vertreten war.</p>
<div id="attachment_7862" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7862" class="wp-image-7862" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/OWF25-1735.jpg" alt="2025: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche beim OWF. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen, Bernd Brundert" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-7862" class="wp-caption-text">2025: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche beim OWF. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen, Bernd Brundert</p></div>
<h2><span class="title-bg">Netzwerke schaffen neue Netzwerke</span></h2>
<p>Ein besonderes Verdienst des OWF war es, dass sich aus der Community weitere Netzwerke bilden konnten, die über das jährliche Treffen hinausgehen. So entstanden beispielsweise der CEOKreis oder der Saarower Kreis.</p>
<p>Der CEO-Kreis ist ein exklusives Format des OWF für Entscheidungsträger ostdeutscher Unternehmen. Ziel ist der strategische Austausch zu relevanten Themen – mit dem Anspruch, Impulse in die Politik zu geben.</p>
<p>Auch der Saarower Kreis, ein informeller Zusammenschluss von hauptsächlich führenden ostdeutschen Wirtschaftsverbänden, entstand beim OWF im Jahr 2024. Er agiert mittlerweile unabhängig vom Ostdeutschen Wirtschaftsforum als Plattform für regelmäßigen Austausch und hat die Erarbeitung des ifo Faktenmonitors Ostdeutschland 2025 angeregt.</p>
<h2><span class="title-bg">10 Erfolgskiller für Netzwerke</span></h2>
<p>Nicht alle Netzwerke können erfolgreich sein. Was auf den ersten Blick leicht aussieht, ist in der Praxis komplex. Hier sind zehn Punkte, die aus meiner persönlichen Erfahrung heraus für Netzwerke gefährlich werden können. Sie hemmen Wirksamkeit, lähmen Entwicklung oder führen zur Bedeutungslosigkeit:</p>
<p>Erstens: unklare Zielsetzung. Wenn ein Netzwerk nicht weiß, wofür es eigentlich steht oder welche konkreten Ziele es verfolgt, verliert es schnell an Relevanz. Die Verständigung zu den Zielen ist elementar. Eine Vision zu entwickeln und daraus ein attraktives Narrativ zu bestimmen, ist nicht einfach, aber sehr hilfreich.</p>
<p>Zweitens: mangelndes Engagement der Mitglieder. Ohne aktive Beteiligung und verbindliches Handeln entsteht keine Dynamik – Netzwerke werden träge und wirken nur noch formal. Je prominenter die Mitglieder, desto voller ist der Terminkalender. Ohne eine hohe Priorität des Netzwerkes sind die Erfolgschancen gering. Guter Wille ist zu wenig.</p>
<p>Drittens: Dominanz einzelner Akteure. Wenn wenige Personen oder Institutionen das Netzwerk dominieren, entsteht kein echter Austausch – neue Ideen und Stimmen gehen verloren. Empfehlenswert: die Mitwirkung aller Mitglieder als Thema in das Feedback einbeziehen.</p>
<p>Viertens: fehlende Offenheit gegenüber anderen Netzwerken. Abschottung verhindert Synergien, Vernetzung und überregionale Wirksamkeit. Übertriebene Wettbewerbsängste oder Selbstüberschätzung sind oft die Gründe dafür, manchmal sind es auch einfach nur Unwissenheit und Desinteresse.</p>
<p>Fünftens: Abhängigkeit von öffentlicher Förderung. Befristete Fördermittel können zu kurzfristigem Aktionismus führen – ohne langfristige Wirkung. Oftmals finanziert man nur den zusätzlichen bürokratischen Aufwand und schottet sich ab.</p>
<p>Sechstens: keine Nachfolge- oder Generationsstrategie. Wenn Netzwerke nicht verjüngt werden, altern sie mit ihren Gründungsmitgliedern und verlieren Anschluss. Auch Generationsnetzwerke sind davon betroffen.</p>
<p>Siebentens: unklare Rollen und Verantwortlichkeiten. Ohne klare Strukturen verlaufen Aktivitäten im Sand. Zuständigkeiten und Verantwortungen müssen benannt sein. Hier geht es nicht um klassische Funktionsbezeichnungen.</p>
<p>Achtens: reine Veranstaltungsorientierung ohne inhaltliche Substanz. Netzwerke, die sich auf Events beschränken, aber keine weiterführende Arbeit leisten, wirken oberflächlich und sind es auch oft genug.</p>
<p>Neuntens: konfliktscheue statt konstruktive Auseinandersetzung. Netzwerke, in denen Kritik nicht möglich ist, entwickeln sich nicht weiter.</p>
<p>Zehntens: keine Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen. Netzwerke, die sich nicht an neue wirtschaftliche, technologische oder gesellschaftliche Entwicklungen anpassen, verlieren ihre Relevanz.</p>
<p>Ein Netzwerk ist also mehr als ein gelegentliches Treffen Gleichgesinnter. Es lebt von Tiefe, Verbindlichkeit und der Bereitschaft seiner Mitglieder, sich dauerhaft einzubringen. Gute Ansätze und wohlwollende Absichten reichen nicht – Prioritäten müssen stimmen. Fehlt das persönliche Engagement, scheitert selbst das beste Konzept.</p>
<p>Ein Beispiel ist die Initiative Unternehmensnachfolge in Ostdeutschland. Viele Gründer der Nachwendezeit suchen heute Nachfolger. Doch Übergaben sind komplex – rechtlich, steuerlich, emotional. Obwohl es viele Beratungsangebote von Industrie- und Handelssowie Handwerkskammern, Banken, Beratungen und anderen gibt, agieren die meisten Institutionen isoliert voneinander. Der Versuch, eine Zusammenarbeit aller Player für Ostdeutschland in der genannten Initiative zu organisieren, scheiterte am mangelnden Kooperationswillen. Auch das ist Realität.</p>
<h2><span class="title-bg">Mein persönliches Fazit</span></h2>
<p>Netzwerken ist wichtig. Gerade in Ostdeutschland dürfen wir nicht nachlassen, aktiv Netzwerke zu gestalten. Diese Netzwerke müssen zukunftsgerichtet sein. Rechtfertigungs- oder Frustabbau-Runden sind nicht zielführend. Lokale und regionale Netzwerke sollten überregionale Partnerschaften anstreben, zumindest bezogen auf die Wirtschaftsregion Ostdeutschland. Generationsnetzwerke sollten den Austausch mit anderen Generationen bzw. Generationsnetzwerken suchen. Und last but not least: Netzwerke, die ihren Zweck erfüllt haben, sollten sich auflösen.</p>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Frank Nehring</span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong>GEBOREN:</strong> 1953/Ostberlin </span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Ostberlin </span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Christoph Hein: „Das Narrenschiff“, 2025</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN DOKUTIPP:</strong> „Es ist kompliziert… – Der Osten in den Medien“, 2024 </span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN URLAUBSTIPP:</strong> Usedom, Balmer See</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/frank-nehring-netzwerke-im-osten-plattformen-fuer-austausch-und-fortschritt/">Frank Nehring: Netzwerke im Osten. Plattformen für Austausch und Fortschritt</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Cyberkriminalität gefährdet den Mittelstand</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/cyber-kriminalitaet-gefaehrdet-den-mittelstand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anzeige]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jun 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage zeigt, dass mehr als zwei Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen an den Grundpfeilern der IT-Sicherheit scheitern. Dabei glauben drei Viertel von ihnen, gut gegen Cyberangriffe geschützt zu sein.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9907" class="wp-image-9907" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/AdobeStock_243383253-1280x1280-1.jpg" alt="Laut Studie beginnen fast 70 Prozent der Cyberangriffe bei kleinen und mittleren Unternehmen mit einer einfachen Phishing-Mail. Abbildung: AdobeStock" width="600" height="400">Laut Studie beginnen fast 70 Prozent der Cyberangriffe bei kleinen und mittleren Unternehmen mit einer [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/cyber-kriminalitaet-gefaehrdet-den-mittelstand/">Cyberkriminalität gefährdet den Mittelstand</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage zeigt, dass mehr als zwei Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen an den Grundpfeilern der IT-Sicherheit scheitern. Dabei glauben drei Viertel von ihnen, gut gegen Cyberangriffe geschützt zu sein.</p>
<p><span id="more-9881"></span></p>
<div id="attachment_9907" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9907" class="wp-image-9907" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/AdobeStock_243383253-1280x1280-1.jpg" alt="Laut Studie beginnen fast 70 Prozent der Cyberangriffe bei kleinen und mittleren Unternehmen mit einer einfachen Phishing-Mail. Abbildung: AdobeStock" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9907" class="wp-caption-text">Laut Studie beginnen fast 70 Prozent der Cyberangriffe bei kleinen und mittleren Unternehmen mit einer einfachen Phishing-Mail. Abbildung: mavoimages, AdobeStock</p></div>
<p>Dieses Auseinanderklaffen von Selbstwahrnehmung und Realität zeigt eine weit verbreitete Nachlässigkeit, die fatale Folgen haben kann. Veraltete Software, vernachlässigte Datensicherungen und fehlende Notfallpläne schaffen Einfallstore, die Angreifern Tür und Tor öffnen.</p>
<p>Obwohl fast 70 Prozent der erfolgreichen Angriffe mit einer simplen Phishing-Mail beginnen, verzichten 64 Prozent der Betriebe auf regelmäßige Schulungen ihrer Mitarbeitenden. Sie sind sich der Gefahr zwar bewusst (89 Prozent der Unternehmen rechnen bei einer erfolgreichen Attacke mit volkswirtschaftlichen Schäden), verlassen sich im Ernstfall aber auf staatliche Hilfe, während die eigene digitale Haustür oft unverschlossen bleibt. Diese Risikostrategie kostet im Angriffsfall wertvolle Zeit und vergrößert den Schaden unnötig.</p>
<h2><span class="title-bg">Der Ernstfall</span></h2>
<p>Plötzlich ist es passiert: Der Betrieb ist von einem Cyberangriff betroffen. Systeme stehen still, sensible Daten sind verschlüsselt oder gestohlen. In dieser kritischen Phase zählt jede Minute und ein starker Partner ist entscheidend. Panik und unüberlegte Handlungen, wie die Kontaktaufnahme mit den Erpressern, können die Situation verschlimmern. Eine Lösegeldzahlung garantiert keineswegs die Wiederherstellung der Daten, oft folgen weitere Forderungen oder die Daten bleiben für immer unbrauchbar.</p>
<div id="attachment_4356" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4356" class="wp-image-4356" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/02/Cyberpolice_1000px.jpg" alt="Der Notfallplan des SI-Cyberschutzes sieht vor, die betroffenen Systeme im Ernstfall sofort zu isolieren, um beispielsweise wichtige Analysedaten zu sichern. Abbildung: Signal Iduna" width="600" height="337"><p id="caption-attachment-4356" class="wp-caption-text">Der Notfallplan des SI-Cyberschutzes sieht vor, die betroffenen Systeme im Ernstfall sofort zu isolieren, um beispielsweise wichtige Analysedaten zu sichern. Abbildung: Signal Iduna</p></div>
<p>Mit dem Abschluss des <a href="http://www.signal-iduna.de/cyber">SI-Cyberschutzes</a> von Signal Iduna ist das Unternehmen einen wichtigen Schritt weiter. Anstatt im Chaos zu versinken, greift ein Notfallplan, um den Schaden zu begrenzen und den Betrieb schnell wiederherzustellen.</p>
<p>Drei Schritte nach dem Cyberangriff:</p>
<ul>
<li>Systeme sofort isolieren: Alle betroffenen IT-Systeme müssen vom Netzwerk und dem Internet getrennt werden. So wird eine weitere Ausbreitung der Schadsoftware verhindert und wichtige Spuren für die Analyse werden gesichert.</li>
<li>Nicht verhandeln: Mit den Angreifern sollte nicht kommuniziert werden. Die Zahlung von Lösegeld sollte nie erfolgen.</li>
<li>Notfall-Hotline anrufen: Der SI-Cyberschutz muss über die 24/7-Notfall-Hotline kontaktiert werden. So startet die professionelle Rettungskette. Von da an übernehmen die Experten.</li>
</ul>
<h2><span class="title-bg">IT-Partner wird kontaktiert</span></h2>
<p>Sobald der Notruf eingeht, wird der IT-Partner Perseus kontaktiert.</p>
<p>IT-Forensik &amp; Krisenmanagement: Die Experten von Perseus analysieren den Angriff, identifizieren Sicherheitslücken und sichern digitale Spuren. Parallel erstellen sie einen strategischen Plan zur Wiederherstellung Ihres Betriebs.</p>
<p>Systemwiederherstellung: Perseus unterstützt die Betroffenen dabei, ihre Systeme von der Schadsoftware zu befreien und ihre Daten aus den Backups sicher wiederherzustellen.</p>
<div id="attachment_9908" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9908" class="wp-image-9908" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/AdobeStock_492536683-1280x1280-1.jpg" alt="Während IT-Partner Perseus die technische Wiederherstellung durchführt kümmert sich Signal Iduna um die Abdeckung finanzieller Folgen. Abbildung: AdobeStock" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9908" class="wp-caption-text">Während IT-Partner Perseus die technische Wiederherstellung durchführt, kümmert sich Signal Iduna um die Abdeckung finanzieller Folgen. Abbildung: Dragana Gordic, AdobeStock</p></div>
<p>Rechts- und PR-Unterstützung: Die Partner helfen, gesetzliche Meldepflichten (etwa nach DSGVO) einzuhalten, und unterstützen bei der Kommunikation, um Reputationsschäden zu minimieren.</p>
<p>Während Perseus die technische Wiederherstellung leistet, steht Signal Iduna als Versicherer zur Seite und deckt finanzielle Folgen ab. Die Versicherung übernimmt die Kosten für IT-Forensiker, Datenwiederherstellung, Rechtsberatung sowie den entstandenen Betriebsunterbrechungsschaden.</p>
<div id="attachment_9909" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9909" class="wp-image-9909" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/AdobeStock_1876724151-1280x1280-1.jpg" alt="Der SI-Cyberschutz unterstützt nicht nur bei Schäden durch Angriffe, sondern fördert eine Prävention zur Vermeidung von Cyberattacken. Abbildung: AdobeStock" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9909" class="wp-caption-text">Der SI-Cyberschutz unterstützt nicht nur bei Schäden durch Angriffe, sondern fördert eine Prävention zur Vermeidung von Cyberattacken. Abbildung: Andrii Lysenko, AdobeStock</p></div>
<p>In einer Ära, in der die Bedrohungsgefahr zunimmt, ist eine moderne Sicherheitsstrategie, die aktuelle Software, geschulte Mitarbeitende und einen professionellen Versicherungsschutz umfasst, kein Luxus, sondern ein Bestandteil verantwortungsvoller Unternehmensführung. Der SI-Cyberschutz von Signal Iduna setzt dort an. In Kooperation mit Partnern werden nicht nur Schäden reguliert, sondern es wird auch aktiv Prävention betrieben. Unternehmen, die in regelmäßige Sicherheitstrainings oder Checks investieren, reduzieren nicht nur ihr Angriffsrisiko, sondern können auch ihre Selbstbeteiligung im Schadensfall senken – ein Anreiz, die eigene Sicherheit zur Chefsache zu machen.</p>
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		<item>
		<title>Kai Mielenz: Herkunft, Wandel und Zukunft. Der Osten als Möglichkeitsraum</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/kai-mielenz-herkunft-wandel-und-zukunft-der-osten-als-moeglichkeitsraum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jun 2026 05:30:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=7687</guid>

					<description><![CDATA[<p>Kai Mielenz, Managing Director (CFO) &#38; Labor Director der Elbe Flugzeugwerke GmbH, ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7689" class="wp-image-7689 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/Mielenz_DIAO2.png" alt="Kai Mielenz, Managing Director (CFO) &#38; Labor Director Elbe Flugzeugwerke GmbH. Abbildung: Elbe Flugzeugwerke GmbH" width="704" height="1000">Kai Mielenz, Managing Director (CFO) &#38; Labor Director Elbe Flugzeugwerke GmbH. Abbildung: Elbe Flugzeugwerke GmbH<br />
Denke ich [...]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Kai Mielenz, Managing Director (CFO) &amp; Labor Director der Elbe Flugzeugwerke GmbH, ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-7687"></span></p>
<div id="attachment_7689" style="width: 714px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7689" class="wp-image-7689 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/Mielenz_DIAO2.png" alt="Kai Mielenz, Managing Director (CFO) &amp; Labor Director Elbe Flugzeugwerke GmbH. Abbildung: Elbe Flugzeugwerke GmbH" width="704" height="1000"><p id="caption-attachment-7689" class="wp-caption-text">Kai Mielenz, Managing Director (CFO) &amp; Labor Director Elbe Flugzeugwerke GmbH. Abbildung: Elbe Flugzeugwerke GmbH</p></div>
<p>Denke ich an „Ostdeutschland“, dann denke ich an Ambivalenz in vielerlei Hinsicht, denn ich denke an den Osten Deutschlands, eine blühende, florierende Region, und ebenso an die ehemalige DDR, an einen Teil Deutschlands, der 1990 endlich wieder mit dem Rest des Landes vereint werden konnte. Ich denke an eine Region voller Kontraste, eine Region mit beeindruckender Geschichte, großem Wandel und großem Potenzial in der Gegenwart und für die Zukunft. Ich denke an industrielle Tradition, an Umbrüche, an Anpassungsleistungen, an ganz persönliche Geschichten – auch an meine eigene. Und ich denke ganz besonders an Verantwortung: Orientierung zu geben, Perspektiven zu schaffen, sich der Geschichte des Ostens der Bundesrepublik Deutschland bewusst zu sein und jede Chance zu nutzen, um Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft zu bauen.</p>
<p>1977 in Zschopau geboren, war die DDR der prägende Rahmen meiner Kindheit. Ich habe gelernt, mich in einem System zu bewegen, das klare Grenzen hatte – ideologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Doch es gab immer das Gefühl von Gemeinschaft, von Verlässlichkeit und von Zusammenhalt zwischen den Menschen, die wussten, dass sie aufeinander angewiesen waren. Das Leben war sicherlich nicht immer leicht und aus heutiger Perspektive mit vielen Hindernissen verbunden, aber es war unser Leben. Ich kann auf jeden Fall für mich persönlich festhalten, dass ich eine fantastische Kindheit hatte und es mir, aus der Sicht eines Kindes, an nichts fehlte. Ich konnte meine Leidenschaft, Fußball zu spielen, in allen Zügen ausleben. Ich musste dazu zwar mit dem Fahrrad in das 15 km entfernte Trainingszentrum fahren, wodurch aber damals der Grundstein für meine heutige Rennrad-Leidenschaft gelegt wurde. Dann kam die Wende. Ich war zwölf Jahre alt, als sich plötzlich alles veränderte. Das bis dahin gekannte Schulsystem wurde reformiert, ich konnte mit meiner Familie reisen und für meine Zukunft eröffneten sich völlig neue Perspektiven. Da war ein großes Versprechen von Freiheit und unbegrenzten Möglichkeiten auf der einen Seite, aber auch ein freier Fall ins Ungewisse und Unbekannte auf der anderen, vor allem für die Generation meiner Eltern galt es umzudenken, neu zu denken, sich anzupassen.</p>
<p>Heute bin ich kaufmännischer Geschäftsführer (CFO) und Arbeitsdirektor der Elbe Flugzeugwerke (EFW) GmbH in Dresden, einem Unternehmen, das wie kaum ein anderes die Transformation des Ostens Deutschlands widerspiegelt: Es entwickelte sich von einem volkseigenen Betrieb (VEB) hin zu einem Weltmarktführer im globalen Luftfahrtmarkt. Wer den Wandel verstehen und hautnah spüren will, muss unsere Flugzeughallen betreten – dort wird Transformation greifbar.</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Ich wünsche mir, dass wir das Label ‚Aufbau Ost‘ hinter uns lassen – und stattdessen über ‚Zukunft Ost‘ sprechen.”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg">Unterschätzt und überfordert?</span></h2>
<p>Die Wendezeit ist nun 35 Jahre her, und noch immer begegnet man in einigen Teilen Deutschlands zwei dominanten Erzählungen: Der Osten sei strukturschwach, rückständig und problematisch. Und: Die Ostdeutschen seien unzufrieden und schwer zu integrieren in die westdeutsche Gesellschaftserzählung. Beide Narrative greifen zu kurz und werden der Realität nicht gerecht.</p>
<p>Was oft vergessen wird: Der Osten ist nicht mehr nur eine Region, die Hilfe, Investitionen und Unterstützung erhält, sondern er ist Innovationstreiber unter anderem bei Grüner Energie (zum Beispiel Solar, Wasserstoff), er ist eine Keimzelle für eine lebendige Start-up- Szene und Industrie 4.0. Er ist Standort für Spitzentechnologien, für Forschung, für Zukunftsindustrien – auch wenn medial zu wenig davon berichtet wird.</p>
<p>Der Grundstein für die ostdeutsche Luftfahrtindustrie wurde 1955 mit der Gründung der VEB Flugzeugwerke Dresden gelegt. Das heutige Unternehmen Elbe Flugzeugwerke GmbH (EFW) ist 1990 als Nachfolger der VEB Flugzeugwerft Dresden gegründet worden und leitete damit den Einstieg des Dresdner Traditionsunternehmens in den zivilen Flugzeugbau ein. Heute arbeiten bei EFW über 2.200 Menschen aus mehr als 30 Nationen an der Umrüstung von Airbus-Passagierflugzeugen zu Frachtmaschinen. Die globale Flotte der Airbus-Passagierflugzeuge wird mit Bodenplatten und Frachtraumverkleidungen aus Sachsen ausgestattet. Damit betritt jeder, der egal wo auf der Welt in einen Airbus steigt, sächsischen und damit „ostdeutschen“ Boden. Das ist das Ergebnis von 70 Jahren Wandel und der Fähigkeit, sich stetig neu zu orientieren – es ist Zukunft, und diese Zukunft passiert nicht im Silicon Valley, sondern im Herzen Sachsens.</p>
<p>Das wirtschaftliche Fundament im Osten Deutschlands ist heute robuster denn je. Die Region hat gelernt, mit Veränderungen umzugehen, vielleicht besser als andere. Die doppelte Biografie von vielen Menschen im und aus dem Osten formt einen besonderen Blick auf das Leben. Und sie hat Spuren hinterlassen – Stolz und Schmerz, Aufbruch und Enttäuschung.</p>
<p>Der Übergang, der sich nach 1989 vollzog, sorgte generationsübergreifend für Unsicherheit. Er lehrte die Menschen aber auch, was Transformation und Neuorientierung heißt, ohne dass diese Begriffe damals „en vogue“ waren. Die Menschen mussten einfach lernen, sich neu zu erfinden.</p>
<div id="attachment_7694" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7694" class="wp-image-7694" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/2023_Schneider-Besuch2.jpg" alt="Besuch vom Ostbeauftragten Carsten Schneider (2. v. l.) und dem Wirtschaftsminister von Sachsen Martin Dulig (3. v. l.) 2023. Abbildung: Elbe Flugzeugwerke GmbH" width="600" height="428"><p id="caption-attachment-7694" class="wp-caption-text">Besuch vom Ostbeauftragten Carsten Schneider (2. v. l.) und dem Wirtschaftsminister von Sachsen Martin Dulig (3. v. l.) 2023. Abbildung: Elbe Flugzeugwerke GmbH</p></div>
<h2><span class="title-bg">Eine ostdeutsche Lebenskompetenz</span></h2>
<p>In Wirtschaft und Politik sprechen wir häufig von „Transformation“ – vom Weg zu einer nachhaltigen industriellen Produktion, von analog zu digital, von fossilen zu erneuerbaren Energien. Ich glaube, die ostdeutsche Bevölkerung bringt dafür eine wesentliche Kompetenz mit, nämlich die Fähigkeit, sich unter wechselnden und schwierigen Bedingungen neu zu orientieren, sich anzupassen und weiterzumachen.</p>
<p>Bei EFW haben wir diese Fähigkeit genutzt, um Internationalität mit regionaler Verankerung zu verbinden. Wir sind ein Joint Venture von ST-Engineering (Singapur) und Airbus – und doch tief verwurzelt in der sächsischen Ingenieurstradition. Wir bilden junge Menschen aus, geben Fachkräften aus der Region eine Perspektive, arbeiten mit vielen lokalen Partnern zusammen und setzen gleichzeitig auf internationale Vernetzung. Der Osten kann global – wenn man ihn lässt.</p>
<p>Doch wir müssen auch ehrlich sein: Die „Wende“ und der damit verbundene Wandel sind nicht spurlos an den Menschen vorübergegangen, es hat Wunden hinterlassen und es sind Narben geblieben. Viele Menschen haben ihre berufliche Identität verloren, einige auch ihr Vertrauen in die Institutionen. Diese emotionale Dimension der Einheit wurde lange vernachlässigt. Wir brauchen mehr Empathie im Umgang mit ostdeutschen Biografien – gerade von Politik und Medien. Wir brauchen ein echtes Zuhören, kein Belehren.</p>
<div id="attachment_7696" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7696" class="wp-image-7696" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/20220113_144606397_iOS.jpg" alt="Abbildung: Elbe Flugzeugwerke GmbH" width="600" height="450"><p id="caption-attachment-7696" class="wp-caption-text">Abbildung: Elbe Flugzeugwerke GmbH</p></div>
<h2><span class="title-bg">Erinnerung, Identität und Verantwortung</span></h2>
<p>Ostdeutschland hat sich verändert – wirtschaftlich, kulturell und mental. Doch es gibt Dinge, die bleiben: wie ein gewisses Misstrauen gegenüber Autoritäten, eine große Direktheit, eine Skepsis gegenüber leeren Versprechungen. Ich sehe darin keine Schwächen, sondern historische Prägungen, die unter den Bedingungen der DDR gewachsen sind. Wer das versteht, kann auch die Gegenwart besser einordnen und gestalten.</p>
<p>Für mich als Geschäftsführer bedeutet das, sensibel zu sein für diese Prägungen. Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben eine ostdeutsche Sozialisation, andere wiederum kommen aus den unterschiedlichsten Kulturen und Ländern. In einem solchen Spannungsfeld entsteht ein eigener produktiver Zusammenhalt – wenn man ihn zulässt und fördert.</p>
<p>Wir tragen als Geschäftsführung eine entsprechende Verantwortung – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial und gesellschaftlich. Deshalb engagieren wir uns in regionalen Initiativen, in der Nachwuchsförderung, im Spitzensport und unterstützen die EFW-Belegschaft bei sozialen Engagements, denn der Osten braucht nicht nur Investitionen, sondern auch Wertschätzung. Das „sich aufeinander verlassen können“, „sich unter die Arme greifen“ ist etwas, was die Region geprägt hat und etwas, was ich als hohes Gut ansehe.</p>
<div id="attachment_7697" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7697" class="wp-image-7697" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/2024_EFW_redelivers_no_100_Airbus_P2F.jpg" alt="Abbildung: Elbe Flugzeugwerke GmbH" width="600" height="403"><p id="caption-attachment-7697" class="wp-caption-text">Abbildung: Elbe Flugzeugwerke GmbH</p></div>
<h2><span class="title-bg">Ein Zukunftsbild für Ostdeutschland</span></h2>
<p>Was wünsche ich mir für diesen „Osten“ des Landes, dieses „Ost- Deutschland“? Ich wünsche mir, dass wir das Label „Aufbau Ost“ hinter uns lassen – und stattdessen über „Zukunft Ost“ sprechen. Denn das ist es, was ich sehe: eine Region, die mit Energie, Intelligenz und Kreativität an der Gestaltung von morgen arbeitet.</p>
<p>Ich wünsche mir mehr wirtschaftliche Freiheit für Unternehmen, mehr Experimentierfreude und Umsetzungsstärke in der Politik, mehr Augenhöhe im gesamtdeutschen Diskurs. Ostdeutschland darf nicht länger das geduldete und belächelte Anhängsel sein, sondern muss gleichberechtigter Teil des nationalen Selbstverständnisses und Selbstbewusstseins sein und werden. Dazu gehört für mich eine entsprechende Repräsentanz in der Bundesregierung und den entsprechenden Ministerien.</p>
<p>Ich wünsche mir, dass wir jungen Menschen hier vor Ort echte Perspektiven bieten – nicht nur durch Arbeitsplätze, sondern auch durch kulturelle Angebote, durch Bildung, durch lebendige Städte. Denn wer bleibt, der bleibt nicht nur wegen eines Arbeitsplatzes – sondern weil er sich als Teil eines Ganzen fühlt. Und wer kommt, um zu bleiben, der tut es aus dem gleichen Grund.</p>
<p>Denke ich an Ostdeutschland, dann denke ich an meine Heimat, an Herausforderungen, an Chancen. Ich denke an die Menschen, die hier leben, arbeiten, aufbauen und sich engagieren. An meine Eltern, die zwei Systeme erlebt haben. An meine Kinder, die in einem neuen Osten aufwachsen – selbstbewusst, europäisch, neugierig.</p>
<p>Ostdeutschland ist kein Problemraum. Es ist ein Möglichkeitsraum. Und wir alle – ob in der Wirtschaft, in der Politik oder in der Gesellschaft – sind gefragt, um diesen Raum zu nutzen und zu gestalten. Nicht aus Nostalgie, nicht aus Mitleid, sondern aus innerer Überzeugung und mit einer großen Portion Selbstvertrauen und Mut! Gehen wir’s an!</p>
<div id="attachment_7698" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7698" class="wp-image-7698" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/2023_Baade-Tafel.jpg" alt="Ehrung für Brunolf Baade, Wegbereiter der Luftfahrtindustrie. Abbildung: Elbe Flugzeugwerke GmbH" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-7698" class="wp-caption-text">Ehrung für Brunolf Baade, Wegbereiter der Luftfahrtindustrie. Abbildung: Elbe Flugzeugwerke GmbH</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Elbe Flugzeugwerke GmbH</span></h2>
<p><strong>GEGRÜNDET:</strong> 1990/Dresden<br>
<strong>STANDORT:</strong> Dresden<br>
<strong>MITARBEITENDE: </strong>2.200<br>
<strong>WEBSITE:</strong> <a href="https://www.elbeflugzeugwerke.com/en/" target="_blank" rel="noopener">efw.aero</a></p>
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<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Kai Mielenz</span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong>GEBOREN:</strong> 1977/Zschopau</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Radebeul</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Dirk Oschmann: „Der Osten: Eine westdeutsche Erfindung“, 2023<br>
<strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „Sonnenallee“, 1999<br>
<strong>MEINE URLAUBSTIPPS:</strong> Sächsische Schweiz und Ostseebad Binz<br>
</span></p>
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<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
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<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/kai-mielenz-herkunft-wandel-und-zukunft-der-osten-als-moeglichkeitsraum/">Kai Mielenz: Herkunft, Wandel und Zukunft. Der Osten als Möglichkeitsraum</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Jetzt aber auch machen: Das Ostdeutsche Wirtschaftsforum 2026</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/jetzt-machen-das-ostdeutsche-wirtschaftsforum-2026/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2026 16:12:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Event]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=9813</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vom 31. Mai bis 2. Juni fand im brandenburgischen Bad Saarow das elfte Ostdeutsche Wirtschaftsforum (OWF) statt. Das Motto lautete: „Eine neue (Un)ordnung“. Wir waren wieder vor Ort.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9817" class="wp-image-9817" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/IMC_1871.jpg" alt="Das OWF feierte bei Sonnenschein seinen elften Geburtstag. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Brundert, Marquardt" width="600" height="400">Das Ostdeutsche Wirtschaftsforum 2026 lud erneut nach Bad Saarow ein. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Brundert, Marquardt<br />
Das „Davos des Ostens“ begann bei Sonne satt am „Märkischen Meer“, dem Scharmützelsee. Aber wo [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/jetzt-machen-das-ostdeutsche-wirtschaftsforum-2026/">Jetzt aber auch machen: Das Ostdeutsche Wirtschaftsforum 2026</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vom 31. Mai bis 2. Juni fand im brandenburgischen Bad Saarow das elfte Ostdeutsche Wirtschaftsforum (OWF) statt. Das Motto lautete: „Eine neue (Un)ordnung“. Wir waren wieder vor Ort.</p>
<p><span id="more-9813"></span></p>
<div id="attachment_9817" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9817" class="wp-image-9817" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/IMC_1871.jpg" alt="Das OWF feierte bei Sonnenschein seinen elften Geburtstag. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Brundert, Marquardt" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9817" class="wp-caption-text">Das Ostdeutsche Wirtschaftsforum 2026 lud erneut nach Bad Saarow ein. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Brundert, Marquardt</p></div>
<p>Das „Davos des Ostens“ begann bei Sonne satt am „Märkischen Meer“, dem Scharmützelsee. Aber wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten. Darauf wiesen unter anderem zwei Studien hin, die auf dem Forum vorgestellt wurden. Das <a href="https://ostdeutschland.info/owf-transformationsbarometer-2026-ostdeutschlands-wirtschaft-zweifelt-trotz-chancen/">OWF-Transformationsbarometer</a> zeigt, dass jedes zweite Unternehmen in Ostdeutschland die wirtschaftliche Entwicklung dieser Region negativ einschätzt und dass nur 14 Prozent künftig mehr als bisher investieren wollen. Der <a href="https://ostdeutschland.info/saarower-kreis/">Wettbewerbsreport Ostdeutschland 2026</a> stellt fest, dass das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen in den ostdeutschen Flächenländern bei etwa 85 Prozent des westdeutschen Niveaus liegt (vor zehn Jahren: 78 Prozent), die Zahl der Erwerbspersonen in Ostdeutschland bis zum Jahr 2035 voraussichtlich um sieben Prozent zurückgehen wird und das Medianvermögen ostdeutscher Haushalte im Schnitt nur rund ein Viertel des westdeutschen beträgt.</p>
<h2><span class="title-bg">Lähmende Stagnation</span></h2>
<p>Ganz Deutschland befindet sich seit etwa 2019 in einer Endloskrise. Die Wirtschaft anderer Länder wächst längst wieder, unsere nicht. Für Westdeutschland endete ein Zyklus von 80 Jahren, in denen es im Großen und Ganzen nur bergauf ging. Nun haben sich die Voraussetzungen, unter denen dies möglich war, jedoch fundamental verändert. Diese Entwicklung wurde auf dem OWF mehrfach beschrieben.</p>
<p>Den Osten des Landes trifft die Stagnation aufgrund seines wirtschaftlichen Rückstandes härter. Er bräuchte weiterhin eine Spezialbehandlung, aber die ist kaum zu erkennen. Obwohl einige Regionen längst aufgeschlossen haben, droht der Abstand ganz Ostdeutschlands zum Westen wieder größer zu werden.</p>
<h2><span class="title-bg">Ostdeutschland ist keine Defizitregion</span></h2>
<p>Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), mahnte, Ostdeutschland nicht als Defizitregion zu stigmatisieren. Denn hier gelinge auch sehr viel und es gebe großes Potenzial. So liege auch das Wirtschaftswachstum höher als im Westen.</p>
<div id="attachment_9818" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9818" class="wp-image-9818" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/IMC_3797.jpg" alt="Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, wies bei ihrer Rede darauf hin, dass das Wirtschaftswachstum in Ostdeutschland höher liegt als im Westen Deutschlands. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Brundert, Marquardt" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9818" class="wp-caption-text">Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, warnte davor, Ostdeutschland als Defizitregion zu stigmatisieren. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Brundert, Marquardt</p></div>
<p>Vielfach wurde auf dem Forum vorgebracht, dass eine Vision, ein wirtschaftliches Gesamtkonzept, eine Industriestrategie für Deutschland fehle. Nötig sei eine Schwerpunktsetzung, eine verlässliche Festlegung auf zu fördernde Zukunftstechnologien. Die Sehnsucht nach einem Masterplan ließ einen Redner sogar die Kraft bewundern, die ein (chinesischer) Fünf-Jahres-Plan entfalte.</p>
<h2><span class="title-bg">Strompreissenkung und Bürokratieabbau</span></h2>
<div id="attachment_9821" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9821" class="wp-image-9821" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/1BB3852.jpg" alt="Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig betonte wie 2025 das große Wirtschaftspotenzial des Ostseeraumes. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Brundert, Marquardt" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9821" class="wp-caption-text">Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig betonte das große Wirtschaftspotenzial des Ostseeraumes. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Brundert, Marquardt</p></div>
<p>Die ostdeutschen Länderchefs Manuela Schwesig (SPD) und Dietmar Woidke (SPD) hatten eine Kernbotschaft im Gepäck: STROMPREIS RUNTER! Der Ministerpräsident von Brandenburg forderte darüber hinaus, die Wirtschaft auf die Eins zu setzen. Sie finanziere alles andere. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig hob zudem wie schon auf dem <a href="https://ostdeutschland.info/spitzentreffen-das-ostdeutsche-wirtschaftsforum-2025/">OWF 2025</a> das große wirtschaftliche Potenzial des Ostseeraumes hervor.</p>
<div id="attachment_9822" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9822" class="wp-image-9822" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/1BB3536.jpg" alt="Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke rief in seiner Rede dazu auf, die Wirtschaft auf die Eins zu setzen. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Brundert, Marquardt" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9822" class="wp-caption-text">Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke rief dazu auf, die Wirtschaft zu priorisieren. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Brundert, Marquardt</p></div>
<p>Der dritte anwesende Ministerpräsident, Sven Schulze (CDU) – in seinem Bundesland stehen bereits in etwa 100 Tagen richtungweisende Wahlen an – zeigte unter anderem, wie man Genehmigungsverfahren beschleunigen kann. In Sachsen-Anhalt wird gerade eine von drei Verwaltungsebenen aufgelöst.</p>
<p>Auch Karsten Wildberger (CDU), Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, berichtete von erfolgten Weichenstellungen. Er hob den Fortschritt bei den Digitalisierungsprojekten Deutschland-Stack und Deutschland-App hervor und betonte die Chancen, die künstliche Intelligenz biete.</p>
<h2><span class="title-bg">Bundeskanzler: „Sehr gute Jahre liegen vor uns!“</span></h2>
<p>Mit großer Spannung wurde die Rede des Bundeskanzlers erwartet. Den Masterplan für Deutschland hatte Friedrich Merz (CDU) nicht dabei. Auch kein umfassendes Reformpaket, das viele ersehnen. Dafür zählte der Bundeskanzler eine Reihe erreichter Fortschritte auf, nötige Korrekturen am Kurs der letzten Jahrzehnte. Merz stellte klar, dass es einen „Big-Bang“, der alle Probleme löse, auch nicht geben werde. Vehement wandte er sich gegen den weitverbreiteten Pessimismus im Land. Für diesen gebe es keinen Grund, denn: „Es liegen nicht die besten Jahre unseres Landes hinter uns, aber es liegen sehr gute Jahre vor uns. In Ostdeutschland, in Westdeutschland, in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt und in Europa.“ Dazu warb er für gemeinsames Handeln über Parteigrenzen hinweg. Die AfD ist damit allerdings nicht gemeint. Friedrich Merz machte überdeutlich, dass es mit ihm kein Zurück vor die Adenauerzeit geben werde, wie es die AfD anstrebe.</p>
<div id="attachment_9824" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9824" class="wp-image-9824" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/1BB5852.jpg" alt="Auch Bundeskanzler Friedrich Merz war auf dem OWF zu Gast. Er warb für gemeinsames Handeln über Parteigrenzen hinweg. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Brundert, Marquardt" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9824" class="wp-caption-text">Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum 2026: „Es liegen nicht die besten Jahre unseres Landes hinter uns, aber es liegen sehr gute Jahre vor uns.“ Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Brundert, Marquardt</p></div>
<p>Ostdeutschland kommt für Bundeskanzler Merz bei der Entwicklung des gesamten Landes eine Schlüsselrolle zu. Vor allem die starke Forschungslandschaft, die Halbleiterindustrie und das große Potenzial in Sachen erneuerbare Energien, etwa für die Wasserstoffwirtschaft, seien Trümpfe, die ausgespielt werden können.</p>
<div id="attachment_9823" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9823" class="wp-image-9823" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/IMC_3912.jpg" alt="Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze rief die OWF-Teilnehmer dazu auf, zu handeln, anstatt immer nur dasselbe zu reden. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Brundert, Marquardt" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9823" class="wp-caption-text">Ministerpräsident Sven Schulze schafft in Sachsen-Anhalt eine Verwaltungsebene ab. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Brundert, Marquardt</p></div>
<h2><span class="title-bg">Einfach mal machen</span></h2>
<p>Ministerpräsident Schulze sagte auf dem OWF den Satz: „Wir reden auf dem OWF immer dasselbe, aber wir müssen es auch mal verstehen.“ Tatsächlich sind Wirtschaftsforen wie das „Davos des Ostens“ naturgemäß „Orte der Worte“. Bei dieser Ausgabe jedoch konnte man den Eindruck gewinnen, dass sich etwas verändert hat. Statt dem traditionellen „Wir müssen mal darüber nachdenken“ hieß es hier des Öfteren „Wir haben dies getan und werden als Nächstes das umsetzen“. Demnach scheint das Handeln-Müssen angekommen zu sein. Ob das Tempo der Maßnahmen reicht, wird bald zu spüren sein.</p>
<div id="attachment_9825" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9825" class="wp-image-9825" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/1BB3773.jpg" alt="Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Ministerpräsident Dietmar Woidke, OWF-Direktorin Juliane Nandra und OWF-Gründer Frank Nehring vor dem Logo des OWF. Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Brundert, Marquardt" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-9825" class="wp-caption-text">Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Ministerpräsident Dietmar Woidke, OWF-Direktorin Juliane Nandra und OWF-Gründer Frank Nehring (v. l. n. r.). Abbildung: Deutschland - Land der Ideen/Brundert, Marquardt</p></div>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Umfrage: Wirtschaftliche Situation in Ostdeutschlands hat sich weiter verschlechtert</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/owf-transformationsbarometer-2026-ostdeutschlands-wirtschaft-zweifelt-trotz-chancen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jun 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=9765</guid>

					<description><![CDATA[<p>Anlässlich des Ostdeutschen Wirtschaftsforums haben die Standortinitiative Deutschland – Land der Ideen und die Deutsche Kreditbank AG (DKB) wieder die wirtschaftliche Lage und die Herausforderungen ostdeutscher Unternehmen ermitteln lassen. Ergebnis: Es wird viel Potenzial gesehen, aber die Situation hat sich weiter verschlechtert.</p>
<p>Für die aktuelle Studie hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der DKB und von Deutschland – Land der Ideen zwischen Februar und April 2026 repräsentativ 1.500 privatwirtschaftliche Entscheider in Ostdeutschland und Berlin befragt. Ziel war, ein belastbares [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/owf-transformationsbarometer-2026-ostdeutschlands-wirtschaft-zweifelt-trotz-chancen/">Umfrage: Wirtschaftliche Situation in Ostdeutschlands hat sich weiter verschlechtert</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich des Ostdeutschen Wirtschaftsforums haben die Standortinitiative Deutschland – Land der Ideen und die Deutsche Kreditbank AG (DKB) wieder die wirtschaftliche Lage und die Herausforderungen ostdeutscher Unternehmen ermitteln lassen. Ergebnis: Es wird viel Potenzial gesehen, aber die Situation hat sich weiter verschlechtert.</p>
<p><span id="more-9765"></span></p>
<p>Für die aktuelle Studie hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der DKB und von Deutschland – Land der Ideen zwischen Februar und April 2026 repräsentativ 1.500 privatwirtschaftliche Entscheider in Ostdeutschland und Berlin befragt. Ziel war, ein belastbares Lagebild zu erhalten.</p>
<h2><span class="title-bg">Hohes Standortpotenzial, aber schlechte Wirtschaftssituation</span></h2>
<p>49 Prozent der Befragten schätzen die allgemeine wirtschaftliche Situation in Ostdeutschland negativ ein (<a href="https://ostdeutschland.info/skepsis-trotz-potenzial-owf-transformationsbarometer-2025-zur-stimmung-der-wirtschaft-in-ostdeutschland/">2025</a>: 44,9 Prozent). Unternehmen aus Thüringen (60 Prozent) und aus Sachsen-Anhalt (59 Prozent) beurteilen sie am schlechtesten.</p>
<div id="attachment_9800" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9800" class="magazin-schatten wp-image-9800" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Screenshot-2026-05-29-160041.png" alt="Das OWF-Transformationsbarometer zeigt die Stimmung ostdeutscher Unternehmen auf. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen/Deutsche Kreditbank (DKB)" width="600" height="452"><p id="caption-attachment-9800" class="wp-caption-text">Das OWF-Transformationsbarometer zeigt die Stimmung ostdeutscher Unternehmen auf. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen/Deutsche Kreditbank (DKB)</p></div>
<p>Obwohl die wirtschaftliche Allgemeinsituation überwiegend negativ gesehen wird, schätzen die Befragten das Potenzial der ostdeutschen Bundesländer als unverändert gut ein. 57 Prozent der Teilnehmer (2025: 56 Prozent) glauben, dass das Potenzial der ostdeutschen Bundesländer groß ist. Nur 22 Prozent zweifeln am Potenzial der neuen Bundesländer.</p>
<div id="attachment_9769" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9769" class="magazin-schatten wp-image-9769" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/Transformationsbarometer-Bild-2.jpg" alt="Das Potenzial des Wirtschaftsstandorts Ost wird mit 57 Prozent hoch eingeschätzt. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen/Deutsche Kreditbank (DKB)" width="600" height="382"><p id="caption-attachment-9769" class="wp-caption-text">Das Potenzial des Wirtschaftsstandorts Ostdeutschland wird von 57 Prozent hoch eingeschätzt. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen/Deutsche Kreditbank (DKB)</p></div>
<p>Gleichzeitig werden wirtschaftspolitische Maßnahmen kaum spürbar positiv wahrgenommen. Auf den höchsten Wert kommt hier noch der Ausbau der digitalen Infrastruktur mit 15 Prozent. 53 Prozent gaben an, dass sie gar keine wirtschaftlichen Maßnahmen spürbar positiv wahrnehmen.</p>
<h2><span class="title-bg">Abgabenlast und Energiepreise bereiten Sorgen</span></h2>
<p>Den größten Transformationsbedarf in ihrem Unternehmen sehen die Studienteilnehmer beim Einsatz von KI (28 Prozent) gefolgt von der IT-Sicherheit (22 Prozent) und der Anpassung des Geschäftsmodells (17 Prozent).</p>
<p>Die größten Zukunftssorgen bereiten die Steuer- und Abgabenlast (36 Prozent), die Energiepreise (35 Prozent), die Inflation/Kostensteigerung (32 Prozent), steigende Lohnkosten (29 Prozent) und der Fachkräftemangel (22 Prozent). Bei diesen Sorgen gibt es regionale Unterschiede. Die Befragten aus Brandenburg beunruhigt vor allem die Inflation, in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Sachsen-Anhalt und Sachsen treibt am meisten die Sorge vor der Steuer- und Abgabenlast um und bei den Teilnehmern aus Thüringen steht die Sorge vor hohen Energiepreisen an der Spitze.</p>
<div id="attachment_9770" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9770" class="magazin-schatten wp-image-9770" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/Transformationsbarometer-Bild-3.jpg" alt="Die Steuer- und Abgabenlast und die Energiepreise sind an der Spitze der Zukunftssorgen der Befragten. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen/Deutsche Kreditbank (DKB)" width="600" height="373"><p id="caption-attachment-9770" class="wp-caption-text">Die Steuer- und Abgabenlast sowie die Energiepreise bereiten die größten Zukunftssorgen. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen/Deutsche Kreditbank (DKB)</p></div>
<p>Wie bei der <a href="https://ostdeutschland.info/skepsis-trotz-potenzial-owf-transformationsbarometer-2025-zur-stimmung-der-wirtschaft-in-ostdeutschland/" target="_blank" rel="noopener">Befragung 2025</a> wird an die Bundesregierung vor allem der Wunsch nach Bürokratieabbau gerichtet (66 Prozent). An zweiter Stelle der Wünsche steht das Senken der Energiepreise (54 Prozent). Auf Platz drei folgen Steuererleichterungen für Unternehmen (40 Prozent).</p>
<div id="attachment_9771" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9771" class="magazin-schatten wp-image-9771" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/06/Tranformationsbarometer-Bild-4.jpg" alt="Der Bürokratieabbau und das Senken der Energiepreise liegen an der Spitze der Wunschliste, die die Teilnehmer an die Bundesregierung haben. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen/Deutsche Kreditbank (DKB)" width="600" height="380"><p id="caption-attachment-9771" class="wp-caption-text">Der Bürokratieabbau und das Senken der Energiepreise stehen ganz oben auf der Wunschliste für die Bundesregierung. Abbildung: Deutschland – Land der Ideen/Deutsche Kreditbank (DKB)</p></div>
<p>Zu den Bereichen mit den größten Wirtschaftserwartungen in den ostdeutschen Bundesländern zählen Erneuerbare Energien und Speichertechnologien (28 Prozent) vor Mikroelektronik und Halbleiterindustrie (20 Prozent), Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (20 Prozent), Tourismus (16 Prozent) sowie Logistik und Infrastruktur.</p>
<p>Die Ergebnisse des OWF-Transformationsbarometers können <a href="https://app.civey.com/dashboards/owf-transformationsbarometer-26-25224?tab=general">hier</a> abgerufen werden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/owf-transformationsbarometer-2026-ostdeutschlands-wirtschaft-zweifelt-trotz-chancen/">Umfrage: Wirtschaftliche Situation in Ostdeutschlands hat sich weiter verschlechtert</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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		<title>Wirtschaft und Markt #3: Der Aufholprozess ist in Gefahr</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/wirtschaft-und-markt-3-der-aufholprozess-ist-in-gefahr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft+Markt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im dritten Teil seiner Wirtschaftskolumne beschäftigt sich Frank Nehring mit dem Wettbewerbsreport Ostdeutschland 2026. Dieser offenbart einen an Dynamik verlierenden Aufholprozess.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8705" class="wp-image-8705" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/01/FN-OWF23-Foto-Bernd-Brundert.jpg" alt="Frank Nehring, langjähriger Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Abbildung: Bernd Brundert" width="600" height="400">Frank Nehring, langjähriger Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Abbildung: Bernd Brundert<br />
„Im Jahr 2025 lag das BIP je Erwerbstätigen in den ostdeutschen Flächenländern bei rund 85 Prozent des westdeutschen Durchschnitts – vor zehn Jahren waren [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im dritten Teil seiner Wirtschaftskolumne beschäftigt sich Frank Nehring mit dem Wettbewerbsreport Ostdeutschland 2026. Dieser offenbart einen an Dynamik verlierenden Aufholprozess.</p>
<p><span id="more-9679"></span></p>
<div id="attachment_8705" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8705" class="wp-image-8705" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/01/FN-OWF23-Foto-Bernd-Brundert.jpg" alt="Frank Nehring, langjähriger Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Abbildung: Bernd Brundert" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8705" class="wp-caption-text">Frank Nehring, langjähriger Herausgeber von Wirtschaft+Markt und Gründer des Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF. Abbildung: Bernd Brundert</p></div>
<p>„Im Jahr 2025 lag das BIP je Erwerbstätigen in den ostdeutschen Flächenländern bei rund 85 Prozent des westdeutschen Durchschnitts – vor zehn Jahren waren es erst 78 Prozent, 1991 lediglich 34,5 Prozent.“ (WBR, S. 11)</p>
<p>Ostdeutschland hat wirtschaftlich erheblich aufgeholt. Doch der <a href="https://ostdeutschland.info/saarower-kreis/">Wettbewerbsreport Ostdeutschland 2026</a> (WBR), der am 1. Juni 2026 beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum vorgestellt wird, zeigt zugleich: Der Aufholprozess verliert an Dynamik.</p>
<p>Joachim Ragnitz, Mitherausgeber des Reports, warnt: „Der Aufholprozess Ostdeutschlands kommt nur noch langsam voran. Es braucht deshalb eine realistische und kritische Bewertung sowie konsequente Aktivitäten aus Politik und Wirtschaft.“</p>
<p>Es geht nicht um Optimismus oder Pessimismus, sondern um Wettbewerbsfähigkeit. Weder Beschönigungen noch Schwarzmalerei helfen weiter. Entscheidend sind wirtschaftspolitische Klarheit, Investitionen und strukturelle Reformen.</p>
<p>Der Report macht deutlich: Die wirtschaftliche Entwicklung Ostdeutschlands bleibt eine Erfolgsgeschichte, aber zugleich bestehen zentrale strukturelle Defizite fort. Insbesondere bei Investitionen, Innovation, Humankapital und Vermögensbildung liegt Ostdeutschland weiterhin hinter dem Westen zurück. Hinzu kommen demografischer Druck, schwache Unternehmensinvestitionen sowie Defizite bei technologischer Entwicklung und Produktivität.</p>
<p>35 Jahre nach der deutschen Einheit ist eine pauschale Benachteiligungsdebatte zwar nicht mehr zielführend. Die Unterschiede zwischen Ost und West bestehen jedoch weiterhin, allerdings differenzierter und strukturell relevant. Deshalb braucht Ostdeutschland mehr als allgemeine Standortpolitik. Gefragt sind gezielte Impulse für Innovation, industrielle Stärke, Bildung und Kapitalbildung.</p>
<p>Der Anspruch darf nicht länger nur darin bestehen aufzuholen. Ostdeutschland muss sich als Zukunftsregion behaupten – mit Wettbewerbsfähigkeit, Investitionskraft und technologischer Stärke. Der Wettbewerbsreport Ostdeutschland 2026 liefert dafür eine wichtige Grundlage: als nüchterne Analyse und Impuls für eine neue wirtschaftspolitische Debatte über Chancen, Wachstum und die Zukunftsfähigkeit Ostdeutschlands.</p>
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