<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Wirtschaft Archive - ostdeutschland.info</title>
	<atom:link href="https://ostdeutschland.info/category/wirtschaft/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://ostdeutschland.info/category/wirtschaft/</link>
	<description>Impulse für den Osten</description>
	<lastBuildDate>Fri, 18 Sep 2026 11:48:18 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1</generator>

<image>
	<url>https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/02/cropped-Ost_Button_ffe500-32x32.png</url>
	<title>Wirtschaft Archive - ostdeutschland.info</title>
	<link>https://ostdeutschland.info/category/wirtschaft/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Mit Signal Iduna die richtige Entscheidung für die Altersvorsorge treffen</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/mit-signal-iduna-die-richtige-entscheidung-fuer-die-altersvorsorge-treffen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anzeige]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=10480</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Zukunft der Altersvorsorge steht vor einer bedeutenden Veränderung. Zum 1. Januar 2027 tritt das neue Altersvorsorge-Reformgesetz (AVRG) in Kraft. Diese Reform bringt unter anderem mit dem Altersvorsorgedepot einen neuen und vor allem flexiblen Weg für Ihren langfristigen Vermögensaufbau mit sich.<br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10485" class="wp-image-10485" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/AVRG-Leitmotiv.jpg" alt="Eine Neuerung bei der Altersvorsorge soll die künftig vereinfachte Förderberechnung sein. Sie orientiert sich an der Höhe des eingezahlten Eigenbeitrags. Abbildung: Maskot, Gettyimages" width="600" height="400">Eine Neuerung bei der Altersvorsorge soll die künftig vereinfachte Förderberechnung [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/mit-signal-iduna-die-richtige-entscheidung-fuer-die-altersvorsorge-treffen/">Mit Signal Iduna die richtige Entscheidung für die Altersvorsorge treffen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zukunft der Altersvorsorge steht vor einer bedeutenden Veränderung. Zum 1. Januar 2027 tritt das neue Altersvorsorge-Reformgesetz (AVRG) in Kraft. Diese Reform bringt unter anderem mit dem Altersvorsorgedepot einen neuen und vor allem flexiblen Weg für Ihren langfristigen Vermögensaufbau mit sich.<span id="more-10480"></span></p>
<div id="attachment_10485-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10485-2" class="wp-image-10485" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/AVRG-Leitmotiv.jpg" alt="Eine Neuerung bei der Altersvorsorge soll die künftig vereinfachte Förderberechnung sein. Sie orientiert sich an der Höhe des eingezahlten Eigenbeitrags. Abbildung: Maskot, Gettyimages" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10485-2" class="wp-caption-text">Eine Neuerung bei der Altersvorsorge soll die künftig vereinfachte Förderberechnung sein. Sie orientiert sich an der Höhe des eingezahlten Eigenbeitrags. Abbildung: Maskot, Gettyimages</p></div>
<p>Als traditioneller und starker Partner des Handels und des Handwerks lässt <a href="https://signal-iduna.de/" target="_blank" rel="noopener">Signal Iduna</a> Sie bei diesem wichtigen Übergang nicht allein und informiert Sie bereits heute über die wichtigsten Änderungen und Chancen.</p>
<h2><span class="title-bg">Die Neuerungen im Überblick</span></h2>
<ul>
<li>Voller Förderanspruch für Selbstständige:&nbsp;Ab 2027 erhalten auch selbstständige Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer uneingeschränkten Zugang zur staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Altersvorsorge für selbstständige Betriebsinhaber.</li>
<li>Vereinfachte Förderberechnung:&nbsp;Die staatliche Zulage wird künftig unkomplizierter berechnet. Sie orientiert sich direkt an der Höhe Ihres tatsächlich eingezahlten Eigenbeitrags. Die bisherige, einkommensabhängige Berechnung entfällt, was die persönliche Planung erleichtert.</li>
<li>Höhere Flexibilität bei der Kapitalanlage:&nbsp;Mit dem AV-Depot legt das AVRG den Fokus vollständig auf den Kapitalmarkt und ETF-Lösungen.&nbsp;Es ermöglicht die Förderung von reinen Fondsanlagen ohne starre Beitragsgarantien, dadurch lassen sich Marktchancen flexibler nutzen. Für sicherheitsorientierte Sparer wird es weiterhin passende Angebote mit Garantien geben.</li>
<li>Staatliche Zulagenstruktur:
<ul>
<li>Grundzulage: Der Staat fördert Ihre Vorsorge mit einer Zulage von 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Ihres Jahresbeitrags und 25 Prozent auf jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro. Damit liegt die maximale Grundzulage bei 540 Euro pro Jahr.</li>
<li>Kinderzulage: Für jedes Kind, für das Sie Kindergeld erhalten, gibt es eine jährliche Zulage von bis zu 300 Euro zusätzlich.</li>
</ul>
</li>
</ul>
<div id="attachment_10487-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10487-2" class="wp-image-10487" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/AVRG-Eltern.jpg" alt="Bei jedem Kind, für das Eltern Kindergeld erhalten, gibt es künftig eine jährliche Zulage von bis zu 300 Euro. Abbildung: Westend61, Gettyimages" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10487-2" class="wp-caption-text">Bei jedem Kind, für das Eltern Kindergeld erhalten, gibt es künftig eine jährliche Zulage von bis zu 300 Euro. Abbildung: Westend61, Gettyimages</p></div>
<p>Ein Rechenbeispiel aus der Praxis: Sie sind eine 40-jährige Unternehmerin im Einzelhandel, verheiratet und haben zwei Kinder. Sie möchten Ihre Altersvorsorge aufbessern und dazu die neuen Möglichkeiten des AVRG nutzen.</p>
<p>Bei einem jährlichen Eigenbeitrag von 1.440 Euro (monatlich 120 Euro) und zwei kindergeldberechtigten Kindern ergibt sich eine Grundzulage von 450 Euro und eine Kinderzulage von 600 Euro. Das bedeutet eine&nbsp;staatliche Gesamtförderung von 1.050 Euro pro Jahr, die direkt in Ihr Vorsorgeguthaben fließt.</p>
<h2><span class="title-bg">Flexible Produktwelt ab 1. Januar 2027</span></h2>
<p>Um den unterschiedlichen Sicherheitsbedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden, bringt Signal Iduna pünktlich zum Start der Reform&nbsp;drei maßgeschneiderte Produktansätze&nbsp;auf den Markt. Neben einem fondsgebundenen Garantieprodukt (80 Prozent oder 100 Prozent Beitragsgarantie) wird es ein standardisiertes Produkt und ein Altersvorsorgedepot geben, was stärkere Renditechancen durch eine stärkere Kapitalmarkt-Orientierung ermöglicht.</p>
<div id="attachment_10496-2" style="width: 731px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10496-2" class="wp-image-10496 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Bild-Tabelle-Signal-Iduna-2.jpg" alt="Die neuen Produkte zur Altersvorsorge mit den jeweiligen Zielgruppen und dem dahinter stehenden Konzept. Abbildung: Screenshot" width="721" height="378"><p id="caption-attachment-10496-2" class="wp-caption-text">Die neuen Produkte zur Altersvorsorge mit den jeweiligen Zielgruppen und dem dahinter stehenden Konzept. Abbildung: Screenshot</p></div>
<p>Das Altersvorsorgereformgesetz ist ein wichtiger Baustein. Für eine komplette und maßgeschneiderte Altersvorsorge ist es jedoch essenziell, auch weitere Optionen in Betracht zu ziehen, wie zum Beispiel die Basisrente mit ihren steuerlichen Vorteilen.</p>
<p>Nutzen Sie die Gelegenheit, sich frühzeitig zu informieren. Umfassende Details und Hintergründe finden Sie <a href="https://signal-iduna.de/ratgeber/altersvorsorge-fuer-selbststaendige-wissenswertes-zum-avrg/" target="_blank" rel="noopener">hier</a>:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10489 aligncenter" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/qrcode-Signal-Iduna.jpg" alt="Der Qrcode zur Altersvorsorge mit Signal Iduna. Abbildung: Signal Iduna" width="248" height="248"></p>
<p><strong>&nbsp;</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/mit-signal-iduna-die-richtige-entscheidung-fuer-die-altersvorsorge-treffen/">Mit Signal Iduna die richtige Entscheidung für die Altersvorsorge treffen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Roland Sillmann: Pioniergeist in Adlershof. Authentisches Selbstvertrauen als Wachstums- und Wohlstandstreiber</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/roland-sillmann-pioniergeist-in-adlershof-authentisches-selbstvertrauen-als-wachstums-und-wohlstandstreiber/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=8049</guid>

					<description><![CDATA[<p>Roland Sillmann, Geschäftsführer der WISTA Management GmbH, ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8054" class="wp-image-8054 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Sillmann_DIAO2.png" alt="Roland Sillmann, Geschäftsführer Wista Management GmbH. Abbildung: Wista Management GmbH" width="708" height="1000">Roland Sillmann, Geschäftsführer WISTA Management GmbH. Abbildung: WISTA Management GmbH<br />
Ich muss direkt zu Beginn gestehen: Als die Mauer fiel und auch in den Jahren zuvor, lebte [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/roland-sillmann-pioniergeist-in-adlershof-authentisches-selbstvertrauen-als-wachstums-und-wohlstandstreiber/">Roland Sillmann: Pioniergeist in Adlershof. Authentisches Selbstvertrauen als Wachstums- und Wohlstandstreiber</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Roland Sillmann, Geschäftsführer der WISTA Management GmbH, ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-8049"></span></p>
<div id="attachment_8054-2" style="width: 718px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8054-2" class="wp-image-8054 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Sillmann_DIAO2.png" alt="Roland Sillmann, Geschäftsführer Wista Management GmbH. Abbildung: Wista Management GmbH" width="708" height="1000"><p id="caption-attachment-8054-2" class="wp-caption-text">Roland Sillmann, Geschäftsführer WISTA Management GmbH. Abbildung: WISTA Management GmbH</p></div>
<p>Ich muss direkt zu Beginn gestehen: Als die Mauer fiel und auch in den Jahren zuvor, lebte ich in Baden-Württemberg. Ich bin kein Ostdeutscher. Ostdeutsch ist jedoch der Ort, der mein Leben in den vergangenen Jahren prägte, wie kein anderer: der Technologiepark in Berlin-Adlershof.</p>
<p>Meine Kindheit verbrachte ich als Arbeiterkind jedoch in einem Dorf mit 1.700 Einwohnern. Ich spielte recht gut Fußball und fing mit 13 Jahren an, neben der Schule zu arbeiten. Zu Beginn musste ich in einer Seilfabrik Knoten machen. 180.000 Palstek-Knoten. Während ich dieser monotonen Arbeit nachging, hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Über Fußball, die Schule – aber auch über die berufliche Zukunft. Zukunft, gerade die berufliche, das wurde mir erst viel später klar, wird stark von Vorbildern geprägt. Vorbilder erwecken Selbstvertrauen, denn sie haben etwas erreicht, was man auch selbst schaffen kann. Was aber, wenn man keine beruflichen Vorbilder im persönlichen Umfeld findet? Man muss sich sein gesamtes Selbstvertrauen selbst erarbeiten, es aus eigenen Erfahrungen aufbauen. Es gab auch Vorbilder für mich, denen ich wie viele andere auch nacheifern wollte: Fußballprofis. Sie – oft Arbeiterkinder – hatten es geschafft. Mein Plan B: Vielleicht in einem Büro arbeiten oder sogar an einer Fachhochschule studieren? Ein eigenes Unternehmen gründen, Führungskraft werden oder in die Forschung gehen – das war so weit weg für mich wie ferne Länder, die ich nicht besuchen konnte. Ohne Vorbilder dachte ich damals selbst mit dem besten Abitur der Schule und dem besten Maschinenbauabschluss der Hochschule nicht im Traum an eine Laufbahn mit Führungsverantwortung oder gar ein eigenes Unternehmen. Mir fehlte schlicht das Selbstvertrauen. Damit habe ich vielleicht eine ähnliche Prägung erfahren, wie viele Menschen in der damaligen DDR. Auch in ihrer Lebensrealität gründete man nicht einfach ein eigenes Unternehmen oder erarbeitete sich eine Führungsposition. Auch für sie war dies so weit entfernt wie Länder, in die sie nicht reisen konnten.</p>
<p>Daher finde ich die Erfolgsgeschichte des Technologieparks Adlershof bemerkenswerter als ohnehin schon. Die Menschen, die diesen Ort aufbauten, hatten keine Vorbilder, denen sie nacheifern konnten. Sie hatten diesbezüglich kein induziertes Selbstvertrauen – sie waren Pioniere.</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Die Adlershofer hatten den eisernen Willen, sich an diesem Standort ein neues Leben aufzubauen. Echter Pioniergeist braucht keine Vorbilder!”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg"><strong>Pioniere gestalteten Zukunft </strong></span></h2>
<p>Den meisten Ostdeutschen ist Adlershof ein Begriff: vor allem für das Fernsehen der DDR und die Akademie der Wissenschaften. All diese Institutionen fielen nach dem Mauerfall Umstrukturierungen zum Opfer. Ein schwerer Schlag für alle Menschen, die von einem Tag auf den anderen nicht nur arbeitslos, sondern auch perspektivlos waren. Die sich ausgemustert fühlten und sich nun fragten, was aus ihnen werden würde. So eine Situation war einzigartig. Man konnte sich nirgends abschauen, wie eine solche Herausforderung gelöst wird. Doch zum Glück agierte die Politik damals vorausschauend und beschloss schon 1991, einen Technologiepark auf den ehemaligen Flächen von Staatsfernsehen, Akademie und Wachregiment aus dem Boden zu stampfen. Für viele Außenstehende mutete dieser Plan mehr als kühn an. Hier in der „Pampa“ sollten sich freiwillig Unternehmen ansiedeln, wo doch gerade in Berlins Mitte das Leben tobte, nachdem endlich kein Riss mehr mitten durch die Stadt ging? Doch die Rechnung hatten die Zweifler ohne die Adlershofer gemacht. Diese hatten den eisernen Willen, sich an diesem Standort, dem sie sich so verbunden fühlten, ein neues Leben aufzubauen. Echter Pioniergeist braucht keine Vorbilder!</p>
<p>Die Politik kann nur Rahmenbedingungen schaffen. Damit hatte sie Anfang der 1990er-Jahre die WISTA Management GmbH als Entwicklungs- und Betreibergesellschaft für Adlershof betraut. Diese hat die notwendige Infrastruktur für die Pioniere erschaffen: Gebäude, Labore, Forschungsgeräte, Energieversorgung und eine digitale Infrastruktur. Die Adlershofer haben gemeinsam den Technologiepark zum Leben erweckt. Sie haben die Chance ergriffen, den Vorschlag realisiert, gestaltet, mit Leben gefüllt.</p>
<div id="attachment_8058-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8058-2" class="wp-image-8058" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/004_00_24_NW_cWISTA.Plan_Helicolor-Luftbild-Berlin.jpg" alt="Luftbildaufnahme von Berlin-Adlershof aus dem Jahr 2024. Abbildung: WISTA.Plan, Helicolor-Luftbild Berlin" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8058-2" class="wp-caption-text">Luftbildaufnahme von Berlin-Adlershof aus dem Jahr 2024. Abbildung: WISTA.Plan, Helicolor-Luftbild Berlin</p></div>
<h2><span class="title-bg"><strong>Die Adlershofer Mentalität </strong></span></h2>
<p>Erst kamen Menschen aus Westdeutschland hinzu und dann aus aller Welt. Die meisten wurden schnell angesteckt vom Tatendrang der Adlershofer, mitgerissen von ihren Ideen und aufgenommen in ihr Netzwerk. So wurde der Technologiepark Adlershof spätestens in den frühen 2000er-Jahren zur Erfolgsgeschichte, an die nicht viele glaubten. Bis heute wuchs der Standort auf 4,6 km2 im Südosten Berlins auf knapp 30.000 Beschäftigte und Studierende in 1.300 Unternehmen und 17 wissenschaftlichen Einrichtungen an. Näher zusammen lassen sich Wirtschaft und Wissenschaft, Theorie und Praxis, Expertise und Innovation nicht bringen. Hier haben viele sogenannte „Hidden Champions“ ihre Heimat und erfinden, entwickeln und produzieren Produkte, die weltweit einmalig sind. Ob es nun um Hochleistungslaser geht, medizinische Wirkstoffe, mikroelektronische Bauelemente oder Unterwasserroboter. Adlershof ist längst der erfolgreichste Technologiepark Deutschlands und weltweit bekannt! Ich kam 2013 nach Adlershof, als es darum ging, das bislang Erreichte auszubauen. Denn niemand dachte hier trotz des bislang erzielten Erfolgs daran, sich auf dem Geschafften auszuruhen. Da viele Adlershofer mit dem Mauerfall erlebt haben, wie eine Lebensplanung über den Haufen geworfen wurde, haben sie eine Macher-Mentalität und auch das Vertrauen darauf, sich in ihrem Netzwerk den Widrigkeiten anzupassen, die sich ihnen bieten. Selbst wenn es schwierig ist, haben sie den Willen, etwas Gutes zu gestalten, Produkte zu entwickeln, die uns in Zukunft helfen. Irgendwer muss es ja machen und sie haben schließlich die kreativen Ideen. Den Adlershofern ist es wichtig, Verantwortung zu übernehmen und etwas zur Lösung der Probleme beizutragen, die sich uns von Klimawandel bis Ressourcenmangel weltweit stellen.</p>
<p>Ich habe viel mitgenommen von all diesen Menschen. Worin mich die Adlershofer aber vor allem bestärkt haben, ist, sich von den äußeren Begebenheiten nicht zu sehr beeindrucken zu lassen. Und dass man getrost in den Standort und die Fähigkeiten der Menschen hier vertrauen kann. Das Spannende: Diese Haltung hat sich mittlerweile auch auf die nachfolgende Generation der Unternehmer und Forscher in Adlershof übertragen. Diese haben nun Vorbilder, von denen sie sich inspirieren lassen können. Und dies macht sich bemerkbar in Form einer besonderen Mentalität.</p>
<div id="attachment_8059-2" style="width: 509px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8059-2" class="wp-image-8059" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/historische_fotos_luftbild_1989_ii.jpg" alt="Luftbildaufnahme von Berlin-Adlershof aus dem Jahr 1989. Abbildung: WISTA Management GmbH" width="499" height="500"><p id="caption-attachment-8059-2" class="wp-caption-text">Luftbildaufnahme von Berlin-Adlershof aus dem Jahr 1989. Abbildung: WISTA Management GmbH</p></div>
<h2><span class="title-bg"><strong>Zuversicht als Standort-DNA </strong></span></h2>
<p>Selbst wenn in weiten Teilen der deutschen Wirtschaft eine pessimistische Stimmung herrscht, blicken Adlershofer Unternehmen zuversichtlich in die Zukunft. Jedes Jahr. In einer der letzten Umfragen, die wir jährlich durchführen, ermittelten wir, woher diese Zuversicht kommt. Insbesondere aus unternehmensbezogenen Faktoren. So nannten die meisten Unternehmen die Stärken und Fähigkeiten eigener Mitarbeitender sowie die Innovationskraft und Vision des eigenen Unternehmens als Grund für ihre Zuversicht. Weiterhin sind standortbezogene Faktoren wie die Entwicklung neuer Technologiefelder oder Netzwerke und Kooperationen bedeutend für die eigene Zuversicht.</p>
<p>Ich bin überzeugt, dass wir mehr Orte mit der Mentalität Adlershofs in Deutschland brauchen. Wenn Unternehmen auch in herausfordernden Zeiten Selbstvertrauen haben, an die Stärken ihrer Mitarbeitenden, ihre Ideen sowie die Kooperationsmöglichkeiten glauben, wenn sie wissen, dass sie sich auch in krisenhaften Zeiten behaupten können, dann werden wir auch weiterhin in Deutschland erfolgreich sein. Das haben die Adlershofer eindrucksvoll bewiesen. Daher erzähle ich diese Erfolgsgeschichte von Adlershof aus voller Überzeugung. Denn ich befürchte, dass uns in Deutschland – auch und vielleicht besonders in Ostdeutschland – immer mehr das Vertrauen darin verloren geht, was wir zu leisten in der Lage sind.</p>
<div id="attachment_8061-2" style="width: 560px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8061-2" class="wp-image-8061" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Erwin-Schroedinger-Zentrum.jpg" alt="Erwin-Schrödinger-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin in Adlershof. Abbildung: WISTA Management GmbH" width="550" height="367"><p id="caption-attachment-8061-2" class="wp-caption-text">Erwin-Schrödinger-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin in Adlershof. Abbildung: WISTA Management GmbH</p></div>
<h2><span class="title-bg"><strong>Eine einmalige Stärke </strong></span></h2>
<p>Denke ich an Ostdeutschland, habe ich nach zwölf Jahren in Adlershof den Eindruck, dass sich die Menschen manchmal zu wenig begegnen. Und dass so viele Vorbilder im eigenen Umfeld unbekannt sind. Viele Regionen Ostdeutschlands haben Potenzial, manche – wie die Lausitz – sogar besonders viel.</p>
<p>Doch steht und fällt der Erfolg eines Wandels mit dem Engagement des Einzelnen. Menschen müssen sich einbringen und teilnehmen wollen. Wenn es keinen Austausch, keine Veranstaltungen und kein Engagement vor Ort gibt, dann fehlt der gemeinsame Wille, etwas zu bewegen und Zukunft zu gestalten.</p>
<p>Mit Blick auf die aktuelle Nachrichtenlage und das Wahlverhalten werde ich besorgt. Denn: Es scheint vergessen, dass sich in den letzten Jahrzehnten viele ostdeutsche Orte entfaltet haben. Statt in Unzufriedenheit darüber zu verharren, dass in vielen Teilen Ostdeutschlands zu wenig passiert, ist Initiative gefragt. Dafür ist es wichtig, dass sich viele engagieren und nicht nur Einzelne. Sei es durch die Organisation von Festen, Ausstellungen, Tagen der offenen Tür, Märkten. Menschen müssen einander begegnen, um sich ineinander hineinzuversetzen, sich gegenseitig zu unterstützen, ihre Unterschiede zu akzeptieren oder sogar wertzuschätzen.</p>
<div id="attachment_8063-2" style="width: 560px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8063-2" class="wp-image-8063" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Blick-in-Elektronenspeicherring-BESSY-II-vom-Helmholtz-Zentrum-Berlin.jpg" alt="Besichtigung des Elektronenspeicherrings BESSY II im Helmholtz-Zentrum Berlin. Abbildung: WISTA Management GmbH" width="550" height="367"><p id="caption-attachment-8063-2" class="wp-caption-text">Besichtigung des Elektronenspeicherrings BESSY II im Helmholtz-Zentrum Berlin. Abbildung: WISTA Management GmbH</p></div>
<p>Ich wünsche mir, dass negative Empfindungen wie Angst, Wut und vielleicht auch Ohnmacht nicht die Oberhand gewinnen und zu Hass gegen Menschen werden. Ich wünsche mir, dass es stattdessen wieder möglich wird, diese negativen Gefühle in positive Aktionen umzuwandeln. So wie es die Adlershofer an ihrem Arbeitsplatz gemacht haben, als sie sich nach dem Mauerfall vor den Trümmern ihrer bisherigen Karrieren wiedergefunden haben. Sie haben sich entschieden, ihren Sorgen, Ängsten und Nöten entgegenzutreten, indem sie die Grundsteine für den Technologiepark Adlershof gelegt haben. Sie haben alle, die dazugekommen sind, aufgenommen und ihnen gezeigt, was den Kern des Technologieparks Adlershof ausmacht: Nähe, Austausch, Kooperation, Kreativität, Innovation. Diese Faktoren können wir überall erzeugen – egal, ob wir in einer Großstadt oder einem Dorf leben. Es liegt einzig in den Händen der Menschen vor Ort, aus den Zutaten ihre eigene Erfolgsgeschichte zu zaubern. Das Selbstvertrauen sollten wir haben. Ich wünsche es mir, damit die Erzählung vom unzufriedenen Osten, der teilweise zurück zu autoritären Regimes will, irgendwann auserzählt ist. Denn ich kenne den Osten anders.</p>
<div class="mceTemp"></div>
<div id="attachment_8064-2" style="width: 560px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8064-2" class="wp-image-8064" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/240021_WISTA_Makerspace-1622.jpg" alt="3-D-Drucker im WISTA Makerspace. Abbildung: WISTA Management GmbH" width="550" height="367"><p id="caption-attachment-8064-2" class="wp-caption-text">3-D-Drucker im WISTA Makerspace. Abbildung: WISTA Management GmbH</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg"><strong>WISTA Management GmbH</strong></span></h2>
<p><strong>GEGRÜNDET:</strong> 1991/Berlin<br>
<strong>STANDORT:</strong> Berlin-Adlershof<br>
<strong>MITARBEITENDE: </strong>Circa 235<br>
<strong>WEBSITE:</strong> <a href="https://www.wista.de/" target="_blank" rel="noopener">wista.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg"><strong>Roland Sillmann </strong></span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong>GEBOREN:</strong> 1971/Freiburg</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Berlin</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Angela Merkel: „Freiheit“, 2024<br>
<strong>MEINE URLAUBSTIPPS:</strong> Spreewald, Elbsandsteingebirge</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/roland-sillmann-pioniergeist-in-adlershof-authentisches-selbstvertrauen-als-wachstums-und-wohlstandstreiber/">Roland Sillmann: Pioniergeist in Adlershof. Authentisches Selbstvertrauen als Wachstums- und Wohlstandstreiber</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ostdeutsches Energieforum 2026: Zwischen Netzen, Speichern und Populismus</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/odef-2026-energiepolitik-zwischen-netzen-speichern-und-populismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Event]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=10468</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vom 30. September bis 1. Oktober 2026 findet im Campus Jahnallee der Universität Leipzig sowie digital das 15. Ostdeutsche Energieforum statt. Besucher erwartet ein umfassendes und abwechslungsreiches Programm. ostdeutschland.info ist erneut Medienpartner.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10470" class="wp-image-10470" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/ostdeutsches-energieforum-2026.jpg" alt="Das Leitthema des 15. Ostdeutschen Energieforums lautet „Sicherheit in unsicheren Zeiten“. Abbildung: Ostdeutsches Energieforum" width="600" height="306">Das Leitthema des 15. Ostdeutschen Energieforums lautet „Sicherheit in unsicheren Zeiten“. Abbildung: Ostdeutsches Energieforum<br />
Nach ihren „Windmühlen der Schande“ hat die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel in der jüngsten Haushaltsdebatte des [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/odef-2026-energiepolitik-zwischen-netzen-speichern-und-populismus/">Ostdeutsches Energieforum 2026: Zwischen Netzen, Speichern und Populismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vom 30. September bis 1. Oktober 2026 findet im Campus Jahnallee der Universität Leipzig sowie digital das 15. Ostdeutsche Energieforum statt. Besucher erwartet ein umfassendes und abwechslungsreiches Programm. ostdeutschland.info ist erneut Medienpartner.</p>
<p><span id="more-10468"></span></p>
<div id="attachment_10470-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10470-2" class="wp-image-10470" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/ostdeutsches-energieforum-2026.jpg" alt="Das Leitthema des 15. Ostdeutschen Energieforums lautet „Sicherheit in unsicheren Zeiten“. Abbildung: Ostdeutsches Energieforum" width="600" height="306"><p id="caption-attachment-10470-2" class="wp-caption-text">Das Leitthema des 15. Ostdeutschen Energieforums lautet „Sicherheit in unsicheren Zeiten“. Abbildung: Ostdeutsches Energieforum</p></div>
<p>Nach ihren „Windmühlen der Schande“ hat die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel in der jüngsten Haushaltsdebatte des Bundestags energiepopulistisch noch einen draufgelegt. In ihrer Rede erklärte sie: „Die sogenannte Energiewende ist verlorenes, verbranntes Geld ... Das ist eine energiepolitische Geisterfahrt.“</p>
<h2><span class="title-bg">Sicherheit in unsicheren Zeiten</span></h2>
<p>Wie Populismus, parteipolitische Interessen oder politische Grundsätze eine realistische Klima- und Energiekommunikation beeinflussen, darüber diskutieren auf dem Ostdeutschen Energieforum in Leipzig am 1. Oktober der Journalist und Podcaster Paul Ronzheimer und der Politikwissenschaftler Wolfgang Muno.</p>
<div id="attachment_10471-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10471-2" class="wp-image-10471" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/E81A3533.jpg" alt="Das Ostdeutsche Energieforum erwartet in diesem Jahr über 500 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Energiewirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Kommunen. Abbildung: Ostdeutsches Energieforum" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10471-2" class="wp-caption-text">Das Ostdeutsche Energieforum erwartet in diesem Jahr über 500 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Energiewirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Kommunen. Abbildung: Ostdeutsches Energieforum</p></div>
<p>Die ostdeutschen Unternehmerverbände als Veranstalter des Forums haben auch zur Jubiläumsausgabe ein so spannendes wie kontroverses Programm zusammengestellt, das die Konflikte aufgreift, die die Energiepolitik derzeit bestimmen. Unter dem Leitthema „Sicherheit in unsicheren Zeiten“ kommen am 30. September und 1. Oktober 2026 in Leipzig über 500 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Energiewirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Kommunen zusammen.</p>
<p>Das Ostdeutsche Energieforum widmet sich unter anderem diesen Fragen:</p>
<ol>
<li>Wie lassen sich Unternehmen und private Haushalte dauerhaft mit bezahlbarer Energie versorgen?</li>
<li>Wie werden Netze, Speicher und neue Erzeugungsanlagen sinnvoll aufeinander abgestimmt?</li>
<li>Welchen konkreten Nutzen haben die Regionen, in denen Windräder, Solarparks, Trassen, Speicher oder Rechenzentren entstehen?</li>
</ol>
<h2><span class="title-bg">Ostdeutschland als strategische Brücke</span></h2>
<p>Auch das Fremdeln der Autoindustrie mit der Energiewende, der Konflikt zwischen Stromnetzen und Speichern sowie der Druck auf die Kommunen bei der Wärmeplanung stehen auf der Agenda. Gleichzeitig beleuchtet das Ostdeutsche Energieforum 2026 die Energiezukunft aus europäischer Perspektive. Europas Strategie ist dabei zentraler Bezugspunkt für die Energiewende in der Region. Grenzüberschreitende Strom- und Wasserstoffinfrastrukturen, gemeinsame Reservekapazitäten und ein integrierter Strommarkt können Versorgung und Preise stabilisieren. Ostdeutschland liegt strategisch günstig – als Brücke zwischen Nordsee-Wind, Ostsee-Offshore, polnischen Netzknoten und süddeutschen Lastzentren.</p>
<p>Zum Programm gehört auch der Wirtschaftsempfang der IHK zu Leipzig am Abend des 30. September im Design Offices Leipzig in der Alten Hauptpost am Augustusplatz. Wie in den Vorjahren kann das Ostdeutsche Energieforum wieder im Live-Stream online auf der Website verfolgt werden.</p>
<p>Anmeldung und Programm unter:<br>
<a href="http://www.ostdeutsches-energieforum.de">www.ostdeutsches-energieforum.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/odef-2026-energiepolitik-zwischen-netzen-speichern-und-populismus/">Ostdeutsches Energieforum 2026: Zwischen Netzen, Speichern und Populismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Frank Schwarz: Zwischen den Welten. Selbstbewusste Randbemerkungen zur Herkunft</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/frank-schwarz-zwischen-den-welten-selbstbewusste-randbemerkungen-zur-herkunft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 05:30:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=8163</guid>

					<description><![CDATA[<p>Frank Schwarz, Geschäftsführer der Sächsischen Lotto-GmbH, ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8168" class="size-full wp-image-8168" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Schwarz_DIAO2.png" alt="Frank Schwarz, Geschäftsführer Sächsische Lotto-GmbH. Abbildung: Sächsische Lotto-GmbH" width="704" height="1000">Frank Schwarz, Geschäftsführer Sächsische Lotto-GmbH. Abbildung: Sächsische Lotto-GmbH<br />
Denke ich an Ostdeutschland, denke ich an vertraute Pfade. An Stege, die ich kenne, an Landschaften wie das Oberlausitzer Bergland, an Räume [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/frank-schwarz-zwischen-den-welten-selbstbewusste-randbemerkungen-zur-herkunft/">Frank Schwarz: Zwischen den Welten. Selbstbewusste Randbemerkungen zur Herkunft</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Frank Schwarz, Geschäftsführer der Sächsischen Lotto-GmbH, ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-8163"></span></p>
<div id="attachment_8168-2" style="width: 714px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8168-2" class="size-full wp-image-8168" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Schwarz_DIAO2.png" alt="Frank Schwarz, Geschäftsführer Sächsische Lotto-GmbH. Abbildung: Sächsische Lotto-GmbH" width="704" height="1000"><p id="caption-attachment-8168-2" class="wp-caption-text">Frank Schwarz, Geschäftsführer Sächsische Lotto-GmbH. Abbildung: Sächsische Lotto-GmbH</p></div>
<p>Denke ich an Ostdeutschland, denke ich an vertraute Pfade. An Stege, die ich kenne, an Landschaften wie das Oberlausitzer Bergland, an Räume in Brandenburg und Sachsen-Anhalt, durch die ich mich bewegen kann, ohne mich erklären zu müssen. Über die Jahre hat sich in diesen Landschaften mein Blick dafür geschärft, wie stark eine ostdeutsche Herkunft die Sicht auf die Welt und die Handlungsfelder bestimmt. Nicht aus Nostalgie für das lange Vergangene, sondern aus einem tiefen Verständnis heraus, wie sich Gesellschaften besonders in angespannten Umfeldern entwickeln. Ich weiß, was es heißt, wenn ein System nicht mehr funktioniert und innerhalb weniger Monate in sich zusammenbricht. Wenn nichts bleibt außer der eigenen Haltung, dem eigenen Blick auf das, was kommt. Eine derartige Haltung entsteht nicht aus sich selbst heraus. Sie entsteht im Austausch mit anderen.</p>
<p>Als Startpunkt für eine Diskussion ist meine ostdeutsche Prägung dann auch kein Etikett, sondern eine langanhaltende Erfahrung, sowohl bodenständig als auch offen und neugierig zu sein. Meine Prägung hat eine Ergebnisorientierung hinterlassen. Und gerade dieser Realismus, gepaart mit einer gewissen Gelassenheit gegenüber dem Weltenlauf, war mir oft von Nutzen – in Toronto wie in Belo Horizonte, in Frankfurt/Main ebenso wie in Nowosibirsk: Orte, in die mich meine Karriere in der IT-Industrie geführt hat.</p>
<p>Die unmittelbaren Erfahrungen der Wende habe ich mitgenommen und darüber erzählt. 1989 war für mich nicht nur ein historisches Datum, sondern persönlich erlebte Geschichte. Die Wut über den Wahlbetrug, die Mutigen auf der Straße, die Gewalt vor dem Dresdner Hauptbahnhof – das war Revolution im leninschen Sinne: Die einen wollten nicht mehr wie bisher, die anderen konnten nicht mehr. Ich war dabei, nicht nur als Zuschauer, sondern als junger Mensch, der seinen eigenen Weg suchte, in dieser Zeit studierte und eigene Zeitungen herausbrachte. Der Moment, an dem Geschichte plötzlich Form annimmt, liegt mir seither tief im Gedächtnis und hat mich gelehrt, wie Pfadabhängigkeiten sich im Guten wie im Schlechten auf den Einzelnen auswirken.</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Ostdeutschland bringt die Erfahrung mit, sich nach einem massiven Bruch auf eine neue Realität eingestellt zu haben.”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg">Impulse aus jetziger Betrachtung</span></h2>
<p>Was blieb von diesen Erfahrungen? Die Wiedervereinigung war beides: zum einen der Schritt ins Offene, zum anderen Zumutung. Sie hat Räume geöffnet und Gewissheiten zerstört. Es wurde versäumt, daraus eine neue, gemeinsame Idee von Deutschland zu formen – eine glaubwürdige, stabile Heimat für alle.</p>
<p>„Denke ich an Ostdeutschland …“ ist dann ein guter Anstoß, diese Leerstelle zu füllen. Was wäre meine Perspektive für das Nachdenken über diese gemeinsame Idee gewesen? Fünf Impulse:</p>
<p>Erstens: Ehrlichkeit auf beiden Seiten. Eine Ehrlichkeit im Osten mit dem ausgesprochenen und innerlich akzeptierten Eingeständnis, dass sich das eigene System überlebt hatte und man selbst durchaus Teil dieses Systems gewesen war. Ehrlichkeit wäre auch im Westen notwendig gewesen, für das Eingeständnis, dass ostdeutsche Lösungen für einzelne Probleme bedenkenswert sind. Für heute würde diese Ehrlichkeit bedeuten, zu akzeptieren, dass eine Gesellschaft nicht Themen über die Zeit verschleppen kann, sondern diese viel schneller lösen muss, als wir es uns aktuell gemeinsam zumuten.</p>
<p>Zweitens: Anknüpfen an Traditionen. Der Osten ist durch eine Verzagtheit und Negierung eigener Stärken gekennzeichnet. Sicher: In Dresden wird dem güldenen Barock gehuldigt, in Leipzig der Tradition als Messestandort und in Jena der Optiktradition. Das ist zu wenig angesichts eines historischen Wirtschaftsraumes mit Mitteldeutschland als Wiege des deutschen Maschinenbaus, im Bewusstsein der deutschen Klassik und des kulturellen Zentrums in Weimar, das über Dichtung in die Welt hinausstrahlte, und eines Preußens, das als damals modernster Staat Europas Maßstäbe in Regierungsführung setzte. Ins Heute gedacht ergeben sich daraus genug Ansätze, um in diesen Traditionslinien neue Themen zu entwickeln und zu kommunizieren. Nicht ohne Grund beziehen sich Unternehmensmarken stark auf Tradition. Das ist der Wert, den man nicht kaufen kann, sondern der nur entsteht, wenn er sorgfältig und in langer Linie entwickelt wird.</p>
<div id="attachment_8172-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8172-2" class="wp-image-8172" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Jahrespressekonferenz_SLG_2025.jpg" alt="Frank Schwarz bei der Jahrespressekonferenz 2025. Abbildung: Sächsische Lotto-GmbH" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8172-2" class="wp-caption-text">Frank Schwarz bei der Jahrespressekonferenz 2025. Abbildung: Sächsische Lotto-GmbH</p></div>
<p>Drittens: Denken in kleineren regionalen Räumen. In der Außensicht ist Ostdeutschland ein homogener Raum, der in der veröffentlichten Meinung auch als solcher behandelt wird. Der Begriff „Ossis“ fasst dies unterkomplex zusammen. Er ist grundfalsch. Deutschland besteht aus einer Vielzahl von kleineren Regionen mit eigener Tradition, eigenem Selbstverständnis und eigenen Stärken – Ostdeutschland im Besonderen. Diese Vielfalt zuzulassen, präzise auszuformulieren und jeweils eigene Wege zu suchen, setzt Energie frei. Und vor allem ein Gefühl der Selbstwirksamkeit, das das Land gemeinsam voranbringt. Dieser regionale Bezug birgt das Potenzial für eine Selbstmotivation, die sich aus der Glaubwürdigkeit des eigenen Tuns und der erzielten und wahrnehmbaren Ergebnisse speist, und damit nicht kleingeistig agiert. Weimar hatte zur Zeit Goethes 9.000 Einwohner. Was hat es der Welt gegeben?</p>
<p>Viertens: Offenheit zu Osteuropa. 1.284 Kilometer ist die Grenze zwischen Deutschland, Tschechien und Polen lang – und verläuft im Wesentlichen in Ostdeutschland. Das und die vielen engen Kontakte nach Breslau, nach Gubin, nach Stettin sind Kommunikationskanäle in Wirtschaftsräume, die in den letzten zehn Jahren durchschnittlich das dreifache Wirtschaftswachstum von Deutschland hatten. Diese Dynamik basiert nicht nur auf einem Nachholbedarf, sondern vor allem auf dem Gestaltungswillen und der Energie von Menschen, die wissen, dass sie sich selber helfen müssen. Diese Offenheit wird jedoch nicht ohne ausgesprochenen und glaubwürdigen Respekt möglich sein. Osteuropäische Länder mit ihrer eigenen Geschichte, ihren eigenen, auch mentalen Verletzungen und anderem Gesellschaftsverständnis reagieren empfindlich auf Dünkel. Ostdeutschland kann aus eigener Erfahrung eine glaubwürdige und kommunikative Brücke bauen.</p>
<p>Fünftens: Flucht aus dem Industriemuseum. „Wir sind ein reiches Land“ ist ein Mantra der letzten Jahre gewesen – ungeachtet aller direkten und indirekten Schulden und der inzwischen erkennbaren Nachhaltigkeitslücke. Das Mantra hat uns selbst darüber hinweggetröstet, dass die USA und China sich schneller entwickelt und in den neuen Technologien im Wettbewerb aufgestellt haben. Ganz Europa erzielt mit den zehn größten Gründungen der letzten 20 Jahre eine Marktkapitalisierung von 356 Milliarden, China 624 Milliarden und die USA 4.820 Milliarden. Das sollte Weckruf und Ansporn genug sein, die übernächste Technologiewelle zu attackieren. Ostdeutschland bringt die Erfahrung mit, sich nach einem massiven Bruch auf eine neue Realität eingestellt zu haben. Damit ist es ein Vorbild für Deutschland.</p>
<div id="attachment_8173-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8173-2" class="wp-image-8173" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/von-0-auf-300-mitbeiter-bei-ibm-magdeburg_JDzebgbm.jpg" alt="Wachstum auf 450 Mitarbeitende in drei Jahren: IBM-Team von Frank Schwarz in Magdeburg. Abbildung: Sächsische Lotto-GmbH" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8173-2" class="wp-caption-text">Wachstum auf 450 Mitarbeitende in drei Jahren: IBM-Team von Frank Schwarz in Magdeburg. Abbildung: Sächsische Lotto-GmbH</p></div>
<h2><span class="title-bg">Stärken aus unabhängigem Denken heraus</span></h2>
<p>Bei all den Impulsen, die vor allem Handlungsbedarf anzeigen, bringt der Osten drei inzwischen neue Stärken in die Gleichung hinein: eigenes Selbstbewusstsein, Heimat und ein Jetzt-erst-recht-Gefühl. Noch Anfang der 2000er habe ich erlebt, dass eine Herkunft aus Ostdeutschland auf einem Segeltörn vertuscht wurde, um nicht stigmatisiert zu werden. Inzwischen gibt es viele, die mit berechtigtem Stolz auf ihre Erfolge, ihre Firmen schauen und das auch können. Das bildet eine gute Basis. Das Silicon Valley begann richtig zu wachsen, als mit den Erträgen der ersten Gründungen ein Schneeballeffekt in Gang gesetzt wurde. Die ersten Einhörner sind in Ostdeutschland unterwegs – das sollte uns zuversichtlich machen, dass das auch hier gelingt. Dafür ist es aber notwendig, diesen Stolz auf das Erreichte zuzulassen und den Erfolg zu prämieren. Nur dann gibt es eine Motivation für den Unternehmer, im Lande zu bleiben. Behördliche Gegenbeispiele für dieses Handeln, ob in Görlitz oder in Leipzig, sollten folgerichtig adressiert und abgestellt werden.</p>
<p>Eine weitere neue Stärke des Ostens ist die Suche nach Heimat. Lange Zeit kannte der Osten nur Wegzug, aus guten Gründen. Inzwischen mehrt sich die Zahl der Rückkehrer – die einen, um die eigene Familie für die Kindererziehung im Umfeld zu haben, die anderen, um ihren Ort und ihre Heimat (wieder) zu finden. Das hat neben der persönlichen Erfüllung den großen Reiz, dass damit neue Lebens- und Arbeitsmodelle in die Fläche kommen. Beispiele wie das Coworking im Supervulkanzentrum in Röcknitz, ein populäres Estlandschaufenster in Mittweida oder die Gutshausretter in Rensow verdienen den zweiten Blick sowie die Analyse und Kommunikation ihrer Erfolge. Und nicht zu vergessen der dritte Punkt: echter Ärger. Eine erlebte Kränkung kann – positiv entwickelt – Energie freisetzen. Dieses Momentum eines „Jetzt erst recht“ ist in vielen Gesprächen in Ostdeutschland wahrnehmbar. Bei aller Angst vor einem möglichen negativen Überschwang scheinen mir doch die positiven Effekte zu überwiegen.</p>
<p>Impulse und Stärken können motivierend niedergeschrieben werden. Relevant werden sie erst im täglichen Tun und in der eigenen Verantwortung. Meine Erfahrungen haben mich sehr gut auf ein Agieren in einem einzigartigen Konstrukt vorbereitet. Als Geschäftsführer eines staatlichen Glücksspielunternehmens wird mir selten Neutralität entgegengebracht – aber immerhin Interesse.</p>
<div id="attachment_8174-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8174-2" class="wp-image-8174" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/prosieben-finalist-fur-medienprojekte_xdvTe8b3.jpg" alt="Herzensangelegenheit Medien und IT: Finalist im europäischen Wettbewerb mit ProSiebenSat1. Abbildung: Sächsische Lotto-GmbH" width="600" height="470"><p id="caption-attachment-8174-2" class="wp-caption-text">Herzensangelegenheit Medien und IT: Finalist im europäischen Wettbewerb mit ProSiebenSat1. Abbildung: Sächsische Lotto-GmbH</p></div>
<h2><span class="title-bg">Spannungsverhältnisse im Heute</span></h2>
<p>Drei Spannungsverhältnisse habe ich mit meinem Team zu managen:</p>
<p>Erstens: Sächsische Lotterien existieren seit 1713 und agieren in einer der innovationsfreudigsten Industrien. Jede kundenwahrnehmbare Technologie wird mit großer Wahrscheinlichkeit im zivilen Bereich zuerst im Glücksspiel eingesetzt werden. Das war bei der Bildverarbeitung so, bei der Nutzung großer Datenmengen, bei der KI, und das wird auch bei den nächsten Technologieschüben der Mensch- Maschine-Kopplung so sein.</p>
<p>Zweitens: Lotterien sind als Landesbetriebe regional verankert, aber müssen sich immer an den internationalen Entwicklungen des Glücksspiels orientieren. So sind die illegalen Wettbewerber von den Cayman Islands eine tägliche Bedrohung, aber große Marktbegleiter in Macao und Hongkong eine gute Inspiration.</p>
<p>Drittens: Wir betreiben Glücksspiel im staatlichen Auftrag, aber alle Erträge kommen dem Gemeinwohl in Sachsen zugute. Damit finanziert das Land Musikschulen, Sportvereine, Theater und den Ausbau der Schlösser und Gärten. Direkter kann ein regionaler Bezug kaum sein.</p>
<p>Damit schließt sich der Kreis: als Wandler zwischen unterschiedlichen Welten angekommen.</p>
<div id="attachment_8175-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8175-2" class="wp-image-8175" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/blick-im-eigenen-pillnitzer-weinberg-upscayl-1x-remacri_gErs1ZFL.png" alt="Blick vom eigenen Pillnitzer Weinberg. Abbildung: Sächsische Lotto-GmbH" width="600" height="450"><p id="caption-attachment-8175-2" class="wp-caption-text">Blick vom eigenen Pillnitzer Weinberg. Abbildung: Sächsische Lotto-GmbH</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Sächsische Lotto-GmbH</span></h2>
<p><strong>GEGRÜNDET:</strong> 1713/Leipzig<br>
<strong>STANDORT:</strong> Leipzig<br>
<strong>MITARBEITENDE: </strong>145<br>
<strong>WEBSITE:</strong> <a href="https://www.sachsenlotto.de/portal/startseite.jsp" target="_blank" rel="noopener">sachsenlotto.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Frank Schwarz</span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong>GEBOREN:</strong> 1969/Görlitz</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>WOHNORTE (aktuell):</strong> Dresden, Leipzig</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Robert D. Putnam: „Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community“, 2000<br>
<strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „Gundermann“, 2018<br>
<strong>MEIN URLAUBSTIPP:</strong> Malerweg in der Sächsischen Schweiz<br>
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/frank-schwarz-zwischen-den-welten-selbstbewusste-randbemerkungen-zur-herkunft/">Frank Schwarz: Zwischen den Welten. Selbstbewusste Randbemerkungen zur Herkunft</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weltmeister, Rennstrecken, Hightech – Sachsen-Anhalt spielt vorne mit</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/weltmeister-rennstrecken-hightech-sachsen-anhalt-spielt-vorne-mit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=10389</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ob Fußball, Handball, Schwimmen, Rhönradturnen oder Motorsport. Athleten aus Sachsen-Anhalt bringen in verschiedensten Disziplinen national und international beachtete Leistungen. So werden die Sportler zu Aushängeschildern des Bundeslandes.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10393" class="wp-image-10393" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/SC-Magdeburg-Handball.jpg" alt="Das Team des SC Magdeburg feiert auf dem Alten Markt in Magdeburg den Gewinn der deutschen Handballmeisterschaft 2025/2026. Abbildung: Michael Taeger/Jan Huebner" width="600" height="400">Das Team des SC Magdeburg feiert auf dem Alten Markt in Magdeburg den Gewinn der deutschen Handballmeisterschaft 2025/2026. Abbildung: Michael Taeger/Jan Huebner<br />
Die letzten Sekunden laufen [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/weltmeister-rennstrecken-hightech-sachsen-anhalt-spielt-vorne-mit/">Weltmeister, Rennstrecken, Hightech – Sachsen-Anhalt spielt vorne mit</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ob Fußball, Handball, Schwimmen, Rhönradturnen oder Motorsport. Athleten aus Sachsen-Anhalt bringen in verschiedensten Disziplinen national und international beachtete Leistungen. So werden die Sportler zu Aushängeschildern des Bundeslandes.</p>
<p><span id="more-10389"></span></p>
<div id="attachment_10393-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10393-2" class="wp-image-10393" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/SC-Magdeburg-Handball.jpg" alt="Das Team des SC Magdeburg feiert auf dem Alten Markt in Magdeburg den Gewinn der deutschen Handballmeisterschaft 2025/2026. Abbildung: Michael Taeger/Jan Huebner" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10393-2" class="wp-caption-text">Das Team des SC Magdeburg feiert auf dem Alten Markt in Magdeburg den Gewinn der deutschen Handballmeisterschaft 2025/2026. Abbildung: Michael Taeger/Jan Huebner</p></div>
<p>Die letzten Sekunden laufen herunter. Die GETEC-Arena steht Kopf. Etwa 6.600 Zuschauer treiben den SC Magdeburg nach vorn. Nebenan strömen Zehntausende in die Avnet Arena zum Heimspiel des 1. FC Magdeburg. Währenddessen dröhnen in Oschersleben die Motoren über den Asphalt. Drei Sportarten, drei Schauplätze, eine Gemeinsamkeit: Sport bewegt Sachsen-Anhalt und ist tief verwurzelt. Emotional, gesellschaftlich und wirtschaftlich, so die <a href="https://www.investieren-in-sachsen-anhalt.de/wirtschaftsfoerderung?gad_source=1&amp;gad_campaignid=23830403465&amp;gbraid=0AAAAArFFB5ktQtMWhAqD-kgk7K_tmXbSb&amp;gclid=CjwKCAjw-rTUBhAiEiwADv8gBP-_VfIwkBeWNVkaeLdNhYNY91XAVDD5saw9mDU0RcFj749xobqtWBoCvXwQAvD_BwE" target="_blank" rel="noopener">Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt</a> (IMG Sachsen-Anhalt).</p>
<p>Dass der Sport hier seit Jahrzehnten einen besonderen Stellenwert genießt, zeigt schon das Stadtbild in der Landeshauptstadt. Auf dem Breiten Weg erinnert der „Sports Walk of Fame“ an Olympiasieger, Weltmeister und Erfolgstrainer. QR-Codes erzählen ihre Geschichten digital weiter. Doch der Blick richtet sich längst nicht nur zurück. Sport gehört heute zwischen Altmark und Harz zu den Top-Standortfaktoren.</p>
<div id="attachment_10395-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10395-2" class="wp-image-10395" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/FCM_Avnet-Arena_Foto-FCM_Norman-Seidler-2.jpg" alt="Die Fans des 1.FC Magdeburg beim Heimspiel. Der FCM und der SCM sind die sportlichen Aushängeschilder Sachsen-Anhalts. Abbildung: Norman Seidler, 1. FC Magdeburg" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10395-2" class="wp-caption-text">Die Fans des 1. FC Magdeburg beim Heimspiel. Der FCM und der SCM sind die großen sportlichen Aushängeschilder Sachsen-Anhalts. Abbildung: Norman Seidler, 1. FC Magdeburg</p></div>
<h2><span class="title-bg">Sportliche Aushängeschilder für Sachsen-Anhalt</span></h2>
<p>Besonders deutlich wird das bei den beiden großen Aushängeschildern. Wenn der 1. FC Magdeburg oder der SC Magdeburg Heimspieltag haben, reisen Fans aus dem gesamten Bundesgebiet an. Sie übernachten in Hotels, essen in Restaurants, nutzen Bus und Bahn und beleben den Einzelhandel. Hinzu kommen Einnahmen aus Sponsoring, Merchandising und Ticketverkauf. Was auf dem Spielfeld passiert, setzt eine wirtschaftliche Kette in Gang, von der zahlreiche Branchen profitieren. Fernsehübertragungen liefern Bilder aus Magdeburg regelmäßig in Millionen Wohnzimmer. Vor allem der SC Magdeburg hat sich mit seinen jüngsten Erfolgen zu einer internationalen Spitzenmarke entwickelt. Deutsche Meisterschaften, Champions-League-Titel oder der Gewinn der Klub-Weltmeisterschaft haben den Verein weltweit bekannt gemacht. Die beiden Traditionsvereine sind längst mehr als erfolgreiche Mannschaften – sie sind Markenbotschafter für Sachsen-Anhalt.</p>
<div id="attachment_10398-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10398-2" class="wp-image-10398" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/WM-2025_Leipzig_Spirale.jpg" alt="Die Rhönradturnerin Sophie Julius bei der WM 2025 in Leipzig. Abbildung: IMG Sachsen-Anhalt" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10398-2" class="wp-caption-text">Die Rhönradturnerin Sophie Julius bei der WM 2025 in Leipzig. Abbildung: IMG Sachsen-Anhalt</p></div>
<h2><span class="title-bg">Athleten schreiben hier Geschichte</span></h2>
<p>Seit Jahrzehnten bringt das Land Athletinnen und Athleten hervor, die bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen Medaillen gewinnen. Schwimmer wie der Olympiasieger und Weltrekordhalter Lukas Märtens, der Olympiasieger und mehrfache Weltmeister Florian Wellbrock, Weltmeisterin Isabel Gose oder Weltklasse-Kanuten wie Yul Oeltze stehen ebenso für diese Tradition wie die Radsportlegende Gustav-Adolf „Täve“ Schur, dessen Name bis heute weit über den Sport hinaus bekannt ist. Im Boxsport gehört Magdeburg seit Jahren zu den wichtigsten Adressen Deutschlands. Mit SES Boxing hat einer der erfolgreichsten deutschen Boxställe hier seinen Sitz. Europa- und Weltmeister wurden aufgebaut, internationale Titelkämpfe organisiert und regelmäßig bundesweit im Fernsehen übertragen. Auch sie machen Sachsen-Anhalt weit über die Landesgrenzen hinaus sichtbar. Und auch dort, wo das öffentliche Interesse kleiner ist, entstehen große Geschichten. Die 19-jährige Rhönradturnerin Sophie Julius aus Magdeburg etwa gewann jüngst zwei Weltmeistertitel und zeigt, wie breit der Leistungssport in Sachsen-Anhalt aufgestellt ist.</p>
<h2><span class="title-bg">Motorsport wird zum Testlabor</span></h2>
<p>Das gilt, wenn auch auf andere Art, für die Motorsport Arena Oschersleben. Wer an Deutschlands nördlichste Rennstrecke denkt, hat zuerst die spektakulären Rennen, volle Tribünen und internationale Rennserien vor Augen. Tatsächlich tut sich hier aber auch sehr viel zwischen den Rennwochenenden. Die Anlage arbeitet an nahezu 365 Tagen im Jahr und hat sich als vielseitiges Mobilitäts- und Veranstaltungszentrum entwickelt.</p>
<div id="attachment_10396-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10396-2" class="wp-image-10396" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/DTM-im-Juli-2026_Foto-Rebekka-Winter_Ring-Race-Shoot-2.jpg" alt="Die Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) im Juli 2006 in Oschersleben. Sie gilt als die bekannteste deutsche Automobilsport-Rennserie für GT3-Sportwagen. Abbildung: Rebekka Winter" width="600" height="337"><p id="caption-attachment-10396-2" class="wp-caption-text">Die Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) im Juli 2006 in Oschersleben. Sie gilt als die bekannteste deutsche Automobilsport-Rennserie für GT3-Sportwagen. Abbildung: Rebekka Winter</p></div>
<p>Zwischen den großen Motorsportevents wird die Strecke zum Testlabor für Fahrzeughersteller, zur Bühne für Produktpräsentationen und zum Treffpunkt für Unternehmen. Hersteller nutzen die Bedingungen für Testfahrten und Fahrzeugerprobungen, Teams bereiten sich auf Wettbewerbe vor, Firmen veranstalten Kundenevents, Incentives oder Fahrprogramme. Auch Motorradtrainings und spezielle Fahrerlebnisse gehören zum ganzjährigen Angebot. Im Fahrsicherheitszentrum der Arena dreht sich alles um Kontrolle und Sicherheit. Privatpersonen und Unternehmen mit ihren Fuhrparks trainieren gefährliche Situationen auf speziell präparierten Flächen.</p>
<h2><span class="title-bg">Die Wirtschaft hinter dem Sport</span></h2>
<p>Sportliche Erfolgsgeschichten werden häufig auch hinter den Kulissen mitgeschrieben. Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen entwickeln Ausrüstung, erforschen Bewegungsabläufe, programmieren digitale Anwendungen oder produzieren Material für den Wettkampf. Frisch im Bundesland niedergelassen hat sich <a href="https://www.sport-thieme.de/">Sport Thieme</a>. Das Familienunternehmen gilt als Europas Marktführer für Sportgeräte und hat seine Logistikaktivitäten in Haldensleben gebündelt. Vom Bördekreis aus verlassen jährlich Millionen Produkte das Lager – vom Tischtennisball über Therapiegeräte bis hin zu kompletten Sportanlagen. Vereine, Schulen, Fitnessstudios und Reha-Einrichtungen in ganz Europa werden aus Sachsen-Anhalt beliefert.</p>
<p>Sport wird heute auch digital gedacht. Das zeigt unter anderem das Magdeburger Start-up <a href="https://www.mycrocast.com/de/startseite/">Mycrocast</a>. Seine Audiotechnologie ermöglicht es, Live-Kommentare in Echtzeit auf Smartphones zu übertragen – unabhängig davon, wo sich die Zuschauer im Stadion befinden. Das Angebot soll vor allem Menschen mit einer Sehbehinderung ermöglichen, die Spiele zu verfolgen. Die Technologie kam bereits bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 und vielen Top-Spielen zum Einsatz.</p>
<h2><span class="title-bg">Wo die Zukunft trainiert</span></h2>
<p>Dass aus Ideen marktfähige Produkte werden, ist kein Zufall. Sachsen-Anhalt verfügt über eine Forschungslandschaft, in der Sport, Digitalisierung und Gesundheitswissenschaften immer enger zusammenwachsen. So bewegt man sich an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg unter anderem zwischen Gesundheits- und Rehabilitationssport, der Verbindung von Sport und Technologie sowie einem breiten Hochschulsport. Zur Förderung von Unternehmensgründungen im Bereich der Digitalisierung von Sport, Bewegung und Gesundheit hat die Uni das Digi Sports Lab im Angebot – wo kostenlos getestet, entwickelt und realisiert werden kann.</p>
<p>Auch die Hochschule Magdeburg-Stendal setzt auf sportliche Felder, bietet unter anderem die Studiengänge Gesundheitsmanagement und Gesundheitsfördernde Organisationsentwicklung an. Im neuen Biomechanik-Labor werden Lauf- und Bewegungsabläufe millimetergenau ausgewertet, um Verletzungen vorzubeugen und Trainingsmethoden zu verbessern. Gleichzeitig entwickelt sich rund um die Universitätsmedizin mit dem Health + IT Campus Magdeburg ein Netzwerk, das Spitzenmedizin, Prävention, Forschung und Unternehmen enger miteinander verbindet.</p>
<div id="attachment_10397-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10397-2" class="wp-image-10397" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/09/Das-Team-von-Magdeburg-eSports.jpg" alt="Das Team von Magdeburg eSports gewinnt den ESBD-Vereinspokal. Abbildung: Maria Manneck" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10397-2" class="wp-caption-text">Das Team von Magdeburg eSports gewinnt den ESBD-Vereinspokal. Abbildung: Maria Manneck</p></div>
<h2><span class="title-bg">Digitale Spielfelder</span></h2>
<p>Dass Digitalisierung inzwischen selbst zum Spielfeld geworden ist, zeigt ein weiterer Wachstumsmarkt: E-Sport. Längst verfolgen weltweit Millionen Menschen digitale Wettkämpfe, professionelle Teams werden von Sponsoren unterstützt und große Turniere füllen Arenen. Auch Sachsen-Anhalt ist an dieser Entwicklung beteiligt. Mit Netzwerken wie Games &amp; XR Mitteldeutschland und dem E-Sport Hub Sachsen-Anhalt gibt es Strukturen, die Unternehmen, Vereine und Entwickler zusammenbringen. Zudem engagieren sich die Akteure, um politische Rahmenbedingungen für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Nutzung von E-Sport im Land weiter voranzutreiben. Der Magdeburg eSports e.V. gilt als einer der mitgliederstärksten gemeinwohlorientierten Vereine seiner Art. Die Mitglieder engagieren sich für die Gaming-Community in Magdeburg, veranstalten Treffen und Themenabende, bieten unter anderem Jugendtrainings an, um Medien- und Digitalkompetenz zu stärken, und kooperieren mit Unternehmen, Schulen und der Otto-von-Guericke-Universität.</p>
<h2><span class="title-bg">Präzision „Made in Sachsen-Anhalt“</span></h2>
<p>Bei Spielen ganz anderer Art macht ein Produkt aus Sachsen-Anhalt den professionellen Unterschied: Ob beim Biathlon Weltcup oder bei Olympischen Spielen – häufig entscheidet Munition aus Schönebeck über Hundertstel. Mit einer Investition von rund 15 Millionen Euro hat der internationale Konzern Nammo seinen Standort im Salzlandkreis im Sommer 2026 deutlich ausgebaut. In der neuen Produktionshalle entstehen hochwertige Sportmunitionen für den internationalen Markt. Vor allem im Biathlon genießt die Marke Lapua einen exzellenten Ruf. Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina vertraute die überwiegende Mehrheit der Athletinnen und Athleten auf Munition aus Schönebeck.</p>
<h2><span class="title-bg">Wo Sport ganze Regionen bewegt</span></h2>
<p>Dabei sein ist alles – die wirtschaftliche Kraft des Sports zeigt sich überall dort, wo Veranstaltungen Gäste anziehen und Regionen beleben. Neben vielen anderen bedeutenden Läufen bringt der Magdeburg Marathon Jahr für Jahr mehrere Tausend Läuferinnen und Läufer an den Start. Der Tangermünder Elbdeichmarathon im Frühling gehört zu den beliebtesten Landschaftsläufen Deutschlands. Im Magdeburger Herrenkrugpark treffen sich Besucher zu den traditionsreichen Pferderennen, auf der Elbe sorgen Drachenbootrennen für volle Ufer, und Triathlon- oder Radsportveranstaltungen locken Aktive ebenso wie Zuschauer nach Sachsen-Anhalt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/weltmeister-rennstrecken-hightech-sachsen-anhalt-spielt-vorne-mit/">Weltmeister, Rennstrecken, Hightech – Sachsen-Anhalt spielt vorne mit</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buchvorstellung: „Handwerk Ost“</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-handwerk-ost/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=10099</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wie passten private Handwerksbetriebe in die DDR-Planwirtschaft und was motivierte Menschen dazu, in ihnen zu arbeiten? In ihrem Buch geben Alexia Pooth und Thomas Schaarschmidt einen Einblick in den Alltag des privaten Handwerks in der DDR. Sie beschreiben dessen Entwicklung bis heute.</p>
<p>BUCHTIPP:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-9073" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/03/Pooth_Alexia_Handwerk_Ost_2026.jpg" alt="Das Cover von Alexia Pooth und Thomas Schaarschmidts Buch, Handwerk Ost" width="280" height="399"><br />
Alexia Pooth, Thomas Schaarschmidt: „Handwerk Ost: Arbeits- und Lebenswelten zwischen Plan und Markt“, Berlin 2026, 360 Seiten, 28 €.</p>
<p>Das Buch [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-handwerk-ost/">Buchvorstellung: „Handwerk Ost“</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie passten private Handwerksbetriebe in die DDR-Planwirtschaft und was motivierte Menschen dazu, in ihnen zu arbeiten? In ihrem Buch geben Alexia Pooth und Thomas Schaarschmidt einen Einblick in den Alltag des privaten Handwerks in der DDR. Sie beschreiben dessen Entwicklung bis heute.</p>
<p><span id="more-10099"></span></p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>BUCHTIPP: </strong>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-9073" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/03/Pooth_Alexia_Handwerk_Ost_2026.jpg" alt="Das Cover von Alexia Pooth und Thomas Schaarschmidts Buch, Handwerk Ost" width="280" height="399"></p>
<p>Alexia Pooth, Thomas Schaarschmidt: „Handwerk Ost: Arbeits- und Lebenswelten zwischen Plan und Markt“, Berlin 2026, 360 Seiten, 28 €.</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Das Buch zeichnet die Entwicklung des ostdeutschen Handwerks von der Gründung der DDR über die Umbruchzeit 1989/90 bis zur Jahrtausendwende und darüber hinaus nach. Grundlage ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Forschungsprojekt zur Gesellschaftsgeschichte des ostdeutschen Handwerks, das 2021 am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam durchgeführt wurde. Dafür interviewten die Kunst- und Kulturhistorikerin Alexia Pooth und der Zeithistoriker Thomas Schaarschmidt Handwerkerinnen und Handwerker verschiedener Gewerke. In ihren Erinnerungen berichten diese über ihre Ausbildung, den Arbeitsalltag in privaten Handwerksbetrieben der DDR, die Herausforderungen ihres Berufs und die Entwicklung des ostdeutschen Handwerks über mehrere Jahrzehnte. Zusätzlich zu den Interviews griffen die Autoren auf bestehende Literatur und Forschungsarbeiten zurück.</p>
<p>Zu Beginn ordnet das Buch die Entwicklung des Handwerks in der DDR historisch ein. Bereits unmittelbar nach der Staatsgründung wurde das Handwerk durch gesetzliche Vorgaben von der Industrie abgegrenzt und stärker staatlich reguliert. Dazu gehörte, dass der Staat Handwerksbetriebe mit über zehn Mitarbeitenden der Industrie zurechnete. Mit dem Gesetz zur Förderung des Handwerks von 1950 sowie der Förderung der Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH) ab 1955 wurden genossenschaftliche Betriebe gegenüber privaten Handwerksbetrieben unter anderem bei der Materialversorgung und Kreditvergabe bevorzugt. Um die Importabhängigkeit von der Bundesrepublik zu verringern und die wirtschaftliche Krise zu überwinden, führte die DDR 1963 das „Neue Ökonomische System der Planung und Leitung“ (NÖS) ein. In diesem Zusammenhang wurde die Örtliche Versorgungswirtschaft (ÖVW) in den Räten der Kreise, Städte und Gemeinden geschaffen, um das private und genossenschaftliche Handwerk in das Reformprogramm einzubinden. Auf das NÖS folgte 1967 das Ökonomische System des Sozialismus (ÖSS).</p>
<p>Mit dem Machtwechsel zu Erich Honecker 1971 wurden NÖS und ÖSS beendet und es kam zu einer planwirtschaftlichen Zentralisierung, wie zuvor in den 1950er-Jahren. Die örtlichen Staatsorgane wurden gestärkt, die Handwerkskammern den Räten der Bezirke unterstellt, die Lehrlingszuteilung reglementiert und die Meisterausbildung in das staatliche Bildungssystem integriert. Nachdem sich Mitte der 1970er-Jahre Produktionsprobleme und Nachwuchssorgen zeigten, reagierte der Staat mit einer höheren Zahl an Gewerbegenehmigungen, besseren Kreditbedingungen, Steuererleichterungen und einer Ausweitung der Lehrlingszahlen. In den 1980er-Jahren nahm das private Handwerk schließlich eine nicht zu ersetzende Stellung ein, da sich die wirtschaftliche Lage verschlechterte und ein Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage entstand. Der Staat musste den Autoren zufolge akzeptieren, dass das private Handwerk seine Dienstleistungen schneller, freundlicher und kundenorientierter anbot als staatliche Betriebe.</p>
<p>Einen weiteren Schwerpunkt des Buches bilden Ausbildung und Berufsalltag. Anhand der Interviews sowie bestehender Forschung und vorhandener Literatur arbeiten die Autoren fünf unterschiedliche Gruppen heraus, die aus verschiedenen Gründen einen Handwerksberuf ergriffen – von Handwerkskindern über junge Menschen, denen der Weg zum Abitur oder Studium verwehrt blieb, bis hin zu Jugendlichen, die im Handwerk größere persönliche Freiräume oder bessere Verdienstmöglichkeiten sahen. Darüber hinaus wird erläutert, wie Schülerinnen und Schüler der Polytechnischen Oberschule beispielsweise durch das Fach Produktive Arbeit (PA) an das Berufsleben herangeführt wurden. Die Zeitzeugenberichte vermitteln zugleich einen anschaulichen Eindruck vom Arbeitsalltag. Sie schildern die technische Ausstattung der Betriebe, die Planbilanzen, die schwierige Materialbeschaffung und den Umgang mit staatlichen Vorgaben. So berichten die Buchbinder Cornelius und Christian Rüss, wie ein Buchbinder zur damaligen Zeit im Papierkontor in Berlin dringend benötigte Pappe mithilfe von Tauschgeschäften beschaffen konnte und dabei immer Gefahr lief, gegen das Gesetz zur spekulativen Warenhortung zu verstoßen.</p>
<p>Darüber hinaus thematisiert das Buch die finanziellen Spielräume privater Handwerker, die Urlaubsregelungen sowie die sogenannte Feierabendarbeit. Dabei wird zwischen der offiziell erwünschten Arbeit für das sozialistische Gemeinwohl und privat ausgeführten, nicht erfassten Arbeiten unterschieden. Zugleich zeigen die Interviews, dass diese Grenzen in der Praxis häufig fließend waren.</p>
<p>Ein weiterer Schwerpunkt ist die Umbruchzeit 1989/90 und der Übergang des privaten Handwerks von der DDR in die Bundesrepublik. Anhand verschiedener Lebensgeschichten wird deutlich, wie unterschiedlich Handwerker diese Zeit erlebten. Während der Weimarer Kfz-Mechaniker Rainer Pirnke von einem bereits gut etablierten Betrieb profitierte und den Wandel erfolgreich bewältigte, entschied sich der Optiker Stefan Scharnbeck bewusst gegen eine Anstellung im Industrieladen von Zeiss Jena und für die Selbstständigkeit mit einem Optikerladen in Potsdam. Rückblickend erklärt er, die Wende sei für ihn fünf Jahre zu früh gekommen, da der für seinen Privatbetrieb aufgenommene Kredit noch nicht abbezahlt war.</p>
<p>Viele Interviewte nutzten nach Angaben der Autoren die Gespräche des Forschungsprojektes, auf dem das Buch basiert, um ihre Berufsbiografie zu reflektieren. Dabei war ihnen wichtig, den Alltag des privaten Handwerks in der DDR möglichst authentisch darzustellen. Diese Authentizität wird im Buch gut spürbar. Alexia Pooth und Thomas Schaarschmidt verbinden historische Einordnungen mit den persönlichen Erinnerungen der Interviewteilnehmer und eröffnen einen anschaulichen Einblick in ein für die DDR und Ostdeutschland prägendes Thema, das bislang von der Geschichtswissenschaft vergleichsweise wenig behandelt wurde.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-handwerk-ost/">Buchvorstellung: „Handwerk Ost“</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Manja Schreiner: Ostdeutschland im Aufbruch. Zwischen Prägung, Potenzial und dem Ruf nach struktureller Gleichstellung</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/manja-schreiner-ostdeutschland-im-aufbruch-zwischen-praegung-potenzial-und-dem-ruf-nach-struktureller-gleichstellung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Aug 2026 05:30:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=7991</guid>

					<description><![CDATA[<p>Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8142" class="size-full wp-image-8142" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Schreiner_DIAO2.png" alt="Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin. Abbildung: Philipp Arnoldt" width="710" height="1000">Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin. Abbildung: Philipp Arnoldt<br />
Denke ich an Ostdeutschland, denke ich zuerst an meine Großeltern in einem kleinen Dorf zwischen Schwerin und Rostock. Mein Großvater – ein [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/manja-schreiner-ostdeutschland-im-aufbruch-zwischen-praegung-potenzial-und-dem-ruf-nach-struktureller-gleichstellung/">Manja Schreiner: Ostdeutschland im Aufbruch. Zwischen Prägung, Potenzial und dem Ruf nach struktureller Gleichstellung</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-7991"></span></p>
<div id="attachment_8142-2" style="width: 720px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8142-2" class="size-full wp-image-8142" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Schreiner_DIAO2.png" alt="Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin. Abbildung: Philipp Arnoldt" width="710" height="1000"><p id="caption-attachment-8142-2" class="wp-caption-text">Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin. Abbildung: Philipp Arnoldt</p></div>
<p>Denke ich an Ostdeutschland, denke ich zuerst an meine Großeltern in einem kleinen Dorf zwischen Schwerin und Rostock. Mein Großvater – ein echtes Original, der plattdeutsch redete und liebend gern alte Geschichten zum Besten gab. In Rostock liebe ich den Blick über die Warnow auf die Altstadt und die Marienkirche. Ich genieße bei Besuchen in meiner Heimatstadt gern den Spaziergang am Ostseestrand und beobachte mit meinen Kindern die Fischerkutter. Das erdet mich und gibt mir ein Gefühl von Heimat und Zugehörigkeit. Meine Kindheit in der DDR war unpolitisch, auch wenn das Leben für die Gesellschaft damals immer politisch war. Ich war zwölf Jahre alt, als die Wende kam, habe zuvor drei Jahre mit meinen Eltern in Ägypten gelebt und mich in meiner Jugend nie als Ostdeutsche oder in irgendeiner Form benachteiligt gefühlt. Im Gegenteil. Ein Bewusstsein dafür, dass der Osten anders als der Westen ist, entstand für mich erst, als ich anfing, mich für Politik zu interessieren und durch meinen Job nach Berlin kam. Erst dann fing ich an, bewusster wahrzunehmen und zu vergleichen. Die Herausforderungen für den Osten Deutschlands, den Anschluss an die wirtschaftliche Entwicklung im Westen zu schaffen, die strukturellen Voraussetzungen, die dabei eine Rolle spielen, begleiteten mich von Beginn an durch mein Berufsleben, das in einer großen Reederei in Rostock begann und sich später als Geschäftsführerin der FG Bau Berlin-Brandenburg, als Senatorin und heute als IHK-Hauptgeschäftsführerin fortsetzt.</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Für eine Politik, die Ostdeutschland nicht als Strukturproblem, sondern als Gestaltungsraum versteht.”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg">Strukturen, die prägen – und begrenzen</span></h2>
<p>Denke ich an Ostdeutschland, sehe ich aber nicht nur meine persönliche Prägung durch Menschen, die ihr Leben in der DDR verbracht haben, sondern die wirtschaftliche Realität in den ostdeutschen Bundesländern. Seit ich als junge Juristin mit Schwerpunkt Wirtschaftsrecht begann, begegnete mir ein struktureller Unterschied, der bis heute Bestand hat. Immer wieder. Die langen Schatten der DDR-Vergangenheit sind – gerade im wirtschaftlichen Bereich – immer noch spürbar.</p>
<p>Unbestritten ist: Seit der Wiedervereinigung wurden große Fortschritte erzielt. Zahlreiche Regionen haben sich sehr positiv entwickelt, die Arbeitslosenquote ist gesunken. In den Städten in Ostdeutschland gibt es moderne, lebenswerte und wirtschaftlich aktive Zentren, die sich auch dank des Solidaritätszuschlags gut entwickelt haben. Anders die Wahrnehmung der Menschen, die dort leben. Sie empfinden ihre Region weiterhin als abgehängt. Zwischen gefühlter Stagnation und der tatsächlichen Entwicklung entfaltet sich eine Diskrepanz, die Gründe hat.</p>
<p>Die wirtschaftliche Substanz ist dabei ein wesentlicher Faktor. Obwohl die Wiedervereinigung mittlerweile 30 Jahre zurückliegt, bleibt die Wirtschaftskraft in Ostdeutschland spürbar hinter der des Westens zurück. Mit Ausnahmen einiger städtischer Ballungsräume beträgt die Pro-Kopf-Wertschöpfung rund 80 Prozent des Niveaus in Westdeutschland. Im Vergleich zum Westen ist der Anteil an hoch qualifizierten Beschäftigten in Ostdeutschland geringer.</p>
<div id="attachment_8145-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8145-2" class="wp-image-8145" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Abb_0_Titel_Seite1_LEH-1.jpg" alt="Das Ludwig Erhard Haus („Gürteltier“), Sitz der IHK Berlin und Wirtschaftswahrzeichen der Hauptstadt. Abbildung: IHK Berlin" width="600" height="584"><p id="caption-attachment-8145-2" class="wp-caption-text">Das Ludwig Erhard Haus („Gürteltier“), Sitz der IHK Berlin und Wirtschaftswahrzeichen der Hauptstadt. Abbildung: IHK Berlin</p></div>
<p>Langfristige Konsequenzen für den Osten hatte vor allem, dass viele Unternehmen in der Ära der Treuhand nicht von den ostdeutschen Betriebsleitern oder Unternehmern weitergeführt, sondern an westdeutsche Investoren verkauft wurden. Bis heute fehlt es an regionalen Unternehmerbiografien und an der Kapitalbildung vor Ort – auch dies sind zu einem Gutteil Konsequenzen des jahrzehntelangen planwirtschaftlichen Systems, das Unternehmertum und unternehmerischen Spirit systematisch geächtet hat. Die Strategie der Treuhand mag deshalb nach der Wende aus gesamtwirtschaftlicher Sicht für zielführend erachtet worden sein. In der Folge hat sie jedoch auch dazu geführt, dass viele Menschen in Ostdeutschland das Gefühl hatten, ihre Initiative, Kreativität und Produktivität seien nicht gefragt. Das sind schwierige Voraussetzungen, um wirtschaftlich- unternehmerische Tatkraft zu entwickeln – zumal es diesbezüglich auch keine nennenswerte Strategie auf politischer Ebene gab.</p>
<p>Diese Entwicklung zeigt Folgen bis in die Gegenwart. Das Kapital, die Hauptsitze von Unternehmen und weichenstellende Entscheidungszentren sind bis heute nicht im Osten Deutschlands verortet. Das hat Folgen für die Selbstwahrnehmung der Menschen, für ihre ökonomischen Gestaltungsspielräume und für die Präsenz ostdeutscher Perspektiven in der öffentlichen Wahrnehmung sowie in den Führungsetagen von Wirtschaft und Politik.</p>
<p>Ein weiterer struktureller Nachteil kommt hinzu: In Ostdeutschland konnten viele Haushalte über Generationen hinweg kein Vermögen aufbauen. Es gab kein Wirtschaftswunder – und damit auch keine Generation der Erben. Das durchschnittliche Nettovermögen in Ostdeutschland ist deshalb deutlich geringer im Vergleich zum Westen. Investitionsspielräume sind beschränkt, unternehmerische Wagnisse erschwert und die wirtschaftliche Selbstverwirklichung gebremst.</p>
<div id="attachment_8147-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8147-2" class="wp-image-8147" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/2024-12-10-Vollversammlung-096-1.jpg" alt="Manja Schreiner auf der Vollversammlung der IHK Berlin am 10. Dezember 2024. Abbildung: Jens Ahner, IHK Berlin" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8147-2" class="wp-caption-text">Manja Schreiner auf der Vollversammlung der IHK Berlin am 10. Dezember 2024. Abbildung: Jens Ahner, IHK Berlin</p></div>
<h2><span class="title-bg">Langer Atem und politische Weitsicht</span></h2>
<p>Dennoch sind diese strukturellen Nachteile aus meiner Sicht kein Grund, schwarz zu sehen. In meiner täglichen Arbeit sehe ich, welche großartigen Chancen sich in Ostdeutschland bieten, wenn wir die Zukunftsthemen betrachten und die Transformation in den Blick nehmen. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann der Osten eine tragende Rolle einnehmen. Das zeigt sich in der Energie- und Wärmewende, in innovativen Konzepten zur Fachkräftesicherung, in der strategischen Stärkung regionaler Netzwerke – Bereiche, in denen die ostdeutschen Regionen mit ihren Hochschulen, Forschungseinrichtungen und mit ihrer wachsenden Gründerszene heute schon tragende Rollen einnehmen.</p>
<p>Beispiel Brandenburg: Hier bilden sich rund um den Strukturwandel in der Lausitz neue industrielle Zentren, die sich mit nachhaltiger Energiegewinnung, Wasserstoffwirtschaft und Fachkräftebindung hervortun. Beispiel Thüringen: Durch kluge Investitionen entsteht hier Zukunftstechnologie made in Germany in den Bereichen Mikroelektronik und Optik.</p>
<p>Durch eine breite und strategisch abgestimmte Strukturpolitik können wir verhindern, dass diese Projekte nur Leuchttürme bleiben. Dafür braucht es keine kurzfristige Förderkulisse, sondern eine politische Strategie mit Langfristperspektive, die den Fokus auf einen strukturellen Ausgleich, Kapitalaufbau und den Ausbau einer modernen physischen und digitalen Infrastruktur lenkt. Investitionen müssen dem Aufbau von regionalen Wertschöpfungsketten dienen und Anreize schaffen, damit auch in Ostdeutschland Unternehmenszentralen entstehen, Forschung in Produktentwicklung mündet und Menschen vor Ort von wirtschaftlicher Teilhabe profitieren. Das ist derzeit vielerorts noch nicht der Fall.</p>
<div id="attachment_8148-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8148-2" class="wp-image-8148" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/2025-01-15-Jahresauftakt-Ehrenamt-Politik-087-1.jpg" alt="Jahresauftakt „Ehrenamt und Politik“ von der IHK Berlin und Handwerkskammer Berlin am 15. Januar 2025 bei der IHK Berlin. Abbildung: Ines Hasenau, IHK Berlin" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8148-2" class="wp-caption-text">Jahresauftakt „Ehrenamt und Politik“ von IHK Berlin und Handwerkskammer Berlin am 15. Januar 2025 bei der IHK Berlin. Abbildung: Ines Hasenau, IHK Berlin</p></div>
<h2><span class="title-bg">Verkehr, Vernetzung, Verantwortung</span></h2>
<p>Strukturelle Herausforderungen zeigen sich auch im Bereich Verkehr und internationaler Vernetzung der Hauptstadtregion. Denn wichtige Langstreckenverbindungen fehlen, was wir als IHK Berlin mit Sorge sehen. Der Flughafen BER, der für Ostdeutschland und die gesamte Hauptstadtregion ein zentrales Tor zu Welt sein müsste, bedient derzeit nur acht Langstreckenziele – viel zu wenige für eine Metropole wie Berlin mit vier Millionen Einwohnern. Zum Vergleich: In Frankfurt/Main sind es 89, in München 45. Sogar Städte wie Porto mit rund 300.000 Einwohnern bieten ähnlich viele internationale Verbindungen an.</p>
<p>Die fehlende internationale Anbindung der Region hat konkrete Auswirkungen: Internationale Gäste, Investoren, Messebesucher und Geschäftsreisende müssen zusätzliche Kurzstreckenflüge auf sich nehmen, was Zeit, Geld und ökologische Ressourcen kostet. Für die Standortentscheidung internationaler Unternehmen ist das ein Nachteil. Jede zusätzliche Langstreckenverbindung bringt mehr Arbeitsplätze und mehr Wertschöpfung in die Region – vergleichbar mit der Ansiedlung eines Großunternehmens. Es wäre das richtige politische Signal auf Bundesebene, hier die ostdeutschen Länder gezielt und langfristig zu stärken.</p>
<p>Bestehende bilaterale und multilaterale Luftverkehrsabkommen müssen deshalb so angepasst werden, dass Berlin und Ostdeutschland angemessen angebunden werden. Wir brauchen regulatorische Rahmenbedingungen, die Airlines attraktive Bedingungen bieten, um neue Verbindungen aufzunehmen. Es ist ein Beispiel von vielen, das aufzeigt, wie Investitionen in die Zukunft Ostdeutschlands aussehen können – und müssen. Und wie notwendig es ist, sich dem großen Thema der wirtschaftlichen Entwicklung über den systematischen und sicher auch gelegentlich kleinteilig wirkenden Abbau von Wachstumshemmnissen zu nähern.</p>
<div id="attachment_8149-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8149-2" class="wp-image-8149" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/2025-01-16-IHK-Wassertourismusstudie-49-1.jpg" alt="Pressekonferenz zum Wassertourismus am 16. Januar 2025 bei der IHK Berlin. Abbildung: Jens Ahner, IHK Berlin" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8149-2" class="wp-caption-text">Pressekonferenz zum Wassertourismus am 16. Januar 2025 bei der IHK Berlin. Abbildung: Jens Ahner, IHK Berlin</p></div>
<h2><span class="title-bg">Was wir gewinnen können</span></h2>
<p>Mein Fazit: Ostdeutschland hat enormes Potenzial – wirtschaftlich, gesellschaftlich, kulturell. Der Schlüssel für die zukünftige Entwicklung liegt in der Erfahrung von Umbruch und Wandel, aber auch im Mut, Neues zu wagen, in der Fähigkeit, sich anzupassen, ohne sich zu verlieren. Diese Potenziale müssen wir nutzen – nicht nur mit Blick auf Ostdeutschland selbst, sondern im Interesse der gesamten Bundesrepublik. Denn die Herausforderungen, die uns schon jetzt und in den nächsten Jahrzehnten begegnen werden – demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Digitalisierung, Energiewende –, lassen sich nicht im Westen allein lösen.</p>
<p>Die Menschen im Osten brauchen eine Politik, die Ostdeutschland nicht als Strukturproblem, sondern als Gestaltungsraum versteht. Die Wirtschaft braucht Ideengeber, die regionale Verantwortung übernehmen. Wenn die Gesellschaft zugleich anerkennt, dass gleiche Lebensverhältnisse mehr bedeuten als gleiche Chancen auf dem Papier, können wir gerechtere Startbedingungen, Teilhabe, Sichtbarkeit – und Vertrauen schaffen.</p>
<p>Mein Wunsch für Ostdeutschland ist klar: Betrachten wir die Region nicht weiter als „Problemfall“ oder „Aufholregion“, sondern als Chance – für neue Wirtschaftsmodelle, für nachhaltige Entwicklung, für ein zukunftsfähiges Deutschland insgesamt. Wir müssen die vorhandenen Stärken erkennen und gezielt fördern, statt auf Defizite zu starren. Dafür braucht es eine Politik, die versteht, dass strukturelle Benachteiligung nicht mit symbolischer Gleichstellung überwunden werden kann. Es braucht reale, finanzielle und institutionelle Gleichstellung – mit dem Mut zu langfristigen Investitionen in Regionen, die mehr sind als nur ein Teil unserer gesamtdeutschen Geschichte. Sie sind die Zukunft Ostdeutschlands.</p>
<div id="attachment_8150-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8150-2" class="wp-image-8150" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/2025-01-29-After-Work-im-Solar-020-1.jpg" alt="Netzwerktreffen mit Berliner Unternehmerinnen und Unternehmern: After-work der IHK Berlin am 29. Januar 2025 im Solar. Abbildung: Jens Ahner, IHK Berlin" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8150-2" class="wp-caption-text">Netzwerktreffen mit Berliner Unternehmerinnen und Unternehmern: After-work der IHK Berlin am 29. Januar 2025 im Solar. Abbildung: Jens Ahner, IHK Berlin</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1685" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg" alt="Label Impulsgeberin Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Manja Schreiner</span></h2>
<p><strong>GEBOREN:</strong> 1978/Wismar<br>
<strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Berlin<br>
<strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Steffen Mau: „Ungleich vereint. Warum der Osten anders bleibt“, 2024<br>
<strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „Das Leben der Anderen“, 2006<br>
<strong>MEIN URLAUBSTIPP:</strong> Rostock</p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/manja-schreiner-ostdeutschland-im-aufbruch-zwischen-praegung-potenzial-und-dem-ruf-nach-struktureller-gleichstellung/">Manja Schreiner: Ostdeutschland im Aufbruch. Zwischen Prägung, Potenzial und dem Ruf nach struktureller Gleichstellung</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>In eigener Sache: Unsere Leserumfrage</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/in-eigener-sache-unsere-leserumfrage/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=10258</guid>

					<description><![CDATA[<p>Als ostdeutschland.info vor zwei Jahren online gegangen ist, wussten wir zwar, was wir vorhaben, aber nicht, ob das auch jemanden interessiert. Mittlerweile ist klar: Unser Infoportal genießt eine hohe Aufmerksamkeit. Nun wollen wir Sie, unsere Leser, näher kennenlernen. Bitte nehmen Sie bis zum 20. September an unserer kurzen Umfrage teil. Es gibt auch etwas zu gewinnen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10386" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Ost-Info-Umfrage-2026-Kachel_neu.jpg" alt="Die Leserumfrage von ostdeutschland.info. Abbildung: ostdeutschland.info" width="600" height="337"><br />
Wer wir sind, was wir vorhaben und mitunter denken, das finden Sie [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/in-eigener-sache-unsere-leserumfrage/">In eigener Sache: Unsere Leserumfrage</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ostdeutschland.info vor zwei Jahren online gegangen ist, wussten wir zwar, was wir vorhaben, aber nicht, ob das auch jemanden interessiert. Mittlerweile ist klar: Unser Infoportal genießt eine hohe Aufmerksamkeit. Nun wollen wir Sie, unsere Leser, näher kennenlernen. Bitte nehmen Sie bis zum 20. September an unserer kurzen Umfrage teil. Es gibt auch etwas zu gewinnen.</p>
<p><span id="more-10258"></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10386" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Ost-Info-Umfrage-2026-Kachel_neu.jpg" alt="Die Leserumfrage von ostdeutschland.info. Abbildung: ostdeutschland.info" width="600" height="337"></p>
<p>Wer wir sind, was wir vorhaben und mitunter denken, das finden Sie 24/7 auf unserer Website. Wer dagegen Sie sind, wissen wir eigentlich nur über Ihre Zuschriften und Social-Media-Kommentare. Das wollen wir nun ändern. Durch unsere Umfrage möchten wir mehr von Ihnen kennenlernen und mehr von Ihnen wissen.</p>
<p>Uns interessiert, wie viele von Ihnen Ostdeutsche sind und was Sie über den Osten denken. Wo sind Unterschiede spürbar und was muss ggf. noch geschehen, damit zusammenwächst, was zusammengehört? Haben Sie Lieblingsbücher zu Ostdeutschland? Welche ostdeutschen Persönlichkeiten finden Sie sympathisch, welche nicht gerade wohltuend?</p>
<h2><span class="title-bg">Mitmachen hilft – und lohnt sich!</span></h2>
<p>Unsere Umfrage umfasst 24 kurze Fragen. Das schaffen Sie in fünf Minuten. Alle Angaben werden anonym ausgewertet. Personenbezogene Daten erhält ausschließlich ostdeutschland.info. Mit Ihrer Teilnahme <span style="color: #ff3eb5;">bis zum 20. September 2026</span> tragen Sie zu einem aktuellen Stimmungsbild bei und helfen uns, die ostdeutschland.info-Leser besser zu verstehen. Außerdem sichern Sie sich mit ihr die Chance auf einen attraktiven Gewinn. Unter allen Teilnehmern verlosen wir:</p>
<ul>
<li>25 Sammelbände „Denke ich an Ostdeutschland ... “, Band 1, Berlin 2024, 224 Seiten, Hardcover im Wert von je 79,90 € und</li>
<li>25 Sammelbände „Denke ich an Ostdeutschland ... “, Band 2, Berlin 2025, 224 Seiten, Hardcover im Wert von je 79,90 €.</li>
</ul>
<div id="metaslider-id-10263" style="max-width: 400px; margin: 0 auto;" class="ml-slider-3-111-2 metaslider metaslider-flex metaslider-10263 ml-slider has-dots-nav ms-theme-default" role="region" aria-label="In eigener Sache: Unsere Leserumfrage" data-height="600" data-width="400">
    <div id="metaslider_container_10263">
        <div id="metaslider_10263" class="flexslider">
            <ul class="slides">
                <li style="display: block; width: 100%;" class="slide-10264 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-08-03 14:31:12" data-filename="Cover-Denke-ich-an-Ostdeutschland-400x600.jpg" data-slide-type="image"><a href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" target="_blank" aria-label="Jetzt bestellen." class="metaslider_image_link"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/07/Cover-Denke-ich-an-Ostdeutschland-400x600.jpg" height="600" width="400" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... (Band 1). Jetzt bestellen!" class="slider-10263 slide-10264 msDefaultImage" title="Denke ich an Ostdeutschland ... (Band 1). Jetzt bestellen!"></a></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-10265 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-08-03 14:31:12" data-filename="PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein-400x600.jpg" data-slide-type="image"><a href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" target="_blank" aria-label="Jetzt bestellen." class="metaslider_image_link"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein-400x600.jpg" height="600" width="400" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... (Band 2). Jetzt bestellen!" class="slider-10263 slide-10265 msDefaultImage" title="Denke ich an Ostdeutschland ... (Band 2). Jetzt bestellen!"></a></li>
            </ul>
        </div>
        
    </div>
</div>
<p>Die Gewinner werden nach Ablauf der Befragung informiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.</p>
<h2><span class="title-bg">Unsere Leserumfrage 2026</span></h2>
[contact-form-7]
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/in-eigener-sache-unsere-leserumfrage/">In eigener Sache: Unsere Leserumfrage</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Chemie verbindet: Warum eine starke Industrie für die Zukunft Ostdeutschlands entscheidend ist</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/chemie-verbindet-warum-eine-starke-industrie-fuer-die-zukunft-ostdeutschlands-entscheidend-ist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=10328</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Chemie ist für die ostdeutsche Wirtschaft traditionell von wesentlicher Bedeutung. Die Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände Nora Schmidt-Kesseler beschreibt in ihrem Gastbeitrag die aktuellen Herausforderungen der Branche und wirft einen Blick in die Zukunft.<br />
<img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10329" class="wp-image-10329" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Portrait-NSK.jpg" alt="Nora Schmidt-Kesseler ist seit 2017 Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände und führt in Personalunion den Verband der chemischen Industrie Nordost und den Arbeitgeberverband Nordostchemie. Sie vertritt die Interessen der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Ostdeutschland. Abbildung: Anette Koroll" width="600" height="600">Nora Schmidt-Kesseler ist seit 2017 Hauptgeschäftsführerin der [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/chemie-verbindet-warum-eine-starke-industrie-fuer-die-zukunft-ostdeutschlands-entscheidend-ist/">Chemie verbindet: Warum eine starke Industrie für die Zukunft Ostdeutschlands entscheidend ist</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Chemie ist für die ostdeutsche Wirtschaft traditionell von wesentlicher Bedeutung. Die Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände Nora Schmidt-Kesseler beschreibt in ihrem Gastbeitrag die aktuellen Herausforderungen der Branche und wirft einen Blick in die Zukunft.<span id="more-10328"></span></p>
<div id="attachment_10329-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10329-2" class="wp-image-10329" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Portrait-NSK.jpg" alt="Nora Schmidt-Kesseler ist seit 2017 Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände und führt in Personalunion den Verband der chemischen Industrie Nordost und den Arbeitgeberverband Nordostchemie. Sie vertritt die Interessen der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Ostdeutschland. Abbildung: Anette Koroll" width="600" height="600"><p id="caption-attachment-10329-2" class="wp-caption-text">Nora Schmidt-Kesseler ist seit 2017 Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände. Sie führt den Verband der chemischen Industrie Nordost und den Arbeitgeberverband Nordostchemie in Personalunion. Abbildung: Anette Koroll</p></div>
<p>Wenn ich durch Ostdeutschland fahre und mit Unternehmen, Beschäftigten und Auszubildenden spreche, wird eines immer wieder deutlich: Chemie ist hier nicht einfach eine Branche. Sie ist Teil der Regionen – ihrer Geschichte, ihrer Arbeitsplätze und ihrer Zukunft.</p>
<p>Wer über die wirtschaftliche Zukunft Ostdeutschlands spricht, kommt an unserer Branche deshalb nicht vorbei. Rund 63.000 Menschen arbeiten in den Unternehmen. Hinzu kommen weitere Arbeitsplätze bei Zulieferern, in der Logistik, im Handwerk und bei Dienstleistungen. Was hinter den Werkstoren passiert, wirkt weit darüber hinaus – auf Familien, auf Kommunen und auf ganze Regionen.</p>
<p>In wenigen Wochen stehen in Ostdeutschland drei wichtige Wahlen an: in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Sie fallen in eine Zeit, in der die Industrie erheblich unter wirtschaftlichem Druck steht. Für uns als <a href="https://www.nordostchemie.de/" target="_blank" rel="noopener">Nordostchemie-Verbände</a> ist das der Anlass, mit unserer Kampagne „Chemie verbindet. Heute Arbeit. Morgen Zukunft.“ sichtbar zu machen, was industrielle Stärke für die Menschen und die Regionen bedeutet.</p>
<h2><span class="title-bg">Der Druck auf Industriestandorte wächst</span></h2>
<p>„Die Hütte brennt“ – dieser Satz beschreibt die Situation inzwischen leider sehr treffend. Die chemisch-pharmazeutische Industrie befindet sich im dritten Jahr in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Hohe Energie- und Produktionskosten, schwache Nachfrage, zunehmender internationaler Wettbewerb und langwierige Genehmigungsverfahren belasten die Unternehmen.</p>
<p>Viele Unternehmen haben über Jahre versucht, Beschäftigung und Ausbildung trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen stabil zu halten. Inzwischen verschärft sich die Entwicklung: Standorte werden geschlossen oder Produktionsanlagen zurückgebaut.</p>
<p>Auch die Investitionsbereitschaft leidet. Eine aktuelle Umfrage des VCI Nordost unter ostdeutschen Chemie- und Pharmaunternehmen zeigt: Jedes zweite befragte Unternehmen will seine Investitionen in Deutschland in den Jahren 2026 und 2027 reduzieren. Mehr als jedes dritte Unternehmen denkt darüber nach, Investitionen teilweise oder vollständig ins Ausland zu verlagern. Nur rund zehn Prozent planen höhere Investitionen.</p>
<p>Unsere Unternehmen wollen investieren. Die entscheidende Frage ist jedoch zunehmend: Wo werden sie investieren? Im internationalen Wettbewerb vergleichen Unternehmen Energie- und Produktionskosten ebenso wie Planungs- und Genehmigungszeiten und die Verlässlichkeit politischer Entscheidungen. Eine Investition, die heute nicht in Ostdeutschland stattfindet, fehlt morgen bei Wertschöpfung, Beschäftigung und Innovation.</p>
<h2><span class="title-bg">Weniger Ausbildungsplätze sind ein Warnsignal</span></h2>
<p>Auch bei der Ausbildung werden die Folgen der wirtschaftlichen Entwicklung sichtbar. Die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse in der ostdeutschen Chemieindustrie ist zuletzt deutlich zurückgegangen. Das ist kein Zeichen nachlassenden Engagements. Wenn allerdings Anlagen zurückgebaut oder Standorte geschlossen werden, hat das Folgen für Ausbildungsplätze – und damit für die Fachkräftebasis der kommenden Jahre. Wer heute industrielle Perspektiven verliert, riskiert, dass junge Menschen ihre Zukunft anderswo suchen. Das können wir uns in Ostdeutschland nicht leisten.</p>
<p>Chemie und Pharma sind systemrelevant. Ihre Produkte und Vorprodukte werden in zahlreichen Bereichen des täglichen Lebens und in industriellen Wertschöpfungsketten gebraucht – sei es, für Arzneimittel, Halbleiter, Batterien, erneuerbare Energien, Bau, Landwirtschaft oder Mobilität. Gerade die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie schnell Lieferketten unter Druck geraten können. Eine starke heimische Produktion ist deshalb eine Frage von Versorgungssicherheit und industrieller Resilienz. Werden wichtige Grundstoffe und Produkte nicht mehr in Deutschland hergestellt, wächst die Abhängigkeit von anderen Ländern und Märkten.</p>
<p>Ostdeutschland verfügt über eine industrielle Basis, die sich nicht beliebig ersetzen lässt: traditionsreiche und zugleich moderne Standorte, leistungsfähige Chemieparks und Verbundstrukturen, qualifizierte Beschäftigte und Unternehmen, die mit ihren Regionen eng verbunden sind.</p>
<h2><span class="title-bg">Chemie verbindet – ganz konkret</span></h2>
<p>Mit unserer Kampagne „Chemie verbindet“ wollen wir diese Verbindung sichtbar machen. Wir wollen zeigen, was hinter den Werkstoren steckt: Menschen, Familien, Ausbildung, Innovation und Wertschöpfung. Wir wollen daran erinnern, dass industrielle Arbeitsplätze das Ergebnis von Investitionen, unternehmerischem Mut, qualifizierten Beschäftigten sowie politischen Rahmenbedingungen sind, die Investitionen hierzulande ermöglichen. Unsere Unternehmen können die Kampagne an ihren Standorten und über ihre eigenen Kanäle aufgreifen.</p>
<p>Ich bin überzeugt: Ostdeutschland hat alle Voraussetzungen, auch künftig ein starker Industriestandort zu sein. Wir sollten diese Stärke nicht kleinreden – wir sollten sie sichern und weiterentwickeln. Über die Zukunft unserer Industrie zu sprechen, heißt auch, über Arbeitsplätze, Wertschöpfung und wirtschaftliche Perspektiven in Ostdeutschland zu sprechen. Deshalb ist Chemie für mich mehr als eine Branche. Chemie verbindet Menschen, Unternehmen und Regionen. Sie verbindet Vergangenheit und Zukunft.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/chemie-verbindet-warum-eine-starke-industrie-fuer-die-zukunft-ostdeutschlands-entscheidend-ist/">Chemie verbindet: Warum eine starke Industrie für die Zukunft Ostdeutschlands entscheidend ist</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sachsen-Anhalt: AfD-Programm würde Milliardenloch reißen</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/sachsen-anhalt-afd-programm-wuerde-milliardenloch-reissen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Aug 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=10287</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 6. September finden in Sachsen-Anhalt Landtagswahlen statt. Die AfD hofft auf eine absolute Mehrheit. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat die Finanzierbarkeit ihres Wahlprogramms untersucht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10300" class="wp-image-10300" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Sachsen-Anhalt_Zweitstimmen_AfD_2021.jpg" alt="Bei der Landtagswahl 2021 erreichte die AfD einen Zweitstimmenanteil von 20,8 Prozent. Am 6. September könnte die Partei dieses Ergebnis verdoppeln. Abbildung: Costamiri, Wikimedia Commons" width="450" height="552">Bei der Landtagswahl 2021 erreichte die AfD einen Zweitstimmenanteil von 20,8 Prozent. Am 6. September könnte die Partei dieses Ergebnis laut aktuellen [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/sachsen-anhalt-afd-programm-wuerde-milliardenloch-reissen/">Sachsen-Anhalt: AfD-Programm würde Milliardenloch reißen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 6. September finden in Sachsen-Anhalt Landtagswahlen statt. Die AfD hofft auf eine absolute Mehrheit. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat die Finanzierbarkeit ihres Wahlprogramms untersucht.</p>
<p><span id="more-10287"></span></p>
<div id="attachment_10300-2" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10300-2" class="wp-image-10300" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Sachsen-Anhalt_Zweitstimmen_AfD_2021.jpg" alt="Bei der Landtagswahl 2021 erreichte die AfD einen Zweitstimmenanteil von 20,8 Prozent. Am 6. September könnte die Partei dieses Ergebnis verdoppeln. Abbildung: Costamiri, Wikimedia Commons" width="450" height="552"><p id="caption-attachment-10300-2" class="wp-caption-text">Bei der Landtagswahl 2021 erreichte die AfD einen Zweitstimmenanteil von 20,8 Prozent. Am 6. September könnte die Partei dieses Ergebnis laut aktuellen Umfragen verdoppeln. Abbildung: Costamiri, Wikimedia Commons</p></div>
<p>In ihrem Wahlprogramm verspricht die AfD in Sachsen-Anhalt ihren Wählern neue Leistungen wie landeseigenes Kindergeld, kostenfreie Kinderbetreuung und Schulverpflegung sowie ein umfangreiches Infrastruktur- und Sicherheitsprogramm für das Bundesland. Gleichzeitig plant die Partei, die in Sachsen-Anhalt seit 2023 vom Landesverfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ eingestuft wird, die Steuern zu senken und ohne neue Schulden auszukommen.</p>
<h2><span class="title-bg">Finanzlücke von 2,2 Milliarden Euro</span></h2>
<p>Für ihre <a href="https://www.iwh-halle.de/fileadmin/user_upload/publications/iwh_policy_notes/iwh-pn_2026-02_de_AfD-Wahlprogramm.pdf" target="_blank" rel="noopener">Analyse</a> haben der Präsident des <a href="https://www.iwh-halle.de/" target="_blank" rel="noopener">IWH</a>, Reint E. Gropp, sowie die IWH-Ökonomen Nic Dorsch und Alexander Reifschneider erfasst, wie groß die Diskrepanz zwischen den Kosten und der Gegenfinanzierung des Programms ist. In die Berechnung wurden belegbare Faktoren wie Haushaltsansätze, Statistiken und Angaben aus dem AfD-Wahlprogramm aufgenommen. Von den 136 kostenwirksamen Maßnahmen des Programms sind 28 mit amtlichen Quellen belegbar. Für diese 28 Maßnahmen fallen jährlich Kosten in Höhe von 1,6 Milliarden Euro an. Hinzu kommen 877 Millionen Euro Neuverschuldung pro Jahr, die bereits im Landeshaushalt eingeplant sind. Die Ökonomen kommen somit auf Gesamtkosten von rund 2,5 Milliarden Euro jährlich.</p>
<div id="attachment_10289-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10289-2" class="wp-image-10289" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Screenshot-2026-08-06-164006.jpg" alt="Mit den vom IWH errechneten und belegbaren Einsparungen in Höhe von 243 Millionen Euro kann die AfD die Finanzierungslücke nicht schließen. Abbildung: IWH" width="600" height="463"><p id="caption-attachment-10289-2" class="wp-caption-text">Mit den vom IWH errechneten und belegbaren Einsparungen in Höhe von 243 Millionen Euro kann die AfD die Finanzierungslücke nicht schließen. Abbildung: IWH</p></div>
<p>Die belegbaren Einsparungen belaufen sich der Studie zufolge auf 243 Millionen Euro. Damit entsteht laut IWH eine Finanzlücke von mindestens 2,2 Milliarden Euro, was rund einem Viertel der Steuereinnahmen des Bundeslandes Sachsen-Anhalt entspricht, umgerechnet gut 1.000 Euro je Einwohner pro Jahr. IWH-Präsident Gropp hält das Wahlprogramm selbst in Teilen für mittelfristig nicht finanzierbar. Im Falle einer absoluten Mehrheit rechnet der Ökonom damit, dass die AfD den Fokus auf die in ihrem 100-Tage-Programm angekündigten symbolischen Maßnahmen legt.</p>
<h2><span class="title-bg">100-Tage-Programm der AfD</span></h2>
<p>Das von Gropp genannte 100-Tage-Programm wurde auf dem AfD-Landesparteitag am 11. Juli 2026 in Magdeburg beschlossen. Das Sofortprogramm beinhaltet unter anderem die Kündigung der Rundfunkstaatsverträge, eine Imagekampagne und die Einrichtung eines Corona-Untersuchungsausschusses. Laut IWH-Analyse sind zwei Punkte messbar: die Förderung des Führerscheinerwerbs für Auszubildende, die jährlich 15,8 Millionen Euro kosten würde, sowie eine Abschiebeoffensive als Sonderfonds, für die jährlich 100 Millionen Euro anfallen würden. Die weiteren kostenwirksamen Punkte, wie die Bildung von Sonderklassen für Kinder von Geflüchteten, sind laut IWH schwer berechenbar, verursachen aber vergleichsweise geringe Kosten. Selbst dieses kostengünstigere Programm wäre laut IWH aber erst finanzierbar, wenn die bereits im Haushalt eingeplanten 877 Millionen Euro Neuverschuldung pro Jahr ersetzt würden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/sachsen-anhalt-afd-programm-wuerde-milliardenloch-reissen/">Sachsen-Anhalt: AfD-Programm würde Milliardenloch reißen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
