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Deutschland-Monitor 2025: Ostdeutsche unzufriedener mit dem Zustand der Demokratie

28 Pro­zent der Ost­deut­schen tei­len popu­lis­ti­sche Ansich­ten und 49 Pro­zent sind mit dem aktu­el­len Funk­tio­nie­ren unse­rer Demo­kra­tie unzu­frie­den. Das sind zen­tra­le Ergeb­nis­se des Deutsch­land-Moni­tors 2025. Die Ost­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Staats­mi­nis­te­rin Eli­sa­beth Kai­ser, stell­te die Stu­die heu­te im Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um vor. ostdeutschland.info war dabei.

Der Deutschland-Monitor wird von der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Staatsministerin Elisabeth Kaiser, gefördert. Abbildung: ostdeutschland.info

Der Deutsch­land-Moni­tor wird von der Ost­be­auf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung, Staats­mi­nis­te­rin Eli­sa­beth Kai­ser, geför­dert. Abbil­dung: ostdeutschland.info

Die Stu­die ist vom Zen­trum für Sozi­al­for­schung Hal­le, der Uni­ver­si­tät Jena sowie dem Leib­niz-Insti­tut GESIS umge­setzt wor­den. Für den Deutsch­land-Moni­tor wur­den rund 8.000 Men­schen in Gesamt­deutsch­land befragt. Zu den bemer­kens­wer­tes­ten Ergeb­nis­sen zählt, dass 31 Pro­zent der Befrag­ten in Gesamt­deutsch­land der Aus­sa­ge zustim­men, Deutsch­land brau­che jetzt „eine ein­zi­ge star­ke Par­tei, die den Wil­len des Vol­kes ins­ge­samt ver­kör­pert“. Wei­te­re 23 Pro­zent stim­men zumin­dest teil­wei­se zu. In Ost­deutsch­land liegt die vol­le Zustim­mung sogar bei 35 Pro­zent, wei­te­re 26 Pro­zent sagen teils/teils. Außer­dem tei­len bun­des­weit 21 Pro­zent der Befrag­ten popu­lis­ti­sche Ansich­ten. Wäh­rend der Wert im Wes­ten bei 20 Pro­zent liegt, trifft dies in Ost­deutsch­land für 28 Pro­zent zu.

Ein gra­vie­ren­der Unter­schied zwi­schen den Befrag­ten in Ost- und West­deutsch­land besteht auch in der Beur­tei­lung des aktu­el­len Funk­tio­nie­rens der Demo­kra­tie. 49 Pro­zent der befrag­ten Ost­deut­schen sind mit die­sem unzu­frie­den. In West­deutsch­land sind es 38 Pro­zent. Auf Gesamt­deutsch­land geblickt hadern 40 Pro­zent mit dem heu­ti­gen Funk­tio­nie­ren der Demo­kra­tie. In Ost­deutsch­land zeigt sich damit eine leich­te Ver­bes­se­rung zum Vor­jahr. 2024 hat­ten sich 53 Pro­zent der Befrag­ten im Osten und 36 Pro­zent im Wes­ten unzu­frie­den gezeigt.

Dem gegen­über steht die Über­zeu­gung von der Demo­kra­tieidee. 98 Pro­zent der ost­deut­schen Befrag­ten sind von der Idee der Demo­kra­tie über­zeugt. Im Wes­ten des Lan­des sind es 99 Prozent.

49 Prozent der Ostdeutschen sind mit dem Funktionieren der Demokratie eher bis sehr unzufrieden. Abbildung: Deutschland Monitor 2025

49 Pro­zent der Ost­deut­schen sind mit dem Funk­tio­nie­ren der Demo­kra­tie unzu­frie­den, 14 Pro­zent davon sehr. Abbil­dung: Deutsch­land Moni­tor 2025

Ressourcenabhängige Veränderungsbereitschaft

Die Stu­die hat­te den Schwer­punkt „Wie ver­än­de­rungs­be­reit ist Deutsch­land?“. Es wur­de fest­ge­stellt, dass die Men­schen hier­zu­lan­de – anders als viel­fach ange­nom­men – mehr­heit­lich nicht ver­än­de­rungs­mü­de sind. Hier zei­gen sich kaum Ost-West-Unter­schie­de. So erklärt sich ein knap­pes Vier­tel der Befrag­ten (23 Pro­zent) offen für gesell­schaft­li­chen Wan­del und nimmt ihn als Chan­ce wahr. Gut die Hälf­te (52 Pro­zent) steht dem Wan­del ambi­va­lent gegen­über und nur ein Vier­tel (26 Pro­zent) äußert sich kri­tisch und ver­bin­det Ver­än­de­run­gen pri­mär mit Risiken.

Prof. Dr. Everhard Holtmann, Senior Research Fellow am Zentrum für Sozialforschung Halle/Saale, Prof. Dr. Reinhard Pollak, Leiter der Abteilung Data and Research on Society beim GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften Mannheim, und die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Elisabeth Kaiser, bei der Vorstellung des Deutschland-Monitors 2025 (v. l. n. r.). Abbildung: ostdeutschland.info

Prof. Dr. Ever­hard Holt­mann, Seni­or Rese­arch Fel­low am Zen­trum für Sozi­al­for­schung Hal­le (Saa­le), Prof. Dr. Rein­hard Poll­ak, Lei­ter der Abtei­lung Data and Rese­arch on Socie­ty beim GESIS Leib­niz-Insti­tut für Sozi­al­wis­sen­schaf­ten Mann­heim, und die Ost­be­auf­trag­te Eli­sa­beth Kai­ser bei der Vor­stel­lung des Deutsch­land-Moni­tors 2025 (v. l. n. r.). Abbil­dung: ostdeutschland.info

Aller­dings ste­hen der Stu­die zufol­ge Men­schen, die über ein höhe­res Ein­kom­men und Bil­dungs­ni­veau ver­fü­gen, sowie jene, die von einer posi­ti­ven Ent­wick­lung für sich selbst bzw. für Deutsch­land aus­ge­hen, auch gesell­schaft­li­chen Ver­än­de­run­gen deut­lich posi­ti­ver gegen­über. Ver­än­de­run­gen wer­den zudem eher akzep­tiert, wenn der Staat als hand­lungs­fä­hig und gestal­tend emp­fun­den wird, sowie sei­ne Ent­schei­dun­gen nach­voll­zieh­bar und trans­pa­rent kom­mu­ni­ziert werden.

Staats­mi­nis­te­rin Eli­sa­beth Kai­ser erklärt dazu: „Der Deutsch­land-Moni­tor 2025 zeigt: Die Akzep­tanz von Ver­än­de­run­gen steigt mit den per­sön­li­chen Res­sour­cen der Men­schen. Für mich bedeu­tet das: Siche­re Arbeits­plät­ze und fai­re Löh­ne durch wirt­schaft­li­ches Wachs­tum, gute Bil­dung und ein star­ker Sozi­al­staat sind die Basis, um die Unter­stüt­zung der Men­schen zu gewin­nen. Der Bericht gibt Rücken­wind für die Reform­vor­ha­ben der Bun­des­re­gie­rung. In Zei­ten mul­ti­pler Kri­sen und Her­aus­for­de­run­gen muss Poli­tik Sicher­heit und Gestal­tungs­wil­len aus­strah­len. Des­halb grei­fen wir bei unse­ren Refor­men die Sor­gen der Men­schen auf und geben ihnen Sicher­heit im Wandel.“

Veränderungsskepsis in strukturschwachen Regionen

Beim Ver­gleich zwi­schen struk­tur­star­ken und struk­tur­schwa­chen Land­krei­sen in Ost und West zei­gen sich wei­te­re Unter­schie­de: Wäh­rend die Ein­stel­lun­gen der Men­schen in den struk­tur­star­ken und -schwa­chen Regio­nen West­deutsch­lands eben­so wie in den struk­tur­star­ken Regio­nen in Ost­deutsch­land sehr ähn­lich sind, ist in den struk­tur­schwa­chen Regio­nen in Ost­deutsch­land die Ver­än­de­rungs­skep­sis über­durch­schnitt­lich groß – die poli­ti­sche Unter­stüt­zung (Demo­kra­tie­zu­frie­den­heit, Insti­tu­tio­nen­ver­trau­en, der geschätz­te eige­ne Ein­fluss auf die Poli­tik) hin­ge­gen beson­ders gering. Auch popu­lis­ti­sche und dik­ta­tu­raf­fi­ne Ein­stel­lun­gen sind dort wei­ter­ver­brei­tet. Ursäch­lich sind der Stu­die zufol­ge vor allem die in die­sen Regio­nen stär­ker ver­brei­te­te Wahr­neh­mung indi­vi­du­el­ler und kol­lek­ti­ver Benach­tei­li­gung, eine Sta­tus­ver­lust­angst sowie das Gefühl des Abge­häng­tseins. Einen mög­li­chen Hand­lungs­an­satz sehen die Autorin­nen und Autoren des Deutsch­land-Moni­tors dar­in, für gleich­wer­ti­ge Lebens­ver­hält­nis­se zu sor­gen und ost­deut­schen Bio­gra­fien mehr Sicht­bar­keit zu verleihen.

Unterschiede in der Wiedervereinigungsbilanz

73 Prozent der befragten Ostdeutschen sagen, dass bei ihrer persönlichen Wiedervereinigungsbilanz, die Vorteile überwiegen. Abbildung: Deutschland-Monitor 2025

73 Pro­zent der befrag­ten Ost­deut­schen sagen, dass bei ihrer per­sön­li­chen Wie­der­ver­ei­ni­gungs­bi­lanz die Vor­tei­le über­wie­gen. Bei nur 16 Pro­zent über­wie­gen die Nach­tei­le. Abbil­dung: Deutsch­land-Moni­tor 2025

Unter­schied­lich fällt bei den Befrag­ten in Ost- und West­deutsch­land die Wie­der­ver­ei­ni­gungs­bi­lanz aus. Wäh­rend 59 Pro­zent der Stu­di­en­teil­neh­mer aus West­deutsch­land der Mei­nung sind, dass die Vor­tei­le über­wie­gen, zeigt sich bei den ost­deut­schen Befrag­ten ein etwas ande­res Bild. Hier tei­len nur 47 Pro­zent die­se Über­zeu­gung. Der Anteil der Men­schen in Ost­deutsch­land, die eher Nach­tei­le der Wie­der­ver­ei­ni­gung für Ost­deutsch­land sehen, ist zuletzt deut­lich gestie­gen (2023: 26 Pro­zent, 2025: 37 Prozent).

Bei der per­sön­li­chen Wie­der­ver­ei­ni­gungs­bi­lanz zeigt sich hin­ge­gen ein ent­ge­gen­ge­setz­tes Bild. Hier sind 73 Pro­zent der Ost­deut­schen der Mei­nung, dass bei ihrer eige­nen Wie­der­ver­ei­ni­gungs­bi­lanz die Vor­tei­le über­wie­gen. Bei den befrag­ten West­deut­schen sehen das nur 62 Pro­zent so.

Der Deutsch­land-Moni­tor, mit dem jähr­lich und regio­nal dif­fe­ren­ziert die gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Sicht­wei­sen und Ein­stel­lun­gen der Men­schen in Ost- und West­deutsch­land erho­ben und ana­ly­siert wer­den, besteht aus einer bun­des­wei­ten Reprä­sen­ta­tiv­erhe­bung (4.005 Inter­views) sowie einer regio­na­len Ver­tie­fungs­stu­die in der­zeit zwölf struk­tur­star­ken und -schwa­chen Land­krei­sen bezie­hungs­wei­se kreis­frei­en Städ­ten in Ost- und West­deutsch­land (ins­ge­samt 4.018 Inter­views) und Fokus­grup­pen zur qua­li­ta­ti­ven Ver­tie­fung der Befun­de. Die Stu­die geht auf eine Hand­lungs­emp­feh­lung der Kom­mis­si­on „30 Jah­re Fried­li­che Revo­lu­ti­on und Deut­sche Ein­heit“ zurück und wird seit 2023 durch die Ost­be­auf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung gefördert.

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