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Im Osten nichts Neues #5: Zeit der Monster – Goodbye Ostdeutschland

In sei­ner fünf­ten Kolum­ne wid­met sich Dani­el Heid­rich dem Unter­gang Ost­deutsch­lands – pro­vo­kant, scho­nungs­los und als Weck­ruf gemeint. Er zeich­net das Bild einer Regi­on, die wirt­schaft­lich, poli­tisch und gesell­schaft­lich in der Bedeu­tungs­lo­sig­keit versinkt.

Daniel Heidrich wurde 1975 in Berlin-Köpenick geboren. Er ist ein erfolgreicher und meinungsstarker ostdeutscher Unternehmer. ebk-gruppe.com

Dani­el Heid­rich wur­de 1975 in Ber­lin-Köpe­nick gebo­ren. Er ist ein erfolg­rei­cher und mei­nungs­star­ker ost­deut­scher Unter­neh­mer. ebk-gruppe.com

„Die alte Welt liegt im Ster­ben und die neue ist noch nicht gebo­ren. Es ist die Zeit der Mons­ter.“ (Anto­nio Gramsci) Ost­deutsch­land wird in der nächs­ten Deka­de zum eigent­li­chen „Vogel­schiss in der deut­schen Geschichte“.

Das ist mein per­sön­li­cher Wach­rüt­tel­text, so for­mu­liert, dass es weh­tut. Weh­tun muss.

Die Welt der Regeln ist nun vor­bei. Die ver­ti­ka­le Sicher­heits­ord­nung ver­wan­delt sich in eine hori­zon­ta­le. Macht, Stär­ke und Gewalt sind die Din­ge, auf die es in der Zukunft ankom­men wird. Bünd­nis­se wer­den zer­schla­gen und neue geschmie­det. Inter­es­sen tre­ten voll­ends an die Stel­le der Wer­te. An Ost­deutsch­land hat nie­mand ein Inter­es­se. War­um auch? Ein dünn besie­del­ter Strei­fen, wirt­schaft­lich irrele­vant und völ­lig über­al­tert. Poli­tisch in einem selbst­ge­wähl­ten Exil. Die sozia­len Inno­va­tio­nen, die es in die west­deut­schen Nach­rich­ten schaff­ten, waren Pegi­da, Coro­na­de­mos, Wut­bür­ger, „Björn Höcke“ und Tes­la. Auf der letz­ten Ver­an­stal­tung von Denk­raum Ost wur­de dis­ku­tiert: War­um bekom­men Ost­deut­sche so wenig Auf­merk­sam­keit in der Tages­schau? Erwach­se­ne Men­schen, pri­vi­le­giert, wohl­ha­bend, weiß, meis­tens um die 50, beschwer­ten sich dar­über, dass sie nicht ins Fern­se­hen kommen.

Die Fra­ge ist: Was macht den Osten attrak­tiv? Ich wür­de sagen, wenig bis gar nichts. Der Rest ist eine Selbst­er­zäh­lung. Net­te, offe­ne und ehr­li­che Men­schen gibt es über­all. Eine Wen­de­er­fah­rung haben übri­gens 140 Mil­lio­nen Ost­eu­ro­pä­er auch gehabt. Nie­mand wür­de da auf die Idee kom­men, des­halb West­eu­ro­pa etwas vor­aus­zu­ha­ben. Es ist mir egal, ob jetzt eini­ge ihre Lebens­leis­tung nicht gewür­digt fin­den. Wer­det erwach­sen und hört auf zu heu­len. Hier und heu­te zählt nur, was du anzu­bie­ten hast. Was sind dei­ne Stär­ken? Dei­ne unver­zicht­ba­ren Din­ge für die Welt. Wir haben kei­ne Chip­in­dus­trie wie Tai­wan, wir haben kei­ne Roh­stof­fe, wir haben kei­ne Top-Unis, kei­ne her­aus­ra­gen­de For­schung, wir haben kei­ne Spit­zen­po­li­ti­ker mit Cha­ris­ma. Wir hat­ten mal Nord Stream 2 und die Drusch­ba-Pipe­line. End of story.

Nach der letz­ten Bun­des­tags­wahl sind die Ver­tre­ter Ost­deutsch­lands die Abge­ord­ne­ten der AfD. Das BSW ist in Ost­deutsch­land stark und in West­deutsch­land eine lus­ti­ge Rand­no­tiz der Par­tei­en­geschich­te. Ein­zig die Lin­ken … ja, was sind die Lin­ken eigent­lich für den Osten? Wären wir ein sou­ve­rä­ner und eige­ner Staat, eine neue DDR, so wie es der eine oder ande­re erträumt hat, dann wären wir nicht in der NATO, aber umringt von NATO-Mit­glie­dern. Wir wür­den den Rus­sen die Hän­de rei­chen. Unse­re Nach­barn Polen, Tsche­chi­en und die Bal­ten has­sen die Rus­sen wie die Pest. Wenn wir der Freund Russ­lands wären, wären wir umge­ben von Fein­den. Ein Paria inmit­ten Euro­pas. 50 Pro­zent der noch im Osten Ver­blie­be­nen wür­den Reiß­aus neh­men. Der Osten wäre ein liber­tä­res Land ohne Ein­kom­mens­steu­ern für Rei­che mit einem gro­ßen Hang zum Sozi­al­staat. Wir wür­den Ein­wan­de­rer rigo­ros an der Gren­ze abwei­sen und dann ganz genüss­lich vor uns hin­mau­lend aus­ster­ben. Ost­deutsch­land als eige­ner Staat wäre ori­en­tie­rungs- und visi­ons­los. War­um kom­men wir nicht ins Fern­se­hen, war­um nur?

Die­ser zyni­sche Gedan­ke ist längst Rea­li­tät. Das neue Son­der­ver­mö­gen hat nichts mit dem Osten zu tun. Es geht um die Ret­tung der wirt­schaft­lich star­ken Regio­nen des Wes­tens. Wor­um auch sonst. Es wird geson­der­te Abschrei­bungs­mög­lich­kei­ten für Inves­ti­tio­nen geben. Gut so. Der Haken dar­an: Kein Unter­neh­mer mit einem Fun­ken Ver­stand inves­tiert in eine Gegend, die so über­al­tert ist und kla­re Signa­le sen­det, dass Frem­de nicht will­kom­men sind. In eine Gegend, die mehr­heit­lich glaubt, Russ­land sei der wirt­schaft­lich inter­es­san­te­re und ver­läss­li­che­re Part­ner. Die Zukunft steht heu­te eigent­lich schon fest. Wenn es gelingt, die Städ­te Dres­den, Leip­zig, Jena und Mag­de­burg attrak­tiv für Inves­ti­tio­nen und Zuwan­de­rung zu machen, dann wird der Unter­schied zwi­schen dem Umland und die­sen Städ­ten noch grö­ßer. Die Poli­tik wird von Lan­des­re­gie­run­gen gemacht, die ihre wirt­schaft­lich star­ken Regio­nen kul­tu­rell ableh­nen. Sie wei­sen die Men­schen dar­in und die Art, wie sie leben wol­len, weit von sich. Wenn sie sie nicht mit Absicht zer­stö­ren, dann wer­den sie sie drang­sa­lie­ren. Die Städ­te schau­en sich das Schau­spiel ver­ständ­nis­los an. “Lass sie machen, sie ver­ste­hen eh nichts.” Wie in Got­tes Namen wol­len wir Unter­neh­mern erklä­ren, hier zu inves­tie­ren und Mil­lio­nen aufs Spiel zu set­zen? Es geht also nur mit star­ken staat­li­chen Anrei­zen und gro­ßen Sub­ven­tio­nen. Und zwar vom Bund, der von den ost­deut­schen Ver­tre­tern im Bun­des­tag ver­ach­tet und gehasst wird.

Ost­deutsch­lands aktu­el­le poli­ti­sche Mehr­heits­kul­tur über­lebt also nur dann, wenn es gelingt, die AfD an der Macht zu betei­li­gen. Wenn sich Deutsch­land aus dem euro­päi­schen Bünd­nis her­aus­löst und sich somit zum Spiel­ball der Ame­ri­ka­ner, der Chi­ne­sen und der Rus­sen macht. Der Osten gewinnt nur, wenn der Wes­ten als Idee und als Wirt­schafts­mo­dell untergeht.

Ich sage des­halb Good­bye Ost­deutsch­land! In der Zeit der Mons­ter wird die­ser unbe­deu­ten­de Fle­cken Erde zer­rie­ben. Ein Fle­cken Erde, der in Jal­ta künst­lich erschaf­fen wur­de und den es vor­her nie gab. Die Geschich­te des neu­en Euro­pas wird die­ser Tage im eigent­li­chen Osten ent­schie­den. Dort ent­schei­det sich, ob Euro­pa ein Ort der Frei­heit oder der Auto­kra­tie wird. Die Ent­schei­dung fällt im Rin­gen um die Demo­kra­tie und auf dem Schlacht­feld. Ost­deutsch­land hat aktu­ell den Weg in die Bedeu­tungs­lo­sig­keit gewählt. Es klam­mert sich an eine Ver­gan­gen­heit, die es so nie gab. Ohne Visio­nen in die Zukunft zu tau­meln war in der DDR der Nor­mal­zu­stand. Das ist also … im Osten nichts Neues.

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