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Was braucht die ostdeutsche Energiewirtschaft jetzt? Statements von Unternehmen und der Ostbeauftragten

In weni­gen Tagen fin­det in Leip­zig das Ost­deut­sche Ener­gie­fo­rum statt. Aus die­sem Anlass haben wir die Ost­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung und aus­ge­wähl­te Ener­gie­un­ter­neh­men in Ost­deutsch­land um State­ments zur ost­deut­schen Ener­gie­wirt­schaft gebeten.

Neben der Ost­be­auf­tra­gen Eli­sa­beth Kai­ser haben uns die Unter­neh­men E.DIS, EWE, ThEEN und die VNG ihre Ein­schät­zun­gen zukom­men las­sen. Kon­kret woll­ten wir wis­sen: Was braucht die ost­deut­sche Ener­gie­wirt­schaft jetzt?

In den State­ments wer­den gro­ße Chan­cen für eine posi­ti­ve Ent­wick­lung der ost­deut­schen Ener­gie­wirt­schaft gese­hen. Grund dafür sei­en unter ande­rem die bereits vor­han­de­ne Infra­struk­tur und die Trans­for­ma­ti­ons­er­fah­run­gen vor Ort. Zugleich wer­den ver­läss­li­che poli­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen für Inves­ti­tio­nen gefor­dert und eine früh­zei­ti­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on im Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess. Aber machen Sie sich selbst ein Bild:


Elisabeth Kaiser, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland. Abbildung: BMF, Photothek, Juliane Sonntag

Eli­sa­beth Kai­ser, Staats­mi­nis­te­rin und Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für Ost­deutsch­land. Abbil­dung: BMF, Pho­to­thek, Julia­ne Sonntag

Eine star­ke Ener­gie­wirt­schaft ist eine wich­ti­ge Grund­la­ge für wirt­schaft­li­ches Wachs­tum und siche­re Arbeits­plät­ze in Ost­deutsch­land. Dafür braucht die ost­deut­sche Ener­gie­wirt­schaft vor allem gute und ver­läss­li­che Rahmenbedingungen.

Ener­gie muss sicher und bezahl­bar sein. Mit dem Indus­trie­strom­preis schaf­fen wir für ener­gie­in­ten­si­ve Unter­neh­men mehr Pla­nungs­si­cher­heit und stär­ken damit indus­tri­el­le Wert­schöp­fung. Um wett­be­werbs­fä­hig zu blei­ben, brau­chen wir leis­tungs­fä­hi­ge Net­ze, mehr Spei­cher und fle­xi­ble Kapa­zi­tä­ten. Die Bun­des­re­gie­rung beschleu­nigt des­halb den Strom­netz­aus­bau und arbei­tet dar­an, den Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gien und der Net­ze stär­ker auf­ein­an­der abzu­stim­men und kos­ten­ef­fi­zi­en­ter zu gestalten.

Ost­deutsch­land ist Vor­rei­ter bei der Ener­gie­wen­de, denn hier wird schon heu­te beson­ders viel Strom aus Wind und Son­ne erzeugt – sogar mehr, als vor Ort ver­braucht wird. Jetzt müs­sen wir dafür sor­gen, dass aus die­sem Poten­zi­al kon­kre­te wirt­schaft­li­che Anwen­dun­gen ent­ste­hen. Ein Bei­spiel ist die Was­ser­stoff­wirt­schaft, deren Hoch­lauf wir durch den Auf­bau des Was­ser­stoff-Kern­net­zes fördern.

Erneu­er­ba­re Ener­gien sind nicht nur ein Bei­trag zum Kli­ma­schutz, son­dern auch ein ech­ter Stand­ort­vor­teil für Ost­deutsch­land. Denn wo viel erneu­er­ba­re Ener­gie ver­füg­bar ist, ent­ste­hen neue Mög­lich­kei­ten für Indus­trie, Mit­tel­stand und Zukunfts­tech­no­lo­gien. Das gilt für ener­gie­in­ten­si­ve Geschäfts­mo­del­le eben­so wie für Was­ser­stoff, Spei­cher­tech­no­lo­gien oder Rechenzentren.

Ost­deutsch­land ist Zukunfts­re­gi­on. Hier wer­den neue Ener­gie­sys­te­me erprobt, indus­tri­el­le Trans­for­ma­ti­on fin­det kon­kret statt und inno­va­ti­ve Unter­neh­men schaf­fen neue Per­spek­ti­ven. Die Chan­cen der Ener­gie­wen­de wol­len wir gemein­sam mit den Län­dern, Kom­mu­nen und der Wirt­schaft nut­zen. Das Ost­deut­sche Ener­gie­fo­rum ist der rich­ti­ge Ort, um über die nächs­ten Schrit­te zu sprechen.“


Dr. Patrick Wittenberg, Vorstandsvorsitzender, E.DIS AG, Abbildung: Uwe Tölle, E.DIS AG

Dr. Patrick Wit­ten­berg, Vor­stands­vor­sit­zen­der, E.DIS AG, Abbil­dung: Uwe Töl­le, E.DIS AG

Gut aus­ge­bau­te Strom­ver­teil­net­ze sind das Rück­grat der Ener­gie­wen­de, des­halb inves­tiert die E.DIS Netz in die­sem Jahr rund 350 Mil­lio­nen Euro – mit wei­ter stei­gen­der Ten­denz. Damit haben wir unse­re Inves­ti­tio­nen im Ver­gleich zu den Vor­jah­ren bereits deut­lich erhöht. Und dies ist nicht alles: In den kom­men­den fünf Jah­ren plant das Unter­neh­men, mehr als 2 Mil­li­ar­den Euro zu inves­tie­ren – und damit das Ver­teil­netz auf allen Ebe­nen auszubauen.

E.DIS steht vor einer gro­ßen Auf­ga­be – und gleich­zei­tig steckt dahin­ter bereits heu­te ein gro­ßer Erfolg: eine Grün­strom­quo­te in unse­rem Strom­netz von 180 Pro­zent (EEG-Ein­spei­sung ins Netz der E.DIS, bezo­gen auf den Netz­ab­satz der E.DIS, vor­be­halt­lich nach­träg­li­cher Anpas­sun­gen durch Mehr- und Min­der­men­gen­ab­rech­nun­gen mit den Lie­fe­ran­ten und sons­ti­gem Clearing).

Tech­nisch setzt E.DIS die Ener­gie­wen­de in sei­nem Netz erfolg­reich um, doch neben all den Her­aus­for­de­run­gen und not­wen­di­gen Inves­ti­tio­nen müs­sen wir dabei auch ein Haupt­au­gen­merk auf die Kos­ten für unse­re Netz­kun­den legen. Daher spre­chen wir uns aus­drück­lich für eine Syn­chro­ni­sie­rung des Aus­baus der Erzeu­gungs-Anla­gen mit dem vor­han­de­nen Strom­netz aus. Für das Gelin­gen einer bezahl­ba­ren Energiewende.“


Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender, EWE AG, Abbildung: EWE AG

Ste­fan Doh­ler, Vor­stands­vor­sit­zen­der, EWE AG, Abbil­dung: EWE AG

EWE hat sich bereits kurz nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung in Bran­den­burg und auf Rügen enga­giert und trägt dort bis heu­te Ver­ant­wor­tung für eine siche­re und bezahl­ba­re Ener­gie­ver­sor­gung. Gleich­zei­tig ver­än­dert die Ener­gie­wen­de die Geschäfts­mo­del­le grund­le­gend. Gera­de dort, wo heu­te Gas­in­fra­struk­tur eine wich­ti­ge Rol­le spielt, müs­sen neue Per­spek­ti­ven entstehen.

Ost­deutsch­land braucht des­halb ver­läss­li­che Rah­men­be­din­gun­gen, die Inves­ti­tio­nen in die Trans­for­ma­ti­on ermög­li­chen – in Net­ze und Spei­cher eben­so wie in neue, kli­ma­freund­li­che Wär­me­lö­sun­gen. Wir erle­ben etwa bei Quar­tie­ren und grö­ße­ren Ver­sor­gungs­lö­sun­gen, wie sich bestehen­de Struk­tu­ren Schritt für Schritt auf eine kli­ma­freund­li­che Zukunft aus­rich­ten lassen.

Ost­deutsch­land hat viel Ener­gie, Flä­che und Trans­for­ma­ti­ons­kom­pe­tenz. Dar­aus kann ein ech­ter Stand­ort­vor­teil wer­den, wenn Ener­gie­wen­de und wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung kon­se­quent zusam­men­ge­dacht werden.“


Dr. Jana Liebe, Geschäftsführerin, Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerk (ThEEN) e.V. Abbildung: ThEEN 2026

Dr. Jana Lie­be, Geschäfts­füh­re­rin, Thü­rin­ger Erneu­er­ba­re Ener­gien Netz­werk (ThEEN) e.V. Abbil­dung: ThEEN 2026

Die Ener­gie­wen­de ist eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che Gemein­schafts­auf­ga­be – ver­gleich­bar mit der deut­schen Wie­der­ver­ei­ni­gung. Gera­de Ost­deutsch­land ver­fügt auf­grund sei­ner Trans­for­ma­ti­ons­er­fah­run­gen über her­vor­ra­gen­de Vor­aus­set­zun­gen, zu einer Modell­re­gi­on zu wer­den und den Wan­del aktiv mit­zu­ge­stal­ten: weg von büro­kra­ti­schen Top-down-Ent­schei­dun­gen hin zu regio­na­ler Ver­sor­gungs­si­cher­heit, loka­ler Wert­schöp­fung und einer brei­ten Ein­bin­dung der Bevöl­ke­rung. Die Erträ­ge der grü­nen Ener­gie­ver­sor­gung sol­len vor allem den Men­schen und Unter­neh­men vor Ort zugu­te­kom­men. Daher müs­sen Wege gefun­den wer­den, Wert­schöp­fung in den Regio­nen zu hal­ten und für ihre Ent­wick­lung nutz­bar zu machen.

Der Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess soll­te künf­tig deut­lich stär­ker als poli­ti­sche, tech­ni­sche, infra­struk­tu­rel­le und gesamt­ge­sell­schaft­li­che Gemein­schafts­auf­ga­be gedacht, umge­setzt und finan­zi­ell aus­ge­stat­tet wer­den. Neben dem Aus- und Umbau der Ener­gie­infra­struk­tur braucht es dafür vor allem früh­zei­ti­ge Infor­ma­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on, um gemein­sam trag­fä­hi­ge und akzep­tier­te Lösun­gen zu entwickeln.“


Stephan Haupt, Geschäftsführer der VNG Handel & Vertrieb GmbH. Abbildung: Torsten Pross

Ste­phan Haupt, Geschäfts­füh­rer der VNG Han­del & Ver­trieb GmbH. Abbil­dung: Tors­ten Pross

Die ost­deut­sche Ener­gie­wirt­schaft braucht jetzt vor allem ver­läss­li­che poli­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen für Inves­ti­tio­nen in Erzeu­gung, Net­ze, Spei­cher, Was­ser­stoff und Bio­gas. Ver­sor­gungs­si­cher­heit, Bezahl­bar­keit und Wett­be­werbs­fä­hig­keit müs­sen dabei glei­cher­ma­ßen im Blick blei­ben. Ost­deutsch­land ver­fügt mit sei­ner star­ken Infra­struk­tur, qua­li­fi­zier­ten Fach­kräf­ten und Trans­for­ma­ti­ons­er­fah­rung über bes­te Vor­aus­set­zun­gen, die Ener­gie­wen­de erfolg­reich zu gestal­ten. Gera­de Bio­gas kann als fle­xi­bel ein­setz­ba­rer erneu­er­ba­rer Ener­gie­trä­ger die Ver­sor­gungs­si­cher­heit stär­ken und die Ener­gie­wen­de im länd­li­chen Raum voranbringen.“

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