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	<title>Politik Archive - ostdeutschland.info</title>
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	<description>Impulse für den Osten</description>
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	<title>Politik Archive - ostdeutschland.info</title>
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	<item>
		<title>Manja Schreiner: Ostdeutschland im Aufbruch. Zwischen Prägung, Potenzial und dem Ruf nach struktureller Gleichstellung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Aug 2026 05:30:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8142" class="size-full wp-image-8142" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Schreiner_DIAO2.png" alt="Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin. Abbildung: Philipp Arnoldt" width="710" height="1000">Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin. Abbildung: Philipp Arnoldt<br />
Denke ich an Ostdeutschland, denke ich zuerst an meine Großeltern in einem kleinen Dorf zwischen Schwerin und Rostock. Mein Großvater – ein [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/manja-schreiner-ostdeutschland-im-aufbruch-zwischen-praegung-potenzial-und-dem-ruf-nach-struktureller-gleichstellung/">Manja Schreiner: Ostdeutschland im Aufbruch. Zwischen Prägung, Potenzial und dem Ruf nach struktureller Gleichstellung</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-7991"></span></p>
<div id="attachment_8142-2" style="width: 720px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8142-2" class="size-full wp-image-8142" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Schreiner_DIAO2.png" alt="Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin. Abbildung: Philipp Arnoldt" width="710" height="1000"><p id="caption-attachment-8142-2" class="wp-caption-text">Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin. Abbildung: Philipp Arnoldt</p></div>
<p>Denke ich an Ostdeutschland, denke ich zuerst an meine Großeltern in einem kleinen Dorf zwischen Schwerin und Rostock. Mein Großvater – ein echtes Original, der plattdeutsch redete und liebend gern alte Geschichten zum Besten gab. In Rostock liebe ich den Blick über die Warnow auf die Altstadt und die Marienkirche. Ich genieße bei Besuchen in meiner Heimatstadt gern den Spaziergang am Ostseestrand und beobachte mit meinen Kindern die Fischerkutter. Das erdet mich und gibt mir ein Gefühl von Heimat und Zugehörigkeit. Meine Kindheit in der DDR war unpolitisch, auch wenn das Leben für die Gesellschaft damals immer politisch war. Ich war zwölf Jahre alt, als die Wende kam, habe zuvor drei Jahre mit meinen Eltern in Ägypten gelebt und mich in meiner Jugend nie als Ostdeutsche oder in irgendeiner Form benachteiligt gefühlt. Im Gegenteil. Ein Bewusstsein dafür, dass der Osten anders als der Westen ist, entstand für mich erst, als ich anfing, mich für Politik zu interessieren und durch meinen Job nach Berlin kam. Erst dann fing ich an, bewusster wahrzunehmen und zu vergleichen. Die Herausforderungen für den Osten Deutschlands, den Anschluss an die wirtschaftliche Entwicklung im Westen zu schaffen, die strukturellen Voraussetzungen, die dabei eine Rolle spielen, begleiteten mich von Beginn an durch mein Berufsleben, das in einer großen Reederei in Rostock begann und sich später als Geschäftsführerin der FG Bau Berlin-Brandenburg, als Senatorin und heute als IHK-Hauptgeschäftsführerin fortsetzt.</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Für eine Politik, die Ostdeutschland nicht als Strukturproblem, sondern als Gestaltungsraum versteht.”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg">Strukturen, die prägen – und begrenzen</span></h2>
<p>Denke ich an Ostdeutschland, sehe ich aber nicht nur meine persönliche Prägung durch Menschen, die ihr Leben in der DDR verbracht haben, sondern die wirtschaftliche Realität in den ostdeutschen Bundesländern. Seit ich als junge Juristin mit Schwerpunkt Wirtschaftsrecht begann, begegnete mir ein struktureller Unterschied, der bis heute Bestand hat. Immer wieder. Die langen Schatten der DDR-Vergangenheit sind – gerade im wirtschaftlichen Bereich – immer noch spürbar.</p>
<p>Unbestritten ist: Seit der Wiedervereinigung wurden große Fortschritte erzielt. Zahlreiche Regionen haben sich sehr positiv entwickelt, die Arbeitslosenquote ist gesunken. In den Städten in Ostdeutschland gibt es moderne, lebenswerte und wirtschaftlich aktive Zentren, die sich auch dank des Solidaritätszuschlags gut entwickelt haben. Anders die Wahrnehmung der Menschen, die dort leben. Sie empfinden ihre Region weiterhin als abgehängt. Zwischen gefühlter Stagnation und der tatsächlichen Entwicklung entfaltet sich eine Diskrepanz, die Gründe hat.</p>
<p>Die wirtschaftliche Substanz ist dabei ein wesentlicher Faktor. Obwohl die Wiedervereinigung mittlerweile 30 Jahre zurückliegt, bleibt die Wirtschaftskraft in Ostdeutschland spürbar hinter der des Westens zurück. Mit Ausnahmen einiger städtischer Ballungsräume beträgt die Pro-Kopf-Wertschöpfung rund 80 Prozent des Niveaus in Westdeutschland. Im Vergleich zum Westen ist der Anteil an hoch qualifizierten Beschäftigten in Ostdeutschland geringer.</p>
<div id="attachment_8145-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8145-2" class="wp-image-8145" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Abb_0_Titel_Seite1_LEH-1.jpg" alt="Das Ludwig Erhard Haus („Gürteltier“), Sitz der IHK Berlin und Wirtschaftswahrzeichen der Hauptstadt. Abbildung: IHK Berlin" width="600" height="584"><p id="caption-attachment-8145-2" class="wp-caption-text">Das Ludwig Erhard Haus („Gürteltier“), Sitz der IHK Berlin und Wirtschaftswahrzeichen der Hauptstadt. Abbildung: IHK Berlin</p></div>
<p>Langfristige Konsequenzen für den Osten hatte vor allem, dass viele Unternehmen in der Ära der Treuhand nicht von den ostdeutschen Betriebsleitern oder Unternehmern weitergeführt, sondern an westdeutsche Investoren verkauft wurden. Bis heute fehlt es an regionalen Unternehmerbiografien und an der Kapitalbildung vor Ort – auch dies sind zu einem Gutteil Konsequenzen des jahrzehntelangen planwirtschaftlichen Systems, das Unternehmertum und unternehmerischen Spirit systematisch geächtet hat. Die Strategie der Treuhand mag deshalb nach der Wende aus gesamtwirtschaftlicher Sicht für zielführend erachtet worden sein. In der Folge hat sie jedoch auch dazu geführt, dass viele Menschen in Ostdeutschland das Gefühl hatten, ihre Initiative, Kreativität und Produktivität seien nicht gefragt. Das sind schwierige Voraussetzungen, um wirtschaftlich- unternehmerische Tatkraft zu entwickeln – zumal es diesbezüglich auch keine nennenswerte Strategie auf politischer Ebene gab.</p>
<p>Diese Entwicklung zeigt Folgen bis in die Gegenwart. Das Kapital, die Hauptsitze von Unternehmen und weichenstellende Entscheidungszentren sind bis heute nicht im Osten Deutschlands verortet. Das hat Folgen für die Selbstwahrnehmung der Menschen, für ihre ökonomischen Gestaltungsspielräume und für die Präsenz ostdeutscher Perspektiven in der öffentlichen Wahrnehmung sowie in den Führungsetagen von Wirtschaft und Politik.</p>
<p>Ein weiterer struktureller Nachteil kommt hinzu: In Ostdeutschland konnten viele Haushalte über Generationen hinweg kein Vermögen aufbauen. Es gab kein Wirtschaftswunder – und damit auch keine Generation der Erben. Das durchschnittliche Nettovermögen in Ostdeutschland ist deshalb deutlich geringer im Vergleich zum Westen. Investitionsspielräume sind beschränkt, unternehmerische Wagnisse erschwert und die wirtschaftliche Selbstverwirklichung gebremst.</p>
<div id="attachment_8147-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8147-2" class="wp-image-8147" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/2024-12-10-Vollversammlung-096-1.jpg" alt="Manja Schreiner auf der Vollversammlung der IHK Berlin am 10. Dezember 2024. Abbildung: Jens Ahner, IHK Berlin" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8147-2" class="wp-caption-text">Manja Schreiner auf der Vollversammlung der IHK Berlin am 10. Dezember 2024. Abbildung: Jens Ahner, IHK Berlin</p></div>
<h2><span class="title-bg">Langer Atem und politische Weitsicht</span></h2>
<p>Dennoch sind diese strukturellen Nachteile aus meiner Sicht kein Grund, schwarz zu sehen. In meiner täglichen Arbeit sehe ich, welche großartigen Chancen sich in Ostdeutschland bieten, wenn wir die Zukunftsthemen betrachten und die Transformation in den Blick nehmen. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann der Osten eine tragende Rolle einnehmen. Das zeigt sich in der Energie- und Wärmewende, in innovativen Konzepten zur Fachkräftesicherung, in der strategischen Stärkung regionaler Netzwerke – Bereiche, in denen die ostdeutschen Regionen mit ihren Hochschulen, Forschungseinrichtungen und mit ihrer wachsenden Gründerszene heute schon tragende Rollen einnehmen.</p>
<p>Beispiel Brandenburg: Hier bilden sich rund um den Strukturwandel in der Lausitz neue industrielle Zentren, die sich mit nachhaltiger Energiegewinnung, Wasserstoffwirtschaft und Fachkräftebindung hervortun. Beispiel Thüringen: Durch kluge Investitionen entsteht hier Zukunftstechnologie made in Germany in den Bereichen Mikroelektronik und Optik.</p>
<p>Durch eine breite und strategisch abgestimmte Strukturpolitik können wir verhindern, dass diese Projekte nur Leuchttürme bleiben. Dafür braucht es keine kurzfristige Förderkulisse, sondern eine politische Strategie mit Langfristperspektive, die den Fokus auf einen strukturellen Ausgleich, Kapitalaufbau und den Ausbau einer modernen physischen und digitalen Infrastruktur lenkt. Investitionen müssen dem Aufbau von regionalen Wertschöpfungsketten dienen und Anreize schaffen, damit auch in Ostdeutschland Unternehmenszentralen entstehen, Forschung in Produktentwicklung mündet und Menschen vor Ort von wirtschaftlicher Teilhabe profitieren. Das ist derzeit vielerorts noch nicht der Fall.</p>
<div id="attachment_8148-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8148-2" class="wp-image-8148" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/2025-01-15-Jahresauftakt-Ehrenamt-Politik-087-1.jpg" alt="Jahresauftakt „Ehrenamt und Politik“ von der IHK Berlin und Handwerkskammer Berlin am 15. Januar 2025 bei der IHK Berlin. Abbildung: Ines Hasenau, IHK Berlin" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8148-2" class="wp-caption-text">Jahresauftakt „Ehrenamt und Politik“ von IHK Berlin und Handwerkskammer Berlin am 15. Januar 2025 bei der IHK Berlin. Abbildung: Ines Hasenau, IHK Berlin</p></div>
<h2><span class="title-bg">Verkehr, Vernetzung, Verantwortung</span></h2>
<p>Strukturelle Herausforderungen zeigen sich auch im Bereich Verkehr und internationaler Vernetzung der Hauptstadtregion. Denn wichtige Langstreckenverbindungen fehlen, was wir als IHK Berlin mit Sorge sehen. Der Flughafen BER, der für Ostdeutschland und die gesamte Hauptstadtregion ein zentrales Tor zu Welt sein müsste, bedient derzeit nur acht Langstreckenziele – viel zu wenige für eine Metropole wie Berlin mit vier Millionen Einwohnern. Zum Vergleich: In Frankfurt/Main sind es 89, in München 45. Sogar Städte wie Porto mit rund 300.000 Einwohnern bieten ähnlich viele internationale Verbindungen an.</p>
<p>Die fehlende internationale Anbindung der Region hat konkrete Auswirkungen: Internationale Gäste, Investoren, Messebesucher und Geschäftsreisende müssen zusätzliche Kurzstreckenflüge auf sich nehmen, was Zeit, Geld und ökologische Ressourcen kostet. Für die Standortentscheidung internationaler Unternehmen ist das ein Nachteil. Jede zusätzliche Langstreckenverbindung bringt mehr Arbeitsplätze und mehr Wertschöpfung in die Region – vergleichbar mit der Ansiedlung eines Großunternehmens. Es wäre das richtige politische Signal auf Bundesebene, hier die ostdeutschen Länder gezielt und langfristig zu stärken.</p>
<p>Bestehende bilaterale und multilaterale Luftverkehrsabkommen müssen deshalb so angepasst werden, dass Berlin und Ostdeutschland angemessen angebunden werden. Wir brauchen regulatorische Rahmenbedingungen, die Airlines attraktive Bedingungen bieten, um neue Verbindungen aufzunehmen. Es ist ein Beispiel von vielen, das aufzeigt, wie Investitionen in die Zukunft Ostdeutschlands aussehen können – und müssen. Und wie notwendig es ist, sich dem großen Thema der wirtschaftlichen Entwicklung über den systematischen und sicher auch gelegentlich kleinteilig wirkenden Abbau von Wachstumshemmnissen zu nähern.</p>
<div id="attachment_8149-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8149-2" class="wp-image-8149" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/2025-01-16-IHK-Wassertourismusstudie-49-1.jpg" alt="Pressekonferenz zum Wassertourismus am 16. Januar 2025 bei der IHK Berlin. Abbildung: Jens Ahner, IHK Berlin" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8149-2" class="wp-caption-text">Pressekonferenz zum Wassertourismus am 16. Januar 2025 bei der IHK Berlin. Abbildung: Jens Ahner, IHK Berlin</p></div>
<h2><span class="title-bg">Was wir gewinnen können</span></h2>
<p>Mein Fazit: Ostdeutschland hat enormes Potenzial – wirtschaftlich, gesellschaftlich, kulturell. Der Schlüssel für die zukünftige Entwicklung liegt in der Erfahrung von Umbruch und Wandel, aber auch im Mut, Neues zu wagen, in der Fähigkeit, sich anzupassen, ohne sich zu verlieren. Diese Potenziale müssen wir nutzen – nicht nur mit Blick auf Ostdeutschland selbst, sondern im Interesse der gesamten Bundesrepublik. Denn die Herausforderungen, die uns schon jetzt und in den nächsten Jahrzehnten begegnen werden – demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Digitalisierung, Energiewende –, lassen sich nicht im Westen allein lösen.</p>
<p>Die Menschen im Osten brauchen eine Politik, die Ostdeutschland nicht als Strukturproblem, sondern als Gestaltungsraum versteht. Die Wirtschaft braucht Ideengeber, die regionale Verantwortung übernehmen. Wenn die Gesellschaft zugleich anerkennt, dass gleiche Lebensverhältnisse mehr bedeuten als gleiche Chancen auf dem Papier, können wir gerechtere Startbedingungen, Teilhabe, Sichtbarkeit – und Vertrauen schaffen.</p>
<p>Mein Wunsch für Ostdeutschland ist klar: Betrachten wir die Region nicht weiter als „Problemfall“ oder „Aufholregion“, sondern als Chance – für neue Wirtschaftsmodelle, für nachhaltige Entwicklung, für ein zukunftsfähiges Deutschland insgesamt. Wir müssen die vorhandenen Stärken erkennen und gezielt fördern, statt auf Defizite zu starren. Dafür braucht es eine Politik, die versteht, dass strukturelle Benachteiligung nicht mit symbolischer Gleichstellung überwunden werden kann. Es braucht reale, finanzielle und institutionelle Gleichstellung – mit dem Mut zu langfristigen Investitionen in Regionen, die mehr sind als nur ein Teil unserer gesamtdeutschen Geschichte. Sie sind die Zukunft Ostdeutschlands.</p>
<div id="attachment_8150-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8150-2" class="wp-image-8150" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/2025-01-29-After-Work-im-Solar-020-1.jpg" alt="Netzwerktreffen mit Berliner Unternehmerinnen und Unternehmern: After-work der IHK Berlin am 29. Januar 2025 im Solar. Abbildung: Jens Ahner, IHK Berlin" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-8150-2" class="wp-caption-text">Netzwerktreffen mit Berliner Unternehmerinnen und Unternehmern: After-work der IHK Berlin am 29. Januar 2025 im Solar. Abbildung: Jens Ahner, IHK Berlin</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1685" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg" alt="Label Impulsgeberin Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Manja Schreiner</span></h2>
<p><strong>GEBOREN:</strong> 1978/Wismar<br>
<strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Berlin<br>
<strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Steffen Mau: „Ungleich vereint. Warum der Osten anders bleibt“, 2024<br>
<strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „Das Leben der Anderen“, 2006<br>
<strong>MEIN URLAUBSTIPP:</strong> Rostock</p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/manja-schreiner-ostdeutschland-im-aufbruch-zwischen-praegung-potenzial-und-dem-ruf-nach-struktureller-gleichstellung/">Manja Schreiner: Ostdeutschland im Aufbruch. Zwischen Prägung, Potenzial und dem Ruf nach struktureller Gleichstellung</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>In eigener Sache: Unsere Leserumfrage</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/in-eigener-sache-unsere-leserumfrage/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=10258</guid>

					<description><![CDATA[<p>Als ostdeutschland.info vor zwei Jahren online gegangen ist, wussten wir zwar, was wir vorhaben, aber nicht, ob das auch jemanden interessiert. Mittlerweile ist klar: Unser Infoportal genießt eine hohe Aufmerksamkeit. Nun wollen wir Sie, unsere Leser, näher kennenlernen. Bitte nehmen Sie bis zum 20. September an unserer kurzen Umfrage teil. Es gibt auch etwas zu gewinnen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10386" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Ost-Info-Umfrage-2026-Kachel_neu.jpg" alt="Die Leserumfrage von ostdeutschland.info. Abbildung: ostdeutschland.info" width="600" height="337"><br />
Wer wir sind, was wir vorhaben und mitunter denken, das finden Sie [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/in-eigener-sache-unsere-leserumfrage/">In eigener Sache: Unsere Leserumfrage</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ostdeutschland.info vor zwei Jahren online gegangen ist, wussten wir zwar, was wir vorhaben, aber nicht, ob das auch jemanden interessiert. Mittlerweile ist klar: Unser Infoportal genießt eine hohe Aufmerksamkeit. Nun wollen wir Sie, unsere Leser, näher kennenlernen. Bitte nehmen Sie bis zum 20. September an unserer kurzen Umfrage teil. Es gibt auch etwas zu gewinnen.</p>
<p><span id="more-10258"></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10386" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Ost-Info-Umfrage-2026-Kachel_neu.jpg" alt="Die Leserumfrage von ostdeutschland.info. Abbildung: ostdeutschland.info" width="600" height="337"></p>
<p>Wer wir sind, was wir vorhaben und mitunter denken, das finden Sie 24/7 auf unserer Website. Wer dagegen Sie sind, wissen wir eigentlich nur über Ihre Zuschriften und Social-Media-Kommentare. Das wollen wir nun ändern. Durch unsere Umfrage möchten wir mehr von Ihnen kennenlernen und mehr von Ihnen wissen.</p>
<p>Uns interessiert, wie viele von Ihnen Ostdeutsche sind und was Sie über den Osten denken. Wo sind Unterschiede spürbar und was muss ggf. noch geschehen, damit zusammenwächst, was zusammengehört? Haben Sie Lieblingsbücher zu Ostdeutschland? Welche ostdeutschen Persönlichkeiten finden Sie sympathisch, welche nicht gerade wohltuend?</p>
<h2><span class="title-bg">Mitmachen hilft – und lohnt sich!</span></h2>
<p>Unsere Umfrage umfasst 24 kurze Fragen. Das schaffen Sie in fünf Minuten. Alle Angaben werden anonym ausgewertet. Personenbezogene Daten erhält ausschließlich ostdeutschland.info. Mit Ihrer Teilnahme <span style="color: #ff3eb5;">bis zum 20. September 2026</span> tragen Sie zu einem aktuellen Stimmungsbild bei und helfen uns, die ostdeutschland.info-Leser besser zu verstehen. Außerdem sichern Sie sich mit ihr die Chance auf einen attraktiven Gewinn. Unter allen Teilnehmern verlosen wir:</p>
<ul>
<li>25 Sammelbände „Denke ich an Ostdeutschland ... “, Band 1, Berlin 2024, 224 Seiten, Hardcover im Wert von je 79,90 € und</li>
<li>25 Sammelbände „Denke ich an Ostdeutschland ... “, Band 2, Berlin 2025, 224 Seiten, Hardcover im Wert von je 79,90 €.</li>
</ul>
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            </ul>
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    </div>
</div>
<p>Die Gewinner werden nach Ablauf der Befragung informiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.</p>
<h2><span class="title-bg">Unsere Leserumfrage 2026</span></h2>
[contact-form-7]
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/in-eigener-sache-unsere-leserumfrage/">In eigener Sache: Unsere Leserumfrage</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Buchvorstellung: „Die Jugend malt wieder Hakenkreuze“</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-die-jugend-malt-wieder-hakenkreuze/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=10208</guid>

					<description><![CDATA[<p>Rechtsextreme Symbole und Haltungen normalisieren sich zunehmend im Alltag. Die Journalistin Manuela Müller ist diesem Phänomen auf den Grund gegangen. Sie zeigt am Beispiel ihrer sächsischen Heimat, wie sich eine Generation junger Menschen in Ostdeutschland radikalisiert hat.</p>
<p>BUCHTIPP:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-10094" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Mueller_Die-Jugend-malt-wieder-Hakenkreuze_Cover_2026.jpg.jpg" alt width="280" height="459"><br />
Manuela Müller: „Die Jugend malt wieder Hakenkreuze – Von der Radikalisierung einer Generation“, Tropenverlag, Stuttgart 2026, 240 Seiten, 18 € (Klappenbroschur).</p>
<p>Müller, die als Reporterin bei der Freien Presse Chemnitz arbeitet, blickt auf Erfahrungen aus ihrer [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Rechtsextreme Symbole und Haltungen normalisieren sich zunehmend im Alltag. Die Journalistin Manuela Müller ist diesem Phänomen auf den Grund gegangen. Sie zeigt am Beispiel ihrer sächsischen Heimat, wie sich eine Generation junger Menschen in Ostdeutschland radikalisiert hat.</p>
<p><span id="more-10208"></span></p>
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<td><strong>BUCHTIPP: </strong>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-10094" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Mueller_Die-Jugend-malt-wieder-Hakenkreuze_Cover_2026.jpg.jpg" alt width="280" height="459"></p>
<p>Manuela Müller: „Die Jugend malt wieder Hakenkreuze – Von der Radikalisierung einer Generation“, Tropenverlag, Stuttgart 2026, 240 Seiten, 18 € (Klappenbroschur).</p></td>
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<p>Müller, die als Reporterin bei der Freien Presse Chemnitz arbeitet, blickt auf Erfahrungen aus ihrer eigenen Kindheit zurück und sie spricht mit Betroffenen, die von ihren Erfahrungen mit dem wachsenden Rechtsextremismus berichten. Gleich zu Beginn nimmt die Autorin die Leserschaft mit auf einen Spaziergang, den sie gemeinsam mit ihrer jugendlichen Tochter in Zwickau unternommen hat. Dabei entdecken Mutter und Tochter schockiert Hakenkreuze an Holztoren, Straßenlaternen und auf einer schmalen Mauer zwischen zwei Garagentoren.</p>
<p>Einen Einblick in die Radikalisierung junger Menschen erhält Müller unter anderem durch das Gespräch mit Judith. Sie erzählt der Autorin von ihrem dreizehnjährigen Sohn Kurt. Alles beginnt bei einem gemeinsamen Einkaufsbummel: Kurt nimmt eine Jacke der Marke „Lonsdale“ vom Kleiderhaken und probiert sie an. Judith beschreibt, dass ihr Sohn zum ersten Mal sehr genau weiß, welche Kleidung er tragen möchte. Er nennt den Stil „Casual Style“ und bevorzugt die Marken Lonsdale, Fred Perry und Lyle &amp; Scott. Judith denkt sich zunächst nichts dabei und kauft Kurt die Lonsdale-Jacke. Erst später stößt sie im Internet auf Bilder von rechtsextremen Jugendlichen und beginnt, die Radikalisierung ihres Sohnes zu realisieren. Doch es bleibt nicht bei der Kleidung. Kurt bringt in seinem Zimmer Sticker der AfD mit der Aufschrift „Abschiebeoffensive starten!“ an. Als Judith diese entdeckt, verpflichtet sie ihn, sie wieder zu entfernen. Nur widerwillig kommt der Junge ihrer Aufforderung nach. Auch Flaggen möchte Kurt in seinem Zimmer aufhängen und bringt eines Tages die Reichskriegsflagge mit. Diese muss er umgehend wieder zurückbringen.</p>
<p>Als Manuela Müller Judith besucht, entdeckt sie Sticker der AfD mit der Aufschrift „Zwickau wählt blau“ sowie Aufkleber der Hooligan-Gruppierung „Faust des Ostens“ von Dynamo Dresden. Judith erklärt, dass diese Dinge Zugeständnisse an Kurt seien, um ihren Sohn nicht zu verlieren. In ihrem Gespräch beschreibt sie den immer wiederkehrenden Kampf gegen Kurts weitere Radikalisierung.</p>
<p>Neben Eltern kommen auch Jugendliche zu Wort, die die Veränderungen bei Freunden oder Klassenkameraden beobachten. Eine von ihnen ist Anna. Bei ihrem Schwarm entdeckt sie die Radikalisierung, als sie auf sein Instagram-Profil stößt. Gleichzeitig erzählt sie von ihrer besten Freundin Leonie, die sie seit der Grundschule kennt und die zunehmend in die rechte Szene abrutscht. Was zunächst mit dem Entfernen und Überkleben von Stickern mit politisch linken Parolen beginnt, entwickelt sich bei Leonie immer weiter. Sie schimpft auf Linke, Homosexuelle und Ausländer und hängt schließlich ein Poster von AfD-Chefin Alice Weidel in ihrem Zimmer auf. Ein anderes Beispiel ist Max. Er wird während seiner Schulzeit mit Rechtsextremismus konfrontiert. Aus Trotz entwickelt er dabei zunehmend politisch linke Überzeugungen. Er erzählt von einer ehemaligen Freundin, deren Vater abends in der Küche die rechtsradikale Band „Landser“ zum „Abspannen“ hört und die Musik lauter dreht. Außerdem berichtet Max von Mädchen, die „Lipsync“ – also Synchronsingen – zum Landser-Lied „Arisches Kind“ machen und damit auf Instagram Likes sammeln.</p>
<p>Doch Müller beschränkt ihre Recherche nicht nur auf Gespräche mit Jugendlichen und deren Umfeld. Für ihr Buch besucht sie auch Simson-Treffen von Jugendlichen und spricht mit dem Organisator Dominic Würfel. Er zeigt sich schockiert über Vorfälle mit Hakenkreuzen und „Sieg-Heil“-Grüßen und versucht, die Schwierigkeiten, die er mit seinen Festivalbesuchern hat, von den Medien fernzuhalten. Auch mit der Zwickauer Oberbürgermeisterin Constance Arndt spricht Müller über ihre Erfahrungen als Politikerin im Kampf gegen die Radikalität von Jugendlichen.</p>
<p>Manuela Müller versucht in ihrem Buch, die Radikalisierung einer Generation junger Menschen in Ostdeutschland zu verdeutlichen. Dafür verbindet sie eigene Erfahrungen und Entdeckungen mit den Informationen aus Gesprächen mit Betroffenen, um die Wege und Beweggründe hinter der Radikalisierung zu verstehen. Aus diesem Zusammenspiel entsteht eine beeindruckende Lektüre. Das Buch zeigt, mit welchen Mitteln Rechtspopulisten bei jungen Menschen erfolgreich sind, wie Rechtsradikalität in manchen Regionen zur Normalität geworden ist und wie Jugendliche in die rechte Szene abdriften.</p>
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		<title>Wie Egon Krenz zum Mitwisser einer Flucht wurde …</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/wie-egon-krenz-zum-mitwisser-einer-flucht-wurde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Aug 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute erscheint der Film „Spaziergang nach Syrakus“ des Regisseurs und Drehbuchautors Lars Jessen. Der Publizist und Schriftsteller Dr. Andreas H. Apelt beschreibt den ungewöhnlichen Weg heraus aus der DDR und wieder zurück, um den es in dem Streifen geht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10311" class="wp-image-10311" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/spaziergang-nach-syrakus_socmed_sharepic_kinoplakat_01x01.jpg" alt="Der Film „Spaziergang nach Syrakus“ ist einer Reise des gelernten Schlossers Klaus Müller nachempfunden. Die Hauptrolle des Paul spielt Charly Hübner. Abbildung: Pandora Film" width="600" height="600">Der Film „Spaziergang nach Syrakus“ ist einer Reise des gelernten Schlossers [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute erscheint der Film „Spaziergang nach Syrakus“ des Regisseurs und Drehbuchautors Lars Jessen. Der Publizist und Schriftsteller Dr. Andreas H. Apelt beschreibt den ungewöhnlichen Weg heraus aus der DDR und wieder zurück, um den es in dem Streifen geht.</p>
<p><span id="more-10310"></span></p>
<div id="attachment_10311-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10311-2" class="wp-image-10311" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/spaziergang-nach-syrakus_socmed_sharepic_kinoplakat_01x01.jpg" alt="Der Film „Spaziergang nach Syrakus“ ist einer Reise des gelernten Schlossers Klaus Müller nachempfunden. Die Hauptrolle des Paul spielt Charly Hübner. Abbildung: Pandora Film" width="600" height="600"><p id="caption-attachment-10311-2" class="wp-caption-text">Der Film „Spaziergang nach Syrakus“ ist einer Reise des gelernten Schlossers Klaus Müller nachempfunden. Die Hauptrolle spielt Charly Hübner. Abbildung: Pandora Film</p></div>
<p>Immerhin war er der zweite Mann im Staat und nach dem Staatsratsvorsitzenden und Generalsekretär Erich Honecker die wichtigste Figur in der Partei- und Staatsführung: Egon Krenz. Er war es, der am 9. Juni 1988 einen ungewöhnlichen Brief erhielt. Absender war Klaus Müller, 46, gelernter Schlosser und als Kellner auf Hiddensee tätig. Müller eröffnete ihm selbstbewusst, dass er die DDR verlassen werde. Nicht, um zu fliehen, sondern um zu einer Bildungsreise nach Syrakus in Italien aufzubrechen. Schließlich habe sein sächsischer Landsmann, der Schriftsteller Johann Gottfried Seume, bereits 1802 von Grimma bei Leipzig aus, die 6.000-km-Strecke bis nach Syrakus vorwiegend zu Fuß zurückgelegt.</p>
<p>Seume galt als ein Meister der Reisebeschreibung. Sein Bericht, „Spaziergang nach Syrakus“, wurde im frühen 19. Jahrhundert zum Bestseller. Aber er begeisterte auch noch 200 Jahre später, wie das Beispiel Müller zeigt, denn der gebürtige Dresdner beschloss, auf den Spuren Seumes über die Alpen bis nach Sizilien zu wandern. Die Geschichte ist so rührend wie absurd, dass sie F.C. Delius 1995 in einem Roman verewigte. Klaus Müller erzählt sie selbst im Buch „Selbstbefreiung im Schatten der Mauer“, aber auch im Buch „Hiddensee, die Insel der Anderen“ (Hrsg. Apelt/Klauss). Hier steuert er eine Reihe von Dokumenten bei. Doch nicht nur die Literatur hat sich des Stoffes angenommen. Heute kommt die Verfilmung „Spaziergang nach Syrakus“ in die Kinos. Auch wenn der <a href="https://www.pandorafilm.de/filme/spaziergang-nach-syrakus.html" target="_blank" rel="noopener">Film</a> die wahre Geschichte großzügig interpretiert, ist schon die Besetzung mit Charly Hübner in der Hauptrolle sehenswert.</p>
<p>Das Besondere an der mehrwöchigen Bildungsreise nach Syrakus ist Müllers Wunsch, in die DDR zurückzukehren. Und genau deshalb weiht er auch den Stellvertretenden Staatsratsvorsitzenden ein. Allerdings schickt er den Brief erst am Abend seiner „Abreise“ ab. Sicher ist eben sicher. Als unfreiwilliger Zeuge des Vorhabens und „Mitwisser“ gilt nun Egon Krenz. Für Müller ein Ass im Ärmel.</p>
<div id="attachment_10312-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10312-2" class="wp-image-10312" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Hiddensee_asv2022-08_img05_Gellen_Strand.jpg" alt="Strand und Sanddüne beim Leuchtturm Gellen auf der Insel Hiddensee. Dr. Andreas H. Apelt zufolge war die Insel das Eldorado für Künstler, Lebenskünstler, Aussteiger, Träumer und Andersdenkende. Abbildung: A. Savin, Wikimedia Commons" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10312-2" class="wp-caption-text">Strand und Sanddüne beim Leuchtturm Gellen auf der Insel Hiddensee. Dr. Andreas H. Apelt zufolge war die Insel auch zu DDR-Zeiten ein Eldorado für Künstler, Lebenskünstler, Aussteiger, Träumer und Andersdenkende. Abbildung: A. Savin, Wikimedia Commons</p></div>
<p>Dass der ganze Vorfall sich ausgerechnet auf Hiddensee abspielt, mochte kein Zufall sein. Die Insel galt als Niemandsland und exterritoriales Gebiet. Im Meer, in Sichtweite der dänischen Insel Moen gelegen, scheint sie nicht mehr die DDR und doch auch nicht irgendein anderes Staatswesen zu sein. Kein Wunder, war die Insel doch das Eldorado für Künstler und Lebenskünstler, Aussteiger jeder Couleur, Träumer und Andersdenkende. Auch Ausreisewillige verdingten sich hier als Saisonkräfte und ließen die DDR weit hinter sich. Aber nicht nur jene, die mit der DDR abgerechnet hatten, fanden sich hier ein. Auch Mitglieder des ZK und Politbüros, Wissenschaftler, Schauspieler, Schriftsteller, Maler und Publizisten entdeckten sehr schnell die Reize der Insel, die schon in den Vorkriegsjahren Prominente anzog, von Gerhart Hauptmann über Albert Einstein bis Thomas Mann. Ihnen folgten zu DDR-Zeiten: Walter Felsenstein, Gret Palucca, Armin Mueller-Stahl und viele andere.</p>
<p>Zu denen, die auf der Insel Entspannung und Ruhe suchten, zählten auch schillernde Persönlichkeiten wie Markus Wolf, der Chef des Auslandsgeheimdienstes und Stasi-Vizechef. Allerdings hielt sich das mit der Ruhe in Grenzen, weil zuweilen Punkbands wie Feeling B mit selbstgebauten, von Batterien betriebenen Verstärkern ganze Strandabschnitte ohrenbetäubend beschallten. Die Bandmitglieder rekrutierten sich auch aus den Funktionärskindern. Viele von ihnen waren am System verzweifelt, hatten Ausreiseanträge gestellt oder versuchten, über eine der Grenzen, dem Arbeiter- und Bauernstaat zu entfliehen.</p>
<p>An nichts anderes dachte Klaus Müller, nur mit dem Unterschied, zurückkehren zu wollen. So versuchte er es zunächst auf anderem Wege. Neben Ausreiseanträgen hoffte er im Rahmen der neu abgeschlossenen Städtepartnerschaft Rostock-Bremen, in den Genuss einer Reise gen Westen zu kommen. Doch als auch dieses Ansinnen bei den Rostocker Behörden trotz der Fürsprache des damaligen Bremer Bürgermeisters Klaus Wedemeier auf Ablehnung stieß, beschloss Klaus Müller, seine Ausreise selbst in die Hand zu nehmen.</p>
<div id="attachment_10314-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10314-2" class="wp-image-10314" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/spaziergang-nach-syrakus_stills_03_ostsee_strand-8123.jpg" alt="Charly Hübner als Paul bei einer Erkundung an der Ostsee. Auch Klaus Müller erkundete vor seiner Reise die Umgebung und hielt laut Apelt die innerdeutsche Grenze für gefährlicher als die Flucht über die Insel Hiddensee. Abbildung: Sammy Hart, Pandora Film" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10314-2" class="wp-caption-text">Charly Hübner als Paul bei einer Erkundung an der Ostsee. Abbildung: Sammy Hart, Pandora Film</p></div>
<p>Fortan nutzte er seine Aufenthalte auf Hiddensee, um von hier aus eine abenteuerliche Reise zu planen. Von Hiddensee aus in die Freiheit zu gelangen, schien ihm jedenfalls deutlich weniger gefährlich, als etwa die innerdeutsche Landgrenze oder die Berliner Mauer zu überwinden. Doch was heißt ungefährlicher?</p>
<p>Für Müller, der sich als „echte Landratte“ empfindet, bleibt es ein waghalsiges Unternehmen. Bei 5.600 Fluchtversuchen gelang es gerade einmal eintausend Menschen, unbeschadet in den Westen bzw. Norden zu gelangen. Viele Fluchtwillige wurden vorher aufgegriffen, oder die Fluchtversuche konnten vereitelt werden. Mehr als 170 Menschen ertranken.</p>
<p>Klaus Müller wusste um die Gefahren der See und mögliche drakonische Strafen, sollte seine Ausreise – er sprach nicht von Flucht – gelingen. Akribisch bereitete er alles vor. So kaufte er eine Jolle und brachte sich über Jahre selbst das Segeln bei. Aber vor allem lernte er zu navigieren, Himmelsrichtungen an den Sternzeichen zu erkennen, Strömungen zu berechnen, Priele zu erkennen und Winde zu deuten.</p>
<p>Am 7. Juni 1988 war es nach jahrelanger Wartezeit so weit. Am Morgen hörte Klaus Müller im Radio den Seewetterbericht, der ihn elektrisierte. Der Wind stand günstig und ließ trotz anfänglicher Schwierigkeiten seine Plastik-Nussschale aus dem Bodden in die offene See treiben. Von da an ging es flott nach Nord-West. Nach fast 14 Stunden erreichte der Hobbysegler den dänischen Hafen Gedser. Während in Rostock in Abwesenheit ein Haftbefehl für Müller ausgestellt wurde, begann für ihn die achtmonatige Bildungsreise, die ihn in die Bundesrepublik, dann aber auch nach Italien führte, wo er über Rom, Neapel und Taormina überglücklich Syrakus erreichte. Im Frühjahr 1989 reiste er, nachdem er erneut Egon Krenz informiert hatte, wieder in die DDR ein. Höchst skeptisch, ob er mit seiner Begründung einer Bildungsreise auch die Staatsmacht milde stimmen kann, macht er sicherheitshalber noch einen weiteren Vorschlag, um die Sinnhaftigkeit seiner Reise zu untermauern. So heißt es in dem in der Stasiakte Müllers archivierten Brief an Krenz: „Wenn Sie (Krenz; Anm. d. Red.) mir, weil ich kein Akademiker bin, eine Bildungsreise nicht zubilligen wollen, nenne ich meine Reise eine Walz.&nbsp; Ich war in der BRD in vier Städten, auf sieben Arbeitsstellen, in zwei Berufen zeitweilig tätig und habe dort und in Italien reiche berufliche Erfahrungen sammeln können.“</p>
<p>Die Staatssicherheit ist ratlos. Nach einer Nacht in einer Gäste-Zelle wird Müller nach Röntgental in ein Wiederaufnahmelager für Übersiedler aus dem Westen gebracht. Dort, in der Nähe Berlins, bleibt er 21 Tage und wird ohne Auflagen in die DDR entlassen. In der heimatlichen Umgebung ist die Freude über seine Wiederkehr groß. Aber er wird auch mit viel Skepsis empfangen. Vielleicht, so die Unterstellung, gibt es doch einen Deal mit der Stasi. Die Gerüchteküche brodelt. Wenige Monate später fällt die Mauer. Das Gerücht entbehrte zwar jeder Grundlage, aber es hatte gereicht, um Freunde zu verlieren. Doch es wurden auch neue gefunden.</p>
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		<title>Sachsen-Anhalt: AfD-Programm würde Milliardenloch reißen</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/sachsen-anhalt-afd-programm-wuerde-milliardenloch-reissen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Aug 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 6. September finden in Sachsen-Anhalt Landtagswahlen statt. Die AfD hofft auf eine absolute Mehrheit. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat die Finanzierbarkeit ihres Wahlprogramms untersucht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10300" class="wp-image-10300" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Sachsen-Anhalt_Zweitstimmen_AfD_2021.jpg" alt="Bei der Landtagswahl 2021 erreichte die AfD einen Zweitstimmenanteil von 20,8 Prozent. Am 6. September könnte die Partei dieses Ergebnis verdoppeln. Abbildung: Costamiri, Wikimedia Commons" width="450" height="552">Bei der Landtagswahl 2021 erreichte die AfD einen Zweitstimmenanteil von 20,8 Prozent. Am 6. September könnte die Partei dieses Ergebnis laut aktuellen [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 6. September finden in Sachsen-Anhalt Landtagswahlen statt. Die AfD hofft auf eine absolute Mehrheit. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat die Finanzierbarkeit ihres Wahlprogramms untersucht.</p>
<p><span id="more-10287"></span></p>
<div id="attachment_10300-2" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10300-2" class="wp-image-10300" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Sachsen-Anhalt_Zweitstimmen_AfD_2021.jpg" alt="Bei der Landtagswahl 2021 erreichte die AfD einen Zweitstimmenanteil von 20,8 Prozent. Am 6. September könnte die Partei dieses Ergebnis verdoppeln. Abbildung: Costamiri, Wikimedia Commons" width="450" height="552"><p id="caption-attachment-10300-2" class="wp-caption-text">Bei der Landtagswahl 2021 erreichte die AfD einen Zweitstimmenanteil von 20,8 Prozent. Am 6. September könnte die Partei dieses Ergebnis laut aktuellen Umfragen verdoppeln. Abbildung: Costamiri, Wikimedia Commons</p></div>
<p>In ihrem Wahlprogramm verspricht die AfD in Sachsen-Anhalt ihren Wählern neue Leistungen wie landeseigenes Kindergeld, kostenfreie Kinderbetreuung und Schulverpflegung sowie ein umfangreiches Infrastruktur- und Sicherheitsprogramm für das Bundesland. Gleichzeitig plant die Partei, die in Sachsen-Anhalt seit 2023 vom Landesverfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ eingestuft wird, die Steuern zu senken und ohne neue Schulden auszukommen.</p>
<h2><span class="title-bg">Finanzlücke von 2,2 Milliarden Euro</span></h2>
<p>Für ihre <a href="https://www.iwh-halle.de/fileadmin/user_upload/publications/iwh_policy_notes/iwh-pn_2026-02_de_AfD-Wahlprogramm.pdf" target="_blank" rel="noopener">Analyse</a> haben der Präsident des <a href="https://www.iwh-halle.de/" target="_blank" rel="noopener">IWH</a>, Reint E. Gropp, sowie die IWH-Ökonomen Nic Dorsch und Alexander Reifschneider erfasst, wie groß die Diskrepanz zwischen den Kosten und der Gegenfinanzierung des Programms ist. In die Berechnung wurden belegbare Faktoren wie Haushaltsansätze, Statistiken und Angaben aus dem AfD-Wahlprogramm aufgenommen. Von den 136 kostenwirksamen Maßnahmen des Programms sind 28 mit amtlichen Quellen belegbar. Für diese 28 Maßnahmen fallen jährlich Kosten in Höhe von 1,6 Milliarden Euro an. Hinzu kommen 877 Millionen Euro Neuverschuldung pro Jahr, die bereits im Landeshaushalt eingeplant sind. Die Ökonomen kommen somit auf Gesamtkosten von rund 2,5 Milliarden Euro jährlich.</p>
<div id="attachment_10289-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10289-2" class="wp-image-10289" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Screenshot-2026-08-06-164006.jpg" alt="Mit den vom IWH errechneten und belegbaren Einsparungen in Höhe von 243 Millionen Euro kann die AfD die Finanzierungslücke nicht schließen. Abbildung: IWH" width="600" height="463"><p id="caption-attachment-10289-2" class="wp-caption-text">Mit den vom IWH errechneten und belegbaren Einsparungen in Höhe von 243 Millionen Euro kann die AfD die Finanzierungslücke nicht schließen. Abbildung: IWH</p></div>
<p>Die belegbaren Einsparungen belaufen sich der Studie zufolge auf 243 Millionen Euro. Damit entsteht laut IWH eine Finanzlücke von mindestens 2,2 Milliarden Euro, was rund einem Viertel der Steuereinnahmen des Bundeslandes Sachsen-Anhalt entspricht, umgerechnet gut 1.000 Euro je Einwohner pro Jahr. IWH-Präsident Gropp hält das Wahlprogramm selbst in Teilen für mittelfristig nicht finanzierbar. Im Falle einer absoluten Mehrheit rechnet der Ökonom damit, dass die AfD den Fokus auf die in ihrem 100-Tage-Programm angekündigten symbolischen Maßnahmen legt.</p>
<h2><span class="title-bg">100-Tage-Programm der AfD</span></h2>
<p>Das von Gropp genannte 100-Tage-Programm wurde auf dem AfD-Landesparteitag am 11. Juli 2026 in Magdeburg beschlossen. Das Sofortprogramm beinhaltet unter anderem die Kündigung der Rundfunkstaatsverträge, eine Imagekampagne und die Einrichtung eines Corona-Untersuchungsausschusses. Laut IWH-Analyse sind zwei Punkte messbar: die Förderung des Führerscheinerwerbs für Auszubildende, die jährlich 15,8 Millionen Euro kosten würde, sowie eine Abschiebeoffensive als Sonderfonds, für die jährlich 100 Millionen Euro anfallen würden. Die weiteren kostenwirksamen Punkte, wie die Bildung von Sonderklassen für Kinder von Geflüchteten, sind laut IWH schwer berechenbar, verursachen aber vergleichsweise geringe Kosten. Selbst dieses kostengünstigere Programm wäre laut IWH aber erst finanzierbar, wenn die bereits im Haushalt eingeplanten 877 Millionen Euro Neuverschuldung pro Jahr ersetzt würden.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Buchvorstellung: Marieke Reimanns „Zweite Wende“</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-marieke-reimanns-zweite-wende/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=9477</guid>

					<description><![CDATA[<p>Heute ist Marieke Reimanns Buch „Zweite Wende. Warum Ostdeutschland uns alle angeht“ erschienen. Wir durften es vorab lesen. Der Titel klingt vielversprechend. Verspricht er zu viel?</p>
<p>BUCHTIPP:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-10140" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Reimann_Marieke_Zweite_Wende_2026.jpg" alt="Das Cover von Marieke Reimanns Buch: Zweite Wende" width="280" height="459"><br />
Marieke Reimann: „ Zweite Wende – Warum Ostdeutschland uns alle angeht“, Rowohlt Verlag, Hamburg 2026, 240 Seiten, 22 € (Hardcover).</p>
<p>Marieke Reimann wurde 1987 in Rostock geboren. Von 2018 bis 2020 war sie Chefredakteurin des Zeit-Magazins ze.tt. 2021 wurde sie [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-marieke-reimanns-zweite-wende/">Buchvorstellung: Marieke Reimanns „Zweite Wende“</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist Marieke Reimanns Buch „Zweite Wende. Warum Ostdeutschland uns alle angeht“ erschienen. Wir durften es vorab lesen. Der Titel klingt vielversprechend. Verspricht er zu viel?</p>
<p><span id="more-9477"></span></p>
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<tr>
<td><strong>BUCHTIPP: </strong>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-10140" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Reimann_Marieke_Zweite_Wende_2026.jpg" alt="Das Cover von Marieke Reimanns Buch: Zweite Wende" width="280" height="459"></p>
<p>Marieke Reimann: „ Zweite Wende – Warum Ostdeutschland uns alle angeht“, Rowohlt Verlag, Hamburg 2026, 240 Seiten, 22 € (Hardcover).</p></td>
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<p>Marieke Reimann wurde 1987 in Rostock geboren. Von 2018 bis 2020 war sie Chefredakteurin des Zeit-Magazins ze.tt. 2021 wurde sie Zweite Chefredakteurin des SWR, 2024 trat sie von diesem Posten zurück. Ihre beiden großen Themen sind Ostdeutschland und Feminismus. Wenn so jemand vor den Schicksalswahlen in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern ein lang angekündigtes Buch bei Rowohlt mit dem Titel „Zweite Wende“ veröffentlicht, dann ist die Erwartung groß. Zumindest bei uns. Wir wurden jedoch enttäuscht.</p>
<p>Denn Reimann legt hier ein Buch vor, das sich kaum von anderen zum Thema unterscheidet. Wie zuletzt etwa von Jana Hensel wird der Zustand Ostdeutschlands analysiert, indem zahlreiche Studien und manche Stimmen zitiert werden. Dazu gibt es gelegentlich einen Blick auf den persönlichen Werdegang – von der Journalismus-Studentin, die nebenbei putzt, bis in den Olymp des öffentlichen Rundfunks.</p>
<p>Beschrieben wird die erstaunliche Identifikation und Beschäftigung mit Ostdeutschland, sogar von vielen, die erst nach dem Mauerfall geboren wurden. Thema sind ebenfalls die frappierenden Unterschiede zwischen Ost und West – vor allem beim Vermögen und der Repräsentanz, aber auch in Bezug auf die Rolle der Frau. Die AfD und das BSW. Das schwierige Verhältnis von Merkel und Merz zum Osten. Und ein Hoch auf die Platte. Alles richtig, alles wichtig.</p>
<p>Etwas ausführlicher wird es beim Thema Medien. Diese berichten über Ostdeutsche zu unausgewogen und oft nur anlässlich von Krisen, Wahlen oder Jubiläen. Die Ostmedien sind in westdeutscher Hand. Die einzige Ausnahme bilden Berliner Zeitung und Ostdeutsche Allgemeine Zeitung, aber diese normalisieren rechtsextreme Narrative und Eigentümer Holger Friedrich mische sich zu sehr ein. Auch das ist hinlänglich bekannt, zumindest bei den potenziellen Lesern eines solchen Buches. Leider, in beiderlei Hinsicht. Außer: In der Erstausgabe der Ostdeutschen Allgemeinen war kein einziger Leitartikel einer Frau!</p>
<p>Am Ende stellt Reimann die Frage, wie wir 2030 auf die Wiedervereinigung blicken wollen. In ihrem Buch habe sie Ideen für ein positives Ende, eine „zweite Wende“, beschrieben. Vielleicht, weil sie schon ahnt, dass jetzt mancher Leser so irritiert ist wie wir – da müssen wir wohl eine Menge überlesen haben –, folgen nun diese knappen Stichpunkte: „Anerkennung der Unterschiede als Tat- und nicht als Verhandlungssache.“ „Stärkere Repräsentanz.“ Und: „Überregionale Medien müssen sich kritisch mit ihrer früheren Ostdeutschland-Berichterstattung auseinandersetzen.“</p>
<p>Damit ist hier alles gesagt. Auch schon von jedem (oder jeder)?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-marieke-reimanns-zweite-wende/">Buchvorstellung: Marieke Reimanns „Zweite Wende“</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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		<title>Jägerschnitzel. Der Ost-Ost-Blick #7: Hetze, Hitze, Hetze, Hitze</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/jaegerschnitzel-der-ost-ost-blick-7-hetze-hitze-hetze-hitze/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Aug 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Teil sieben seiner Kolumne widmet sich Julian Nejkow dem aktuellen Zustand der ostdeutschen Gesellschaft zwischen Sommerloch und dem bevorstehenden politischen Herbst.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8046" class="wp-image-8046" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Nejkow.jpg" alt="Julian Nejkow, 1988 in Thüringen geboren, ist Deutsch-Bulgare mit Bindestrichidentität. Er hat Politikwissenschaft in Jena und Dresden studiert. Seit 2021 beschäftigt er sich verstärkt mit Ostdeutschland. Abbildung: Paul Glaser" width="600" height="600">Julian Nejkow, 1988 in Thüringen geboren, ist Deutsch-Bulgare mit Bindestrichidentität. Er hat Politikwissenschaft in Jena und Dresden studiert. Seit 2021 beschäftigt er sich [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In Teil sieben seiner Kolumne widmet sich Julian Nejkow dem aktuellen Zustand der ostdeutschen Gesellschaft zwischen Sommerloch und dem bevorstehenden politischen Herbst.</p>
<p><span id="more-10206"></span></p>
<div id="attachment_8046-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-8046-2" class="wp-image-8046" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Nejkow.jpg" alt="Julian Nejkow, 1988 in Thüringen geboren, ist Deutsch-Bulgare mit Bindestrichidentität. Er hat Politikwissenschaft in Jena und Dresden studiert. Seit 2021 beschäftigt er sich verstärkt mit Ostdeutschland. Abbildung: Paul Glaser" width="600" height="600"><p id="caption-attachment-8046-2" class="wp-caption-text">Julian Nejkow, 1988 in Thüringen geboren, ist Deutsch-Bulgare mit Bindestrichidentität. Er hat Politikwissenschaft in Jena und Dresden studiert. Seit 2021 beschäftigt er sich verstärkt mit Ostdeutschland. Er ist einer der Podcast-Hosts von „Nach meiner Kenntnis sofort!“ Abbildung: Paul Glaser</p></div>
<p>Das politische Berlin steht offiziell still und dann gibt es wieder Urlaubsbilder, wohin man auch schaut. Stillstand schafft Platz für Geschichten. Geschichten, die die Medien aufsparen für die „ruhigen“ Zeiten. Es sind Geschichten über Menschen, die etwas erreicht haben. Oft sind sie berührend und weniger negativ als gewohnt. Doch das Land steht nicht still. Nächster Halt: „Ostdeutschland“. In drei Bundesländern stehen Wahlen an: Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und auch ein wenig in Berlin. Fraktionskönig Spahn ist weg, weil sein Kind ein „gekauftes“ ist. „Klingbeil-Rolex“ und so weiter.</p>
<p>Und dann kommt die „Bild“: Messer, Messer, Messer, Freibad und so weiter. Clickbait ist das Thema, die Wahrheit der Statistiken ist völlig egal. Dass wir 1990 genauso oft Opfer von Messerattacken oder Gewalttaten wurden wie heute, darf keine Rolle spielen. Dass wir in großer Sicherheit leben, um die uns weit über 100 Länder beneiden, wird schnell vergessen.</p>
<p>Die Wahrheit ist: Was passiert da in Sachsen-Anhalt? Lange Zeit war das AfD-Folklore. Und jetzt ist Juli und dann ist schon August. Der Wahlkampf geht los und „Bild“, „Welt“ und „Nius“ fabulieren über dies und jenes in SA (huch). Im September wird es wohl entschieden: Alleinregierung der AfD? Möglich, aber nur die Medien können das entscheiden. Ich lese „Bild“ jeden Tag: Messerattacken, Freibadeinschränkungen oder einfach Trampen – alles gilt als gefährlich. Vor allem in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, weil die Öffis dort kaum fahren. Wie soll man sonst von A nach B kommen? Egal, Messer, Messer und dann?</p>
<p>Angst, was noch? Wut, was noch? Plötzlich Gewöhnung.</p>
<p>Ende Juli. Der CSD Berlin findet erstmals an zwei Tagen statt – eine große Feier. Ein Deutsch-Libanese rast in eine Menschenmenge. Eine Tote, viele Verletzte, fürchterliche Erinnerungen.</p>
<p>Jetzt reicht es, oder doch noch nicht? Es müssen Konsequenzen folgen! Schuldige müssen zur Verantwortung gezogen werden! Ich höre die Rufe: „Abschieben, abschieben, abschieben!“ Doch wohin? Wie soll man zum Beispiel mit einem Mann verfahren, der in Deutschland geboren ist? Warum ist Abschieben immer die Lösung? Was ist mit Prävention? Fragen über Fragen.</p>
<p>Eigentlich sollten wir das gesellschaftlich aushandeln. In den „sozialen“ Netzwerken geht das allerdings nicht. Angefacht von jenen, die mit Klicks Geld verdienen, findet eine vergiftete Debatte statt, bei der die Art und Weise, wie ein Gespräch geführt wird, eine größere Debatte anstößt als die Frage, ob ein Gespräch überhaupt noch stattfindet.</p>
<p>Je nach Standpunkt sind die vermeintlich Schuldigen schnell gefunden: die „Altparteien“ oder die AfD. Jedenfalls passen immer die Politik und die Ausländer. Manch einer macht „die Medien“ verantwortlich, andere „die Wissenschaft“ und bei nicht wenigen sind es schlicht „die Eliten“.</p>
<p>Doch was, wenn wir gar kein Problem mit Schuldzuweisungen, sondern mit der Übernahme von Verantwortung haben? Der Komiker Jimmy Carr sagte kürzlich: „Wenn du bis zum Mittag für dein Empfinden mehr als drei Arschlöcher getroffen hast, liegt der Verdacht nahe, dass du selbst auch eines bist.“ Überspitzt gesagt sind wir alle ein wenig selbst schuld, der eine mehr, die andere weniger. Denn aktuell ist es so, dass diejenigen, die stets und ständig ihre Rechte einfordern, ihre Pflichten wie selbstverständlich vernachlässigen. Und Rechte und Pflichten haben wir als Bürger alle gleichermaßen in der Demokratie. Der Politiker, die Journalistin, der Richter, die Polizistin und zuletzt und universell der Bürger.</p>
<p>Vielleicht ist es die Art und Weise, wie wir an die großen gesellschaftlichen Herausforderungen in Zukunft rangehen sollten. Oder wir schreien uns weiterhin gegenseitig an und stechen uns virtuell und real ab. Mal wieder hat jeder selbst die Wahl. Doch ich will und kann es nicht mehr hören, dass immer die anderen schuld sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>BUCHTIPP: </strong>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-8127" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Nejkow_Hoellenjahre.jpg" alt width="200" height="284">Julian Nejkow: „Höllenjahre – von jetzt auf gleich”, epubli, Berlin 2024, 336 Seiten, 19,90 € (Softcover).</p>
<p>Mehr Informationen unter&nbsp;<a href="http://www.Ölbart.de" target="_blank" rel="noopener">Ölbart.de</a>.</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/jaegerschnitzel-der-ost-ost-blick-7-hetze-hitze-hetze-hitze/">Jägerschnitzel. Der Ost-Ost-Blick #7: Hetze, Hitze, Hetze, Hitze</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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		<title>Bodo Ramelow: Ankommen im Osten. Meine Reise und Gedanken zur Zukunft Ostdeutschlands</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/bodo-ramelow-ankommen-im-osten-meine-reise-und-gedanken-zur-zukunft-ostdeutschlands/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2026 05:30:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bodo Ramelow, Vizepräsident des Deutschen Bundestages und ehemaliger Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Die Linke, ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7951" class="wp-image-7951 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Ramelow_DIAO2.png" alt="Bodo Ramelow, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Ministerpräsident des Freistaates Thüringen (2014–2024) Die Linke. Abbildung: Inga Haar/Deutscher Bundestag" width="705" height="1000">Bodo Ramelow, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, ehemaliger Ministerpräsident des Freistaates Thüringen (2014–2024), [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/bodo-ramelow-ankommen-im-osten-meine-reise-und-gedanken-zur-zukunft-ostdeutschlands/">Bodo Ramelow: Ankommen im Osten. Meine Reise und Gedanken zur Zukunft Ostdeutschlands</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Bodo Ramelow, Vizepräsident des Deutschen Bundestages und ehemaliger Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Die Linke, ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-7947"></span></p>
<div id="attachment_7951-2" style="width: 715px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7951-2" class="wp-image-7951 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Ramelow_DIAO2.png" alt="Bodo Ramelow, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Ministerpräsident des Freistaates Thüringen (2014–2024) Die Linke. Abbildung: Inga Haar/Deutscher Bundestag" width="705" height="1000"><p id="caption-attachment-7951-2" class="wp-caption-text">Bodo Ramelow, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, ehemaliger Ministerpräsident des Freistaates Thüringen (2014–2024), Die Linke. Abbildung: Inga Haar/Deutscher Bundestag</p></div>
<p>Am 28. Februar 1990 kam ich zum ersten Diensttermin nach Erfurt zu einer Belegschaftsversammlung im Centrum Warenhaus. Es begann für mich eine Reise aus dem Westen in den Osten. Thüringen als Bundesland gab es noch gar nicht und die Centrum Warenhäuser gibt es längst nicht mehr.</p>
<p>Als ich ins heutige Thüringen kam, wusste ich nicht, dass ich hier meine politische und persönliche Heimat finden würde. Ich war ein Gewerkschafter, ein Westdeutscher, der in den Brüchen der Zeit an der Seite der Beschäftigten nach Lösungen und Perspektiven gesucht hat, nicht, um „blühende Landschaften“ zu versprechen, sondern um mitzuhelfen, dass die Menschen im Osten selbst entscheiden können, wie sie ihre neue Realität gestalten.</p>
<p>Thüringen hat mich mit offenen Armen empfangen. Schnell merkte ich: Hier, zwischen Eichsfeld und Altenburger Land, herrschte eine Mischung aus Aufbruchsstimmung und tiefem Misstrauen. Viele fühlten sich überrumpelt – die eigene Lebensleistung war infrage gestellt, der Staat, in dem sie geboren waren, war verschwunden, und nun bestimmten andere die Regeln. Ich wusste: Ich muss zuhören, verstehen, gemeinsam neue Wege finden.</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Ostdeutschland braucht keine Bevormundung – es braucht Anerkennung Vertrauen, echte Partnerschaft. [...] Ostdeutschland ist kein Opfer – es ist ein Zukunftslabor.”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg">Die Wendezeit – Aufbruch mit Brüchen</span></h2>
<p>Die Wendezeit war für viele Menschen in Ostdeutschland ein tiefer Einschnitt. Sie war nicht nur politisch, sondern auch emotional ein Bruch. Von heute auf morgen verschwanden Betriebe, Berufe, Lebenspläne. Die Treuhand überzog die neuen Bundesländer mit einem radikalen Umbau, der oft an den Bedürfnissen der Menschen vorbeiging. Es ging nicht um Teilhabe, sondern um Abwicklung.</p>
<p>Ich erinnere mich an die vielen Gespräche mit Arbeiterinnen und Arbeitern, die mir ihre Geschichten erzählten: von Ungleichbehandlung, von Arroganz, von Entwurzelung. In diesen Jahren wurde das Fundament gelegt für ein dauerhaftes Gefühl des „Zurückgesetzt- Seins“, das bis heute anhält. Es war der Moment, in dem mir klar wurde: Ostdeutschland braucht keine Bevormundung – es braucht Anerkennung, Vertrauen, echte Partnerschaft.</p>
<p>Wenn ich einen Ort benennen müsste, der für mich die tiefste Wunde dieser Zeit symbolisiert, dann ist es Bischofferode. Der Kalistreik dort 1993 war ein Aufschrei. Hunderte Bergleute kämpften nicht nur um ihre Arbeitsplätze, sondern um ihre Würde. Wochenlang streikten sie, hungerten, harrten aus – und doch siegten am Ende wirtschaftliche Interessen und politische Kälte.</p>
<p>Ich war oft in Bischofferode. Die Gespräche mit den Bergleuten haben mich geprägt. Ihre Entschlossenheit, ihre Solidarität, aber auch ihre Enttäuschung gegenüber der Politik – das alles hat sich mir eingebrannt. Für mich ist Bischofferode Mahnung und Auftrag zugleich: Wenn wir von Transformation reden, dürfen wir die Menschen nicht vergessen. Wir dürfen ihre Lebenswirklichkeit nicht zu Zahlenkolonnen degradieren.</p>
<div id="attachment_7953-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7953-2" class="wp-image-7953" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/5007747.jpg" alt="Von 2014 bis 2024 war Bodo Ramelow Ministerpräsident von Thüringen. Abbildung: Janine Schmitz/photothek" width="600" height="399"><p id="caption-attachment-7953-2" class="wp-caption-text">Von 2014 bis 2024 war Bodo Ramelow Ministerpräsident von Thüringen. Abbildung: Janine Schmitz/photothek</p></div>
<h2><span class="title-bg">Zuhören, Einmischen, Handeln</span></h2>
<p>Als ich 1999 in den Thüringer Landtag einzog, wusste ich, dass ich keine Karriere anstrebte, sondern eine Aufgabe übernahm. Ich wollte der Stimme des Ostens Gehör verschaffen – nicht, indem ich alte Gegensätze vertiefe, sondern indem ich Brücken baue. Politik heißt für mich, konkret zu werden: Schulen sanieren, Busverbindungen erhalten, Pflege stärken.</p>
<p>2014 wurde ich Ministerpräsident. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik führte ein Politiker der Linken ein Bundesland. Das war für viele ein Schock, für andere ein Hoffnungsschimmer. Ich wusste: Ich muss ein Landesvater für alle sein, nicht nur für meine Wählerinnen und Wähler. Thüringen ist vielfältig – und das ist seine Stärke.</p>
<div id="attachment_7954-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7954-2" class="wp-image-7954" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/5024796.jpg" alt="25. März 2025: Bodo Ramelow nimmt die Wahl zum Vizepräsidenten des 21. Deutschen Bundestages an. Abbildung: Tobias Koch/Deutscher Bundestag" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-7954-2" class="wp-caption-text">25. März 2025: Bodo Ramelow nimmt die Wahl zum Vizepräsidenten des 21. Deutschen Bundestages an. Abbildung: Tobias Koch/Deutscher Bundestag</p></div>
<h2><span class="title-bg">Mehr als ein Herkunftsort</span></h2>
<p>35 Jahre nach der Wiedervereinigung ist Ostdeutschland noch immer nicht gleichwertig. Die Löhne sind niedriger, die Vermögen kleiner, die Repräsentation in Führungspositionen unzureichend. Doch Ostdeutschland ist mehr als eine Problemregion. Es ist ein Ort voller Talente, voller Ideen, voller Menschen, die gelernt haben, sich durchzubeißen. Was mir Hoffnung macht, sind junge Menschen, die hierbleiben oder zurückkehren, um zu gestalten. Es gibt Gründerinnen, die neue Wege gehen, engagierte Bürgermeisterinnen, die sich dem demografischen Wandel entgegenstemmen, und Bürgerinitiativen, die für ihre Dörfer kämpfen. Ostdeutschland ist kein Opfer – es ist ein Zukunftslabor.</p>
<p>Wenn ich auf die vergangenen Jahrzehnte zurückblicke, dann sehe ich, wie wichtig es ist, Geschichte nicht nur zu erinnern, sondern auch aus ihr zu lernen. Die Wendezeit zeigt uns: Transformation braucht Zeit, Teilhabe und Transparenz. Sie darf nicht über die Köpfe hinweg geschehen. Sie braucht aber auch in der Gegenwart eine Form der kulturellen Sichtbarkeit, die die Erfahrungen vieler Menschen repräsentieren und materialisieren hilft. Das Deutsche Nationaltheater (DNT) in Weimar beispielsweise hat mit seinen Theaterstücken „Wir sind das Volk“ und „Treuhandkriegspanorama“ eine eigene kulturelle Form gefunden, um diesem Wunsch der Menschen nach Sichtbarkeit ihrer Erfahrungshorizonte Rechnung zu tragen. Auch die sogenannten Erzählsalons von Katrin Rohnstock gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung haben Plattformen geschaffen, auf denen individuelle Erlebnisse aus der Zeit des Umbruchs 1989/1990 der Nachwelt überliefert werden können.</p>
<p>Eine der größten Herausforderungen bleibt, das Vertrauen in Demokratie und Institutionen zu stärken. Viele Menschen fühlen sich bis heute nicht repräsentiert. Sie erleben, dass ihre Sorgen kleingeredet werden. Das öffnet Tür und Tor für Populismus und Radikalisierung. Dem müssen wir entschlossen entgegentreten – durch Dialog, durch Ernsthaftigkeit, durch konsequentes Handeln.</p>
<div id="attachment_7956-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7956-2" class="wp-image-7956" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/5007746.jpg" alt="11. Februar 2022: Bundestagspräsidentin Bärbel Bas empfängt Bodo Ramelow, damals auch Präsident des Bundesrates. Abbildung: Janine Schmitz/photothek" width="600" height="401"><p id="caption-attachment-7956-2" class="wp-caption-text">11. Februar 2022: Bundestagspräsidentin Bärbel Bas empfängt Bodo Ramelow, damals auch Präsident des Bundesrates. Abbildung: Janine Schmitz/photothek</p></div>
<h2><span class="title-bg">Ein anderer Osten ist möglich</span></h2>
<p>Was braucht Ostdeutschland in den kommenden Jahren? Zuerst: Respekt. Es muss Schluss sein mit dem Blick von oben herab. Die Erfahrung, die in den ostdeutschen Biografien liegt, ist eine Ressource. Der Osten hat gelernt, mit Brüchen zu leben, mit Wandel umzugehen – das kann ein Vorteil sein in einer Welt, die sich immer schneller verändert.</p>
<p>Zweitens: Beteiligung. Die Menschen wollen mitreden. Sie wollen nicht nur als Betroffene gesehen werden, sondern als Gestalter. Bürgerbeteiligung darf kein Feigenblatt sein, sondern muss echte Mitsprache ermöglichen – in der Regionalentwicklung, beim Klimaschutz, in der Bildungsplanung.</p>
<p>Und drittens: Investitionen. Wir brauchen eine kluge Strukturpolitik, die gezielt in Regionen investiert, die bisher abgehängt wurden. Es geht nicht ums Gießkannenprinzip, sondern um gezielte Förderung von Infrastruktur, Digitalisierung, Bildung und Kultur.</p>
<p>Ich bin in Thüringen angekommen – als Mensch, als Politiker, als Mitbürger. Dieses Land hat mir viel gegeben. Ich habe versucht, etwas zurückzugeben. Unsere Herausforderungen sind groß: Der demografische Wandel, der Strukturwandel, die politische Polarisierung. Aber ich bin überzeugt: Wenn wir zusammenhalten, wenn wir zuhören, wenn wir uns gegenseitig ernst nehmen, dann hat Thüringen – und der ganze Osten – eine gute Zukunft.</p>
<p>Ich werde auch weiterhin meine Stimme erheben – nicht als moralische Instanz, sondern als jemand, der weiß, wie viel Kraft in diesem Land steckt. Thüringen ist mein Zuhause. Und ich glaube an seine Zukunft.</p>
<div id="attachment_7957-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7957-2" class="wp-image-7957" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/3916276.jpg" alt="14. Juni 2017: Filmpremiere des Kinderfilms des Deutschen Bundestages „Applaus für Felix“. Abbildung: Sylvia Bohn" width="600" height="268"><p id="caption-attachment-7957-2" class="wp-caption-text">14. Juni 2017: Filmpremiere des Kinderfilms des Deutschen Bundestages „Applaus für Felix“. Abbildung: Sylvia Bohn</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Bodo Ramelow</span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong>GEBOREN:</strong> 1956/Osterholz-Scharmbeck (Niedersachsen)</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Erfurt und Saalburg-Ebersdorf</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN THEATERTIPP:</strong> „Treuhandkriegspanorama“, 2022</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „Barbara“, 2012</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN URLAUBSTIPP:</strong> Thüringen, besonders die Bleiloch­talsperre</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/bodo-ramelow-ankommen-im-osten-meine-reise-und-gedanken-zur-zukunft-ostdeutschlands/">Bodo Ramelow: Ankommen im Osten. Meine Reise und Gedanken zur Zukunft Ostdeutschlands</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dr. Paula Piechotta: Ostgefühle. Vom Gefühlsknäuel zur Stärke – Ostdeutschland neu erzählen</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/dr-paula-piechotta-ostgefuehle-vom-gefuehlsknaeuel-zur-staerke-ostdeutschland-neu-erzaehlen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2026 05:30:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=7935</guid>

					<description><![CDATA[<p>Dr. Paula Piechotta, Mitglied des Deutschen Bundestages Bündnis90/Die Grünen, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7945" class="wp-image-7945 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Piechotta_DIAO2.png" alt="Dr. Paula Piechotta, Mitglied des Deutschen Bundestages Bündnis90/Die Grünen. Abbildung: Philip Knoll" width="709" height="1000">Dr. Paula Piechotta, Mitglied des Deutschen Bundestages Bündnis90/Die Grünen. Abbildung: Philip Knoll<br />
Ostdeutschland ist beispiellos. Wer im Jahr 1933 in der Region des [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/dr-paula-piechotta-ostgefuehle-vom-gefuehlsknaeuel-zur-staerke-ostdeutschland-neu-erzaehlen/">Dr. Paula Piechotta: Ostgefühle. Vom Gefühlsknäuel zur Stärke – Ostdeutschland neu erzählen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Dr. Paula Piechotta, Mitglied des Deutschen Bundestages Bündnis90/Die Grünen, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-7935"></span></p>
<div id="attachment_7945-2" style="width: 719px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7945-2" class="wp-image-7945 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Piechotta_DIAO2.png" alt="Dr. Paula Piechotta, Mitglied des Deutschen Bundestages Bündnis90/Die Grünen. Abbildung: Philip Knoll" width="709" height="1000"><p id="caption-attachment-7945-2" class="wp-caption-text">Dr. Paula Piechotta, Mitglied des Deutschen Bundestages Bündnis90/Die Grünen. Abbildung: Philip Knoll</p></div>
<p>Ostdeutschland ist beispiellos. Wer im Jahr 1933 in der Region des heutigen Ostdeutschlands letztmals an einer demokratischen Wahl teilnehmen konnte, der musste bis zur nächsten freien Wahl nicht wie die Westdeutschen bis 1949 warten, sondern ganze 57 Jahre bis 1990. Wer im Jahr 1945 in der sowjetischen Besatzungszone lebte, in dessen Umfeld wurden ungleich mehr Industrieanlagen und Schienentrassen für Reparaturen abmontiert und weggeschafft als in den anderen Besatzungszonen – und er hatte in der darauffolgenden Diktatur fast alle Möglichkeiten der freien Berufswahl sowie Eigentum und Entfaltungsmöglichkeiten verloren. Dieser in Ostdeutschland lebende Mensch hat damit sowohl was seine persönlichen Freiheiten als auch seine wirtschaftlichen Möglichkeiten betrifft, deutlich stärker für die deutsche Schuld an den Verbrechen des Nationalsozialismus bezahlt als Menschen im heutigen Westdeutschland. Dieser Mensch hat in vielen Fällen Traumata aus diesen Diktaturjahren an seine Kinder und Enkel weitergegeben. Dieser Mensch hat am Ende zwei aufeinanderfolgende Diktaturen durchlebt, mit staatlicher Willkür und immer in Angst, wegen unliebsamer Aussagen vom Staat weggesperrt zu werden. Er hat beispiellose Abwanderungswellen sowohl zu DDR-Zeiten als auch in den 1990er-Jahren erlebt und eine wirtschaftliche Transformation von der Plan- in die Marktwirtschaft, die nirgendwo schneller durchgezogen wurde als hier im Osten Deutschlands.</p>
<p>Dieser Mensch lebt heute in der europäischen Region, die mit Abstand die wenigsten Gläubigen pro Einwohner hat. In der die Skepsis gegenüber staatlichen Institutionen besonders hoch ist. Und das alles, obwohl Ostdeutschland eine der wenigen Regionen der Welt ist, in denen eine Revolution stattgefunden hat, die nicht nur erfolgreich, sondern auch friedlich verlief. Aber dieser kurze Glücksmoment wird in den Schatten gestellt von jahrzehntelang aufgetürmten Problemen, Ungerechtigkeiten und Unterdrückungen.</p>
<p>Unsere ostdeutsche Gefühlslandschaft ist nach den letzten acht Dekaden komplex und verheddert. Da ist noch immer so vieles nicht ausreichend aufgearbeitet und verarbeitet, dass man beim Versuch, aus diesem Gefühlsknäuel auszubrechen, aber nicht zu können – weil es einfach zu verworren ist –, über kurz oder lang sehr, sehr wütend wird.</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Weil wir Glück hatten, tragen wir Verantwortung für die Gesellschaften, die heute in Unfreiheit leben.”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg">Unser Glück bedingte das Unglück anderer</span></h2>
<p>Weil wir 1989 Glück hatten und die Diktatur ohne Blutvergießen in die Knie ging, lernten Diktatoren weltweit, wie sie ähnliche Demonstrationen noch härter und erfolgreicher bekämpfen müssen. In unserem Glück liegt damit auch das Unglück anderer Gesellschaften, die in der Folge mit friedlichen Protesten oft nicht mehr erfolgreich waren. Damit tragen wir auch Verantwortung für die Gesellschaften, die heute in Unfreiheit leben und mit ihren Revolutionen weniger Glück haben.</p>
<p>Natürlich kann man auf Ostdeutschland auch als große Erfolgsgeschichte blicken. Nicht wenige haben immer wieder versucht, diese Erfolgserzählung zu setzen: Fast nirgendwo sonst hätten sich Menschen friedlich ihre Demokratie auf der Straße selbst erkämpft, fast nirgendwo sonst hätten Menschen so viel Erfahrung mit Umbrüchen und „Veränderungskompetenz“ wie hier, nirgendwo sonst habe man derart viel Selbstwirksamkeit erlebt wie hier. Das ist alles richtig, aber 1989 war ein verdammt kurzer Moment im Leben eines Menschen und er wurde eingerahmt und mehr als nivelliert durch jahrzehntelange Frustrationserfahrungen vor und nach 1989. Oder anders formuliert: Es gibt sicher ein Paralleluniversum, in dem diese Erzählungen von der Generation des beispiellosen ostdeutschen Glücksfalls breit in der Bevölkerung verfangen. In diesem, unserem Universum aber nicht.</p>
<p>Was in den 1980er-Jahren in Gdansk, in Prag, in Plauen und Leipzig begann und gelang, schulte viele Diktatoren, Despoten und Autokraten gerade auch im scharfen Kontrast zum Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens darin, wie man es eben NICHT machen darf, wenn man die eigene Diktatur erhalten möchte. Die Lehren daraus: Die Menschen nicht demonstrieren lassen. Auf Demonstrationen mit ultimativer Härte reagieren. Ein starker Durchgriff auf die Sicherheitskräfte.</p>
<p>Die Erkenntnisse über die erfolgreichen Revolutionen des Ostblocks machen es den heute für Menschenrechte und Demokratie auf die Straße gehenden Menschen auf der ganzen Welt schwerer, erfolgreich zu sein. Unser ostdeutscher und polnischer und tschechischer und slowakischer Glücksfall war die Grundlage dafür, dass Glücksfälle in Diktaturen nun noch schwerer zu erkämpfen sind. Die Kämpfe um Demokratie im Osten Europas sind keine fernen Konflikte – sie sind Echo dessen, was auch bei uns begann. Und sie zeigen einmal mehr, was auch für die DDR galt: Ein Regime, das auf Lügen und Gewalt beruht, bleibt nicht nur nach innen repressiv, sondern wirkt auch nach außen aggressiv. Deshalb ist unsere Solidarität mit der Ukraine, mit Belarus, mit Moldau nicht bloß Außenpolitik. Sie ist Konsequenz aus unserer Geschichte.</p>
<div id="attachment_7941-2" style="width: 420px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7941-2" class="wp-image-7941" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/OstfruehstueckMorgenstern.jpg" alt="Frühstück mit den ostdeutschen Delegierten auf der Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis90/Die Grünen 2024. Abbildung: Gianina Morgenstern" width="410" height="600"><p id="caption-attachment-7941-2" class="wp-caption-text">Frühstück mit den ostdeutschen Delegierten auf der Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis90/Die Grünen 2024. Abbildung: Gianina Morgenstern</p></div>
<h2><span class="title-bg">Demokratie neu erkämpfen</span></h2>
<p>Aber auch bei uns im Osten Deutschlands muss Demokratie wieder erkämpft werden, denn ihr Fortbestand ist immer wieder unter Druck. Und dafür braucht es in einer Region, in der nach zwei aufeinanderfolgenden Diktaturen das Vertrauen in staatliche Einrichtungen, Gerichte, Politik und Journalismus beispiellos niedrig ist, Vertrauensaufbau. Hier muss besonders ehrlich, besonders klar und besonders authentisch gesprochen werden, wenn man wieder mehr statt weniger Vertrauen gewinnen will. Und beim Punkt Authentizität bedeutet das auch, dass es mehr Identifikationsfiguren aus Ostdeutschland in all diesen Bereichen braucht – sie sind selbst im Osten bis heute unterrepräsentiert. Die Studie „Es ist kompliziert... Der Osten in den Medien“ zeigt einen weiteren Problempunkt auf: Der Osten begegnet in der gesamtdeutschen Debatte im Regelfall nur dann, wenn etwas schiefläuft – bei Wahlschocks oder in Problemszenarien. Diese Sicht verzerrt Realität und Potenzial und sie verlängert Stereotype um Generationen.</p>
<p>Was ich damit sagen will: Repräsentation und ausgewogene Berichterstattung sind kein Selbstzweck. Sie sind notwendige Voraussetzungen für eine wehrhafte Demokratie, in der sich Politik nicht von Lebensrealitäten entkoppeln kann.</p>
<p>Gebrochene Versprechen, nicht aufgearbeitete Traumatisierungen aus der Zeit vor 1989 und teilweise auch nach 1990, im Einigungsvertrag übersehene Gruppen, strukturelle Schieflagen. Ob es um Zusatzrenten, geschiedene Frauen, Eisenbahner oder Bergleute geht – zu viele Menschen mussten und müssen sich immer wieder neu erklären und sie sind müde davon. Diese Missstände waren selten aus bösem Willen geboren, sondern aus Überforderung. Dass sie allerdings fast nie korrigiert wurden, das war schon systematisch. Der Osten wurde nicht bewusst abgehängt, er hat sich nur nicht 100-prozentig so entwickelt, wie es sich der Westen erhofft hatte, wodurch wiederum Reaktanz im Westen ausgelöst wurde und ausgelöst wird. Das muss sich ändern.</p>
<div id="attachment_7942-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7942-2" class="wp-image-7942" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/CSDLeipzig24Uhl.jpg" alt="Paula Piechotta beim CSD 2024 in Leipzig. Abbildung: Gianina Morgenstern" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-7942-2" class="wp-caption-text">Paula Piechotta beim CSD 2024 in Leipzig. Abbildung: Ferdinand Uhl</p></div>
<h2><span class="title-bg">Veränderung ist möglich</span></h2>
<p>Ostdeutschland war und ist Wandel gewohnt – aber anders als viele behaupten, bedeutet das vor allem, dass bei jedem Wandel die Risiken stärker gesehen werden als die Chancen. Die eigene Blauäugigkeit 1989 und 1990, die man selbst mit dermaßen vielen Schrammen und Verletzungen bezahlt hat: Diesen Fehler will hier niemand noch einmal machen.</p>
<p>Das verstellt inzwischen regelrecht den Blick darauf, dass die Wahrheit mal wieder weder schwarz noch weiß ist und es durchaus sehr bedeutende Fortschritte gibt. In vielen Zukunftsfeldern ist die Region heute Vorreiter: mit Silicon Saxony und der Chipindustrie, mit klimaneutralem Bauen in der Lausitz, mit E-Mobilität bei VW, mit starken Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Wo früher Braunkohle gefördert wurde, entsteht heute die Zukunft für klimaneutrales Bauen. Der Strukturwandel ist in vollem Gange und birgt Chancen nicht nur für den Osten, sondern für ganz Deutschland.</p>
<p>Wir müssen diese positiven Entwicklungen endlich sichtbar machen. Es wird Zeit, dass wir die Erzählung umdrehen, selbstbewusst und selbst erzählen sowie entscheiden, was gelingt. Und doch: Auch in der neuen Bundesregierung bleiben ostdeutsche Stimmen in zentralen Ämtern unterrepräsentiert. Die Bundestagsvizepräsidenten, hohe Kabinettsposten – wieder gehen Chancen verloren, den Osten aktiv in Entscheidungen einzubeziehen und ihm auf höchster politischer Ebene ein Sprachrohr zu geben. Ich höre oft: „Jetzt muss doch mal Schluss sein mit dem Ostthema.“ Nein. So lange reale Ungleichheiten bestehen, so lange ostdeutsche Perspektiven übergangen werden, so lange demokratisches Engagement aus dem Osten zu selten sichtbar wird, so lange werden wir weiter darüber reden.</p>
<p>Was ich auch oft höre: Der Osten sei eine gesamtdeutsche Aufgabe. Das ist zweifelsohne richtig. Aber genauso wenig, wie wir es akzeptieren würden, wenn Frauenpolitik in Deutschland nur von Männern gemacht würde, auch wenn die Gleichstellung der Geschlechter eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, genauso wenig darf die „gesamtdeutsche Aufgabe Ostdeutschland“ rechtfertigen, dass allein oder zu weit überwiegenden Teilen Westdeutsche über Ostdeutschland entscheiden.</p>
<p>Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass die parteiübergreifende Zusammenarbeit unter ostdeutschen Bundestagsabgeordneten ein ermutigender Schritt ist. In vielen Runden durfte ich parteiübergreifend mit ostdeutschen Kollegen an zentralen Dingen arbeiten und einiges Positives für die Region bewirken. Das allein reicht aber nicht. Auch unsere westdeutschen Kolleginnen und Kollegen müssen zuhören und bereit sein, Macht zu teilen. Gleichwertigkeit ist keine Geste – sie ist Grundlage für Vertrauen.</p>
<p>Darum: Erzählen wir weiter. Arbeiten wir weiter. Streiten wir weiter – für Gerechtigkeit, für Anerkennung, für Demokratie. Und erinnern wir uns dabei an die Menschen, die 1989 den Anfang gemacht haben. Sie haben gezeigt, dass Veränderung möglich ist, wenn Menschen ehrlich aussprechen, was es wirklich braucht, wenn sie mutig sind und wenn sie sich nicht einschüchtern lassen.</p>
<div id="attachment_7943-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7943-2" class="wp-image-7943" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/LostPlaceFerdinandUhl.jpg" alt="Lost Places in Leipzig und Umgebung – immer wieder einen Ausflug wert. Abbildungen: Ferdinand Uhl" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-7943-2" class="wp-caption-text">Lost Places in Leipzig und Umgebung – immer wieder einen Ausflug wert. Abbildung: Ferdinand Uhl</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1685" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg" alt="Label Impulsgeberin Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Sarah Oswald</span></h2>
<p><strong>GEBOREN:</strong> 1986/Gera<br>
<strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Leipzig<br>
<strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Ilko-Sascha Kowalczuk: „Freiheitsschock“, 2024<br>
<strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „Die Legende von Paul und Paula“, 1973<br>
<strong>MEIN URLAUBSTIPP:</strong> Elberadweg</p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
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<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/dr-paula-piechotta-ostgefuehle-vom-gefuehlsknaeuel-zur-staerke-ostdeutschland-neu-erzaehlen/">Dr. Paula Piechotta: Ostgefühle. Vom Gefühlsknäuel zur Stärke – Ostdeutschland neu erzählen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Interview 20 Jahre DDR Museum: Vom Pionierprojekt zum Besuchermagnet</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/interview-20-jahre-ddr-museum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=10029</guid>

					<description><![CDATA[<p>Morgen, am 15. Juli, feiert das DDR Museum sein 20-jähriges Jubiläum. Wir sprachen mit Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden und Direktor Gordon Freiherr von Godin über die Entstehung des Erfolgsprodukts und darüber, welche Projekte als Nächstes anstehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10050" class="wp-image-10050" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Leitung-DDR-Museum.jpg" alt="Für Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden und Direktor Gordon Freiherr von Godin ist das DDR Museum ein Lebenswerk. Abbildung: DDR Museum" width="600" height="400">Für Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden (links) und Direktor Gordon Freiherr von Godin [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/interview-20-jahre-ddr-museum/">Interview 20 Jahre DDR Museum: Vom Pionierprojekt zum Besuchermagnet</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Morgen, am 15. Juli, feiert das DDR Museum sein 20-jähriges Jubiläum. Wir sprachen mit Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden und Direktor Gordon Freiherr von Godin über die Entstehung des Erfolgsprodukts und darüber, welche Projekte als Nächstes anstehen.</p>
<p><span id="more-10029"></span></p>
<div id="attachment_10050-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10050-2" class="wp-image-10050" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Leitung-DDR-Museum.jpg" alt="Für Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden und Direktor Gordon Freiherr von Godin ist das DDR Museum ein Lebenswerk. Abbildung: DDR Museum" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10050-2" class="wp-caption-text">Für Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden (links) und Direktor Gordon Freiherr von Godin ist das DDR Museum ein Lebenswerk. Abbildung: DDR Museum</p></div>
<h2><span class="title-bg">ostdeutschland.info: <strong>Herr Graf Adelmann, Herr von Godin. Das DDR Museum im Zentrum von Berlin gibt es nun schon seit 20 Jahren. Welche Bedeutung hat es heute für Sie, für die Hauptstadt und über diese hinaus?</strong></span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden und Gordon Freiherr von Godin: </strong>Das <a href="https://www.ddr-museum.de/de" target="_blank" rel="noopener">DDR Museum</a> ist aus dem Nichts und gegen die starke Skepsis öffentlicher Häuser entstanden. Das Museum ist national und international, mit viel Einsatz, inhaltlicher Schärfe und laufender Arbeit zu Forschung und Bildung, zu einer Institution gewachsen, die nun von uns Verantwortung abverlangt, jenseits zeitpolitischer Strömungen und Moden. Es zeigt, dass privates Engagement und starke Teamzusammensetzung zu Erfolg, Unabhängigkeit und Anerkennung führen können. Deshalb bedeutet uns das Museum als Lebenswerk viel. Es dient der Entdeckung, Aufklärung und Erinnerung. Auch durch Begleitformate zieht es weiterhin in seinen Bann.</p>
<h2><span class="title-bg">Herr von Godin, wie viele Besucher hat das Museum und wo kommen diese her?</span></h2>
<p><strong>Gordon Freiherr von Godin: </strong>Unsere Besucherstruktur gleicht der von Berlin im Allgemeinen. Wir begrüßen jährlich über 500.000 Besucher. Darunter sind die meisten aus Deutschland. Sehr viele Besucher kommen auch aus Westeuropa: aus Großbritannien, Frankreich, Benelux, Italien oder Spanien.</p>
<h2><span class="title-bg">Über wie viele Exponate verfügt das Museum?</span></h2>
<p><strong>Gordon Freiherr von Godin: </strong>Das Museum verfügt inzwischen über mehr als 400.000 Objekte und Exponate, die im Depot und Museum aufbewahrt, erhalten und ausgestellt werden. Die Sammlung wächst weiterhin täglich durch Spenden aus der Gesellschaft.</p>
<div id="attachment_10078-2" style="width: 495px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10078-2" class="wp-image-10078" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/1014244.jpg" alt="Zu den mehr als 400.000 Objekten und Exponaten im Besitz des Museums gehört auch dieses Motorrad MZ ETZ 250 F der Volkspolizei. Abbildung: DDR Museum" width="485" height="600"><p id="caption-attachment-10078-2" class="wp-caption-text">Zu den mehr als 400.000 Objekten und Exponaten im Besitz des Museums gehört auch dieses Motorrad MZ ETZ 250 F der Volkspolizei. Abbildung: DDR Museum</p></div>
<h2><span class="title-bg">Was zählt zu Ihren Lieblingsausstellerstücken?</span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden: </strong>Für mich müssen Objekte eine Funktion haben. Deshalb habe ich kein einzelnes Objekt oder Objekte, die zu meinen Lieblingsstücken gehören.</p>
<p><strong>Gordon Freiherr von Godin:</strong> &nbsp;Ein „Mangeltagebuch“ einer Dame aus Sachsen-Anhalt ist mein Lieblingsobjekt. Anhand der Auflistung deckt es die deutlichen ökonomischen Missstände in der DDR auf.</p>
<h2><span class="title-bg">Mit Ihnen beiden arbeiten Ost und West zusammen. Sie sind sogar verwandt. Wer von Ihnen hat einen ostdeutschen Hintergrund?</span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden: </strong>Gordon. Jedenfalls bis 1990. Denn ihn zog es später beruflich nach München, während ich 1993 in den Osten zog und hier die Transformation live miterlebt habe.</p>
<h2><span class="title-bg">Graf Adelmann, wie kam es zur Gründung des DDR Museums und wann sind sie beide dazugestoßen?</span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden: </strong>Der Ethnologe Peter Kenzelmann hat sich als Berlin-Besucher 2004 gefragt, weshalb es kein Museum zum Thema DDR in der Hauptstadt gibt und es als Projekt gegründet. Ich habe Peter bei einem anderen Kulturprojekt in Marzahn unterstützt, bin später dazu gekommen und habe das Museum 2016 vollständig übernommen. Gordon von Godin habe ich überzeugen können, Bayern zu verlassen und die Position des Direktors von Robert Rückel zu übernehmen, der dann zum Deutschen Spionagemuseum gewechselt ist. Der wesentliche Unterschied zwischen Kenzelmann und Adelmann war, dass Peter Kenzelmann nicht weiter sammeln und kein Sammlungsteam aufbauen wollte. Wir haben das Gegenteil machen wollen, auch wenn es dazu keine wirtschaftliche Gegenfinanzierung gab.</p>
<h2><span class="title-bg">Ende 2022 platzte der 16 Meter hohe Aquadom im Radisson-Hotel, in dem das DDR Museum untergebracht war. Haben Sie sich mittlerweile davon erholen können?</span></h2>
<p><strong>Gordon Freiherr von Godin:</strong> Wir haben das Schadenereignis bereits Ende März 2023 überwunden. Die Geschwindigkeit und die Folgen für unsere Nachbarn wirken bis heute nach. Hotel und anliegende Flächen waren mehr als zwei Jahre im Bau, was sich bis heute auswirkt. Die Kombination mit Covid-19 hat Berlin einen schweren Schlag versetzt. Wir sind aber sehr zufrieden. Wir haben das Beste daraus gemacht und neue Ausstellungsteile umgesetzt. Die Entwicklungen, etwa unsere Dokumentationsreihe <a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLZgBiWgRDvxttkjySYcQeVnchV4dtl92M" target="_blank" rel="noopener">„Orte Ost“</a> und die Umsetzung eines neuen auch für die Öffentlichkeit bestimmten Depots, wandelten diese Zwangsimpulse zu neuer Schaffenskraft.</p>
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                <li style="display: block; width: 100%;" class="slide-10065 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-07-07 15:36:15" data-filename="DDRMuseum-Ausstellung-Parteitisch-600x400.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/DDRMuseum-Ausstellung-Parteitisch-600x400.jpg" height="400" width="600" alt="Ein Parteitisch aus dem Ausstellungsbereich „Partei und Staat“ im DDR Museum. Abbildung: DDR Museum" class="slider-10063 slide-10065 msDefaultImage" title="Ein Parteitisch aus dem Ausstellungsbereich „Partei und Staat“ im DDR Museum. Abbildung: DDR Museum"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div>Ein Parteitisch aus dem Ausstellungsbereich „Partei und Staat“ im DDR Museum. Abbildung: DDR Museum</div></div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-10067 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-07-07 15:37:05" data-filename="Trabant_print-600x400.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Trabant_print-600x400.jpg" height="400" width="600" alt="Auch ein Trabant gehört zu den Ausstellungsobjekten des DDR Museums. Abbildung: DDR Museum" class="slider-10063 slide-10067 msDefaultImage" title="Auch ein Trabant gehört zu den Ausstellungsobjekten des DDR Museums. Abbildung: DDR Museum"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div><span style="font-size:12pt;line-height:115%;font-family:Arial, sans-serif;">Auch ein Trabant gehört zu den Ausstellungsobjekten des DDR Museums. Abbildung: DDR Museum</span></div></div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-10069 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-07-07 15:37:44" data-filename="DDRMuseum_Ausstellung_Wohnzimmer-600x400.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/DDRMuseum_Ausstellung_Wohnzimmer-600x400.jpg" height="400" width="600" alt="Im DDR Museum befindet sich auch ein detailgetreuer Nachbau eines DDR-Wohnzimmers. Abbildung: DDR Museum" class="slider-10063 slide-10069 msDefaultImage" title="Im DDR Museum befindet sich auch ein detailgetreuer Nachbau eines DDR-Wohnzimmers. Abbildung: DDR Museum"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div><span style="font-size:12pt;line-height:115%;font-family:Arial, sans-serif;">Im DDR Museum befindet sich auch ein detailgetreuer Nachbau eines DDR-Wohnzimmers. Abbildung: DDR Museum</span></div></div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-10071 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-07-07 15:38:24" data-filename="BZ_Stuhlkreis_print-600x400.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/BZ_Stuhlkreis_print-600x400.jpg" height="400" width="600" alt="Der Konferenzraum des DDR Museums. Abbildung: DDR Museum" class="slider-10063 slide-10071 msDefaultImage" title="Der Konferenzraum des DDR Museums. Abbildung: DDR Museum"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div><span style="font-size:12pt;line-height:115%;font-family:Arial, sans-serif;">Der Konferenzraum des DDR Museums. Abbildung: DDR Museum</span></div></div></div></li>
            </ul>
        </div>
        
    </div>
</div>
<h2><span class="title-bg">Bei Ihnen finden auch Veranstaltungen statt…</span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden: </strong>Seit jeher haben wir eine Ausstellungsfläche, die thematisch von uns selbst und von Externen genutzt wird. Wir nutzen sie auch für Parallelformate, derzeit für eine von uns unterstützte Theaterproduktion einer freien Künstlergruppe, die ohne uns gar nicht umgesetzt werden könnte.</p>
<h2><span class="title-bg">Welche Ziele haben Sie mit dem DDR Museum?</span></h2>
<p><strong>Gordon Freiherr von Godin: </strong>Wir wollen weitere Kapazitäten schaffen, um möglichst viele Objekte aus der DDR zu erhalten. Zudem möchten wir an diesem oder einem anderen Standort eine Institution für die Zeit zwischen 1949 und 1990 bleiben und das weiter ausbauen. Außerdem wollen wir die größte digitale Datenbank zum Thema weiter füllen, die alle Objekte katalogisiert, kontextualisiert und für die Allgemeinheit zugänglich macht.</p>
<h2><span class="title-bg">Was ist als Nächstes geplant?</span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden: </strong>Kurzfristig planen wir neue Ausstellungsteile wie das Klassenzimmer und werden die Dokureihe zu „Orte Ost“ fortführen. Langfristig haben wir Planungen abgeschlossen, um einen Museums- und Ausstellungsort, gepaart mit Darstellungsflächen im eigenen Gebäude herzustellen. Wir warten derzeit auf die städtische Genehmigung. Nach erteiltem Bauvorbescheid sind gerade abermals anderthalb Jahre ins Land gegangen. Das ist der Zustand unseres Landes, nahe an der DDR. Das Tempo privater Initiativen trifft auf Politik in Schockstarre und Verwaltung im exekutiven Totpunkt.</p>
<h2><span class="title-bg">Vielen Dank.</span></h2>
<p><em>Die Fragen stellten Robert Nehring und Valentin Radonici.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/interview-20-jahre-ddr-museum/">Interview 20 Jahre DDR Museum: Vom Pionierprojekt zum Besuchermagnet</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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