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Das MACHN wird internationaler: Interview mit Marco Weicholdt

Vom 3. bis 4. Juni 2026 fin­det in Leip­zig wie­der das Busi­ness-Fes­ti­val MACHN statt. Lei­ter Mar­co Weicholdt erläu­tert im Inter­view, was dann neu sein wird. Wir spra­chen mit ihm auch über die Start-up-Fac­to­ry boOst, die Wirt­schaft im Osten und die bevor­ste­hen­den Landtagswahlen.

Marco Weicholdt, geboren 1987 in Leipzig, ist Managing Director & Co-Founder der Startup Factory boOst und Leiter des MACHN Festivals.

Mar­co Weicholdt, gebo­ren 1987 in Leip­zig, ist Mana­ging Direc­tor & Co-Foun­der der Start-up-Fac­to­ry boOst und Lei­ter des MACHN Festivals.

ostdeutschland.info: Marco, Anfang Juni ist es wieder soweit – in Leipzig findet das nächste MACHN-Festival statt. Worauf dürfen sich Interessierte freuen?

Mar­co Weicholdt: Im fünf­ten Fes­ti­val­jahr bie­ten wir ein inter­na­tio­na­les Line-up an Per­so­nen, von New York bis Alten­berg im Erz­ge­bir­ge. Star­ke Fokus­the­men für Unter­neh­mer wer­den in die­sem Jahr euro­päi­sche Lösun­gen für Daten­si­cher­heit und Auto­ma­ti­sie­rung sein. Aktu­el­le Ent­wick­lun­gen rund um KI im Mar­ke­ting und bei der Pro­zess­op­ti­mie­rung, aber auch Dis­kus­si­ons­räu­me zu unter­neh­me­ri­scher und gesell­schaft­li­cher Ver­ant­wor­tung, Hal­tung und Wer­ten. Auf ins­ge­samt fünf Büh­nen wird es Panels und Vor­trä­ge von Exper­ten, Kon­zern­ver­ant­wort­li­chen, For­schungs­grup­pen­lei­tern und Grün­dern geben. Dazu Work­shops zum direk­ten Umset­zen und eine Expo mit Part­ner­un­ter­neh­men aus der gan­zen Regi­on. Alles unter dem Mot­to: #zusam­men­MACHN.

Wie blickst du auf die Entwicklung des Festivals?

Wir wer­den in die­sem Jahr deut­lich inter­na­tio­na­ler. Ziel ist es, die Hälf­te der Pro­gramm­punk­te im Fes­ti­val auf Eng­lisch anzu­bie­ten und deutsch­spra­chi­ge Inhal­te live zu über­set­zen. Das hilft uns, zugäng­li­cher zu wer­den für die grün­dungs­af­fi­ne Ziel­grup­pe der Inter­na­tio­nals und auch über die nahen Gren­zen nach Tsche­chi­en und Polen Kon­tak­te auf­zu­bau­en. Gleich­zei­tig wird das MACHN in die­sem Jahr erst­ma­lig ver­an­stal­tet im Rah­men der Start-up-Fac­to­ry boOst. Das gibt uns Zugang zur eta­blier­ten Wirt­schaft und die Chan­ce, gemein­sam mit der Dach­mar­ke #Start­up­Ger­ma­ny das MACHN zum Treff­punkt der gesamt­deut­schen Start-up-Sze­ne auszubauen.

  • Im fünften Festivaljahr bietet das Organisationsteam des MACHN-Festivals ein internationales Line-Up an Personen. Abbildung: Sophie Valentin
    Im fünf­ten Fes­ti­val­jahr bie­tet das Orga­ni­sa­ti­ons­team des MACHN-Fes­ti­vals ein inter­na­tio­na­les Line-Up an Per­so­nen. Abbil­dung: Sophie Valentin

SXSW, OMR, Republica, Staffbase Voices – habt ihr Vorbilder und wo wollt ihr noch hin mit dem MACHN?

Das sind sehr gro­ße Ver­an­stal­tun­gen, die ihre Berech­ti­gung und eige­ne Ziel­grup­pen haben. Wir bau­en an einem Event, das dem Osten eine Stim­me ver­leiht, mit eige­nen The­men, Unter­neh­men, Vor­bil­dern und Chan­cen. Wenn For­scher auf Entre­pre­neu­re tref­fen, Inves­to­ren mit Grün­dern ver­han­deln und Geschäfts­füh­rer von Desi­gnern ler­nen, dann ent­steht Magie. Wir ver­su­chen, einen Treff­punkt für die anpa­cken­den Kräf­te im Osten zu eta­blie­ren und den Geschich­ten und Machern von hier eine natio­na­le Büh­ne zu geben. Gleich­zei­tig sind wir über­zeugt von dem Wert, der im über­re­gio­na­len und inter­dis­zi­pli­nä­ren Aus­tausch zwi­schen den Öko­sys­te­men steckt.

Was ist der Unterschied zwischen dem MACHN und dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum?

Das MACHN ist als unpo­li­ti­sches Pro­jekt gestar­tet mit dem Anspruch, die Mache­rin­nen und Macher der Regi­on Mit­tel­deutsch­land zu ver­sam­meln und zu stär­ken. Auf unse­ren Büh­nen sind also kei­ne Minis­ter­prä­si­den­ten, son­dern Grün­der, Erfin­der und Gestal­ter, die mit Risi­ko­be­reit­schaft Neu­es aus­pro­bie­ren. Damit wol­len wir den Mut zu Ver­än­de­rung und die Grün­dungs­kul­tur stär­ken, regio­na­le Vor­bil­der set­zen und wie­der Lust auf Inno­va­ti­on wecken.

Das boOst-Team auf der Eröffnung des Tech Incubators am 6. Februar 2026 in der Gläsernen Manufaktur in Dresden. Abbildung: Matvii Lytvynenko

Das boOst-Team bei der Eröff­nung des Tech Incu­ba­tors am 6. Febru­ar 2026 in der Glä­ser­nen Manu­fak­tur in Dres­den. Abbil­dung: Matvii Lytvynenko

Seit April 2025 bist du auch Managing Director & Co-Founder der Start-up-Factory boOst – was hat es mit dieser auf sich?

boOst ist eine von zehn Start-up-Fac­to­ries, die 2025 vom Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um ins Leben geru­fen wur­den, um die Anzahl und Qua­li­tät der wis­sen­schafts­ba­sier­ten Aus­grün­dun­gen in Deutsch­land zu stei­gern. boOst ist ein Zusam­men­schluss von zehn Uni­ver­si­tä­ten und Hoch­schu­len in Sach­sen und Thü­rin­gen mit der regio­na­len Wirt­schaft und unter­stützt tech­no­lo­gie­ba­sier­te und wachs­tums­ori­en­tier­te Grün­dun­gen bei der Ska­lie­rung von DeepTech-Geschäftsmodellen.

Im Juli habt ihr eine millionenschwere Förderung des Bundes für boOst erhalten. Wofür wird das ausgegeben?

Unse­re Auf­ga­be ist es, die rich­ti­ge Umge­bung für Wachs­tums­un­ter­neh­men („Sca­le-ups“) in der Regi­on zu bie­ten. Zu häu­fig blei­ben Start-ups in der frü­hen Pha­se auf der Stre­cke und wach­sen nicht zu inter­na­tio­na­len Unter­neh­men her­an, um Wert­schöp­fung in der Regi­on zu gene­rie­ren und gleich­zei­tig die Inno­va­ti­ons­kraft der Unter­neh­men zu stär­ken. Mit dem För­der­topf und den Mit­teln, die uns Part­ner aus der Wirt­schaft wie Infi­ne­on, Zeiss oder Volks­wa­gen zur Ver­fü­gung stel­len, bie­ten wir For­ma­te ent­lang des gesam­ten Inno­va­ti­ons­fun­nels an, von der Inspi­ra­ti­on im Hör­saal und Labor über die Team­fin­dung geeig­ne­ter Co-Foun­der bis zum Trans­fer aus der aka­de­mi­schen Welt in die Wirt­schaft. Dabei ermög­li­chen wir den Zugang zu Unter­neh­men, Kapi­tal und Talen­ten, stel­len jun­gen Grün­dern erfah­re­ne Men­to­ren zur Sei­te und geben rea­le Her­aus­for­de­run­gen aus der Wirt­schaft in den Inno­va­ti­ons­pro­zess. Wir bil­den For­schungs­teams mit Start-up-Metho­den und in unter­neh­me­ri­schem Pro­dukt­den­ken aus und heben so gemein­sam mit rea­len Kun­den die Qua­li­tät der Start-ups aus der Wis­sen­schaft auf Weltniveau.

Vor einem Monat hast du ein Foto von dir vor einem Regierungsflieger geteilt. Die Reise ging nach Riad – damals ging das noch …

Das stimmt. Umso wich­ti­ger erscheint die Mis­si­on, inter­na­tio­na­le Kon­tak­te für wirt­schaft­li­che und wis­sen­schaft­li­che Koope­ra­tio­nen auf­recht zu erhal­ten. In der Dele­ga­ti­on des Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums sind Ver­tre­ter der eta­blier­ten Wirt­schaft mit Grün­dern von Tech-Start-ups an den Golf gereist. Das Ziel der Minis­te­rin ist, bei jeder Aus­lands­rei­se des Hau­ses auch Start-ups dabei zu haben und ihnen damit Zugän­ge zu neu­en Märk­ten zu öff­nen. Deutsch­land soll als star­ker und inno­va­ti­ver Start-up-Stand­ort wahr­ge­nom­men werden.

Du hast schon Start-up-Safaris organisiert und sogenannte Fuck-up-Nights. Wie steht es denn aktuell um die Start-ups in Ostdeutschland?

Wir haben schon im Bun­des­wett­be­werb gemerkt: Ost­deutsch­land ist im Moment struk­tu­rell nicht die kapi­tal­stärks­te Regi­on. Gleich­zei­tig glau­be ich, dass Talent über­all auf der Welt gleich­ver­teilt ist, aber bei uns manch­mal die Vor­bil­der feh­len. Hat man das Gefühl, hier gro­ße Visio­nen umset­zen zu kön­nen, oder muss man dafür, wenn man es ernst meint und groß denkt, in ande­re Städ­te in Euro­pa oder den USA gehen? Um gegen die­sen Ein­druck anzu­kämp­fen, müs­sen wir Ange­bo­te schaf­fen, Erfol­ge sicht­bar machen und das Öko­sys­tem stär­ker mit­ein­an­der ver­schrän­ken, um Res­sour­cen gemein­sam bes­ser zu nut­zen und klein­tei­li­ges loka­les und regio­na­les Kon­kur­renz­den­ken zu über­win­den. Die Wett­be­wer­ber sit­zen in Mün­chen, San Fran­cis­co oder Shang­hai, nicht in Erfurt oder Leipzig.

Wo hat die ostdeutsche Wirtschaft generell Chancen?

Das Feh­len von altem Geld hat die Regi­on zur Effi­zi­enz trai­niert. Wir haben eine exzel­len­te For­schungs­land­schaft mit einem rie­si­gen Poten­zi­al für Aus­grün­dun­gen. Die Lebens­hal­tungs­kos­ten sind güns­tig, zahl­rei­che Ansied­lun­gen und Inves­ti­tio­nen zei­gen: Wir haben Platz im Osten und eine sehr gute Infra­struk­tur. Es man­gelt nicht an Ideen, es man­gelt an Ambi­ti­on und Vor­stel­lungs­kraft, dass die eige­ne Tech­no­lo­gie ska­lie­ren und inter­na­tio­nal Kun­den fin­den kann. Die­ser kul­tu­rel­le Wan­del, dass wirt­schaft­li­cher Erfolg kein sozia­les Stig­ma ist, hat aus mei­ner Sicht den größ­ten Hebel für Unter­neh­me­rin­nen und Unternehmer.

Mit welchem Gefühl blickst du auf die Landtagswahlen 2026 in Ostdeutschland?

Ich hof­fe, dass wir uns als Regi­on für das Gestal­ten der eige­nen Zukunft ent­schei­den und uns nicht abschot­ten. Wenn wir Deutsch­land glaub­wür­dig als Start-up-Nati­on aus­bau­en wol­len, brau­chen wir moti­vier­te, talen­tier­te und risi­ko­freu­di­ge Men­schen hier vor Ort, die den Sta­tus quo und eta­blier­te Pro­zes­se hin­ter­fra­gen. Das Signal für die Welt muss sein: Wer hier anpa­cken und etwas Gro­ßes auf­bau­en will, ist will­kom­men und bekommt vol­le Unter­stüt­zung. Dafür brau­chen wir im Wett­be­werb um die fit­tes­ten Köp­fe inter­na­tio­na­le Mobi­li­tät und Zugän­ge für Inter­na­tio­nals, um wie­der Wachs­tum und nach­hal­ti­ge Wert­schöp­fung in der Regi­on zu pro­du­zie­ren. Wir brau­chen eine welt­of­fe­ne Kul­tur und die Gewiss­heit, dass man hier Unter­neh­men mit Welt­ni­veau auf­bau­en kann.

Vielen Dank.

Die Fra­gen stell­te Robert Nehring.

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