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Weltmeister, Rennstrecken, Hightech – Sachsen-Anhalt spielt vorne mit

Ob Fuß­ball, Hand­ball, Schwim­men, Rhön­rad­tur­nen oder Motor­sport. Ath­le­ten aus Sach­sen-Anhalt brin­gen in ver­schie­dens­ten Dis­zi­pli­nen natio­nal und inter­na­tio­nal beach­te­te Leis­tun­gen. So wer­den die Sport­ler zu Aus­hän­ge­schil­dern des Bundeslandes.

Das Team des SC Magdeburg feiert auf dem Alten Markt in Magdeburg den Gewinn der deutschen Handballmeisterschaft 2025/2026. Abbildung: Michael Taeger/Jan Huebner

Das Team des SC Mag­de­burg fei­ert auf dem Alten Markt in Mag­de­burg den Gewinn der deut­schen Hand­ball­meis­ter­schaft 2025/2026. Abbil­dung: Micha­el Taeger/Jan Huebner

Die letz­ten Sekun­den lau­fen her­un­ter. Die GETEC-Are­na steht Kopf. Etwa 6.600 Zuschau­er trei­ben den SC Mag­de­burg nach vorn. Neben­an strö­men Zehn­tau­sen­de in die Avnet Are­na zum Heim­spiel des 1. FC Mag­de­burg. Wäh­rend­des­sen dröh­nen in Oschers­le­ben die Moto­ren über den Asphalt. Drei Sport­ar­ten, drei Schau­plät­ze, eine Gemein­sam­keit: Sport bewegt Sach­sen-Anhalt und ist tief ver­wur­zelt. Emo­tio­nal, gesell­schaft­lich und wirt­schaft­lich, so die Inves­ti­ti­ons- und Mar­ke­ting­ge­sell­schaft Sach­sen-Anhalt (IMG Sachsen-Anhalt).

Dass der Sport hier seit Jahr­zehn­ten einen beson­de­ren Stel­len­wert genießt, zeigt schon das Stadt­bild in der Lan­des­haupt­stadt. Auf dem Brei­ten Weg erin­nert der „Sports Walk of Fame“ an Olym­pia­sie­ger, Welt­meis­ter und Erfolgs­trai­ner. QR-Codes erzäh­len ihre Geschich­ten digi­tal wei­ter. Doch der Blick rich­tet sich längst nicht nur zurück. Sport gehört heu­te zwi­schen Alt­mark und Harz zu den Top-Standortfaktoren.

Die Fans des 1.FC Magdeburg beim Heimspiel. Der FCM und der SCM sind die sportlichen Aushängeschilder Sachsen-Anhalts. Abbildung: Norman Seidler, 1. FC Magdeburg

Die Fans des 1. FC Mag­de­burg beim Heim­spiel. Der FCM und der SCM sind die gro­ßen sport­li­chen Aus­hän­ge­schil­der Sach­sen-Anhalts. Abbil­dung: Nor­man Seid­ler, 1. FC Magdeburg

Sportliche Aushängeschilder für Sachsen-Anhalt

Beson­ders deut­lich wird das bei den bei­den gro­ßen Aus­hän­ge­schil­dern. Wenn der 1. FC Mag­de­burg oder der SC Mag­de­burg Heim­spiel­tag haben, rei­sen Fans aus dem gesam­ten Bun­des­ge­biet an. Sie über­nach­ten in Hotels, essen in Restau­rants, nut­zen Bus und Bahn und bele­ben den Ein­zel­han­del. Hin­zu kom­men Ein­nah­men aus Spon­so­ring, Mer­chan­di­sing und Ticket­ver­kauf. Was auf dem Spiel­feld pas­siert, setzt eine wirt­schaft­li­che Ket­te in Gang, von der zahl­rei­che Bran­chen pro­fi­tie­ren. Fern­seh­über­tra­gun­gen lie­fern Bil­der aus Mag­de­burg regel­mä­ßig in Mil­lio­nen Wohn­zim­mer. Vor allem der SC Mag­de­burg hat sich mit sei­nen jüngs­ten Erfol­gen zu einer inter­na­tio­na­len Spit­zen­mar­ke ent­wi­ckelt. Deut­sche Meis­ter­schaf­ten, Cham­pi­ons-League-Titel oder der Gewinn der Klub-Welt­meis­ter­schaft haben den Ver­ein welt­weit bekannt gemacht. Die bei­den Tra­di­ti­ons­ver­ei­ne sind längst mehr als erfolg­rei­che Mann­schaf­ten – sie sind Mar­ken­bot­schaf­ter für Sachsen-Anhalt.

Die Rhönradturnerin Sophie Julius bei der WM 2025 in Leipzig. Abbildung: IMG Sachsen-Anhalt

Die Rhön­rad­tur­ne­rin Sophie Juli­us bei der WM 2025 in Leip­zig. Abbil­dung: IMG Sachsen-Anhalt

Athleten schreiben hier Geschichte

Seit Jahr­zehn­ten bringt das Land Ath­le­tin­nen und Ath­le­ten her­vor, die bei Welt­meis­ter­schaf­ten und Olym­pi­schen Spie­len Medail­len gewin­nen. Schwim­mer wie der Olym­pia­sie­ger und Welt­re­kord­hal­ter Lukas Mär­tens, der Olym­pia­sie­ger und mehr­fa­che Welt­meis­ter Flo­ri­an Well­b­rock, Welt­meis­te­rin Isa­bel Gose oder Welt­klas­se-Kanu­ten wie Yul Oelt­ze ste­hen eben­so für die­se Tra­di­ti­on wie die Rad­sport­le­gen­de Gus­tav-Adolf „Täve“ Schur, des­sen Name bis heu­te weit über den Sport hin­aus bekannt ist. Im Box­sport gehört Mag­de­burg seit Jah­ren zu den wich­tigs­ten Adres­sen Deutsch­lands. Mit SES Boxing hat einer der erfolg­reichs­ten deut­schen Box­stäl­le hier sei­nen Sitz. Euro­pa- und Welt­meis­ter wur­den auf­ge­baut, inter­na­tio­na­le Titel­kämp­fe orga­ni­siert und regel­mä­ßig bun­des­weit im Fern­se­hen über­tra­gen. Auch sie machen Sach­sen-Anhalt weit über die Lan­des­gren­zen hin­aus sicht­bar. Und auch dort, wo das öffent­li­che Inter­es­se klei­ner ist, ent­ste­hen gro­ße Geschich­ten. Die 19-jäh­ri­ge Rhön­rad­tur­ne­rin Sophie Juli­us aus Mag­de­burg etwa gewann jüngst zwei Welt­meis­ter­ti­tel und zeigt, wie breit der Leis­tungs­sport in Sach­sen-Anhalt auf­ge­stellt ist.

Motorsport wird zum Testlabor

Das gilt, wenn auch auf ande­re Art, für die Motor­sport Are­na Oschers­le­ben. Wer an Deutsch­lands nörd­lichs­te Renn­stre­cke denkt, hat zuerst die spek­ta­ku­lä­ren Ren­nen, vol­le Tri­bü­nen und inter­na­tio­na­le Renn­se­ri­en vor Augen. Tat­säch­lich tut sich hier aber auch sehr viel zwi­schen den Renn­wo­chen­en­den. Die Anla­ge arbei­tet an nahe­zu 365 Tagen im Jahr und hat sich als viel­sei­ti­ges Mobi­li­täts- und Ver­an­stal­tungs­zen­trum entwickelt.

Die Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) im Juli 2006 in Oschersleben. Sie gilt als die bekannteste deutsche Automobilsport-Rennserie für GT3-Sportwagen. Abbildung: Rebekka Winter

Die Deut­sche Tou­ren­wa­gen Mas­ters (DTM) im Juli 2006 in Oschers­le­ben. Sie gilt als die bekann­tes­te deut­sche Auto­mo­bil­sport-Renn­se­rie für GT3-Sport­wa­gen. Abbil­dung: Rebek­ka Winter

Zwi­schen den gro­ßen Motor­sport­events wird die Stre­cke zum Test­la­bor für Fahr­zeug­her­stel­ler, zur Büh­ne für Pro­dukt­prä­sen­ta­tio­nen und zum Treff­punkt für Unter­neh­men. Her­stel­ler nut­zen die Bedin­gun­gen für Test­fahr­ten und Fahr­zeug­er­pro­bun­gen, Teams berei­ten sich auf Wett­be­wer­be vor, Fir­men ver­an­stal­ten Kun­den­events, Incen­ti­ves oder Fahr­pro­gram­me. Auch Motor­rad­trai­nings und spe­zi­el­le Fahr­erleb­nis­se gehö­ren zum ganz­jäh­ri­gen Ange­bot. Im Fahr­si­cher­heits­zen­trum der Are­na dreht sich alles um Kon­trol­le und Sicher­heit. Pri­vat­per­so­nen und Unter­neh­men mit ihren Fuhr­parks trai­nie­ren gefähr­li­che Situa­tio­nen auf spe­zi­ell prä­pa­rier­ten Flächen.

Die Wirtschaft hinter dem Sport

Sport­li­che Erfolgs­ge­schich­ten wer­den häu­fig auch hin­ter den Kulis­sen mit­ge­schrie­ben. Unter­neh­men und wis­sen­schaft­li­che Ein­rich­tun­gen ent­wi­ckeln Aus­rüs­tung, erfor­schen Bewe­gungs­ab­läu­fe, pro­gram­mie­ren digi­ta­le Anwen­dun­gen oder pro­du­zie­ren Mate­ri­al für den Wett­kampf. Frisch im Bun­des­land nie­der­ge­las­sen hat sich Sport Thie­me. Das Fami­li­en­un­ter­neh­men gilt als Euro­pas Markt­füh­rer für Sport­ge­rä­te und hat sei­ne Logis­tik­ak­ti­vi­tä­ten in Hal­dens­le­ben gebün­delt. Vom Bör­de­kreis aus ver­las­sen jähr­lich Mil­lio­nen Pro­duk­te das Lager – vom Tisch­ten­nis­ball über The­ra­pie­ge­rä­te bis hin zu kom­plet­ten Sport­an­la­gen. Ver­ei­ne, Schu­len, Fit­ness­stu­di­os und Reha-Ein­rich­tun­gen in ganz Euro­pa wer­den aus Sach­sen-Anhalt beliefert.

Sport wird heu­te auch digi­tal gedacht. Das zeigt unter ande­rem das Mag­de­bur­ger Start-up Mycro­cast. Sei­ne Audio­tech­no­lo­gie ermög­licht es, Live-Kom­men­ta­re in Echt­zeit auf Smart­phones zu über­tra­gen – unab­hän­gig davon, wo sich die Zuschau­er im Sta­di­on befin­den. Das Ange­bot soll vor allem Men­schen mit einer Seh­be­hin­de­rung ermög­li­chen, die Spie­le zu ver­fol­gen. Die Tech­no­lo­gie kam bereits bei der Fuß­ball-Euro­pa­meis­ter­schaft 2024 und vie­len Top-Spie­len zum Einsatz.

Wo die Zukunft trainiert

Dass aus Ideen markt­fä­hi­ge Pro­duk­te wer­den, ist kein Zufall. Sach­sen-Anhalt ver­fügt über eine For­schungs­land­schaft, in der Sport, Digi­ta­li­sie­rung und Gesund­heits­wis­sen­schaf­ten immer enger zusam­men­wach­sen. So bewegt man sich an der Otto-von-Gue­ri­cke-Uni­ver­si­tät Mag­de­burg unter ande­rem zwi­schen Gesund­heits- und Reha­bi­li­ta­ti­ons­sport, der Ver­bin­dung von Sport und Tech­no­lo­gie sowie einem brei­ten Hoch­schul­sport. Zur För­de­rung von Unter­neh­mens­grün­dun­gen im Bereich der Digi­ta­li­sie­rung von Sport, Bewe­gung und Gesund­heit hat die Uni das Digi Sports Lab im Ange­bot – wo kos­ten­los getes­tet, ent­wi­ckelt und rea­li­siert wer­den kann.

Auch die Hoch­schu­le Mag­de­burg-Stend­al setzt auf sport­li­che Fel­der, bie­tet unter ande­rem die Stu­di­en­gän­ge Gesund­heits­ma­nage­ment und Gesund­heits­för­dern­de Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung an. Im neu­en Bio­me­cha­nik-Labor wer­den Lauf- und Bewe­gungs­ab­läu­fe mil­li­me­ter­ge­nau aus­ge­wer­tet, um Ver­let­zun­gen vor­zu­beu­gen und Trai­nings­me­tho­den zu ver­bes­sern. Gleich­zei­tig ent­wi­ckelt sich rund um die Uni­ver­si­täts­me­di­zin mit dem Health + IT Cam­pus Mag­de­burg ein Netz­werk, das Spit­zen­me­di­zin, Prä­ven­ti­on, For­schung und Unter­neh­men enger mit­ein­an­der verbindet.

Das Team von Magdeburg eSports gewinnt den ESBD-Vereinspokal. Abbildung: Maria Manneck

Das Team von Mag­de­burg eSports gewinnt den ESBD-Ver­eins­po­kal. Abbil­dung: Maria Manneck

Digitale Spielfelder

Dass Digi­ta­li­sie­rung inzwi­schen selbst zum Spiel­feld gewor­den ist, zeigt ein wei­te­rer Wachs­tums­markt: E-Sport. Längst ver­fol­gen welt­weit Mil­lio­nen Men­schen digi­ta­le Wett­kämp­fe, pro­fes­sio­nel­le Teams wer­den von Spon­so­ren unter­stützt und gro­ße Tur­nie­re fül­len Are­nen. Auch Sach­sen-Anhalt ist an die­ser Ent­wick­lung betei­ligt. Mit Netz­wer­ken wie Games & XR Mit­tel­deutsch­land und dem E-Sport Hub Sach­sen-Anhalt gibt es Struk­tu­ren, die Unter­neh­men, Ver­ei­ne und Ent­wick­ler zusam­men­brin­gen. Zudem enga­gie­ren sich die Akteu­re, um poli­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen für die gesell­schaft­li­che und wirt­schaft­li­che Nut­zung von E-Sport im Land wei­ter vor­an­zu­trei­ben. Der Mag­de­burg eSports e.V. gilt als einer der mit­glie­der­stärks­ten gemein­wohl­ori­en­tier­ten Ver­ei­ne sei­ner Art. Die Mit­glie­der enga­gie­ren sich für die Gam­ing-Com­mu­ni­ty in Mag­de­burg, ver­an­stal­ten Tref­fen und The­men­aben­de, bie­ten unter ande­rem Jugend­trai­nings an, um Medi­en- und Digi­tal­kom­pe­tenz zu stär­ken, und koope­rie­ren mit Unter­neh­men, Schu­len und der Otto-von-Guericke-Universität.

Präzision „Made in Sachsen-Anhalt“

Bei Spie­len ganz ande­rer Art macht ein Pro­dukt aus Sach­sen-Anhalt den pro­fes­sio­nel­len Unter­schied: Ob beim Biath­lon Welt­cup oder bei Olym­pi­schen Spie­len – häu­fig ent­schei­det Muni­ti­on aus Schö­ne­beck über Hun­derts­tel. Mit einer Inves­ti­ti­on von rund 15 Mil­lio­nen Euro hat der inter­na­tio­na­le Kon­zern Nam­mo sei­nen Stand­ort im Salz­land­kreis im Som­mer 2026 deut­lich aus­ge­baut. In der neu­en Pro­duk­ti­ons­hal­le ent­ste­hen hoch­wer­ti­ge Sport­mu­ni­tio­nen für den inter­na­tio­na­len Markt. Vor allem im Biath­lon genießt die Mar­ke Lapua einen exzel­len­ten Ruf. Bei den Olym­pi­schen Win­ter­spie­len 2026 in Mai­land-Cor­ti­na ver­trau­te die über­wie­gen­de Mehr­heit der Ath­le­tin­nen und Ath­le­ten auf Muni­ti­on aus Schönebeck.

Wo Sport ganze Regionen bewegt

Dabei sein ist alles – die wirt­schaft­li­che Kraft des Sports zeigt sich über­all dort, wo Ver­an­stal­tun­gen Gäs­te anzie­hen und Regio­nen bele­ben. Neben vie­len ande­ren bedeu­ten­den Läu­fen bringt der Mag­de­burg Mara­thon Jahr für Jahr meh­re­re Tau­send Läu­fe­rin­nen und Läu­fer an den Start. Der Tan­ger­mün­der Elb­deich­ma­ra­thon im Früh­ling gehört zu den belieb­tes­ten Land­schafts­läu­fen Deutsch­lands. Im Mag­de­bur­ger Her­ren­krug­park tref­fen sich Besu­cher zu den tra­di­ti­ons­rei­chen Pfer­de­ren­nen, auf der Elbe sor­gen Dra­chen­boot­ren­nen für vol­le Ufer, und Tri­ath­lon- oder Rad­sport­ver­an­stal­tun­gen locken Akti­ve eben­so wie Zuschau­er nach Sachsen-Anhalt.

 

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