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Feuer und Flamme für gute Ideen: Wie der Bestform Award kreative Lösungen fördert

Der „Best­form Award“, Krea­tiv­preis des Lan­des Sach­sen-Anhalt, zeich­net Lösun­gen aus, die Wirt­schaft, Gesell­schaft und All­tag auf neue Wei­se vor­an­brin­gen. Ein Bei­spiel ist ein Nach­rüst-Front­sprüh­bal­ken für Feu­er­wehr-Ersatz­fahr­zeu­ge von Ben­ja­min Olschak aus dem Salzlandkreis.

Benjamin Olschak auf einem Anzeigenmotiv für den Bestform Award. 2025 war er Sieger in der Kategorie Product. Abbildung: IMG Sachsen-Anhalt

Ben­ja­min Olschak auf einem Anzei­gen­mo­tiv für den Best­form Award. 2025 war er Sie­ger in der Kate­go­rie Pro­duct. Abbil­dung: IMG Sachsen-Anhalt

Im Juni 2026 ist eine neue Wett­be­werbs­run­de gestar­tet, bei der sich bis zum 13. Novem­ber Unter­neh­men, aber auch For­schen­de oder Stu­die­ren­de mit ihren krea­ti­ven Ideen bewer­ben kön­nen. 2025 wur­den mit mehr als hun­dert Ein­rei­chun­gen so vie­le Pro­jek­te wie nie zuvor ver­zeich­net. Gewon­nen hat in der Kate­go­rie Pro­duct Olschak Stahl + Design aus Aschers­le­ben mit einem inno­va­ti­ven Nach­rüst-Front­sprüh­bal­ken für Feuerwehr-Einsatzfahrzeuge.

Wenn Ben­ja­min Olschak einen Satz beson­ders oft sagt, dann die­sen: „Das dürf­te kein Pro­blem sein.“ So ist es auch vor eini­gen Jah­ren, als der Schlos­ser in der Nähe von Aschers­le­ben mit den Orts­wehr­lei­tern der Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren Drohn­dorf und Meh­rin­gen zusam­men­sitzt. Sie machen sich Sor­gen um die Feld- und Flä­chen­brän­de in der Regi­on. Dann steht die Idee im Raum, Ein­satz­fahr­zeu­ge mit einem Front­sprüh­bal­ken aus­zu­rüs­ten, der Brän­de schon beim Anfah­ren ein­dämmt und dabei spar­sam mit Lösch­was­ser umgeht.

Aus die­sem Gedan­ken ist ein preis­ge­krön­tes Pro­dukt gewor­den. Gemein­sam mit den Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren Drohn­dorf und Meh­rin­gen gewann der Unter­neh­mer 2025 beim Best­form Award – dem Krea­tiv­wett­be­werb des Lan­des Sach­sen-Anhalt – den ers­ten Preis in der Kate­go­rie Pro­duct. Nun beglei­tet er die neue Wett­be­werbs­run­de als Bot­schaf­ter. Auf Pla­ka­ten, in Vide­os, im Pod­cast und bei Ver­an­stal­tun­gen wirbt er für den lau­fen­den Wett­be­werb und möch­te ande­re ermu­ti­gen, ihre Ideen ein­zu­rei­chen – auch wenn sie „viel­leicht noch nicht ganz fer­tig gedacht sind.“

Eine Idee aus dem Feuerwehralltag

Bis aus der Über­le­gung von einst ein funk­tio­nie­ren­des Pro­dukt wird, ver­geht damals auch eini­ge Zeit. Der All­tag im Drei-Mann-Betrieb Olschak Stahl + Design lässt wenig Raum für das Pro­jekt. Doch die Idee ver­schwin­det nie ganz aus dem Kopf von Ben­ja­min Olschak. „Jetzt oder nie“, sagt er sich und beginnt Jah­re spä­ter dar­an zu tüf­teln. „Die Idee dahin­ter ist ein­fach zu gut, die konn­te ich nicht igno­rie­ren“, sagt der Schlos­ser. Er baut ers­te Pro­to­ty­pen. Die Feu­er­wehr­leu­te tes­ten sie im Ein­satz und geben Rück­mel­dun­gen. Immer wie­der bes­sern sie nach, den­ken neu, pro­bie­ren. Dass sie einer „hei­ßen Idee“ auf der Spur sind, ist da längst sicher. Ben­ja­min Olschak betont immer wie­der, dass er den Front­sprüh­bal­ken nicht erfun­den hat: „So etwas gab es auch zu DDR-Zei­ten schon“, sagt der 38-Jäh­ri­ge, „aller­dings in nur sehr ein­fa­cher Ver­si­on.“ Heu­te ver­fü­gen neue Feu­er­wehr­fahr­zeu­ge zwar teil­wei­se über Front­sprüh­an­la­gen, die­se die­nen jedoch in ers­ter Linie dem Eigen­schutz. Ben­ja­min Olschak will mehr: Er sieht das Bau­teil immer als eine Kom­bi­na­ti­on, die das Fahr­zeug schützt und gleich­zei­tig bei der Bekämp­fung von Flä­chen­brän­den hilft.

Benjamin OIschak (vorne) mit dem Ortswehrleiter der Ortsfeuerwehr Mehringen, Martin Bork. Bis heute entwickelt sich das System des Frontsprühbalkens immer weiter. Abbildung: Benjamin Olschak

Ben­ja­min OIschak (vor­ne) mit dem Orts­wehr­lei­ter der Orts­feu­er­wehr Meh­rin­gen, Mar­tin Bork. Abbil­dung: Ben­ja­min Olschak

Die ers­ten Pra­xis­tests fin­den damals gleich dort statt, wo das Sys­tem spä­ter ein­ge­setzt wer­den soll – auf dem Feld. Ein Land­wirt stellt dafür eine Flä­che zur Ver­fü­gung. Als dort kon­trol­liert Feu­er gelegt wird und das Fahr­zeug samt Front­sprüh­bal­ken dar­über­fährt, zeigt sich schnell: Die Idee funk­tio­niert. Die Feu­er­pro­be ist bestan­den. Das ers­te Modell ist bis heu­te im Ein­satz. Doch der Tüft­ler weiß danach: Da geht noch was. „Wir wuss­ten, dass wir den Front­sprüh­bal­ken noch bes­ser machen kön­nen“, erin­nert er sich. Also wur­den Düsen neu ange­ord­net, Sprüh­win­kel ver­än­dert und Lei­tun­gen opti­miert. Bis heu­te ent­wi­ckelt sich das Sys­tem wei­ter – immer in Zusam­men­ar­beit mit den Feu­er­wehr­leu­ten, die ihre Erfah­run­gen aus den Ein­sät­zen zurück­mel­den. Genau die­ses Zusam­men­spiel aus hand­werk­li­chem Kön­nen und prak­ti­scher Erfah­rung über­zeug­te auch die Jury des Best­form Award.

Einer, der lieber anpackt

Dass Ben­ja­min Olschak so lan­ge an einer sol­chen Idee fest­hält, über­rascht sein Umfeld wenig. Wer sei­nen beruf­li­chen Weg betrach­tet, kann schnell able­sen: Er ist einer, der Din­ge am liebs­ten prak­tisch löst und anpackt.

Nach dem Abitur ent­schei­det sich der Aschers­le­ber gegen ein Uni­ver­si­täts­stu­di­um. „Ich woll­te lie­ber etwas mit mei­nen Hän­den schaf­fen“, erin­nert er sich. Er wird Indus­trie­me­cha­ni­ker, arbei­tet vie­le Jah­re in die­sem Beruf und absol­viert neben­bei ein tech­ni­sches Stu­di­um. Spä­ter wird er Aus­bil­der und Prü­fer und ist seit Jah­ren der Vor­sit­zen­de der IHK-Prü­fungs­kom­mis­si­on. 2018 wagt er den Schritt in die Selbst­stän­dig­keit – zunächst neben­be­ruf­lich. Er ver­leiht Hüpf­bur­gen und Werk­zeu­ge, über­nimmt klei­ne­re Schlos­ser­ar­bei­ten und fer­tigt indi­vi­du­el­le Kon­struk­tio­nen. „Ich hat­te Lust, etwas Neu­es aus­zu­pro­bie­ren“, sagt er. Das Neben­ge­schäft läuft gut. Türen, Tore, Zäu­ne, Dienst­leis­tun­gen: Die Anfra­gen rei­ßen nicht ab. Als sich schließ­lich die Gele­gen­heit ergibt, eine Schlos­se­rei zu über­neh­men, wagt er den Schritt in die Selbst­stän­dig­keit. Bereut hat er ihn nie, sagt der Unter­neh­mer. In sei­ner Werk­statt ent­ste­hen seit­dem nicht nur funk­tio­na­le Lösun­gen, son­dern auch außer­ge­wöhn­li­che Pro­jek­te. Für die Lan­des­gar­ten­schau in Bad Dür­ren­berg fer­tigt er einen gro­ßen Glo­bus an, der bepflanzt wer­den kann und am Ende wie eine begeh­ba­re, grü­ne Welt­ku­gel wirkt. Aktu­ell arbei­tet er an einem Hass­lau­er Stern mit acht Metern Durch­mes­ser, der künf­tig auf Ver­an­stal­tun­gen die Gäs­te anlo­cken soll.

Der Preis als Türöffner

Mit dem Gewinn des Best­form Awards bekommt die Schlos­se­rei 2025 viel Auf­merk­sam­keit. Zei­tun­gen berich­te­ten, Rund­funk und Fern­se­hen wer­den auf den Front­sprüh­bal­ken auf­merk­sam. Anfra­gen kom­men nicht mehr nur von Feu­er­weh­ren. Das Sys­tem kann längst mehr. Denk­bar sind Anwen­dun­gen beim Tech­ni­schen Hilfs­werk, in der Land­wirt­schaft oder bei Moto­cross-Ver­an­stal­tun­gen. Der Drohn­dor­fer stat­tet sogar ein Amphi­bi­en­fahr­zeug voll­stän­dig mit dem Sprüh­sys­tem aus, sodass es Was­ser in der Karos­se­rie spei­chern kann. „Das dürf­te kein Pro­blem sein“ – ist es auch nicht.

Ben­ja­min Olschak fer­tigt jeden Front­sprüh­bal­ken in Hand­ar­beit. Er fährt zu den Fahr­zeu­gen, misst die Fahr­zeu­ge aus, kon­stru­iert die pas­sen­de Lösung und über­nimmt auch die Mon­ta­ge selbst. Per­spek­ti­visch könn­te er sich gut vor­stel­len, deut­lich grö­ße­re Stück­zah­len zu pro­du­zie­ren. Dafür braucht er aller­dings Part­ner, die gemein­sam mit ihm die Ent­wick­lung vor­an­trei­ben – etwa auf dem Weg zu einer uni­ver­sel­len Hal­te­rung, die den Sprüh­bal­ken zu einem ech­ten Plug-and-Play-Sys­tem machen könnte.

Botschafter für kreative Ideen

Dass er der­zeit das Gesicht der neu­en Best­form-Run­de ist, macht ihn stolz, sagt er – auch wenn er es unge­wohnt fin­det, sein „Gesicht über­all zu sehen“. Für Olschak selbst hat sich die Teil­nah­me gelohnt – fach­lich eben­so wie per­sön­lich. Der Wett­be­werb habe sei­nem Pro­jekt viel Auf­merk­sam­keit ver­schafft und Türen geöff­net, sagt er. Das Preis­geld kommt größ­ten­teils den neu gegrün­de­ten För­der­ver­ei­nen der Feu­er­weh­ren Drohn­dorf und Meh­rin­gen zugu­te. Der Rest fließt in die Ent­wick­lung der uni­ver­sel­len Hal­te­rung, die die Mon­ta­ge noch leich­ter machen könnte.

Sol­che Brü­cken­schlä­ge zwi­schen Krea­ti­vi­tät und Pra­xis, Gesell­schaft und Wirt­schaft sind es, die der Best­form Award seit 2013 sicht­bar macht. „An die­sem Wett­be­werb teil­zu­neh­men, war damals eine gute Idee“, sagt er. „Ich rate jedem, der in Sach­sen-Anhalt etwas Neu­es, Krea­ti­ves in pet­to hat, dort mitzumachen.“

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