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	<title>Kessel Buntes Archive - ostdeutschland.info</title>
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	<title>Kessel Buntes Archive - ostdeutschland.info</title>
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		<title>Ostkurve: Die Ostfußball-Kolumne #2</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/ostkurve-die-ostfussball-kolumne-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2026 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>DFB-Pokal, Klopps Kader, „Schicksalswahlen“. Zum Start der neuen Fußballsaison hatten wir einige Fragen an unseren Fußballexperten Gregor Ryl.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9718" class="size-full wp-image-9718" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Gregor-Ryl-Portraet_cut.jpg" alt="In seiner Kolumne „Ostkurve“ schreibt Autor und Podcaster Gregor Ryl über neue Entwicklungen im ostdeutschen Fußball." width="387" height="597">In seiner Kolumne „Ostkurve“ schreibt Autor und Podcaster Gregor Ryl über neue Entwicklungen im ostdeutschen Fußball.<br />
ostdeutschland.info: Der DFB-Pokal. Er soll eigene Gesetze haben, außer vielleicht: „Geld schießt Tore“. Gab es ostdeutsche Überraschungen in Runde eins?<br />
Gregor Ryl: Sportlich betrachtet nicht [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>DFB-Pokal, Klopps Kader, „Schicksalswahlen“. Zum Start der neuen Fußballsaison hatten wir einige Fragen an unseren Fußballexperten Gregor Ryl.</p>
<p><span id="more-10409"></span></p>
<div id="attachment_9718-2" style="width: 397px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9718-2" class="size-full wp-image-9718" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Gregor-Ryl-Portraet_cut.jpg" alt="In seiner Kolumne „Ostkurve“ schreibt Autor und Podcaster Gregor Ryl über neue Entwicklungen im ostdeutschen Fußball." width="387" height="597"><p id="caption-attachment-9718-2" class="wp-caption-text">In seiner Kolumne „Ostkurve“ schreibt Autor und Podcaster Gregor Ryl über neue Entwicklungen im ostdeutschen Fußball.</p></div>
<h2><span class="title-bg">ostdeutschland.info: Der <b>DFB-Pokal. Er soll eigene Gesetze haben, außer vielleicht: „Geld schießt Tore“. Gab es ostdeutsche Überraschungen in Runde eins?</b></span></h2>
<p><strong>Gregor Ryl: </strong>Sportlich betrachtet nicht wirklich. Dynamo Dresden und der FCM haben sich souverän durchgesetzt. Energie Cottbus hat gegen einen Erstligisten verloren, was okay ist. Carl Zeiss Jena hat sich gegen das zwei Ligen höher spielende Darmstadt gut präsentiert und nur 1:2 verloren. Dabei hat der Jenaer Elias Löder wahrscheinlich das Tor des Monats geschossen. Der Hallesche FC hat Schalke 04 vor heimischer Kulisse ein 2:2 nach 90 Minuten abgetrotzt – eine starke Leistung, bedenkt man den Unterschied von drei Ligen. Dementsprechend hat Schalke in der Verlängerung dann aber noch drei Tore geschossen.</p>
<p>Die schönste Meldung für mich kam aus Krieschow, einem kleinen Dorf in der Niederlausitz, das gleichzeitig der kleinste Teilnehmer im DFB-Pokal jemals war. Beim VfB Krieschow haben sie hier wochenlang gerödelt, eine Stahlrohr-Tribüne an den Dorfplatz gestellt, Parkschilder auf Bettlaken gemalt und an Strohballen gehängt. Das ist Pokal! Die 0:9‑Niederlage gegen Mainz: völlige Nebensache.</p>
<h2><span class="title-bg">Supercup: Der einzige ostdeutsche WM-Fahrer Maxi Beier vergibt die Chance zum Ausgleich für Dortmund gegen Bayern. Besteht die Gefahr, dass Klopps Kader <strong>„o</strong>ssifrei<strong>“</strong> bleibt?</span></h2>
<p>Leider besteht sie, ja. Es sei denn, Tim Kleindienst schießt an den ersten beiden Bundesliga-Spieltagen zehn Tore. Die Ost-West-Verteilung der Nationalspieler ist einmal mehr Abbild dafür, dass man im Osten auch auf sportlicher Ebene mehr Startschwierigkeiten für einen erfolgreichen Karriereweg bis an die Spitze hat. Weniger Profivereine, weniger Leistungsdichte, aber: Wir sind auf einem guten Weg. Es gibt ausgezeichnete Nachwuchsleistungszentren in Dresden, Magdeburg, Cottbus etc.&nbsp; Beachtlich ist, dass die Regionalliga Nordost die Regionalliga mit den meisten NLZs ist. Aue, Chemnitz, Jena, Erfurt und Halle leisten exzellente Nachwuchsarbeit und setzen auf die Jugend.</p>
<h2><span class="title-bg">Erste Liga: Der 1. FC Union Berlin hat einen Stürmer für den Vereinsrekord von zwanzig Millionen Euro verkauft. Ist diese Saison mehr drin als Klassenerhalt?</span></h2>
<p>Ich denke, nur wenn alles auf Anhieb funktioniert. Mit dem neuen Trainer Mauro Lustrinelli und dem Weggang einiger Stammspieler gibt es einen Neuanfang. Neuzugang Emmanuel Latte Lath hat zwar einen gut zu Berlin passenden Nachnamen – nach dem Abgang von Ansah braucht er aber noch Verstärkung neben sich in der Offensive. Nur drei der zehn Testspiele wurden gewonnen, im Pokal gab es einen Sieg gegen Braunschweig dank Standardstärke und Wechselglück. In der Alten Försterei sehe ich persönlich aber eh viel lieber Abstiegskampf als Königsklasse.</p>
<p>Wir müssen außerdem über die Unionerinnen reden: In der ersten Liga der Frauen sind sie ebenfalls das einzige echte Ost-Team, da Jena letzte Saison leider abgestiegen ist. Bei den Union-Frauen gab es zwar zum Auftakt eine Heimniederlage gegen die Bayern, aber mit der geschichtsträchtigen Trainerin Marie-Louise Eta an der Seitenlinie (letzte Saison erste Trainerin eines Männerteams in der Bundesliga) und dem wirklich starken Fan-Support im Rücken stehen die Chancen für den Klassenerhalt auch in dieser Saison gut.<strong>&nbsp;</strong></p>
<h2><span class="title-bg">Stichwort Fan-Support. Schauen wir mal auf die Tribünen – was gibt es Neues von den Fans im Osten?</span></h2>
<p>Da war im Sommer mal so richtig was los, als sich rund 6.000 Fans von Hansa Rostock auf den Weg in einen Vorort von London machten – zu einem Testspiel beim Watford FC. Präsident des Clubs war einst Elton John, was manche Rostocker dazu hinreißen ließ, in Original-Elton-John-Kostüm anzureisen. Die Hansa-Fans hissten außerdem eine Fahne ihres Vereins auf der Tower Bridge und erstellten ein kleines Wörterbuch mit Fußball-Vokabeln. Wussten Sie, dass „Eintrittskarte“ auf Englisch „Onekickmap“ heißt? Ich auch nicht. Die Hansa-Fans supporteten beim Spiel, was das Zeug hielt, und Fußball-England staunte nicht schlecht über „These crazy germans“. Eine Tour mit einem großen Augenzwinkern.</p>
<p>In Dresden gab es diese Woche auch eine tolle Aktion. Zum 300. Jubiläum der Grundsteinlegung der Frauenkirche gab es ein Sondertrikot sowie eine große Veranstaltung mit über 1.000 Menschen in der Frauenkirche, inklusive Andacht, Gesang und Ansprachen. Eine großartige Veranstaltung, die zeigt: Fußball ist immer mehr als nur 90 Minuten auf dem Platz. Er ist Gemeinschaft und Verbundenheit, mit Geschichte und Region.</p>
<div id="attachment_9665-2" style="width: 458px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9665-2" class="size-full wp-image-9665" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/05/Gregor-Ryl-Sport-im-Osten.jpg" alt="Gregor Ryl ist Autor und Podcaster. In seinem wöchentlichen Fußballpodcast „Im Osten geht die Sonne auf“ für den MDR, spricht er mit seinen Kollegen Alex Küpper und Paddy Fritzsche über den Ostfußball und alles drumherum. Abbildung: MDR, Sport im Osten" width="448" height="448"><p id="caption-attachment-9665-2" class="wp-caption-text">Gregor Ryl ist Autor und Podcaster. In seinem wöchentlichen Fußballpodcast „Im Osten geht die Sonne auf“ für den MDR spricht er mit seinen Kollegen Alex Küpper und Paddy Fritzsche über den Ostfußball und alles drumherum. Abbildung: MDR, Sport im Osten</p></div>
<h2><span class="title-bg">In Ihrem Ostfußball-Podcast für den MDR besprechen Sie auch Themen abseits des Sportlichen. Was hat sich zuletzt so zugetragen?</span></h2>
<p>Es gibt wirklich unzählige, wunderschöne Meldungen. Bei der BSG Stahl Riesa gibt es seit Kurzem Zetti-Knusperflocken als Stadionsnack – genial. Eines der schönsten Stadien Deutschlands, das Waldstadion im Kaffeetälchen, Heimat der BSG Kali Werra Tiefenort, hat kürzlich seinen hundertsten Geburtstag mit einem riesigen Fest-Wochenende gefeiert. Ein Ballermann-Sänger hat die Torhymne beim VfB Ottersleben live performt, ich bin auf die „Heidewitzka Kreisoberliga Südthüringen“ gestoßen, deren Name allein schon Champions League ist, die Spieler von Energie Cottbus waren allesamt im Spiderman-Kostüm im Kino … ich könnte ewig so weitermachen. Wir bekommen jede Woche so viele schöne Nachrichten von Dorfplätzen, skurrilen Toren, witzigen Geschichten. Es ist einfach toll zu sehen, wie viele Menschen sich in Fußballvereinen engagieren und dabei jedes Wochenende so viel Positives entstehen lassen.</p>
<h2><span class="title-bg">Im Osten stehen in Kürze Landtagswahlen an. Inwieweit macht sich das auch im Fußball bemerkbar?</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Gesellschaftliche Entwicklungen sind auf jedem Platz und in jedem Stadion zu beobachten. Gerade in den ländlichen Regionen geraten Vereine teilweise unter Druck aufgrund des Rechtsrucks. Das zeigt sich in Verrohung, rassistischer Sprache und Beleidigungen. Hier appelliere ich ganz klar auch an kleine Vereine, solche Vergehen öffentlich zu machen und der Öffentlichkeit zu zeigen, dass der Sportplatz ein Ort des Miteinanders sein sollte. Weiterhin glaube ich, dass wir vor allem die positiven Geschichten erzählen und auf die verbindende Kraft des Fußballs hinweisen müssen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der VfB Auerbach lädt alle Helfer der Feuerwehr und des THW, die bei der Bekämpfung der Waldbrände in der Region mitgewirkt haben, zum Heimspiel am 13. September gegen Dynamo Dresden II ein. Beim 1. FC Magdeburg hat man in dieser Saison ein Trikot herausgebracht, das einen klassischen DDR-Plattenbau als Aufdruck hat, um an die Herkunft und die Heimat vieler Fans zu erinnern. Das bildet Menschen ab und nimmt mit – das reicht manchmal schon. Im Auswärtsblock der BSG Chemie Leipzig war unter der Woche ein Spruchband zu sehen: „Wird es im Osten immer dunkler, bringt auch die AfD keinen Funken Licht.“ Der Fußball im Osten ist lebendiger denn je, auf und neben dem Platz. Gehen Sie mal wieder ins Stadion. Sport frei!</span></p>
<h2><span class="title-bg">Vielen Dank.</span></h2>
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			</item>
		<item>
		<title>In eigener Sache: Unsere Leserumfrage</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/in-eigener-sache-unsere-leserumfrage/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ostdeutschland.info vor zwei Jahren online gegangen ist, wussten wir zwar, was wir vorhaben, aber nicht, ob das auch jemanden interessiert. Mittlerweile ist klar: Unser Infoportal genießt eine hohe Aufmerksamkeit. Nun wollen wir Sie, unsere Leser, näher kennenlernen. Bitte nehmen Sie bis zum 20. September an unserer kurzen Umfrage teil. Es gibt auch etwas zu gewinnen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10386" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Ost-Info-Umfrage-2026-Kachel_neu.jpg" alt="Die Leserumfrage von ostdeutschland.info. Abbildung: ostdeutschland.info" width="600" height="337"><br />
Wer wir sind, was wir vorhaben und mitunter denken, das finden Sie [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/in-eigener-sache-unsere-leserumfrage/">In eigener Sache: Unsere Leserumfrage</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ostdeutschland.info vor zwei Jahren online gegangen ist, wussten wir zwar, was wir vorhaben, aber nicht, ob das auch jemanden interessiert. Mittlerweile ist klar: Unser Infoportal genießt eine hohe Aufmerksamkeit. Nun wollen wir Sie, unsere Leser, näher kennenlernen. Bitte nehmen Sie bis zum 20. September an unserer kurzen Umfrage teil. Es gibt auch etwas zu gewinnen.</p>
<p><span id="more-10258"></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10386" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Ost-Info-Umfrage-2026-Kachel_neu.jpg" alt="Die Leserumfrage von ostdeutschland.info. Abbildung: ostdeutschland.info" width="600" height="337"></p>
<p>Wer wir sind, was wir vorhaben und mitunter denken, das finden Sie 24/7 auf unserer Website. Wer dagegen Sie sind, wissen wir eigentlich nur über Ihre Zuschriften und Social-Media-Kommentare. Das wollen wir nun ändern. Durch unsere Umfrage möchten wir mehr von Ihnen kennenlernen und mehr von Ihnen wissen.</p>
<p>Uns interessiert, wie viele von Ihnen Ostdeutsche sind und was Sie über den Osten denken. Wo sind Unterschiede spürbar und was muss ggf. noch geschehen, damit zusammenwächst, was zusammengehört? Haben Sie Lieblingsbücher zu Ostdeutschland? Welche ostdeutschen Persönlichkeiten finden Sie sympathisch, welche nicht gerade wohltuend?</p>
<h2><span class="title-bg">Mitmachen hilft – und lohnt sich!</span></h2>
<p>Unsere Umfrage umfasst 24 kurze Fragen. Das schaffen Sie in fünf Minuten. Alle Angaben werden anonym ausgewertet. Personenbezogene Daten erhält ausschließlich ostdeutschland.info. Mit Ihrer Teilnahme <span style="color: #ff3eb5;">bis zum 20. September 2026</span> tragen Sie zu einem aktuellen Stimmungsbild bei und helfen uns, die ostdeutschland.info-Leser besser zu verstehen. Außerdem sichern Sie sich mit ihr die Chance auf einen attraktiven Gewinn. Unter allen Teilnehmern verlosen wir:</p>
<ul>
<li>25 Sammelbände „Denke ich an Ostdeutschland ... “, Band 1, Berlin 2024, 224 Seiten, Hardcover im Wert von je 79,90 € und</li>
<li>25 Sammelbände „Denke ich an Ostdeutschland ... “, Band 2, Berlin 2025, 224 Seiten, Hardcover im Wert von je 79,90 €.</li>
</ul>
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                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-10265 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-08-03 14:31:12" data-filename="PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein-400x600.jpg" data-slide-type="image"><a href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" target="_blank" aria-label="Jetzt bestellen." class="metaslider_image_link"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein-400x600.jpg" height="600" width="400" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... (Band 2). Jetzt bestellen!" class="slider-10263 slide-10265 msDefaultImage" title="Denke ich an Ostdeutschland ... (Band 2). Jetzt bestellen!"></a></li>
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<p>Die Gewinner werden nach Ablauf der Befragung informiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.</p>
<h2><span class="title-bg">Unsere Leserumfrage 2026</span></h2>
[contact-form-7]
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			</item>
		<item>
		<title>Wie Egon Krenz zum Mitwisser einer Flucht wurde …</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/wie-egon-krenz-zum-mitwisser-einer-flucht-wurde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Aug 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute erscheint der Film „Spaziergang nach Syrakus“ des Regisseurs und Drehbuchautors Lars Jessen. Der Publizist und Schriftsteller Dr. Andreas H. Apelt beschreibt den ungewöhnlichen Weg heraus aus der DDR und wieder zurück, um den es in dem Streifen geht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10311" class="wp-image-10311" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/spaziergang-nach-syrakus_socmed_sharepic_kinoplakat_01x01.jpg" alt="Der Film „Spaziergang nach Syrakus“ ist einer Reise des gelernten Schlossers Klaus Müller nachempfunden. Die Hauptrolle des Paul spielt Charly Hübner. Abbildung: Pandora Film" width="600" height="600">Der Film „Spaziergang nach Syrakus“ ist einer Reise des gelernten Schlossers [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute erscheint der Film „Spaziergang nach Syrakus“ des Regisseurs und Drehbuchautors Lars Jessen. Der Publizist und Schriftsteller Dr. Andreas H. Apelt beschreibt den ungewöhnlichen Weg heraus aus der DDR und wieder zurück, um den es in dem Streifen geht.</p>
<p><span id="more-10310"></span></p>
<div id="attachment_10311-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10311-2" class="wp-image-10311" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/spaziergang-nach-syrakus_socmed_sharepic_kinoplakat_01x01.jpg" alt="Der Film „Spaziergang nach Syrakus“ ist einer Reise des gelernten Schlossers Klaus Müller nachempfunden. Die Hauptrolle des Paul spielt Charly Hübner. Abbildung: Pandora Film" width="600" height="600"><p id="caption-attachment-10311-2" class="wp-caption-text">Der Film „Spaziergang nach Syrakus“ ist einer Reise des gelernten Schlossers Klaus Müller nachempfunden. Die Hauptrolle spielt Charly Hübner. Abbildung: Pandora Film</p></div>
<p>Immerhin war er der zweite Mann im Staat und nach dem Staatsratsvorsitzenden und Generalsekretär Erich Honecker die wichtigste Figur in der Partei- und Staatsführung: Egon Krenz. Er war es, der am 9. Juni 1988 einen ungewöhnlichen Brief erhielt. Absender war Klaus Müller, 46, gelernter Schlosser und als Kellner auf Hiddensee tätig. Müller eröffnete ihm selbstbewusst, dass er die DDR verlassen werde. Nicht, um zu fliehen, sondern um zu einer Bildungsreise nach Syrakus in Italien aufzubrechen. Schließlich habe sein sächsischer Landsmann, der Schriftsteller Johann Gottfried Seume, bereits 1802 von Grimma bei Leipzig aus, die 6.000-km-Strecke bis nach Syrakus vorwiegend zu Fuß zurückgelegt.</p>
<p>Seume galt als ein Meister der Reisebeschreibung. Sein Bericht, „Spaziergang nach Syrakus“, wurde im frühen 19. Jahrhundert zum Bestseller. Aber er begeisterte auch noch 200 Jahre später, wie das Beispiel Müller zeigt, denn der gebürtige Dresdner beschloss, auf den Spuren Seumes über die Alpen bis nach Sizilien zu wandern. Die Geschichte ist so rührend wie absurd, dass sie F.C. Delius 1995 in einem Roman verewigte. Klaus Müller erzählt sie selbst im Buch „Selbstbefreiung im Schatten der Mauer“, aber auch im Buch „Hiddensee, die Insel der Anderen“ (Hrsg. Apelt/Klauss). Hier steuert er eine Reihe von Dokumenten bei. Doch nicht nur die Literatur hat sich des Stoffes angenommen. Heute kommt die Verfilmung „Spaziergang nach Syrakus“ in die Kinos. Auch wenn der <a href="https://www.pandorafilm.de/filme/spaziergang-nach-syrakus.html" target="_blank" rel="noopener">Film</a> die wahre Geschichte großzügig interpretiert, ist schon die Besetzung mit Charly Hübner in der Hauptrolle sehenswert.</p>
<p>Das Besondere an der mehrwöchigen Bildungsreise nach Syrakus ist Müllers Wunsch, in die DDR zurückzukehren. Und genau deshalb weiht er auch den Stellvertretenden Staatsratsvorsitzenden ein. Allerdings schickt er den Brief erst am Abend seiner „Abreise“ ab. Sicher ist eben sicher. Als unfreiwilliger Zeuge des Vorhabens und „Mitwisser“ gilt nun Egon Krenz. Für Müller ein Ass im Ärmel.</p>
<div id="attachment_10312-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10312-2" class="wp-image-10312" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Hiddensee_asv2022-08_img05_Gellen_Strand.jpg" alt="Strand und Sanddüne beim Leuchtturm Gellen auf der Insel Hiddensee. Dr. Andreas H. Apelt zufolge war die Insel das Eldorado für Künstler, Lebenskünstler, Aussteiger, Träumer und Andersdenkende. Abbildung: A. Savin, Wikimedia Commons" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10312-2" class="wp-caption-text">Strand und Sanddüne beim Leuchtturm Gellen auf der Insel Hiddensee. Dr. Andreas H. Apelt zufolge war die Insel auch zu DDR-Zeiten ein Eldorado für Künstler, Lebenskünstler, Aussteiger, Träumer und Andersdenkende. Abbildung: A. Savin, Wikimedia Commons</p></div>
<p>Dass der ganze Vorfall sich ausgerechnet auf Hiddensee abspielt, mochte kein Zufall sein. Die Insel galt als Niemandsland und exterritoriales Gebiet. Im Meer, in Sichtweite der dänischen Insel Moen gelegen, scheint sie nicht mehr die DDR und doch auch nicht irgendein anderes Staatswesen zu sein. Kein Wunder, war die Insel doch das Eldorado für Künstler und Lebenskünstler, Aussteiger jeder Couleur, Träumer und Andersdenkende. Auch Ausreisewillige verdingten sich hier als Saisonkräfte und ließen die DDR weit hinter sich. Aber nicht nur jene, die mit der DDR abgerechnet hatten, fanden sich hier ein. Auch Mitglieder des ZK und Politbüros, Wissenschaftler, Schauspieler, Schriftsteller, Maler und Publizisten entdeckten sehr schnell die Reize der Insel, die schon in den Vorkriegsjahren Prominente anzog, von Gerhart Hauptmann über Albert Einstein bis Thomas Mann. Ihnen folgten zu DDR-Zeiten: Walter Felsenstein, Gret Palucca, Armin Mueller-Stahl und viele andere.</p>
<p>Zu denen, die auf der Insel Entspannung und Ruhe suchten, zählten auch schillernde Persönlichkeiten wie Markus Wolf, der Chef des Auslandsgeheimdienstes und Stasi-Vizechef. Allerdings hielt sich das mit der Ruhe in Grenzen, weil zuweilen Punkbands wie Feeling B mit selbstgebauten, von Batterien betriebenen Verstärkern ganze Strandabschnitte ohrenbetäubend beschallten. Die Bandmitglieder rekrutierten sich auch aus den Funktionärskindern. Viele von ihnen waren am System verzweifelt, hatten Ausreiseanträge gestellt oder versuchten, über eine der Grenzen, dem Arbeiter- und Bauernstaat zu entfliehen.</p>
<p>An nichts anderes dachte Klaus Müller, nur mit dem Unterschied, zurückkehren zu wollen. So versuchte er es zunächst auf anderem Wege. Neben Ausreiseanträgen hoffte er im Rahmen der neu abgeschlossenen Städtepartnerschaft Rostock-Bremen, in den Genuss einer Reise gen Westen zu kommen. Doch als auch dieses Ansinnen bei den Rostocker Behörden trotz der Fürsprache des damaligen Bremer Bürgermeisters Klaus Wedemeier auf Ablehnung stieß, beschloss Klaus Müller, seine Ausreise selbst in die Hand zu nehmen.</p>
<div id="attachment_10314-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10314-2" class="wp-image-10314" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/spaziergang-nach-syrakus_stills_03_ostsee_strand-8123.jpg" alt="Charly Hübner als Paul bei einer Erkundung an der Ostsee. Auch Klaus Müller erkundete vor seiner Reise die Umgebung und hielt laut Apelt die innerdeutsche Grenze für gefährlicher als die Flucht über die Insel Hiddensee. Abbildung: Sammy Hart, Pandora Film" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10314-2" class="wp-caption-text">Charly Hübner als Paul bei einer Erkundung an der Ostsee. Abbildung: Sammy Hart, Pandora Film</p></div>
<p>Fortan nutzte er seine Aufenthalte auf Hiddensee, um von hier aus eine abenteuerliche Reise zu planen. Von Hiddensee aus in die Freiheit zu gelangen, schien ihm jedenfalls deutlich weniger gefährlich, als etwa die innerdeutsche Landgrenze oder die Berliner Mauer zu überwinden. Doch was heißt ungefährlicher?</p>
<p>Für Müller, der sich als „echte Landratte“ empfindet, bleibt es ein waghalsiges Unternehmen. Bei 5.600 Fluchtversuchen gelang es gerade einmal eintausend Menschen, unbeschadet in den Westen bzw. Norden zu gelangen. Viele Fluchtwillige wurden vorher aufgegriffen, oder die Fluchtversuche konnten vereitelt werden. Mehr als 170 Menschen ertranken.</p>
<p>Klaus Müller wusste um die Gefahren der See und mögliche drakonische Strafen, sollte seine Ausreise – er sprach nicht von Flucht – gelingen. Akribisch bereitete er alles vor. So kaufte er eine Jolle und brachte sich über Jahre selbst das Segeln bei. Aber vor allem lernte er zu navigieren, Himmelsrichtungen an den Sternzeichen zu erkennen, Strömungen zu berechnen, Priele zu erkennen und Winde zu deuten.</p>
<p>Am 7. Juni 1988 war es nach jahrelanger Wartezeit so weit. Am Morgen hörte Klaus Müller im Radio den Seewetterbericht, der ihn elektrisierte. Der Wind stand günstig und ließ trotz anfänglicher Schwierigkeiten seine Plastik-Nussschale aus dem Bodden in die offene See treiben. Von da an ging es flott nach Nord-West. Nach fast 14 Stunden erreichte der Hobbysegler den dänischen Hafen Gedser. Während in Rostock in Abwesenheit ein Haftbefehl für Müller ausgestellt wurde, begann für ihn die achtmonatige Bildungsreise, die ihn in die Bundesrepublik, dann aber auch nach Italien führte, wo er über Rom, Neapel und Taormina überglücklich Syrakus erreichte. Im Frühjahr 1989 reiste er, nachdem er erneut Egon Krenz informiert hatte, wieder in die DDR ein. Höchst skeptisch, ob er mit seiner Begründung einer Bildungsreise auch die Staatsmacht milde stimmen kann, macht er sicherheitshalber noch einen weiteren Vorschlag, um die Sinnhaftigkeit seiner Reise zu untermauern. So heißt es in dem in der Stasiakte Müllers archivierten Brief an Krenz: „Wenn Sie (Krenz; Anm. d. Red.) mir, weil ich kein Akademiker bin, eine Bildungsreise nicht zubilligen wollen, nenne ich meine Reise eine Walz.&nbsp; Ich war in der BRD in vier Städten, auf sieben Arbeitsstellen, in zwei Berufen zeitweilig tätig und habe dort und in Italien reiche berufliche Erfahrungen sammeln können.“</p>
<p>Die Staatssicherheit ist ratlos. Nach einer Nacht in einer Gäste-Zelle wird Müller nach Röntgental in ein Wiederaufnahmelager für Übersiedler aus dem Westen gebracht. Dort, in der Nähe Berlins, bleibt er 21 Tage und wird ohne Auflagen in die DDR entlassen. In der heimatlichen Umgebung ist die Freude über seine Wiederkehr groß. Aber er wird auch mit viel Skepsis empfangen. Vielleicht, so die Unterstellung, gibt es doch einen Deal mit der Stasi. Die Gerüchteküche brodelt. Wenige Monate später fällt die Mauer. Das Gerücht entbehrte zwar jeder Grundlage, aber es hatte gereicht, um Freunde zu verlieren. Doch es wurden auch neue gefunden.</p>
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		<title>Franziska Schenk: Selbstbewusst ostdeutsch. „Man hört ja gar nicht, dass du aus dem Osten kommst!“</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/franziska-schenk-selbstbewusst-ostdeutsch-man-hoert-ja-gar-nicht-dass-du-aus-dem-osten-kommst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Aug 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Franziska Schenk, Eisschnelllauf-Weltmeisterin, Journalistin und Moderatorin bei MDR und ARD, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7981" class="size-full wp-image-7981" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Schenk_DIAO2.png" alt="Franziska Schenk, Eisschnelllauf-Weltmeisterin, Journalistin, Moderatorin MDR, ARD. Abbildung: Charlotte Sattler" width="706" height="1000">Franziska Schenk, Eisschnelllauf-Weltmeisterin, Journalistin, Moderatorin MDR, ARD. Abbildung: Charlotte Sattler<br />
Dieses „Kompliment“ habe ich in den 1990er-Jahren, als ich in Mainz studiert habe, sehr [...]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Franziska Schenk, Eisschnelllauf-Weltmeisterin, Journalistin und Moderatorin bei MDR und ARD, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-7978"></span></p>
<div id="attachment_7981-2" style="width: 716px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7981-2" class="size-full wp-image-7981" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Schenk_DIAO2.png" alt="Franziska Schenk, Eisschnelllauf-Weltmeisterin, Journalistin, Moderatorin MDR, ARD. Abbildung: Charlotte Sattler" width="706" height="1000"><p id="caption-attachment-7981-2" class="wp-caption-text">Franziska Schenk, Eisschnelllauf-Weltmeisterin, Journalistin, Moderatorin MDR, ARD. Abbildung: Charlotte Sattler</p></div>
<p>Dieses „Kompliment“ habe ich in den 1990er-Jahren, als ich in Mainz studiert habe, sehr oft gehört. Und ja, ich fand es gut, dass man nicht merkte, wo ich herkam. Wie so viele Ostdeutsche habe ich meine Herkunft nicht aktiv verborgen, war aber auch ganz froh, wenn sie nicht zu offensichtlich war. Warum eigentlich? Weil der Westen die Norm war und ist?</p>
<p>Ich glaube, ich fand es schon damals unnötig und auch ein wenig lästig, dass dieses Betonen und Auswerten des Andersseins des Ostens so im Mittelpunkt standen. Klar hatte ich einen anderen Background als meine Kommilitonen aus dem Westen, aber den hatte ich auch, weil ich Leistungssportlerin war und sie nicht. Ich habe zwei Gesellschaftssysteme bewusst erlebt und auch der Leistungssport ist eine andere Welt. Dieses „Anderssein“ empfinde ich eher als Bereicherung. Für mich war und ist es meine Normalität. Und nur eine Annahme: Vielleicht empfinden das die Menschen hier im Osten ähnlich – für sie ist ihre Herkunft keine Abweichung von der vermeintlichen Norm, sondern ihre Normalität.</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Dieses ostdeutsche Selbstbewusstsein ist nicht mehr angewiesen auf Wertschätzung von außen, die eh jahrzehntelang verwehrt blieb.”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg">Vertraut und doch fremd</span></h2>
<p>Ich bin in Erfurt geboren und aufgewachsen. Mit 20 Jahren bin ich zum Studium nach Mainz gezogen. Später habe ich angefangen, hier für den SWR zu arbeiten. Mit der Eisschnelllauf-Nationalmannschaft bereiste ich ausgiebig die Welt und berichtete später für die ARD-Sportschau live von Kanada bis Japan. Seit 2003 lebe ich in Leipzig und arbeite für den MDR und die ARD. Wie viel „Ossi“ steckt also in mir mit dieser Vita?</p>
<p>Ich muss ehrlich sagen: Vor meinem Umzug von Mainz nach Leipzig hat der Osten in meinem Erwachsenenleben keine große Rolle gespielt, von den gelegentlichen Feststellungen meiner überraschten Mitmenschen abgesehen, dass ich tatsächlich aus Thüringen stamme. Die Ossiwitze, die auch in meiner Gegenwart erzählt wurden, fand ich eher langweilig. International war die ostdeutsche Herkunft erst recht nicht wichtig.</p>
<div id="attachment_7983-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7983-2" class="wp-image-7983" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Kopie-von-Schenk_Ball_Thueringer_Sport.jpg" alt="Als Moderatorin beim Thüringer Ball des Sports 2018. Abbildung: Sascha Fromm" width="600" height="425"><p id="caption-attachment-7983-2" class="wp-caption-text">Als Moderatorin beim Thüringer Ball des Sports 2018. Abbildung: Sascha Fromm</p></div>
<p>Mit dem Umzug habe ich den Osten noch einmal anders kennengelernt. Er fühlte sich vertraut an und doch fremd. Vertraut, weil ich zum Beispiel den Dialekt meiner Kindheit hörte, den ich mag, auch wenn ich ihn nicht spreche. Das liegt an meiner Mutter, die aus der Altmark stammte und Deutschlehrerin war. So bin ich quasi dialektfrei groß geworden. Fremd, weil ich damals bei einigen einen Frust auf den Westen und verletzten Stolz spürte, den ich mir nicht erklären konnte. Heute habe ich ein größeres Verständnis für meine Heimat als in den 1990ern. Damals war meine Welt sehr weit weg von den enormen Transformationsprozessen, die hier stattgefunden haben und jede Familie betrafen, im Positiven wie im Negativen.</p>
<p>Als Journalistin habe ich gelernt, Dinge differenziert zu betrachten, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Dadurch kann man verschiedene Lebenswirklichkeiten erkennen, anerkennen und im besten Fall verstehen.</p>
<p>Mit diesem Blick auf den Osten wird schnell klar: Es gibt nicht die eine Ostidentität, so wie es auch nicht die Westidentität gibt. Der Osten, das ist Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg- Vorpommern, Brandenburg und ein Teil von Berlin. Das heißt, es gibt regionale Eigenheiten, die Identitäten formen. Hinzu kommt ein kontinuierlicher Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, der je nach Generation unterschiedlich ausgeprägt ist. Die jüngeren Generationen, die die DDR nicht erlebt haben, definieren die Ostidentität neu, nehmen die historischen Grundlagen auf, fügen aber ihre eigenen Erfahrungen hinzu.</p>
<div id="attachment_7986-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7986-2" class="wp-image-7986" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Kopie-von-Nagano-Schenk5925310.jpg" alt="Franziska Schenk bei den Olympischen Spielen von Nagano 1998. Abbildung: Sascha Fromm" width="600" height="454"><p id="caption-attachment-7986-2" class="wp-caption-text">Franziska Schenk bei den Olympischen Spielen von Nagano 1998. Abbildung: Sascha Fromm</p></div>
<h2><span class="title-bg">Weitergegebene Erfahrungen</span></h2>
<p>Identität speist sich aus Erfahrungen und das müssen nicht die eigenen sein. Eltern, egal in welcher Region Deutschlands, geben sie an ihre Kinder weiter. Selbst Kinder, die nach der Wende im Osten geboren wurden, haben Eltern, die in der DDR sozialisiert wurden und das bewusst oder unbewusst weitergeben. Ich erlebe das bei meinen eigenen Kindern.</p>
<p>Ostdeutsche Identität, das heißt heute nicht mehr (nur) Ostalgie, ein Leben in der für manche vermeintlich besseren Vergangenheit. Aber in dieser Vergangenheit liegen die Wurzeln, auch für die Jüngeren. Hinzu kommen die Entwicklungen der letzten 35 Jahre, auf die man stolz sein kann, die identitätsstiftend sind, auch wenn das von außen leider oft ausgeblendet wird.</p>
<p>Als Moderatorin bei diversen Veranstaltungen und durch mein Projekt „Living Memories“ habe ich Unternehmerinnen und Unternehmer kennengelernt, die mutig in den 1990ern ihre Chance ergriffen haben und Firmen gründeten – unter Bedingungen, wie sie so nie wieder sein werden. Sie und die nachfolgenden Generationen haben Verantwortung übernommen und sorgen für eine eigenständige Wirtschaft, die nicht nur verlängerte Werkbank ist. Gerade auf dem Land sind viele Hidden Champions der Wirtschaft zu finden. Und ich erlebe Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die tief verwurzelt sind in der Region, etwa bei der Sportgala des Vogtlandes, die ich einmal im Jahr moderiere. Das Engagement aus Politik, Sportvereinen und Ehrenamtlern nötigt mir jedes Mal großen Respekt ab. Hier zeigt sich ein unprätentiöser, selbstverständlicher Stolz auf das Erreichte und die Heimat. Dieses ostdeutsche Selbstbewusstsein ist nicht mehr angewiesen auf Wertschätzung von außen, die eh jahrzehntelang verwehrt blieb. Das Selbstbewusstsein kommt von innen und hat eine besondere Kraft. Es ist die Erfahrung der Selbstwirksamkeit: Durch eigenes Anpacken können Dinge verändert oder geschaffen werden.</p>
<p>Veränderungen sind in diesem Zusammenhang etwas Positives und wer einmal Veränderungen positiv konnotiert hat, steht diesen wahrscheinlich auch im Allgemeinen gelassener gegenüber.</p>
<div id="attachment_7987-2" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7987-2" class="wp-image-7987" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Schenk_3.jpg" alt="Wintersport: im Einsatz für die ARD. Abbildung: Franziska Schenk" width="450" height="600"><p id="caption-attachment-7987-2" class="wp-caption-text">Wintersport: im Einsatz für die ARD. Abbildung: Franziska Schenk</p></div>
<h2><span class="title-bg">Trotziger Stolz</span></h2>
<p>Als Journalistin sehe ich aber auch Frust und schwindendes Vertrauen in Institutionen, seien es Parteien oder eben Medien. Einher geht das mit einem trotzigen Stolz auf eine Ostidentität, die sich eher aus Abgrenzung speist und zu Ausgrenzung anderer führen kann.</p>
<p>Diese Ausgrenzung hat für mich viele Gesichter. Sie zeigt sich in der Ablehnung von Menschen mit Migrationshintergrund. Sie führt aber auch zu absurden Debatten darüber, wer denn jetzt als ostdeutsch gilt, wenn es zum Beispiel um die öffentliche Wahrnehmung geht. Nicht falsch verstehen: Ich glaube, dass es einen dringenden Nachholbedarf bei der Repräsentanz von Ostdeutschen in Führungspositionen gibt. Aber wie ostdeutsch darf oder muss es denn sein? Von Geburt an? Oder „reicht“ es, hier Wurzeln geschlagen zu haben, sich nachweislich für die Belange des Ostens einzusetzen und sie möglicherweise besser zu kennen als so mancher, der sich als ostdeutsch geriert: im Osten geboren aber schon lange nicht mehr dort lebend? Diese Unterscheidung in Ossi und Wessi hat mich schon bei meiner Rückkehr 2003 sehr irritiert. Leider ist sie bis heute ein Thema, was möglicherweise befeuert wird durch das anhaltende, eher negative Betonen der Unterschiede anstelle der Förderung von Akzeptanz und gegenseitiger Wertschätzung.</p>
<p>Es gibt also auf der einen Seite die Macher, die Selbstbewusstsein aus positiven Erfahrungen der Selbstwirksamkeit ziehen. Sie wollen zeigen, was der Osten leisten kann, zum Beispiel in Initiativen wie „Wir sind der Osten“. Ich glaube nur, dass diejenigen, die sich mit ihren Bedürfnissen und Sorgen nicht gesehen fühlen, mit solchen Claims und der vermeintlichen Elite wenig anfangen können. Sie stehen auf der anderen Seite der Skala der unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten im Osten.</p>
<div id="attachment_7988-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7988-2" class="wp-image-7988" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Schenk_2.jpg" alt="Franziska Schenk agiert vor und hinter der Kamera. Abbildung: Franziska Schenk" width="600" height="338"><p id="caption-attachment-7988-2" class="wp-caption-text">Franziska Schenk agiert vor und hinter der Kamera. Abbildung: Franziska Schenk</p></div>
<p>Ich denke, wir alle tun gut daran, uns ab und zu aus unseren jeweiligen Bubbles hinauszubewegen, auch wenn uns nicht alle Meinungen da draußen gefallen werden. Nur wer zuhört, kann verstehen. Das gilt für den Osten, aber auch den gesamtdeutschen Dialog zwischen gesellschaftlichen Schichten und Regionen.</p>
<p>Für die Unzufriedenen im Osten würde ich mir wünschen, dass sie Frieden machen können mit ihrer ostdeutschen Biografie. Was heißt das? Von außen: Die ständigen eher wertenden Ost-West- Vergleiche helfen auf dem Weg von Akzeptanz und Wertschätzung nicht weiter. Der Osten muss anders sein, das hat schon strukturelle Gründe. Die Ursachen dafür sind mannigfaltig beschrieben worden und liegen zum Teil in den 1990ern. Steffen Mau hat das in seinem Buch „Ungleich vereint“ angenehm wertungsfrei dargelegt. Er liefert damit einen anderen Blick auf die stetig wiederkehrende Ost-West-Debatte, einen, der ohne beidseitige Vorwürfe wie „Ihr habt uns annektiert“ oder „Ihr seid undankbar“ auskommt.</p>
<p>Wenn man die von Mau zusammengestellten Fakten und Erhebungen betrachtet, wird das Gefühl, potenziell benachteiligt zu sein, greifbarer. Denn wie der Titel des Buches sagt: Deutschland ist ungleich vereint. Vielleicht sind Entscheidungen gefällt worden, die man heute anders treffen würde, vielleicht führten diese Entscheidungen nicht nur zu Ungleichheit, sondern sogar zu Ungerechtigkeit. Das Gefühl, benachteiligt worden zu sein, das sich leider über Generationen hinweg hält, geht oft auf diese Zeit zurück. Natürlich kann man genauso Fakten dagegenhalten, wie positiv sich das Leben für die meisten entwickelt hat. Aber Emotionen sind stärker als Fakten – das gilt für viele Lebensbereiche. Besser wäre es, dieses Gefühl ernst zu nehmen, weil es sonst in Frust mündet. Und aus Frust entsteht selten etwas Positives.</p>
<p>Und nach innen: der Wunsch nach Versöhnung mit den Vorgängen und Entscheidungen, die, wie oben beschrieben, vielleicht nicht optimal gelaufen sind für die, welche heute mit gemischten Gefühlen auf ihr Leben im Osten blicken. Man kann nicht auf eine bessere Vergangenheit hoffen. Das kostet nur Energie. Die ist besser aufgehoben in der aktiven Mitgestaltung eines lebenswerten Ostens für alle: mit einem ostdeutschen Selbstbewusstsein, das sich im besten Sinne emanzipiert hat von Wertungen und Bewertungen von außen.</p>
<div id="attachment_7989-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7989-2" class="wp-image-7989" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Schenk_1.jpg" alt="Living Memories: Franziska Schenk unterstützt dabei, persönliche Erinnerungen in einer einzigartigen Filmografie festzuhalten. Abbildung: Franziska Schenk " width="600" height="338"><p id="caption-attachment-7989-2" class="wp-caption-text">Living Memories: Franziska Schenk unterstützt dabei, persönliche Erinnerungen in einer einzigartigen Filmografie festzuhalten. Abbildung: Franziska Schenk</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1685" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg" alt="Label Impulsgeberin Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Franziska Schenk</span></h2>
<p><strong>GEBOREN:</strong> 1974/Erfurt<br>
<strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Leipzig<br>
<strong>MEINE BUCHTIPPS:</strong> Kati Naumann: „Was uns erinnern lässt“, 2019; Steffen Mau: „Ungleich vereint“, 2024<br>
<strong>MEINE DOKUTIPPS:</strong> „Wut. Eine Reise durch den zornigen Osten“, 2024; „Wut. Die Reise geht weiter“, 2025<br>
<strong>MEIN URLAUBSTIPP:</strong> Meura, Haflinger Gestüt</p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/franziska-schenk-selbstbewusst-ostdeutsch-man-hoert-ja-gar-nicht-dass-du-aus-dem-osten-kommst/">Franziska Schenk: Selbstbewusst ostdeutsch. „Man hört ja gar nicht, dass du aus dem Osten kommst!“</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pierre Sanoussi-Bliss: Cola Whisky. Wie ich das einzige Mal meinem Vater begegnete</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/pierre-sanoussi-bliss-cola-whisky-wie-ich-das-einzige-mal-meinem-vater-begegnete/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2026 05:30:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=7965</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Schauspieler Pierre Sanoussi-Bliss ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7968" class="size-full wp-image-7968" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Sanoussi-Bliss_DIAO2.png" alt="Pierre Sanoussi-Bliss, Schauspieler. Abbildung: Thilo Pulpanek" width="709" height="1000">Pierre Sanoussi-Bliss, Schauspieler. Abbildung: Thilo Pulpanek<br />
Meine Mutter ist eine unglaublich starke Frau, sie war (...) mir die beste Mutter, die man sich vorstellen kann. Soweit man das als Kind überhaupt einschätzen kann, habe [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/pierre-sanoussi-bliss-cola-whisky-wie-ich-das-einzige-mal-meinem-vater-begegnete/">Pierre Sanoussi-Bliss: Cola Whisky. Wie ich das einzige Mal meinem Vater begegnete</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Der Schauspieler Pierre Sanoussi-Bliss ist ein wichtiger Impulsgeber für Ostdeutschland. Er setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist er auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-7965"></span></p>
<div id="attachment_7968-2" style="width: 719px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7968-2" class="size-full wp-image-7968" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Sanoussi-Bliss_DIAO2.png" alt="Pierre Sanoussi-Bliss, Schauspieler. Abbildung: Thilo Pulpanek" width="709" height="1000"><p id="caption-attachment-7968-2" class="wp-caption-text">Pierre Sanoussi-Bliss, Schauspieler. Abbildung: Thilo Pulpanek</p></div>
<p>Meine Mutter ist eine unglaublich starke Frau, sie war (...) mir die beste Mutter, die man sich vorstellen kann. Soweit man das als Kind überhaupt einschätzen kann, habe ich mich immer als ganz normal empfunden, aber meine Mutter hat, wie ich heute weiß, auch eine Menge von mir ferngehalten. Jedenfalls habe ich sehr schnell und anhaltend eine Art Grundvertrauen in die Menschen meiner Umgebung entwickelt.</p>
<p>Als mein Vater mit seinem Studium in Mittweida 1962 fertig war, ging er nach Berlin zu einem Zusatzstudium. Meine Mutter fragte ihn, ob sie für mich die guineische Staatsbürgerschaft beantragen kann und ob er einverstanden sei. Ja, das sei er, war die Antwort. Sollte ich als Schwarzer hier in der DDR nicht klarkommen, sollten das Misstrauen, sollten die Anfeindungen so groß sein, dass ich es in diesem Land nicht aushalte, sollte ich mit 18 gehen können, wohin ich möchte, so dachte meine Mutter. Der Mann vom Rat des Kreises, mit dem sich meine Mutter dann beriet, war nett und meinte, natürlich könne sie diesen Antrag stellen. Das Problem sei nur, wenn der guineische Staatspräsident eines Tages sagen würde: Alle Guineer müssen ins Heimatland, dann müsste ich dahin, und ein Zurück in die DDR gäbe es nicht. Deswegen stellte meine Mutter den Antrag dann doch nicht. Ich denke allerdings nicht, dass mich die DDR nach meinem 18. Geburtstag 1980 gegen den Willen meiner Mutter und als in der DDR sozialisiertes Wesen ausgeliefert hätte, wenn ein afrikanisches Staatsoberhaupt mal wieder gegen seine Nachbarn mobil macht. Aber sicher war sicher und das Thema war vom Tisch.</p>
<div id="attachment_7971-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7971-2" class="wp-image-7971" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Weihnachtsgeschichten.jpeg" alt="Der erste Drehtag im Leben: für „Weihnachtsgeschichten“, DDR 1986. Abbildung: Pierre Sanoussi-Bliss/privat" width="600" height="430"><p id="caption-attachment-7971-2" class="wp-caption-text">Der erste Drehtag im Leben: für „Weihnachtsgeschichten“, DDR 1986. Abbildung: Pierre Sanoussi-Bliss/privat</p></div>
<p>Dass meine Mutter nicht zusammen mit Sanoussi die DDR verlassen hat, war überhaupt kein Thema. Sie hat gern in der Umgebung mit ihren Freunden und Verwandten in der DDR gelebt und war sich ehrlich gesagt nicht sicher, ob Sanoussi der Mann gewesen wäre, mit dem sie ein Leben in Afrika hätte leben wollen. Man darf nicht vergessen, dass es damals keine Computer mit Wikipedia und Youtube gab, wo man sich einfach so über Land und Leute oder Sitten und Bräuche hätte informieren können. Alles war Hörensagen und 1962 gab es sicher nicht die angenehmsten Gerüchte und Vermutungen, was afrikanisches Leben anging. Das hat sich schließlich bis heute kaum gewandelt, obwohl man sich besser informieren könnte, wenn man das wollte.</p>
<p>Meine erste und einzige bewusste Begegnung mit meinem Vater Amirou Sanoussi fand im Frühjahr 1989 statt. Ich war 28 Jahre alt und schon diplomierter Schauspieler, der vor Kurzem die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ absolviert hatte. Mein Vater war zu der Zeit Botschafter von Guinea in Kanada und machte einen Kurzbesuch in der DDR. Er nahm Kontakt zu meiner Mutter auf, weil er seinen inzwischen erwachsenen Sohn kennenlernen wollte. Zum letzten Mal gesehen hatte er mich, als ich noch ein Kleinkind war und woran ich mich natürlich nicht erinnern konnte.</p>
<p>Da der Botschafter von Guinea in der DDR schon seit Kindertagen sein Freund war, arrangierte dieser unser Treffen im guineischen Botschaftsgebäude in Berlin-Buchholz. Vor dieser merkwürdigen Begegnung hatte ich noch eine anstrengende Theaterprobe im „Jugendtreff“ im Palast der Republik mit meinen Schauspielerkollegen Walter Plathe, Simone Thomalla und Matthias Freihof. Der Abend hieß „Plattenspiele“ und war ein heiter-ironischer Ritt durch die Untiefen ostdeutschen Humors – mit ein paar kuscheligen Seitenhieben auf die sozialistische Realität, um es einigermaßen nett zu umschreiben.</p>
<div id="attachment_7973-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7973-2" class="wp-image-7973" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Herz.jpg" alt="Staatsschauspiel Dresden: „Die Unbeständigkeit des Herzens“, 1994. Abbildung: Pierre Sanoussi-Bliss/privat" width="600" height="458"><p id="caption-attachment-7973-2" class="wp-caption-text">Staatsschauspiel Dresden: „Die Unbeständigkeit des Herzens“, 1994. Abbildung: Pierre Sanoussi-Bliss/privat</p></div>
<p>Nachmittags fuhr ich also direkt von der Probe nach Buchholz. Ich war erschöpft und etwas nervös. Vor der Botschaft wartete meine Mutter. Wir gingen gemeinsam hinein und wurden sehr freundlich von einer Art Hausdame mit Tine-Wittler-Figur empfangen, die in einen lilafarbenen afrikanischen Fummel gewandet war. Wir setzten uns, mein Vater erschien. Er sprach noch relativ gut Deutsch, jedenfalls besser als ich Russisch, das man mir jahrelang in der Schule erfolglos in den Kopf trichtern wollte, was bis heute ein ungutes Gefühl in mir aufkommen lässt, wenn ich slawische Sprachen höre.</p>
<p>Ein junger Mann betrat den Raum, sicher ein guineischer Student, der in der Botschaft offensichtlich als eine Art „Butler“ arbeitete, und fragte uns, was wir trinken wollen. Fanta? Cola? Whisky? Als Ossi waren das für mich natürlich alles selten zu konsumierende Herrlichkeiten und ich sagte, ich hätte gern ganz viel Coca Cola und einen Whisky. Daraufhin mischte sich sofort mein Vater ein und sagte: „Mein Sohn trinkt keinen Whisky!“</p>
<p>Damit war die Sache eigentlich gelaufen. Ich habe das natürlich als anmaßend empfunden. Wie kam dieser (schwarze) fremde Schnösel dazu, mir sofort nach dem Gutentagwünschen Vorschriften zu machen und seinen inzwischen 27-jährigen Sohn erziehen zu wollen? Und das nach über einem Vierteljahrhundert ohne Kontakt zu mir? Meine Mutter, die mich ziemlich gut kannte, stieß mich mit dem Knie an und in ihrem leicht flehentlichen Blick sah ich, dass ich das bitte einfach schweigend ertragen sollte. Ich akzeptierte.</p>
<div id="attachment_7974-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7974-2" class="wp-image-7974" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/DerAlte.jpg" alt="Als Axel Richter in „Der Alte“, ZDF 2014. Abbildung: Pierre Sanoussi-Bliss/privat" width="600" height="438"><p id="caption-attachment-7974-2" class="wp-caption-text">Als Axel Richter in „Der Alte“, ZDF 2014. Abbildung: Pierre Sanoussi-Bliss/privat</p></div>
<p>Im vor sich hinplätschernden Gespräch äußerte mein Vater dann sein Unverständnis darüber, dass ich nicht mit meiner Mutter zusammen leben würde. Das wunderte mich wiederum sehr. Gut, er kommt aus einem anderen Kulturkreis, in Afrika leben viele Familien generationsübergreifend zusammen. Aber als jemand, der in der DDR studiert hatte bzw. weltbürgerlich in Kanada als Botschafter tätig war, hätte er eigentlich wissen müssen, dass das bei uns nicht gerade Sitte ist. Außerdem war und ist das Verhältnis zu meiner Mutter gerade deswegen ein gutes, WEIL wir nicht zusammenwohnten. Wir kamen und kommen beide sehr gut allein zurecht.</p>
<p>Es ging dann so problematisch weiter. Im Grunde gerieten wir ständig aneinander, obwohl ich mich schon stark zurückhielt. Auch deswegen, weil mein Knie schon fast blau wurde, da meine Mutter mich unter dem Tisch permanent anrempelte, um mir zu verstehen zu geben, dass ich nicht so aufmüpfig sein und besser die Klappe halten sollte. Die ganze Situation war ihr sichtlich peinlich. Am Ende fuhren wir in die Gastwohnung der Botschaft, in der mein Vater wohnte. Er wollte mir diverse Anzüge von sich schenken, führte mich zu seinem Kleiderschrank und sagte sehr bestimmt: „Such dir was aus!“ Ich antwortete, dass ich das alles nicht brauchte, außerdem sei er ja einen Kopf kleiner als ich und die Sachen würden mir auf keinen Fall passen.</p>
<p>Es war absurd. Er ließ sich nicht abbringen und bestand darauf, dass ich etwas nehme, weil es sehr teure Anzüge seien. Schließlich gab er mir einfach zwei aus dem Schrank. Und auch ein paar Schuhe – kackbraune Slipper mit fürchterlichen goldenen Bommeln – musste ich (...) mitnehmen. Auf meinen Einwand, dass ich viel größere Füße hätte als er und diese Schuhe mir mindestens zwei Nummern zu klein seien, sagte er lediglich: „Die Schuhe haben 700 Dollar gekostet.“ Um diesen ganzen Unsinn zu beenden, nahm ich alles und sagte nichts mehr.</p>
<div id="attachment_7975-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7975-2" class="wp-image-7975" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Goetz.jpg" alt="Titelrolle im „Götz von Berlichingen“, Jagsthausen 2020. Abbildung: Pierre Sanoussi-Bliss/privat" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-7975-2" class="wp-caption-text">Titelrolle im „Götz von Berlichingen“, Jagsthausen 2020. Abbildung: Pierre Sanoussi-Bliss/privat</p></div>
<p>Beim Abschied gab er mir auch noch einen Umschlag. Als ich ihn öffnete, fand ich darin 3.000 DDR-Mark. Ich muss sehr enttäuscht geguckt haben, denn natürlich hatte ich eher auf Westgeld spekuliert. Damit hätte ich mir im Intershop eine Jeans und ein paar Platten kaufen können – zu der Zeit hörte ich Kate Bush. Kates Platten und mir wirklich gut passende Hosen gab es nur im Intershop. DDR-eigene Jeanskreationen wie „Wisent“, „Boxer“ oder „Goldfuchs“ kamen mir nicht an die Beine. Ich hatte in einem „Jugendmode“-Geschäft mal einige dieser Ost-Jeans anprobiert und konnte mich nicht entscheiden – zwischen Lachen und Weinen. Dass man in der DDR Westgeld besitzen durfte, wusste mein Vater angeblich nicht. Natürlich freute ich mich am Ende (...) über die 3.000 Ost-Mark, das war schließlich (...) sehr viel Geld, wenn man bedenkt, dass der Durchschnittsverdienst in der DDR 800 Mark im Monat betrug. Außerdem waren 3.000 Ost-Mark knapp 5.400 Feierabendbiere à 0,56 Mark der DDR. Wir hatten es doch eigentlich gar nicht so schlecht.</p>
<p>Tja, so war das mit meinem Vater. (...) Ich denke, er wollte mir, menschlich absolut verständlich, einfach nur zeigen, wozu er es gebracht hat. Wie ein amerikanischer Rapper, der aus der Gosse kommt und nach seinem Durchbruch Videos dreht, in denen er sich mit Diamanten, Ketten und Schmuck behängt, die schönsten Frauen am hauseigenen Pool um ihn herumtanzend, die fettesten Autos vor der Tür cruisend und der damit allen unmissverständlich zeigen will, dass er es geschafft hat. Ich bin meinem Vater nicht böse, aber das alles hatte auf mich wirklich eine abschreckende Wirkung. Wir haben nach diesem Aufeinandertreffen keinen Kontakt mehr gesucht und uns nie wieder gesehen. Ich weiß nicht, wie es ihm geht. Ich weiß nicht, wo er wohnt, nur dass er wieder in Guinea ist. Er müsste jetzt schon Mitte 70 sein. Vielleicht informiert er sich im Internet über mich. Ich google ihn jedenfalls ab und an, allerdings ohne neuen Erkenntnisgewinn. Meine Mutter hat ihm nach einem schlimmen Ebola-Ausbruch in dieser Region geschrieben, an die letzte Adresse, die sie von ihm hatte. Der Brief kam zurück.</p>
<p>Die Anzüge habe ich damals irgendwann in die Altkleidersammlung gegeben, die Schuhe irgendwo auf die Straße gestellt. Ich konnte niemanden in meinem Freundeskreis finden, der diese von meinem Vater gebrauchten, selbst für DDR-Verhältnisse hässlichen Slipper hätte tragen wollen.</p>
<p>Von den 3.000 Mark habe ich mir eine schicke Waschmaschine gekauft. Vorher hatte ich nur eine WM 66. Die Ossis unter Ihnen werden sich mit Schaudern erinnern. Ein fürchterliches Teil, das, wenn es schleuderte, durch die ganze Küche rutschte und einen selbst, versuchend die Bestie zu bändigen, gleich mit. Nun hatte ich eine richtig moderne, wunderbare Waschmaschine. Und ehrlicherweise muss ich gestehen, dass sie rein praktisch gesehen mehr Sinn machte als die neue Scheibe von Kate, auch wenn das jetzt blasphemisch klingt.</p>
<p>So habe ich dann jedes Mal, wenn ich Wäsche gewaschen habe, an meinen Vater gedacht. Allerdings ging die Maschine ziemlich schnell kaputt. Aber dann war auch schon „Westen“. Glücklicherweise. Jedenfalls was neue Waschmaschinen betraf.</p>
<p><em>Der Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch von Pierre Sanoussi-Bliss „Den Rest habe ich verdrängt“, Querverlag 2025.</em></p>
<div id="attachment_7976-2" style="width: 376px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7976-2" class="wp-image-7976" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/08/Cover_Foto-Detlef-Eden.jpg" alt="Pierre Sanoussi-Bliss: „Den Rest habe ich verdrängt“, Querverlag 2025. Abbildung: Detlef Eden" width="366" height="600"><p id="caption-attachment-7976-2" class="wp-caption-text">Pierre Sanoussi-Bliss: „Den Rest habe ich verdrängt“, Querverlag 2025. Abbildung: Detlef Eden</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1684" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_4c.jpg" alt="Label Impulsgeber Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Pierre Sanoussi-Bliss</span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong>GEBOREN:</strong> 1962/Ostberlin</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Berlin</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN THEATERTIPP:</strong> „Mauerstücke: Erinnerungsgeschichten“, Bettina Buske und Patricia Koelle (Hg.), 2009</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „Ich war neunzehn“, 1968</span><br>
<span style="color: #000000;"><strong>MEIN URLAUBSTIPP:</strong> Insel Hiddensee</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
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<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/pierre-sanoussi-bliss-cola-whisky-wie-ich-das-einzige-mal-meinem-vater-begegnete/">Pierre Sanoussi-Bliss: Cola Whisky. Wie ich das einzige Mal meinem Vater begegnete</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sabine Rennefanz: Gefährdetes Erbe. Geht es für die ostdeutschen Vorzeigearbeiterinnen zurück an den Herd?</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/sabine-rennefanz-gefaehrdetes-erbe-geht-es-fuer-die-ostdeutschen-vorzeigearbeiterinnen-zurueck-an-den-herd/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Aug 2026 05:30:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=7959</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sabine Rennefanz, Journalistin und Autorin bei Der Spiegel und Tagesspiegel, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7961" class="wp-image-7961" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Rennefanz_DIAO2.png" alt="Sabine Rennefanz, Journalistin, Autorin Der Spiegel, Tagesspiegel. Abbildung: Sven Gatter" width="703" height="1000">Sabine Rennefanz, Journalistin, Autorin Der Spiegel, Tagesspiegel. Abbildung: Sven Gatter<br />
Traditionelle Rollen- und Familienbilder werden wieder beliebter. Das betrifft auch die Bundesländer, für die Ex-Kanzlerin [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/sabine-rennefanz-gefaehrdetes-erbe-geht-es-fuer-die-ostdeutschen-vorzeigearbeiterinnen-zurueck-an-den-herd/">Sabine Rennefanz: Gefährdetes Erbe. Geht es für die ostdeutschen Vorzeigearbeiterinnen zurück an den Herd?</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Sabine Rennefanz, Journalistin und Autorin bei Der Spiegel und Tagesspiegel, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-7959"></span></p>
<div id="attachment_7961-2" style="width: 713px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7961-2" class="wp-image-7961" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Rennefanz_DIAO2.png" alt="Sabine Rennefanz, Journalistin, Autorin Der Spiegel, Tagesspiegel. Abbildung: Sven Gatter" width="703" height="1000"><p id="caption-attachment-7961-2" class="wp-caption-text">Sabine Rennefanz, Journalistin, Autorin Der Spiegel, Tagesspiegel. Abbildung: Sven Gatter</p></div>
<p>Traditionelle Rollen- und Familienbilder werden wieder beliebter. Das betrifft auch die Bundesländer, für die Ex-Kanzlerin Merkel prototypisch stand. Kaum ein Zufall. In der vergangenen Woche wurde viel über die frühere Kanzlerin und Memoiren-Schreiberin Angela Merkel geredet. Wie sie es als ostdeutsche Frau an die Spitze der Regierung geschafft hat, und wie viel sie darauf verwandt hat, in einer männerdominierten Welt voranzukommen. Sie stand damit prototypisch für viele DDR-sozialisierte Frauen, die sich dank guter Ausbildung und Ehrgeiz im wiedervereinigten Deutschland nach 1990 zurechtfanden.</p>
<p>Bis heute gibt es in den ostdeutschen Ländern eine höhere Erwerbsquote von Frauen als im Westen, mehr weibliche Führungskräfte und eine geringere Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Ostdeutsche Frauen inspirierten zu Gedichten wie „Die Ostfrau an sich“ von Bert Papenfuß, zu Filmen („Frauen in Landschaften“), zu Büchern wie „Ostfrauen verändern die Republik“ (2019) oder jüngst „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“. Selbst Netzwerktreffen im Kanzleramt gibt es speziell für ostdeutsche Frauen, organisiert vom Ostbeauftragten der Bundesregierung. Doch damit könnte bald Schluss sein, und zwar nicht nur, weil es womöglich in der nächsten Bundesregierung keinen Ostbeauftragten mehr geben wird.</p>
<p>Wenn man sich die aktuelle Stimmungslage in den ostdeutschen Bundesländern anschaut, scheinen Frauen (und Männer) einen eher traditionellen Staat im Blick zu haben. Devise: zurück an den Herd. Alte, längst überwunden geglaubte Rollenbilder sind nicht nur im Westen, sondern besonders im Osten auf dem Vormarsch.</p>
<p>Kürzlich wurde in Berlin die neue Autoritarismus-Studie 2024 der Universität Leipzig vorgestellt. Seit 22 Jahren untersuchen die Forscher, wie sich autoritäre und antidemokratische Tendenzen entwickeln. Rund 2.500 repräsentativ ausgewählte Männer und Frauen in Ost und West werden dazu angesprochen, seit 2006 werden auch Einstellungen zu Sexismus und Rollenbildern abgefragt. Bisher waren die Antworten der Ostdeutschen progressiver. Das sei „häufig auf die Rolle der Frau und die Förderung weiblicher Erwerbstätigkeit in der DDR zurückgeführt worden“, schreiben die Forscher.</p>
<p>2024 stimmten bei einzelnen Aspekten zum ersten Mal mehr Ostdeutsche als Westdeutsche sexistischen und antifeministischen Thesen zu. So finden 31 Prozent der Befragten in den Ostländern, dass Frauen sich wieder stärker auf ihre Rolle als Ehefrau und Mutter konzentrieren sollten, bei den Westdeutschen sind es 26 Prozent. Dass sich Frauen in der Politik häufig lächerlich machen, findet mehr als jeder dritte Ostdeutsche (35 Prozent), das ist eine Zunahme gegenüber 2020 um 15 Prozent. 19 Prozent sind es bei Westdeutschen.</p>
<p>Ist das ein Anti-Merkel-Effekt? Eine Art Backlash, nachdem 16 Jahre eine Frau regiert hat? Negativer als früher wird übrigens Kinderlosigkeit empfunden: Ein Drittel der Ostdeutschen hält Frauen, die auf Kinder verzichten, für egoistisch (Westdeutschland 18 Prozent).</p>
<p>Was steckt dahinter? Ist es eine Krisenreaktion? Eine Folge rechter Propaganda? Die Forscher urteilen vorsichtig, dass die Rolle der Mutter im Osten und die Bedeutung von Familie im Wandel begriffen zu sein scheinen. Es ist wohl auch eine Konsequenz der veränderten Bevölkerungszusammensetzung.</p>
<p>In mehreren Wellen sind nach 1990 Hunderttausende Frauen in den Westen oder ins Ausland gegangen, vor allem die jungen, die agilen. Dass die Frauen sich eher trauten wegzugehen, ist vielleicht auch ihren selbstbewussten Ostmüttern zu verdanken. Aber sie fehlen heute. Und diejenigen, die geblieben sind, beklagen sich über mangelnde Unterstützung.</p>
<p>Angela Merkel war nicht für ihre frauenpolitische Politik bekannt. Noch 2017 sagte sie, sie würde sich nicht als Feministin bezeichnen, das nahm sie zwar am Ende ihrer Amtszeit zurück, aber da war es schon zu spät.</p>
<p><em>Dieser Beitrag ist zuerst im Tagesspiegel erschienen, am 3. Dezember 2024. </em></p>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1685" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg" alt="Label Impulsgeberin Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Sabine Rennefanz</span></h2>
<p><strong>GEBOREN:</strong> 1974/Beeskow<br>
<strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Berlin<br>
<strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> „Das Narrenschiff“, 2025<br>
<strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „Engel aus Eisen“, 1981<br>
<strong>MEIN URLAUBSTIPP:</strong> Stechlinsee</p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
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<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/sabine-rennefanz-gefaehrdetes-erbe-geht-es-fuer-die-ostdeutschen-vorzeigearbeiterinnen-zurueck-an-den-herd/">Sabine Rennefanz: Gefährdetes Erbe. Geht es für die ostdeutschen Vorzeigearbeiterinnen zurück an den Herd?</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Der Osten muss seine Geschichte selbst erzählen“ Interview mit Joerg Fieback von der Zebra Group</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/der-osten-muss-seine-geschichte-selbst-erzaehlen-interview-mit-joerg-fieback-von-der-zebra-group/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jul 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=10100</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die 1991 in Chemnitz gegründete Zebra Group hat sich zu einer der größten inhabergeführten Agenturen in Deutschland entwickelt. Im Interview spricht CEO und Mitgründer Joerg Fieback über Ostdeutsche und Ostmarken, über „Ostimismus“ und „Ostwahlen“.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10102" class="wp-image-10102" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/ZEBRA-GF-18MAR26-1638.jpg" alt="Joerg Fieback, geboren 1974 in Ostberlin, Mitgründer und CEO der Chemnitzer Zebra Group, einer der 30 größten deutschen inhabergeführten Agenturen. Abbildung: Zebra Group" width="450" height="630">Joerg Fieback, geboren 1974 in Aue-Bad Schlema, Mitgründer und CEO der Chemnitzer Zebra Group, einer der 30 [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/der-osten-muss-seine-geschichte-selbst-erzaehlen-interview-mit-joerg-fieback-von-der-zebra-group/">„Der Osten muss seine Geschichte selbst erzählen“ Interview mit Joerg Fieback von der Zebra Group</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die 1991 in Chemnitz gegründete Zebra Group hat sich zu einer der größten inhabergeführten Agenturen in Deutschland entwickelt. Im Interview spricht CEO und Mitgründer Joerg Fieback über Ostdeutsche und Ostmarken, über „Ostimismus“ und „Ostwahlen“.</p>
<p><span id="more-10100"></span></p>
<div id="attachment_10102-2" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10102-2" class="wp-image-10102" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/ZEBRA-GF-18MAR26-1638.jpg" alt="Joerg Fieback, geboren 1974 in Ostberlin, Mitgründer und CEO der Chemnitzer Zebra Group, einer der 30 größten deutschen inhabergeführten Agenturen. Abbildung: Zebra Group" width="450" height="630"><p id="caption-attachment-10102-2" class="wp-caption-text">Joerg Fieback, geboren 1974 in Aue-Bad Schlema, Mitgründer und CEO der Chemnitzer Zebra Group, einer der 30 größten deutschen inhabergeführten Agenturen. Abbildung: André Forner</p></div>
<h2><span class="title-bg">ostdeutschland.info: Joerg, wir haben uns 2025 auf dem MACHN Festival in Leipzig kennengelernt. Wie war das MACHN 2026 für dich?</span></h2>
<p><strong>Joerg Fieback: </strong>Das <a href="https://ostdeutschland.info/das-machn-wird-internationaler-interview-mit-marco-weicholdt/" target="_blank" rel="noopener">MACHN</a> ist für mich inzwischen viel mehr als ein Festival. Es gilt als das größte Business-Festival Ostdeutschlands, aber es ist viel mehr, als man unter einem Festival versteht, denn es ist ein Stimmungsbarometer für den Osten. Dort spürt man sehr schnell, wie die Menschen auf die Zukunft blicken. Mit welcher Energie sie unterwegs sind. Wo Optimismus entsteht. Wo Sorgen sind. Und welche Themen die Region wirklich bewegen.</p>
<p>Mich beeindruckt jedes Jahr aufs Neue, wie viele Menschen dort zusammenkommen, die nicht darauf warten, dass sich etwas verändert, sondern Veränderung selbst gestalten wollen. Gründer, Unternehmer, Wissenschaftler, Kreative, Kommunalpolitiker, Investoren, Studierende. Menschen, die etwas aufbauen wollen. Genau das gefällt mir am MACHN. Der Osten wird dort nicht als Problemfall behandelt. Er wird nicht auf Defizite reduziert. Er wird als Gestaltungsraum betrachtet. Das klingt banal, ist aber tatsächlich ein großer Unterschied.</p>
<p>Wenn über Ostdeutschland gesprochen wird, geht es häufig um Wahlergebnisse, Strukturprobleme, Abwanderung oder Fachkräftemangel. Alles wichtige Themen. Aber eben nicht die ganze Wahrheit. Wer über das MACHN läuft, erlebt etwas anderes: Innovationskraft, Unternehmertum, Kreativität und Aufbruch. Kurz gesagt: Zukunft. Für mich zeigt das Festival jedes Mal wieder, dass die spannendste Geschichte des Ostens nicht seine Vergangenheit, sondern seine Zukunft ist. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis: Der neue Osten entsteht längst. Man muss nur hinschauen.</p>
<div id="attachment_10149-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10149-2" class="wp-image-10149" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Titelbild_Keynote_Der-Osten-nervt_Joerg-Fieback.jpg" alt="Das Titelbild zu Joerg Fiebacks Keynote „Der Osten nervt“, die er auf dem MACHN Festival gehalten hat. Abbildung: Zebra Group" width="600" height="337"><p id="caption-attachment-10149-2" class="wp-caption-text">Das Titelbild zu Joerg Fiebacks Keynote „Der Osten nervt“, die er auf dem MACHN Festival gehalten hat. Abbildung: Zebra Group</p></div>
<h2><span class="title-bg">Du hast auf dem MACHN die Keynote „Der Osten nervt“ gehalten ...</span></h2>
<p>Der Titel sorgt zunächst immer für Irritation. Das ist durchaus beabsichtigt. Denn: Der Osten nervt tatsächlich. Er nervt in politischen Debatten. Er nervt in Wahlanalysen, Talkshows, Feuilletons und manchmal nervt er auch sich selbst. Aber mich interessiert die Frage: Warum eigentlich? Meine Antwort lautet: Weil der Osten bis heute Projektionsfläche ist. Für die einen ist er das Symbol des Scheiterns. Für die anderen das Symbol des Widerstands. Für manche ist er ein Sehnsuchtsort. Für andere eine Problemregion.</p>
<p>Was dabei oft verloren geht, ist die Wirklichkeit. Ich glaube, wir haben in Deutschland über Jahrzehnte hinweg ein sehr einseitiges Bild vom Osten erzählt. Ein Bild, das stark von Defiziten geprägt war: Arbeitslosigkeit, Strukturbruch, Abwanderung und Rechtsextremismus. Vieles davon hatte reale Ursachen. Wenn aber eine Region über Jahrzehnte vor allem über Probleme beschrieben wird, entsteht irgendwann ein Narrativ. Und Narrative haben Macht. Sie beeinflussen, wie über Regionen gesprochen wird. Sie beeinflussen Investitionsentscheidungen. Sie beeinflussen Karrierewege. Und sie beeinflussen auch das Selbstbild der Menschen, die dort leben.</p>
<blockquote><p>Der Osten hat nicht nur ein Strukturproblem. Er hat vor allem ein Narrativproblem. Wir brauchen eine vollständigere Erzählung.“</p></blockquote>
<p>Deshalb lautet meine These: Der Osten hat nicht nur ein Strukturproblem. Er hat vor allem ein Narrativproblem. Wir brauchen keine Schönfärberei. Aber wir brauchen eine vollständigere Erzählung. Denn der Osten ist eben nicht nur Protest, Mangel oder Rückstand. Er ist auch Innovationskraft, Unternehmertum, Kreativität, Kultur und Transformationserfahrung. Genau diese Geschichten müssen sichtbarer werden.</p>
<h2><span class="title-bg">Gibt es so etwas wie eine Superkraft der Ostdeutschen? Was bringen Ostdeutsche mit, das wir in ganz Deutschland benötigen?</span></h2>
<p>Wenn ich eine Eigenschaft nennen müsste, wäre es Transformationserfahrung. Ostdeutsche mussten erleben, was viele Unternehmen und Institutionen heute erst lernen: radikalen Wandel. Nach der Wende verschwanden ganze Systeme innerhalb weniger Monate. Berufe verloren ihre Grundlage. Unternehmen verschwanden. Lebensentwürfe mussten neu gedacht werden. Viele Menschen mussten sich mehrfach neu erfinden. Das war für viele schmerzhaft. Für manche existenziell. Aber daraus ist auch etwas entstanden, das heute enorm wertvoll sein kann: Resilienz.</p>
<p>Wir leben wieder in einer Zeit großer Umbrüche. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, geopolitische Unsicherheit und demografischer Wandel. Fast jede Branche steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Plötzlich werden Fähigkeiten wichtig, die viele Ostdeutsche schon einmal trainieren mussten: Anpassungsfähigkeit, Pragmatismus, Improvisationsvermögen und die Bereitschaft, Neues zu wagen. Ich sage deshalb manchmal bewusst provokant: Der Osten hat Transformation nicht studiert. Der Osten hat sie erlebt. Vielleicht liegt genau darin eine Stärke, die Deutschland heute gut gebrauchen kann.</p>
<h2><span class="title-bg">Wo liegen die Schwächen der Ostdeutschen?</span></h2>
<p>Ich glaube, wir sind häufig zu bescheiden. Viele Ostdeutsche haben gelernt, Leistung nicht an die große Glocke zu hängen. Erst machen, dann reden. Das ist menschlich sympathisch. In einer Aufmerksamkeitsökonomie ist es aber nicht immer hilfreich. Wir erleben das auch bei Unternehmen. Viele ostdeutsche Mittelständler sind in ihrem Bereich Weltklasse. Aber kaum jemand kennt sie.</p>
<p>Dazu kommt ein zweiter Punkt: Netzwerke. Der aktuelle Elitenmonitor zeigt erneut, wie stark Ostdeutsche in Führungspositionen unterrepräsentiert sind. Das hat viele Ursachen. Eine davon ist sicherlich, dass Netzwerke, Mentoren und Zugänge im Osten historisch schwächer ausgeprägt sind. Wer weniger Vermögen vererbt bekommt, weniger Kontakte in Machtzentren hat und seltener Vorbilder in Spitzenpositionen sieht, startet oft mit anderen Voraussetzungen. Das hat nichts mit Talent zu tun. Es hat mit Strukturen zu tun. Deshalb glaube ich, dass wir im Osten stärker lernen müssen, uns gegenseitig sichtbar zu machen. Nicht aus Eitelkeit, sondern aus Verantwortung.</p>
<div id="attachment_10147-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10147-2" class="wp-image-10147" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Ostimist-gelb.jpg" alt="Der Ostimist-Sticker. Ostimismus bedeutet laut Joerg Fieback, die Opferrolle zu verlassen und mehr Selbstwirksamkeit zu zeigen. Abbildung: Zebra Group" width="600" height="600"><p id="caption-attachment-10147-2" class="wp-caption-text">Der Ostimist-Sticker. Ostimismus bedeutet laut Joerg Fieback, die Opferrolle zu verlassen und mehr Selbstwirksamkeit zu zeigen. Abbildung: Zebra Group</p></div>
<h2><span class="title-bg">Du bist bekennender „Ostimist“. Was hat es damit auf sich?</span></h2>
<p>Ostimismus ist für mich keine politische Haltung. Es ist eine kulturelle Haltung. Der Begriff entstand aus der Beobachtung, dass viele Debatten über Ostdeutschland zwischen zwei Extremen pendeln. Auf der einen Seite steht die Defiziterzählung: Der Osten als Problem. Auf der anderen Seite die Verklärung: Früher war alles besser. Beides führt nicht weiter. Ostimismus bedeutet für mich etwas anderes. Es bedeutet, Probleme klar zu benennen und trotzdem an Gestaltungskraft zu glauben.</p>
<p>Ich bin nicht Ostimist, weil alles gut ist. Ich bin Ostimist, weil ich glaube, dass es besser werden kann, und weil ich überzeugt bin, dass die Menschen hier viel mehr Potenzial haben, als ihnen oft zugetraut wird. Der neue Osten entsteht nicht auf politischen Podien und auch nicht in Leitartikeln. Er entsteht in Unternehmen, in Vereinen, in Initiativen, in Netzwerken und in den Köpfen der Menschen. Ostimismus heißt deshalb für mich: weniger Jammern, mehr Gestalten. Weniger Opferrolle, mehr Selbstwirksamkeit. Und vielleicht vor allem: den Osten nicht länger nur erklären lassen, sondern anfangen, ihn selbst zu erzählen.</p>
<blockquote><p>Ostimismus bedeutet, Probleme klar zu benennen und trotzdem an Gestaltungskraft zu glauben. Und vielleicht vor allem: den Osten nicht länger nur erklären lassen, sondern anfangen, ihn selbst zu erzählen.“</p></blockquote>
<h2><span class="title-bg">Ist der Begriff „Ostimist“ eigentlich schon final? Pessimisten lesen vielleicht „OstistMist“, aber du bist der Werber …</span></h2>
<p><em>(lacht)</em> Großartig. Das habe ich wirklich noch nie gehört. Aber vielleicht ist das sogar ein gutes Zeichen. Denn Wörter, über die niemand stolpert, bleiben selten hängen. Mir geht es ohnehin weniger um den Begriff, als um die Idee dahinter. Ostimismus beschreibt für mich eine Haltung: Probleme sehen, ohne sich von ihnen definieren zu lassen. Die eigene Herkunft ernst nehmen, ohne in Nostalgie zu verfallen. Die Zukunft gestalten, statt Vergangenheit zu verwalten. Wenn Menschen über das Wort diskutieren, reden sie meistens schon über genau diese Idee. Und dann hat es seinen Job erfüllt.</p>
<h2><span class="title-bg">Als Mitgründer und CEO der Zebra Group – was macht eure Agentur aus?</span></h2>
<p><a href="https://zebra.de/" target="_blank" rel="noopener">Zebra</a> wurde vor 35 Jahren in Chemnitz gegründet. Damals war die Stadt für viele noch Symbol einer Region im Umbruch. Mittlerweile war sie unter anderem Europäische Kulturhauptstadt 2025 – vielleicht steckt darin auch ein Teil unserer eigenen Geschichte.</p>
<p>Wir haben nie versucht, eine ostdeutsche Agentur zu sein. Aber wir haben auch nie versucht, keine ostdeutsche Agentur zu sein. Wir kommen von hier. Wir verstehen die Mentalität, die Menschen, die Unternehmen, die Herausforderungen. Gleichzeitig arbeiten wir längst weit über Sachsen hinaus. Für Marken, Institutionen und öffentliche Auftraggeber in ganz Deutschland. Was uns auszeichnet, ist die Verbindung aus strategischer Markenarbeit, Kreativität und Unternehmertum. Wir glauben an die Kraft von Marken und daran, dass sie etwas bewegen – in Köpfen, Herzen und Bilanzen.</p>
<p>Kommunikation ist auch mehr als Werbung. Kommunikation schafft Wahrnehmung. Und Wahrnehmung schafft Realität. Deshalb interessieren wir uns nicht nur für Kampagnen, sondern für Narrative. Für Bilder. Für die Geschichten, die Menschen über Marken, Unternehmen oder Regionen erzählen. Vielleicht erklärt das auch, warum uns das Thema „Osten“ so beschäftigt. Denn am Ende ist auch eine Region eine Marke. Mit Stärken. Mit Schwächen. Mit Klischees. Mit Potenzialen. Genau dort beginnt unsere Arbeit.</p>
<h2><span class="title-bg">Nach der Kampagne für die Landesmarke „So geht sächsisch“ 2025 habt ihr euch kürzlich auch den Etat für das Standortmarketing des Freistaats Thüringen gesichert.</span></h2>
<p>Darüber freuen wir uns natürlich sehr. Vor allem deshalb, weil wir glauben, dass ostdeutsche Regionen heute selbstbewusster über ihre Stärken sprechen dürfen. Lange Zeit wurden viele ostdeutsche Standorte vor allem über Fördermittel, Strukturwandel oder Probleme definiert. Das greift jedoch viel zu kurz.</p>
<p>Wenn ich durch Thüringen fahre, sehe ich Innovationskraft, Mittelstand, Weltmarktführer, Kultur, Lebensqualität, Hochschulen, Forschung, ... Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Die gibt es überall. Aber Kommunikation sollte nicht nur Defizite verwalten. Sie sollte auch Potenziale sichtbar machen. Deshalb geht es bei Standortmarketing heute nicht mehr darum, schöne Bilder zu produzieren. Es geht darum, glaubwürdige Geschichten zu erzählen. Geschichten, die zeigen, warum Menschen hier leben, arbeiten, investieren oder gründen wollen. Genau das macht diese Aufgabe so spannend.</p>
<h2><span class="title-bg">Du bist Vorstandsmitglied im GWA, dem Verband der führenden Kommunikations­agenturen Deutschlands. Wie ist die Stimmung in der Agenturbranche?</span></h2>
<p>Die Branche befindet sich wahrscheinlich in der größten Transformation seit dem Aufkommen des Internets. Künstliche Intelligenz verändert Prozesse, Rollenbilder, Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle. Viele klassische Agenturleistungen werden günstiger oder automatisierbar. Das sorgt natürlich für Unsicherheit. Gleichzeitig erlebe ich aber auch enorme Neugier.</p>
<p>Die spannendste Frage lautet aus meiner Sicht nicht, welche Jobs verschwinden, sondern welche neuen entstehen. Denn Kommunikation wird nicht weniger wichtig, eher das Gegenteil ist der Fall. In einer Welt, in der Inhalte immer schneller und günstiger produziert werden können, steigt der Wert von Orientierung. Von Strategie. Von Urteilskraft. Von Kreativität.</p>
<p>Wir bei Zebra sprechen von „Human Intelligence“. Denn KI macht Output billiger. Aber gute Entscheidungen werden dadurch nicht automatisch leichter. Ich glaube deshalb, dass erfolgreiche Agenturen künftig weniger Produzenten und stärker Navigatoren sein werden. Menschen und Unternehmen brauchen jemanden, der Technologie, Markenführung, Daten, Kreativität und Wirkung zusammenbringt. Genau dort entsteht der neue Agenturwert.</p>
<h2><span class="title-bg">2024 hat die Zebra Group eine Ost-West-Studie veröffentlicht: Wie isser denn, der Ossi?</span></h2>
<p>Die wichtigste Erkenntnis unserer <a href="https://ostdeutschland.info/marketing-im-osten-wo-die-deutschen-unterschiedlich-ticken-und-kaufen/" target="_blank" rel="noopener">Studie</a> war zunächst einmal: Es gibt den Ossi noch. Also, nicht den Klischee-Ossi. Aber durchaus auch den Unterschied zwischen Ost und West in Sachen Einstellungen, Werte und Wahrnehmungen. Und das hat uns selbst überrascht. Vor allem deshalb, weil wir festgestellt haben, dass manche Unterschiede bei den Nachwende-Generationen sogar stärker ausgeprägt sind als bei den Älteren. Das deutet darauf hin, dass Herkunft und kulturelle Prägung länger wirken, als von vielen vermutet.</p>
<p>Besonders spannend fanden wir die Unterschiede bei den Themen Heimatliebe und Lebensqualität. Während Westdeutsche ihre Region stärker über Lebensqualität beschreiben, spielt bei Ostdeutschen der Begriff Heimat eine deutlich größere Rolle. Nicht im nostalgischen Sinn. Sondern als Ausdruck von Verbundenheit.</p>
<blockquote><p>Während Westdeutsche ihre Region stärker über Lebensqualität beschreiben, spielt bei Ostdeutschen der Begriff Heimat eine deutlich größere Rolle, als Ausdruck von Verbundenheit.“</p></blockquote>
<p>Ein weiteres interessantes Ergebnis war die Mediennutzung. Die ostdeutsche Nachwende-Generation zeigte sich deutlich digitaler als ihre westdeutschen Pendants. Das ist insbesondere mit Blick auf politische Kommunikation und gesellschaftliche Debatten hochinteressant.</p>
<p>Auf der anderen Seite haben wir auch etwas festgestellt, das oft übersehen wird: Die Deutschen sind sich ähnlicher, als viele Debatten vermuten lassen. Familie, Vertrauen, Verlässlichkeit oder Markenbindung spielen in Ost und West eine große Rolle. Die Unterschiede liegen oft weniger zwischen den Regionen als in den Details. Genau diese Details machen gute Kommunikation aus. Deshalb war die Studie für uns nicht nur gesellschaftlich spannend, sondern auch fachlich hoch relevant.</p>
<h2><span class="title-bg">Wie sind Ostdeutsche als Konsumenten? Muss Werbung für sie anders sein?</span></h2>
<p>Die kurze Antwort lautet: Ja und nein. Nein, weil Menschen überall Menschen sind. Sie suchen Orientierung, Vertrauen, Zugehörigkeit und Lösungen für ihre Bedürfnisse. Die großen Mechanismen der Kommunikation funktionieren in Rostock genauso wie in Köln oder München. Ja, weil Biografien einen Unterschied machen. Menschen kaufen Produkte nicht nur mit ihrem Geld, sondern auch mit ihren Erfahrungen. Und die Erfahrungen vieler Ostdeutscher unterscheiden sich bis heute von denen vieler Westdeutscher.</p>
<p>Unsere Ost-West-Studie hat gezeigt, dass Herkunft, Heimat und Authentizität für viele Ostdeutsche eine größere Rolle spielen. Gleichzeitig begegnen sie überzogenen Werbeversprechen häufig skeptischer. Vielleicht liegt das an der eigenen Transformationsgeschichte oder daran, dass viele Menschen hier gelernt haben, genauer hinzuschauen. Für Marken bedeutet das vor allem eines: Glaubwürdigkeit schlägt Inszenierung. Werbung muss deshalb nicht grundsätzlich anders sein. Aber sie sollte ehrlicher sein. Nahbarer. Weniger laut und dafür relevanter. Die eigentliche Frage lautet ohnehin nicht: „Wie erreiche ich Ostdeutsche?“ Sondern: „Verstehe ich die Menschen, mit denen ich sprechen möchte?“ Gute Kommunikation beginnt immer mit Respekt vor den Lebensrealitäten ihrer Zielgruppen.</p>
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<h2><span class="title-bg">Vita Cola, Rondo Melange, Senf aus Born und Bautzen, Knusperflocken und Bambina – funktionieren Ostprodukte noch als solche?</span></h2>
<p>Ja, aber anders als früher. In den 1990er-Jahren war der Erfolg vieler Ostmarken häufig eine Form kultureller Selbstbehauptung. Menschen wollten sich ein Stück Identität bewahren. Das war verständlich. Heute erleben wir etwas anderes. Marken wie Vita Cola, Bautz’ner oder Knusperflocken profitieren zunehmend von Eigenschaften, die weit über Ostalgie hinausgehen. Sie wirken authentisch. In einer Welt voller austauschbarer Produkte suchen Menschen nach Herkunft, Glaubwürdigkeit und Charakter. Genau das bringen viele Ostmarken mit. Sie haben eine Geschichte. Sie haben Ecken und Kanten und wirken oft weniger konstruiert als manche internationale Markeninszenierung.</p>
<blockquote><p>Die besten Ostmarken verkaufen heute nicht Vergangenheit. Sie verkaufen Haltung.“</p></blockquote>
<p>Spannend ist dabei: Viele erfolgreiche Ostmarken werden längst nicht mehr nur im Osten gekauft. Sie funktionieren zunehmend als eigenständige Markenpersönlichkeiten. Das zeigt etwas sehr Interessantes. Herkunft kann eine Stärke sein. Aber nur dann, wenn sie nicht zum Selbstzweck wird. Die besten Ostmarken verkaufen heute nicht Vergangenheit. Sie verkaufen Haltung.</p>
<h2><span class="title-bg">Ost und West: Wo stehen wir heute generell?</span></h2>
<p>Wir sind weiter als viele denken und gleichzeitig nicht weit genug. 35 Jahre nach der Wiedervereinigung haben wir wirtschaftlich, infrastrukturell und gesellschaftlich enorme Fortschritte gemacht. Viele ostdeutsche Städte haben sich beeindruckend entwickelt. Universitäten, Unternehmen und Forschungsstandorte spielen längst auf nationalem und internationalem Niveau. Wer behauptet, die Wiedervereinigung sei gescheitert, verkennt diese Realität. Ebenso falsch wäre es jedoch zu behaupten, die Unterschiede hätten sich vollständig aufgelöst. Der Elitenmonitor zeigt eine weiterhin deutliche Unterrepräsentation Ostdeutscher in Führungspositionen. Bei Vermögen, Erbschaften und Netzwerken bestehen ebenfalls erhebliche Unterschiede.</p>
<blockquote><p>Wir sollten die Ost-West-Debatte nicht beenden. Wir sollten sie erwachsener führen. Weniger als Konflikt. Mehr als eine gemeinsame Aufgabe.“</p></blockquote>
<p>Hinzu kommt etwas, das mich besonders beschäftigt: die Wahrnehmung. Viele Menschen im Osten haben bis heute das Gefühl, dass ihre Erfahrungen, Perspektiven und Biografien nicht ausreichend repräsentiert werden. Das ist kein Randthema. Denn gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht nicht nur durch Infrastruktur oder Wirtschaftswachstum. Er entsteht auch durch Anerkennung. Deshalb glaube ich, dass wir die Ost-West-Debatte nicht beenden sollten. Wir sollten sie erwachsener führen. Weniger als Konflikt. Mehr als eine gemeinsame Aufgabe. Denn am Ende geht es nicht darum, Unterschiede wegzudiskutieren. Sondern darum, sie anzuerkennen und gemeinsam daraus Stärke zu entwickeln.</p>
<h2><span class="title-bg">Wie blickst du auf die „Ostwahlen“ 2026?</span></h2>
<p>Zunächst einmal stört mich der Begriff ein wenig. Er suggeriert häufig, dass Wahlen im Osten etwas grundsätzlich anderes seien als Wahlen im Rest des Landes. Dabei zeigen viele Entwicklungen, dass Themen wie Vertrauensverlust, politische Polarisierung oder Zukunftsängste längst gesamtdeutsche Phänomene sind.</p>
<p>Natürlich schauen Medien bei Wahlen im Osten besonders genau hin. Manchmal habe ich allerdings den Eindruck, dass dabei mehr über den Osten gesprochen wird als mit ihm. Mich interessiert deshalb weniger die Frage, wer gewinnt oder verliert, sondern die Frage, was Menschen bewegt. Wo entsteht Zuversicht? Wo entsteht Frustration? Wo fühlen sich Menschen gesehen und wo nicht?</p>
<blockquote><p>Der Osten ist kein Sonderfall, oft ist er ein Frühindikator.“</p></blockquote>
<p>Ich glaube, Politik wird in Zukunft stärker als bisher zeigen müssen, dass sie Gestaltung ermöglicht. Nicht nur Verwaltung. Denn viele Menschen sehnen sich nach Orientierung, Verlässlichkeit und Perspektive. Der Osten ist dabei kein Sonderfall, aber er ist oft ein Frühindikator. Viele Entwicklungen, die später bundesweit sichtbar werden, zeigen sich hier früher und deutlicher. Deshalb lohnt sich der Blick in den Osten nicht nur für Ostdeutsche, sondern für ganz Deutschland.</p>
<p>Vielleicht ist das sogar die wichtigste Botschaft, die ich derzeit mitnehme. Der Osten ist kein Randthema. Er ist ein Teil der Zukunft dieses Landes und vielleicht wird er gerade deshalb wieder so intensiv diskutiert. &nbsp;Weil sich in ihm viele Fragen bündeln, die uns alle betreffen: Wie gehen wir mit Wandel um? Wie schaffen wir Zugehörigkeit? Wie organisieren wir Zusammenhalt? Wie erzählen wir unsere gemeinsame Zukunft? Wenn wir darauf gute Antworten finden, gewinnt nicht nur der Osten. Dann gewinnt Deutschland.</p>
<h2><span class="title-bg">Vielen Dank.</span></h2>
<p><em>Die Fragen stellte Robert Nehring.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/der-osten-muss-seine-geschichte-selbst-erzaehlen-interview-mit-joerg-fieback-von-der-zebra-group/">„Der Osten muss seine Geschichte selbst erzählen“ Interview mit Joerg Fieback von der Zebra Group</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sarah Oswald: Zurück in meinen Osten. Warum ich mir mehr ostdeutsches Selbstbewusstsein in den Medien wünsche</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/sarah-oswald-zurueck-in-meinen-osten-warum-ich-mir-mehr-ostdeutsches-selbstbewusstsein-in-den-medien-wuensche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jul 2026 05:30:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Sammelband]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=7918</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sarah Oswald, freiberufliche Moderatorin und Journalistin, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7921" class="wp-image-7921 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Oswald_DIAO2.png" alt="Sarah Oswald, Freiberufliche Moderatorin und Journalistin. Abbildung: Jenny Sieboldt" width="707" height="1000">Sarah Oswald, freiberufliche Moderatorin und Journalistin. Abbildung: Jenny Sieboldt<br />
Wenn ich im Winter durch Berliner Bezirke wie Hohenschönhausen, Marzahn oder Hellersdorf fahre, bekomme ich ein warmes Gefühl im Bauch, [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/sarah-oswald-zurueck-in-meinen-osten-warum-ich-mir-mehr-ostdeutsches-selbstbewusstsein-in-den-medien-wuensche/">Sarah Oswald: Zurück in meinen Osten. Warum ich mir mehr ostdeutsches Selbstbewusstsein in den Medien wünsche</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Sarah Oswald, freiberufliche Moderatorin und Journalistin, ist eine wichtige Impulsgeberin für Ostdeutschland. Sie setzt sich ein für Vergewisserung, Verständigung und Versöhnung. Mit diesem Beitrag ist sie auch im zweiten Sammelband „Denke ich an Ostdeutschland ...“ vertreten.</span></p>
<p><span id="more-7918"></span></p>
<div id="attachment_7921-2" style="width: 717px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7921-2" class="wp-image-7921 size-full" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Oswald_DIAO2.png" alt="Sarah Oswald, Freiberufliche Moderatorin und Journalistin. Abbildung: Jenny Sieboldt" width="707" height="1000"><p id="caption-attachment-7921-2" class="wp-caption-text">Sarah Oswald, freiberufliche Moderatorin und Journalistin. Abbildung: Jenny Sieboldt</p></div>
<p>Wenn ich im Winter durch Berliner Bezirke wie Hohenschönhausen, Marzahn oder Hellersdorf fahre, bekomme ich ein warmes Gefühl im Bauch, das sich nach Heimat anfühlt. Beim Anblick der blinkenden Weihnachtsdeko, die weniger an Käthe-Wohlfahrt-Gemütlichkeit, mehr an Rummel erinnert. Ich bin ab dem zweiten Lebensjahr in Hohenschönhausen aufgewachsen. In einem Plattenbau in Wartenberg. Mehr Stadtrand geht nicht. Hinter unserem Fünfgeschosser war nur Feld. Meine Grundschule stand auf moorigem Grund und wurde mittlerweile abgerissen. Aus der Ausbauwohnung in Baumschulenweg in Treptow mussten wir raus, weil sie zu klein für uns wurde. Eine Neubauwohnung war Ende der 80er in Ostberlin außerdem Luxus pur. Mehr wert als jede Altbauwohnung mit Klo auf halber Treppe in Prenzlauer Berg. Für jeden zugezogenen Berliner Hipster heute unvorstellbar.</p>
<p>Meine Kindheit in Hohenschönhausen war schön. Auf dem Hof stand das zwar karge Klettergerüst, aber es war der Treffpunkt für viele Kinder aus den Blocks. Unsere Eltern hatten uns mit einem Schritt auf den Balkon sicher im Blick. Wenn der Eismann klingelte, rannten wir zur Straße und brüllten „Mutti!!! Haste mal ne Mark?“</p>
<hr>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>Wenn wir über Diversität in den Medien sprechen, müssen dringend auch mehr ostdeutsche Journalisten mitgedacht werden.”</strong></span></p></blockquote>
<hr>
<h2><span class="title-bg">Berlin der 1990er und 2000er</span></h2>
<p>Schwieriger wurden die 90er-Jahre. Die Stimmung kippte, viele Familien zogen weg. Auch wir zogen zurück in den Heimatbezirk meiner Eltern: nach Treptow. In Johannisthal und Schöneweide verbrachte ich meine Jugend. Überstand die Trennung meiner Eltern. Eine sehr jung geschlossene Ost-Ehe von vielen, die die Wendejahre dann doch nicht überlebte. Erst im Rückblick und im Kontrast mit den Erfahrungen von anderen heute fast Vierzigjährigen sehe ich, dass meine Jugend manchmal auch ganz schön rough war. Es gab damals eigentlich nur links oder rechts. Entweder du warst eine Zecke, hast gekifft oder ein Nazi. Wir sind vor den Rechtsradikalen am S-Bahnhof Schöneweide weggerannt. Aufgefangen hat mich in dieser Zeit ein Jugendklub in Johannisthal. Als am 11. September 2001 die Flugzeuge ins World Trade Center flogen, waren die Betreuer dort unsere ersten Ansprechpartner.</p>
<p>Groß und erwachsen geworden bin ich dann im wiedervereinigten Berlin der 2000er-Jahre. Gelebt habe ich in vielen Bezirken: in Friedrichshain, in Ku’damm-Nähe in Wilmersdorf, zwischendurch bin ich zwei Jahre nach Köln gependelt, auch in Kreuzberg habe ich sehr gern gelebt. Ich habe mich viele Jahre immer eher als stolze Berlinerin denn als Ostberlinerin gefühlt. Mir ging das Weltstadt-Gehabe in Köln auf die Nerven, denn wenn man aus Berlin kommt, fühlt sich selbst eine Ein-Millionen-Stadt klein und provinziell an.</p>
<p>Aber je älter ich wurde, desto mehr hatte ich Sehnsucht nach meinem Osten. Ich wollte wieder zurück. Aber da im Ostteil Berlins keine Fernseh- oder Radiosender sitzen, war der lange Arbeitsweg nach Charlottenburg zum RBB für mich der Grund, vorerst in Kreuzberg zu bleiben. Als ich jedoch das Gefühl hatte, in meiner viel zu teuren Zweiraumwohnung im gesamten Mietshaus noch die einzige Berlinerin zu sein, bin ich zurück an meinen Stadtrand: Nach Treptow-Köpenick. Hier fühle ich mich zu Hause! Was nicht nur am vielen Grün und dem Müggelsee liegt. Es sind die Menschen. Die meisten – genauso wie ich – in der DDR geboren und im Osten sozialisiert. Wir haben ähnliche Erfahrungen gemacht, sprechen die gleiche Sprache und was du bist und was du hast, spielt hier nicht so eine große Rolle. Ich lebe hier mit meinem Mann und unserem Hund. Auch Sebastian ist in Treptow aufgewachsen. Geheiratet haben wir im Rathaus Köpenick. Gemeinsam stehen wir oft im Stadion An der Alten Försterei und singen bei den Spielen des 1. FC Union Berlin „Wir aus dem Osten geh’n immer nach vorn.“ Aber auch „Osten und Westen – Unser Berlin.“</p>
<div id="attachment_7925-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7925-2" class="wp-image-7925" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Oswald_image00005.jpg" alt="Sarah Oswald mit ihrem Vater auf dem Balkon in Berlin-Hohenschönhausen. " width="600" height="445"><p id="caption-attachment-7925-2" class="wp-caption-text">Sarah Oswald mit ihrem Vater auf dem Balkon in Berlin-Hohenschönhausen. Abbildung: privat</p></div>
<h2><span class="title-bg">Stolz auf den Osten</span></h2>
<p>Ich habe meinen Stolz auf den Osten und meine Herkunft erst im Laufe der Jahre stärker gespürt. In meiner Zeit als Moderatorin beim RBB wurde mir bewusst, dass es etwas Besonderes war, als Ostberlinerin für den Ur-Westberliner Sender 88,8 zu moderieren und erst recht als ostdeutsches Arbeiterkind die Berliner Abendschau zu präsentieren. Damit war ich nicht die erste Ostdeutsche, aber eine der wenigen. Und vielleicht eine der Ersten, die das auch stolz vor sich hertrugen und in Moderationen formulierten. Zu Hause in Köpenick sprachen mich so viele Menschen darauf an. Sie freuten sich, dass jemand im Fernsehen sagte, dass er aus Köpenick kommt, Fan vom 1. FC Union Berlin ist und Erfahrungen aus dem Osten teilte. Wie zum Beispiel, dass ich traurig darüber bin, dass mit dem SEZ in Friedrichshain das Schwimmbad verschwindet, in dem ich schwimmen gelernt habe. Es sind manchmal nur kleine Anekdoten, Erinnerungen, Erzählungen, Emotionen, aber es sorgt dafür, dass Zuschauerinnen und Hörer spüren, da moderiert jemand, der auch aus dem Osten kommt. Und sogar stolz darauf ist. Ich finde mich also im Radio oder Fernsehen wieder. Oft habe ich selbst nur durch Recherchen herausgefunden, dass andere Moderatorinnen oder Journalisten auch aus dem Osten kommen. Aber in ihrer täglichen Arbeit auf dem Schirm war davon nichts zu spüren. Schade!</p>
<div id="attachment_7923-2" style="width: 579px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7923-2" class="wp-image-7923" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Oswald_image00006.jpeg" alt="Sarah Oswald mit ihrem Vater auf dem Balkon in Berlin-Hohenschönhausen. Abbildung: privat" width="569" height="600"><p id="caption-attachment-7923-2" class="wp-caption-text">Als Kind mit ihrer Mutter. Das Bild hing im Schaufenster des Fotoladens in der Baumschulenstraße in Berlin-Treptow. Abbildung: privat</p></div>
<h2><span class="title-bg">Der Osten in den Medien</span></h2>
<p>„Wenn meine Geschichten, wenn meine Erfahrungen, meine Erinnerungen, meine Einstellungen und Haltungen nicht oder eben weniger in den Medien vorkommen, entwickle ich über die Zeit so eine gewisse Distanz. Einfach weil ich mich da nicht wiederfinde.“ Das sagt der Politikwissenschaftler Christopher Pollak in der MDR-Doku „Abgeschrieben? – Der Osten in den Medien“. Eine empfehlenswerte Dokumentation über das Bild des Ostens in den Zeitungen, im Fernsehen, Radio und online – vom Fall der Mauer bis heute.</p>
<p>Dieses Bild war zu oft geprägt von Klischees, Zuspitzungen, gar abwertenden Stereotypen und meist formuliert aus der westdeutschen Perspektive auf den Osten. Wir lesen, sehen und hören zu wenig Differenziertes. Wo waren und sind neben den Artikeln über Neonazis, Stasi-Fälle, undankbare Jammer-Ossis und Zonen- Gabis die Berichte über die Erfolgsgeschichten des Ostens, die Erzählungen über die vielen Umbruchserfahrungen und die daraus resultierende Transformationskompetenz der Ostdeutschen? Dabei soll es auf keinen Fall um das Schönreden oder gar Verschweigen von Problemen im Osten gehen. Aber eben um einen differenzierten Blick.</p>
<p>Vor mehr als 35 Jahren sind die Menschen in der DDR nicht nur für Reisefreiheit auf die Straße gegangen, sondern auch für Meinungs- und Pressefreiheit. Bereits ein halbes Jahr nach der Wiedervereinigung gingen die meisten ostdeutschen Zeitungen an westdeutsche Verlage. Mit der Berliner Zeitung gibt es heute genau eine Zeitung in Deutschland, die ostdeutsche Verleger hat. Und das wird aus der westdeutschen Sicht kritisch verfolgt.</p>
<div id="attachment_7927-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7927-2" class="wp-image-7927" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Oswald_image00003.jpg" alt="Sarah Oswald als freiberufliche Moderatorin für den Nachrichtensender n-tv. Abbildung: RTL/Gerald Matzka" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-7927-2" class="wp-caption-text">Sarah Oswald als freiberufliche Moderatorin für den Nachrichtensender n-tv. Abbildung: RTL/Gerald Matzka</p></div>
<p>Wenn wir verstehen wollen, warum das Bild des Ostens in den Medien oft so negativ ist, müssen wir auch schauen, wem die Medien gehören. Zu diesem Ergebnis kommt Mandy Tröger, Medienwissenschaftlerin an der Universität Tübingen. Um den Osten zu verstehen – und auch ich habe nach wie vor viele Fragen –, brauchen wir in der Berichterstattung neben dem westdeutschen auch den ostdeutschen Blick. In den Chefetagen, in den Intendanzen, in den Redaktionen. Wenn wir über Diversität in den Medien sprechen, müssen dringend auch mehr ostdeutsche Journalisten mitgedacht werden.</p>
<p>Auf einer Diskussionsveranstaltung im Stadion An der Alten Försterei, die ich für die Initiative Denkraum Ost und den Wirtschaftsrat des 1. FC Union Berlin genau zu diesem Thema moderiert habe, sagte Anja Reich, Autorin und Journalistin bei der Berliner Zeitung: „Die Ostdeutschen werden wieder mündiger.“ Das wünsche ich mir auch von uns ostdeutschen Journalisten, die in westdeutsch geprägten Medienhäusern arbeiten. Es gibt sie. Die Wende- und Nachwendekindergeneration, die Dritte Generation Ost, die genau das immer lauter und selbstbewusster machen.</p>
<p>Das stößt nicht überall auf Gegenliebe: „Ist das Thema jetzt nicht 35 Jahre danach mal durch? Zu rückwärtsgewandt!“ Uff. Selbst bei alten Freunden, die zwar auch aus dem Osten kommen, mit ihren Eltern aber entweder noch vor dem Fall der Mauer oder direkt danach in den Westen gegangen sind und dort sozialisiert wurden, spüre ich ein Fremdeln damit. „Du immer mit deinen Ostthemen!“ oder sogar einmal die Warnung, es könnte für mich beruflich zum Nachteil werden, wenn ich so viel über den Osten rede und Veranstaltungen zu dem Thema moderiere.</p>
<div id="attachment_7930-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7930-2" class="wp-image-7930" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Oswald_image00002.jpg" alt="Beim Stadiongespräch unter anderem mit Anja Reich, Journalistin bei der Berliner Zeitung. Abbildung: Berliner Zeitung/Benjamin Pritzkuleit" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-7930-2" class="wp-caption-text">Beim Stadiongespräch unter anderem mit Anja Reich, Journalistin bei der Berliner Zeitung. Abbildung: Berliner Zeitung/Benjamin Pritzkuleit</p></div>
<h2><span class="title-bg">Veränderungen mutig angehen</span></h2>
<p>Im Frühjahr 2023 habe ich mich aus privaten Gründen dazu entschieden, den RBB zu verlassen. Eine Entscheidung, die von außen betrachtet, viele nicht nachvollziehen konnten. Andere fanden meinen Schritt mutig und bewundernswert. Veränderungen fallen mir leicht. Eine Kompetenz, die mir als Wendekind in die Wiege gelegt wurde. Viele Ostdeutsche haben dieses Vertrauen in sich selbst und die Fähigkeit, Veränderungen mutig und optimistisch anzugehen.</p>
<p>Manchmal habe ich den Wunsch, noch weiter gen Osten zu ziehen. Nach Leipzig, Dresden oder Erfurt. Ich bin immer noch neugierig auf meinen Osten und die Menschen, die dort leben. Dieses Interesse und diese Neugierde wünsche ich mir auch mehr von den Westdeutschen.</p>
<p>Aber als Berlinerin bleibe ich wohl weiter in meinem Köpenick. Und zur Weihnachtszeit freue ich mich nun im Märchenviertel über die vielen dekorierten Fenster. Nur ist es hier nicht die Rummelbeleuchtung, die leuchtet. Es sind die Herrnhuter Sterne – aus der Oberlausitz in die ganze Welt. Eine weitere Erfolgsgeschichte aus dem Osten, die es wert ist, erzählt zu werden.</p>
<div id="attachment_7928-2" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7928-2" class="wp-image-7928" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/10/Oswald_image00001.jpg" alt="Als Unionerin beim Weihnachtssingen im Stadion An der Alten Försterei. Abbildung: privat" width="450" height="600"><p id="caption-attachment-7928-2" class="wp-caption-text">Als Unionerin beim Weihnachtssingen im Stadion An der Alten Försterei. Abbildung: privat</p></div>
<hr>
<p><a href="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1685" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2024/08/Ost_Button_Impulsgeberin_4c.jpg" alt="Label Impulsgeberin Ost" width="200" height="200"></a></p>
<h2><span class="title-bg">Sarah Oswald</span></h2>
<p><strong>GEBOREN:</strong> 1986/Ostberlin<br>
<strong>WOHNORT (aktuell):</strong> Ostberlin<br>
<strong>MEIN BUCHTIPP:</strong> Steffen Mau: „Ungleich vereint“, 2024<br>
<strong>MEIN FILMTIPP:</strong> „Gundermann“, 2018<br>
<strong>MEINE MUSIKTIPPS:</strong> Silbermond: „B96“; Trettmann: „Grauer Beton“<br>
<strong>MEINE URLAUBSTIPPS:</strong> Quedlinburg, Ahrenshoop, Peenemünde</p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6691 alignleft" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2025/09/PV_Buch_DIAO_Band02_Cover_RGB_klein.jpg" alt="Denke ich an Ostdeutschland ... Band 2" width="342" height="484">BUCHTIPP:</strong>
<h2><span class="title-bg">„Denke ich an Ostdeutschland ...“</span></h2>
<p><span style="color: #000000;">In der Beziehung von Ost- und Westdeutschland ist 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Knoten. Auch dieser zweite Sammelband will einen Beitrag dazu leisten, ihn zu lösen. Die weiteren 60 Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunft. Sie zeigen Chancen auf und skizzieren Perspektiven, scheuen sich aber auch nicht, Herausforderungen zu benennen. Die „Impulsgeberinnen und Impulsgeber für Ostdeutschland“ erzählen Geschichten und schildern Sachverhalte, die aufklären, Mut machen sowie ein positives, konstruktiv nach vorn schauendes Narrativ für Ostdeutschland bilden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Denke ich an Ostdeutschland ... Impulse für eine gemeinsame Zukunft“, Band 2, Frank und Robert Nehring (Hgg.), PRIMA VIER Nehring Verlag, Berlin 2025, 224 S., DIN A4.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als Hardcover und E-Book <a style="color: #000000;" href="https://ostdeutschland.info/denke-ich-an-ostdeutschland/" rel="noopener">hier</a> erhältlich.</span></p></td>
</tr>
</tbody>
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<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/sarah-oswald-zurueck-in-meinen-osten-warum-ich-mir-mehr-ostdeutsches-selbstbewusstsein-in-den-medien-wuensche/">Sarah Oswald: Zurück in meinen Osten. Warum ich mir mehr ostdeutsches Selbstbewusstsein in den Medien wünsche</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Interview 20 Jahre DDR Museum: Vom Pionierprojekt zum Besuchermagnet</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/interview-20-jahre-ddr-museum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Nehring]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=10029</guid>

					<description><![CDATA[<p>Morgen, am 15. Juli, feiert das DDR Museum sein 20-jähriges Jubiläum. Wir sprachen mit Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden und Direktor Gordon Freiherr von Godin über die Entstehung des Erfolgsprodukts und darüber, welche Projekte als Nächstes anstehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10050" class="wp-image-10050" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Leitung-DDR-Museum.jpg" alt="Für Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden und Direktor Gordon Freiherr von Godin ist das DDR Museum ein Lebenswerk. Abbildung: DDR Museum" width="600" height="400">Für Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden (links) und Direktor Gordon Freiherr von Godin [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/interview-20-jahre-ddr-museum/">Interview 20 Jahre DDR Museum: Vom Pionierprojekt zum Besuchermagnet</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Morgen, am 15. Juli, feiert das DDR Museum sein 20-jähriges Jubiläum. Wir sprachen mit Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden und Direktor Gordon Freiherr von Godin über die Entstehung des Erfolgsprodukts und darüber, welche Projekte als Nächstes anstehen.</p>
<p><span id="more-10029"></span></p>
<div id="attachment_10050-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10050-2" class="wp-image-10050" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Leitung-DDR-Museum.jpg" alt="Für Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden und Direktor Gordon Freiherr von Godin ist das DDR Museum ein Lebenswerk. Abbildung: DDR Museum" width="600" height="400"><p id="caption-attachment-10050-2" class="wp-caption-text">Für Geschäftsführer Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden (links) und Direktor Gordon Freiherr von Godin ist das DDR Museum ein Lebenswerk. Abbildung: DDR Museum</p></div>
<h2><span class="title-bg">ostdeutschland.info: <strong>Herr Graf Adelmann, Herr von Godin. Das DDR Museum im Zentrum von Berlin gibt es nun schon seit 20 Jahren. Welche Bedeutung hat es heute für Sie, für die Hauptstadt und über diese hinaus?</strong></span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden und Gordon Freiherr von Godin: </strong>Das <a href="https://www.ddr-museum.de/de" target="_blank" rel="noopener">DDR Museum</a> ist aus dem Nichts und gegen die starke Skepsis öffentlicher Häuser entstanden. Das Museum ist national und international, mit viel Einsatz, inhaltlicher Schärfe und laufender Arbeit zu Forschung und Bildung, zu einer Institution gewachsen, die nun von uns Verantwortung abverlangt, jenseits zeitpolitischer Strömungen und Moden. Es zeigt, dass privates Engagement und starke Teamzusammensetzung zu Erfolg, Unabhängigkeit und Anerkennung führen können. Deshalb bedeutet uns das Museum als Lebenswerk viel. Es dient der Entdeckung, Aufklärung und Erinnerung. Auch durch Begleitformate zieht es weiterhin in seinen Bann.</p>
<h2><span class="title-bg">Herr von Godin, wie viele Besucher hat das Museum und wo kommen diese her?</span></h2>
<p><strong>Gordon Freiherr von Godin: </strong>Unsere Besucherstruktur gleicht der von Berlin im Allgemeinen. Wir begrüßen jährlich über 500.000 Besucher. Darunter sind die meisten aus Deutschland. Sehr viele Besucher kommen auch aus Westeuropa: aus Großbritannien, Frankreich, Benelux, Italien oder Spanien.</p>
<h2><span class="title-bg">Über wie viele Exponate verfügt das Museum?</span></h2>
<p><strong>Gordon Freiherr von Godin: </strong>Das Museum verfügt inzwischen über mehr als 400.000 Objekte und Exponate, die im Depot und Museum aufbewahrt, erhalten und ausgestellt werden. Die Sammlung wächst weiterhin täglich durch Spenden aus der Gesellschaft.</p>
<div id="attachment_10078-2" style="width: 495px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10078-2" class="wp-image-10078" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/1014244.jpg" alt="Zu den mehr als 400.000 Objekten und Exponaten im Besitz des Museums gehört auch dieses Motorrad MZ ETZ 250 F der Volkspolizei. Abbildung: DDR Museum" width="485" height="600"><p id="caption-attachment-10078-2" class="wp-caption-text">Zu den mehr als 400.000 Objekten und Exponaten im Besitz des Museums gehört auch dieses Motorrad MZ ETZ 250 F der Volkspolizei. Abbildung: DDR Museum</p></div>
<h2><span class="title-bg">Was zählt zu Ihren Lieblingsausstellerstücken?</span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden: </strong>Für mich müssen Objekte eine Funktion haben. Deshalb habe ich kein einzelnes Objekt oder Objekte, die zu meinen Lieblingsstücken gehören.</p>
<p><strong>Gordon Freiherr von Godin:</strong> &nbsp;Ein „Mangeltagebuch“ einer Dame aus Sachsen-Anhalt ist mein Lieblingsobjekt. Anhand der Auflistung deckt es die deutlichen ökonomischen Missstände in der DDR auf.</p>
<h2><span class="title-bg">Mit Ihnen beiden arbeiten Ost und West zusammen. Sie sind sogar verwandt. Wer von Ihnen hat einen ostdeutschen Hintergrund?</span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden: </strong>Gordon. Jedenfalls bis 1990. Denn ihn zog es später beruflich nach München, während ich 1993 in den Osten zog und hier die Transformation live miterlebt habe.</p>
<h2><span class="title-bg">Graf Adelmann, wie kam es zur Gründung des DDR Museums und wann sind sie beide dazugestoßen?</span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden: </strong>Der Ethnologe Peter Kenzelmann hat sich als Berlin-Besucher 2004 gefragt, weshalb es kein Museum zum Thema DDR in der Hauptstadt gibt und es als Projekt gegründet. Ich habe Peter bei einem anderen Kulturprojekt in Marzahn unterstützt, bin später dazu gekommen und habe das Museum 2016 vollständig übernommen. Gordon von Godin habe ich überzeugen können, Bayern zu verlassen und die Position des Direktors von Robert Rückel zu übernehmen, der dann zum Deutschen Spionagemuseum gewechselt ist. Der wesentliche Unterschied zwischen Kenzelmann und Adelmann war, dass Peter Kenzelmann nicht weiter sammeln und kein Sammlungsteam aufbauen wollte. Wir haben das Gegenteil machen wollen, auch wenn es dazu keine wirtschaftliche Gegenfinanzierung gab.</p>
<h2><span class="title-bg">Ende 2022 platzte der 16 Meter hohe Aquadom im Radisson-Hotel, in dem das DDR Museum untergebracht war. Haben Sie sich mittlerweile davon erholen können?</span></h2>
<p><strong>Gordon Freiherr von Godin:</strong> Wir haben das Schadenereignis bereits Ende März 2023 überwunden. Die Geschwindigkeit und die Folgen für unsere Nachbarn wirken bis heute nach. Hotel und anliegende Flächen waren mehr als zwei Jahre im Bau, was sich bis heute auswirkt. Die Kombination mit Covid-19 hat Berlin einen schweren Schlag versetzt. Wir sind aber sehr zufrieden. Wir haben das Beste daraus gemacht und neue Ausstellungsteile umgesetzt. Die Entwicklungen, etwa unsere Dokumentationsreihe <a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLZgBiWgRDvxttkjySYcQeVnchV4dtl92M" target="_blank" rel="noopener">„Orte Ost“</a> und die Umsetzung eines neuen auch für die Öffentlichkeit bestimmten Depots, wandelten diese Zwangsimpulse zu neuer Schaffenskraft.</p>
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            <ul class="slides">
                <li style="display: block; width: 100%;" class="slide-10065 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-07-07 15:36:15" data-filename="DDRMuseum-Ausstellung-Parteitisch-600x400.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/DDRMuseum-Ausstellung-Parteitisch-600x400.jpg" height="400" width="600" alt="Ein Parteitisch aus dem Ausstellungsbereich „Partei und Staat“ im DDR Museum. Abbildung: DDR Museum" class="slider-10063 slide-10065 msDefaultImage" title="Ein Parteitisch aus dem Ausstellungsbereich „Partei und Staat“ im DDR Museum. Abbildung: DDR Museum"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div>Ein Parteitisch aus dem Ausstellungsbereich „Partei und Staat“ im DDR Museum. Abbildung: DDR Museum</div></div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-10067 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-07-07 15:37:05" data-filename="Trabant_print-600x400.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Trabant_print-600x400.jpg" height="400" width="600" alt="Auch ein Trabant gehört zu den Ausstellungsobjekten des DDR Museums. Abbildung: DDR Museum" class="slider-10063 slide-10067 msDefaultImage" title="Auch ein Trabant gehört zu den Ausstellungsobjekten des DDR Museums. Abbildung: DDR Museum"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div><span style="font-size:12pt;line-height:115%;font-family:Arial, sans-serif;">Auch ein Trabant gehört zu den Ausstellungsobjekten des DDR Museums. Abbildung: DDR Museum</span></div></div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-10069 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-07-07 15:37:44" data-filename="DDRMuseum_Ausstellung_Wohnzimmer-600x400.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/DDRMuseum_Ausstellung_Wohnzimmer-600x400.jpg" height="400" width="600" alt="Im DDR Museum befindet sich auch ein detailgetreuer Nachbau eines DDR-Wohnzimmers. Abbildung: DDR Museum" class="slider-10063 slide-10069 msDefaultImage" title="Im DDR Museum befindet sich auch ein detailgetreuer Nachbau eines DDR-Wohnzimmers. Abbildung: DDR Museum"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div><span style="font-size:12pt;line-height:115%;font-family:Arial, sans-serif;">Im DDR Museum befindet sich auch ein detailgetreuer Nachbau eines DDR-Wohnzimmers. Abbildung: DDR Museum</span></div></div></div></li>
                <li style="display: none; width: 100%;" class="slide-10071 ms-image " aria-roledescription="slide" data-date="2026-07-07 15:38:24" data-filename="BZ_Stuhlkreis_print-600x400.jpg" data-slide-type="image"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/BZ_Stuhlkreis_print-600x400.jpg" height="400" width="600" alt="Der Konferenzraum des DDR Museums. Abbildung: DDR Museum" class="slider-10063 slide-10071 msDefaultImage" title="Der Konferenzraum des DDR Museums. Abbildung: DDR Museum"><div class="caption-wrap"><div class="caption"><div><span style="font-size:12pt;line-height:115%;font-family:Arial, sans-serif;">Der Konferenzraum des DDR Museums. Abbildung: DDR Museum</span></div></div></div></li>
            </ul>
        </div>
        
    </div>
</div>
<h2><span class="title-bg">Bei Ihnen finden auch Veranstaltungen statt…</span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden: </strong>Seit jeher haben wir eine Ausstellungsfläche, die thematisch von uns selbst und von Externen genutzt wird. Wir nutzen sie auch für Parallelformate, derzeit für eine von uns unterstützte Theaterproduktion einer freien Künstlergruppe, die ohne uns gar nicht umgesetzt werden könnte.</p>
<h2><span class="title-bg">Welche Ziele haben Sie mit dem DDR Museum?</span></h2>
<p><strong>Gordon Freiherr von Godin: </strong>Wir wollen weitere Kapazitäten schaffen, um möglichst viele Objekte aus der DDR zu erhalten. Zudem möchten wir an diesem oder einem anderen Standort eine Institution für die Zeit zwischen 1949 und 1990 bleiben und das weiter ausbauen. Außerdem wollen wir die größte digitale Datenbank zum Thema weiter füllen, die alle Objekte katalogisiert, kontextualisiert und für die Allgemeinheit zugänglich macht.</p>
<h2><span class="title-bg">Was ist als Nächstes geplant?</span></h2>
<p><strong>Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden: </strong>Kurzfristig planen wir neue Ausstellungsteile wie das Klassenzimmer und werden die Dokureihe zu „Orte Ost“ fortführen. Langfristig haben wir Planungen abgeschlossen, um einen Museums- und Ausstellungsort, gepaart mit Darstellungsflächen im eigenen Gebäude herzustellen. Wir warten derzeit auf die städtische Genehmigung. Nach erteiltem Bauvorbescheid sind gerade abermals anderthalb Jahre ins Land gegangen. Das ist der Zustand unseres Landes, nahe an der DDR. Das Tempo privater Initiativen trifft auf Politik in Schockstarre und Verwaltung im exekutiven Totpunkt.</p>
<h2><span class="title-bg">Vielen Dank.</span></h2>
<p><em>Die Fragen stellten Robert Nehring und Valentin Radonici.</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Walter Gropius: Der Mann hinter dem Bauhaus</title>
		<link>https://ostdeutschland.info/walter-gropius-der-mann-hinter-dem-bauhaus-dessau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jul 2026 05:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kessel Buntes]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostdeutschland.info/?p=9090</guid>

					<description><![CDATA[<p>In diesem Jahr werden 100 Jahre Bauhausgebäude in Dessau gefeiert. Niemand war so eng mit dem Bauhaus verbunden wie Walter Gropius. Er gründete die berühmte Kunst- und Designschule allerdings schon 1919 in Weimar. Wir widmen Gropius und dem Bauhaus ein Porträt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9956" class="wp-image-9956" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Walter_Gropius_by_Hugo_Erfurth_1928.jpg" alt="Walter Gropius im Jahr 1928. Er prägte das Bauhaus als Gründer entscheidend. Walter Gropius im Jahr 1928. Er prägte das Bauhaus als Gründer entscheidend. Abbildung: Hugo Erfurth, Wikimedia Commons " width="450" height="584">Walter Gropius im [...]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Jahr werden 100 Jahre Bauhausgebäude in Dessau gefeiert. Niemand war so eng mit dem Bauhaus verbunden wie Walter Gropius. Er gründete die berühmte Kunst- und Designschule allerdings schon 1919 in Weimar. Wir widmen Gropius und dem Bauhaus ein Porträt.</p>
<p><span id="more-9090"></span></p>
<div id="attachment_9956-2" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9956-2" class="wp-image-9956" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Walter_Gropius_by_Hugo_Erfurth_1928.jpg" alt="Walter Gropius im Jahr 1928. Er prägte das Bauhaus als Gründer entscheidend. Walter Gropius im Jahr 1928. Er prägte das Bauhaus als Gründer entscheidend. Abbildung: Hugo Erfurth, Wikimedia Commons " width="450" height="584"><p id="caption-attachment-9956-2" class="wp-caption-text">Walter Gropius im Jahr 1928. Er prägte das Bauhaus als Gründer und Architekt entscheidend. Abbildung: Hugo Erfurth, Wikimedia Commons</p></div>
<p>Walter Gropius wurde 1883 in Berlin geboren. Nach seiner Schulzeit begann er 1903 ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule München. Ab 1906 setzte er sein Studium an der Technischen Hochschule Berlin fort, brach es jedoch 1908 ab. Im selben Jahr trat er in das Büro des Architekten Peter Behrens ein. Dort wurde er mit der Bauleitung verschiedener Projekte betraut, darunter der für das Haus Cuno in Hagen. 1910 machte sich Gropius als Architekt und Industriedesigner selbstständig. Seine erste bedeutende Arbeit ist das 1911 gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Adolf Meyer entworfene Fagus-Werk in Alfeld.</p>
<div id="attachment_9957-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9957-2" class="wp-image-9957" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Fagus-Werk_zu_Alfeld_an_der_Leine_UNESCO-Welterbe.jpg" alt="Das Fagus-Werk in Alfeld an der Leine. Es ist die erste bedeutende Arbeit von Walter Gropius und wurde 1911 von ihm und seinem Mitarbeiter Adolf Meyer entworfen. Abbildung: Barbara Arand, Wikimedia Commons" width="600" height="356"><p id="caption-attachment-9957-2" class="wp-caption-text">Das Fagus-Werk in Alfeld an der Leine. Es ist die erste bedeutende Arbeit von Walter Gropius. Das Werk wurde 1911 von ihm und seinem Mitarbeiter Adolf Meyer entworfen. Abbildung: Barbara Arand, Wikimedia Commons</p></div>
<p>Ein entscheidender Wendepunkt in seiner Laufbahn folgte im Jahr 1919: Auf Empfehlung des belgischen Architekten und Designers Henry van de Velde kam Gropius nach Weimar, um dessen Stelle als Direktor der Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für bildende Kunst zu übernehmen.</p>
<p>Gropius benannte die Einrichtung in „Staatliches Bauhaus in Weimar“ um und etablierte eine neue Kunstschule. Im Vordergrund stand die Idee der Zusammenführung von Kunst und Handwerk. Die Kunst sollte von der Industrialisierung unabhängig sein und das Kunsthandwerk reaktiviert werden. So entstand eine Alternative zur Ästhetik des Historismus. Zum Leitbild des Bauhauses gehörte auch, die Architektur mit anderen Künsten zu verknüpfen.</p>
<p>In den folgenden Jahren gewannen in Thüringen politisch rechtsgerichtete Kräfte an Einfluss. Dadurch verschlechterte sich das Verhältnis zwischen dem Bauhaus und seinen Unterstützern, zu denen unter anderem die bekannten Maler Wassily Kandinsky und Paul Klee gehörten. Der wachsende politische Druck führte schließlich zur Auflösung der Schule am 26. Dezember 1924. Es folgte der <a href="https://ostdeutschland.info/buchvorstellung-frank-kreissler-dessau-1925/" target="_blank" rel="noopener">Bauhaus-Umzug</a> nach Dessau im Jahr 1925.</p>
<h2><span class="title-bg">Umzug und erneute Schließung</span></h2>
<p>Dieser Schritt wurde vor allem durch das Engagement des damaligen Dessauer Bürgermeisters Fritz Hesse möglich. Er überzeugte die Lokalpolitiker von der Idee, das Bauhaus nach Dessau zu holen, und suchte den direkten Austausch mit Gropius und weiteren Unterstützern der Schule. Im März 1925 erhielt Gropius schließlich den Auftrag, das gemeinsame Gebäude der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Dessau und des Bauhauses zu entwerfen.</p>
<div id="attachment_9958-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9958-2" class="wp-image-9958" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Dessau_Bauhaus-Gebaeude_asv2024-06_img1.jpg" alt="Das Bauhaus-Gebäude in Dessau. Es wurde am 4. Dezember 1926 eröffnet. Abbildung: A.Savin, Wikimedia Commons" width="600" height="375"><p id="caption-attachment-9958-2" class="wp-caption-text">Das Bauhaus-Gebäude in Dessau. Es wurde am 4. Dezember 1926 eröffnet. Abbildung: A.Savin, Wikimedia Commons</p></div>
<p>Am 1. April 1925 zogen Gropius und seine Mitarbeiter nach Dessau und begannen mit der Umsetzung des Projekts. Der Bau des Schulgebäudes begann im September desselben Jahres. Das Richtfest wurde am 21. März 1926 gefeiert und die Bauhaus-Einweihung folgte am 4. Dezember 1926.</p>
<p>Bis heute besteht das Bauhausgebäude aus fünf Gebäudeteilen: dem Werkstättenflügel, dem Flügel der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule, dem Atelierbau, dem Zwischentrakt mit Aula, Bühne und Mensa sowie dem Verwaltungstrakt.</p>
<div id="attachment_9959-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9959-2" class="wp-image-9959" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Das_Direktorenzimmer_im_Bauhausgebaeude_Dessau_-_Rekonstruktion_des_Zustands_um_1926_04.jpg" alt="Das Direktorenzimmer im Bauhausgebäude Dessau. Von hier aus arbeitete Walter Gropius bis zu seinem Rücktritt als Bauhausdirektor im Jahr 1928. Abbildung: JensKunstfreund, Wikimedia Commons " width="600" height="513"><p id="caption-attachment-9959-2" class="wp-caption-text">Das Direktorenzimmer im Bauhausgebäude Dessau. Von hier aus arbeitete Walter Gropius bis zu seinem Rücktritt als Bauhausdirektor im Jahr 1928. Abbildung: JensKunstfreund, Wikimedia Commons</p></div>
<p>1928 legte Walter Gropius die Leitung des Bauhauses nieder. Sein Nachfolger wurde der Schweizer Architekt Hannes Meyer, der jedoch bereits 1930 entlassen wurde und anschließend gemeinsam mit Bauhaus-Studenten nach Moskau ging. Ihm folgte der deutsch-amerikanische Architekt Ludwig Mies van der Rohe. In den politisch zunehmend angespannten Jahren gelang es diesem jedoch nicht, das Bauhaus aus den ideologischen Auseinandersetzungen herauszuhalten. Nach dem Wahlsieg der Nationalsozialisten bei den Dessauer Gemeinderatswahlen 1931 versuchten diese, dem Bauhaus die finanziellen Mittel zu entziehen und den Abriss des Gebäudes durchzusetzen. Mit dem Abrissvorhaben scheiterte die NSDAP zwar, dennoch beschloss der Dessauer Gemeinderat am 22. August 1932 die Schließung des Bauhauses.</p>
<h2><span class="title-bg">Wiederöffnung 1976 und Gropius Wirken in den USA</span></h2>
<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der frühere Dessauer Bürgermeister Fritz Hesse erneut in sein Amt gewählt. Er ernannte den Bauhausschüler Hubert Hoffmann zum Stadtbaurat und beauftragte ihn damit, die Wiedereröffnung des Bauhauses vorzubereiten. In den 1950er-Jahren begannen die ersten Arbeiten am Werkstättenflügel. Mit der umfassenden Sanierung und Rekonstruktion des gesamten Gebäudekomplexes wurde 1975 begonnen. Am 4. Dezember 1976, genau fünfzig Jahre nach der ursprünglichen Eröffnung, fand die feierliche Wiedereröffnung statt. Seit 1994 ist das Gebäude Sitz der <a href="https://bauhaus-dessau.de/" target="_blank" rel="noopener">Stiftung Bauhaus Dessau</a>. Zwei Jahre später wurde es in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.</p>
<p>Die Aufnahme in die Weltkulturerbe-Liste und die Wiedereröffnung erlebte Gropius nicht mehr. Mit der Bauhaus-Schließung 1932 und der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 hatte sich seine Situation in Deutschland deutlich verschlechtert. Als die Nationalsozialisten das Bauhaus 1934 als „Kirche des Marxismus“ angriffen, entschloss er sich zur Emigration nach London. Drei Jahre später übersiedelte er in die USA, wo er eine Professur für Architektur an der „Graduate School of Design“ der Harvard University übernahm.</p>
<div id="attachment_9960-2" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9960-2" class="wp-image-9960" src="https://ostdeutschland.info/wp-content/uploads/2026/07/Chrysler_Building_from_Rockfeller_Center_362.jpg" alt="Das MetLife Building (ehemals vormals PanAM-Building) in New York City befindet sich neben dem bekannten Chrysler Building. Es wurde zwischen 1957 und 1959 von Gropius entworfen und zählt zu seinen bedeutendsten Werken in den USA. Abbildung: Elisa Rolle, Wikimedia Commons" width="600" height="401"><p id="caption-attachment-9960-2" class="wp-caption-text">Das MetLife-Building (ehemals Pan Am Building) in New York City befindet sich neben dem bekannten Chrysler Building. Es wurde zwischen 1957 und 1959 von Gropius entworfen und zählt zu seinen bedeutendsten Werken in den USA. Abbildung: Elisa Rolle, Wikimedia Commons</p></div>
<p>Neben seiner Lehrtätigkeit blieb Gropius als Architekt aktiv. Zu seinen bekanntesten in den USA entstandenen Entwürfen zählt das ehemalige Pan-Am-Gebäude, das heutige MetLife-Building in New York City. Es befindet sich an der Park Avenue in Manhattan. Walter Gropius starb am 5. Juli 1969 in Boston.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ostdeutschland.info/walter-gropius-der-mann-hinter-dem-bauhaus-dessau/">Walter Gropius: Der Mann hinter dem Bauhaus</a> erschien zuerst auf <a href="https://ostdeutschland.info">ostdeutschland.info</a>.</p>
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